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Full text of "Über trias und jura in den Südalpen"

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Über Trias und Jura in 
den Südalpen 

Ernst Wilhelm Benecke 





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GEOesOSTTSCH- PALAONTOLOGISOBE 

BEITRÄGE. 

ERSTER BAND. 
TEXT. 



GEOßHOSTlSCH-PALSONTOLOGtSCHE 



BEITRÄGE 



HERAUSGEGEBEN 

UNTER MITWIRKUNG VON DB. ü. 8CHL0ENBACH IN 8ALZGITTER 
(HANNOVER) UND D«. W. WAAGEN IN MÜNCHEN 



D 8 - E. W. BENECKE, 



V ,' " DOCENT AN DKE ITKIVEBSITÄT HBIDKI3ERO. 



ERSTER BAND. 



MÜNCHEN, 1868. 
R. OLDENBOURG. 



Inhalt. 



Die Verantwortung für den Inhalt der einzelnen Aufsätze übernehmen 
stets allein die betreffenden Herren Autoren. 

Heft I (ausgegeben December 1865): 
('eher Trias und Jura in den Südalpen von Dr. E. W. Ben ecke Pag. 1 — 204 

Heft II (ausgegeben November 1866): 

Ueber die Zone dea Ammonites tratisversarius von Prof. 
Dr. Albert Oppel, beendet und herausgegeben von 
Dr. W. Waagen Pag.205-318 

Zur Fauna der Hallstadter Kalke von Dr. Alphon a von 

Dittmar Pag. 319— 398 

Heft III (ausgegeben December 18ti7): 

Ueber die Brachiopoden der norddeutschen Cenoman -Bil- 
dungen von Dr. Urban Schloenbach Pag. 399 — 506 

Ueber die Zone des Ammonites Sowerbyi von Dr. W. Waagen Pag. 507 — 668 



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ÜBER 



TRIAS UND JURA 

IN DEN 



SÜDALPEN 

VOR 



D R ' E. W. BENECKE. 



MÜNCHEN, 1866. 
R. OLDENBOURG. 



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V 



Italien ist, wie wenig andere Länder, von der Natur dazu ausgestattet, 
zu Beobachtungen über die Beschaffenheit seine» Bodens und zu Spekulationen 
über die Entstehung desselben anzuregen. Wie die in mannigfaltiger Ent- 
wicklung von den Höhen der Alpen und des Appennin bis hinab an die 
Ufer des Meeres mit einander abwechselnden Eruptiv- und Sedimentairgebilde 
Gelegenheit zur Erforschung der Lagerung und Beschaffenheit der Glieder 
der Erdveste in ihrer jetzigen Erscheinungsweise gaben, so forderten Ver- 
gleiche der reichen Fauna der Meere der Jetztwelt mit den in den Schichten 
begrabenen Organismen, sowie die grosse Analogie der Produkte noch thätiger 
Vulkane mit den Basalten und Tuffen des Vizentinischen zu Schlüssen auf 
die Zustände und Erscheinungen früherer Epochen heraus. 

Ausser diesen von der Natur selbst gegebenen günstigen Bedingungen 
trug auch die politische Gestaltung des Landes sehr wesentlich zu einem 
gedeihlichen Fortschritt der Erkenntniss bei, indem durch den Schutz und 
die Anregung der zahlreichen den Künsten und Wissenschaften geneigten 
Höfe und Republiken früher als anderswo die Möglichkeit eines frischen 
geistigen Lebens überhaupt gegeben waren. 

So sehen wir denn bereits um 1480 den berühmten Maler Leonardo 
da Vinci, als er in seiner Jugend im nördlichen Italien Kanalbauten leitete 
und auf zahlreiche Reste fossiler Muscheln stiess, die Ansicht aussprechen, 
es müsse das jetzt trockene Land einst von einem Meere bedeckt gewesen 
sein, in welchem die Thiere lebten, deren Reste man beim Aufgraben fand. 
Spätere Beobachter erkannten die Aehnlichkeit dieser Versteinerungen mit 
den Schalen im Mittelmeer lebender Mollusken und beschrieben die noch 
täglich vor sich gehende Umhüllung fester Theile gestorbener Organismen 
in kalkige Masse an den Küsten des Meeres, während sie zugleich die hebende 
Kraft vulkanischer Thätigkeit herbeizogen, um die Entstehung der Gebirge 
und die in denselben sichtbaren gewaltigen Verwerfungen zu erklären. Wenn 
auch vielfach aufgehalten durch die scholastische Philosophie . welche die 
Unvereinbarkeit dieser Anschauungen mit der Lehre von der Sündfluth 
hervorhob, schritt doch die Erkenntniss bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts 

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allmählig fort, wo Arduino (1759) in seiner Beschreibung der Gebirge um 
Verona, Vicensa und Padua zuerst den Unterschied zwischen primären, 
sekundären und tertiären Felsarten zeigte und nachwies, das» in jenen 
Oegenden eine Reihe untermeerischer Ausbrüche stattgefunden haben müsse. 
Ihm verdankt man auch die erste genauere Beschreibung der Reihe der 
Flötzgebirge in den Umgebungen von Recoaro, wo spätere Hebungen auch 
die tiefsten Bildungen weiter entfernt von den Centralmassen zu Tage gebracht 
haben, als man es nach dem allgemein gültigen Gesetze des Aufbaues der 
Alpen erwarten sollte. 

Der Versuch einer Eintheiluug der Gesteine nach ihrer Entstehung und 
Lagerung, wie ihn Arduino unternahm, bezeichnet einen Abschnitt in der 
Geschichte der norditalischen Geologie. In den nächstfolgenden 70 Jahren 
bemühte man sich sowohl innerhalb als ausserhalb Italiens, wo inzwischen, 
besonders gefordert durch den Bergbau, das Studium der Geologie einen 
sehr lebhaften Aufschwung genommen hatte, die italienischen Verhältnisse 
mit fremdländischen zu vergleichen und eine (Jebereinstimmung der Nomen- 
klatur herbeizuführen. Franzosen und Deutsche besuchten den Südabhang 
der Alpen und die angrenzende Ebene und übertrugen die im eigenen Lande 
angenommenen lokalen Bezeichnungen auf alpine Gebilde, während wiederum 
manche italienische Schichtenbenennung ihnen annehmbar erschien. 

Diese Versuche, das in verschiedenen Ländern gleichartig oder ungleich- 
artig entwickelte zu erkennen, gewannen erst eine festere Basis, als man in 
England, Deutschland und Frankreich begann, Lagerung, petrographische 
Beschaffenheit und die Versteinerungen gleichmässig als Hülfsmittel bei der 
Unterscheidung der Formationen zu Ruthe zu ziehen. 

Epoche machend wurden in dieser Hinsicht W. Smiths Strata identified 
by organized fossils(18lü — 1819), Humboldt s Essaie sur le gisement des 
roches dans les deux hemisphaeres (J823), Brogniart's Tableau des terrains 
qui composent Tecorce du globe (1829) und L. v. Buch's Jura in Deutsch- 
land (1839), klassische Arbeiten, welche aus zusammenhangslos neben ein- 
ander stehenden geognostischen Lokalbeschreibungen eine vergleichende 
Wissenschaft schufen. 

Ueberall machte sich nun das Bestreben der Verallgemeinerung bemerk- 
bar, und die Italiener blieben nicht zurück. Catullo versuchte in seiner 
Zuologia fossile (1827) die Begriffe des Zechsteins, des bunten Sandsteins, 
Muschelkalks, Jura und der Kreide für das Venetianische festzustellen, 
Buch's Reisen gaben Anhaltspunkte für die Einreihung der rothen Ammo- 
nitenkalke in das System des ausseralpinen Jura, Curioni begründete 
eine Eintheilung der lombardischen Trias, Zigno legte die Grenze zwischen 



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Jura und Kreide fest, Escher und Hauer endlich diesen die Analogie der 
in der Lombardei auftretenden Schichtenbildungen mit denen anderer alpiner 
Territorien nach. 

In den letzten Jahrzehnten begannen auch die so ungemein forderlichen 
kartographischen Aufnahmen grösserer alpiner Gebiete, unter denen in erster 
Reihe die Arbeiten des montanistischen Vereins in Innsbruck zu 
nennen sind, dessen in grossem Maasstabe herausgegebene Karte von ganz 
Tirol (1851) nach der veralteten 15 uc Irschen Skizze der Umgehungen des 
Etschthals die ersten Anhaltspunkte bei einer Bereisung der südlichen Gebiete 
gab. Die Studer-Escher'sche Karte der Schweiz (1853) zog noch die 
ganze Lombardei in ihreu Bereich, während für das Venetianische nur die 
wenig übersichtliche Fuchs 'sehe Aufnahme (1841) vorlag. 

Die wichtigsten und grossartigsten Aufnahmen aber wurden von der 
geologischen Keichsanstalt in Wien (seit 1850) begonnen. Die 
Arbeiten der Mitglieder dieses Instituts lehrten zuerst die Verbreitung 
identischer und analoger Bildungen durch das ganze Alpengebiet, insbesondere 
auch den innigen Zusammenhang zwischen nord- und südalpinen Ablagerungen 
kennen und führten zu der Ueberzeugung, dass nur wenige Sedimentair- 
formationen einen wesentlichen Antheil am Aufbau der zu beiden Seiten 
der krystalliuischen Centraikerne der Alpen sich hinziehenden Gebirgszonen 
nehmen. Es stellte sich nämlich heraus, dass nicht, wie man früher häufig 
aunahm, mancherlei paläozoische Bildungen in den Alpen eine ungemein 
mächtige Entwicklung gefunden haben, vielmehr die Entstehung der schlechthin 
als Alpenkalk und Alpendolomit bezeichneten Massen wesentlich uur in die 
Trias- und Jurazeit falle. 

Während jedoch die jurassischen Ablagerungen in den meisten Füllen 
einen hinreichenden Versteinerungsreichthum zeigten, um nicht lange über 
ihre ungefähre Stellung in der Reihe der Formationen in Zweifel zu lassen, 
erwiesen sich die Kalke und Dolomite der Trias nur zu häufig fossilfrei, 
so dass das Augenmerk sehr bald auf gewisse weiche merglige Einlagerungen 
derselben gerichtet wurde, welche durch ihre organischen Einschlüsse sichere 
Anhaltspunkte für die Altersbestimmung abgeben konnten. Eines der berühm- 
testen und am längsten bekannten Vorkommen dieser Art sind die Schichten 
von St. Cassian und der Seisser-Alpe in Südtirol, welche bereits eine 
bändereiche eigene Litteratur besitzen. Ist es nun bis auf den heutigen Tag 
uoch nicht gelungen, über die Verhältnisse selbst dieser am häufigsten 
besuchten Localitäten ganz ins Klare zu kommen, und für weitere Forschungen 
noch mancherlei übrig gebüeben, so kann es nicht Wunder nehmen, dass 
andere, weniger betretene Theile des Gebietes noch in weit höherem Maasse 

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* Stoff zu ferneren Arbeiten bieten. Es gilt diea besonders von dem südlichen, 
ganz italienischen Theile Südtirols, von den Umgebungen des Et seht hals, 
Val Sugana und Iudicarien, über die wir kaum mehr als Andeutungen 
besitzen. Einen Beitrag zur näheren Kenntnis« dieser Gegenden zu geben, 
ist der Zweck dieser Arbeit. 

Ich habe nur wenige Worte über meine Untersuchungen, und die Form, 
in der ich die aus denselben gewonnenen Resultate hier mittheile, voraus- 
zuschicken. Man ist bekanntlich Bcobachtungsfehlern nirgends in höherem 
Grade ausgesetzt, als in den Alpen, wo die so abweichenden Verhältnisse 
und das überwältigend massenhafte der Erscheinung den nur an ausseralpine 
Bildungen Gewöhnten leicht verwirren. Irrthüiner sind also sehr leicht 
möglich, dieselben bleiben aber auch, da nur selten ein Forscher den Fuss- 
stapfen seines Vorgängers so genau folgt, dass er dessen Beobachtungen 
kontrolliren könnte, sehr lange bestehen. Die Möglichkeit wenigstens einer 
solchen Kontrolle sollte nun aber meines Erachtens in allen solchen Arbeiten, 
denen keine geognostische Karte beigegeben werden kann, dadurch in hin- 
reichendem Umfang geboten werden, dass Lagerungsverhältnisse und Petre- 
faktenvorkommnisse möglichst getrennt von allen auf denselben basirenden 
Schlussfolgerungen angegeben werden. 

So hob ich deun aus denen von mir besuchten Lokalitäten eine Reihe 
der instruktivsten und leicht zugänglichsten heraus und beschrieb diese 
genauer in einem gesonderten ersten Theil meiner Arbeit, um auch einem 
flüchtig Reisenden die Gelegenheit zu geben, sich schnell ein auf eigener 
Anschauung beruhendes Urtheil bilden zu können. Leicht wird man von 
Mori oder Riva am Gardasee den Monte Baldo, von Roveredo aus 
Volano und Xomi erreichen. Borgo bietet einen geeigneten Ausgangs- 
punkt für eine Untersuchung des östlich von Trient gelegenen Val Sugana, 
Pieve endlich und Storo liegen unmittelbar an der Iudicarien von Nord 
nach Süd durchziehenden Hauptstrasse. An allen diesen Punkten fehlt es 
nicht an deutlichen Aufschlüssen und meist finden sich auch zalüreiche Ver- 
steinerungen. Die einigen Profilen beigegebenen Holzschnitte haben nur 
den Zweck, die Uebersicht der angenommenen Schichtenabtheilungen und 
deren Aufeinanderfolge zu erleichtern, beruhen aber nicht auf genauen 
Messungen. Die Aufnahme von Profilen, welche den natürlichen Verhält- 
nissen ganz entsprächen, wäre nur bei Anfertigung einer geognostischen 
Karte eine lohnende Arbeit gewesen, hierzu aber fehlte mir, ganz abgesehen 
von der nöthigen Zeit, eine in hinreichend grossem Maassstabe ausgeführte 
topographische Grundlage. Zur allgemeinen Orientirung reicht die General- 
stabskarte von Tirol ganz aus. 



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In dem zweiten Theil meiner Arbeit suchte ich die Profile, soweit 
meine eigenen Beobachtungen und die in der Litteratur vorgefundenen 
Angaben ausreichten, unter einander in Zusammenhang zu bringen und ein 
Geeammtbild der geognostischen Beschaffenheit des südlichen Theiles von 
Südtirol zu geben. Während nun über triadische Ablagerungen der Südalpen 
schon mancherlei, zum Theil sehr ausführliche Arbeiten vorliegen, sind die 
jurassischen Schichten noch wenig eingehend behandelt worden, so dass für 
diese eine kurze, den einzelnen von mir angenommenen Abtheilungen voraus- 
geschickte historische Einleitung genügte, während bei jenen ein tieferes, 
kritisches Eingehen nöthig erschien. Nach Vollständigkeit habe ich aber 
hier nicht gestrebt, es wurde nur das für den vorliegenden Zweck Wesent- 
liche hervorgehoben. 1 ) 

In einem dritten Theil endlich stellte ich die von mir gefundenen 
Fossilreste zusammen und beschrieb eine Anzahl neuer Arten. Schauroth's 
Verzeichnisa der Versteinerungen im Herzoglichen Naturaliencabinet zu Coburg 
kam mir leider erst bei Beginn des Druckes zu, so dass ich dasselbe nicht 
mehr in dem Umfang benutzen konnte, als. es mir, besonders für die Listen 
der jurassischen Versteinerungen, wünschenswerth gewesen wäre. Zu einem 
blosen Abdrucken der angeführten Namen von zum Theil nicht recht kenntlich 
abgebildeten Bivalven konnte ich mich aber nicht entsehliessen, da ich nur 
sicher Bestimmbares und Kenntliches in diesen ersten Versuch einer vollständi- 
geren Zusammenstellung der südtiroler jurassischen Fauna aufnehmen wollte. 

Auf meiner Reise unterstützten mich durch die zuvorkommendste Auf- 
nahme sehr wesentlich die Herren Catullo und Baron von Zigno in 
Padua, Curioni und Stoppani in Mailand, Ragazzoni in Breseia, 
Pischl inRoveredo, Pichler in Innsbruck. Ganz besonders aber wurde 
meine Arbeit gefördert durch die Herren Professor Oppel und Bergrath 
Gümbel in München, welche mir mit grösster Liberalität aus denen, ihrer 
Obhut anvertrauten Sammlungen das nöthige Material zur Bestimmung und 
Vergleichung meinor Erfunde, sowie die einschlägige Litteratur zur Verfügung 
stellten. Allen diesen Herren sage ich meinen verbindlichsten Dank. 

') Ausführliche Lttteraturangaben über die Südalpen findet man bei: 
Stoppani, Studii geologici etc. Mailand 18f>7. 

Hauer, Erläuterungen zu einer geologischen Uebersichtjkarte der Lombardei. 

Jahrb. geol. Reichsanst. IV. 1858. p. 445. 
Rieht hofen, Qeogn. Beschr. der Umgegend ron Predazzo etc. 1860. 
Senoner, Bibliografia delle provincie Yenete. 

Sehr dankenswerthe Unternehmungen sind auch die gedruckten, im Buchhandel befind- 
lichen Bibliothek* katuloge, so besonders 

gehrauf, Katalog der Bibliothek des k. k. Hofmineraliencabinets in Wien. Wien 1864. 



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Beschreibung der Profile. 

X>£is Monte Baldo-Gebirge. 



Zwischen dem Lago di Garda und dem Etschthal, gegen Norden 
durch den tiefen Einschnitt des Lago di Loppio vom Zuge des Orto 
d'Abram gerrennt, erhebt sich das Monte Baldo Gebirge, dessen im 
Venetianischen gelegener Gipfel eine Höhe von 7000'- erreicht. Die Lage 
desselben unmittelbar an der belebtesten Verkelirsstrasse von Deutschland 
nach Italien und die Nähe eines der besuchtesten Seen der Südalpen machten 
dasselbe zum hiiufigen Zielpunkt der Ausflüge Einheimischer und Fremder. 
"Wohl wenige Reisende, die Riva oder Roveredo berührten, haben es 
unterlassen, wenigstens die ersten Gebirgsstufen zu erklimmen, und wie dem 
Touristen durch umfassende Aussicht und eine mannigfach wechselnde Reihe 
lieblicher Bilder, so ist dem Forscher durch reiche Ausbeute an Versteiner- 
ungen die Mühe des Ersteigens reichlich belohnt worden. Um so aulfallender 
ist es, dass uns ausser flüchtigen Notizen und einigen kleineren Arbeiten 
keine genaueren Beschreibungen dieser interessanten Gebirgspartie vorliegen, 
die wegen ihres verhältnissmiissig einfachen Aufbaues und der klaren Auf- 
einanderfolge der Schichten den Schlüssel zum Verständniss einer ganzen 
Reihe südalpiner Bildungen bietet. Ich beschreibe im Folgenden zwei Profile 
dieses Gebirges, eins vom nördlichen, eins vom südlichen Abhänge. 



L Die Gegend zwischen Mori, Chizzola und dem Altissimo 

di Nago. 




a. 8piegel der Et*ch unterhalb Chizzola. b. Höhe nördlich von Crosano. c. Thal über 

Tierno. d. Caatcll von Brentonico. e. Alpen am Monte Nago. 
1. Graue Kalke des Unterooliths. 2. Schichten der Bht/nchonella bilobata und der Posi- 
donomya alpina. 3. Rother Ammonitenkalk. (Schichten des Ammonite« acanthicu» und 
der Ttrebratula diphya. 4. Biancone und Scaglia. 5. Nummulitenachichten. 6. Ba«alt. 



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Oestlich von den Gehängen des Monte Nago, oberhalb St. Giacomo, 
das man von Brentonico in einer Stunde erreicht, entspringt dieSorne, 
ein kleines Gebirgswasser, das sich bei Chizzola in die Etsch ergiesst, 
und so, indem es mit dem östlichen Abfluss des Lago di Loppio eine 
gleiche Richtung einhält, einen parallelepipedischen Theil des Monte Baldo- 
Gebirges abschneidet. Mit diesem zwischen Sorne, Etsch, Abfluss des 
Lago di Loppio und dem höchsten Kamme gelegenen Terrain-Abschnitt 1 ) 
beschäftigen wir uns zunächst. Eine Ansicht desselben, wie er sich aus den 
Gärten zwischen Mori und der Etsch darstellt, gibt die Skizze auf T. 1. 
Dieselbe dürfte das Verständniss der Profilbeschreibung und die erste Orien- 
tirung beim Besuche der Lokalität nicht unwesentlich erleichtern. Die 
Schichten fallen vom Beschauer nach rechts, die Köpfe derselben in steilen 
Abstürzen liegen links, so dass sich ein vollkommenes natürliches Profil von 
wunderbarer Regelmässigkeit darbietet. Rechts begrenzt die Aussicht der 
höchste Gebirg8kamm mit dem Altissimo di Nago (A), links hinten im 
Etschthale die kühnen Spitzen der an der venetianischen Grenze gelegenen 
Monti Lessini (B). Die zwischenliegenden Punkte sind durch Zahlen 
und Buchstaben bezeichnet und werden beim Vergleich mit einer Karte') 
ein schnelles Zurechtfinden möglich machen. 

8chlägt man von Roveredo die Hauptstrasse nach Marco ein und 
wendet Bich von diesem Orte westlich gegen die Etsch, so trifft man bei 
Ponte di Tierno (der linken Ecke der Skizze auf T. L) den nordöstlich- 
sten Ausläufer dos Monte Baldo-Gebirges, unmittelbar in die Etsch abfallend. 
Einige Steinbrüche, schon von Weitem durch ihre lebhaft rothe Färbung 
▼on der dahinter stehenden grauen Wand sich deutlich unterscheidend, 
liegen an der äussersten von der Brücke berührten Spitze. Betrachtet man 
aus einiger Entfernung diese vorderste Gebirgsmasse , so bemerkt man an 
dem sehr deutlich zu beobachtenden Einfallen,* dass sie, obgleich die dahinter 
stehende graue Wand unmittelbar berührend, doch mit derselben nicht in 
ursprünglichem Zusammenhange steht. Man hat es offenbar mit einer ge- 
waltigen, bei der Hebung des ganzen Gebirges entweder liegen gebliebenen, 
oder später herabgebrochenen Masse zu thun. 

') Vergleiche die Abhandlangen von 8tuder in Leonh. Zeitschr. filr Mineral. 1629 
p. 250, Oppel in Zeitschr. d. deutsch, geolog. Gesellsch. 1863 und Emmrich in ßchaubach 
deutsche Alpen IV. p. 304. 

r ) Die geognoetische Karte des Montanistischen Vereins, Innsbruck, Ferdinandeum 
1851, ist trotz mancher, zur Zeit ihrer Publikation nicht zu vermeidender Fehler, auch 
jetzt noch sehr schätzenswert!»; für das topographische Detail ist die Generalstabskarte 
unentbehrlich. 



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In dem ersten der kleinen Steinbrüche steht ein theils roth, theils gelb 
gefärbter, auch marmorartig bunt gefleckter, sehr harter, splitteriger, kry- 
stallinischor Kalkstein in mehreren Fuss mächtigen Bänken an. Stellenweise 
geht derselbe in ein ausgezeichnetes Crinoiden-Gestein in der Art über, 
dass beinahe das ganze Gestein aus den Kalkspath-Individuen der einzelnen 
Stielglieder besteht und die Gesteinsmasse ganz zurücktritt. Rothe und gelbe 
Färbung wechseln zwar, doch nimmt im Allgemeinen jene nach oben zu. 

Versteinerungen sind nicht selten; doch gelingt es bei der grossen Härte 
des Gesteins nur schwer, bestimmbare Stücke zu erhalten. Am ausgezeich- 
netsten ist eine unsymmetrische gefaltete Rhynchonella, die ich mit keiner 
bereits beschriebenen identificiren kann und desshalb als 

RhyncJwtiella bilobata n. sp. 1 ) 
benenne. Nicht selten ist eine zweite gefaltete Rhynchonella von ziemlich 
kugeliger Gestalt. Bei dem indifferenten Charakter derselben unterlasse ich 
eiue speciHsche Bestimmung. Sie ist jedoch häufig in Südtirol und man 
begegnet ihr in diesem Gestein beinahe überall. 

Ausserdem fand ich eine kleine Lima mit feinen Rippen und einen 
Pecten. Beim Verwittern treten überall die Stielglieder von Pentaorinus 
spec. ind. hervor. 

In dem zweiten, grösseren, gegen das Gebirge hin gelegenen Stein- 
bruche findet man im Liegenden noch dasselbe Gestein mit denselben l'etre- 
facten. Höher oben aber, in der obersten Schichte unter der Rasendecke, 
die man am besten von oben her erreicht, nimmt das Gestein allmählig eine 
dunkolrothc Färbung an, gegen die einzelne weisse, unregelmässig eingelagerte, 
gangartig in die Umgebung sich verzweigende Nester scharf abstechen. Diese 
weissen Massen bestehen beinahe ausschliesslich aus Schalen von 

Posidonomya alpina Gras, 
mir einzeln finden sioh Posidonomyen auch im rothen Gestein und ver- 
schwinden in grösserer Entfernung von diesen Nestern ganz. 

Theils zwischen denselben, theils im rothen Gestein, vereinzelt, aber 
überall finden sich 

Terebrattda curviconcha Opp. 
Terebratida Gefion Opp. 
Rhynchonella Brentoniaca Opp. 

Nur Terebratida Gefion erscheint stellenweise mehr angehäuft und bildet 
ein wahres Brachiopodenconglomerat. 



') Siehe den paläontologisehen Theil, welcher die Bischreibung dieser und der weiter- 
hin angeführten neuen Arten enthält, 



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Enoriniten erscheinen ebenso häufig wie in der tieferen Abtheilung 
und bilden einen zweiten Horizont, den ich im Gegensatz zu dem mit 
RhtjnchoneUa bilobata auftretenden, als oberen Encriniten-Horizont 
bezeichne. 

Da die beiden Gesteinsgruppen sehr allmählig in einander übergehen, 
läast aich eine Grenze zwischen beiden nicht scharf angeben und eine 
Schätzung der Mächtigkeit gibt nur sehr annähernd richtige Werthe. Es 
mögen die Schichten der Rhynchonella bilobata hier 100' haben, während 
die Posidonom y en -Gest e ine kaum 20' erreichen. 

Geht man auf dem Rasen, der die oberste Schicht des Posido nomyen- 
G est ein es bedeckt, gegen da« Gebirge hin, so trifft man auf die bereits 
erwähnte graue Wand. Gegen Süden verschwinden die rothen Kalk'e bald 
und die grauen Schichten in regelmässiger Folge lassen sich bis hinab auf 
den Spiegel der Etsch verfolgen, sind aber gerade hier wegen Steilheit des 
Ufers beinahe ganz unzugänglich. Von dem scharf in den Fluss hinein- 
tretenden kleinen Vorgebirge, welches den höchsten Punkt der Strasse von 
Tierno nach Chizzola bildet, bis hinauf zur ersten Gebirgsstufe, lassen 
sich hunderte, petrographisch sehr verschieden ausgebildete, ein bis mehrere 
Fuss mächtige, graue Bänke unterscheiden. Jede derselben hat ihr eigen- 
tümliches Ansehen auf dem frischen Gesteinsbruche, die meisten führen 
auch verschiedene Petrefakten, doch nur einzelne von guter Erhaltung. 
Immer aber wird man innerhalb Tirols die einzelnen Bänke leicht wieder 
erkennen. 

Da diese grauen Kalke die tiefsten in dem vorliegenden Profil zu 
beobachtenden Schichten sind, beginne ich mit der Beschreibung derselben 
und verfolge die überlagernden Complexc in einer auf der Etsch recht- 
winklig stehenden Richtung, in deren Verlauf wir auch die bereits beschrie- 
benen Crinoiden-Horizonte in ihrer normalen Stellung wiederfinden 
werden. 

1. Unmittelbar neben der Strasse, an jenem bereits genannten höchsten 
Punkte, liegt eine etwas weiche, schiefernde Schicht, auf den Schichtflächen 
ganz bedeckt mit Posidonomya- artigen Abdrücken und seegrasähnlichen 
Pflanzenresten. Dieselbe trägt den Charakter einer aus Uferschlamm ge- 
bildeten Ablagerung. Etwas höher hinauf zeichnen sich mehrere Schichten 
durch dicke Wülste krystallinischen Kalkspaths aus, die beim Verwittern 
aus der dichten Kalkmassc heraustreten und dem Gestein ein eigentüm- 
liches und sehr bezeichnendes, runzeliges Aussehen geben. Andere Bänke 
bestehen ganz aus dichten, splitterigen, theils dunklen, theils hellgrauen 
Kalken, noch andere, besonders die gegen Oben liegenden, sind ausgezeichnet 



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oolithisch, doch in verschiedener Weise. Entweder liegen die einzelnen 
oolithischen Körner gesondert neben einander, ohne besonderes Bindemittel, 
und dann pflegt das Gestein heller zu sein, oder aber in einer dichten, 
dunkelgrauen Masse erscheinen nur die Umrisse kugeliger Concretionen mit 
der Umgebung innig verflögst, als wären ursprünglich runde Kügelchen 
gebildet worden, die später erst zu oiner Masse verbunden wurden, indem 
die Oberfläche derselben durch das noch flüssige, bindende Medium von 
Aussen imprägnirt wurde. 

Aus den harten Kalkon wittern die Pctrefakte hier und da heraus und 
bedecken dicht die Oberfläche der Bänke; allein sie sind dann meist bis 
zur Unkenntlichkeit von den Atmosphärilien verwachsen. 

In* den vom Abhänge herabgestürzten Blöcken am Wege, der von den 
einzelnen, St. Caecilia genannten Häusern nach Crosano führt, gelang 
es jedoch, aus dem Gestein herauszuarbeiten. 
Tcrebratula fimbria Sow. 
Tercltratula Rotzoana Schaur. 
Terebrattäa ßmbriaefortnis Schaur. 
Terebratttla hexagoncilis n. sp. 

Ausserdem eine Reihe von Zweischalern. Ich führe hier und in den 
folgenden Profilen immer nur einige der bezeichnendsten Arten an, während 
die Zusammenstellung aller Erfunde später in einem besondern Abschnitte 
folgt. Ich werde diesen ganzen Complex in der Folge als untere graue 
Kalke, auch Schichten mit Terebratula fimbria bezeichnen. Spätere 
Untersuchungen machen jedoch jedenfalls noch eine Sonderung in mehreren 
Abtheilungen nöthig, so dass der JJame Schichten der Terebratula fim- 
bria dann enger zu begrenzen sein wird. 

2. Gehen wir nun zurück nach dem bereits genannten kleinen Vor- 
gebirge und klettern von der Strasse den steilen Abhang hinauf, um unsere 
Profillinie weiter zu verfolgen. Man trifft über allen den verschiedenen 
Schichten der grauen Kalke, von denen einige eben näher beschrieben 
wurden, oben am ersten grösseren Absatz helle, gelbe, krystallinische Ge- 
steine, die sich allmählig aus den grauen entwickeln, denen ähnlich, welche 
bei Ponte di Tierno im ersten Steinbruche anstehen. Steigt man das 
gegen Westen unter etwa 15° einfallende Gehänge des nächst vorliegenden 
kleinen, parallel mit der Etsch verlaufenden, Hochthälchen hinab, so findet 
man beim Anschlagen der wulstig verwitterten Bänke in der That Encri- 
niten und die verschiedenen Rhynchonellen. Etwas höher hinauf nach 
Süden, wo in dieser Gegend das einzige bewohnte Haus steht, von dem ein 
betretener Pfad nach Tierno fuhrt, finden sich dann auch 



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3. die Schichten mit 

Terebrattda curviconcha 
und die obere Encrinit en- Ba nk. Auch sammelte ich hier schöne Exem- 
plare einer Terebrattda cf. perovalis, von der ich jedoch nicht sicher bin, ob 
sie den Schichten mit Terebrattda curviconcha oder denen mit RhynchoneUa 
bilottata angehört. Noch mehr gegen das Thal der Sorne hin, an einem der 
aus den Maisfeldern des südlichen Theiles des beschriebenen Thaies nach 
Crosano führenden Wege, sind diese Schichten von eigenthümlich dunkler, 
graubrauner Farbe, doch ebenso krystallinisch und reich an Encriniten- 
Stielgliedern. Nicht selten finden sich hier einzelne zerstreute Fischzähne 
(aus der Familie der Pycnodonten). Man kann den ganzen in Rede 
stehenden Complex, dessen Mächtigkeit 50' betragen mag, im Streichen ver- 
folgen von dem Sorne-Thal an, bis hinüber an den Abhang gegen die 
Erweiterung des Etschthales zwischen Mori und Roveredo, immer den 
Grund des Thälchens und stellenweise auch dessen westliches Gehänge 
bildend. An dem nördlichsten Ende (N. 4 der Ansicht auf Taf. 1) mögen 
die Schichten, welche wir bei Ponte Tierno kennen lernten, sich einst 
angeschlossen haben. 

4. Auf diese Schichten folgen, in einzelnen Kuppen aus den Maisfeldern 
und Weingärten herausragend am Fusse des nächsten Rückens sehr schöne 
rothe Kalke, von hellerer und dunkler rother Färbung. Theils homogen, 
theils von weissen Kalkspathschnürcn durchsetzt und gefleckt, bilden die- 
selben die verschiedenartigsten Marmorarten. Eine häufige und sehr eigen- 
thümliche Gesteins- Varietät, die besonders in höheren Lagen sich einstellt, 
verdient eine besondere Auszeichnung, da sie eine sehr vollkommen plattige 
Absonderung mit sich bringt und als gesuchtes Baumaterial im Lande weit 
verbreitet ist. Das Gestein besteht nämlich aus lauter rundlichen Knollen, 
bis zu mehreren Zollen Grösse, die meist von etwas ander« nüancirter Fär- 
bung als die verkittende Masse , dem Gestein ein buntes Aussehen verleihen. 
Die einzelnen Knollen sind zwar von einer besonderen grünlichen Masse 
umgeben, dennoch aber mit dem Muttergestein so fest verwachsen, dass 
sie beim Zerschlagen eher springen, als sich herauslösen. Das Gestein in 
dieser Ausbildung pflegt in deutliche Bänke von 1 bis mehr Zoll Dicke 
gesondert zu sein, deren Oberfläche durch die hervorragende Knollen ein 
höckeriges Aussehen erhält. Eine dünne, glänzende Haut einer thonigen, 
eisenreichen Masse trennt dieselben und ist Ursache der leichten Spaltbar- 
keit. Diese Platten gestatten die verschiedenartigste Anwendung; die ganz 
dünnen eignen sich sogar zum Dachdecken, so dass man in Gegenden, wo 
anderes Baumaterial fehlt, wie besonders oben auf dem Gebirge, ganze 



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12 



Hütten, Wände und Dächer aus solchen Platten construirt. Eine sehr 
häufige Erscheinung ist das Vorkommen von Kieselausscheidungen als Feuer- 
stein. Theils in zusammenhängenden Lagen ganze Schichten bildend, theils 
in der Schichtung parallel angeordneten Knollen, nimmt derselbe nicht 
unwesentlich Antheil an der Bildung des ganzen Gesteins. Es ist jedoch 
zu bemerken, dass dieser Feuerstein ausschliesslich in der oberen Abtheilung 
dieser Ammoniten- Kalke, welche sogleich schärfer begrenzt werden soll, 
vorzukommen scheint, der unteren aber fehlt. 

Besonders interessant ist der grosse Reichthum an Cepbalopoden- 
resten, den diese rothen Kalke beherbergen und der denselben auch den 
Namen calcare rosso ammonitico verschaffte. Der für den Architekten 
so günstige Umstand des festen Zusammenhanges der Knollen, ist leider 
für den Paläontologen ein sehr unglücklicher. Die verkalkten Ammoniten 
verhalten sich nämlich ebenso wie die Knollen und sind auf eine solche 
Weise fest mit dem Gestein verwachsen, dass ein Herauslösen beinah« 1 
unmöglich ist. Gelingt es dennoch, ein vollständiges Exemplar zu gewinnen, 
so pflegt die Oberfläche so runzelig zu sein, dass feinere Unterschiede der 
Oberflächengestaltung gänzlich verwischt sind und nur ein unförmliches 
Steinkorn vorliegt. In den tieferen Lagen jedoch, wo diese knollige Be- 
schaffenheit des Gesteins überhaupt nur sehr selten zu bemerken ist, gelingt 
es mit einiger Arbeit aus der homogenen Gesteiiismasse bessere Exemplare 
herauszulösen. Der Umstand, dass man diesen Gesteinen aber weniger in 
Steinbrüchen begegnet, als den höherliegenden plattig abgesonderten, der 
Umstand ferner, dass jene häufig die Oberfläche einnehmen, diese aber meist 
nur mit den Köpfen aus senkrechten Abstürzen herausragen, mag wohl 
Ursache gewesen sein, dass die hier vorkommenden Ammoniten bisher in 
der Litteratur weniger Berücksichtigung fanden. 

Aus den im Thälchcn anstehenden Kuppen stammen mehrere Inflate 
Ammoniten, deren einer mit 

Ammonites acanthicus Opp. 
übereinstimmt. Anderes findet sich hier nur in schlechten Exemplaren, wir 
werden bald bessere Fundstätten kennen lernen. 

5. Die Gehänge des letzten kleinen Tbälchens vor Crosano, die von 
der oberen Abtheilung der rothen Kalke gebildet werden, sind reich an 
Ammoniten und Br achiopoden, zum Theil von guter Erhaltung, die 
man am besten aus dem aufgelockerten Gestein in den Feldern nordöstlich 
von Crosano, wo die Athraosphärilien dem Sammler vorgearbeitet haben, 
herausschlägt. Ich fand neben einer Reihe schwer bestimmbarer Hetero- 
phyllen und Lineaten: 



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Ammonites ptychoicus Qu. 

Ammonites geminus n. ap. 

Ammonites Volanensis Opp. 

Terebratula dipkya Col. 8 p. 

Terebratula triquetra Park. 
Ich bezeichne fortan die untere Abtheilung dieser rothen Kalke (4) 
als Schichten Ammonites acanthicus, die oberen (5) als Schichten mit Tere- 
bratula diphya. Erstere mögen hier 30', letztere 50' Mächtigkeit haben. 

Die Schichten mit Terebratula diphya werden nach oben allmäh Hg 
heller, das Gestein beginnt unvollkommen muschelig zu brechen und als 
Eigentümlichkeit zeigt sich mitten zwischen zwei Schichtungsflächen parellel 
mit denselben im Querbruch eine zackige, grünliche Naht; die obere und 
untere Hälfte einer Platte sind nämlich durch eine, mit hervorragenden 
Zacken versehene Ebene, welche von einem grünlichen Häutchen bedeckt 
ist, in einander gegliedert. Die Erscheinung ist eine sehr auffallende und 
eine Erklärung derselben lässt sich vor der Hand wohl nicht geben. Die 
Knollen verschwinden gänzlich, und es brechen nie mehr grosse Platten, das 
Gestein ist immer mehr oder weniger kurzklüftig. Ammonites ptychoicus, 
sowie besonders Terebratula diphya halten aber an bis zur nächsten 
Schichtenreihe. 

6. Ganz allmählig entwickelt sich diese aus den eben beschriebenen 
Gesteinen, so dass petrographisch die Grenze sich sehr schwer feststellen 
lässt. Paläontologisch ist dieselbe wohl hinreichend scharf, doch sind Fos- 
silien leider sehr selten. Die Schichten werden immer dünner, doch nie 
schieferig, das Gestein zeigt sehr ausgezeichneten, flachmuscheligen Bruch 
und auf demselben einen matten Glanz, nie jenen krystallinischen Schimmer, 
den die Kalke mit Terebratula diphya stets haben. In der Natur ist das 
Erkennen dieser Gesteine noch durch den Umstand erleichtert, dass die- 
selben ungemein kurzklüftig und zum Zerfallen in parallelepipedische Brocken 
geneigt sind, daher stets kleinere mit Gestein - Schutt bedeckte Abhänge 
bilden, nie aber mit klotzig verwitterten, mehlsackartigen Massen stehen 
bleiben, wie das wenigstens die Hauptmasse der Diphyakalke gerne thut. 
Feuerstein, meist von grauer Färbung, seltener von rother, wie vorher, 
findet sich häufig. Mitunter ist das ganze Gestein kieselig und nur stellen- 
weise finden sich grössere, reine Ausscheidungen, die dann ganz allmählig 
in das umgebende Gestein verfliessen. Im Allgemeinen scheint es, als ob 
in allen diesen Gesteinen die Kieselmasse ein Dünnerwerden der Schichten 
bedingte. Als bezeichnend kann noch der helle Klang beim Zerschlagen 
angeführt werden. Je reiner kalkig die Masse, desto heller der Klang und 



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u 



muscheliger der Bruch. Reicht hier ein kurzer, schlitternder Schlag hin, 
grosse Stücke zu zersprengen, so ist bei dem Diphyakalk stets eine grössere 
Kraftanstrengung nöthig. 

Man trifft unsere Schichten aufgeschlossen über dem bei Tierno in 
dem rothen Kalke gelegenen Steinbruche und kann sie von hier dem all- 
gemeinen Streichen nach bis gegen Crosano verfolgen. 

Bei den italienischen Geologen führen die beschriebenen Gesteine den 
Namen Biancone. 

7. Es folgen rothe, seltener weisse Schichten, welche den tieferen mit 
Ammonites ptychoicus oft recht ähnlich werden, im Allgemeinen aber wohl 
von denselben zu unterscheiden sind. Sie wurden von den Italienern Scaglia 
genannt, wegen ihrer meist grossen Spaltbarkeit und dünnschieferigeu Be- 
schaffenheit. Seltener sind die Ablösungsflächen glatt, so dass das weisse 
und graue Gestein auch gewissen Varietäten des Biancone gleicht; meist 
schiefert es rauh und uneben, wie deutscher Pläner, und zeigt eine matte, 
tief rothe Färbung. 

Der eigentümlichen Verzahnung begegnet man auch hier. Ausser ein- 
zelnen Fucoideen artigen Abdrücken fand ich nichts von Versteinerungen. 
Auch diese Schichten lassen sich, wie die vorigen, von Tierno bis nach 
Crosano hin verfolgen. 

Im ganzen Grossen, wenn man von den letztgenannten Complexen ein- 
mal einen aufgefunden hat, etwa die Diphyakalke, in denen man selten 
lange vergebens nach einem bezeichnenden Fossil suchen wird, verursacht es 
keine Schwierigkeit, den Biancone und die Scaglia zu trennen. Auf die 
vorwaltend rothen Diphyakalke folgt weisser Biancone, auf diesen rothe 
Scaglia. Wie bunte Bänder sieht mau diese Gesteine meilenweit an den 
Abhängen sich hinziehen. Schwer ist die Unterscheidung nur an der Grenze 
der Abtheilungen, wo die Färbung unsicher wird, und in einzelnen Hand- 
stücken. Schimmernder Bruch bezeichnet dann den Diphyakalk, mattes 
Aussehen Biancone und Scaglia. Letzterer wieder zerfällt in dünne, 
schalenartige, erstere in parallelepipedische Stücken. 

8. Den Schluss der sedimentairen Bildungen machen hier, wie im ganzen 
südlichen Tirol, mächtige, graublaue Gesteine, die beim Verwittern hell 
werden. Sie siud reich an allerhand Versteinerungen, die freilich uicht 
immer in schöner Erhaltung sich finden. Vor allem bezeichnend ist aber 
das sehr häufige und diesen Schichten eigenthümliche Vorkommen von 
Kummuliten, die beim Zerschlagen sich deutlich im Querbruch an ihrer 
concentrisch schaaligen Anordnung erkennen lassen und vielfach aus der 
Oberfläche herauswittern. Beim gänzlichen Zerfallen des Gesteius finden sie 



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sich lose im Ackerland und die Landleute nennen sie wegen ihrer Aehnlich- 
keit mit kleinen Münzen dann wohl soldi. (Prato dei soldi bei Brentonico.) 

Diese Schichten bilden den Rücken und östlichen Abfall des von Tierno 
heraufziehenden Thaies und nehmen oben am Anfang desselben auch das 
Plateau ein, auf dem Crosano steht. Man sieht dicht an dem Kirchhofe 
dieses Dorfes einen Steinbruch in demselben eröffnet. 

Schlägt man den Weg von Crosano direkt nach Brentonico ein, so 
bleibt man auf diesen Schichten bis gegen den kleinen Abhang hin, der 
unmittelbar an den ersten Häusern ansteigt. Einzelne kleine Kuppen ragen 
an mehreren Punkten aus den Maulbeerpflanzungen heraus. Beim Hinab- 
schreiten auf den Xummuliten-Schichten nach dem Tiefsten des Thäl- 
chens oberhalb Tierno trifft man plötzlich auf Basalt 1 ), der das ganze 
Thal einnimmt und mit Ausnahme der gegen Tierno gelegenen Seite, wo 
er sich unter die Alluvionen des Etschthales senkt, von Nummuliten- 
Schichten überlagert wird. Da derselbe zur Verwitterung sehr neigt, hat 
er einen fruchtbaren Ackerboden geliefert und das mit prachtvollen Kastanien- 
bäumen und üppigen Weingärten bedeckte Thal bietet einen angenehmen 
Contrast mit den öden, kahlen Flächen der Kalkbänke, die auf der östlichen 
Seite emporstarren und das Sonnenlicht mit unerträglichem Glänze zurück- 
werfen. Die Dörfer Besagno und Tierno stehen theilweise auf diesem 
Basalt und beim Anlegen der Strasse zwischen diesen beiden Orten fand 
man in demselben schöne Drusen von Zeolith. Auch Grünerde findet sich 
in einzelnen, kleinen rundlichen Parthieen; in hinreichender Menge jedoch, 
um die technische Gewinnung zu lohnen, trifft man dieselbe erst höher gegen 
das Gehänge der bereits auf venetianischem Gebiete liegenden Monte Baldo- 
Spitzen. 

•Am westlichen Abhänge des Thals, am Fussweg, der aus demselben 
nach Besagno hinaufführt, kann man die Auflagerung der Nummuliten- 
Schichten auf dem Basalt sehr schön beobachten. An der Grenze beider 
Gesteine findet sich eine mehrere Fuss mächtige Bank von bräunlichem, 
zerreiblichem Gruss, wohl ein beim Emporsteigen des Basalts gebildetes 
Reibungsprodukt, zum Theil aber auch gebildet durch das an der Grenze 
beider Gesteine herausrieselnde Wasser. Der grosse Vogelheerd bei Be- 
sagno steht bereits auf N ummu Ii ten- Gestein und dasselbe lässt sich von 
hier am oberen Rand des Thaies entlang bis auf die andere Seite verfolgen, 
wo wir es bereits früher fanden. 

*) Ich bediene mich des Ausdrucks Basalt, ohne mich für die wirklich basaltische 
Natur dieses und anderer dunkel gefärbter, jüngerer Eruptivgesteine 8üdtirols zu ver- 
bürgen. Es fehlen über dieselben noch genaue chemische Untersuchungen. 



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Der Basalt greift also in seiner jetzigen Erscheinungsweise zungen« 
formig in das N u mm uliten- Gestein ein, von dem er wahrscheinlich früher 
ganz bedeckt wurde. Spätere Auswaschungen waren erst die Veranlassung 
der Entstehung des jetzt tief eingeschnittenen Thaies. 

Betreten wir dem bereits genannten Fusswege folgend die von Besagno 
nach Brentonico führende Strasse, so gelangen wir unmittelbar an den 
ersten Häusern des erstgenannten Ortes an den Fuss eines steilen Absturzes, 
von dem sich gewaltige Blöcke losgelöst haben und eine Schutthalle am 
Fusse desselben bilden. Beim Zerschlagen derselben fällt, sogleich 
Terebrattda Rotzoana Sc hau r. 
Terebrattda ßtnbriae/ormis Seh au r. 
in die Augen. In einiger Höhe über dem Orte hat man zur Gewinnung 
von Bausteinen einen kleineu Steinbruch 1 ) angelegt. In demselben wechseln 
harte, graue Kalkbänke mit weichen, gelb und röthlich gefärbten, wenig 
mächtigen Schichten, die in Menge schwer bestimmbare Steinkerne von 
Muscheln aus der Famiüe der M y a r i e r etc. enthalten. Ueber diesen folgen 
helle, sehr ausgezeichnete Oolithe von sehr ungleichem, nieht selten bis 
erbsengrossem Korne, in welchem zerriebene Gasteropoden-Kerne einge- 
backen sind Blöcke dieses ausgezeichneten Gesteines liegen auch weiter 
oben im Gebüsche des Plateaus umher. Diese Kalke und Oolithe setzen 
noch gegen Süden zu fort, bis etwa dahin, wo die Strasse von Besagno 
nach Brentonico im Zickzack emporsteigt. Hier wird jedoch die Schich- 
tung undeutlich und jene grauen Kalke mit Encriniten und undeutlichen 
Brachiopoden beginuen, deren schon Oppel 1 ) in seiner Beschreibung 
gedenkt. Sie stimmen bis auf die Farbe, die hier grau, dort aber gelb und 
roth ist, ganz mit unseren Schichten mit llhyncltonella bilobata von Ponte 
di Tierno überein, und es ist um so weniger zu bezweifeln , dass sie mit 
denselben identisch sind, als sie ganz dieselbe bathrologische Stellung ein- 
nehmen und Rhynchonella bilobata sich anderwärts so gut in rothen wie in 
grauen Kalken findet. 

Es folgt Oppel's Posidonomyen Gestein. Ausser den schon von 
Oppel angeführten Versteinerungen fand ich hier selbst noch 

Rynchonella deßttxu Opp. 
Dieser Punkt ist auch ausgezeichnet für das häufige Vorkommen freilich 
meist schlecht erhaltener Ammoniten, die sich in den obersten Lagen, 
unmittelbar am Wege links, wo er da* Plateau erreicht, finden. 

«) Hier sammelte auch Winkler. Br. Leonh. Jahrb. 16ÜÖ. p. \.l Mein Material 
lä*st eine Bestimmung der Bivalven nicht zu. 

*) Oppel. Zeituchr. deutsche geologische Oesellsch. 1863. 



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Ueber den Posidonomyen Gesteinen liegen in regelmässiger Schichtung, 
hier ziemlich horizontal, etwas nördlicher aber gegen Westen einfallend, die 
Ammoniten-Kalke. Ich sammelte in denselben unmittelbar an der Strasse 

Sphenodus cf. longidens Agoss. 

Belemnites cf. semtsulcatus Münst. 

Ammonites acanthicus Opp. 

Ammonites ühlandi Opp. 

Ammonites compsus Opp. 

Ammonites Rüpeüensis d'Orb. 

Ammonites polyolcus n. sp. 

Ammonites cf. Kudernatschi Hau. 
Die Mächtigkeit dieser Schichten beträgt hier etwa 15'. Sie werden über- 
lagert von den Schichten mit Ammonites ptychoicus, wie man etwas weiter 
hinab gegen Castione, wo die Schichten des Ammonites acanthicus den 
Abhang rechts vom Wege in seinem oberen Theile bilden, während die 
Schichten mit Ammonites ptychoicus am Wege und links von denselben 
anstehen, beobachten kann. 

Die Basis des Hügels, auf dem Castell Brentonico steht, bildet aus- 
gezeichneter Biancone, in welchem ich im Feuerstein einen unbestimmbaren 
Ammoni ten -Abdruck fand. Die Scaglia, unmittelbar unter der Ruine, 
ist theils roth, theils weisslich gefärbt und führt 

Stenonia tubercutata Des. 
Oleich hinter dem Castell steht eine kleine Scholle Nummuliten- 
Gestein an. Dieselbe ruht auf Basalt, welcher den kleinen Hügel mit dem 
Vogelheerde bildet und sich von hier in einem dem vorhin beschriebenen 
ähnlichen, aber kleineren Thale nach Castione hinabzieht. Einzelne Kuppen 
Numiuuliten-Gestein's, grauer Kalke und Diphya-Kalke sind auf dem 
ganzen Plateau zerstreut, welches sich bis an den letzten steilen Absturz 
des Monte-Nago erstreckt. Man trifft dieselben in unregelmässiger Lage- 
rung wiederholt zu beiden Seiten des Weges, der von Brentonico in zwei 
Stunden direkt nach den Alphütten des Monte Nago hinaufführt. Ueberall 
liegen dieselben auf Basalt, welcher hier einen grossen Fluchenraum ein- 
nimmt. Bei St. Giacomo, wo der Basalt verschwindet, treten die Schichten 
wieder in Zusammenhang auf, und besonders die Scaglia hat südlich vom 
So rne- Ursprung eine grosse Verbreitung. 

Steigen wir nun endlich den letzten Abhang des Gebirges hinauf, so 
treffen wir wiederum unsere grauen Kalke mit den Brachiopoden und 
Bivalven. Sie sind hier wohl kaum unter 1500' mächtig und bilden die 
Hauptmasse des Gebirges, denen die jüngeren Schichten, einer Dirke ver- 

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gleichbar, aufgelagert sind. Die Schichten mit Rhynchonetta büobata, Tere- 
bratula curviconcha und Ammonites acanihicus fand ich hier nicht mit Bestimmt- 
heit. Da jedoch Blöcke dieser verschiedenen Gesteine in den Umgebungen 
von St. Giacomo umherliegen, die nur von den höheren Gebirgen herab- 
gekommen sein können, so ist an ihrem Vorhandensein auch vorn am 
Monte Nago kaum zu zweifeln. Steilheit des Gehänges und, wo dies 
nicht der Fall ist, mächtige Geröllmassen machen die Beobachtung schwierig. 
Auffallend ist eine Lage dünner, rother, beinahe schiefriger Kalke, welche 
an der Basis der Diphyakalke liegen, und ziemlich grosse Belemniten 
fuhren. Sie dürften zu der Abtheilung des Ammonites acanihicus gehören. 
Ungemein reich sind hier die Diphyakalke an Ammoniten. Ich sammelte 
in einem zum Bau der Alphütten angelegten Steinbruch neben einer Menge 
Planulaten, Heterophyllen und Lineaten 

Ammonites ptychoicus Qu. 

Ammonites geminus n. sp. 

Ammonites biruncinatus Qu. 

Ammonites volanensis Opp. 

Ammonites Zignodianus d'Orb. 

Terebratula diphya Col. sp. 

Terebratula triquetra Park. 
Weiter hin gegen die Alphütten folgt Biancone, aus welchem ich 

Ammonites Asterianus d'Orb. 
erhielt, und über derselben, wie früher, Scaglia. Beide Gesteine bilden 
mit den Diphya-Kalken vorwaltend die Unterlage der herrlichen Alpen- 
weiden, welche den Abhang des Gebirges gegen den Lago di Loppio 
bedecken und treten hier und da in einzelnen Lagen auH demselben heraus. 
Sie erreichen ihr Ende am westlichen Absturz des Gebirges gegen den 
Garda-See. Hier beobachtet man, soweit Geröll und Gebüsch es gestatten, 
wiederum graue Kalke, die ziemlich bis hinab gegen Torbole anhalten. Erst 
unmittelbar in den Umgebungen dieses Ortes trifft man steil gegen Westen 
einschließende N um muliten -Gesteine und rothe Aramoniten-Kalke. 

Wir haben also, vom Ufer der Etsch an aufsteigend, bis nach der 
Höhe des Monte Nago von Osten nach Westen eine dreimalige Wieder- 
holung derselben Schichtenreihe gefunden. Zwei Verwcrfungsspalten müssen 
von Nord nach Süd die Gebirgsmasse durchsetzen, wie dies in dem Profil 
angedeutet wurde. Es entstanden drei parallele Streifen, welche in der 
Weise neben einander gestellt sind, dass man, den steilen, nach Osten ge- 
kehrten Abhang auf den Schichtenköpfen hinaufsteigend, die höchste Kante 
erreicht und dann auf der sanft einschiessenden oder horizontalen obersten 



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Schicht bis zum nächsten steilen Absturz hinschreitet. Auf der Strecke von 
Brentonico bis an den Fuss des Monte Nago hat der Basalt eine gewisse 
Unregelmässigkeit hervorgebracht, indem er sich in bedeutender Breite 
zwischen die sedimentairen Schichten zwischenlagerte. Im Allgemeinen 
bleibt aber der so regelmässige Aufbau des ganzen Gebirges immerhin er- 
kennbar. 

Stellen wir die beobachteten Schichten nochmals zusammen, so haben 
wir von oben nach unten 

1) Nummuliten-Kalke ungef. Mächtigkeit 150' 



2) Scagüa „ „ 100' 

3) Biancone „ „ 80' 

4) Diphya-Kalke , „ 80' 

5) Schichten des Ammonites acanthicus „ „ 20' 

6) Kalke mit Terebrattda curviconcha . „ „ 50' 

7) Schichten mit BhynehoneUa büobata „ „ 100' 

8) graue Kalke mit Terebrattda fimbria „ „ 1500' 



Diese Angaben sind jedoch sehr approximativ und können auch nicht 
als allgemeine Mächtigkeit für ganz Südtirol gelten. 

II. Die Gegend zwischen Garda und Torri am Garda-See. 

Nachdem wir einen Einblick in die Verhältnisse am Nord-Ende des 
Monte Baldo gewonnen haben, wenden wir uns an sein südliches Gehänge 
und durchwandern, Val Lagorina bei der Eisenbahnstation Ceraino 
verlassend, das Plateau, welches dieses Thal vom Garda-See trennt. 

Da, wo Ceraino gegenüber, hinter den letzten Häusern an der Fähre, 
die Strasse nach Caprino den Berg hinaufführt, fallt zunächst rechts eine 
steile Wand in die Augen, die aus mächtigen Bänken blaugrauen Kalkes 
gebildet wird, welche auf den Verwitterungsflächen die Durchschnitte einer 
Menge Versteinerungen zeigen, die jedoch unbestimmbar sind. Bemerkens- 
werth ist vielleicht nur eine Rhynchonella. Lagerung und oolithische 
Gesteinabeschaffenheit sprechen dafür, dass wir es hier mit einem Theil 
unserer grauen Kalke zu thun haben. Die Strasse führt weiter hin durch 
cultivirtes Land und es ist kein anstehendes Gestein zu bemerken. Verlässt 
man aber die Hauptstrasse und wendet sich, nachdem man die Höhe erstie- 
gen hat, rechts nach dem Rücken hin, welcher den nördlichsten Theil der 
Hochebene gegen das Etschthal begrenzt, so fallen schon von Weitem eine 
Reihe in rothem Gestein liegende Steinbrüche in die Augen. Man sammelt 
in denselben zahlreiche Fossilien aus dem Diphya-Kalke, so 

2" 



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Ammomtes ptychoicus Qu. 

Ammomtes Volanensis Opp. 

Ammomtes biruncinattts Qu. 

TerebrattUa diphya Col. sp. 

Tcrebratula triquetra Park. 

Collyrites cf. trigonalis Des. ') 
während tiefer inflate Amnion iten und ein ausgezeichnetes Exemplar 
von Ammonites Rüpellensis auf die Schichten des Ammomtes acanthicm 
deuten. 

Ueber den Diphya- Kalken, gerade Pazzone gegenüber, wie diese 
gegen Westen einfallend, folgen ausgezeichnete Biancone -Schichten. 

Das angeschwemmte Land, das sich von hier bis beinahe hinüber an 
den Gar da- See erstreckt, verbirgt auf eine Strecke von mehreren Stunden 
alles anstehende Gestein. Dörfer mit üppig bestandenen Gärten und Fel- 
dern abwechselnd, bedecken die ganze, dem Gesichtskreis eröffnete Gegend, 
die in wunderbar schöner Weise von dem amphitheatralisch dahinter auf- 
steigenden Monte Bai do- Gebirge begrenzt wird. Diese Lage, so schön 
sie für das Auge ist, bringt jedoch die grosse Gefahr furchtbarer Geröll- 
überschwemmungen mit sich. Jedes Frühjahr wälzen die vom Gebirge 
herabkommenden Ströme unendliche Massen losgerissener Steinblöcke mit 
sich, vor deren zermalmender und verschüttender Gewalt nur mühsam das 
Culturland durch gewaltige Dämme geschützt wird. Einen solchen wenigstens 
100' breiten Geröll-Strom, der den ganzen Sommer und Herbst über trocken 
liegt, überschreitet man kurz vor dem Orte Garda. 

Unmittelbar hinter Garda, an der am Seeufer nach Torri führenden 
Strasse, treten die Schichten wieder zu Tage und sind durch eine Reihe, 
zur Gewinnung von Baumaterial für die Festungswerke von Pesch iera 
angelegter Steinbrüche, vortrefflich aufgeschlossen. 

1. In dem ersten grösseren derselben, kurz ehe man St. Vigilio 
erreicht, bei den auf der Stabskarte mit Scavejaghe bezeichneten Häusern, 
stehen ausgezeichnete Oolitho von grauer, hie und da auch röthlicher Färb- 
ung an, die einzelne Feuersteinknauer einschliessen. Beinahe massig steigen 
die Felsen mit nur schwach angedeuteter Schichtung empor. In den nächst- 
gelegencn Steinbrüchen trifft man noch dasselbe Gestein, es beginnen sich 
jedoch zahlreiche Versteinerungen einzustellen, besonders grosse Belcm- 
niten. Hier, wie an so manchen andern Punkten der Südalpen, könnten 



') Nach einer von Professor Desor an Exemplaren der akademischen Sammlung zu 
Manchen vorgenommenen Bestimmung. 



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durch Localsaramler bei gehöriger Müsse schöne Sachen zu Tage gefordert 
werden; allein solche fehlen gänzlich und der flüchtig Reisende muss sich 
mit dem Wenigen, Selbstgefundenen begnügen. Eine grosse Auabeute an 
sehr wohl erhaltenen Ammoniten gewähren die nächstfolgenden Steinbrüche, 
besonders der hinter dem einzelnen in einer Baumgruppo versteckt liegenden 
Hause. Das Gestein ist derselbe Oolith wie bei Vigilio, aber deutlich 
geschichtet, mit gegen den See gerichteten Einfallen. Die Versteinerungen 
sind nicht gleichraässig vertheilt, sondern an einzelnen Punkten angehäuft, 
so dass man oft an einer Stelle eine grosse Menge trifft, während nur wenige 
Schritte davon entfernt nicht eine einzige zu finden ist. Besonders hervor- 
zuheben sind: 

Ammonites Mwrchisonae Sow. 

Asnmonites scissus n. sp. 

Ammonites ophionetts n. sp. 

Ammonites j alias n. sp. 

Ammonites gonionotus n. sp. 
Ausserdem gefaltete Rhynchonellen, Beiern niten, Gastro- 
poden-Kerne und ein Hinnites. 

2. Die Oolithc halten noch einige Zeit ain Ufer an, bis etwa halbwegs 
von St. Vigilio nach Torri im Hangenden ein Wechsel eintritt. Gerado 
da, wo rechts aus dem Felsen unmittelbar an der Strasse eine starke Quelle 
hcrausspringt, besteht der ganze Abhang aus der Lumachelle mit Posido- 
nomya alpin«. Einzelne Brachiopoden- und Animo niten -Fragmente 
finden sich zwischen eingebacken. 

3. Wenige Schritte weiter trifft man in einem kleinen Steinbruch in 
grosser Menge Ammonitts acanthicus nnd Ammonites Uhlandi und etwas 
hoher am Berge hinter dein kleinen Olivenhaine, dicht vor Torri: 

4. Terebratnla diphya und Ammoniks ptychoiats, also ganz dieselbe 
Aufeinanderfolge der Schichten und Versteinerungen, wie schon wiederholt 
früher, und mit demselben Einfallen gegen Westen gegen den See hin. 
Verglichen v i: die hier beobachteten Verhältnisse mit denen bei Pazzone, 
so fiuden wir in der grossen Analogie derselben wiederum einen Beweis 
der nordsüdlieh streichenden Verwerfungsspalten, welche das Monte Baldo- 
Gebirge durchsetzen. Auffallend und interessant jedoch ist das Auftreten 
einer Cephalopoden Fauna in Schichten, die mit den grauen Kalken eine 
gleiche bathrologische Stellung zu haben scheinen. 



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Umgegend von Roveredo. 

III. Der nördliche Abhang des Monte Zara zwischen dem Etsch- 

thal und Val Arsa. 




a. Strasse unter Mad. del Monte, b. Ariathal unter AJbaredu. 
1. Dolomit. 2. Graue Kalke des Unterooliths. 3. Schichten der RhynclioneUa bilobata und 
Posidouomyengextein. 4. Schichten des Ammonites aeanthiews und Diphyakalke. 

Ueberschreitet man in Roveredo die über die Lena führende Brücke 
und folgt der südlichen Hauptstraase noch etwa 100 Schritt, so gelangt man 
an einen freistehenden Brunnen, bei welchem linker Hand unter einem Thor- 
bogen hindurch der vieolo della Madonna sich gegen den Abhang des Berges 
hinaufzieht. Dieses Gässchcn führt zwischen Mauern hindurch nach der 10 
Min. entfernten Kirche Madonna del Monte, von deren Terrasse aus 
man eine weite .Umsicht über Roveredo, das Etschthal, die gegenüber- 
hegenden Gebirgszüge des Orto d'Abram und des Monte Baldo, sowie 
weit hinauf bis gegen Volano und hinab nach Marco geniesst, und die 
dem Keuankommenden einen ebenso passenden Punkt zur Orientirung über 
die Lage von Orten und Bergen bietet, wie der sich hinter demselben 
hinaufziehende Berg geeignet ist, einen Ueberblick über einige der wesent- 
lichsten und charakteristischsten Schichten der Südtiroler Gebirge zu geben. 

1. Unmittelbar hinter dem auf die Kirche folgenden Hause trifft man 
auf rothe Kalke, die in mehreren, einige Fuss mächtigen Bänken gegen 
das Etchsthal einfallen. Ich sammelte in denselben: 

Ammonites rectelobattis Hauer. 

Ammonites tripartitus Rasp. 

Ammonites subobtttsus Kud. 

Atmnonites subradiatus Sow. 

Ammonites Brogniarti Sow. 

Posidonomya alpina Gras. 

Terebrattda curviconcha Opp. 

Terebrattda Gerda Opp. 

Terebrattda Gefion Opp. 

Terebrattda sideifrons n. sp. 

Terebrattda Boveredana n. sp. 



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RhynchoneUa Brentoniaca Opp. 

Eugeniacrinus sp. ind. 

Pentacrinus spec. ind. 
Das Gestein enthält stellenweise sehr viel Brauneisenstein, der in Ge- 
stalt runder Körner, dem Bohnerz ähnlich, in demselben angehäuft ist. 
Ganze Nester desselben, mit Pycnodonten -Zähnen untermengt, verdrängen 
zuweilen das Gestein gänzlich. 

2. Etwas höher am Berge, wo einige kleine Steinbrüche eröffnet sind, 
treten in hellerem Gestein Belemniten und Ammoniten auf. Es konnte 
bestimmt werden: 

Atnmonites acanthicus Opp. 

Ammonites compstis Opp. 

Am*nonite$ Uhlandi Opp. 
Den oberen Ammoniten-Horizont mit Ammonites ptychoicus fand ich 
nicht mit Sicherheit auf, doch scheinen weisse Kalke mit Belemniten 
sehr reich an Feuerstein, welche in einer kleinen Scholle hinter der Kirche 
hegen, demselben anzugehören. Von Amnioniten-Kalken wird der Kamm 
gebildet, der gegen das Etschthal bin das erste einer ganzen Reihe klei- 
ner Aufbruchsthäler begrenzt, die in paralleler Anordnung von Nord nach 
Süd in das Gebirge einschneiden. Beim Hinabsteigen nach dem Thälchen 
trifft man dann unter den Ammoniten-Kalken die Schichten mit Terebratula 
curviconcha, die Fortsetzung der bei der Kirche beobachteten. Dieselben 
bilden am ganzen Gehänge hin einerseits bis Lizzanella, andererseits bis 
Roveredo die Unterlage der Ammonitenkalke. 

3. Unter den Schichten der Terebratula curviconclva folgen, wie wir das 
bei Tierno sahen, bunte, zum Theil auffallend gelbe Kalke mit Rhyncho- 
neUa bilobata und dem unteren Encriniten-Horizont. Sie sind besonders 
schön zu beobachten oberhalb Lizzanella gegen Roveredo hin, wo sie 
zeitweise gebrochen und zu mancherlei architectonischen Zwecken verarbeitet 
werden. Sie enthalten in grosser Menge, aber leider in unbestimmbaren 
Bruchstücken, Seeigel -Reste. 

• 4. Aufwärts in dem kleinen Thälchen, wo sich ein alter Schiessstand 
befindet, erkennt man sogleich die grauen Kalke wieder, die hier in dersel- 
ben petographischen Mannigfaltigkeit anstehen, wie am Monte Baldo. 
Sie bilden die Hauptmasse des Monte Zara und lassen sich bis hinüber 
an den oberen Theil des Gehänges von Yal Arsa bei Albaredo verfolgen. 
Einzelne, zwischen eingelagerte, weichere Schichten widerstanden dem Ein- 
fluss der Athmosphärilien weniger gut und ihre Auflösung wurde bei der 
steilen Schichtenstellung gegen das Etschthal die Ursache des Herabstürzens 



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des ganzen Complexes festerer, überlagernder Schichten. Es entstand so 
jener furchtbare Bergsturz, der das Etschthal bis an die gegenüberliegenden 
Gebirgsabhänge bedeckte und dessen Trümmer als Layini di Marco seit 
Dantc's Zeiten bekannt sind. Das» man es hier in der That mit einem 
Bergsturz, nicht mit einer Gletscher-Moräne zu thun hat, darauf ist noch 
neuerlichst von Mojsisovics hingewiesen worden. ') 

Auf der anderen Seite des Berges gegen Val Arsa steigt man auf 
den Köpfen der Schichten hinab gegen Albaredo. 

5. Ein ziemliches Stück unterhalb de» Ort» bemerkt man in den steil 
nach Val Arsa lünabführenden Wasserrissen einen auffallenden Gesteins- 
wechsel. Die Schichtung verschwindet und an die Stelle der wohlgeschich- 
teten Kalkbänke treten bis hinab an die Lena wohl an 500' mächtige, 
massige, weisse und graue, seltener rosenrothe, drusige Dolomite mit weni- 
gen Versteinerungen. Es fand sich nur 

Turbo solitarius n. sp. 

Avicuia exüis Stopp, 
sowie undeutliche Gasteropoden- und Acephalen -Kerne. Geht man 
nicht über das Gebirge den Weg nach Roverodo zurück, sondern folgt 
anfangs dem Fusswege längs der Lena, dann von den Papiermühlen an 
der schönen Kunststrasse, so bekommt man das ganze eben beschriebene 
Profil noch einmal und zum Theil besser zu sehen, indem die grauen Kalke, 
welche unten im Thal etwa» abwärts von dem Wasser-Reservoir von Ro- 
voredo die Dolomite überlagern, in den Umgebungen von Sega di No- 
riglio zu beiden Seiten des Thaies ausgezeichnet aufgeschlossen siod und 
einen grossen Reichthum von Versteinerungen onthalten. Jeder Schicht 
pflegt ein bestimmtes Fossil eigen zu sein, und dann in derselben in grosser 
Häufigkeit aufzutreten. Es finden sich dort Austernbänke, Ceromyen- 
bänke, Brachiopodenbänke etc. Folgende sind die hauptsächlichsten 
Vorkommnisse dieser Localität: 

Chemnitzia terebra n. sp. 

Ceromya papyracea n. sp. 

Gresslya elongata n. sp. 

Terebratida ßmbria S o w. 

Terebratula Rotzoana Schaur. 

Terebrattda ßmbriaefonnis Schaur. 

Terebratula hexagonalis n. sp. 

Pentacrinus sp. ind. 



') Mittheilungen des Österreich. AlpcnvereinB I. p. 182. 



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Dann Fragmente von Seeigeln. Die Peatacriniten finden sich in diesen 
Schichten immer sehr einzeln und nie in ganzen Bänken, wie in den obern. 

Etwas höher am Abhang, bei den le Porte genannten Häusern, sind 
einige Bänke heller, mit Kalkspath-Wülsten durchzogener Kalke ganz mit 
einer kleinen, glatten Terebratel (Waldheimia) erfüllt. Ueber demselben 
folgen gegen das Etschthal hin sehr bald die Kalke mit Rhynchonella 6üo- 
Imta. Die Uebereinstimmung dor Lagerung, der petrographischen Beschaf- 
fenheit und der Petrefaktenführung, mit denen am Monte Baldo beobach- 
teten, ist eine so auffallende, das« ein weiteres Zusammenstellen unnöthig 
erscheint. 



IV. Die Umgebungen von Nomi. 




a. Ciwtrll über Pomarolo. b. Nomi. 

I. Dolomit und gram- Kalke des Untcrooliths. „». Schiebten der Itht/nchonetla biM>ata. 

3. Posidonomj engestein. J. Schiebten des Ammonitts acanthictus. ;>. Piphyakalk. fi. Bian- 

cone. 7. 8caglia. 8. Nummulitenschiehten. 

Dem Flecken Volano gegenüber, bei den Dörfern Nomi und Chiu- 
so le tritt ein Ausläufer des ürto d'Abram -Zuges weit in das Etschthal 
heraus und sondert sich so schon von weitem deutlich von der Hauptmasse 
des Gebirges ab. Derselbe besteht von NO nach SW aus einer prachtvoll 
aufgeschlossenen Folge sämmtlichcr Hellichten von den grauen Kalken bis • 
/.um Nummulitengestein. 

Wir beginnen unsere Wanderung bei der Fähre von Calliano, auf 
dem rechten Flussufer, wo bei einem Crucifix die grauen Kalke an der 
Strasse anstehen; sie lassen sich längs derselben bis beinahe an das Dorf 
Nomi verfolgen, wo sie mit südlichem Einfallen sich unter die vom Ge- 
birge herabkommenden rothen Ammonitenkalke verbergen. Viele am Ge- 
birgsabhang sich hinziohendo Fusswege geben Gelegenheit, die verschiedenen 
Schichten kennen zu lernen. Am Crucifix stehen dolomitische sehr bröck- 
lige Kalke an, ohne alle Fossilien, gleich über demselben fallen dunkel 
blaugraue, grosse oolithische Gesteine auf, die nicht selten schöne Encri- 
n i t e n - Stielglieder enthalten. Sic werden überlagert von Kalken mit 



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Terebratula JHotzoana Schaur. 

Terebrattüa fimbriaefortnis Schaur. 
auf die in mehrfachem Wechsel thonig kalkige Schichten mit 

Cerotnya papyracea n. sp. 

Thracia tirolensis n. Bp. 
und einem ganzen Heere von anderen Bivalven folgen. Besonders inte- 
ressant ist eine Bank dunkelgrauen Kalks, die von krystallinischen Kalk- 
spathmaasen so durchzogen ist, dass das eigentliche Gestein beinahe ganz 
verschwindet. Diese Kalkspathwülste haben eine längliche, flache Gestalt 
mit gleichen in ihrem Gesainmthabitus breitgodrückten Sehilfstengeln. Meist 
bekommt man nur den Querbruch zu sehen, und dann erscheinen eine 
Menge mannigfach gekrümmter, flacher, linsenförmiger Durchschnitte, von 
1 — 1'/,' Länge, in der verschiedensten Art neben einander liegend, sich 
aber nie durchkreuzend. Immer erscheinen die Umrisse vollständig. Ge- 
lingt es, gut verwitterte Stücke zu erlangen, so trifft man die ganzen Stengel 
einzeln herausgefallen und ihre Oberfläehe erscheint von rindenartiger Be- 
schaffenheit. Ich konnte mich doch trotz der Aehnlichkeit, die diese Wülste 
mit Pflanzen zeigen, schwer entschliessen , sie wirklich für versteinerte 
Pflanzen zu halten, bis ich, durch Baron von Zigno in Padua aufmerksam 
gemacht, bei Pernigotti im Venetianischen ganz in demselben Horizonte 
derartige Stengel fand, die theils aus Kalkspath, theils aber ganz aus Kohle 
bestanden. Ich konnte nun nicht mehr zweifeln, dass bei Nomi wirklich 
mächtige, mit Pflanzenstengeln erfüllte Bänke vorliegen. Die genauere Be- 
schreibung dieser Dinge haben wir von Baron Zigno in seinem Werke 
über die Unteroolithpflanzen von Iiotzo zu erwarten.') Diese Bank, stets 
von demselben Aussehen, findet sich an sehr vielen Punkten und ist immer 
leicht wieder zu erkennen. Da das Gestein auch in dicken Bänken liegt 
und sehr fest ist, gelingt es häufig gerade nach diesem Pflanzengestein den 
in Rede stehenden Komplex an den vom Gebirg herabgefallenen Blöcken 
aufzufinden. 

2. Auf die grauen Kalke folgt der untere Encriniten-Horizont, in 
dem sich hier ausser den kleinen, gefalteten Rynchoncllen einige sehr 
schöne Exemplare von einer Terebratula cf. perovalis fanden. 

3. Hierüber liegen die Schichten der Terebratula currtconchu mit: 

Terebratula curviconcha Opp. 
Terebratula Gerda Opp. 
Rhynchonella Brentoniaca Opp. 



') Zigno, Le Piwite foBSÜi dell' oolito. Venesi*. 



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Dann 

4. Schichten des Ammomtes acanthicus, 

5. Diphya- Kalke 

mit vielen, jedoch sehr fest im Gestein sitzenden Ammoniten. 

6. In dem Biancone gelang es 

Aptychtts sp. 
Anwwnites sp. 

zwar nicht bestimmbar, doch von gänzlich anderem Charakter, als die im 
tiefer liegenden Diphyakalke auftretenden, zu finden. 

7. Regelmässig überlagert denselben die Scaglia mit Stcnonia tuber- 
vtdata Des., auf welche 

6. endlich das Nu mmu Ii ten- Gestein mit einer Fülle von Gastcro- 
poden und Acephaleu folgt. Dasselbe bildet den Rücken des Hügels, 
auf dem das Castell steht, und bedeckt den ganzen sich nach Pomaro lo 
hinabziehenden Abhang. Am Fusse dieses Hügels wenig entfernt von 
Nomi in den Weinbergen fand ich ein ausgezeichnet erhaltenes Exemplar 
einer Krabbe. 



V. Umgebungen von Volann. 




SO. 



a. 8trasae ron Roveredo nach Volano. b. Abhang über Ilario. c. Krater Rücken parallel 

dem Etschthal. d. Zweiter Rücken, e. Abhang über Balderi. 
1. Numroulitengeslein. 2. Biancone nnd Scaglia. X Diphyakalk. 4. Schichten des Ammo- 
niten avanthicus. Posidonomyengcstein. 

Die zwischen Rover edo und Volano liegenden Höhenzüge bilden 
die Fortsetzung der jenseits Roveredo am Monte Zara bereits beschrie- 
benen und zeigen auch sehr ähnliche Verhältnisse. Die tiefsten zu beob- 
achtenden Schichten sind etwas jenseits Volano sehr rein weisse, drusige 
Dolomite mit Turbo- und Avicula kernen, welche über Castell Pietro 
in grossen Blöcken von dem senkrechten Abhang sich losgelöst haben und 
heruntergestürzt sind. Auf sie folgen die grauen Kalke, ohne dass hier, 
so wenig wie in Val Arsa, eine scharfe Grenze zu beobachten wäre. In 
den grauen Kalken findet sich unmittelbar an dem Hauptweg, welcher von 
Volano auf den Finonchio führt, eine Bank, welche ausgezeichnete 
Pflanzenabdrücke enthält. Besonders fällt unter denselben ein schöner 
Farren auf. Ich theilte dieselben Hrn. Baron v. Zigno mit, der dieselben 



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zwar solchen im Venetianischen im demselben Gestein sich findenden Arton 
für sehr ähnlich erkannte, bei der kurzen Zeit meiner Anwesenheit eine 
genauere Bestimmung jedoch nicht vorzunehmen vermochte. In unmittel- 
barer Nähe von diesen Pflanzen, die übrigens in mehreren Bänken vertheilt 
zu sein scheinen, liegt: 

Chetnniteia terebra n. sp. 

Ccromya papyracea n. sp. 

Terebraiula hexayomilis n. sp. 
Die grauen Kalke halten an bis dicht vor Volano. Hier, wo von links 
das kleine Thälchen herabkommt, liegen unmittelbar auf denselben die 
Schichten der Iihynchonella bilobata. Man kann dieselben mit ihren Ver- 
steinerungen entlang Vallunga bis gegen Iioveredo verfolgen. Sie wer- 
den unmittelbar von Kalken überlagert, deren petrographische Beschaffenheit 
z. B. bei Saffoni, auf Schichten der TerebraUda curviconcha deutet. 

Die Schichten des Ammonites arcunthicus fehlen auch nicht, sie sind 
aber meist nur undeutlich zu beobachten, da überall die Diphya-Kalke in 
ausgezeichneter Entwicklung die Abhänge einnehmen. In einem Steinbruch 
bei Volano gleich neben dem Eingang des Thälchens, an dem wir die 
Schichten der llhynchmclla bilobata zuerst trafen, fand sich neben anderen 
bereits angeführten Ammoniten des Diphyakalkes 

Anmut tri tes hybonotu$> Opp. 
und in demselben Zuge weiter südlich im Steinbruch bei Balderi gleich- 
falls mit Terebraiula diphya 

Ainntonitt's lithogruphiats Opp. 
Ganz wie bei den früher beschriebenen Probien, treffen wir auch hier auf 
eine der nordsüdlich streichenden Verwerfungsspaltcn ; es stehen nämlich 
etwas nördlich von Saffoni nach dem bei Toldi gelegenen Kücken hin, 
nochmals die Schichten der Tcrcbratula curviconcha, dann rothe Aminoniten- 
Kalke, welche die Durchschnitte zahlreicher Inflaten zeigen (Schichten des 
Ammonites ucanthicus) und hierüber Diphya-Kalk an, also ganz eine "Wie- 
derholung der vorher beobachteten Reihenfolge. Hat man sich hier, wo 
die Verhältnisse sehr deutlich sind, orientirt, so findet man sich auch bei 
Volano schnell zurecht. Daselbst gehört der vorhin erwähnte Steiubruch in 
Diphya-Kalk dem ersten Zuge an, während die unmittelbar hinter der 
Kirche anstehenden grauen Kalke reich an Encriniten und Iihynchonella 
bilobata Theile des zweiten, vorderen, mehr gegen das Etschthal gelegenen 
Zuges bilden. In dem Biancone dieses vorderen Zuges gegenüber der 
Kirche fand sich: 



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Ammonitts Asttrianus d'Orb 
Aptychus sp. 

Darüber Scaglia, letztere häufig mit Fucoideen und endlich Nummu- 
liten - Gestein. Die letztgenannten Schichten lassen sich von Volano über 
Vallunga bis nach Roveredo verfolgen. Das Numrauliten-Gestein 
tritt bei St. Ilario noch in einer einzelnen Kuppe, etwas getrennt von den 
Bergrücken aus dem Schuttland der Ebene heraus. Das diesem Abschnitt 
beigegebene Profil gibt einen Durchschnitt etwa halbwegs zwischen Rove- 
redo und Volano. 



VI. Umgegend von Borgo in Val Sugana. 




a. Brenta. b. Monte Zacon. c. Monto Armentara. d. ') Strasse von Borgo nach Sella. 

e. Alpe Vezzena. 

1. Thonschierer. 2. Porphyr. 3. t'onglomerat. 4. Sandstein und Ranchwacken. *>. Dolomit. 
6. Graue Kalke des Unterooliths. 7. Rother Ammonitenkalk. 8. 8chotter. 

In den folgenden Profilen betreten wir neue Gebiete, in denen nicht 
mehr mit derselben Sicherheit wie in den früheren, Schicht auf Schicht 
sich beobachten und bestimmte Versteinerungen für alle Horizonte sich an- 
geben lassen. Es treten uns mächtige Complexe zum Theil ganz unge- 
schichteter Kalk- und Dolomitmassen entgegen, in denen oft nur vereinzelte 
Reste von Fossilien schwache Anhaltspunkte gewähren. Das Profil, welches 
ich, aufmerksam gemacht durch die Karte des montan. Vereins, aufsuchte und 
das von demselben bereits nach dem damaligen Stand der Kenntnisse in den 
Beilagen zur Karte mitgctheilt wurde, beginnt in Val Sugana in der Nähe 
von Masi, läuft über Monte Zacon nach dem Monte Armentara, von 
hier hinab nach dem vom Moggio durchströmten Thale, macht dann einen 
Sprung, etwa eine Stunde aufwärts, bis zu dem westlichsten der Häuser, 

') Auf dem Profil fehlt aui Versehen neben dem Buchstaben d die Zahl 0. 



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welche den Namen Sella führen und steigt von hier nach der Cima Vez- 
zena hinauf. Das von Zigno im Jahrb. Reichsanst. 1851 veröffentlichte, von 
der etwas mehr östlich gelegenen Cima Dodici beginnende Profil, kann 
als eine unmittelbare südliche Fortsetzung des meinigen betrachtet werden, 
so dass beide zusammen einen Durchschnitt der ganzen tiroler und venetia- 
nischen Alpen von dem Granitstock der Cima d'Aasta, bis hinab nach 
der venetianischen Ebene gewähren. Ich komme weiter unten darauf zurück 
nachzuweisen, inwiefern meine Beobachtungen mit denen v. Zigno's über- 
einstimmen. 

Der steil aus Val Sugana aufsteigende Monte Zacon, den man am 
Besten erreicht, wenn man die Hauptstrasse bei dem alten castellartigen 
Gebäude verlässt, um die Brenta zu überschreiten, besteht aus Porphyr, 
der die Hauptmasse des Berges bildet und erst auf dessen Südseite von 
sedimentairen Schichten bedeckt wird. Letztere, die den Sattel zwischen 
Monte Zacon und dem weit höheren, südlich vorliegenden Monte Armen- 
tara einnehmen, bestehen zunächst am Contact aus einem groben Conglo- 
merat von Porphyr und Sandsteinbrocken, welches allmählig in reineren 
Sandstein übergeht und endlich zu einem ebenflächigen, feinen röthlichen 
oder gelblichen Sandstein wird. Man sieht denselben in sehr steilen, nach 
Süden einfallenden Schichten zu beiden Seiten des Wassers anstehen, wel- 
ches den westlichen Abhang des Sattels herabkommt. Auf den Schicht- 
flächen dieses Sandsteines faud sich 

Posidonotnya Ciarai Emr. 
In naher Verbindung mit demselben, ohne dass jedoch die Lagerung wegen 
der Wälder und Wiesen genau zu beobachten wäre, stehen harte, blaugraue 
Kalke an, die bei der Verwitterung gelblich werden und ein zerfressenes, 
rauhes, gewissen Schichten des Thüringer Zechsteins sehr ähnliches Ansehen 
erhalten. Sie enthalten besonders in dem östlich gegen Borgo hinab- 
laufenden Thale eine Menge Versteinerungen, unter denen ich bestimmen konnte: 

Pecten margarithac Hau. 

Mytüus sp. 

Myacites Fassaensis Wissm. 
Einzelne Blöcke eines dunkelrothen, oolitischen Gesteins sind beinahe ganz 
erfüllt mit zierlichen, kleinen Gasteropoden. Leider konnte ich ihr Lager 
nicht auffinden, doch kann es nur dem oberen Theile dieses Complexes 
angehören. Das Gehänge des Monte Armentara, das man auf steilen 
Fusspfaden , durch Gebüsch und schlüpferigen Rasen mannigfach gehindert, 
ersteigt, besteht ganz aus schichtungslosem Dolomit mit undeutlichen 
Gaster opoden- Kernen. Etwas weiter westlich scheint die oberste Parthie 



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des Kammes aus geschichtetem Gestein zu bestehen; ich konnte dieselben 
aber nicht näher untersuchen. 

Erst jenseits im Thale des Moggio unmittelbar am Wege auf dem 
linken Flussufer treffen wir wieder sichere Anhaltspunkte in steil gegen 
Süden einfallenden Ammoniten-Kalken. Sie enthalten in zum Theil aus- 
gezeichneter Erhaltung 

Ammonites polyolcus n. sp. 

Ämmonites isotypus n. sp. 

Ammonites acanthicus Opp. 

Ammonites Uhiandi Opp. 

Ammonites Strombecki Opp. 

Aptychus cf. latus Mnst. 

Inoceramus cf. giganteus Golds, sp. 

(Posidonia gigantea Goldf.) 
Der Punkt ist sehr leicht zu finden, da es der einzige ist, wo rothe 
Ammonitenkalke unmittelbar am Wege anstehen. Folgen wir dem Lauf 
des Flusses ein wenig abwärts, so treffen wir da, wo der Fluss etwa 200' 
tief unter der Strasse in einem engen felsigen Bette hinströmt, plötzlich die 
grauen Kalke von der Sega di Noriglio in merkwürdig ähnlicher Aus- 
bildung wieder Ausser den bereits bekannten Brachiopoden und Pele- 
cypoden fand ich hier auch einen Pycnodonten-Zahn. Die Schichten 
stehen ebenso steil, wie weiter oben die Ammoniten-Kalke , von denen sie 
hier sogleich überlagert werden. Gewiss sind die grauen Kalke auch an 
jenen Punkten zu finden, aber unter dem vom Armentara herabgekom- 
menen Gerolle verborgen. 

Die eben angeführten Ammoniten gehören alle dem unteren Ammoniten- 
Horizonte an, der obere scheint jedoch auch vertreten zu sein, da einzelne 
im Thal umherliegende Blöcke Ammonites geminus, Ammonites lühographicus 
und Ammonites quinquecostatus enthielten. 

Gehen wir nun zurück nach Sella, wo sich uns Gelegenheit bietet, 
auf einem Fusspfade nach der etwa 6000' hohen Cima Vezzena hinauf- 
zuklimmen. Am Fuss derselben unten im Thale steht zunächst eine kleine 
Parthie Thonschiefer an. Ueber demselben beginnen Dolomite, grau und 
weiss, zum Theil ausgezeichnet drusig, die bis nahe an den Kamm anhalten 
und eine Mächtigkeit von cc. 4000' erreichen mögen. Es findet sich nicht 
selten in denselben 

Turbo solitarius n. sp. 

Phasianeüa sp. 

Avieula exilis Stopp. 



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sonst immer dieselbe Armuth an Versteinerungen. Kurz ehe man das 
Plateau erreicht, auf dem das einsame Alpenwirthshaus steht, trifft man 
dunkle, graue Kalke mit denselben Versteinerungen, wie unten im Thal. 
Leider sind sie nicht scharf gegen die Dolomite abgegrenzt, wie wir schon 
bei Volano aahen. Es folgen ziemlich horizontal gelagert, mit einer ganz 
schwachen Neigung gegen Süden Ammoniten -Kalke und Biancone. 

Wir haben also an diesem, an der östlichen Grenze Tirols gelegenen 
Punkte in dem oberen Theile des Profiles dieselbe Aufeinanderfolge der 
Schichten wie bei Roveredo gefunden. Die Dolomite bleiben aber auch 
hier noch eine ungegliederte, nach oben ungenügend begrenzte Masse. Dafür 
Hess ihre untere Grenze durch die Schichten mit Posidonomya Ciarai sich 
feststellen. 

VII. Die Umgebungen von Pieve di Bono in Iudicarien. 




a. Prezzo. b. Yal Bona. f. Colognola. 
i. Congloroerat (Verracano). „». Sandstein (8ervino). 3. Kalke mit Spiriferina Mentzdii. 

\. Halobienscbicbtcn. f>. Dolomit und Kalk. 

Etwa in der Mitte von Val Bona, dem westlichsten der Thäler, welche 
Südtirol von Nord nach Süd durchziehen, mündet das aus den westlichen 
lombardischen Grenzgebirgen hcrabkommende Daonethal. Wir versetzen uns 
gleich in dasselbe hinein, etwa eine Viertelstunde hinter das Dorf Daonc, 
wo wir bei der Brücke auf Conglomerate, aus rundlichen Quarz- und Por- 
phyrfragmenten bestehend stossen, die in der Nähe der Mühle anstehen und 
vielfach in Blöcken umherliegen. Ucberschreitcn wir den Bach und wenden 
nns dann von der Mühle an thalabwärts, so sehen wir auf dem rechten 
Ufer, auf dem wir nun bleiben, die Conglomerate feiner werden und all- 
mählig in einen homogenen, meist intensiv rothen, seltener grünen und grauen 
Sandstein übergehen, der in regelmässiger Schichtung nach Osten einfällt. 
Derselbe ist sehr reich an Glimmer, der vermöge seiner, der Schichtung 
parallelen Anordnung, Ursache einer sehr vollkommenen Spaltbarkeit des 
Gesteins wird. Längere Zeit führt der Weg auf diesem Sandstein hin, bis 
man denselben tief unten im Flussbett, unterhalb Daone verschwinden sieht. 
Gegen Oben stellen sich nach und nach hellere Schichten ein, der Kalk- 
gehalt, anfangs nur unbedeutend, nimmt zu, die Schichten werden dicker und 



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■ 



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weniger ebenflächig, bis man endlich, in dem kleinen Thal, oder besser 
Riss, der rechts herabkommt, ehe man Prezzo erreicht, rauchwackenartige 
Gesteine, grau, gelb bestaubt, porös, in dicken Bänken mit dolomitischen 
Sandsteinen wechselnd, antrifft. Man bleibt in diesen Gesteinen bis dicht 
vor Prezzo, wo Wiesen und Gärten für eine kurze Strecke das Gestein 
bedecken. Im Orte selbst stehen unmittelbar an der Kirche dunkle, aussen 
leberbraune, sehr homogene dicke Schiefer und Kalke an, stark gegen Osten 
einschiessend, in denen ich theils an der Kirche, theils unten am Bach 
Orthoceras »p. 

Ceraiües eitryomphalus n. sp. 
Ammonites Aon Mnst. 
Ammonites sp. (globose). 
Halobia Lotmneli Wissm. 
Fosidonontga Wengensis "Wissm. 
Pflanzenreste 

sammelte. Helle versteinerungsleere Kalke bilden gegen das Thal den Schluss. 

Wie schon erwähnt, steht Daone auf Sandsteinen, welche die unmittel- 
bare Fortsetzung derjenigen am rechten Ufer bilden und wie jene von 
Rauchwacken überlagert werden. Auf diese folgen ähnliche dunkle Gesteine, 
wie diejenigen von Prezzo, allein die Bänke sind dicker, die Ablösungen 
auffallend uneben und höckerig, die Farbe mehr ins Graue spielend, was 
theilweise von häufig eingesprengten Glimmerblättchen herrührt. Feuerstein 
in Knauern ist nicht selten. Aus einem Steinbruch unmittelbar an der 
Strasse von Daone nach Pieve stammen: 

Spiriferina Menteelii Dnkr. 

Terebratula cf. vulgaris Schi. sp. 

Encrinus lüiifonms Schi. 

Pflanzenreste. 

Die Halobiaschic Ilten folgen in regelmässiger Ueberlagerung unterhalb 
Formio gegen Val Bona hin, die oben genannten Versteinerungen führend 
und correspondirend mit denen von Prezzo. 

Jenseits Pieve auf dem gegenüberliegenden Thalgehänge von Val 
Bona, wo der Weg nach Colognola sich von der Hauptstrasse abzweigt, 
stehen nochmals die Schichten mit Encriiws lilüformis au und zwar in ziem- 
lich horizontaler Lagerung. Es setzt also durch Väl Bona ein Bruch hin- 
durch, der die Encriniten-Schichten auf dem linken Ufer emporhob und 
in gleiche Höhe mit den hellen Kalken unter Prezzo warf. Die Halobia- 
Schichten sah ich bei Colognola nicht, doch hegen sie sicher unter der 
Rasendecke des kleinen Plateaus, was sieh unmittelbar hinter dem Orte am 

3 



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Gehänge hinzieht. Ich suchte hier nicht lange nach denselben, da ich meinen 
Zweck, die Trennung der Halobion- und Encriniten-Gesteine zu beob- 
achten, auf dem anderen Ufer bereits erreicht hatte und meine Zeit ge- 
messen war. 

Ich überschritt von Colognola aus den Gebirgsrücken nach Tierno 
in Val di Ledro, in der Hoffnung, in den gewaltigen, hier lagernden 
Dolomit- und Kalkmassen Versteinerungen zu finden. Ausser undeutlichen 
Bivalven, welche einzelne nicht sehr hoch über Colognola an dem 
grossen Bretterhause umherliegende Blöcke erfüllen, kam mir jedoch nichts 
vor. Es Hess sich nicht einmal entscheiden, ob dio Schichton, denen diese 
Blöcke entstammen, hier anstehen, oder von höher herunter gekommen sind. 
Der ganze Abhang bis hinauf zur Passhöhe ist mit mächtigen Schutthalden 
von Dolomit- und Kalkgeröllen bedeckt, die allmählig im Frühjahr weiter 
in das Thal hinabrücken. Erst jenseits über Tierno findet man eine 
isolirte Scholle rothen Kalkes, die aber weiter keinen Aufschluss gewahrt. 
(8. die Karte des Mont. Ver.) 

Wir haben also von unten nach oben folgende Gesteine gefunden: 

1. Konglomerate. 

2. Glimmerige, meist rothe Sandsteine c. 1000'. 

3. Rauchwacken 300'. 

4. Knollige, dickplattige Kalke mit Spiriferina Mcnteelu, wenig mächtig. 

5. Homogene Schiefer und Kalke mit Hidobia Lonmelii und Amno- 
nites Aon. 

6. Dolomit. 

Als Fundort für Fossilien aus dem Dolomit ist mehrfach in der Litte- 
ratur 1 ) Storo, einige Stunden südlich von Pieve, citirt, und da die dortigen 
Dolomite eine unmittelbare Fortsetzung der über Colognola anstehenden 
sind, wandte ich mich zunächst nach diesem Punkt, um Aufschluss über den 
Dolomit, diese Sphinx der Alpengeologie, zu suchen. Profile, ähnlich dem 
oben mitgetheilten, lassen sich hier freilich nicht verfolgen, ich werde aber 
späterhin nachweisen, dass die aufgefundenen Versteinerungen uns hinreichend 
sichere Anhaltspunkte gewähren, um auf Analogie mit anderen Gegenden 
hin Schlüsse über das Alter dieser Dolomite zu ziehen. 

VIII. Die Gegend zwischen Storo und dem Garda-See. 

Die von der Linie Riva-Storo südlich gelegene Gebirgspartbie dürfte 
eine der interessantesten für das südliche Tirol werden und später eine 

') Hauer, Erläuterungen. Jahrbuch der geol. Reichsanst. 1858. p. 479. 
Btoppani, Petrefications d'Esino p. 146. 



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schrittweise Aufnahme unumgänglich nöthig sein, weil diese Gegend mannig- 
fache Analogien mit der Lombardei bietet und daher das Bindeglied für 
kartographische Aufnahmen beider Länder bilden wird. Ich kann hier nur 
einzelne Andeutungen geben, da eine eingehende Untersuchung in diesen 
einsamen und schwer zugänglichen Gebirgen die Kräfte und Mittel des 
Einzelnen nur zu schnell übersteigt. 

Tritt man bei Storo aus dem Val Ampola in das breite Chicsa« 
Thal hinaus, so fallt der landschaftliche Unterschied der beiden Thalseiten 
sehr in die Augen. In sanft gerundeten Formen mit Gebüsch bis oben hin 
bedeckt, ziehen sich die Gebirge drüben bis zum höchsten Kamine hinauf, 
während diesseits über einer steilen Schutthalde senkrecht über 1000' hohe 
prallige Wände in die Höhe steigen, oben mit kahlen Plateaus gekrönt. 
Dort haben wir ein Sandstein- und Porphyr-, hier ein Dolomitgebirge vor 
uns. Was diese Dolomite und Kalke so ungemein interessant macht, ist ihr 
grosser Reichthum an Versteinerungen. Ich sammelte zu beiden Seiten der 
Mündung von Val Ampola: 

Turbo solitariits n. sp. 

Natica incerta n. sp. 

Cardita cf. multiradiata Emmr. sp. 

Megalodus triqueter Wulf sp. 

Dicerocardium Jatti Stopp. 

Modiola pupa Stopp. 

(rerviUia cf. praecursor Qu. 

Avicula exilis Stopp. 

? Gastrochaena sp. 

Ausserdem mancherlei andere Dinge, deren genaue Bestimmung ich erst bei 
reicherem Material aus* lombardischen Lokalitäten vornehmen möchte. 

Die meisten dieser Versteinerungen fällen für sich ganze Bänke und 
bilden dann wahre Lumchellen. Megalodus triqueter scheint am häufigsten 
gegen oben fortzusetzen, wenigstens sah ich am Fort noch einzelne Blöcke 
ganz erfüllt mit demselben, während andere Fossilien hier fehlen. 

Dolomite und dolomitische Kalke halten an bis zum See, der durch 
Val Ampola abfliesst. Hinter demselben werden die Gesteine anders. 
Einzelne Bänke harter, splitteriger, schwarzer Kalke mit unbestimmbaren 
Versteinerungen schieben sich zwischen helle, dolomitische, sehr dünnschich- 
tige, kurze Kalke, so dass das Gestein dem von Val Ampola sehr unähnlich 
wird. Solche dunkle Schichten stehen an gegenüber der Kirche St. Lucia 
und aus den kurzen Kalken besteht zum Theil der schroffe Gipfel «des S. 
Martino. Zwischen Tierno di Sotto und Bezeca unmittelbar an der 

3* 



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36 

Strasse liegen ein bis mehrere Fuss mächtige Bänke sehr wohl geschichteten 
grauen Kalkes, den man weiterhin zu beiden Seiten des Val dei Conzei 
häufig anstehen sieht und in welchem bei Lenzumo einige Steinbrüche 
eröffnet sind, in welchen sich ein verkiester Animonit, sowie öfter Höhlungen 
im Gestein, welche von herausgefallenen Belemniten herzurühren schei- 
nen, fanden. Dicht bei Pieve traf ich in einem grauen, ähnlichen Kalke 
eine Menge sehr grosser Austern und andere unbestimmbare Versteine- 
rungen. Ob dieselben dem gleichen Niveau wie die Ammonitenkalke an- 
gehören, liess sich jedoch nicht entscheiden. Da es nicht ausführbar war, 
vom Lago di Ledro direkt in südlicher Richtung etwa nach Tremosine 
am Lago di Garda auf Piemontesisehes Gebiet zu gelangen, so begab ich 
mich nach Riva, ging von hier der Passschwierigkeiten wegen zu Wasser 
nach Tremosine und wandte mich thalaufwärts nach S. Michele. 

Helle Kalke, wohl der schon oben beschriebenen Scaglia im Alter 
gleichstehend, bilden die Ufer des Sees und halten noch einige Zeit land- 
einwärts an. Unter ihnen liegen, hinter Serinerio, graue geschichtete 
Kalke und gegen S. Michele hin deuten bereits zahlreiche Blöcke mit 
Megulodus triquetcr und Gasteropoden an, dasa man sich dem Dolomit 
nähert. Welches der beiden Thäler, die bei S. Michele zusammentreffen, 
man auch hinaufsteigt, immer findet man den unteren Theil der hohen Ge- 
birge, die von Monte Berlinghera bis nach Cima Tavalö den Gesichts- 
kreis begrenzen, aus Dolomiten gebildet, die in ihrer petrographischen Be- 
schaffenheit und ihren organischen Einschlüssen ganz mit jenen von Val 
Ampola übereinstimmen, mit denen sie auch jedenfalls zusammenhängen. 
Auffallend mit den unteren Gehängen der Berge kontrastirt der obere Theil, 
indem derselbe aus Schichten gebildet wird, deren Durchschnitte wie eine 
Reihe übereinandergelegrer Blätter sich horizontal - längs der Kammlinie 
hinziehen. Aus den Kalken, die diese oberen Schichten bilden, schlug ich 
heraus: 

TcrchralulH Schaf häuteli Stopp. 

Terebratula prunifornns Süss. 

Mytilus minutns Gold f. 

Rhabdcq)hylli(t? clathruta Emmr. sp. 
Leider reichte meine Zeit nicht aus, einen der Gipfel zu erklimmen; 
ich zweifle nicht, dass man dort auch noch die grauen Ammoniten- Kalke 
aus den Val dei Conzei finden wird, die eben genannten Schichten über- 
lagernd. 

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Deutung der Profile. 



In den soeben mitgetheilten Profilen sind diejenigen Schichten beschrieben 
worden, welche die Hauptmasse der Gebirge de* südlichen Theiles von Süd- 
Tirol zusammensetzen. Ks ist nun der Versuch zu machen, dieselben nach 
dem üblichen Systeme zu benennen und die weitere Verbreitung anzugeben, 
soweit die Beobachtungen reichen. Oerade in den Südalpen stellen sich aber 
hier die grössten Schwierigkeiten entgegen, indem nicht nur über die vertikale 
Ausdehnung, die dem einen oder anderen Komplexe zu geben ist, sehr 
verschiedene Ansichten geltend gemacht wurden, sondern auch über die 
gegenseitige Ueber- oder Unterlagerung ganzer gewaltiger Massen von 
mehreren tausend Fuss Mächtigkeit die entgegengesetztesten Meinungen noch 
heute einander gegenüber stehen. 

Südtirol liegt nämlich an dor Orenzo jener Beobachtungsgebiete, auf 
denen deutsche und italienische Oeognosten zu so verschiedenen Resultaten 
gelangten. Hier ganz besonders handelt es sich darum , scharf zu unter- 
suchen , welche Aulfassung der Natur entspricht und soweit dies möglich ist, 
die abweichenden Ansichten, wenn sie einfach Unrichtig sich erweisen, zu 
beseitigen, oder aber — und dies ist sehr häufig der Fall — wenn ihnen 
nur Missverstündnisse zu Grunde liegen , unter einander in Uebereinstimmung 
zu setzen. 

Die Schwierigkeit geologischer Untersuchungen hat in den Alpen ihren 
Hauptgrund in dem häufig so ungemein schnellen Wechsel der petro- 
graphischen Beschaffenheit der Schichten und der zoologischen Facies. Kalke 
und Dolomite, Schiefer und Sandsteine liegen oft in kurzen Entfernungen in 
demselben Niveau, Brachiopodenfaunen wechseln mit Cephalopodenfaunen und 
diese wieder machen wahren Lumachellen von Gastropoden und Pelecypoden 
Platz. Was an einem Punkt nur wenig mächtig ist, schwillt am nächsten 
zu ganzen Gebirgszügen auf. Nur einzeln und zuweilen sehr versteckt, 
ziehen sich. Bändern vergleichbar, das Gleichartigere zusammenfassend, da« 
Ungleichartigere trennend, gewisse Horizonte durch die ganze Masse hin, 
und machen es einer eingehenden Untersuchimg möglich, das gewaltige 



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38 



Chaos zu sondern und das Abweichende lokaler Entwicklung in Zusammen- 
hang zu bringen mit dem allgemein Gültigen. 

Dem Geognostcn, dem nur die Untersuchung eines kleinen Theils der 
Alpon oblag, musstc natürlich das in seinem Gebiet auffallend Entwickelte 
am wichtigsten erscheinen und er konnte nicht umhin, es mit einem lokalen 
Namen zu belegen , mittelst dessen er sich nur zunächst einmal verständlich 
machen konnte, ohne mit der Nennung des Namens zugleich auch eine 
bestimmte Ansicht über das Alter seiner Schichten, oder dio Beziehung 
derselben zu anderen auszusprechen. Da die Alpen von sehr verschiedenen 
Seiten her zugleich in Angriff genommen wurden, häuften sich solche zusammen- 
hangslos nebeneinander stehende lokale Bezeichnungen in einer bedenklichen 
Weise und erschwerten das Verständniss ungemein, so dass das Bedürfniss 
des Zusammenziehens und Vergleichens sich sehr fühlbar machte. Man über- 
trug nun den, gewissen lokal sehr ausgezeichnet entwickelten Schichten, 
gegebenen Namen auf andere entfernt davon auftretende Schichten. Es 
konnte nicht fehlen, dass solche Parallelen zum Theile sehr schief aus- 
fielen , indem der an einem Punkte mit einem Lokalnamen belegte Komplex 
durchaus nicht immer dieselbe vertikale Ausdehnung hatte, wie jener, auf 
den man ihn übertrug, doch aber fortan beide Schichtenreihen als gleich- 
werthig und in demselben Zeitabschnitte gebildet angesehen wurden. Traf 
es sich nun gar noch, dass für ein drittes Ycrkommniss bald der eine, 
bald der andere joner anfänglichen Lokalnamen gleichwerthig angewendet 
wurde, so musste begreiflicher Weise eine kaum zu lösende Verwirrung 
entstehen. Nicht wenig hinderte auch der Umstand, dass so verschiedene 
Nationen an der Untersuchung der Alpen sich betheiligten und dass die 
Verschiedenheit der Sprache, wenigstens denen, welche die Untersuchung 
alpiner Verhältnisse nicht gerade zu ihrer Lebensaufgabe gemacht hatten, 
ein wesentliches Hinderniss bereitete. 

Dass solche Verwechslungsprozesse, wie deren einer eben angedeutet 
wurde, sich in der That vollzogen haben, hatte ich in der Lombardei Ge- 
legenheit zu sehen, wohin ich mich zur Ergänzung einiger Lücken in der 
Keihc der Tiroler Schichten und überhaupt um Anknüpfungspunkte zu 
gewinnen, wandte. Ich werde unten ausführlicher davon zu reden haben. 

Um den Missverständnissen , hervorgerufen durch lokal cigenthümliche 
Entwicklung, möglichst zu entgehen , scheint es geboten , auf die weit 
verbreiteten Horizonte und deren Festhaltung auch da, wo sie in einer für 
den ganzen Bau des Landes vielleicht nur untergeordnet erscheinenden Be- 
deutung auftreten, besonderes Gewicht zu legen und sie vor allem als leitend 
festzuhalten. Innerhalb derselben müssen dann freilich Lokalnamen in An- 



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39 



wendung gebracht werden, dieselben sind aber als augenblicklicher Noth- 
behelf nicht schädlich, wenn nur jene allgemeinen Horizonte erst feststehen. 
Mit der Zeit werden auch sie fallen. 

Um nun die in Tirol beobachteten Schichten einer weiteren Betrachtung 
zu unterziehen, werfe ich zuvor einen Blick auf die Litteratur über alpine 
Gebiete und hebe aus derselben das heraus, was mir für den Zweck der 
Klassifikation am geeignetsten zu sein scheint. 

Ganz besonders in der Lombardei wird sich dann zeigen, dass die 
grossen Unterschiede, welche die von italienischen Geologen gewonnenen 
Resultate gegenüber denen deutscher Forscher zeigen, vorwaltend schein- 
bare sind , und dass die dortigen Gebirge , weit entfernt davon , nach 
anderen Gesetzen aufgebaut zu sein , als die übrigen Alpen , nur in manchen, 
auf deutscher Seite einförmiger ausgebildeten Schichtenreihen eine sehr 
reiche Entwicklung zeigen, und so eine wesentliche Erweiterung unserer An- 
schauungen über alpine Bildungen überhaupt zu liefern bestimmt scheinen. 

I. Steinkohlen Tor mation. 

Die tiefsten Sedimentbildungen, denen wir in unseren Profilen begeg- 
nen, sind (wenn wir von allen sogenannten metamorphischen Schiefern, 
deren Entstehung ja trotz aller geistreicher Theorien noch ein Räthsel ist, 
absehen), die Thonschiefer bei So IIa. 

Man kennt dieselben auch an manchen anderen Punkten Tirols, der 
Lombardei und Veuetiens. Ausser undeutlichen Pflanzenresten fand man in 
ihnen noch keine Fossilien, war also bei ihrer Altersbestimmung auf die 
Lagerung und etwaige Analogien angewiesen. Da sich nun südlich der Alpen 
in den Monti Pisani und auf Sardinien') Thonschiefer mit unzweifel- 
haften Steinkohlenpflan/.en fanden, stellte man auch diese Schichten, wenig- 
stens theilweise, in die Steinkühlenformation. 

Verbreitung. Im Westen treten Thonschiefer am östlichen Abhang 
der gewaltigen nordsüdlich ziehenden Kette kristallinischer und kryptogener 
Gesteine , welche im Monte A d a m e 1 1 o ihren Gipfel erreicht , an mehreren 
Punkten auf, und bilden einzelne lang gezogene Fotzen, die in der Tiefe 
wohl zusammenhängen mögen. So von Roncono*) in Iudicarien in 
nordöstlicher Richtung bis gegen Pelugo in Val di Rendena. Bei Villa 



') La Mannora Voyage en Sardaigne. Turin 1857. Vgl. auch Hauer, Erläuterungen etc. 
Jahrb. d. Reichsanst. IX. 18f>8. p. 45r>. 

*) Vgl. die Karte de« Montan. Vereins. 



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40 



liegen sie auf Glimmerschiefer und schiessen am gegenüberliegenden Thal- 
gehänge unter die Sandsteine der untern Trias ein- Die Lagerung ist eine 
ganz normale, wie im übrigen Südtirol, was wohl zur Bestätigung der 
Hauer'schen ') Ansicht dient, dass in der Lombardei, wo Thonschiefer unter 
den Glimmerschiefer des Veltlin einfallen und auf Gesteinen der unteren 
Trias aufzuliegen scheinen , nicht die ursprüngliche Lagerung statt hat. — 

Die Schiefer bei V i 1 1 a haben eine dunkelgraue bis schwarze Farbe 
und zerfallen an der Luft in griffeiförmige Stücke. Weiter nördlich und 
östlich treten dieselben Gesteine in Berührung mit dem Porphyrplateau von 
Bötzen und bilden vielfach die Unterlage jüngerer Sedimentairgebilde. *) 
Bei Trient treffen wir sie am Südende des Porphyrplateau's, wo sie zu- 
nächst südlich der Stadt bei Pavo eine Insel in jüngeren Schichten bilden, 
und dann von Civezzano an, zu beiden Seiten des Lago di Caldo- 
nazzo in zusammenhängendem Zuge am Nordgehänge von Val Sugana 
über Borgo, Strigno, die Cima d'Asta südlich umsäumend, nachCanal 
di Sotto im Venetianischen hinüber ziehen, überall die Grenze zwischen 
krystallinischen und kryptogenen Gesteinen einerseits und den jüngeren 
Schichten andererseits bildend. Die einzelnen, südlich dieser Hauptgränz- 
linio auftretenden Parthien verdanken ihre Hebung wohl lokalen Einflüssen, 
so die im Profil VI erwähnte Scholle bei Sella. Durch das in die Höhe- 
Treiben des Porphyrkeiles, der den Monte Zacon bildet, in starrem Zu- 
stande zur Zeit der letzten Hebung der Alpen, noch südlich des Haupt- 
hebungsgebietes der nächsten Centralmassen, wurde die vorderste den Monte 
Armentara bildende Scholle der Dolomite und Kalke abgesprengt und 
steil aufgerichtet neben die mehr im Zusammenhang gebliebene Masse der 
Cima Vezzena, Cima Dodici u. s. w. gestellt. In der tiefen Ver- 
werfungsspalte, in der der Moggio hinströmt, gelangte dann der Thon- 
schiefer zur Entblössung. 

Bei Rccoaro, wo in sehr auffallender Weise die ganzen jüngeren 
Gebilde bis auf den Glimmerschiefer hinab blos gelegt sind, fehlt der Thon- 
schiefer, oder bildet zum Mindesten keinem so bestimmt abgegrenzten 
Komplex wie weiter nördlich. 3 ) 

In diesen Thonschiefern liegen in Südtirol mancherlei , leider aber für 
einen schwunghaften Betrieb unzureichenden Erzvorkommnisse. 4 ) 

') Hauer 1. c. p. j "->">. 

? ) Richthofen, Beschreibung der Umgegend v. Preduzzo. 

Pichler. Zur Oetzthaler Masse. Beitr. zur üeogn. Tirols. IV. Folge. 
^) fichauroth. 8itzung*b. "Wien. Akad. 1H.'>;». p. 48ft. 

•) Vgl. die Angaben der Mont. Karte u. die Erläuterungen dazu. p. 2? m<\. 



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II. Trias. 

Ueber den Thonschiefem kennt man mit Sicherheit in dem mittleren 
Theile der Südalpen keine älteren Schichten, als triadischc, wir wenden 
uns daher sogleich zu diesen. 

A. Untere Trias. 

Ich betrachte der Reihe nach einige der zuverlässigsten Angaben iiher 
untere Trias und füge derselben die aus den Profilen und einigon anderen 
Beobachtungen sich ergebenden Resultate bei. 

Curioni in der Lombardei. Die ersten genauen Mittheilungen über 
untere lombardische Trias verdanken wir Curioni in Mailand, dessen 
Angaben später kaum einer Acnderung bedurft haben und die Grundlage 
aller weiteren Untersuchungen bildeten. Er unterschied im Thal von Pezzase 
in der östlichen Lombardei entlang dem Gandi nabachc 

1. Kieselglimmerschiefer mit Lagern von Spatheisonstein. 

2. Rother Sandstein, massig aus Thonschlamm mit Kiesel und Porphyr- 
stücken bestehend. Organische Reste fehlen, nur einzelne, astforniig ver- 
zweigte Massen deuten auf Pflanzen. Diesen Sandstein trennt Curioni 
von den denselben überlagernden Schichten, mit denen S tu der und Escher 
ihn noch zusammen fassten. Eine genaue Altersbestimmung ist nicht möglich. 

3. Sandige und thonige Schiefer; die oberen Parthieen des rothen 
Sandsteines werden immer feiner und gehen allraählig in einen thonigen 
Schiefer über. Die ersten bestimmt schiefrigen Bänke enthalten noch Sand 
und kleine Glimmerblättchen und einen eisenreichen Thon. Dann verschwindet 
die rothe Farbe und der Kalkgehalt nimmt zu. Es folgt ein Wechsel san- 
diger, mergliger Kalke und Thone mit Einlagerungen von Spatheisenstein. 
Ueber den Erzen wechseln wieder rothe und grüne Schiefer und in diesen 
kommen die ersten deutlichen Versteinerungen vor: 

Myacites Fassaensis Wissm. 
Avicula Venetiaua Hau. 

4. Rauchwacken, weiss, in's gelbliche, beim Verwittern stets gelb. 

5. Gyp8mergel. 



') Jahrb. geol. Reichsaiist. \S'n'r>. VI. p. *8?. 
Sodann: Curioni. G.Sulla successione normale dei diver-i mombri del terreno triasico 
nella Lombardia 1855. Oiorn. d. J. R. Ist. Lomb. Nuov. Ser. Fa«c. 39—41. p. 20i — ->3T. 

Ders. Appendico alla memoria «ulla succe?«ione norm. rtc. lM.'»8. Mem. d. J. R. 
IM. Lomb. Vol. VII. Kmc. 3. 



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42 



6. Schwarze Kalke der Monti di Pesoro (Muschelkalk). Diese Kalke 
sind deutlicher bei Goveno am Lago d' Isoo entwickelt; sie sind daselbst 
schwarz und von Spathadern durchzogen; nach und nach tritt eine feinere 
Schichtung ein, mit feinen thonigen Zwischenlagen. Mit diesen im Wechsel 
dickere Bänke. Es fanden sich: Encrinus Uliiformis, Nautilus, gerippte 
Ceratiten, Spuren eingerollter Schalen, welche an globosc Ammoniten erin- 
nern. (Talle di Pezzase.)') 

Wir sehen also eine untere, vorwaltend sandige und konglomeratführende, 
fossilfreie Abtheilung (2), eine mittlere, schon mehr kalkige und merglige 
mit Myacites Fassaensis mit Rauchwaoken und Gypsen schliessende (3. 4. 5.) 
und eine obere, mehr kalkige (G) mit einer gemischten Fauna, denn Tere- 
bratula vulgaris und Encrinus Uliiformis deuten, wie wir weiter unten sehen 
werden, auf ein tieferes Niveau als die andern Sachen. 

Nicht unerwähnt darf ich hier die rastlosen Bemühungen Ragazzonia 
in Brescia um die Geologie der lombardischen Alpen lassen, als deren 
Resultat eine im grossen Maassstabe ausgeführte geologische Karte der Pro- 
vinz Brescia vorliegt, die leider noch nicht veröffentlicht wurde. Ragaz- 
zoni kennt die Brescianer Alpen von allen lombardischen Geologen am 
genauesten und stellt seine reichen Erfalirungen in uneigennützigster Weise 
jedem Besucher jener Gegenden zu Gebote. In Beziehung auf dio untere Trias 
stimmen die Ergebnisse seiner Untersuchungen mit denen Curioni's überein. 

Hauer in den Nordost- Alpen. Den Ausgangspunkt aller spätem 
Eintheilungen alpiner Sedimentairgebilde von deutscher Seite bildet Hauer's 
Abhandlung über die Gliederung der Trias-, Lias- und Jura - Bildungen in 
don nordöstlichsten Alpen. 8 ) Wenigstens für die Trias wird diese Abhandlung 
auch für immer die Grundlage aller weiteren Forschungen bleiben. 

Hauer unterschied als untere Trias ein System rother und grauer Sand- 
steine, nur an einzelnen Punkten Konglomerate, die nach oben mit schwarzen 
und dunkelgrauen, dünngeschichteten, von einem Netzwerk weisser Kalkspath- 
adern durchzogener Kalke wechsollagcrn und schliesslich von diesem ganz 
verdrängt werden. Die Sandsteine enthalten neben anderen Versteinerungen 
besonders : 

Ccratitcs Cassianus Qu. 
Turbo rectecostatus Hau. 
Naticella costata Münst. 



') Siehe auch Escher's Profil. Escher geol. Bemerkungen über Vorarlberg p. 98. Die 
Schichten 1 — 19 gehören hierher. 

') Hauer. Jahrb. Rcichsanst. IV. 1853 p. 715. 



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43 



Mit einem bereits von Li 11. v. Lilienbach gebrauchten Namen nannte 
Hauer diese Schichten Werfen er 8chiefer. Die Kalke sind im Allge- 
meinen arm an Versteinerungen, es fand sich aber in gelben, denselben 
zugehörigen Rauchwackcn ebenfalls 
Ceratites Cassianus Qu. 
Natia-Ua costata Münst. 
Hauer nannte diese Kalke mit einem auch bereits früher benutzten Namen, 
G-uttensteiner Kalke und wies sie gemeinsam mit den Werfener 
Schiefern, von denen sie wühl petrugraphisch , nicht aber paläontologisch 
geschieden sind, der untern Trias zu. Die innige Verbindung beider Schichten- 
gruppen läast ein Zusammenfassen beider in eine grössere Abtheilung noth- 
wendig erscheinen. 

Diesen Kalken schliessen sich unmittelbar an etwas dicksebieferige, 
graue Kalksteine, in denen Kudernatsch Monotis salinaria Br. fand. Es 
sind denselben wahrscheinlich gleich zu stellen die sogenannten Reiflingor 
Kalke, durch das Vorkommen eines Ichthyosaurus ausgezeichnet. 

Das nächste Glied, die Hallstätter Kalke, gehört nach Hauer 
unbedingt einer gesonderten, höheren Etage an und eröffnet seine obere Trias. 

Wir haben also folgende Glieder: 

1. Sandsteine, unten versteinerungsleer, 

2. Kalke 

bei der Berührung mit den Sandsteinen wechscllagernd und die gleichen 
Versteinerungen führend. 

Hauer in der Lombardei. Bei der späteren Uebersichtsaufnahme 
der Lombardei 'J fand Hauer, wie das Curioni's Untersuchungen schon 
vennuthen liessen, die in den Nordalpen gewonnene Auffassung auch in den 
Südalpen auf das vollständigste bestätigt. Es ergab sich, dass die von 
italienischen Geologen seit längerer Zeit nach der Verruca Schanze in 
den Monti Pisani Verrucano benannten Konglomerate und die feine- 
ren, aus denselben sich entwickelnden schiefrigen, sehr glimmerreichen 
Sandsteine (in den Berga in asker Bergen als Scrvino bekannt) als ein 
Aequivalent des nordalpiuen Werfener Schiefers zu betrachten seien. 
Nicht nur die petrographischo Beschaffenheit, auch die an einzelnen Punkten 
sich findenden zahlreichen Fossilien beweisen dies unzweideutig. Auffallend 
bücb nur die sehr mächtige Entwicklung von Konglomeraten, die in den 



') Erläuterungen zu einer geologischen Uebersirhtakarte der Schichtgebirge der Lom- 
bardei Jahrb. der Reichaanstalt. IX. p. 445 nebst Karte. 



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44 



Nordalpen meist nur »ehr untergeordnet auftreten. Trotzdem, dass an der 
Verruca Schanze ganz gleiche Konglomerate mit Schiefern wechseln 
sollen'), die Steinkohlenpflanzen führen, also diese Konglomerate von dem- 
seihen Alter wie die Schiefer sein müssten, hielt Hauer einen solchen auf 
Analogie gestützten Beweis nicht für gewichtig genug, um auch in der Lom- 
bardei den untern Theil der Konglomerate in die Steinkohlenformation zu 
setzen, wie dies italienische Geologen thaten. 

Einzelne Lagen des feinen gliinmerigen Sandsteins wechseln noch nach 
unten mit den Konglomeraten, während nach oben in den Sandsteinen kalkige, 
dolomitische Bänke auftreten. Diese Kalke werden schliesslich ganz herr- 
schend und sind an einzelnen Tunkten besonders ausgezeichnet durch das 
Vorkommen gewisser l'etrefakten. die den Sandsteinen und denen mit den- 
selben wechselnden kalkigen Schichten noch ganz fremd zu sein scheinen. 
Solche rauchgraue, thcils knollige, theils plattige, häufig glimmerige Kalke 
stehen sehr ausgezeichnet im Val Trompia bei Marcheno an. Aus den- 
selben führte bereits Escher an*): 

Spirifcr fragilis Bu. 

Knvrinites liliiformis Schi. 

Terebratula Mentzelii Buch. 

Terebratula vulgaris Schi. 

Terebratula trigotulla Schi. 

Pnten laevigutm Schi. 

Lima striata Schi. 

Etwas nördlich von Hreno traf Hauer die Muschelkalkpetrefakten 
nochmals'). 

Diese organischen Beste deuten bestimmt auf ein höheres Niveau hin 
als Naticrlta costata, Mijavitrs Fassaensis , J'ecten Fucksii , wesshalb auch 
Hauer die sie beherbergenden Schichten von den Sandsteinen trennte. 

Wie in den Nordalpen ergaben sich also auch hier zwei Glieder, ein 
unteres sandiges und ein obiges kalkiges. Beide wechsellagern an der Grenze, 
allein die oberen rein kalkigen Schichten xind im Gegensatz zu denen, den 
T T ebergang nach den Sandsteinen bildenden und den Sandsteinen selbst durch 
eine ausgezeichnete Brachiopodenfauna bestimmt bezeichnet, die wir in 
der Gliederung der Nordalpen noch vermissten. 

') 8avi et Meneghini, Coiuidmtaioiii. ^uIIh geologia th-ll« Tincuna. p. |o. tiO. 107. -I<>. 

Meneghini. Nuovi fos*ili TVcani ]>. Ii. 
f ) Escher. Geol. Bern. üb. Vorarlberg, p. lo*. 
v l Hauer. Erläuterungen |>. iC'.f». 



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45 



Auf diese Schichten folgen bei Marcheno dünnplattige Kalke mitffa- 
lot/ia Lommdi, die aber petrographisch von den unten liegenden schwer zu 
trennen sind, wesshalb sie denn auch von den Landeageologen mit denselben 
häutig in eine Gruppe gefasst wurden. 

Stoppani in der Lombardei. Theils diese, noch mehr aber die 
von Hauer über die obere Trias ausgesprochenen Ansichten, riefen einen 
sehr lebhaften Widerspruch von Seiten StoppanTs hervor. Derselbe hatte 
schon früher vorläufige Ergebnisse seiner Untersuchungen in den lombar- 
dischen Alpen') mitgetheilt, aber dann später Gelegenheit zu mancherlei 
Berichtigungen seiner eignen Angaben gefunden, die er in einem Aufsatze, 
betitelt: Rivista geologiea della Lombardia in rapporto eolla carta geo- 
logica di questo paese publicata dal cavaliere Y. de Hauer*), in Ver- 
bindung mit einer Kritik der Haucr'schen Angaben veröffentlicht. Der Auf- 
satz, meist polemischer Natur, ist wiehtig für diese unteren Abtheilungen, 
über die Stoppani in seinen späteren paläonto logischen Werken sich nicht 
ausspricht. 

Von dem Umstände ausgehend, dass die Versteinerungen nur in oberen 
Lagen der Sandsteine sich finden, dass die Konglomerate eine tiefere Stellung 
einnehmen, ja dass nach Ragazzoni's Beobachtungen in den nördlichen 
Bergen der Provinz Brescia noch unter kryptogenen Gesteinen sich 
Konglomerate finden sollen, sieht sich Stoppani veranlasst, die Konglome- 
rate (den Verrucano) als ein besonderes, tieferes Glied aufzufassen und 
mit Wahrscheinlichkeit der Steinkohlen formation zuzutheilen. Direkte pa- 
läontologische Beweise fehlen aber Stoppani auch noch und er stützt sich 
nur auf Analogien mit den Monti i'isani. Als bunter Saudstein werden 
dann blos die bereits mit kalkigen Schiebten wechselnden Sandsteine mit 
Natkella costata aufgefasst, während übereinstimmend mit Hauer eine Reihe 
kalkiger und dolomitischer Schichten, welche über dem vorigen Komplex 
folgen, als Muschelkalk, Gurtensteiner Kalk bezeichnet sind: gruppo della 
dolomia inferiore 

Ueber diesem unteren Dolomit lagern, am Ostufer des Corner See's 
beginnend, ziemlich mächtige, intensiv schwarze, von Spathadern durchzogene 
kalkige, nach oben schiefrig merglige Gesteine (Schichten von Perledo 
und Varenna), die eine ganz eigentümliche Saurier und Fischfauna be- 
herbergen. Diese Schichten sind nach Stoppani von Mergelkalken mit 

x ) Stoppani. Studii geologiei « palaeontologiei sulla Lombardia. aus Bibboteca poli- 
teenica. MUano 1857. 

*) Alti della societa geologiea reg. in MUano Vol. I. p. 190. 1&>9. 



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40 



der Fauna von Gorno (Raiblor Schichten österreichischer Geologen) 
überlagert. Hauer verband diese Schichten mit der oberen Trias,') Stop- 
pani hält mit Entschiedenheit daran fest, sie noch zur unteren Trias zu 
stellen. Als Argument für eine solche Auffassung wird angeführt: einmal 
die Lagerung unter den Schichten mit Gervillia bipartita^ ein Punkt, auf 
den wir sogleich zu sprechen kommen werden, sodann der so eigenthümliche 
Charakter der Fauna, welcher nicht gestatte, sie mit den Esinokalken, 
einem Glied der obern Trias, zu vereinigen, wie das Hauer thue, vielmehr 
für Muschelkalk spreche. Das Vorkommen der Ilalobia Moussoni, deren 
benachbarte Formen in der oberen Trias liegen, scheint Stoppani auch 
kein hinreichender Grund für eine Trennung vom Muschelkalk. 

In Beziehung auf die Aufeinanderfolge der einzelnen Abtheilungen sehen 
wir also Stoppani in Uebereinstimmung mit Curioni, Hauer und Ra- 
gazzoni, nur die Grenzbestimmung dessen, was als untere Trias bezeichnet 
wird, erscheint abweichend. Wie diese Grenze nach unten gezogen wird, 
ist jedoch nicht von so wesentlichem Belang, insofern organische Reste noch 
fehlen und das höhere oder tiefere Lager derselben mehr Sache der indi- 
viduellen Auffassung, als eine Folgerung aus den Verhältnissen der Schichten 
sich ergebender Schlüsse ist. In solchen Fällen wird der den meisten An- 
spruch haben gehört zu werden, der die meisten Analogien beizubringen 
vermag. 

Beherzigenswerth ist, was S tu der (Geologie der Schweiz p. 413) sagt, 
dass Konglomerate wie der Verrucano sehr verschiedenen Formationen an- 
gehören können und dass blosse Lagerung und petrographische Ueberein- 
stimmung mit ähnlichen Ablagerungen anderer Gegenden zu einer Alters- 
bestimmung nicht ausreichen. 

Eigene Beobachtungen in der Lombardei. Ich hatte selbst 
auf meinen Ausflügen Gelegenheit, die besprochenen Gebilde an vielen 
Funkten der Lombardei, besonders im Val Cammonica, zu sehen. Zu- 
nächst besuchte ich den wegen seines IVtrefaktenreiehthums bekannten 
Fass Croce Domini. Steigt man von Bagolino nach demselben hinauf, 
so hat man zunächst Glimmerschiefer (der Hauptmasse des Monte Muf- 
fetto angehörend) zu beiden Seiten des Thaies. Auf denselben folgen 
grobe Konglomerate, die da, wo man aus dem Hauptthal westlich in 
einem kleineren Thal nach dem Fasse emporsteigt, mit feinen, glimmerigen 
Sandsteinen wechsellagern und schliesslich denselben ganz Platz machen. 

') Siehe dessen neueste Bemerkungen: Sitzungsbericht. Wiener Akademie. 19. Jan. 
1865. p. 5 seq. 



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47 



machen. Unmittelbar ehe man den Pasa erreicht, treten helle kalkige 
Bänke auf, die in Menge die schon oben genannten Fossilien der Werfener 
Schiefer enthalten. Man sammelt dieselben theils in einzelnen entblösten 
Stellen der AlpweideD, thoils an den steilen Abfallen der nördlich vorliegen- 
den höhern Gebirge. Gleichmässig finden sie sich in sehr dünnschiefrigen, 
glimmerreichen, rothen Sandsteinen (nördlich vom Wege) und grauen, hel- 
len, dickbankigen, mehr kalkigen Gesteinen (südlich vom Wege). Besonders 
bezeichnend sind: 

Naticella costata Mnstr. 

Tttrbo rectecostatus Hau. 

Avicida Venetiana Hau. 

Myacites Fassaensis Wissra. 
Gegen Westen und Südwesten lassen sich Konglomerate und Sandsteine bis 
hinab nach Val Cammonica verfolgen und werden dort, wie auch schon 
oben am Passe, zunächst von Rauchwacken mit Gyps, über diesen von 
plattigen, knolligen Kalken überlagert, in deren oberen Schichten bereits 
Haiobia LommcH und bei Cogno Ammoniten auftreten. Versteinerungen, 
wie von Marchcno, fand ich hier nicht. Sehr instruktiv ist der Theil 
von Val Cammonica von Breno bis hinab an das Nordende des Lago 
d'Iseo, jene schon von Curioni, Escher und Hauer so oft genannte 
Gegend. Auf der linken Thalseite stehen noch die Sandsteine an und bil- 
den z. B. den einzelnen, bei Erbano aus dem Thal aufsteigenden Monti- 
colo; sie treten südlicher bei Corti nächst Loveri auf, wo sie bereits 
von Gypsen und Rauchwacken überlagert sind und unterteufen die ganze 
hohe Gebirgsmassc, welche vom Lago d'Iseo nördlich bis gegen Civi- 
date in pralligen Wänden auf der rechten Thalseite ansteht. 1 ) Das von 
Westen her bei Gorzone einmündende Val di Scalve durchbricht die 
Schichten quer und wenn man dasselbe aufwärts durchwandert, bekommt 
man einen ausgezeichneten Durchschnitt der Schichten. Gleich nachdem 
man die Hauptstrassc in Val Cammonica bei tfer einzelnen Casina di 
Boario verlassen hat, trifft man zu beiden Seiten des Weges bei S. Rocco 
die glimmerigen Sandsteine, die hier ein sehr bezeichnendes Ansehen 
haben, indem das ganze Gestein aus länglichen Wülsten zusammengesetzt 
erscheint, als verdanke es pflanzlichen Resten seine Entstehung. Hinter 
Gorzone, wo unten im tiefen Tobel des Baches noch die rothen Sandsteine 
anstehen, beginnen sich dolomitische Kalke und Rauchwacken aufzulagern, 
die zwischen T e r z a n o und A n g o 1 o allmählich in mehr oder minder 



') s. die Karte in Hauer's Üebenicht. 



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48 



knollige Kalke mit Glimmern, endlich in ganz intensiv schwarze, dünne 
plattige, mannigfach gewundene Kalkschichten übergehen, die hinter Ad- 
golo, wo die neue Strasse nach Dezzo in das enge Thal eintritt, häutig 
Halobia Lummeli führen. Wir verfolgen dies prachtvolle Profil später bei 
Besprechung der oberen Trias weiter, es genügt hier die schon mehrfach 
gemachten Beobachtungen bestätigt und mit den eigenen an den Tiroler 
Grenzgebirgen in Verbindung gesetzt zu haben. 

Südlich in Val Trompia sammelte ich bei Marchcno, unmittelbar 
nördlich von diesem Orte an der Brücke die ächten oben genannten Muschel- 
kalkpetrefakten. Ausser den genannten fand ich noch Rhync hone IIa 
decurtata Gir. sp., auf deren Auftreten ein besonderes Gewicht zu legen 
ist (s. u.). Sie sind überlagert von petro graphisch sehr ähnlichen Gesteinen 
mit Halobia Lommeli. 

Richthofen in Südtirol und Vorarlberg. Wenden wir uns nach 
Osten, östlich von Pievc 1 )» 90 gewinnen die Mittheilungen Richthofeu's 
über die Umgebungen von S. Cassian Bedeutung. Derselbe untersuchte 
in nicht zu langen Zeitabständen nord- und südalpine Gebiete*) und seine 
Beobachtungen ergänzen sich gegenseitig. Wir unterziehen beide einer Be- 
trachtung und sind dabei in der glücklichen Lage, denselben Forscher über 
nord- und südalpinc Gebiete vernehmen zu können, ein Umstand, den der 
um so mehr zu würdigen wissen wird, der Gelegenheit gehabt hat, zu 
bemerken, wie so oft verschiedene Auffassungen deutscher und italienischer 
Geologen allein ihren Grund in dem Mangel eigener Anschauung der beider- 
seitigen Gebiete haben. 

In den Nordalpen Hessen sich Werfener Schiefer nur petro graphisch 
nachweisen, sie fanden sich versteinerungsleer und boten überhaupt nichts 
auffallendes in ihrer Erscheinung dar. Anders in den Südalpeu. 

Richthofen unterscheidet auf Quarzporphyr und Glimmerschiefer 
aufgelagert 3 ): 

1. Schichten von Groden, rothe Sandsteine, die sich allmählig aus 
dem Porphyr, dem sie meist aufgelagert sind, entwickeln, so das» sich keine 
scharfe Grenze ziehen lässt. Thierische Reste fehlen gänzlich, auf Pflanzen 
deuten wulstige Erhabenheiten, sowie Kohlenschmitze. 

') Profil Nro. VII. 

*) Kictitltofen. Geognojt. Beschreibung der Umgegend von Predazzo, S. Carinii, etc. p. 3ü. 
Den.: Die Kalkalpeu ron Vorarlberg und Nordtyrol. Jahrb. geol. Reicbiaiut. i&>y. 
X. p. 72-137. 1861. G.'. XII. p. 87. 

J ) Besehreibuug d. ümg. v. Predazzo p. 47. 



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49 



2. Schichten von Seiss. Graulich weisse, merglige, sandige Schichten 
mit wulstigen Erhabenheiten auf den glimmerigen Ablösungsflächen. Es 
tritt in Menge auf Posidonomya Clcnai. 

3. Campiler Schichten. Ein Wechsel rother, stellenweise grün ge- 
fleckter, mergliger, auch weisser, zerklüfteter Sandsteine mit Turbo recte- 
costatus, NatkeUa costata, Ceratites Cassianus. 

Diese drei Schichten fasst R. als untere Trias zusammen. Es springt 
in die Augen, dass wir hier die Werfener Schiefer und theil weise Gutten- 
»teiner Kalke vor uns haben, soweit dieselben noch die genannten Ver- 
steinerungen führen. Letzteren insbesondere dürften die mergligen Cam- 
piler Schichten entsprechen. In wie weit übrigens die Trennung in Seisser 
und Campiler Schichten allgemeine Geltung gewinnen wird, indem vielleicht 
Posidonomya Clarui einen konstant tieferen Horizont einnimmt, liisst sich 
zur Zeit noch nicht bestimmen. Für jetzt hat eine solche Trennung noch 
keinen Anspruch auf allgemeine Gültigkeit. 

Am Virgloria-Passe und dem ganzen oberen Gampcrtcnpasse in 
Rhaeticon fand Richthofen 1 ) die rothen Sandsteine unmittelbar über- 
lagert von einem intensiv schwarzen, sehr harten kieselreichen, in 1" bis 3" 
dicke Platten abgesonderten Kalke. Als besonders bezeichnendes und kon- 
stantes petrographisches Merkmal desselben wird angegeben eine Art Ver- 
zahnung der einzelnen Platten, indem die oine mit zackig unebener Oberfläche 
derart in die andere eingreift, dass eine Trennung beider nicht möglich ist. 
Da wo diese Verzahnung nicht stattfindet, sind die Schichtttächen mit Mi- 
regelmässigen Wülsten bedeckt und ein grünlich bis schwärzlich grauer, 
fettglänzenejer Thon trennt dieselben und erleichtert die Spaltbarkeit. An 
den genannten Punkten findet sich häufig: 

Retzia triyonella Schloth. sp. 

Encrinus gracitis Buch. 

Diese Schichten bezeichnet Richthofen fortan als Virgloriakalke. 
In den Südalpen beobachtete derselbe gewisse petrographiscb ähnliche Kalke 
im selben Niveau, ohne jedoch Versteinerungen in denselben aufzufinden. 
Doch erwähnte Fötterle einer bei Buchenstein gefundenen lletzia triyo- 
nella, sowie auch Wolff aus Iudicarien solche auf Virgloriakalk deutende 
Fossilien mitgebracht hatte. Es sind dies die in Profil VII bei Piere von 
mir früher angegebenen. Unmittelbar auf diese dunklen Knollen kalke folgen 
im südalpinen Untersuchungsgebiete Richthofen's Dolomite mit globosen 

Jahrb. geol. Reichaatiat. X. p. 9;t. 

4 



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50 



Ammoniten, die auf obere Trias hindeuten, jedoch mit dem Virgloriakalk 
zusammengefaßt werden (Mendola-Dolomit). 

Ein weiterer Fundort für Muschelkalkversteinerungen und der am läng- 
sten bekannte ist Recoaro im Vizentinischen. In derThat liegen hier die 
Versteinerungen in einer Menge angehäuft, wie kaum ausserhalb der Alpen 
irgendwo. Als letztes sicheres Vorkommen für diese Virgloriakalke 
seien dann noch auf der Nordseite der Alpen die Umgebungen von Reutte 
erwähnt, wo sich folgendes fand: 

Spirifer Metitzelii Dunk. 

Rhynchondla decurtata Qir. sp. 

Betzia trigonetta Schloth. sp. 

Terebratula angustata Schloth. 

Terebratula vulgaris Schloth. 

Encrinus gracilis Buch. 
Alle diese hier zusammengestellten Schichten betrachtet Richthofen 
als unterstes Glied seiner oberen Trias; ich habe ihrer jedoch schon jetzt 
gedacht, weil sich erweisen lässt, dass sie nur in der unteren Trias eine 
Stelle finden können, wenn man überhaupt eine Zweitheilung der Trias in 
den Alpen annehmen will. 

Pichler in der Umgegend von Innsbruck. Pichler wies in 
den Gebirgen nördlich von Innsbruck folgende Schichten nach'): 

A. Untere Trias. 

I. Bunter Sandstein. 

(Werfener Schiefer der österreichischen Geologen.) 

Vorwaltend bunte Sandsteine und Salzthone. Versteinerungen 
fehlen, nur Kohlenschmitzen und Pflanzenspuren fanden sich. 
II. Unterer Alpenkalk. . 

(Muschelkalk, Guttensteiner Kalk der österreichischen Geologen.) 
Zunächst Rauchwacke, dann dunkle, dolomitische Kalke mit Lagen 
von Schieferthon, welche allmählig in jene Gesteinsmodifikation über- 
gehen, welche Richthofen vom Virgloriapasse beschreibt. Keine 
Versteinerungen. 

B. Obere Trias. 

Dazu der Knollenkalk von Kudernatsch, Virgloriakalk von Richt- 
hofen und Plattenkalk von Gümbel. Versteinerungen s. u. 

Letztere Abtheilung, obgleich als obere Trias bezeichnet, habe ich hier 



') Pichler. Beitrage «ur Oeognogie Tirol*. 3. Folge. 



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• 



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noch hergestellt, weil sich unter den als Synonymen angeführten Ablagerungs- 
bezeichnungen auch Virgloriakalk findet. 

In welcher Weise diese Schichten bei Innsbruck aufzufassen seien, will 
ich unten angeben. 

Gümbel in den bayerischen Alpen. Zum Schluss möge hier noch 
die Eintheilung wieder gegeben werden, zu welcher Gümbel auf Grund 
»einer umfassenden Untersuchungen in den bayerischen Alpen kam. 

Derselbe sagt 1 ): 

Der Alpenbuntsandstein gliedert sich: 

1. In eine untere Abtheilung, bestehend aus Konglomeratbänken, 
Breccien, grobem röthlichem Sandstein und jenen glimmerigen, intensiv rothen 
Schieferthonschichten, welche den Thonschiefern der älteren Formationen in 
gewissen Varietäten oft täuschend ähnlich sind. 

2. Eine mittlere Abtheilung (Hauptbuntsandstein) mit vorherrschend 
schieferigem, rothem, buntgeflecktem und gestreiftem Sandstein, der zuweilen 
in grobbankige, dichte und hornsteinartige Schichten übergeht. 

3. Obere Abtheilung (Roth) deren meist sehr dünnschieferige 
Schichten theils aus sandigem, rothem, häutig graugrünlichem und gelblich 
gefärbtem, thonigem Sandstein, theils aus Schieferthon und in den obersten 
Bänken aus einer Dolomitlage bestehen. Diese oberste Abtheilung ist es, 
welche in den Alpen, wie auch ausserhalb derselben, Gyps, Anhydrit und 
Steinsalz in stockförmig gelagerten Massen umschliesst. Den alpinischen 
und ausseralpinischen Gebilden dieser Gruppe ist zugleich auch die wulstige, 
unebene Beschaffenheit der Schichtflächen und die Anwachsstreifen, weiche 
man als Zeichen einer Strandbildung ansieht (Wellenschlag), eigentümlich. 

Unter den Versteinerungen in den oberen Schichten begegnen wir den 
uns schon aus den Südalpen bekannten: 

Posidonomya Ciarai Emmr. 

Myacites Fassaetwis Wiasm. 

Natkdla costata Mustr. 
Ueber diesen bunten Sandsteinen und unter denen weiterhin genauer 
beschriebenen Partnaohnchichten, welche neben ächten Keuperptta/izen auch 
Hulobia Lommeli führen, liegt ein mächtiges System kalkiger und dolo- 
mitischer Gesteine, die genauer in folgende Gesteinsvarietäten zerfällt wer- 
den (p. 194): 

1. Mergliger Muschelkalk, dem ausseralpinischen Muschelkalk ähn- 
liche, dünnschichtige graue, thonige Kalke. 

') OQmbcl. Bayer. Alpen, p. 182. 

4* 



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2. Hauptmuschelkalk der Alpen, Guttensteiner Kalk, schwarzgraue, 
mehr oder weniger dolomitiache Kalke von undeutlicher Schichtung, dabei 
in's Unendliche zerklüftet, auf den Kluftflächen von weissen Kalkspathadern 
reichlich durchzogen. Selten rauchgrau und dolomitisch. 

3. Plattiger Muschelkalk (schwarzer Marmor, Trigonellenkalk). Es 
ist dies Richthofe n's typischer Virgloriakalk. 

4. Schwarzer Alpe ndolo mit, meist fein krystallinisch körniger 
Dolomit. Die ticfdunkle Farbe, die zur Regel gewordene Durchaderung des 
Gesteins von stark abstechenden weissen Kalkspathschnürchen lassen diesen 
Dolomit von jeder anderen Art alpinischem Dolomit leicht unterscheiden. 

Die Plattenkalke bilden da» oberste Glied und besonders in ihnen finden 
sich die ächten Muschelkalkbrachiopoden. 

Alle diese Schichten werden als Alpenmuschelkalk bezeichnet und über 
die einzelnen Glieder bemerkt, dass dieselben wohl mit ausseralpinen Ana- 
logie, aber nicht Identität zeigen. 

Folgende kleine Tabelle giebt eine üebersicht und die Synonymik 1 ): 

Muschelkalk. 

8. Oberer Muschelkalk der Alpen. 

Reteia trigoneUa-Bchic\\ten. 

Schwärzliehe Kalke mit Dolomit, von weissen Kalkspathadern 

durchzogen. 
Guttensteiner Kalk. 
Virgloriakalk. 
Unterer Muschelkalk. 

9. Schwärzliche Mergelkalke mit Versteinerungen. 

Natketta cosfata-Schichten. 
Guttensteiner Kalk. 
Buntsandstein. 

10. Rothe Sandsteine. 

Folgerungen. 

Ueberblicken wir nun die angeführten Eintheilungcn über die untere 
Trias, so sehen wir zunächst in Beziehung auf die untere Grenze derselben, 
dass ziemliche Ucbereinstimmung herrscht. 

Beinahe überall lässt man über kryptogenen Bildungen, über Thonschiefer 
oder Porphyren, welche mit Sedimentairbildungen in innigem Zusammen- 
hang stehen, die untere Trias mit Konglomeraten, oder rothen fosailfreien 

■) Oflmbel I. c. p. 193. 



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Sandsteinen beginnen. Nur in der Lombardei lassen sich manche Gründe 
dafür geltend machen, einen Theil dieser Konglomerate altern Formationen 
zuzutheilen, wie auch Richthofen') geneigt ist, die untersten, mit kryptogenen 
8chiefern wechselnden Konglomerate in Vorarlberg für älter als triadisch 
zu halten. Für Tirol scheint es keinem Zweifel zu unterliegen , dass wir 
die bei Daone und am Monte Zacon beobachteten Konglomerate und 
groben Sandsteine mit den darüber folgenden feinen noch versteinerungs- 
leeren 8andsteinen zusammenfassen und in die untere Trias stellen. Es 
spricht hiefur der Umstand, dass man keine Wechsellagerung mit Thon- 
schiefern bemerkt und dass der Uebergang von den untersten, mit dem 
Porphyr in enger Verbindung stehenden groben, zu den oberen feineren 
Schichten ein so allmähliger ist, dass eine Trennung in zwei Gruppen un- 
natürlich erscheinen würde, so lange nicht paläontologische Gründe eine 
solche Annahme nöthig machen. 

Die Schichten mit Naticella costata werden zwar von dem einen zum 
Muschelkalk, vom andern zum bunten Sandstein gestellt, allein alle sind über 
ihre Lagerung zwischen den rothen versteinerungsleeren Sandsteinen und 
den Schichten mit Retzia trigonclla einig. Bei Daone fehlen die bezeich- 
nenden Versteinerungen im rothen Sandstein noch, doch finden sie sich wahr- 
scheinlich auch hier, da die betreffenden Schichten vom Passe Croce Do- 
mini sich bis nach unserm Profil verfolgen lassen. Am Monte Zacon 
folgen über den Konglomeraten jene oben näher beschriebenen Kalke und 
auegelaugten Rauchwacken mit Pcctcn Margharitae Hau., die sich durch ihre 
Versteinerungen und den petrographischen Charakter unmittelbar an Richt- 
hofen's Seisser und Campiler Schichten anschliesscn. Sio vertreten also 
die Schichten vom Croce Domini Passe an der Venetianischen Grenze. 

Ob innerhalb dieses Komplexes eine weitere Gliederung möglich ist, 
wie sie Richthofen für die Umgebungen von St. Cassian versuchte, lässt 
sich für den Augenblick noch nicht entscheiden. Es müsste in einem sol- 
chen Falle Posidonotnya Ciarai einen tieferen, Naticella costata einen höheren 
Horizont einnehmen. Ich hoffte über diesen Punkt in den Umgebungen von 
Recoaro Aufschluss zu bekommen, allein ich durchsuchte umsonst die von 
den Gebirgen nach dem Hauptthal hinabführenden Risse. Es fanden sich in Val 
Rotolon und bei Rovegliana beide Fossilien, allein unter Umständen, 
welche über die Lagerung keinen sichern Aufschluss gaben. Ueberhaupt 
sind die Umgebungen von Recoaro nicht geeignet, um schnell ein Urtheil 
über die Lagerung einzelner Schichten zu gewinnen. Mannigfache Abrutsch- 



') Richthofen, Vorarlberg. Jahrb. Reichaanst. X. p. 89. 



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ungcn und Geröllströme, aus denen man die Versteinerungen untermengt 
aufliest, führen zu leicht zu falschen Schlüssen. 

Auf der Nordseite der Alpen entsprechen die Verhältnisse ganz den 
südalpinen. Das, waH zuerst bei Hauer Guttensteiner Kalk genannt 
wurde und NativcUa costafa führt, muss zu dieser Abtheilung gezogen werden, 
während manches andere, was man später Guttensteiner Kalk nannte, 
echter Muschelkalk ist. Dem entsprechend sehen wir auch bei Gümbel 
(bayr. Alpen p. 193) in der Tabelle sowohl unter oberem Muschelkalk 
(Trigonellenkalk) als auch unter dem schwärzlichen Mergelkalk (Naticella 
costata Schichten) den Guttensteiner Kalk als Synonym verzeichnet. 

Die Rauchwacken, welche häufig mit Gyps vergesellschaftet , von der 
Lombardei beginnend, bis nach Krain zu verfolgen sind, nehmen über 
den NaticellaSchichten eine ganz bestimmte Stellung ein und liegen unter 
den Schichten mit lldziu irigonclla. Hierher gehören die Gypse von Vol- 
pino in Val Camrnunica, gewisse von den Geologen des Montanistischen 
Vereins zum untern Alpenkalk gestellte Schichten in den Umgebungen von 
Lavis, der Gyps bei Strigno und die Gypse von Val Rotolon und 
anderen Punkten bei itecoaro. 

Als oberstes Glied der unteren Trias fanden wir in der Lombardei die 
Schichten von Märchen o mit echten Muschelkalkpetrefakten. Ihnen ent- 
spricht der glimmerige Kalk mit Spiri/cr Mcntztiii von Pieve und überhaupt 
alles, was Richthofen und wer sich sonst seiner Nomenklatur bediente, 
als Virgloriakalk bezeichnete, insoweit dasselbe den Schichten 
vom Virgloriapasse nicht blospetrographisch, sondern auch pa- 
läontologisch entspricht. Dass die petrographische Beschaffenheit kein 
ausreichendes Merkmal für die Bezeichnung dieser Schichten ist, 1 ) beweist 
schon der Umstand, dass bei Marcheno auch in mehr schief rigen Schichten 
Versteinerungen sich finden, ja dass bei Reutte die versteinerungsreichen 
Kalke innerhalb eines bedeutenden Schieferschichtenkomplexes mitten innen 
liegen. Das einzig sichere Merkmal geben uns nur die Fossilien ab und 
auf diese muss daher bei weiteren Untersuchungen ein ganz besonderes 
Gewicht gelegt werden. Wenn man dieselben auch noch nicht von sehr 
zahlreichen Punkten kennt, so reichen diese doch schon aus, die allgemeine 
Verbreitung und das Durchgreifende des Horizontes zu konstatiren ; auch ist 
es zu erwarten, dass man noch bedeutend mehr Punkte auffinden wird, da 
ein Komplex von oft nur 30' Mächtigkeit, wie z.B. bei Daone, in den Alpen 
ungemein leicht übersehen werden konnte. Diesen Muschelkalkschichten 



') Vergl. Pichler. Zar Oeogn. d. Nordtirolisohen Kalkalpen p. 2. 



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lassen sich innerhalb der alpinen Trias nur noch die Contortaschichten 
der Rhätischen Gruppe in geognostischer Bedeutung an die Seite stellen, 
da keine andere Schicht eine so allgemeine Verbreitung zugleich inner- 
und ausserhalb der Alpen besitzt. 

Die lombardischen Geologen legen diesen Schichten als selbstständigem 
Glied nur eine untergeordnete Bedeutung bei, da dieselben bisher nur an 
einzelnen Punkten nachgewiesen sind und voreinigen dieselben häufig mit 
dem „S. Caasiano", den Halobienschichten. Da man nun aber anderwärts 
weiss, dass die Halobia und mancherlei Ammoniten besonders aus der Fa- 
milie der globosi immer erst über den Muschelkalkbrachiopodcn liegen, so 
sollte man auch in der Lombardei hier eine Formationsgrenze anerkennen 
und genaue Nachforschungen über deren horizontale Verbreitung anstellen. • 

Vom Muschelkalk zu trennen und in die obere Trias zu stellen, sind 
auch wohl jene eigenthümlichen fisch- und reptilreichen Kalke von Perledo 
und Varenna, doch lässt sich das vor der Hand noch nicht mit Bestimmt- 
heit aussprechen, da möglicher Weise mehrere Horizonte in denselben ver- 
steckt liegen. Stoppani will sie mit dem Muschelkalk vereinigt wissen, 
weil ihre Fauna mit dem Esinokalk der oberen Trias keine Analogien 
zeige und weil sie unmittelbar von den Schichten von Gorno mit Gervillia 
bipartita überlagert seien. Was den ersten Punkt anbetrifft, so dürfte man 
wohl auch in der alpinen unteren Trias nach einer analogen Fisch- und 
Reptilfauna vergeblich suchen und in Beziehung auf den zweiten muss be- 
merkt werden, dass bis in die neueste Zeit ein seit lange als vielverbreitet 
anerkanntes Glied der.. oberen Trias von Stoppani nicht in seiner richtigen 
Bedeutung aufgefasst wurde, wesshalb seine stratigraphischen Beweise werthlos 
sind. Diese Verhältnisse sollen im nächsten Abschnitt weiter erörtert werden, 
wo ich zeigen will, dass in der Lombardei so gut wie ausserhalb derselben 
über echten Muschelkalkschichten und unter jenen mit Gervillia bipartita 
ein bis 2000' mächtiges System von schwarzen, dünnschichtigen und grauen 
massigen Kalken und Dolomiten mit häufig riesenoolithischer Struktur sich 
nachweisen lässt, welches den in Deutschland als St. Cassian und Hall- 
stätter Gruppe bekannten Schichtenkomplexen entspricht. Diese Schichten 
aber gerade sind es, die sich gegenüber dem Muschelkalk, der inner- und 
ausserhalb der Alpen unter sehr gleichartigen und einförmigen Bedingungen 
sich gebildet zu haben scheint, einen ganz ungemein reichen Wechsel in 
der Erscheinungsweise zeigen. Ich erinnere nur an die nordalpinen Part- 
nachschichten, an den unteren Theil des Cassianer Komplexes, mit 
den Fischschichten von Corfara 1 ) an die Hai Ist ätt er Kalke u. s. w. 

') Richthofen. Beschreibung etc. p. 69 zu den Wenger-Schiefern gehörend. 



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■ 



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Für eine dieser unendlich vielen lokalen Erscheinungen kann ich die Per- 
ledoschichtcn allein halten. Durch alle diese so verschiedenartigen Ab- 
lagerungen zieht sich aber als ein umschlingendes Band die Halobia Lom- 
tiifli hindurch, die im Muschelkalk noch fehlt. Dass die ihr so nahe stehende 
Halobia Moussoni sich bei Perledo findet, möchte ich zu Gunsten meiner 
Auffassrnngsweise als gewichtiges Argument geltend machen und könnte mich 
zwischen unterer und oberer Trias nur schwer zur Annahme einer solchen 
„promiseuita" der Fauna entschließen, wie sie Stoppani geltend macht. 
Wenn endlich so grosses Gewicht auf die Aehnlichkeit mit den Dolomiten von 
Besann') gelegt wird, so erwähne ich nur, dass Curioni*) nach seinen 
neuesten Beobachtungen dieselben mit der oberen Trias verbindet, was meiner 
Auffassung gänzlich entspricht. 

In die obere Trias sind dann wohl auch die Reiflinger Kalke (s. o.) 
mit dem Ichthyosaurus zu stellen. Bei alledem lässt sich nicht läugnen, dass 
die Trennung von unterer und oberer Trias in deu Alpen, besonders in der 
Praxis, eine noch ungemein schwierige ist. Es findet an den meisten Punk- 
ten ein ebenso allmähliger petrographischer Uebergang statt, wie an manchen 
anderen Formationsgrenzen z. B. zwischen Jura und Kreide in Südtirol, so 
dass man allein auf die Versteinerung sich verlassen kann. Es wird beson- 
ders noch einer genauen Untersuchung der beiden Abtheilungen eigentüm- 
lichen Ceplialopoden bedürfen, dio man in der Lombardei bisher noch nicht 
unternommen hat. Neuerdings haben sich auch bei Reutte, wie es scheint 
mit lietzia triyomlla in donselben Bänken, schöne Ammoniten gefunden, die 
also von denen der Hallstätter Formation scharf abzutrennen sein würden. 

Einige Worte inuss ich noch über Richthofen's Eintheilung hinzu- 
fügen, der die Virgloriakalke zur oberen Trias stellte. Er stützte sich 
dabei auf genetische Gründe , die sich aus seinen Beobachtungen in der 
Umgegend von 8. Gas sinn ergaben. Mögen dieselben auch dort ihre Gel- 
tung haben, eine allgemeine Bedeutung kann man ihnen kaum beilegen, 
wie sich schon aus Gümbels Beobachtungen in den Nordalpen ergiebt. 
Albcrti') hat in seiner Trias Punkt für Punkt Richthofen's Annahmen 
widerlegt und ich möchte dem nur noch beifügen, dass das von Richthofen 
angeführte Vorkommen einer lietzia triyonella in schiefrigen mit Kalken wech- 
selnden Schichten am Arlbergpasse eben umgekehrt beweist, dass auch 
schiefrige Gesteine noch zum Muschelkalke gehören, wie das auch Beyrich bei 

') Ririata, in Atti dolla societa geologica I. p. 203. 

*) Curioni. Sui giaeimenti motolliferi di ßcsano. Mem. d. R. Igt. Lombard, di sience 
etc. Vol IX. 

3 ) Alberti. Ueberblick über d. Trias i8t.il. p. 283. 



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Reutte nachwies 1 ), nicht aber, dass Retzia trigonella sich auch in der oberen 
Trias finde. Dass man nber die Virgloriakalke nicht petrographisch fest- 
halten könne, scheinen besonders die Angaben über die Umgebungen von Inns- 
bruck zu beweisen. Unter allen Fossilien, die sich hier in den knolligen 
Kalken vom Kerschbuchhofe, die Richthofen zum Vi r glo ria kalk 
rechnet, finden, spricht nur der von Richthofen angeführte Ammotiites 
dttx, dessen Bestimmung aber nicht sicher scheint, für Muschelkalk. Was 
mir sonst von jenen Vorkommnissen durch die Gefälligkeit de» Herrn Pro- 
fessor Pichler vor Augen kam, hat alles mehr das Ansehen ächter Hall- 
statter Versteinerungen als solcher aug dem Muschelkalk, jedenfalls 
fehlen die bezeichnenden Brachiopoden gänzlich. Diese Dinge liegen aber 
in Gesteinen, die man petrographisch unbedenklich zum Virgloriakalk 
stellen würde. Es kann nun sehr wohl sein, dass man die Brachiopoden 
auch bei Innsbruck noch findet, allein bisher ist das noch nicht der Fall 
gewesen und so lange scheint mir, sollte man der so gefährlichen Ueber- 
tragung lokaler Bezeichnungen Abstand nehmen und lieber einer neuen 
Lokalbenennung sich bedienen. Pich ler, der diesen Virgloriakalk zur 
oberen Trias stellte, will damit nur sagen, dass Gesteine vom Charakter 
der Virgloriakalke bei Innsbruck in der oberen Trias liegen, nicht 
etwa, dass der alpine Muschelkalk zur oberen Trias zu stellen sei. 1 ) 

Fassen wir die aus den Angaben anderer und aus den eignen Beob- 
achtungen bei Pieve und Marcheno gewonnenen Resultate nochmals kurz 
zusammen, so ergiebt sich, dass die Grenze von unterer und oberer Trias 
in den Alpen petrographisch sich nicht feststellen lässt , dass paläontologisch 
der Brachiopodenhorizont das leitende Glied für die oberen Abtheilungen 
der unteren Trias ist, dass das Auftreten von H<dobia Lommeli und gewisser 
Ammoniten , besonders globoser, den Anfang der oberen Trias bezeichnet 
und das« zwischen beiden die Grenze durch eine genaue Untersuchung der 
im Muschelkalk liegenden Cephalopoden sich noch mit der Zeit wird schärfer 
fixiren lassen. 

Nachdem die normale Aufeinanderfolge der einzelnen Abtheilungen der 
unteren Trias in den Alpen dargethan ist, liegt als weitere Aufgabe vor zu 
untersuchen , ob die Kenntniss dieser einzelnen Abtheilungen bereits soweit 
vorangeschritten ist, um eine Parallelisirung derselben mit ausseralpinen 
Unterabtheilungen der unteren Trias vornehmen zu können. 



') Beyrich. 8itzung>ber. Berl. Akademie. 1862. p. 39. 

*) Gefällige mündliche Mittheilung. 8iehe auch Jahrb. Reichaanstalt XII. p. 531. 
1861. «2. und Beitrage zur Geol. d. nordtirolischen Kalkalpen, p. 3. 



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58 



Die Notwendigkeit solcher Parallelisirungsversuche im Allgemeinen 
darzuthun , will ich hier nicht versuchen, nur nochmals daran erinnern, 
dass vor Allem zwischen der italienischen und deutschen Nomenklatur eine 
Uebereinstimmung herzustellen ist, wenn ein gedeihlicher Fortschritt der 
gesammten Alpengeologie ermöglicht werden soll. 

Man gelangte sehr bald dazu, die Gesammtheit der als Werfen er 
Schiefer, Servino und Verrucano bezeichneten Gebildo mit dem 
deutschen bunten Sandstein, die Guttensteiner Kalke, Muschel- 
kalke von Kecoaro u. s. w. als Ganzes mit dem deutschen Muschel- 
kalke in Parallele zu stellen; eingehendere Vergleiche wurden aber erst 
weit später versucht. Besonders gebührt hier G ü m b e 1 das Verdienst, ausser- 
alpine Namen auf alpine Gebilde übertragen und zur Vereinfachung der 
Benennungen beigetragen zu haben. Es wurde oben aus dessen Beschreibung 
des bayr. Alpengebirges eine bezügliche Tabelle mitgetheilt. Ganz in neuester 
Zeit hat Alberti in gleicher Weise alpine und ausseralpine Schichten 
nebeneinandergestellt. Derselbe hat (Trias p. 294): 

Ausser den Alpen In den Alpen 

A. Bunter Sandstein 

a. Vogesensandstein i n „, a , . . 

. , , « , , • / Groderer Sandstein 

b. oberer bunter Sandstein ) 

B. Muschelkalk 

Schichten von Seiss 



c Wellenkalk 

Uampiler Schichten 

| Gvpse des Muschelkalks 
d Anhydntgrupp«, J d( ; r F Lonibardei 

i Kalksteine von Recoaro 
e. Kalkstein von Friedrichshall > Guttensteiner Kalk 

j Virgloriakalk. 

Die Gliederung und Nebeneinanderstellung im Ganzen scheint auf den 
ersten Anblick richtig, wenn »ich auch aus dem oben mitgetheilten bereits 
ersehen lüsst, dass man Kalkstein von Recoaro, Guttensteiner Kalk 
und Virgloriakalk nicht so ohne Weiteres neben einander stellen kann. 
Allein auch in der ganzen Anordnung werden sich wesentliche Umgestaltun- 
gen nothwendig erweisen. 

Sandberger ') hat nämlich sehr interessante Mittheilungen über die 
Trias in der Umgebung von Würzburg bekannt gemacht, welche gestat- 

' ) F. Sandberger. Beobachtungen in der Würzburger Trias. Ein Vortrag in der 
mineralogischen Sektion der deutschen Naturforscher-Versamml. zu Giessen 1864. Abgedr. 
in Würzburger naturw. Zeitschr. V. Bd. 



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ten dürften, eine auf sicherer Grundlage beruhende Vergleichung der alpinen und 
ausseralpinen Muschelkalkgebilde zu gestatten, als dies bisher möglich war. 

Demselben ist es gelungen, bei Würz bürg Rhynchonclla decurtata in- 
nerhalb des Wellenkalkes, der untersten Abtheilung des deutschen 
Muschelkalkes, aufzufinden. Folgende Gliederung wird in der dem Aufsatze 
angehängten Tabelle mitgetheilt: 

Obere Mergelschiefer (Myoplwria orbicularis) 
Schaumkalk 

Terebratelbank (Niveau d. Rh. decurtata) 

Wellenkalk / Dentalienbank 

Unterer Wellenkalk 

(zu unterst gradschiefrige Mergel) 

Wellendolomit 

n , , . ( Rothe Schieferthone (Roth) 

Huntsandstein \ , , . 

I Huntsandstein. 

In dem Niveau der Terebratelbank finden sich ausserdem noch (p. 209) 
Terebratula vulgaris var., parabolica Schaur., Terebratula angusta 8chl., 
Sptrifertna hirsuta Alb. Spirißrina fragilis Schi. sp. Da nun bei Marcheno 
ebenfalls Rhynchonclla decurtata und Spiriferina fragilis sich finden , muss 
man auch diese Schichten wohl in den Wellen kalk setzen. Das Gleiche 
gilt dann für die Kalke von Recoaro'), welche Rhynchonclla decurtata führen. 
Spirifer Mrntzelii fehlt bei W ü r z b u r g , allein sein Vorkommen mit 
Rhynchonclla decurtata bei Mikultschütz in Oberschlesien beweist, dass 
auch er dem Wellenkalk angehört, dass man Romit die Kalke von Daone (dem 
Hauptfundort des Sp. Mentzelü) mit denen von Marcheno in ein Niveau 
zu stellen hat. Ueberhaupt werden alle Virgloriakalke, insofern 
sie diese Brachiopoden führen, als Wellenkalk zu deuten sein. 

Da nunGypse und Rauchwacken der Lombardei und Tirols unter 
diesen Schichten liegen, müssen sie wohl zusammen mit den Schichten der 
Naticclla costata und Posidonomya Ciarai als alpine Aequivalente des ausser- 
alpinen Wellendolomits, als Grenzgebildo zwischen alpinen bunten Sand- 
stein und Muschelkalk aufgefasst werden. Sie würden dann dem nordalpinen 
Salzgebirge entsprechen. 

Es entsteht nun die Frage,- ob denn der deutsche Hauptmuschel- 
kalk, der Kalkstein von Friedrichshall , in den Alpen ganz fehle ? Be- 
stimmte paläontologische Beweise über das Vorhandensein desselben besitzen 
wir nicht und das aus der Gegend von Recoaro angeführte Vorkommen 



') 8chon Schauroth wies den Terebratelkalken von Rocoaro diese Stellung an. 



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von Ceratitis nodosus, welches allerdings darauf hindeuten würde, dass im 
Vi centini sehen oberer Muschelkalk anstehe, scheint mir nach den in 
Padua und Vicenza eingezogenen Erkundigungen nicht hinreichend er- 
wiesen. Jedermann kannte den Ceratites, aber Niemand hatte ihn. gefunden. 1 ) 
Zu beachten ist immerhin, dass Sandberger schon auf die Notwendig- 
keit einer Trennung zoologischer Provinzen im Muschelkalk aufmerksam 
machte und es scheint nicht unwahrscheinlich, dass der grössere Theil der 
Alpen zu der Zeit, als der deutsche Hauptmuschelkalk sich bildete, trocken 
lag. Dass übrigens zur Zeit der Ablagerung des obersten Wellenkalks 
(Terebratelbänke) in den Alpen Festland in der Nähe war, beweisen die 
bei Recoaro so häufigen und auch bei Pieve nachgewiesenen Pflanzen- 
reste unmittelbar unter den Halobiaschichten. 

Verbreitung der unteren Trias in Südtirol. 

Die Verbreitung des bunten Sandsteins und des Muschelkalks in der 
Lombardei ist aus der Studcr-Escherschen Karte und aus Hauer's 
Uebersicht bekannt. In einem langen zusammenhängenden Streifen ziehen 
sich die Konglomerate, Sandsteine und Kalke theils dem Glimmerschiefer, 
theils dem Thonschiefer der die Val Tellina südlich begränzenden Kette 
aufgelagert , von den Ufern des Corner See's in westöstlicher Richtung bis 
Cedegolo in Val Cammonica. Hier stossen sie gegen das, aus der 
krystallinischen Hauptkette der Alpen gegen Süden vorspringende Vorge- 
birge des Monte Adamello und Monte del Castello und umziehen 
dasselbe, anfangs auf der westlich gegen die Lombardei gewendeten Seite, 
dann südlich um so nach Tirol hinüberzustreichen. Da die Richtung des 
Adamellozuges eine auf die Richtung der Hauptkette ziemlich recht- 
winklige ist, ontsteht am Zusammcnstoss in der oberen Val Cammonica 
ein ziemlich rechtwinkliger Busen, den zunächst die untere Trias ausfüllt 
und so eine Mulde bildet, deren Nordtiügel an die Hauptkette, deren Ost- 
flügel an das Adamellogebirge sich anlehnt. Ersterem gehören die 
Sandsteine im oberen Val di Scalve hinter Dezzo, letzterem alle die 
an, welcho auf der Strecke von Capo di Ponte bis hinab nach dem Lago 
d'Iseo im Thaltiefsten von Val Cammonica zu Tage treten und die wir 
oben bei Erörterung der lombardischen Lagerungsverhältnisse näher kennen 
lernten. Zungenförmig von SO. her eingreifend liegen die jüngeren Schich- 
ten dieser unteren Triasmulde auf und werden vom Val di Scalve 
zwischen Darfo und Dezzo quer durchschnitten. Dies ist die Ursache der 



') Auoh 8chauroth hat Ceratites nodosws nicht gefunden. 



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prachtvollen Aufschlüsse, die dies Thal gewährt. Wir worden dieselben im 
nächsten Abschnitt noch weiter zu verfolgen haben. 

Den südlichsten Vorsprang der Monte Adameilogruppe, um die- 
sen Namen für die ganze Gebirgsmasse beizubehalten, den Monte Muffetto, 
umlagert die untere Trias ringsum, so dass derselbe als Insel aus dem 
breiten, von Val Cammonica nach Tirol hinüberziehenden Streifen 
sedimentairer Gebilde herausragt. 

In der nördlichen Umlagerung liegt der Pass Croce Domini, süd- 
lich die Konglomerate und Sandsteine im oberen Val Trompia, die aus 
Curioni's, Eschers und Hauer's Mittheilungen bekannt sind; von hier 
stammt auch das oben mitgetheilte Profil Curioni's, das ich als Ausgangs- 
punkt für die Gliederung der lombardischen Trias angenommen habe. In 
der Umgebung des Passes Croce Domini liegen die bestaubten Rauch- 
wacken und dunklen Kalke horizontal auf dem Sandstein und ziehen sich 
einerseits mit südwestlichem Einfallen nach der Umgegend von Breno und 
Esine in Val Cammonica, andererseits nach Val Bona in Tirol hin- 
über. Sie hängen mit denen von Pieve aber nicht unmittelbar zusammen, 
da die Porphyre und Sandsteine, wohl durch Hpätere Aktionen blosgelegt, 
hier auf mehrere Meilen zu Tage treten. 

Geht man von Bagolino auf der neuen Strasse nach dem österreichi- 
schen Grenzorte Lodrone hinüber, so sieht man links unten im Grunde 
des mehrere 100' tiefen Flussbettes die rothcn Sandsteine unter den Kalk 
nach Süden einschiessen. Sie bilden von hier an das westliche Gehänge 
von Val Bona bis nach Condino hinauf. 

Hier legen sich die Kalke auf, die bei Pieve im Profil beschrieben 
wurden und trennen die Sandsteine vom Thale ab. In Val Daone kann 
man die Trias quer durchschneiden und findet sie einige Stunden oberhalb 
den krystallinischen Gesteinen aufgelagert. 

Anmerkung: Ich überschritt das Gebirge zwischen Monte del Castello und 
Monte Campeglio 1 ), um so Ton Yal Poja, dem bei Cedegolo einmündenden Seiten- 
thale der Yal Cammonica, nach Yal Daone zu gelangen, und hatte dabei Gelegenheit, 
die eigentümliche 8chieferzone zu beobachten, deren bereits Es eher») aus den Um- 
gebungen des Lago d' Arno Erwähnung thut. Biegt man bei Isola in Yal Poja von dem 
breiteren Thale, in weichem der Passweg über das obere Yal di Fum nach Villa in 
Iudicarien führt, südöstlich ab und klimmt den wenig betretenen Fusspfad an den Wasser- 
fallen hinauf, die der Abfluss des Lago d'Arno bilden, so folgen da, wo man den See 
erreicht, auf Glimmerschiefer höchst eigenthümliche 8chiefergesteine, die Es eher mit den 

') Eine Karte dieser wenig bekannten Gebirge befindet sich in Petermann's geogr. 
Mitth. 1865 Heft I. 

*) Escher in Studer Geologie d. Schweiz I. p. 294. 



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1 



G2 



Weiter im Nordosten trifft man die untere Trias im Sarcathal, wo 
sie unter die gewaltige Vedretta di Nodis einschiebt. Nördlicher ver- 
schwindet sie dann (nach der Montanistischen Karte, auf der die Sandsteine 
und Theile der als unterer Alpenkalk (ua) bezeichneten Gebilde hierher ge- 
hören), um erst am Nordende des Val di Non wieder zum Vorschein zu 
kommen. Sie bildet hier die Unterlage jener nach Osten einfallenden 
jüngeren Dolomite, die am Etschthal bei Kaltem scharf abschneiden, 
und setzt sich jenseits mit dem grossen Porphyrplateau von Bötzen in 
Verbindung, dessen weitere Verbreitung bei Richthofen nachzusehen ist. 
Die zwischen Neumarkt und Trient dem Porphyr angelagerten Schichten 
hat Emmerich') genauer beschrieben. Es folgen hier auf die Sandsteine, 
die überall das charakteristische, leicht zu erkennende Glied bilden, dolo- 
mitische, hellere und dunkle Kalke, ohne echte Muschelkalkversteiuerungen, 

Silikatbildungen der Somma vergleicht. Syenit und dioritische Gesteine, auch reines Horn- 
blendegestein liegen in Blöcken umher, deren Ursprung ich nicht auffand. Den Pfad auf 
dem Nordufer des öden, unheimlichen Sees verfolgend, bteibt man für längere Zeit auf den 
genannten Schiefern. Es sind harte, kieslige, graue, grünliche Oesteine von sehr eigen- 
thumlichem Ansehen, etwa wie umgewandelte Thonschiefer nach Escher. Gerade bei der 
Grenzpyramide zwischen Lombardei und Tirol, am Kamm, bilden sie in Folge ihrer 
steilen Schichtenstellung einen zackig ausgeschnittenen Grat, der einer Festungsmauer nicht 
unähnlich aus dem Schnee herausragt. Jenseits in Tirol unter dem Lago di Caf sah 
ich wieder Glimmerschiefer anstehen, mit dem die grünen Schiefer in inniger Verbindung 
zu stehen scheinen, konnte die weitere Erstreckung desselben aber nicht verfolgen. Fuss- 
tiefer Schnee oben ain Pass, dichter Regen und Nebel nach unten Hessen mich und meinen 
der Gegend unkundigen Führer wiederholt den Weg verlieren, so dass bei der bereits 
kurzen Dauer eines Herbsttages, in dem der 12 Stunden weite Weg von Cedegolo bis 
Daune zurückgelegt werden musste, wenig Zeit zu genaueren Untersuchungen blieb. Da 
am Nordende des Lago d'Arno gegen den Monte Castello nach Esoher Granit 
ansteht, nördlich davon aber am Passe zwisohen Monte Castello und Monte Cam- 
peglio noch 8chiefer nach NU. streichend zu beobachten sind, so ist es nicht unwahr- 
scheinlich, dass, wie Escher schon vermuthete, die Granitmassen des Monte del Ca- 
stello und Monte Campeglio durch eine Schieferzone getrennt sind, die sich gegen 
Tirol nach O. hin mit der grossen Glimmerschiefermasse in Verbindung setzt, welche am 
Ostabhang des Monte Adamello die Unterlage des Thonschiefers und der untern Trias 
bildet. Auf der Montanistischen Karte würde dunu wohl in den Umgebungen von Val 
Danerba noch eine Glimmerschieferzone von dem Granit abzuscheiden sein. Die ver- 
schiedenartige Beschaffenheit der syeuitischen Gesteine des Monte Adamello gegen die 
mehr granitischen des Monte del Castello gewtune dann ein erhöhtos Interesse. Hand- 
stücke aus dem Val di Brate, einem nördlichen Seitenthale des Val Poja, die ich aus 
Blöcken, die vom Adamello herab gekommen sein müssen, schlug, bestehen aus üligukla*, 
Orthoklas, Hornblende, sehr wenig Glimmer und hfiufig eingesprengten Titanitkrystallen der 
in 8yeniten gewöhnlichen Form. 

') Emmrich Jahrb. Reichsanst. VIII. p. 295. 



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die aber tiefer als der Mendoladolomit Richthofen's liegen. Die Sand- 
steine enthalten nicht selten Fossilien, doch kaum bestimmbar. Myacites 
Fassaensis Wissm. scheint eine der häufigen Bivalven. Auch stimmt das 
Aussehen des Gesteins und die Art der Erhaltung der Petrefakten so sehr 
mit den Vorkommnissen am Monte Zacon und Recoaro, dass man nicht 
zweifeln darf, beiden Schichten dieselbe Stellung anzuweisen. 

Bei Trient, eine Mulde an dem früher genannten Thonschiefer bildend, 
ziehen unsere Gesteine sich in Val Sugana nach Osten. Südlich von 
Lago di Caldonazzo in Val Genta traf ich die Sandsteine mit den 
zahlreichen Bivalven und rothe Gesteine mit Gastropoden, denen von 
Monte Zacon gleichend. Lange bleiben nun die Sandsteine unter dem 
Geröllboden von Val Sugana verborgen, um erst am Monte Zacon in 
steiler Stellung von neuem herauszutreten und hinter Borgo, Val Sugana 
durchschneidend, nochmals sich der Beobachtung zu entziehen. Bei Strigno 
endlich sah ich die Gesteine, ganz wie am Monte Zacon, zum letzten 
Mal. Hier lagern unmittelbar über denselben die Gypse. 

Weiter im Venetianischen bilden die Sandsteine einen ausgezeichneten 
Horizont und auch die echten Muschelkalke scheinen sich zu finden, wenn 
auch palüootologisch noch nicht scharf bezeichnet. 

Wie ein Band umsäumen also die Gesteine der unteren Trias die jünge- 
ren Gesteine de» südlichen Tirols und bilden die Unterlage einer grossartigen 
Mulde, deren westlicher Flügel nach Osten gegen Tirol zu einschiebt, wäh- 
rend der östliche in seiner nördlicheren Hälfte in der Umgegend von Pre- 
dazzo und S. Cassian mehr flachgelegt ist, in seiner südlichen aber regel- 
mässig nach Westen einfällt. Um die Eckpfeiler des Monte Castello 
und der Cima d'Asta biegen sich dann die Flügel nach Westen und Osten 
herum, um in gerader Linie der Hauptrichtung der Alpen zu folgen. Isolirt 
legt südlich der Thalkessel von Recoaro unter den jüngeren Schichten die 
untere Trias nochmals blos. 

B. Obere Trias. 

Die verhältuissmässige Einförmigkeit, der wir in der Ausbildung der 
unteren Trias begegneten und die uns ein Auffinden von Aequivalenten für 
die in Südtirol beobachteten Schichten noch ziemlich leicht machte, ver- 
schwindet, sowie wir uns in die über dem Muschelkalk folgenden Schichten 
erheben. Beinahe jedes in den letzten Jahrzehnten untersuchte alpine Terri- 
torium bot neue Erscheinungen dar, die sich unter einander nur schwer in 
Verbindung bringen Hessen und den Grund zu jenen grossen Meinungsver- 
schiedenheiten über die Aufeinanderfolge und die Aequivalenz der ober- 



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triadischen Schichtengruppen abgaben, die noch lange nicht gehoben sind 
und uns im vorliegenden Falle gerade sehr nahe angehen, da über die 
lombardische obere Trias die Ansichten am weitesten auseinandergehen, 
diese uns aber für Südtyrol die nächsten Anknüpfungspunkte bietet. 

Zunächst ist man uneinig über die Grenze der Trias gegen den Lias, 
indem gewisse, unter den Namen Dachsteinkalke und Kössener 
Schi eilten seit lange in die Wissenschaft eingeführte Komplexe, von den 
einen noch zur Trias, von anderen bereits zum Lias gerechnet werden. Die 
Entscheidung dieser Frage hat immerhin ihre Bedeutung, jedoch ist dieselbe 
mehr theoretischer Natur, indem es sich nur um Meinungsverschiedenheiten 
um eine Formationsgrenze, nicht um Lagerungsverhältnisse handelt. Ich 
stelle vor der Hand diese Schichten noch in die Trias und beziehe mich zur 
Rechtfertigung eines solchen Verfahrens auf einige am Ende dieses Ab- 
schnittes befindlichen Angaben. 

Von tief eingreifender Bedeutung hingegen ist die Frage, ob gewisse 
weichere, merglig-kalkige Schichten, welche zwischen denen, die obere Trias 
vorwaltend zusammensetzenden Kalk- und Dolomitmassen sich vorfinden, 
wirklich bestimmte Horizonte einnehmen und somit zur Gliederung jener 
häufig versteinerungsleeren Massen dienen können und wenn sich eine be- 
stimmte Lagerung auch in manchen Gegenden nachweisen lässt, ob diese 
dann Anspruch auf allgemeine Geltung habe. 

Diese Frage Hess sich in den von mir besuchten Theilen Südtirols nicht 
entscheiden. Es fehlen hier manche anderswo deutlich entwickelte Schichten, 
oder sind zum Mindesten nicht hinreichend kenntlich ausgebildet. Doch aber 
erheischten manche Vorkommnisse, wie die Dolomite von Storo, die Ent- 
scheidung der Frage über ihre Stellung in der Trias. Es zeigten sich nun 
die Versteinerungen der genannten Lokalität übereinstimmend mit lom- 
bardischen Vorkommnissen, die aus eben jenen Schichten stammen, über 
deren Stellung noch so bedeutende Zweifel obwalten, so dass mir nichts 
übrig blieb, als mir in der Lombardei selbst Rath zu holen und dort Pro- 
file aufzusuchen, welche unzweifelhaft die Lagerung erkennen Hessen. Ich 
verfolge nun denselben Weg, wie bei der unteren Trias und theile die bereits 
bekannten Angaben anderer mit, denen ich an passender Stelle die eigenen 
Beobachtungen einfüge. 

Hauer in den Nordalpen. In der schon früher citirten Abhandlung 
Hauer's") finden wir zuerst die Lagerung gewisser rother, an ausgezeich- 
neten Ccphalopoden reicher Kalke aus der Umgegend von Hallstatt und 

') Gliederung der Trias u. s. w. Jahrb. geol. Keieh^anst. IV. p. ?ti>. IhjX 



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U5 

Ischl, die seit länger schon den Namen Haiistatter Kalke führen, 
genauer fixirt. Dieselben liegen auf schwarzen Glitte nsteiner Kalken 
und unter anderen, meist hellen Dolomiten und Kalken, welche eine grosse 
Bivalve nicht selten führen, die man mit Meyalodon triqtutcr Wulf, 
sp. identifizirte und späterhin, oft nur freilich nicht hinlänglich scharf, 
schlechthin nach dem Hauptfundorte, dem Dachsteingebirge, als Dach- 
steinbivalve bezeichnete. Die Trennung dieses sog. Dachsteinkalkes 
von dem Hallstatter blieb aber immerhin noch schwierig und war dort, 
wo auch die Hallstatter Kalke weiss sind und keine Versteinerungen 
führten, beinahe nicht durchzuführen. Bei einer späteren Aufnahme eines 
Durchschnittes der Alpen von Nord nach Süd') kam man um einen be- 
deutenden Schritt weiter, indem es gelang, in den Umgebungen von Raibl 
in Kämt he n Schichten mit Petrefakten abweichenden Charakters zwi- 
schen diesen Hallstatter- und Dachst ein kalken zu finden. 

Es Hess sich nämlich folgende Aufeinanderfolge feststellen. Auf Wer- 
fener Schiefer, welche, wie in den Nordalpen mit Guttenstei ner 
Kalken wechseln und im Ponta feigraben Myaeites Fassaensis, Avicuia 
Venetiana, NaticeUa costata führen, folgen hellgraue, weisse, seltner dunkle 
Dolomite, oft krystallinisch zusammengesetzt, mit drusigen Hohlräumen, in 
denen sich, ausser Hohlräumen, welche von Encriniten herzurühren schienen, 

Ammonites Aon Mnst. 

Ammonites Joannis Austritte Klipst. 

Ammonites Gaytani Klipst. 

Ammonites Jarbas Mnst. sp. 

fanden. 

Auf diesen Dolomiten liegen entweder die, wegen ihres schönen Farben- 
spiels bekannteil Muschelmarmore von Bleiberg oder die sog. Raibier 
Schichten. 

Die Muscholmarmore führen f ) 

Ammonites ßoridus Wulf. sp. 
Ammonites Joannis Amtriae Klipst. 
Ammonites Jarbas Mnst. sp. 
Die Rai b ler Schichten beginnen mit dunklen, beinahe schwarzen, 
dünnblätterigen Schiefern , welche 
Ammonites Aon Mnst. 
Halobia Lommeli Wiasm. 

•) Hauer. Ein geolog. Purebschnilt der Alpen von Pawau bii Duino. Sitiber. der 
math. nat. Klasse d. Wiener Akademie XXV. j>. '253. 1857. 
') Hauer in Haidinger naturw. Abbandl. Bd. I. 

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ßß 

und zahlreiche Fische enthalten. Hierauf folgen erst in bedeutender Mäch- 
tigkeit vorwaltend bräunlich gefärbte Mergelkalke und Mergelschiefer, mit 
der schon von Boue erwähnten ausgezeichneten Acephalenfauna. ') 

Ammonites Jarhas und Ammonites Joannis Austritte sind den Blei- 
berger Schichten und den sogenannten Cassianer Schichten gemein- 
sam, auch finden sich in den Kai b ler Schichten Petrefakten, welehe man 
von St. C assian kennt, Ii au er nahm daher keinen Anstand, alle drei 
Schichten in Parallele zu stellen und gemeinsam mit jenen untren Dolomiten 
der obern Trias zuzuweisen. 

Wenn jedoch schon früher von österreichischen Geologen diese Do- 
lomite als II all statt er Kalke bezeichnet worden waren, so verwahrt sich 
Hauer insofern gegen diesen Sprachgebrauch, als nicht etwa die Cassianer 
Schichten, welche hier auf Grund einiger Versteinerungen beigezogen wur- 
den, einen höheren, die Haiistatter Kalke aber einen tieferen Horizont 
einnehmen. Die Untersuchungen gestatteten zur Zeit nicht mehr, als alle 
diese Schichten gemeinsam in die obere Trias über die Guttensteiner 
und unter die Dachsteinkalke, welche auch hier bei Raibl das 
Hangende bilden, zu stellen. 

In Beziehung auf die Cassianer Ablagerungen wurden bald einige 
Modifikationen durch die Epoche machenden Untersuchungen nöthig, die 
ziemlich gleichzeitig Hauer, Gümbel, Pichler, Richthofen und 
Escher in den Nord- und Südalpen vornahmen. 

Auf einem Profil nach der Seisser Alp und dem Schiern beob- 
achtete Hichthofen über jenen bituminösen Kalken, die als Virgloria- 
kalk betrachtet wurden (h. o.p.49), eine Dolomitbank mit Xu 1 liporen, die 
an anderen Punkten auch Gastropoden führt (am Latemar). Hierauf fol- 
gen die „Buchenstcincr Kalke", hornsteinführende, wellenkalkähnliche 
Gesteine mit globosen Ammoniten und Jlalobia Lommeli. Auf den- 
selben liegen erst die eigentlichen Cassianer Schichten, ein mächtiges 
System von Tuffen mit eingelagerten Kalk- und Schieferbänken, das die be- 
kannte reiche Gastropodenfauna beherbergt. Halolna Lommeli und Ammonites 



') Nach neueren Hittheilungen 8tur's sollen aber bei Raibl die Verhältnisse an- 
ders liegen. Wenn das von Stur angegebene richtig ist, so mu«s man sehr gespannt sein 
auf das Erscheinen der geologischen Uebcrsichtskarte der nordöstlichen Kalkalpcn, indem 
dann vielleicht die ganzen bisher von Seiten der Mitglieder der Keichsanstalt entwickelten 
Ansichten über die Lagerung des Kalkes von H a 1 1 s t a 1 1 eine Modifikation erleiden. 
Meine, weiter unten mitgetbeilten Beobachtungen über Iotnbardi«che Verhältnisse stimmen 
aber mit der bisherigen allgemeinen Aufladung überein, der ich mich vor der Hand noch 
anschließen möchte. (Vrgl. Stur. Jahrb. geol. Reiclisanst. 18>>;>. Verh. p. 4 1 -> 



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fi7 

Aon sind all" den verschiedenen Schichten gemeinsam, erreichen aber in 
den sog. Weng er Schiefern an der Basis der Tuffe das Maximum ihrer 
Entwicklung. In einer Mächtigkeit von 3000* folgt der helle, krystallinische, 
drusige Dolomit de« Schiern, in welchem globose Ammoniten liegen. 

Das von demselben gebildete Plateau endlich krönen rothe, sandige 
Dolomite und dolomitische Sandsteine mit 
Chemnitzia alpina 1 ') Eichw. sp. 
Cardinia problematica Klipst. 
Pachycardia fuyosa Hau. 
Myophoria Kcfcrstrini Hau. 

Letztere Schichten zeigen durch ihre Petrefakten Verwandtschaft mit 
den Cassianer und mit den Kaibier*), sie geben aber dadurch, dass 
sie durch den 3000' mächtigen Dolomit des Schiern von den eigentlichen 
Cassianer Schichten getrennt sind, die erste Andeutung eines gesonder- 
ten höheren Niveau's der eigentlichen Raibier über den 
Cassianer Schichten. 

Diese Andeutung sollte bald durch Untersuchungen auf der Nordseite 
der Alpen zur Gewissheit werden. 

Westlich von den Salzburger Alpen, in denen, wie wir sahen, die 
Haiistatter unmittelbar auf den Guttensteiner Kalken liegen, tritt 
an der Grenze der unteren Trias eine Veränderung ein, indem die Mergel 
und Schiefer, die stellenweise noch mit Kalkbänken wechseln, in denen 
ächte Muschelkalkpetrefakten liegen, eine bedeutende Mächtigkeit gewinnen 
und da sie Hiüobia Loimndi, Buctrylliwn Schmidii und AdliophyUum speciosum 
führen, bereits als Theile der oberen Trias sieh zu erkennen geben. In 
dieser Erscheinungsweise von Gftmbel als Partnachschiefer bezeichnet, 
wurden sie durch einen grossen Theil von Südbaiern, sowie von Escher 
und Richthofen in Vorarlberg nachgewiesen. In den Gebirgen nördlich 
von Innsbruck seheinen sie durch Pichler's mittleren Alpenkalk wenig- 
stens theilweise vertreten zu werden. Es ist dien eine mächtige Reihenfolge 
weisser und grauer, petrographisch sehr verschiedenartiger Kalke und Mergel, 
die erst von hellen typischen Haiistatter Kalken (oberer Alpenkalk 
Pichler's) überlagert werden. In denselben liegen jene oben erwähnten 
Ammoniten, Orthoceratiten u. s. w. vom Kerschbuchhofe. 

Darüber folgen überall meist wohlgeschichtete Kalke und Dolomite mit 
globosen Ammoniten, Hulobia Lommeli, verschiedene Gastropoden, unter deneu 

') Nach Hauer, ein Bettrag zur Kenntniss der Fauna der Raibier Schichten, p. b. 
da*»elbe wie Chemnitzia Roathorni Hörn, von Unterpetzen. 
*) Hauer. Ein Beitrag p. 5. 

5* 



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Chniinitzia tfradata Hörn. 

Chcmnitzin twnida Hörn. 

Clumnitzid c.iimia Körn. 

Chmntitzifi Esdirri Hörn, 
von besonderem Interesse sind. Eine Keihe von Hey rieh bei Füssen in 
grauen thonigen Kalken entdeckter Echinudermenreste sind identisch mit 
Cassianer Arten, wie denn auch schon (Jümbel folgende Arten als dem 
nordalpinen Haiistatter Kalk mit den Cassianachichten gemeinsam anführt: 

Lit/iod* mhon sultdichottmiuhi Mnst. 

(Jalanwpora fibrosn Mnst. 

StrtHHnio)wrtt porosu Klipst. 

Tragus sponyiosmn Mnst. 

Emrimis cf. HHiformis 1 ) Lmk. 

Cidaris alatu Mnst. 

Pccttn tdtmxnis Mnst. 

J'hasiaucllu vnriubilis Klipst. sp. 

Anhnonitcs pismn Mnst. 

Amnionitis Aon Munt. 

Amnionitis Acluhna Mnst. 

(hthocims suhuudutnni Mnst. 
Im Muschelmarmor von Hall in Tirol findet sich auch der aus dem 
Hleiberger Muschelmarmor bekannte 

AmmoniUs floridus Wulf. sp. 
Als bezeichnendes Leitpetrefakt dieser Schichten führt zwar Rieht- 
hofen noch lirhodendronartig verzweigte Organismenreste an, deren sehr 
ähnliche in einem tieferen Niveau an der Mendola sich finden. Es kommen 
aber solche Dinge auch in der Lombardei in bedeutend höherem Niveau 
vor, und dürften dieselben also wohl ebenso wenig, wie das, was man 

Chaetetes unmdata Gumb. 

Nidhpora anmdlata Sehafh. 

Qastrochaena obtusa Stopp, 
genannt hat, eine grosse Bedeutung als Lcitfossilien beanspruchen. 

Weiter westlich in Vorarlberg fehlen eigentliche Hallstatter Kalke 
und ihre Stelle vertreten verschiedene theils mehr kalkige, theils rauch- 
wackenartige versteinerungsleere Gesteine, die Richthofen unter dem Na- 
men Arlbergkalke zusammenfasst. Nach unten wechseln sie mit schief - 

') Gewöhnlich als UUifvrmis angefahrt und dann besonder« in der Lombardei Ursache 
der Angabe echten Muschelkalk«, wo es sich um Haliatalter Kalke handelt. 



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rigen Gesteinen, in denen sich die eine oben erwähnte Hrtzia trujoufUa fand, 
deren Vorkommen mich diese Schiefer in den Muschelkalk stellen Hess. 

Die Decke aller dieser obertriadisehen Gesteine bilden nun jene gelb- 
braun verwitternden Mergelkalko und dunkelbraunen Sandsteine, die nach 
dem häufigen Vorkommen der Cardita cre.mita von Tiroler Geologen Cai - 
ditaschiehten genannt wurden. 

Sic führen gemeinsam mit den südalpinen Raibier Schichten 
Pccten filosun Hau. 

Perna ariciducformis Emmr. {BotUi Hau.) 

GerviUia bipartäa Mer. 

Mcguiodon carinthiacum Hone. 

Corbis Mellimji Hau. 
können also mit denselben als äquivalent angesehen weiden. 

Einstimmig führen uns also süd- wie nordalpine Untersuchungen zu 
dem Schlüsse, dass zunächst über dem Muschel kalke in diesen Raibier 
Schichten paläontologisch und stratigraphisch ein bestimmter Horizont 
gewonnen wurde, welcher die obertriadischen Kalke und Dolomite in zwei 
Gruppen zu trennen gestattet. 

l T eber diesen Raibier Schichten folgen überall die durch Mvynlodits 
trifjuetcr ausgezeichneten Dachsteinkalke (Hauptdolomit Gümhel'8). 
welche von den Küssen er Schichten (Rhätisehe Formation) und der 
denselben zugehörenden oberen Kalkbank (oberer Dachsteinkalk der öster- 
reichischen Geologen, Dachsteinkalk Gümbel's) bedockt werden. 

Hauer in der Lombardei. Wenden wir uns nun zurück nach den 
Südalpen und sehen, welche Resultate uns die dortigen Untersuchtingen über 
die westlichen Gebiete geben. 

Im Sommer 185G bereiste Hauer die Lombardei behufs einer karto- 
graphischen Uebersichtsaufnahme und veröffentlichte seine Beobachtungen 
in Verbindung mit den bereits bekannten, aber sehr in der Litteratur zer- 
streuten, im Jahrbuche der geologischen Reichsanstalt. Dem Aufsatze bei- 
gefügt wurde eine kleine Uobersichtskarte, die zwar nur als Vorarbeit der 
Detailaufnahme dienen sollte, aber dennoch von sehr grossem Werthe ist, 
da sie nächst der Studer-Escher'sehcn die einzige neuere Karte bildet, 
deren Bezciohnungswoise als allgemein verständlich gelten konnte. Die 
österreichischen Geologen waren uicht in der Lage, ihre Arbeiten in jenen 
Gegenden fortzusetzen. Ihre Stelle nahmen die italienischen Forscher mit 
Eifer ein und veröffentlichten eine Menge schätzenswerther Beiträge zur 
Kenntniss des Gebietes. Allein eine in grösserem Maassstabe gefertigte geo- 



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70 



logische Karte fehlt noch immer und dien ist um so mehr zu bedauern, als 
keiner der jetzigen lombardischen Geologen mit der Beschaffenheit anderer 
alpiner Gegenden bekannt ist und somit Systeme und Namen geschaffen 
wurden, welche dem mit dem Lande nicht Vertrauten ein Verständnis« 
wesentlich erschweren mussten. Eine Karte im Anschluss an andere Oebiete 
müsste so manche Meinungsverschiedenheiten beseitigen, die trotz der aus- 
gedehntesten Abhandlungen wohl noch lange bestehen werden. 
Hau er unterschied in der obern Trias folgende Glieder: 

1. Cassianer Schichten. Vorwaltend dunkel gefärbte, merglige und 
kalkige, in dünnen Bänken gesonderte Schichten, die unmittelbar auf dem 
Muschelkalk (Märchen o), wo dieser fehlt oder sich nicht nachweisen 
lässt, auf Rauch wacken und Huttens reiner Kalken aufliegen. Bei 
Angabe der Lokalitäten für diese und die folgenden Schichten bezog sich 
Hauer auf seine eigenen und besonders auf die Angaben Curioni's und 
Ragazzonis, die beide bis dahin die genauesten, besondere stratigraphi- 
schen, Untersuchungen in den lombardischen Alpen angestellt hatten. 

2. Esinokalkstein. In den Umgebungen des Ortes Esino, östlich 
vom Corner See, finden sich helle und dunkle Kalke, sowie Dolomite, die 
durch ihren ausserordentlichen Versteinerungsreichthum seit lange die Auf- 
merksamkeit auf sich gezogen hatten. Auf Grund der Identität einiger dort 
gefundenen Versteinerungen mit solchen aus den Nordalpen bereits beschriebe- 
nen, stellte Hauer diese Schichten in Parallele mit den liallstatter 
Kalken und wies ihnen ihre Stelle unter den Raibier Schichten an. 
Er wich hierin von einer früheren Auffassung EscherV) und Studer's 
ab, welche die Dolomite den Rai hier Schichten aufgelagert annahmen. 
Als einige Fossilien gab Hauer aus diesen Kalken an: 

Globose Ammoniten. 

Cltetnnitzüi Eseheri Hörn. 

Xatica Meriani Hörn. 

Hnlobiti Lomtwli Wissm. 
sämmtlich Arten, die man in den Nordalpen nur tiefer als die Rai hier 
Schichten liegend kennt. 

3. Raibier Schichten. Thcils dunkle schiefrige, kalkige und merg- 
lige Gesteine, theils rothe und grüne, lebhaft gefärbte Mergel und Sandsteine, 
welche häutig 

GerviÜia bipurtita Mer. 
Myophoria KefersMni Mnst. sp. 



') Kschrr. Vorarlberg [». HU. 



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71 



führen. Ihre Lagerung über Hauer'« Esinokalkstein wird von mehre- 
ren Orten nachgewiesen . 

4. Unterer Lias. Dachsteinkalk und Kössener Schichten (die 
ich noch mit der Trias verbinde). Kalke und Dolomite, denen dunklere, 
kalkige, thonige und merglige Schichten in unbestimmtem Niveau einge- 
lagert sind. 

Als besonders bezeichnend für die Kalke und Dolomite gelten die Car- 
dium und Megalodus, die Dachsteinbivalven der Nordalpen. Sowohl 
unter, als über den weichen Einlagerungen (den Kössener Schichten) sollen 
identische Arten liegen. Die Kössener Schichten beherbergen auch hier 
die in den Nordalpen bekannte reicho Fauna. 

Mit der Auffassung dieses Lias stimmte Curioni nicht ganz überein, 
indem er Cardinm triquetrum Wulf, als eine von Meijalodus sciitutus 
Schafh. bestimmt verschiedene Art ansah, so dass jene nur unter, diese nur 
über den Kössener Schichten sich finden sollten. Eine solche Drei- 
teilung hatte sich zwar stratigraphisch und petrographisch auch in den 
Nordalpen theilweise ergeben, allein Hauer hält sie nur für eine lokale 
Erscheinung. Immerhin lässt sich die Uebereinstimmung zwischen Hauer 
und Curioni sehr leicht herstellen, wie folgende Tabelle zeigt 1 ): 

Xordtirol und Vorarlberg nach Moria«, _ ... ,„ 

, , „ Lombardei nach Curioni. 

Ofimbel, Hauer etc. 

1. Dachsteinkalk 1 14. Schichten von Guggiate mit Meg. 

2. Kössener Schichten J ♦ sttUatus Schafh. 

3. Hauptdolomit 12. Dolomit mit C. triqmtrmu Wulf. sp. 

„ a , x 1 11- Schwarzer, poröser Kalk 

4. Cardita Schichten MO Ov 

Raibier Schichten ( ' , ~ 

J 9. Schichten von Dossena 

5. Kalkstein von Wildungen, 8. Esinokalk 
Tratzberg, Zugspitz u. s. w. 

6. Partnachsehiefer 7. Keuper und älteres S. Cassian. 

Stoppani in der Lombardei. Bereits vor Veröffentlichung des 
Hauer'schen Aufsatzes erschienen Stoppani' s Studii*), eine reichhaltige 
Arbeit über die lombardischen Alpen, besonders in Beziehung auf die Ver- 
theilung der Organismen in den verschiedenen Schichten. Die ganze Ab- 
theilung von denCassianer Schichten bis zu den Raibier (in Hauer's 



' ) Hauer. Uebersicht p. 4 * I . 

*) Stoppani. 8tudii geologici e paleontologici. Milano la'i^. 



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72 



Sinn), sind hier noch unter der gemeinsamen Bezeichnung ^oherer Theil der 
lombardischen Triaa", oder Formation von 8. Cassian zusammengefaßt. 
Eine scharfe Trennung einzelner Horizonte und zwar in einer von der 
Hau er 'sehen Auffassung sehr abweichenden Weise, veröffentlichte Stoppani 
später in den Atti della socicta geologica'). Dieser Aufsatz giebt eine Ueber- 
sicht über alle lombardischen Schichten und wir haben die hier fürVerru- 
cano und untere Trias geltend gemachten Ansichten bereits früherkennen 
gelernt. Da die über die obere Trias handelnden Abschnitte auch in der 
geognostischen Abtheilung des ersten Bandes der palaeontologie lombarde 1 ) 
wiedergegeben sind, mit deren Veröffentlichung Stoppani 1858 begann, 
folgen wir lieber der hier gegebenen Darstellung, da sie kürzer ist und die 
Resultate neuerer Untersuchungen noch berücksichtigt. Ein dritter Aufsatz 
über die Gliederung der lombardischen Trias endlich findet sich im 2. Bd. 
der Atti 1 ) nach Veröffentlichung des Anfangs der Palaeontologie. 

Drei Depots, sagt Stoppani, palaeontologisch und petrographisch aus- 
gezeichnet, finden sich nach der Ansicht aller Geologen in den lombardischen 
Alpen unter den Schichten, welche eine lin«so-jurassische Fauna beherbergen. 

1. Depot de l'Azzarola. Es sind dies die von Stoppani als zum 
Lias gehörig betrachteten Kössener Schichten und oberen Dach- 
st ein kalke deutscher Geologen. 

2. Depot des petrifications d'Esino. Dolomite und Kalke, in 
denen als „die verbreitetsten Arten in der Lombardei und die einzigen, 
welche uns leiten können auf dem Wege der Palaeontologie die klassischen 
Lokalitäten von Egino und Leuna ausserhalb der Lombardei wiederzu- 
finden," zu betrachten sind: 

Gastrochtwna obtttsa Stopp. 
Avictda exilis Stopp. 
Evinospongia cerea Stopp. 

Als von vielem Werth werden noch genannt: globose Aramoniten, 
grosse glatte Chemnitzien, gewisse mit Ornamenten gezierte Arten aus 



') Atti della »ocieta geologica resid. in Milann. Vol. I. 1K. : k>— J8"«9 p. 120. Spdtita, 
dpi 20 Marzo. 1RVJ. 

f ) A. Stoppani: Palaeontologie Lombarde I. Los petrifieation» d'E«ino. Milan. 
18f»8— 1860. p. 134. 

*) Resultati palaeontologie i e geologiei dedotti dallo studio dei petrefatti d'Esino. Atti 
della societa Italiana di neienzc ed arti. Vol. II. ßed. d. 1. Apr. 1860. p. 65. ( Die »ocieta 
Italiana bildet die Fortsetzung der societa geologica, von der nur ein Band erschien.) 



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73 



den Geschlechter Turbo, Trochus, Neritopsis, endlieh ein grosses 
Cardium, gewöhnlich als Cardimn triqueter bezeichnet. 

3. Depot ou groupo de Gorno et Dossena. Schwarze und schwärz- 
liche, auch gelbe Morgelkalke, oft merglige, grüne, rothe und gelbe Sand- 
steine mit 

Myojthoriu Kefersteini Mnst. sp. 
Myoconcha Lontbardica Hau. 
Myoconcha Curionii Hau. 
Gerviüia bipartita Mer. 
Gervülia Meriani Stopp. 
Preten filosus Hau. 

Diese Schichten sind dieselben, wie die von den deutschen (Jeologen 
als Raibier Schichten (Cardita-Schichten) bezeichneten. 

Auf einer Wanderung von Westen nach Osten durch die ganze Lom- 
bardei will dann Stoppani folgende These beweisen: das Depot von Esino 
liegt an der Basis einer grossen kalkigen und dolomitischen Masse, die 
der Formation von Azzarola und der Gruppe von Gorno und Dossena, 
welche durch die Fauna von Raibl gekennzeichnet ist, sich befindet, oder 
anders und kürzer gefasst: in der Lombardei ist die Fauna von Esino 
jünger als die von Raibl und älter als die der Schichten mit AvUula contorta. 

Man sieht, diese Auffassung ist der Hauer's ganz entgegen. Stoppani 
fuhrt dann eine Reihe von Lokalitüten an, an welchen die von ihm auf- 
gestellte Reihenfolge sehr gut zu sehen sein soll. Ich mache hier nur auf- 
merksam auf das über die Umgebungen des Val di Scalve Gesagte'), 
weil ich diese Lokalität selbst besuchte und später auf das von Stoppani 
Gesagte zurückkommen will. (S. u. p. 78 ) 

Am Ende wird noch folgende kleine Uebersicht gegeben: 

A. Lias 

a. Groupe de 1' Azzarola 

Schichten der Ä. contorta, Kössener Schichten 

1. Depot de l'Azzarola 

2. Depot des Schistes noirs marneuses. 

B. Trias Buperieur 

b. Groupe de la dolomie myoenne 

3. Dolomie moyenne proprement dite. (GastrocJiaena obtusq. Avi- 
cuia exilis. Evinospongia cerea. Cardium. Gastropodes.) 

') Pal. Lomb. Petrif. d'Ksino p. Mf>. 



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74 

4. Depot den petrifications d'Esino. (Esinokalk.) 
c. Groupe de Gorno et Dossena, Raibier Schichten. 
C. Trias inferieur (Muschelkalk). 

Das oben als Depot des petrifications d'Esino bezeichnete bekommt also 
hier den Xamen Groupe de la dolommie moyenne und die oben für das 
Ganze als bezeichnend angegebenen Arten stehen hier in Parenthese nur 
neben der Lntcrabtheilung dolomie proprement dite, während eine zweite 
Unterabtheilung, depot des petrifications d'Esino, palaeontologisch nicht näher 
bezeichnet ist. Man sollte also meinen, mit der letzten Benennung wären 
ausschliesslich die Schichten an der Lokalität Esino gemeint. Aus dem Texte 
ist hierüber mit Klarheit nichts zu ersehen, denn wenn es auch einige Male 
scheint, als wäre eine untere Abtheilung bezeichnet durch das Vorkommen 
der riesigen Gastropoden, so ist doch andrerseits von einer Mischung der 
Fauna wieder in der* Art die Rede, dass immer ein in einem Satz gewonne- 
ner Anhaltspunkt im nächsten wieder entschwindet. So ist in der Einleitung 
zu den Gastropoden zwar eine Eintheilung in 4 Depots versucht, allein es 
wird vorher bemerkt, dass dieselben keine „vraie importance scientifiquß" 
hätte. Wir müssen also wohl auf weitere Anhaltspunkte, als das oben Ge- 
gebene, verzichten. 

Curioni in der Lombardei. Von ganz besonderem Interesse ist 
eine neuerdings von Curioni veröffentlichte Abhandlung, die nach meinem 
Dafürhalten in hohem Grade geeignet ist, Mittel an die Hand zu geben, 
eine Erklärung zu jener, in so auffallendem Gegensatze zu allen andern in den 
Alpen angestellten Beobachtungen stehenden Auffassungsweise Stoppani's zu 
bieten. Curioni') kommt zu folgender Eintheilung: 

1. Lias. 

Dolomit, der sich in Kalk und in Oolith umändert und in welchem 
sich nie Mujalodiis iriqmter fand. 

2. Infralias. 

Bänke mit Avictda eontorUi und Mcyalodtts im mittleren Theil des 
Depots, indem Ac. cutitortu sich auch unten an der Grenze gegen den Dolomit 
unter 3 zeigt. 

3. Trias. 

a. Dolomit von Esino mit dem wahren Mnj. tritjuclcr und anderen 
Megalodusarten. 

b. Depot von Dossena mit (iervilliu bipartita und Keuperpflanzen. 

') Curioni. Sui giaeimenti motalliferi di Begano. Memorie del R. Ist. Lomb. di 
scienze etc. toI. IX. 



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75 



c. Dolomitiseher Kalk von Ardese. Haiistatter Kalk, mit Chera- 
nitzien und globosen Ammoniton. 

d. Depot von S. Cassian mit A. Aon und Kcuperpflanzen. 

e. Muschelkalk. 

Vergleichen wir diese Einteilung mit der früher von Cnrioni ge- 
gebenen (p. 71), so finden wir dieselben Abteilungen der grossen Gesteins- 
gruppen wieder: unter seinem Infralias (den ich noch zur Trias rechne) 
und über dem Muschelkalk liegen zwei kalkig merglige Horizonte und 
zwei dolomitische, die mit einander abwechseln, nur ist die über den 
Schichten mit G. bijxirtita liegende Masse hier als Rsinokalk bezeichnet, 
anstatt dass früher für die unter diesen Schichten liegende Masse dieser 
Name vindizirt wurde. 

In übersichtlicher Darstellung haben wir also: 

1855. 1863. 

Lias 
Infralias 

Av. contorta. Megalodon. 14. Schichten von Guggiatc mit 

Trias Meg. svutatus 

a. Esinodolomit 12. Dolomit m. Cardium triqtteter 

b. Depot von Dossena mit G. 9-11. Kalke und Gypse. Sch. v. 
bipartitu Dossena 

c. Kalk von Ardese 8. Esinokalk 

d. S. Cassian 7. Keuper u. älteres S. Cassian. 

e. Muschelkalk 

Es ist sehr beachtenswerth , dass ganz neuerdings, also auch nach 
Stoppani 's Publikationen. Curioni erstens eine Dolomit- und Kalkmasse 
unter den Schichten der Gcrvillia biixirtita aufstellt, welche sich dem Hall- 
ntatter Kalke vergleichen lässt. dass er sodann Cassianschichten und 
Dossenaschichten trennt, die Stoppani für ein Depot hält, dass er end- 
lich, um es kurz zu sagen, die Schichten, die man in Deutschland Haupt- 
dolomit und unterer Dachsteinkalk nennt, als Esinokalk bezeichnet. 

Eigne Beobachtungen in der Lombardei. Ich habe nun die 
hauptsächlichsten über die obere Trias der Lombardei bekannt gewordenen 
Eintheilungen angegeben und gehe an die Beschreibung einer Lokalität, 
die mir ganz besonders geeignet scheint, die Aufeinanderfolge der Schichten 
zu zeigen. Sie ist auch insofern von Interesse, als sie von Curioni, 
Escher, Hauer und Stoppani bereit« erwähnt, aber kein Profil über 
den ganzen Komplex mitgetheilt wurde. 



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76 



Vcrlässt man die, Val Cammonica in seiner Länge durchziehende 
Hauptstraße zwei Stunden nördlich vom Nordende des Lago d'lseo, 
bei dem einzelnen, Oasa di Boario genannten Hause und wendet sich 
auf dem Fahrwege nach Gorzone, so trifft man bei S. Rocco die 
bereits oben erwähnten, rothen, mit wulstigen Erhabenheiten bedeckten 
Sandsteine und hinter (iorzüne gegen Tcrzano die Kalke und Rauch- 
wacken des Muschelkalkes. Auf der gegenüberliegenden Seite des Flusse* 
bei dem Orte Angolo nimmt eine neue Strasse ihren Anfang, die das 
Val di Scalve hinauf bis nach Dezzo geführt werden soll und bereits 
so weit au« dem Felsen gesprengt ist, das« sie von Fussgängern benutzt 
werden kann. Folgen wir derselben, so treffen wir '/•> Stunde hinter Angolo, 
wo man un den Wiesen und Geröllströmen, die links vom Gebirge herab- 
kommen, zuerst wieder festes (testein bemerkt, dünnplattige , graue, bis 
intensiv schwarze Kalke in dünnen, mannigfach gewundenen Schichten 
an , in denen sich häufig Jlalobia Lommcli, globose und ceratitenartige 
Ammoniten finden. Prachtvoll entblösst sind di$se Kalke in den merk- 
würdigsten Windungen und Knickungen zu beiden Seiten des engen Tobels, 
der in einer Tiefe von etwa SO' neben der Strasse liegt. Gänge eines 
schönen dunklen Porphyr s mit deutlich ausgeschiedenen Feldspathkryst allen 
(wie es scheint Oligoklas) durchbrechen die Schichten und bilden an der 
Berührungsfläche sehr ausgezeichnete Breccien, aus eckigen Kalkstücken, im 
Porphyrteige eingebacken, bestehend. Vom Einfallen ist wegen der 
Knickung der Schichten wenig zu sehen, doch ist dasselbe im Allgemeinen 
gegen S\V. sehr sanft. Die Strasse, sowie das mitgetheilte Profil liegen 
nicht ganz rechtwinklig gegen die Schichten, sondern durchschneiden schief 
eine vom Beschauer abfallende Mulde. Auf die dunklen Kalke folgen, 
dieselben deutlich überlagernd, helle graue Kalke in mächtigen Bänken mit 
nur schwach angedeuteter Schichtung. Bezeichnend für sie ist eine sehr 
eigentümliche Struktur, die von jeher die Aufmerksamkeit auf sich zog. 
Esc her 1 ) erwähnte derselben schon und bildete ein solches Gesteinsstück 
eben aus diesem Thale ab. Bundliehe, eckige oder nierenförmige Kalk- 
stückc, mit feiner Querfurchung versehen, sind umgeben von mehreren, die- 
selben umhüllenden konzentrisch gefaserten Kalkschalen. Verschiedene so 
gebildete Massen berühren sich an einzelnen Punkten und die leeren Zwi- 
schenräume sind dann wieder von fein mäandrisch gezeichneter Kalkmasse 
ausgefüllt, so daas das Ganze ein festes Gestein bildet. Einzelne halbkuglige, 
kegelförmige Massen ragen da. wo das Gestein zum Strassenbau verwendet 



') Bronn, Loonh. Jahrb. IMti. Taf. VI. p. i. 



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77 



wurde, frei aus den Wänden heraus und diese gewinnen dann das Ansehen 
des Inneren einer Tropfsteinhöhle. Ob man es mit Petrefakten oder Oolithcn 
zu thun hat, blieb Escher zweifelhaft. Wenn es Korallen sind, wie Stoppani 
annimmt, der diese Dinge als Kvinospotujw cerea abbildet, so dürfte dies 
nur von den inneren Massen gelten, die allerdings mitunter verzweigt sind; 
die die Zwischenräume ausfüllende Kalksubstanz und die Schalen sind aber 
jedenfalls nur Produkte eines Niederschlags oder einer Ausscheidung. Von 
unzweifelhaften Versteinerungen sah ich sonst nur Ammonitendurchschnitte 
und Enerinitensrielglieder (Rad. cf« liliiformis). Diese Kalke, die durch den 
Bau der neuen Strasse in einer ausgezeichneten Weise entblösst sind, halten 
an bis etwas vor dem Orte Dezzo, wo ein Seitenthal einmündet. Hier 
trifft man wieder die schwarzen Kalke mit Halobia Lomtueli und A. Aon 
und 0Iobo8en, darunter Amimmks gibbus n. sp., in ausgezeichneter Ent- 
wickelung in dem nach Colere hinaufführenden Thale und östlich von 
diesem Orte, wo sie den gewaltigen Koloss der Pro sola na unterteufen 
und sich mit denen bei Angolo beobachteten in Verbindung setzen. In 
den Umgebungen von Colere hat man für bauliche Zwecke die Platten 
öfter aufgebrochen und man sieht auf Thürschwellen u. s. w ., ganze Flächen 
mit Halobia Lommeli bedeckt. Schöne Ammoniten liegen auf den Platten 
der Einfassungsmauer der kleinen Brücke zwischen den beiden getrennten 
Theilen des Ortes. Weiter aufwärts im Val di Scalve gegen Schilpario, 
lassen sich die unterliegenden Rauchwaeken und der Servino beobachten, 
so dass man in umgekehrter Reihenfolge dieselben Schichten hat, wie wir 
sie Eingangs bei Angolo fanden. Wenden wir uns nun zur Betrachtung 
jener gewaltigen Gebirgsmassc, die in der Presolana ihren Gipfel erreicht 
und deren Unterlage wir so eben kennen gelernt haben. Wir gehen zurück 
auf die neue Strasse bis etwa zu dem Punkte, der unter dem Giogo di 
Castione liegt und klimmen auf beschwerlichem, aber sehr instruktiven 
Pfade in einem der Wasserrisse nach den um die einzelnen Spigolo und 
Padone genannten Häusern gelegenen Alpweiden empor. Bis zu einer 
Höhe von etwa 1500' über dem Flusse hält der Kalk an, wird aber dann, 
wo das kleine Plateau mit den Hütten beginnt, von dunklen, leberbraun 
verwitternden Mergelkalken überlagert, in denen ich in Menge 

Myophoria Kefersteini Mnst. sp. 

Gervillia bipartita Mcr. 

Pecten ßlosus Hau. 

und eine ausgezeichnete Chemnitzie sammelte. Es ist dies die bekannte, 
schon von Curioni, Hauer und Stoppani zitirte Lokalität für Raibier 
Fossilien. Dass grade hier Stoppani die selbständige Entwicklung der 



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78 

Kalke mit riesenoolithischer Struktur (J'Jtinosj)onyia arca St.) zwischen den 
Halobienschichten und den Schichten mit Gcrr. Inpartita entging, ist 
auffallend. Höher hinauf gegen da« Giogo stellen «ich dolomitisehe und 
sandigmerglige Gesteine ein, wie man denn unmittelbar am Wege vom 
üiogo nach Dezzo gelbe dünnschichtige Mergelschiefer anstehen sieht, die 
unter sieh die Presolana zu ziehen scheinen. Ich konnte dieselben weiterhin 
nicht verfolgen, doch giebt sie Prof. Curioni daselbst als die l'resolana unter- 
teufend an. 1 ) 

Setzen wir unsre Wanderung vom Giogo abwärts nach Castione 
fort, so treffen wir nach etwa 1 Stunden dicht hinter Castione am Monte 
Varö rothe, bunte Sandsteine, welche zur Haibier Gruppe gehören und 
eine Fortsetzung der unter dem Giogo bilden. Darüber am Monte Pora 
stehen helle Dolomite an, die ausser Avkula exilis noch andere Versteiner- 
ungen von Stoppani's Fauna von Exino fuhren, wie denn von hier an 
allerseits über die Lagerung der höher folgenden Schichten kein Zweifel 
mehr unter allen Beobachtern besteht. Unter den Monte Pora in Val 
Supina beobachtet man folgende Aufeinanderfolge der Schichten, die ich 
einer gefälligen Mittheilung Herrn Curioni's verdanke. Ich setze sie um 
so lieber her, als Hie auf der Südseite der Gebirgsmasse, mit der wir uns 
beschäftigen, ganz dieselbe Reihenfolge erkennen lässt. wie ich sie soeben 
auf der Nordseite in Val di Sealve beschrieb. 

1. Heller, unten dunkler Dolomit von Ksino mit Ar. exilis etc. 

2. Bänke mit (i. biimrüta. Keuper. 

3. Dolomitischer Kalk mit Bleiglanz in dünnen Adern. Chemnitzia. 

4. Kalk mit dünnen Bänken mit Halobia Lonimeli und Ammoniten. Muschel- 
kalk und S. Cassian. 

5. Gyps. 

(>. Rauchwacke (cargneule), calcare farinono. 

7. Bunter Sandstein und Servino. 

7. G. 5. und noch ein Theil von 4 gehören zur untern Trias. Die Rauch- 
wacken, auch als cargneule oder calcare farinoso bezeichnet, sind ein in ihrer 
petrographischen Beschaffenheit leicht wieder zu erkennendes Glied und der 
Ausdruck mehliger Kalk (calcare farinoso) ist sehr passend, wie denn schon 
Escher*) dasselbe Formationsglied am passo Croee Domini treffend als 
„gelb bestaubten doloinitischen Kalkstein'' bezeichnet. Die scharfe Grenze 
zwischen unterer und oberer Trias liegt nach meiner Auffassung in 4, nur ist 



') Nach «'inem brieflich mitgeteilten Profil. 
') Shider. Geol. d. 8chweiz. I. p. J46. 



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dieselbe sehr schwer aufzufinden wegen der Seltenheit oder des gänzlichen 
Fehlens ächter Musehelkalkpetrefakten. Da die Gesteine petrographisch sich 
sehr ähnlich sind, stellt sie Curioni als ein Glied mit der Bezeichnung 
Muschelkal'k u. S. Cassian hin. Für Nr. 2 nimmt Curioni wegen der 
Pflanzenvorkommnisse und der petrographischen Aehnlichkeit mit ausser- 
alpinen oberen Keuper den Namen Keuper in Anspruch. Dagegen ist nur 
zu bemerken, das«, wenn man den ausseralpincn Namen Keuper in die 
alpine Geologie einführen will, man ihn dann auch für den ganzen Komplex 
anwenden muss, der in den Alpen zwischen denjenigen Grenzen liegt, die 
ausserhalb derselben den Keuper bezeichnen, also zwischen Muschel- 
kalk und achtem Lias. Auf einen einzelnen Horizont innerhalb dieser 
Grenzen allein angewandt, giebt der Name in den Alpen zu leicht zu Miss- 
verständnissen Veranlassung, indem die guten, durch den Muschelkalk 
nach unten, die Kössener Schichten nach oben gegebenen Grenzen nicht 
die Bedeutung erhalten, die ihnen als den beiden sichersten Anhaltspunkten 
für inner- und ausseralpine Parallelen beigelegt werden muss. Diese Auf- 
fassung war denn auch bei der GümbeTschen Bezeichnungsweise, der ein- 
zigen, die bisher mit Consequenz für alle alpinen Formationen ausseralpine 
Namen in Anwendung brachte, maassgebend. 

Theils um auch die Ausbildung der noch über denen, in obigen Profilen 
mitgetheilten Komplexen liegenden Schichten kennen zu lernen, theils um 
einige ausgezeichnete Petrefaktenvorkommnisse namhaft zu machen, wenden 
wir uns noch etwas südlicher nach den Gebirgen, welche das Ostufer des 
herrlichen Lago d'Iseo bilden, übersteigen dieselben dann und gelangen 
nach den so häufig genannten Thälcrn Val Trompia und Val Sabbia. 

Von Volpino gegen SO. verbergen sich die Schichten mit G. bipartila, 
und alle tiefer liegenden auf eine Stunde unter den gewaltigen Geröll- 
massen, die der Oglio am Nordende des See's zusammengeschwemmt hat. 
Jenseits des Thaies über Pisogne treten Kalke und dolomitische Gesteine 
an den Abhängen des Monte Anguina auf und oben an dem zwischen 
Monte Anguina und Corno dei trento passi von Pisogne und To- 
line nach Zone führenden Passe, stehen in prachtvoller Entwicklung und 
reich an Fossilien wieder die Raibier Schichten an, sich nach Zone hinab- 
ziehend und den Grund des gegen den Monte Marchione hinaufziehenden 
Thaies ausfüllend, lieber ihnen lagern, den steilen westlich vom Monte 
Marchione nach dem See zu laufenden Bergrücken bildend, helle drusige 
Dolomite, ganz erfüllt mit Av. exilis, Gastrochäna ähnlichen Gebilden und 
Gastropoden, in deren Fortsetzung unten am Seeufer die Strassenarbeiten 
schöne Durchschnitte der Dachsteinbivalven frei gelegt haben. Das süd- 



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80 



lieh von diesem Kücken folgende Thal ist wiederum in weichen Gesteinen 
ausgewaschen und man sammelt in demselben Terebratula Scftafhäutli Stopp., 
wie denn auch Stoppani diese Schichten als seiner Azzarolagruppe , d. i. 
den Kössener Schichten angehörend, betrachtet. 

Es ist interessant, nachdem man die petrographische Beschaffenheit dieser 
ganzen Schichtenreihe an Ort und Stelle studirt hat, eine Fahrt auf dem 
See in hinreichender Entfernung vom Ufer zu unternehmen. In sehr auf- 
fallender Weise giebt sich dann der Einfluss der petrographischen Beschaffen- 
heit auf die Konfiguration der Erdoberfläche und die Vegetationsdecke zu 
erkennen. Schroff und baumlos in prallen Wänden steigen die Dolomit- 
massen auf mit scharfen Graten und spitzen Zacken von weisser Farbe, scharf 
abstechend gegen den tiefblauen Himmel. Zwischen denselben liegen in 
sanft gerundeten Formen die Thäler, aus den klaren Fluthen des See's in 
anmuthigem Wechsel schwellender Wiesen und kleiner mit üppigen Wein- 
und Kastaniengärten bestandenen I'lateau's aufsteigend. 

Der Rücken südlich von dem genannten, in Kössener Schichten einge- 
schnittenen Thal (auf der Stabskarte als Yal Opol bezeichnet), besteht aus 
grauen, theils oolithischen Kalken in wohlgeschichteten Bänken, die sich in 
SO. Streichen hinüber nach Val Trompia verfolgen lassen, wo sie bei Gar- 
done den Berg Domaro zusammensetzen, dessen Fossilien Lias anzeigen. 
Auf der andern Seite von Val Trompia in dem kleinen bei Sarezzo ein- 
mündenden Thale liegen reich entwickelte Kössener Schichten mit Bac- 
tryllien und unter denselben, den Abhang des Monte S. Emiliano bildend, 
helle drusige Dolomite mit sehr zahlreichen Fossilien, aus denen ich her- 
vorhebe : 

Turbo solitarius n. sp. 
Natica inaer ta n. sp. 
Turritelia JjOtnbardica n. sp. 
Turritelia Trompiana n. sp. 
Modiola pupa Stopp. 
MyoconcJui Brunneri Hau. 
Gervillia sahafa Brunn er. 
Gervillia cf. jmiecursor Qu. 
Avicula exilis Stopp. 
Gastrochaena sp. 

In der Fortsetzung dieses Dolomits bei Sarezzo liegt in Menge Mega- 
lodus triqutter Wulf. sp. 

Noch weiter SO., bei Caino, enthalten dieselben Dolomite, unmittelbar 
unter petrefaktenreichen Kössener Schichten, dicht an der von genanntem 



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81 



Orte nach Val Sabbia führenden Strasse die prachtvollen Exemplare von 
Diecrocardium Jani Stopp. 1 ) Das Gestein ist zwar durch Sprengen 
leicht in grossen Blöcken zu gewinnen, doch hält es schwer, aus dem bröck- 
ligen Dolomit die bis 1' grossen Bivalvon unversehrt herauszulösen. 

Resultate aus den mitgethcilten Untersuchungen. 

Ein Blick auf die ebon skizzenhaft mitgetheilten bisherigen Untersuch- 
ungen in der oberen alpinen Trias zeigt, dass sich im Wesentlichen nur 
zwei verschiedene Ansichten gegenüber stehen: einerseits Stoppani's, der 
in seinen GervilHa hipartüa führenden Schichten von Gorno und Dossena 
die Basis der gesammten oberen Trias sieht, und dieselben auf den Muschel- 
kalk folgen lässt, andererseits Curioni's, Ragazzoni's und sämmtlicher 
ausserlombardischen Forscher, welche über dem Muschelkalk und unter den 
Schichten der Gervillia biparlita (Cardita Schichten, Raibier Schich- 
ten) noch einen mächtigen Komplex theils dunkler, kalkig-plattiger, dünn- 
schichtiger, theils heller kalkig dolomitischer, nur undeutlich, oder gar nicht 
geschichteter Massen unterscheiden (Cassianer Schichten, Hallstatt er 
Schichten u. s. w.). Mit letzterer Ansicht lässt sich ganz ungezwungen 
mein aus dem Val di Scalve mitgetheiltes l'roril in Uebereinstimmung 
setzen. Ueber dem Muschelkalk, den ich hier nicht nachweisen konnte, 
der sich aber nach Curioni's Andeutungen in geringer Entfernung findet, 
folgen die Halob Umschichten, auf diese die Riesenoolithe und diese 
werdeu überlagert von den Raibier Schichten. Darüber erst kommt eine 
zweite Dolomitmasse. Ich eonstatire also hier zunächst die vollkommene 
Uebereinstimmung der ostlombardischen mit den übrigen alpinen Verhält- 
nissen, indem ich etwas eingehender auf die einzelnen Unterabtheilungen 
eingehe und gebe erst weiter unten die Nachweise, welche zur Aufklärung 
der abweichenden Anschauungen Stoppani's dienen können. 

Untere Abtheilung der oberen alpinen Trias, llallstatter und 

Raibier Gruppe. 

Auf den Guttcnsteiner- und Muschelkalk folgen entweder sogleich mäch- 
tige Kalke mit zahlreichen Cephalopoden und Mono tis salinariu (II allst att, 
Raibl) oder sehr mannigfach petrographisch entwickelte Gesteine, welche als 
l'artnac h schichte n (Südbayern, N ordtirol, Vorarlberg), mittlerer 
Alpenkalk z. Th. (bei Innsbruck und Umgegend), Wenger Schiefer, 
Buchensteiner Kalke, Cassianer Schichten (Südtirol), S. Cas- 



') 8toppani. Palaeont. Lomb. III. Ser. Append. p. 248. Tab. 41—50. 

6 



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82 



siano, unteres 8. Cassian (Lombardei) benannt wurden. Wo diese 
letzteren Gesteine entwickelt sind, folgt die Hauptmasse der Dolomite und 
Kalke erst über denselben. Gemeinsam ist allen diesen Schichten das Vor- 
kommen von Hulobia Lomnwli, (in den Kalken Monotis salinaria) und ge- 
wisser Ammoniten, unter denen besonders Ammonites Aon zu nennen ist, 
der das Maximum seiner Entwicklung aber in den untersten Schichten er- 
reicht und nach oben seltener wird, um in der Raibier Gruppe ganz zu 
fehlen. Auffallend und weiterer Untersuchung bedürftig erscheint noch der 
Mendel adolomit R i c h t h o f e n's als eine Dolomitmasse mit obertriadischen 
Fossilien unter den Halobienschichten, sowie das ähnliche Auftreten 
der Dolomite bei Raibl 1 ), die ebenfalls unter Schiefern liegen sollen, welche 
llalobia Lommeli und globose Ammoniten führen. 

Man kann, ohne die durch sichere Beobachtung gegebene Basis zu 
verlassen, mit einem Namen die über dem Muschelkalk und unter den 
Schichten der Gen Uliabipartita liegenden Schichtenkomplexc als Haiistatter 
Gruppe zusammenfassen, welche bei einem auffallenden petrographischen 
Wechsel doch gewisse gemeinsame paläontologische Eigentümlichkeiten 
zeigt, die sie als ein zusammengehöriges Ganze kennzeichnen. Diese be- 
stehen in dem Vorkommen der oben genannten Fossilien, die im besonderen 
noch die kalkig-thonigeren Ablagerungen bezeichnen, während für die hellen 
Kalke und Dolomite eine Reihe ausgezeichneter Cephalopoden, deren Listen 
bei Hauer und Gümbel nachzusehen sind, sowie eine Reihe von Gastro- 
poden hinzukommen. 

Ein negatives Kennzeichen scheint das gänzliche Fehlen des echten 
AJegalodtis triquetcr Wulf, zu sein, der nur an wenig einzelnen Punkten 
durch eine nahe stehende Form, den Megatodtts colttmbella Gümb. ver- 
treten wird. 

Innerhalb dieser so begrenzten Haiistatter Gruppe treten nun eine 
unendliche Menge petrographisch verschieden ausgebildeter Schichten mit 
mancherlei zoologischen Facies auf. Im Allgemeinen steht aber der Wechsel 
in der unteren Abtheilung scharf im Gegensatz sowohl zu der Einförmigkeit 



') Soeben erhalte ich die Mittheilungen Stur's in Verhandl. des Jahrb. der geolog. 
Reiehsansl. l.SC;». p. 11. Wenn die dort nur angedeuteten Verhältnisse näher auseinander- 
gesetzt sein werden, dürfte man einer Gliederung der oberen alpinen Triaa im Horizonte 
schon näher kommen. In wiefern Stoppani's Versetzung der Ksinofauna über die Raibier 
Schichten dieselbe mit der Halbtatter Fauna gleichzeitig mache, ist mir aber nicht ver- 
ständlich; ileiin wenn auch bei Raibl der Dolomit zwischen Wenger Schiefern und echten 
Raibier Schichten fehlen sollte, so steht doch wohl die Lagerung des Haiistatter Kalke» 
unter den Raibier Schichten in den Nordalpen noch fest. 



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I 



83 



der Muschelkalkschichten, die überall einen ähnlichen Charakter bewahren, 
als auch zu der der obern Abtheilung, wie das von Richthofeu') insbe- 
sondere für die Umgebungen von St. Cassian bereit« hervorgehoben wurde. 

Die Grenze gegen den Muschelkalk ist eine zoologisch so scharfe, 
dass eine Abtrennung der HalobiaHchichten unbedingt geboten erscheint. 1 ) 
Nach oben setzen einzelne Arten in die Raibier Schichten fort, allein keine 
Ualobien und was besonders interessant ist, keine* Ammoniten 1 ). E* findet 
also hinreichender Zusammenhang statt, um beide Sehichtenkomplexe in eine 
grossere Abtheilung zu vereinigen, aber auch hinreichende Unterschiede und 
zwar recht wesentliche sind vorhanden, um sie innerhalb derselben auseinander- 
zuhalten. Denn das Fehlen einer ganzen Molluskennbtheilung, die an bestimmte 
Bedingungen ihrer Existenz gebunden ist, wie die Cephalopoden, zumal wenn 
auch die petrographische Beschaffenheit der Schichten beweist, dass die Meere, 
aus denen dieselben gebildet wurden, sehr verschiedener Natur waren, scheint 
ein genügendes Moment für eine Trennung. Also Ruhe und Einförmigkeit zu 
Ende der unteren Trias, ein reicher Wechsel der verschiedenartigsten petro- 
graphischen und paläontologischen Verhältnisse, die aber doch ein gemeinsam 
umschlingendes Band haben, das man nicht, ohne der Natur Zwang anzu- 
thun, zerreissen darf, in den unteren Schichten und endlich wieder eine 
verhältnissraässige Ruhe und über weite Strecken gleichartige Ausbildung 
gegen die Mitte der oberen Trias — das sind die Haupteigenthümliehkeiten 
der drei Abtheilungen, die ich als Muschelkalk, Haiistatter und 
Rai b ler Gruppe bezeichne. 

Zur Haiistatter Gruppe und zwar zur unteren Hälfte derselben rechne 
ich: die Fisch- und Reptilschichten von Perlcdo und Varenna, die 
Halobienschiehten der ganzen Lombardei (besonders in Val Cam- 
monica, Val Trompia u. s. w.), Südtirols (Pieve), sowie mancherlei 
Ablagerungen in Richthofen's Untersuchungsgehiet (Buchensteiner 
Kalke, Fischschichten von Corfara, Wenger Schiefer, Cassianer 
Schichtenfolge) in Val Sugana und dem ganzen Venetianisehen. 
Auf der Nordseite der Alpen die Partnachschiefer theilweise und Theile 
des mittleren Alpenkalks bei Innsbruck, die Knol 1 enk ul ke vom 



') Richthofen. Beschreibung, p. 7:5. 

*) Wegen des angeblichen Durchgehen* der Voltzia hfterophi/Ua von den Seiner 
Schichten möchte ich kaum die Wenger Schiefer dem Muschelkalk (unehlichen. Die 
UaJobia Ixtmmeli scheint mir ein stärkere? Hand für Meeresablagerungen , als sekundär 
herbeigeführte Pflanxenrente. Verhandl. der geolog. Reichsanstalt. iHiÜ. 2\. Febr. p. 13. 

*) Hauer erwihnt nur einiger weniger i. Th. nicht recht sicherer Vorkommnisse. 

6* 



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84 



Kersch buchhofe, die Reiflinger Kalke , )(P). Zur oberen Abtheilung: 
gewisse später noch genauer zu erforschende Dolomite am Monte Salva- 
tore bei Lugano*) und in den Umgebungen von Esino und Lenna, die 
Kalke und Dolomite des Sasso Mattolino und von Ardcse, die Kalke 
mit dem Riesenoolith aus Val di Scalve, Theile der Dolomite in Iudi- 
carieu (s. u.), den Schierndolomit und Mendoladolomit Richt- 
hofen's, die Arlbergkalke desselben Forschers in Vorarlberg, oberer 
Alpenkalk Pichler's, unterer Keupcrkalk Gümbel's, die Haiistatter 
Kalke im Salzkammergut, die Kalke von Unterpetzen und Tratzberg. 

Obere Abtheilung der oberen alpinen Trias. Hauptdolomit- 
gruppe und Rhaetische Gruppe. 

Hauptdolomitgruppe. Nach dem einstimmigen Urtheil aller Forscher 
folgen auf die Raibier Schichten mächtige Kalk- und Dolomitmassen, die 
sich in den Nordalpen meist durch eine grosse Armuth an Versteinerungen 
auszeichnen, indem nur Cardium triqueter Wulf, an vielen Punkten in Masse 

') In den Sitzungsberichten der Reichsanstalt 1865 vom 21. Febr. sehe ich soeben die 
Reiflinger Kalke, weil sie die Petrefakten der Virgloriakalke enthalten sollen, mit 
diesen zusammengestellt. Da aber auch die Kerschbuchhofschichten hierher gestellt 
sind, welche eben keine Virgloriapetrefakten enthalten, wird abtuwarten sein, welches denn 
jene Versteinerungen der Reiflinger Kalke sind. 

') cf. die Listen bei Stopp an i in Atti della societa geologica. Bd. II. p. 235, wo aus 
den Dolomiten des Monte Salvatore Haiistatter und Hauptdolomitarten ange- 
geben sind. 

Anmerkung. Pichl er wies bei Innsbruck Raibier Fossilien in tieferem Horizonte 
als die eigentlichen Raibier Schichten (Cardita Schichten) nach. Er schliesst daraus, dass 
die Raibier Schichten nicht blos da« Dach seines oberen Alpenkalkes bilden, sondern 
auch in demselben eingelagert vorkommen (Beitrüge zur Oeognosie Tirols 3. Folge, p. 20 seq.). 
Auch Hauer kommt zur Folgerung, dass nach den Fossilien die ganze obere Trias (im 
Sinne der Wiener Geologen mit Ausschluss der Rhfitischen Formation) ein zusammen- 
gehöriges Ganze bilde. (Sitzungsberichte. Wiener Akademie. 19. Jan. 1865. p. S.) Ge- 
wiss ist diese Auffassung richtig, allein dio obere Schichtenreihe als selbstständiges Glied 
aufzufassen, scheint doch immerhin geboten, nur wird es sich darum handeln, welche Fos- 
silien als ausschliesslich bezeichnend für diese obere Abtheilung gelten können. Sollten die 
Angaben SturV) über die Umgebungen von Raibl richtig sein, so würde darin ein Be- 
weis liegen, dass eben echter Haiistatter Kalk bei Raibl nicht entwickelt ist, dass aber 
darum doch an vielen Punkten der Alpen, besonders in der Lombardei, mächtige Kalk- 
und Dolomitmassen zwischen Muschelkalk und den Schichten mit Gervillia bipartita liegen, 
scheint unzweifelhaft Man entschliesse sich nur einmal, den unglücklichen Namen Esino- 
kalk bei Seite zu lassen und Parallelen mit einem Gebilde zu vermeiden, dessen Lagerung 
eben noch nicht sicher festgestellt sind. (S. unten p. 91 sequ.) 

•) Jahrb. geol. Reichsanst. 1865. p. 46. 



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85 



auftritt, während im auffallenden Gegensatz hierzu die Schichten der Lom- 
bardei und Südtirols eine Fülle fossiler Arten umachliessen , die denen 
der Haiistatter Kalke an Spezieszahl zum mindesten gleichkommen, die- 
selbe aber wahrscheinlich übertreffen. Dass die Dolomite in Val Cammo- 
ni ca und Val Sabbia diesem Horizonte angehören, wurde oben erwähnt 
und es lagen für diese Annahme stratigraphische und paläontologische Gründe 
vor. Anders bei Storo, wo uns die leitenden Raibier Schichten fehlen. 
Das gemeinsame Vorkommen folgender Fossilien zu Inzino an den Ge- 
hängen des Monte S. Emiliano und zu Storo: 

Mcgalodus triqueter Wulf. sp. 

Dicerocardium Jani Stopp. 

Gervillia cf. praeeufsor Qu. 

Avictda exüis Stopp. 

Turbo solitarius n. sp. 

Natica incerta n. sp. 
veranlasst mich, beide Ablagerungen als äquivalent anzusehen und die Dolo- 
mite der Val Ampola bei Storo zur Hauptdolomitgruppe zu ziehen. Da 
sich Turbo solitarius, Natica incerta und eine von der Avictda exilis wohl 
nicht verschiedene Avicula häufig in den Dolomiten von Val Arsa 1 ) bei 
Roveredo (Prof. V.), Castoll Pietro bei Volano, Sella (Prof. VI.) 
findet, so stehe ich nicht an, diese Dolomite ebenfalls als Hauptdolomit 
anzusprechen. Auch im Val di Non muss der Hauptdolomit eine grosse 
Ausdehnung haben, da man mir mehrfach vom Vorkommen der piedi di 
cavalli (den Impressionen der Dachstcinbivalven) daselbst erzählte. Einen 
schönen Steinkern des M. triqueter aus den Umgebungen von Valmorbia in 
Val Ar sa bewahrt H. Pischl in Itovcrcdo. Von Bedeutung wird eine 
genaue Durchforschung des Val di Non, sowie der nördlich und nordöst- 
lich davon gelegenen Gebiete im Anschluss an Richthofcn's Untersuchungen 
sein. Wenn die Mendoladolomite in der That der unteren Abtheilung 
der oberen Trias angehören, wie das nach seinen Angaben unzweifelhaft zu 
sein scheint, so geben sie vielleicht Anhaltspunkte zur Entscheidung der 
Frage, ob die Haiistatter Kalke im mittleren Theile Südtirols und in 
Iudicarien sich finden und welche Gesteine man ihnen beizuzählen habe. 
An den südlichsten Punkten Tirols, z. B. bei der Ausmündung von Val 
Ampola, sind die Haiistatter Schichten wahrscheinlich tief unter die 
Thalsohle geworfen, allein weiter nördlich kann dies nicht der Fall sein. 



') Nach Wolf auch in Val Ronchi, zu Merane und Ala, Vcrhandl. geolog. Reichs- 
anst 1865. p. 47. 



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8t; 



Hier handelt es sich wegen des Vorhandenseins der Halobienschichten darum, 
welche von den über denselben liegenden Kalk- und Dolomitbänken zur 
Hallstatter-, welche zur Hauptdolomitgruppe gehören, wenn anders 
man nicht das Fehlen derselben annehmen will, was wegen des in der Nähe 
auftretenden so mächtigen Schierndolomites nicht wohl thunlich scheint. 

Rhätische Gruppe. Im Gegensatz zur Lombardei zeigt die Rhä- 
tische Gruppe in Südtirol nur eine sehr geringe Verbreitung. Die bei 
S. Michele') gefundenen 

Mytütts minutus Goldf. 

TerebratuAa Schaf häutli Stopp. 

Terebruttda pruniformis Süss. • 
sind die einzigen Andeutungen derselben. Diese Fossilien stammen aus 
wohlgeschichteten Kalkbänken, die die Gipfel der höchsten, zwischen Lago 
di Ledro und Lago di Garda gelegenen Berge krönen. Am Lago di 
Ledro selbst erwähnt Hauer der Kössener Schichten, die mit denen über 
S. Michele lagernden zusammenhängen dürften. Die Unterlage derselben 
bilden überall Dolomite, die sich durch ihre massenhaften Versteinerungen 
(z. B. nra Monte Camerone, am Cima Tavalö) als identisch mit denen 
von Storo erweisen, mit denen sie ja auch unmittelbar zusammenhängen. 

Abweichende Ansichten über die Begränzung und Gliederung 

der oberen Trias. 

1. Stellung der Rhätischen Gruppe, lieber die Begränzung der Trias 
nach oben sind die Ansichten sehr gethcilt. Die österreichischen Geologen 
nämlich schliessen dieselbe mit der Rai b ler Gruppe ab und lassen den 
Lias schon mit dem Hauptdolomit beginnen, die bayerischen Forscher 
setzen die Grenze erst über die Rhätische Gruppe und betrachten die 
ausseralpinen Zonen des Ammonitcs planorbis und angidatus als Basis des 
Lias. Stoppani endlich fasst unter dem Namen Fjtage infraliasien 
die Rhätische Gruppe (seine Schichten von Azzarola, neuerdings auch 
couches ä Arkula contortd) mit den Zonen des Ammonitcs planorbis und 
anfjulatus, die er als couches ä faune Hcttangienne bezeichnet, zu- 
sammen und sieht in denselben eine Zwischenbildung. Uebersichtlich stellen 
sich also die Auffassungen so: 



') Hauer, Lombardei p. i?'.», erwähnt von hier auch Fischreste. 



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87 



Stoppani 


Kalke v. 8altrio m. Gr. arcuata j 


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Dolomia media 
(Petrifieatiom d' Egino) 

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Trias 




Oesterreichische Geologen 


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Kaibier Schichten 






Trias 




Bayerische Geologen 


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Kaibier Schichten 






3 


Trias 





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88 



Die in der Lombardei über den Schichten von Azzarola folgende 
Kalk- und Dolomitbank sieht Stoppani als ein Aequivalcnt der ausser- 
alpinen Schichten des Ammonites planorbis und angnlatus an. Es ist dies 
jedoch eine blosse Annahme, da aus dem Umstände, dass diese Dolomit- 
bank an der Stelle der lombardischen Schichtenreihe liegt, wo ungefähr 
die ausseralpinen untersten Liasschichten bei vollständiger Entwicklung aller 
Formationsglieder liegen müsaten, noch nicht gefolgert werden kann, dass 
dieselbe nun nothwendig eine gleichzeitige Bildung mit den Schichten des 
Ammonites planorbis und umjulatus sei. Da der calcarc del Sa «so degli 
Stampi auch nicht eine Versteinerung mit dem ausseralpinen Lias 
gemein hat, sich hingegen petrographisch dem tiefer liegenden Dolomit 
(dolomia media) anschliesst, so ist es wohl natürlicher, denselben als Aequi- 
valcnt der in den Kordalpen über den Contorta Schichten liegenden 
Kalkbank (oberer Dachsteinkalk) anzusehen und gleich diesem noch mit 
der Khätischen Gruppe zu verbinden, wie das die bayerischen und öster- 
reichischen Geologen thun. Auffallend bleibt es freilich, dass das diesen 
Schichten nach Stoppani eigentümliche Conchodon infruliassinm (l'al. 
Lomb. III Ser. p. 240. Taf. 38. 39. 40) nicht mit dem nordalpinen Meyalodus 
triqueter übereinzustimmen scheint, der sich in der Lombardei nur in der 
dolomia media finden soll. 

Nach unten sehliesst Stoppani seinen Infralias gegen die Dolomia 
media, die Schichten der Avicula cxili.s ab, so dass zwischen beiden Kom- 
plexen eine Haupt - Formarionsgrenzc hindurch läuft, ein Verfahren, von 
dessen Naturgemässheit ich mich bei meinem Besuche der Lombardei nicht 
überzeugen konnte. Einmal entwickeln sich die mehr merglig kalkigen 
Schichten der Avicula contorta ganz allmählig aus den Dolomiten, durch 
einen langsamen Uebergang, dann seheinen aber auch einige Fossilien bei- 
den Abtheilungen gemeinsam zu sein. So vermag ich eine bei Storo sehr 
häufige Avicula (wohl Avicula camlatu Stopp.) nicht von Gcrvilliu pracrur- 
sor Qu. sp. zu unterscheiden, Cardita midtradiata Emr. sp. stimmt überein 
mit Abdrücken im Dolomit von Val Ampola, die Dachstein-Bivalven 
endlich, deren Akten noch lange nicht geschlossen sind, finden sich, wenig- 
stens in den Nordalpen im Dolomit unter und in der Kalkbank über den 
Kössener Schichten in identischen Arten, so dass es unnatürlich wäre, 
beide in besondere Formationen zu stellen. Diese noch düiftigen paläonto- 
logischen Beweise für die Zusammengehörigkeit des Hauptdolomits und der 
Rhätischen Gruppe Hessen sich wahrscheinlich noch sehr wesentlich ver- 
mehren, wenn mir mehr Material aus den Dolomiten zu Gebote stünde. 
Ich musste mich hier darauf beschränken, das anzuführen, was sich aus 



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89 

meinen eignen Aufsammlungen folgern lässt. Wirft man einen Blick auf 
die Tafeln zu Stoppani's Perritications d'Esino, so könnte es allerdings 
befremdlich erscheinen, in dieser Fauna eine besondere Analogie oder gar 
Identität mit der Khätischen Gruppe zu finden. Abstrahirt man aber 
von jenen grossen Gastropoden und den Cephalopoden, welche ausschliess- 
lich von wenigen gesonderten Lokalitäten (Lenna und Esino) stammen, 
wo sie nach Stoppani ein besonderes tieferes Niveau in seine Dolomie 
moyenne einnehmen, (vergl. unten) und zieht blos die dann übrig bleiben- 
den weit verbreiteten Arten der „dolomie moyenne proprement dite u in Be- 
tracht, so wird die Analogie sehr auffallend. 

Lst nun die Unzweckmässigkeit einer Trennung dos Hauptdolomits 
und der Khätischen Formation dargethan, so wird es sich darum han- 
deln, zu untersuchen, ob die Aufstellung einer solchen besonderen Zwischen- 
formation, des Infr alias, in welche dann vielleicht der Hauptdolomit mit 
einzubeziehen wäre, nothwendig erscheint. Unsere Formutionshencnnungcn 
sind ja doch nur ein blos künstliches Mittel, die mannigfaltig in der Erdrinde 
entwickelten Schichten in übersichtliche Darstellung zu bringen und einen 
Kähmen zu liefern, in welchen man neu entdecktes bequem einfügen und 
mit schon bekanntem vergleichen kann. Bei der anfänglichen Aufstellung 
derselben glaubte man freilich mit einer Formationsgrenze auch den Ab- 
srhliis» einer Epoche und den Untergang aller während derselben lebenden 
Organismen zu bezeichnen, so dass mit der nächsten eine ganz neue 
Schöpfung zur Bevölkerung der Erdoberfläche auftreten musste. Von einer 
solchen scharfen Abgrenzung ist man denn nun zurückgekommen, hat 
aber die einmal angenommenen Grenzen doch beibehalten, weil die For- 
mationen in ihrer Gesammtheit hinreichende Verschiedenheiten zeigen 
und einen eigentümlichen Charakter tragen. 

So kann man wohl von einem jurassischen oder triadischen Charakter 
sprechen, der sich in entfernter liegenden Gliedern beider Formationen 
stets ausgeprägt zeigen wird. Die Zahl der Formationen zu vermehren, 
könnte man sich aber nur dann veranlasst sehen, wenn man neue Ablager- 
ungen entdeckte, welche gegen die bekannten nach unten und oben folgen- 
den Formationen eben solche Unterschiede zeigten, als diese Formationen 
selbst unter einander. 

Im Infr alias, als Formation, müsste also ein gewisser selbstständiger 
Charakter entwickelt sein, der in seiner Bedeutung dem jurassischen und 
triadischen Charakter gleichstehen müsste. 

Solche hervorragende Eigentümlichkeiten besitzt aber der Infr alias 
nicht und mit demselben Kechte, mit dem man ihn als neue Formation auf- 



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■ 



Htellt, könnte man wohl ohne Mühe die ganze Formationsreihe in einem 
Wechsel von Formationen und Infra-Formationen auflösen, was mit anderen 
Worten einer Beseitigung der Formationen überhaupt gleichkommen würde. 
Da nun auch gewisse jetzt zum Infralias gerechnete Schichten bereits bei 
Aufstellung der Namen Lias und Trias bekannt waren und bestimmt iu 
die eine oder andere Formation mit einbezogen wurden, kann man wohl 
dasselbe Verfahren auch auf die seitdem neu aufgefundenen Schichten an- 
wenden und sie in dieselben Grenzen mit cinschliessen. Es sind dies die 
im besonderen als Schichten der Avktda contorta unterschiedenen Ablager- 
ungen, bei denen es sich nun fragt, welcher der beiden Formationen man 
sie ansehliessen soll. Bilden sie den Schluss der Trias oder den Anfang 
der Lias? Dittmar 1 ) hat in seiner Contorta -Zone die für die eine oder 
andere Auffassung geltend gemachten Gründe zusammengestellt und sich 
schliesslich für eine Einreihung in die Trias entschieden. 

Seit dem Erscheinen jenes Werkes veröffentlichte Renevier 1 ) einen 
sehr lehrreichen Aufsatz, in welchem wir mit dem Auftreten einer echt unter- 
liasischen Fauna in den Wadtländcr Alpen bekannt gemacht werden. Unter 
diesem unteren Lias (Fauna Ilettangienne) liegen aber ächte Conto rta- 
Schichten, die mit demselben nur eine PlacunopBis gemeinsam haben, 
sonst aber eine eigentümliche und mit den Vorkommnissen der Rhätischen 
Gruppe anderer Gegenden übereinstimmende Faunen beherbergen. Rene- 
vier folgert nun zweierlei, einmal, dass diese Contorta -Schichten von dem 
unteren Lias zu trennen sind, weil sie nur eine gemeinsame Art bei einer 
ziemlichen Anzahl verschiedener besitzen, dass aber zweitens die Gcsammt- 
fauna der Contorta-Sohichtcn doch einen so vorwaltend basischen Cha- 
rakter trage, dass man sie mit jenem unteren Lias zusammen von der Trias 
abtrennen müsse. Der Nachweis der Verschiedenheit der Fossilien der Rh ä- 
ti sehen Gruppe von solchen, die wirklieh den untersten Liassehichten an- 
gehören, die man bisher in den Alpen nicht kannte, ist von sehr grossem 
Interesse und liefert auf s Neue einen Stützpunkt für die Richtigkeit der 
Ansicht, dass, wenn Grenzen gezogen werden sollen, diejenige zwischen Trias 
und Lias nur zwischen den Zonen der Avicida contorta und des Amtnonites 
planorbis liegen könne. 

Beim zweiten Punkte, dem Nachweis der Zugehörigkeit der Rhätischen 
Schichten zum Lias wegen des mehr liasischen als triadischen Charakters 
der in derselben eingeschlossenen Genera, scheint mir Rene vi er mit der- 

') Dittmar, die Contorta-Zone. München l$r.-i. 

*) E. Renevier, Note Sur Tlnfra-Lias et l'£tape Rhaetien de« Alpes Vandm'se?. Bullet. 

soc. geoi. 1801, p. 



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91 



selben Einseitigkeit zu verfahren, wie alle diejenigen, welche aus paläon- 
tologischen Gründen bisher denselben Nachweis zu liefern versuchten. 

Die Untersuchung der Verwandtschuft oder Verschiedenheit einer Ablager- 
ung zu zwei andern, wo es sich durum hnndelt, dieselbe nach dem Ausfall 
derselben der einen oder andern anzuschliessen , kann doch nur dann einen 
Sinn haben, wenn sowohl über- als unterliegende Schichten in Vergleich 
gezogen werden. Solche sind für die Khätischen Sehichton derunteren 
Lias einer-, der Hauptdolomit andererseits. Da nun ersterer sehr ver- 
steinerungsreich ist, letzterer über bisher als sehr arm an Fossilien galt, 
musstc man wohl unschwer eine Verwandtitchaft mit jenen herausfinden, da 
bei diesem ein Vergleichsmatcrial gar nicht vorlag. Rene vier hebt nun 
zwar die speeifischo Verschiedenheit zwischen seinen H hü tischen und 
unterl iasischen Schichten hervor, findet aber doch, dass die Genera lia- 
sisch seien und stützt sich dabei auf Angaben in Pictet's traite de Paläon- 
tologie. Beim Erscheinen dieses Werkes kannte man aber eine Fauna des 
Hauptdolemits noch nicht, wie überhaupt mancherlei Abhandlungen über 
ostalpine hündische Fossilien erst später erschienen, so Hauers Raibier Fos- 
silien. Berücksichtigt man jetzt bei einem Vergleiche ulles aus Cassianer, 
Raiblcr Schichten und Hauptdolomit bekannt gewordene, so dürfte man 
sich zu einer Einreihung jener unteren Abtheilung der Wadtländer Alpen 
und der Rhätischen Gruppe überhaupt in die Trias allgemeiner zuneigen, 
als dies bisher der Fall war. 

Selbstverständlich fällt der llauptdolomit auch der Trias zu, sobald 
man derselben die Rhätische Gruppe einverleibt. Die österreichischen 
Geologen rechnen aber auch diesen noch zum Lias und zwar ganz natur- 
gemäss wegen der oben besprochenen nahen petrographischen Zusammen- 
gehörigkeit mit den Kössencr Schichten. Die paliiontologische Zusammen- 
gehörigkeit, wenn sie erst allgemeiner nachgewiesen und anerkannt sein wird, 
dürfte jedoch die Ansichten wesentlich modifiziren, indem sie umgekehrt 
zwingen wird, zunächst den llauptdolomit und mit demselben zusammen 
auch die Kössener Schichten für triadisch zu erklären. Dass Stoppani's 
petrifications d'Esiuo triadischen Charakter zeigen , ist wohl noch von Nie- 
mand bezweifelt worden , dass ein grosser Thcil derselben aber dem Haupt- 
dolomit angehöre, war bisher nicht hinreichend bekannt, und über diesen 
Punkt, die Stellung der Esinokalke, muss ich noch Einiges hinzufügen, 
bevor ich die Trias verlasse. 

2. Esinokalke. Wie Stoppani frühor die obere Trias eintheilte, haben wir 
oben gesehen. Nicht unwesentlich haben sich aber seine Ansichten im Laufe 
der Zeiten in Folge fortgesetzter Untersuchungen geändert, eine Thatsache, die 



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92 



für den Fortschritt der geologischen Erkenntnis» der Lombardei zwar sehr 
erfreulich erscheint, jedoch um so mehr Wunder nehmen muss, als die 
jedesmaligen momentanen Anschauungen mit einer Bestimmtheit hingestellt 
wurden, als sei eine Aenderung derselben unmöglich und andere Auffass- 
ungen — z. Th. solche, zu denen Stoppani sich später selbst bekennen 
musste — einer Kritik unterzogen wurden, die man nicht gerade wohl- 
wollend nennen könnte. 1 ) Ich spreche zunächst von den Ansichten, die 
8 topp an i bis 18Ü4 in seinen Schriften vertritt, bis zu dem Zeitpunkte, wo 
ich die Lombardei besuchte. Es wird dann noch Gelegenheit sein, seiner 
allerneueston sehr veränderten Anschauung zu gedenken. 

Anfangs stellte bekanntlich Stoppuni seine Esinokalkc über die 
Raibier Schichten, aber in Parallele mit den Hallstattcr Kalken öster- 
reichischer Geologen, welche nach allgemeinem Dafürhalten unter diesen 
Raibier Schichten liegen und zwar auf (3 rund einiger beiden Forma- 
tionen identischer Fossilien. Hauer fand in der Lombardei hingegen das, 
was er Esinokalk nannte, unter den Raibier Schichten (Gorno und 
Dossenn) gelagert. Leber diesen Punkt und die aus denselben sich 
ergebenden Konsequenzen entspann sich jene heftige Polemik Stoppani's 
gegen Hauer, die jedoch ziemlich einseitig von Stoppani geführt wurde, 
da Hauer die Lombardei nach der Uebersichtsaufnahmc nicht wieder be- 
suchte, ein Umstand, der es unmöglich macht, aus der Litteratur allein 
über die Streitfrage in's Reine zu kommen. 

Es liegt hier ein interessanter Fall der Art vor, wie ich sie zu Anfang 
der Retrachtuugen über die alpine Trias als Ursache der mannigfachen Miss- 
verständnisse zwischen verschiedenen Forschern angab. Es scheint mir 
nämlich ganz evident, dass Hauer und Stoppani unter Esinokalk sehr 
verschieden begränzte Dinge verstehen, dass Stoppani insbesondere dann 
Hauer die falsche Einreihung von Schichten zur Last legte, über die 
Hauer überhaupt nicht gehandelt hat. 

Wir rinden in den Erläuterungen (p. 470) der Hau er 'sehen Karte 
folgende Fossilien als bezeichnend für den Esinokalk angegeben und auf 
Grund derselben diesen Kalk mit dem Haiistatter identifizirt : 

Ammvnitcs sp. (globosi) 
Clumnitzia Eschert Hörn. 
Natten Merktni Hörn. 
Halobia bomnidi Wissm. 



') Wrgl. besonder* die Kritik der Hauer'-ichen Karte im Atti della Societa geol. Bd. I. 



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93 



Hierzu kommen noch nach Hörnen: 
Chemniteia gradata Hörn. 
Natica lemniscata Hörn. 
Natica Cometisis Hörn. 

Erstere Art soll nach Stoppuni bei Esino fehlen, findet sich aber 
bei Lenna, die anderen aber, da sie nicht von Hallstatt selbst, sondern 
von Tratzberg und Fladungbau stammen, nicht geeignet für den Ver- 
gleich sein, da die Identität der Ablagerungen von Hallstatt mit denen 
der eben genannten Orte nicht erwiesen sei. Für uns liegen wohl keine 
Gründe vor, an der Aequivalenz der beiderseitigen Ablagerungen zu zwei- 
feln, wir können daher alle die Arten, die Hauer und Hörn es als be- 
zeichnend angeben , auch, als bezeichnend für das ansehen , was die öster- 
reichischen Geologen Esinokalkstein oder Haiistatter Kalk nennen. 
Diese Arten stammen in der Lombardei aus den Umgebungen von Esino 
und Lenna, Lokalitaten, deren Lagerungsverhältnisse wohl nicht allzu 
deutlich entwickelt sind, da bis in die neueste Zeit die ausgezeichnetsten 
lombardischen Geologen ihre Ansichten so wiederholt ändern mussten*), 
dass auch eine nochmalige Aenderung durchaus nicht zu den Unwahrschein- 
lichkeiten gehört. Zumal muss der Umstand Bedenken erregen, dass be- 
deutende Dolomitmassen, die nicht zu entfernt von einander liegen, bald 
über, bald unter die Schichten mit Gerviüia bipartita versetzt wurden. 
Sollten sodann die Fossilien hier überall aus ihrer ursprünglichen Lager- 
stätte herausgeschlagen sein? Lässt sich für jedes derselben mit Sicherheit 
nachweisen, ob es aus Dolomiten über oder unter den Schichten von 
Gorno und Dossena stammt? Wieder macht sich hier der Mangel einer 
detaillirten geognostischen Karte der westlichen Lombardei sehr fühlbar. 
Eine solche würde zum Mindesten das Verständniss ungemein erleichtern. 

Stoppani hingegen führt als bezeichnend für seinen Esinokalk- 
stein an: 

Evinospongia cerea Stopp. 

Gastrochaena obtusa Stopp. 

Avicula exilis Stopp. 
Die erste dieser Versteinerungen soll Ursache der riesenoolithischen Struk- 
tur des Kalkes in Val di Scalve sein und man kann an diesem Orte auf 
ganz unzweideutige Weise sehen, dass die Kalke unter den Schichten mit 



') Ilörnes, Gastrup, aus der Trias, p. 7. 

') Siehe sehr treffende Citate hierüber bei Hauer, Sitzungsber. der Wiener Akademie, 
ly. Jan. 18tö. p. 10. 



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94 



G. bipartita von Spigolo liegen. Ebonso deutlich kann man aber auch 
vielerorts sehen, tlass die sogenannte Gastrochaena obtusa und Avicula exilis 
stets über den Schichten mit Gerrittia bipartita sich finden. Da die Iden- 
tität jener Riesenoolitho mit der Evinospongia ziemlich unsicher ist, 
wollen wir von diesen Dingen einmal absehen und uns an die beiden an- 
deren Fossilien halten. Diese lassen sich, wie Stoppani ganz recht so 
wiederholt bemerkt, von einem Ende der Lombardei an das andere ver- 
folgen, und ich wiederhole, wo ich sie nur sah, lagen sie über den 
Raibier Schichten. Auch Hauer ist dieser Ansicht, denn er erwähnt 
(Erläuterungen, p. 478) von mehreren Punkten, so besonders zwischen 
Vello und Tollinc am Ostufer des Lago d'Iseo, der von mir oben ein- 
gehend besprochenen Lokalität, aus dem sehr versteinerungsreichen Dach- 
steiukalk einer ausgezeichneten Avicula. Es kann dies wohl nur die exilis 
sein. Dachsteinkalk aber liegt bei Hauer bekanntlich über den Rai bl er 
Schichten. 

In Beziehung auf das Lager der Avicula exilis stimmen also Hauer 
und Stoppani überein und dass die sogenannten Gastrochaenen dasselbe 
Lager haben, konnte ich wenigstens in der Lombardei und Südtirol oft 
sehen. 

Stoppani") führt aber noch andere Fossilien aus dem Esinokalk- 
stein an, so die Megalodon- Arten und gewisse nicht näher bezeichnete 
Gastropoden. Mag nun die Unterscheidung der ersteren sich gestalten, wie 
sie will, bis jetzt kennt man aus den Südalpen kein Megalodon unter den 
Raibier Schichten, man kann also auch hier einen neuen Anhaltspunkt 
dafür finden, dass, wie Stoppani ja auch angiebt, «ein Esinokalk über 
den Raibier Schichten liegt. Unsicher bleiben aber die angeführten 
Gastropoden. Solche finden sich über und unter den Rai b ler Schiehten. 
und so lange nicht sehr scharfe paläontologische Bestimmungen vorhegen 
und für jede Art das Lager ganz sicher festgestellt ist, kann man auf sie 
wohl kein Gewicht legen, um so weniger, als die bisher namhaft gemach- 
ten und beschriebenen alle von den zweifelhaften Lokalitäten Esino und 
Lenna stammen. Hauer selbst führt mehrmals an, er habe Chemnitzien. 
der eximia gleichend, auch im Dachsteinkalk gefunden, die Art scheine 
daher über die Raibier Schichten hinauf zu greifen (Erläuterungen, p. 477). 

Vergleichen wir die Angaben beider Forscher und nehmen die oben 
mitgetheilten stratigraphischen (3 rundlagen aus dem Val di Sealve zu Hülfe, 
so kommen wir zu folgenden Resultaten: Hauer nannte Esinokalkstein 



') Stoppani, Petrifikation* d'E*ino. p. I i). 



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95 



gewisse Ablagerungen in den Umgebungen von Esino, welche die oben 
genannten Gasteropoden und Cephalopoden führen, und stellte dieselben 
wegen des gemeinsamen Vorkommens einiger Fossilien und wegen der La- 
gerung unter den Kaiblcr Schichten mit den Hallstutter Kalken in 
Parallele. Spätere Untersuchungen widersprachen nun aber der Lagerung unter 
den Raibier Schichten so entschieden, dass es diesen Augenblick zweifel- 
haft erscheint, welche bathrologisehe Stellung man den Gastropoden- und 
Cephalopoden-Schichten anweisen soll, wenn auch die daselbst sich findenden 
Fossilien die Hauer'sche Annahme sehr wahrscheinlich machen. 

Stoppani hingegen wandte den Namen Esinokalke auf gewisse 
Kalke und Dolomite an, die Avkula exilis und sogenannte Gastrochaenen 
fuhren, Schichten, deren Stellung über den Raibier Schichten von 
keiner Seite angefochten wird. Mit diesen Schichten zusammen kom- 
men nun bei Esino die ursprünglich Esinokalk genannten Gastropoden- 
schichten vor, die nach Stoppani eine etwas tiefere Stellung einnehmen, 
als die Schichten der Avicula exilis, aber immer noch über den Raibier 
Schichten liegen. Während nun Stoppani (Pal. Lomb. p. 141) deutlich 
sagt, Aricula exilis und Gaslrochaenu obti4$a seien die einzig allgemein be- 
zeichnenden Fossilien für die Esino-Schichten in der ganzen Lombardei, 
unterscheidet er wiederholt an anderen Stellen ein besonderes Lager der 
Petrifications d'Esiuo unter den Avicula-Schichten, die er dann als Dolo- 
mie moyenne bezeichnet. 

Dieser Sprachgebrauch ist denn auch festzuhalten, wenn man aus der 
endlosen Verwirrung herauskommen will. Dolomie moyenne mit Amcula 
exilis, Gastrochwna obtusa und ich füge noch hinzu Meyalodus triqueter 
Wulf. sp. (Mcg. Gümbeli Stopp. 1 )) ist Hauptdolomit der Nordalpen. 
Esinokalk in Hauer s Sinn und speziell Depot der Fossilien von 
Esino bei Stoppani sind Komplexe, welche wahrscheinlich dem Hall- 
statter Kalk gleichzustellen sind und unter den Rai bler Schichten liegen; 
ein bestimmtes Urtheil über dieselben auszusprechen, wird aber erst dann 
gestattet sein, wenn das durch paläontologische Nachweise wahrscheinlich 
gemachte auch stratigraphisch erwiesen ist. 

Stoppani nahm ferner wie Hauer an, die Gastropoden-Schichten von 
Esino seien wegen ihrer Fossilien mit dem Haiistatter Kalk äquivalent; 
da er aber die Avicula-Schichten (die Dolomie moyenne) mit eben 
diesen Gastropoden-Schichtcn zusammenfasste , musste er auch diese als* 
gleichaltrig mit dem Hai Istatter Kalk annehmen und hieraus entstanden 



\> Stoppani, I'al. Lumb. III. S.'r. p. 



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96 



denn die unentwirrbaren Missverstündnissc. Halten wir nun aber die Gastro- 
podon- und Avicula- Schichten auseinander, so sind wir vor aller Ver- 
wechselung sicher und jeder der beiden Forschor behält in gewissem Sinne 
Hecht, indem Stoppani's Dolomie moyenne allerdings über den Kaibier 
Schichten liegt, aber kein Aequivalent der Hallstatter Schichten ist, da 
die Zusammengehörigkeit mit den Gastropoden-Schiehten von Esino 
auf einer nicht sicheren Annahme beruht, Hauer dafür seinerseits berech- 
tigt ist, die gleiche Fossilführung der Gastropoden-Schiehten von 
Esino mit den Hallstatter Kalken bei Ermangelung sicherer stratigraphi- 
scher Nachweise auch jetzt noch als Beweismittel für die Aequivalenz beider 
Ablagerungen anzusehen. 

So stellten sich mir die Verhältnisse dar, als ich nach Beendigung 
meiner Reise im Winter 18l»4 meine Resultate zusammenfaßte. Auf Herrn 
Stoppani's gegen mich in Mailand ausgedrückten Wunsch theiltc ich dem- 
selben die von mir gewonnenen Anschauungen mit, ohne jedoch Nachricht 
zu bekommen, ob dieselben den Ort ihrer Bestimmung erreicht haben. 
Dafür erhielt ich die Lieferungen 28 — 33 der Paläontol. Lonib., in denen 
ich gänzlich von denen noch im Sommer 1803 von Herrn Stoppani mir 
gegenüber mündlich geltend geraachten abweichende Ansichten fand, zum 
Theil mit meinen Beobachtungen übereinstimmend. 

In einem Abschnitt, betitelt: Le vrai equivalent des cnuches de Hall- 
statt 1 ), werden nämlich alle Dolomite und Kalke über den Raibier 
Schichten mit dem deutschen Hauptdolomit in Parallele gestellt. Zu- 
gleich weist Stoppani gewissen Kalken, welche zwischen Muschelkalk 
und Raibier Schichten liegen und die er früher wohl schon erwähnte, 
aber nicht als gesondertes Formationsglied anerkannte (Dolomie de S. Di- 
fendente), ihre Stellung neben dem Hallstatter Kalk der deutschen Geo- 
logen an. Es ist also zu konstatiren, dass seit 1864 auch Stoppani der 
Ansicht sämmtlicher übrigen Alpengoologen beipflichtet, indem er aufstellt: 

Stoppani Deutsche Geologen 

Couches de l'Azzarola Schichten d. Arie, euntorta 

Dolomie moyenne Hauptdolomit 
Couches de Gorno et Dossena Raibier Schichten 
Dolomie de S. Difendente Hallstatter Kalk 

Muschelkalk Muschelknlk 
Die Ansichten über die Lagerung im Allgemeinen stimmen also jetzt 
ganz überein, indem auch Stoppani gezwungen ist, über dem Muschel- 



') Pal. Lonib. III. S« r. |>. JJ:>. 



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97 



kalk und unter dorn ächten Lias zwei Kalk- und Dolomitmasgen und zwei 
weiche merglig - kalklige Einlagerungen anzuerkennen. Leider sollen nur 
gerade diese Dolomite von 8. Difendente nach Curioni über den 
Raibier Schichten liegen, ein neuer Beweis, wie schwierig die Unter- 
suchungen in vielen Theilen der Lombardei sind. Doch ist es vor der Hand 
gut, dass Stoppani jetzt die Möglichkeit einer, der Hallstatter Gruppe 
auch stratigraphisch vergleichbaren Ablagerung der Lombardei anerkannt 
und nicht mehr die Ansicht vertritt, es seien die Raibier Schichten die 
Basis der gesammten oberen Trias. Was dann nun eigentlich zur Hall- 
statter Gruppe, was zum Hauptdolomit gehöre, werden fortgesetzte 
Untersuchungen lehren. 

Es wurde oben auseinandergesetzt, dass Stoppani die Gastropo- 
den-Schichten von der Lokalität Esino wegen ihrer Fossilien früher 
mit dem Haiistatter Kalk für gleichartig ansah und weil er dieselben mit 
seinen Schichten der Avictda exilis, als zu einer Ablagerung gehörig, zu- 
sammen fasste, er auch diese mit dem Haiistatter Kalk vergleichen musste- 

Jetzt nun hält Stoppani seine Avicula Schichten wegen ihrer Lager- 
ung für äquivalent mit dem deutschen Hau ptdo lomit und ist nun umge- 
kehrt gezwungen, die Gastropodenschichten von Esino ebenfalls dem 
Haupt dolomi t gleichzustellen. Nun fragt es sich natürlich, wie es denn 
mit jenen Versteinerungen geworden ist, die früher zu einem Vergleich mit 
der Fauna von Hallstatt benutzt wurden? Haben sie ihre Bedeutung ver- 
loren? Stoppani gibt zur Beantwortung dieser Frage, die er sich selbst 
aufzuwerfen genöthigt ist, folgende Beiträge 1 ). Nachdem er es für nöthig 
erklärt hat, dass in Folge der klar gewordenen Lagerung die Paläontologie 
ihre Beweisgründe fallen lasse 55 ), weist er nach, dass die Cephalopoden theils 
eine zu grosse vertikale Verbreitung in der ganzen alpinen oberen Trias 
hätten, um zur Feststellung der Horizonte dienen zu können, theils sehr 
unsicher bestimmt seien, dass ferner das Lager der nordalpinen Gastropoden 
der Haiistatter Gruppe nicht sicher genug festgestellt sei, um eine 
Parallele mit Esino zu gestatten. Wenn ein Theil von Stoppani's - 
Material in einem solchen Erhaltungszustande ist, dass ea zu Beweisführ- 
ungen nicht brauchbar ist, so ist es in der That sehr erfreulich, dasselbe 
auch jetzt nicht mehr dazu benützt zu sehen, Erstaunen muss aber immer- 
hin die grosse Sicherheit erregen, mit der die früheren Ansichten, die sich 
doch zum Theil auf eben dieses Material stützen, verfochten wurden. Was 



') Stoppani, PalSont. Lorob. III 8£r. p. 227. 

») il faut bien que la palaeontologie abandonne ses rai«ons. 

7 



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98 



den zweiten Punkt betrifft, die angeblich unsichere Lagerung der Hall- 
statter Fossilien, so hatte ich schon früher zu bemerken Gelegenheit, dass 
wohl noch keine Andeutungen vorliegen, welche das Misstrauen Stoppani's 
gegen die deutschen Angaben über diesen Punkt rechtfertigen. Eine so 
weite Verbreitung von Cephalopoden in der oberen Trias ist auch eine An- 
nahme, man kennt keine oder nur sehr einzelne Vorkommnisse in und über 
den Raibier Schichten.') 

Sehen wir nun hier auch von den eigentlichen Gastropoden-Schich- 
ten von Esino ab und fassen blos die vom Monte Salvatore bis nach 
Sella an der tiroler -venetianischen hinüber zu verfolgenden Dolomite mit 
Avicula exilis ins Auge, so können wir Stoppani ganz beipflichten, dass 
diese Schichten über den Raibier und unter den Contor ta-Schichten 
liegen und ein Aequivalent des deutschen Hauptdolomites sind. 
Für diese Dolomite empfiehlt sich gleichberechtigt mit Hauptdolomit die 
Stop panische Benennung Dolomie moyenno, um einen auch dem ita- 
lienischen und französischen Organe geläufigen Namen zu haben. Ueber die 
Gasteropoden-Schichten von Esino sollten aber weitere Untersuch- 
ungen abgewartet werden, ehe man die Paläontologie zwingt „d'abandonner 
ses rai8on8 u . Wohl werden immer neue und unerwartete Thatsachen in der 
Paläontologie zu Tage gefordert werden, Widersprüche jedoch nie. 

Es bleibt noch ein anderer Punkt zu erörtern übrig. Curioni wies 
im Kalke von Ardese ein Aequivalent des Hallstattcr Kalkes nach und 
dieser Nachweis scheint ja auch den Anstoss zur beginnenden Aufklärung 
der Esinofrage gegeben zu haben, da der Kalk von Ardese vor der Hand 
noch die einzige Ablagerung ist, über deren Stellung unter den Raibier 
Schichten Stoppani und Curioni einstimmig sind. Unter diesem Kalk von 
Ardese liegen aber') schwarze dünnplattige Kalke mit Amnwnites Aon, 
Ilalobia Lonmelii, kurz jene Schichten, die man in der Lombardei 
S. Cassiano (unteres S. Cassian) nannte, die ich oben als Halobien- 
Schichten bei Marcheno, in Val di Scalve, bei Pieve u. s. w. nach- 
wies und die den Wenger Schiefern im Alter ziemlich gleichstehen dürften. 
Da Stoppani die Stellung des Kalkes von Ardese unter den Raibier 
Schichten anerkannte, rauss er wohl jetzt auch annehmen, dass derselbe 
jenes S. Cassian überlagere, dass also zwei an Versteinerungen reiche 
Depots, eines unter, eines über dem Kalk von Ardese liegen. Wie ver- 
hält es sich dann jetzt mit seiner einst so heftig gegen Hauer in der 



') Hauer. Ein Beitrag, p. «(. Sitzbcr. Wien. Akad. B.l. XXIV. 
*) Curioni. Sui giaoimenti etc. di Re«ano p. >. 



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99 



Rivista 1 ) verflochtenen These: Les deux groupes de St. Cassian et de Raibl, 
distingues en Lombardie par le Chevalier de Hauer ne sont paleontologique- 
ment, petrographiquement et stratigraphiquement que l'unique groupe de 
Gorno et Dossena?? 

Es ist eine erwiesene Thatsache, dass beide Schichtengruppen in der 
Lombardei getrennt sind, wenn auch die untere durch die ganzen Alpen 
hindurch nicht jene gleichförmige und selbstständige Erscheinungsweise zeigt, 
die zur Aufstellung einer besonderen Abtheilung berechtigt. Es ist sehr zu 
wünschen, dass auch Stoppani recht bald sich zu dieser Ansicht bekennt, 
damit die letzten dem einheitlichen Fortschritt der Alpengeologie noch hinder- 
lichen Widersprüche beseitigt werden. 

Verbreitung der oberen Trias in Südtirol. 

Es wurde schon erwähnt, dass, da die Rai hier Schichten sich im süd- 
lichen Tirol bisher nicht fanden, eine Trennung der Hai Istatter und der 
Uauptdolomitgruppe noch nicht durchführbar ist. Ich muss mich daher 
hier darauf beschränken, die wenigen Punkte anzugeben, an denen das Auf- 
finden von Fossilien mich in den Stand setzte, zum Mindesten den Haupt- 
dolomit zu erkennen. 

Dem Hauptdolorait gehört, wie schon mehrfach erwähnt, die ganze 
Dolomitparthie an, von Val Bona bei Storo beginnend, östlich hinüber 
bis nach S. Michele. Sie bildet hier die Unterlage von theils kalkigen, 
theils dolomitischen Gesteinen, welche sich ihr nördlich und östlich auflagern. 
Diese oberen Kalke, deren Stellung wegen des Mangels an Fossilien sich 
noch nicht erweisen lässt, bilden z.B. Theile des Monte S. Martino süd- 
westlich vom Lago di Ledro und der gegen Riva zu gelegenen Berg- 
kolosse, in denen die Strasse von Riva bis Pönale eingesprengt ist. Man 
bemerkt in den höher gelegenen Theilen derselben, so gegenüber Biasezza 
und Bre, deutliche Schichtung. Es mögen also da wohl Schichten vorliegen, 
die den rhätischen und basischen von S. Michele und den Val dei 
Conzei gleichzustellen sind. In dieser Gegend finden sich denn auch die 
letzten Spuren der rhätischen Formation der Lombardei. Gegen Osten 
treten Contorta-Schichten zunächst erst bei L i e n z wieder auf, da die zwischen- 
liegenden Punkte bei Trient*) sich als dem Unteroolith, nicht der Trias 
angehörend, herausgestellt haben. (S. unter Dogger.) 



') Stoppani. Atti della «ooietÄ geologica. Vol. I. p. 190- 
') Emmrich. Jahrb. geol. Reirtuanst. 1S;.7. p. 2!)"». 
Dittmar. Contorta-Zone. p. 49. '»2. 

7* 



100 



Die Dolomite von Val Ampola setzen sich gegen Norden fort. Ich 
überstieg die aus denselben gebildete Kette zwischen Colognola undTierno 
di sotto, ohne bezeichnende Fossilion zu finden. Sehr eigentümlich sind 
die versteinerungsreichen Kalke dicht über Cologna, deren in Profil VII. 
Erwähnung gethau wurde. Ob sie in natürlicher Lagerung sich befinden 
oder von höher herabgerutscht sind, kann ich nicht bestimmen. 

Noch weiter nördlich im Querbruch der Sarca etwas vor Stenico, 
liegt die obere Grenze des Hauptdolomites ungefähr da, wo die Monta- 
nistische Karte die Grenze von unterem Alpenkalk ua und oberen oa legt. 
Die Strasse von Tione her, durchschneidet dieselbe kurz nachdem man 
die Gallerien verlassen hat. Hier bilden die wohlgeschichteten Kalke 
(Dogger) die Unterlage der mit jüngeren Gesteinen erfüllten Mulde (Mulde 
von Stenico), um bei alle Sarche den steilen Abfall gegen das nun 
nordsüdlich steichende Sarcathal zu bilden. Ob hier im Thaltiefsten noch 
triadische Gesteine anstehen, habe ich nicht sehen können. 

Der mittlere Hauptgebirgszug Südtirols besteht auf seiner Ostseite an 
den tiefsten Punkten meist aus Hauptdolomit , so das Monte Baldo- 
gebirge bei Avio, der Zug des Orto d'Abram in den Umgebungen 
von Romagnano. Jüngere Schichten liegen auf und fallen alle gegen 
Westen ein, wo sie bis zum Sarcathal hinab die Oberfläche bilden. Die 
Umgebungen des Val di Non habe ich nicht besucht, da aber hier die 
Dachsteinbivalve häufig sein soll, vermuthe ich, dass die als Dolomit be- 
zeichneten Parthien der Montanistischen Karte, besonders die Berge im 
Norden der Vedrctta di Nodis und der Ostabhang des Val di Sol noch 
aus Hauptdolomit bestehen. Was Emmerich von der Mündung der Nocc 
als Dachsteiubivalven anführt, sind jüngere Vorkommnisse. 

In dem östlichen Thcil endlich, der die südliche Umwallung des Por- 
phyrplateau's und der Oima d'Asta bildet, treten die Dolomite bei Alä 
im Etschthal zu Tage 1 ), bilden die Umgebungen von Val Ronchi und 
Val Arsa und die rings um diese Thäler gegen die Venetianische Grenze 
gelegenen höchsten Gipfel: Ciina di Gaevana, Cima tre Croci, Monte 
Venante, Cengio alto und Monte Pasubio. In Val di Palu unter 
Cengio alto sammelte ich Natica iticerta und die Gastrochacnen. Bis 
eine Stunde vor Roveredo kann man gegen Norden die Dolomite ver- 
folgen, die überall von den grauen, wohlgeschichteten Kalken, so sehr schön 
bei Alba rede, (s. Profil III) überlagert werden. Andrerseits gegen das 
Vizent inische fallen die Dolomite steil ab und liegen auf den Gesteinen 



') Wolf, Sitzungsberichte d. geol. Reichsanst. 1865. p. 47. 



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101 



der unteren Trias auf, die um Recoaro zu Tage treten. Am Pas« über 
Val Rotolon kann man diese Verhältnisse nach beiden Seiten hin sehr 
wohl übersehen. 

Auf der rechten Seite von Val Arsa beginnend, ziehen die Dolomite 
unter Monte Cotsanto weg und treten in Val Terragnolo zu beiden 
Seiten des Thaies zu Tage, um mehr östlich wiedor hoch bis gegen die 
Gipfel der Gebirge hinaufzusteigen. Die jüngeren Gesteine zwischen 
Piazza di Terragnolo und Folgaria entziehen die Dolomite für 
längere Strecken dem Auge, sowie man aber aus den oberen Alpen in die 
tief eingerissenen Thäler hinabsteigt, trifft man dieselben überall wieder, so 
in Val di Sol, im Etschthal bei Castcl Pietro, in Val Astica und 
Val Centa. Letzterer Punkt besonders zeigt, wenn man von Caldonazzo 
herkommend, den Fussweg nach S. Sebastian o hinaufsteigt, die Auflage- 
rung der grauen geschichteten Kalke auf den Dolomiten sehr schön. Ebenso 
sieht man diese Auflagerung über Pedemonte in Val Astica gegen 
Luserna, wo man auf grauen Kalken und Diphyakalken mehrere Stunden 
bis nach Cima Vezzena wandert, um dann unten in der Gegend von 
Sella die Dolomite von Profil VI wiederzutreffen. Von hier gegen Osten 
treten die Dolomite über Cima Dodici, Cima Undici und Cima Gio- 
gomale an die Brcnta und bilden dann beide Ufer derselben gegen 
Grigno. 

An alle den genannten Punkten finden sich die wenigen Versteine- 
rungen, welche für Hauptdolomit sprechen und es ist kein Anhaltspunkt 
irgend einer Art gegeben, auch Haiistatter Kalk auszusondern, selbst 
nicht an solchen Lokalitäten, wo man den Dolomit bis auf die untere Trias 
hinab verfolgen kann, wie an der Mündung von Val Centa gegen den 
Lago di Caldonazzo und im Thale des Moggio. 

III. Lias. 

Ablagerungen, welche sich mit Sicherheit dem Lias zuzählen Hessen, 
scheinen im südlichen Tirol nur eine sehr geringe Verbreitung zu haben, 
ein Umstand, der für die einstige Vertheilung von Land und Wasser im 
Bezirke des alpinen Archipels von grosser Bedeutung ist. 

Im Anfang zu Profil VIII. (p. 36) erwähnte ich aus den Umgebungen von 
Bezecca und aus dem Val dei Conzei graue wohlgeschichtete Kalke, in 
fussdicken Bänken, in denen sich ein kleiner leider unbestimmbarer Ammonit 
und Höhlungen fanden, die von herausgefallenen Belemniten herzurühren 
scheinen. Der Ammonit ist in Brauneisenstein umgewandelt, wie auch die 



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102 



genannten hohlen Käuine einst mit Brauneison ausgefüllt waren. Das Aus- 
sehen dieser Kalke, sowie die Art und Weise der Erhaltung des Ammoniten 
erinnerten mich so lebhaft an den lombardischen Lias, wie er mannigfach 
gefaltet und aufgestaucht in einer Breite von mehreren Stunden zwischen 
Brescia und Gardone in Val Trompia ansteht, dass ich nicht Anstand 
nehme, auch diese Schichten dem Lias beizuzahlen, um so weniger als die 
bathrologische Stellung einer solchen Annahme nicht widerspricht. 

Weitere Untersuchungen würden gewiss zur Entdeckung reicherer Fund- 
stätten liasischer Fossilien führen und die Entscheidung der Frage gestatten, * 
ob man es hier, ebenso wie am Berge Domaro bei Gardone mit vor- 
waltend mittlerem Lias zu thun habe.') 

Es wurde ferner auch des Vorkommens einer grossen Auster (p. 30) 
Erwähnung gethan, aus ähnlichen grauen Kalken, dicht bei Picvc di Ledro. 
Ob diese hängenderen oder liegenderen Schichten angehört, als die Animo« 
nitenschichten, vermag ich nicht zu entscheiden. 

Am interessantesten würde zunächst eine genaue Untersuchung der 
höheren Parthieen des Gebirges zwischen dem Lago di Ledro und dem Lago 
di Garda sein; hier müsste sich am Ende jener Thäler, die sich bei S. Mi- 
chelo trennen, und am Monte Camerone und Cinia Tavalö ihren 
Anfang nehmen, oberste Trias- und Liasschichten in schöner Aufeinanderfolge 
beobachten lassen, wie das schon oben bei Gelegenheit der Besprechung der 
Rhätischen Gruppe erwähnt wurde. Freilich ist die Untersuchung in diesen 
einsamen, beinahe nur von Schmugglern betretenen Gebirgen, keine leichte. 

Nirgends ausser dem gonannten Punkte habe ich im ganzen südlichen 
Tirol auch nur Andeutungen von achtem Lias getroffen, wie denn über- 
haupt nicht wahrscheinlich ist, dass man bis hinüber nach dem Sette Com- 
muni solchen auffinden wird, da in diesen Gebieten überall auf obertria- 
dische unmittelbar unteroolirhische Schichten zu folgen scheinen. Wollte 
man in jenen Gegendon gewisse dolomitische und kalkige Schichten, wie sie 
entweder versteinerungsleer, oder mit undeutlichen Versteinerungen sich 
zwischen Trias und Unteroolith finden, blos desshalb zum Lias stellen, weil 
sie sich da finden, wo Lias liegen müsste, wenn die Formationsreiho voll- 
ständig entwickelt wäre, so schiene mir das ein nicht gerechtfertigtes Ueber- 
tragen unseres künstlichen Systemes auf die Natur. Solche zweifelhafte 
Schichten finden sich am Crucifix bei Nomi (p. 25), bei Castell Pietro 



') Vergl. Hauer. Die Aramoniten am dem Mcdolo. Sitzungsberichte "Wiener Akademie 
1861. p. 403. 



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103 



und öfter, solcher Art mögen auch wohl die Schichten sein, die Zigno im 
Venetianischen zum Lias stellte 1 ). 

Von jenen mächtigen und veratcinerungsreichen Liusablagerungen der 
Lombardei scheint also nraLago diLedro die östlichste Grenze zu 
liegen. Sollten die hier auftretenden Schichten, wie es von jenen wahr- 
scheinlich gemacht ist, nur mittleren Lias repräsentiren , so würde dieser 
Umstand eine sehr wechselnde Ausdehnung des Meeres zur Zeit der Abla- 
gerung der verschiedenen Abtheilungen des Lias anzeigen. In dor Lom- 
bardei nämlich kennt man mit Sicherheit unteren Lias (Kalke mit Gry- 
phaea arcnata und vielen Ammonitcn von Saltrio), mittleren Lias (graue 
Kalke mit Ammonites maryaritatus Mntf. A. Taylori Sow. und den radians- 
ähnlichen Formen des mittleren Lias bei Gardone, sog. Medolo), endlich 
oberen Lias (rothe Kalke mit A. bifrons Brug., A. mtbcariuatus J. u. B. von 
Entratico bei Bergamo). Wenn nun im südlichen Tirol blos mittlerer 
Lias aufträte, so müsstc das Meer aus seinen Grenzen im unteren Lias 
heraustretend das Land zur Zeit der Ablagerung des mittleren Lias weit 
nach Osten überfluthet haben, um dann, wenigstens ungefähr, in seine an- 
fänglichen Grenzen zurückzukehren. 

Ziemlich weit gegen Nordosten 8 ) von unserem Untersuchungsgebiet, 
treffen w ir bei Lienz erst wieder eine vercinzelnte Scholle Lias 1 ). Unter an- 
deren sammelte ich am Ausgang des Gallitzenbachcs einige Arieten in 
grauem, festem, splittrigem Kalke, an der Klause in höher liegenden, 
rothen, mehr mergligen Kalken A. maryaritalm Mntf., A. Davoti Sow, A. 
Ahjovianus Opp. und Falciferen, so dass man, wie es scheint, es hier mit 
allen drei Abtheilungen des Lias zu thun hat. Weiterhin treten liasische 
Ablagerungen erst in Ungarn auf. 

IV- üogger- 

Historischc Bemerkungen. 

Der südalpine Jura (mit Ausschluss des Lias) hat bisher in der Litto- 
ratur nur eine verhältnissmiissig geringe Berücksichtigung gefunden. In den 

') Zigno. Jahrb. Rcichsanst. 18.V). I. p. 180. 

f ) Was unter Fleckenrocrgeln des oberen Lia.« beiCimolais (Foetterle Jahrb. Reich«- 
an$t. VII. p. :\b\) iu verstehen sei, ist nicht nfther angegeben. 
J ) Emmerich. Jahrb. geol. Reichsanst. VI. p. I i 4. 
8tur. Jahrb. geol. Reichsangt. VII. p. 40."». 

Hauer, über die Cephalopoden des Lias der nordöstlichen Alpen. Denkschr. Wien. 
Akad. d. Wissen^ch. Bd. XJ. 



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104 



unteren Schichten, den grauen Kalken, ist es erst in der neuesten Zeit ge- 
lungen, Versteinerungen aufzufinden, und so stellte man dieselben früher 
nur ihrer oolithischen Struktur wegen, die an jurassische Vorkommnisse 
ausserhalb der Alpen erinnerte, in den Jura. Ein solches, an und für sich 
schon wenig gewichtiges petrographisches Moment, musste aber vollends 
seine Bedeutung verlieren, als man in den Alpen auch oolithische Schichten- 
reihen in anderen, nicht jurassischen Formationen auffand. 

L. v. Buch that der „Roggensteine und anderer bezeichnender Glie- 
der der Juraformation, einer Formation, woraus der Monte Baldo und die 
Berge der SetteCommuni bestehen", in einem Briefe ') Erwähnung. Diese 
Roggensteine scheinen für ihn, ebenso wie die Dolomite, durch den Einfluss 
eruptiver Gesteine umgew andelte rothe Kalke gewesen zu sein, da er letztere 
als oberste, nicht metamorphosirte Decke erwähnt, diese aber an den von 
Buch genannten Punkten überall unsern grauen Kalken und Oolithen, nicht 
aber Dolomiten aufliegen. 

Etwas später als man sich in Italien gewöhnt hatte, ausseralpine For- 
mationsbenennungen auf alpine Gebilde zu übertragen, verband Catullo die 
Dolomite mit Cardium triqmter Wulf, mit den darüber liegenden grauen 
Kalken und stellte beide in den Jura. Später scheint ihm auch das Po- 
sidonomyengestein bekannt geworden zu sein, da seine Posidonomya minuta *) 
aus krystallinischcm Kalk von Andrich mit der Posidonomya alpina Gras 
identisch sein dürfte. "Wenigstens sah ich in Padua Handstücke mit dieser 
Muschel, die sich von Tirolern nicht unterscheiden lassen und aus Catul- 
Io's Abbildung ergiebt sich, dass die Posidonomyen das ganze Gestein er- 
füllen, wie das Pos. alpina stets thut, nicht blos die Schichtungsflächen be- 
decken. Mancherlei Andeutungen, welche zur Zeit ihrer Veröffentlichung 
kaum beachtet wurden, gewinnen jetzt, wo es sich darum handelt, immer 
jieue Profile und neue Fundorte aufzusuchen, erst ihre volle Bedeutung so 
auch die Mittheilungen in den Jahresberichten des montanistischen Vereins 3 ). 

Zigno gebührt das Verdienst, die Masse der grauen Kalke zuerst in 
Etagen gesondert und die genauere Fixirung des Lagers der Phytoliten von 
Rotzo versucht zu haben, welche er zum Gegenstand seiner besonderen 
Untersuchungen machte. Das richtige und naturgemässe seiner Anordnung 
fällt Jedem auf, der die Gebirge nördlich von Vicenza besucht. Ausserhalb 
der Alpen fanden aber seine Eintheilungen um desswillen nicht die ihnen 



') L. t. Buch an A. v. Humboldt. Leonh. Taschenb. für Mineral. 1824, p. 323. 

*) Catullo, Memor. geogn. palaeoz. pag. %, Jfrt, tab. I. f. 5. 

s ) Vergl. Emmerich in Schaubach. Deutsohe Alpen. IV., p. 304. 



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105 



gebührende Anerkennung, weil die paläontologischen Nachweise noch zu 
mangelhaft waren und demzufolge die Uebertragung französischer Etagen- 
benennungen nur annähernd richtig ausfiel. Was Murchison 1 ) mittheilte, 
bezieht sich auf Zigno's Untersuchungsgebiet und stimmt im Wesentlichen 
mit dem unten Mitgetheilten überein. Die Gryphaea oder Diceras ist, wie 
ich mich in Padua überzeugen konnte, eine sehr schöne Gervillia-Art , die 
im Unteroolith liegt, man hat hier nicht etwa an liassische Vorkommnisse 
zu denken. 

In Zigno's Uebersicht der geschichteten Gebirge der Yenetianischen 
Alpen *) finden wir, durch ein schönes Profil von den Bergen südlich von 
Val Sugana bis hinab nach der Ebene erläutert, folgende Schichten ver- 
zeichnet : 

Trias. Dolomit. 

Lins. 1. Thonige, schiefrige, dunkle Schichten, ohne Petrefakten, nicht 
überall. Nur auf Grund der Lagerungsverhältnisse in den Lias gestellt. 
Jura. 2. Bänke dichten, kristallinischen Kalkes. 

3. Graue Kalke, Kalkbreccien im Wechsel und Oolith. Versteiner- 
ungen nicht selten, doch schwer aus dem Gestein zu lösen: 
Pholadomya, Gervillia, Isocardia, Nucula. 

4. Graue, muschelführende Schichten mit dem Pflanzenlager von 
Rotzo in den Sctte Communi: Terebratula btdlata und omitho- 
ccphala werden aus Mergeln, die den Anfang des mittleren 
Oolith8 über den Pflanzen bezeichnen sollen, angegeben. 

5. Bunter Muschelmarmor mit einer Astarte 3 ). 
G. Rother Ammonitenkalk. 

Ich breche hier das Profil ab, da die Ammonitenkalke bereits einer 
höheren Abtheilung angehören, welche im nächsten Abschnitte genauer zu 
besprechen ist. 

Während in der eben mitgetheilten Uebersicht die Pflanzen in den 
Unteroolith gestellt werden, sehen wir sie etwas später 4 ) in das Bathonien 
versetzt, besonders wegen des Umstandes, dass in den unterliegenden grauen 
Kalken sich Terebratula sphaeroidahs fand, eine Species des oberen Unter- 
ooliths, dass in dem nächst höheren Muschelmarmor aber Terebratula insig- 



') üeber den Gebirgsbau in den Alpen etc., bearb. v. G. Leonhard. 1850, p. 27, 28. 
*) Zigno, Jahrb. Reichsanstalt. I. p. 181. 
*) Jedenfalls Posidonomya alpina Gras. 
*) Bronn, Leonh. Jahrb. 1854, p. 35. 

Bull. Soc. geol. II. 8er. 11, p. 289. 1854. 



lOfi 



nis auftritt, welche auf Callovien und Oxfordien hinweisen sollte. Eintei- 
lungen, die jedoch nicht auf sicherer Basis beruhen, als dem Auffinden bi- 
plicater Terobrateln und der sphaeroidalisartigen Formen sind stets mit 
Vorsicht aufzunehmen und wir werden in der That sehen, das« solche Bra- 
chiopoden in Südtirol in verschiedenen Niveau's auftreten. ') Mit diesen An- 
schauungen Zigno's erklärte sich auch Hauer 2 ) auf Grund seiner Unter- 
suchungen in den Nordalpen im Allgemeinen einverstanden. 

In einer anziehenden Schilderung zweier Profile aus den Umgebungen 
von Trient that auch Emmerich unserer grauen Kalke Erwähnung, stellte 
sie aber wegen des Vorkommens einer der echten Dachsteinbivalve sehr 
ähnlichen Muschel (Meyalodua pwnilus n. sp.) 3 ) als Gervillienschichtcn in 
die Trias. 

Die österreichischen Geologen, welche Südtirol und Venetien behufs der 
kartographischen Uebersichtsaufnahme begingen, schlössen sich der bereits 
herrschend gewordenen Ansicht, es seien die Pfianzenschichten dem Unter- 
oolith zuzutheilen, an 4 ). 

Ganz in der neuesten Zeit endlich gelang es Oppcl s ) bei Brento- 
nico an der oberen Grenze der grauen Kalke und unter dem rothen Am- 
monitenkalk eine Reihe von Versteinerungen aufzufinden, welche den Be- 
weis lieferten, dass die auf der Nordseite der Alpen seit lange unter den 
Namen Klausschichten bekannten Gesteine, deren Zugehörigkeit zur oberen 
Abtheilung des Unterooliths allgemein anerkannt ist, auch in Südtirol ver- 
treten seien. Ich habe des Aufsatzes weiterhin noch eingehender zu gedenken. 

Es waren also bis zum Jahre 18G3 im Wesentlichen zwei Abtheilungen 
des Jura in den Südalpen unterschieden ; die Oolithe und Kalke mit den 
Phytoliten von Rotzo, welche man schlechthin dem Dogger zuzählte, ohne 
über ihre genauere Stellung innerhalb desselben entscheiden zu können, so- 
dann das Posidonomyenge8tein , welches als eine gleichzeitige Ablagerung 
mit den nordalpinen Klausschichten das obere Bajocien und Bathonien in 
den Alpen repräsentirend erkannt wurde. Ich gehe dazu über im Folgen- 
den nachzuweisen, wie meine Untersuchungen das Vorhandensein dieser Ab- 
theilungen bestätigen und eine etwas schärfere Fixirung einzelner Horizonte 
derselben gestatten. 



') 8. palaont. Theil. 

*) Hauer, Jahrb. geol. lleieluanst. I. Verh. p. 367. 
5 ) S. palaont. Theil. 

«) Foetterle, Jahrb. geol. Reichsanstalt. VII. Verh. p. 851. VIII. Verh. p. 788. 
*) Oppel, Zeitaehr., deutsche geol. Oeaellsch. 1863. 



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107 



Als zum südalpincn Dogger gehörig, sollen im Folgenden diejenigen 
drei Schiehtengruppen nachgewiesen werden, welche bei Beschreibung der 
Profile, als: 

1. Graue Kalke, Schichten der Terebratula ßmbria, Oolithe von 8. 
Vigilio. 

2. Unterer Encrinitenhorizont, Schichten der Bhynchondla bilobata und 

3. Oberer Encrinitenhorizont, Schichten der Terebratula curvicon- 
cha, Posidonomyen-Gestcin 

bezeichnet wurden. Es sind dies im Profil I. die Schichten Nr, 1, 2, 3; 
im Proiii IL Nr, I, 2; im Profil III. Nr. 1, 3; endlich im Profil IV. Nr. 
1, 2, 3. 

Da die Beschaffenheit der Schichten oben bereits angegeben wurde, 
wird es sich jetzt besonders darum handeln, das Verhältnis zu den benach- 
barten und zu anderen alpinen und ausseralpinen Schichtengruppen in's Auge 
zu fassen. 

Unterer Dogger. 

Schichten der Terebratula fimbria und des Amtnonites 

Murchisonac. 

Zwei petrographisch und paläontologisch sehr verschiedenartig ausgebil- 
dete Schichtengruppen, die aber doch beide ihre Stellung im Unteroolith 
erhalten müssen, treten uns gleich in dem ersten der Profile und die eine 
derselben dann noch häufig entgegen. Es sind dies die grauen Kalke mit 
Terebratula ßmbria vom Nord- und die Oolithe mit Amtnonites Murchisonae 
vom Södabhang des Monte Baldo-Oebirges. Beide bilden die untersten, 
über dem Spiegel der E t s c h und des Gardasees zu Tage tretenden Schich- 
ten, ihr Liegendes kann also hier nicht beobachtet werden. Dafür kann man 
»ich an vielen anderen Punkten, wenigstens für die Schichten mit Terebra- 
tula ßmbria, überzeugen, dass sie von obertriadischen Dolomiten unter- 
lagert werden. 

Das Hangende bilden für die Kalke mit Terebratula ßmbria überall die 
Marmore mit Rhynchcnella bilobata, die ich zwar unmittelbar über denOoli- 
then von S. Vigilio nicht anstehen sah, indem ich hier gleich auf Posido- 
nomyengestein stiess, an deren Vorhandensein aber kaum zu zweifeln ist. 
Jedenfalls steht strati graphisch der Annahme einer nahezu gleichzeitigen 
Bildung der Oolithe und der grauen Kalke, die sich paläontologisch erweisen 
laust, nichts im Wege. 



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108 



Schichten der Terebratula fimbria. Folgende Liste enthält die 
mir aus den grauen Kalken des südlichen Tirols bekannt gewordenem Fos- 
silien (ohne die Pflanzen zu berücksichtigen): 

Pholidophorus Beggiatinus Zigno. 

Pycnodontenzätme 

Cypris Rotzoana Schaur. 

Chemnitzia terebra n. sp. 

Chemnitzia sp. 

Natica Tridentina n. sp. 

Trochus sinister n. ep. 

Phasianella sp. 

Nerinea sp. 

Thracia tirolensis n. sp. 
Ceromya papyracea n. sp. 
Gresslya elongata n. sp. 
Plettromya elegans n. sp. 
Cypricardxa incurvata n. sp. 
Astarte sp. 

Megalodus pumüus n. sp. 

Trigonia sp. 

Schizodus sp. 

Mytilus sp. 

Pinna sp. 

Gervülia 2 sp. 

Lima sp. 

Pecten 2 sp. 

>lnomta sp. 

Ostrea sp. 

Terebratula fimbria Sow. 
Terebratula firnbriaefornm Schaur. 
Terebratula Rotzoana Schaur. 
Terebratida cf. perovalis 
Terebratula hexagonalis n. sp. 
Hypodiadema sp. 
Pentacrinus sp. 
Serpula sp. 

Mit Ausnahme des Pholidophorus, welcher sich im Museum zu Vice ms 
befindet, und der Cypm Rotzoana, welche ich Schauroth's Verzeichnis« 
entnehme, sammelte ich diese Versteinerungen alle selbst. Trotz der grossen 



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109 



Anzahl und zum Theil recht vollständigen Erhaltung derselben, ist es nur 
eine einzige Art, die Terebratida ßmbria Sow., welche sich mit Vorkomm- 
nissen ausserhalb der Alpen identifiziren lässt. Auf sie ist daher beim 
Versuch, den grauen Kalken eine Stelle im System anzuweisen, das meiste 
Gewicht zu legen. 

Wright') gibt das Lager derselben von Leckhamptonhill in einem 
Profil folgender Maassen an: 

Flag freestone (Zone des Ammonites Humphresianus) 
Fimbriabed mit T. ßmbria und einer Menge anderer Versteiner- 
ungen in oolithischem Kalke 
Peagrit und Ferrugineous Oolit (Zone des Ammonites Murchi- 
sonae). 

Es nimmt also T. ßmbria in England, wo man sie zuerst kennen 
lernte und wo sie lokal massenhaft auftritt, einen Horizont zwischen dem 
des A. Murchisonae und dem des A. Humphresianus ein. Diese Stellung 
würden wir zunächst jenen Schichten in Südtirol anzuweisen haben, die 
T. ßmbria beherbergen. Dabei ist aber wohl zu berücksichtigen, daaa 
T. ßmbria sich nur in einer einzelnen Schicht findet und zwar, wie es 
scheint, mehr gegen die obere Grenze jener ganzen, mächtigen Reihe von 
Kalkbänken, die ich schlechthin als graue Kalke bezeichnete. Wenn ich 
also für diesen Abschnitt die Ueberschrift „Schichten der Terebratula ßm- 
bria* wählte, so will ich damit nur sagen, dass Schichten mit T. ßmbria 
im Vergleich zu ausseralpinen die einzigen scharf definirbaren sind, nicht 
aber etwa, dass das ganze, manchmal über 2000' mächtige System der 
grauen Kalke der einer englischen Schiebt des Fimbria marl entspreche. 

Wenn sich auch unter den übrigen Arten keine mit ausseralpinen 
identische finden , so deutet doch eine Reihe derselben durch ihren Habitus 
darauf hin, dass man es mit jurassischen, nicht etwa liasischen oder gar 
triadischen Vorkommnissen zu thun habe , so die Ceromya papyracea n. sp., 
Qresslya elongata n. sp., Pleuromya elegans n. sp. Während auch einige 
Brachiopoden , wie Terebraitda Rotzoana Schaur., sehr an bekannte Arten 
aus dem Dogger erinnern, zeigen andere, wie T. hexagonalis, ein ganz ab- 
sonderliches Ansehen, so dass auch unseren Vorkommnissen ein gewisser 
Stempel des Eigentümlichen und Fremden aufgeprägt wird, wie er den 
meisten alpinen Ablagerungen eigen ist. 

Einige der von mir bei Volano aufgefundenen Pflanzenreste zeigte 
ich Baron v. Zigno zu Padua, der nicht daran zweifelte, dass selbige 



') Quart. Joura. Oeol. 8oc. 1859. Apr. 



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110 



identisch mit Arten aus dem Venetiauisehen sein würden. Wenn die Bear- 
beitung jener Vorkommnisse, die Baron v. Zigno unternommen hat, wei- 
ter gediehen ist und in Tirol erst reichere Aufsammlungen veranstaltet sein 
werden, wird eine genaue Vergleichung von Werth und Interesse sein. 
Ich bemerke nur hier, dass die Pflanzen im Venetianischen mehreren Ho- 
rizonten angehören, dass ich bei Rovere di Velo, einem der bekanntesten 
Fundorte, in einer Schicht grauen, von Kalkspathadern durchschwärmten 
Kalkes, unmittelbar unter der Pflanzenschicht Terebrattda ßmbriaeformis 
Schaur. und Rotzoana Schaur., ebenso bei Volano, unmittelbar unter den 
Pflanzen Terebrattdu hexagonalis n. sp. fand, welche letztere übrigens im 
Venetianischen auch nicht fehlt. 

Als bezeichnendste und vor allem ihres eigentümlichen Aussehens 
wegen in die Augen springende Schicht dieser Abtheilung des südalpinen 
Dogger muss jene Pflanzenschicht angesehen werden, welche oben (p. 26) 
genauer beschrieben wurde. Ebenso findet sich die Bank mit Meyalodus 
pumilus n. sp., bisher als Megalodus triqueter angeführt, ganz allgemein 
verbreitet. Sie scheint in den höchsten Horizonten der grauen Kalke zu 
liegen, so sehr deutlich bei Noriglio am Abhang gegen Itoveredo hin, 
wo sie unmittelbar von den Bilobata-Schichten bedeckt ist. Häufig und 
überall finden sich noch Ceromya papyracea, Thracia iiroJensis, Terebratula 
Rotzoana, ßmbriaeformis und Iwxagonalis , welche zusammen als besonders 
charakteristisch für die grauen Kalke anzusehen sind. 

Ein negatives Kennzeichen hingegen ist das gänzliche Fehlen aller Ce- 
phalopodenceste. Es gelang trotz alles Suchen« nicht, auch nur eine Spur 
eines Belemniten oder Ammoniten aufzufinden. 

In dem oben mitgetheilten Profil von Zigno (p. 105) entsprechen diese 
Kalke den Abtheilungen 3. und 4., sowie auch Emme rieh's Gervillien- 
Schichten von Trient und der Noce-Mündung, 4. auf p. 302 und a — e 
p. 30G '), hierher gehören. 

Schichten des Ammonites Murchisonac. Der auffallende Gegen- 
satz, der, wie es scheint, dasselbe Niveau einnehmenden Schichten von Cap 
S. Vigilio zu den eben besprochenen, liegt theils in der petrographischen 
Beschaffenheit, theils in den Versteinerungen. An Stelle des reichen Wechsels 
der wenig mächtigen grauen Kalkbänke tritt der einförmige, dickbankig 
gelagerte, helle, stellenweise bunte Oolith. Statt einer reichen Brachiopoden- 
und Pelecypoden-Fauna , sehen wir vorwaltend Cephalopoden auftreten und 
diese in solcher Menge, dass sie stellenweise da» Gestein ganz erfüllen. 



') Jahrb. Reiclmmt. VIII. 1M>7. p. M >'2 u. WO. 



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111 



Folgende Arten fanden sich alle in einem einzigen Steinbruche: 

Bruchstücke der Scheere eines Krebses. 

Belemnites sp. 

Ainmonitcs scissus n. sp. 

Ammonites Murchisonae Sow. 

Ammonites fallax n. sp. 

Ammonites gonionotus n. sp. 

Ammonites ophioneus n. sp. 

Lineati sp. 

Ueterophylli sp. 

Perarmat sp. 

Turbo sp. 

Nticula cf. Aalensis Opp. 
Jnoceramus sp. 
Hinnites sp. 
Terebratida sp. 
Mynchonella sp. 

Auch hier ist es trotz den Reichthums an Versteinerungen nur eiu 
einziger Ammonit, 

4. Murchisonae Sow. 
der uns über das Alter dieser Oolithe Aufschluss gibt. Alle die anderen 
Ammoniten sind neu und haben ihre nächst Verwandten theils in denselben, 
theils tiefer oder höher liegenden ausseralpinen Horizonten. 

Wenn der ganze Komplex der Oolithe als Schichten des Ammonites 
Murchisonae bezeichnet wird, so gilt dasselbe wie bei den Schichten der 
T. ftmbria, indem auch hier vermuthlich noch andere, besonders höhere 
Horizonte verborgen liegen, diu fortgesetzte Untersuchungen erst an's Licht 
bringen werden. Scharf genommen hat ja Ammonites Murchisonae ein 
etwas tieferes Lager als Terebratula ßmbria und ein Nebeneinanderstellen 
der betreffenden Schichten in eine Tabelle wäre nicht gestattet. Allein im 
vorliegenden Falle kann man noch nicht weiter sondern und muss sich mit 
der Zusammenfassung beider Horizonte in eine Abtheilung des unteren 
Dogger begnügen, die vom Lias bis zur Humphresianus-Zone reicht. 

Die so verschiedene Erscheinungsweise der Oolithe und Kalke, die 
wenigstens theilweise gewiss gleichzeitige Bildungen sind, hat ihren Grund 
wohl lediglich in lokalen Ursachen bei der Ablagerung gehabt. Die grauen 
Kalke werden sich nahe am Ufer eines Kontinentes gebildet haben, der 
jene üppige Flora trug, deren Ueberb leibsei sich in einzelnen Schichten 



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112 



finden. Entweder führte ein einmündender Strom ! ) die Pflanzen dem Meere 
zu, oder, was wegen der nicht unbeträchtlichen horizontalen Ausdehnung 
jener Pflanzenschichten und der Vertheilung in mehrere Horizonte wahr- 
scheinlicher scheint, es fanden öfter Submcrsionen des Landes statt, die 
auch am leichtesten den so auffallend häufigen Wechsel der Beschaffenheit 
der Schichten erklären würden. 

Weiter draussen, zwar nicht zu entfernt vom Ufer, aber doch in un- 
mittelbarer Verbindung mit dem offenen Meere, entstanden die Oolithe und 
hüllten die Ammoniten ein, die vielleicht unter dem Einfluss einer Strömung 
gerade beim jetzigen Cap. S. Vigilio strandeten, während sie in die 
seichten Theilo, in denen der graue Kalk sich bildete, nicht eindrangen. 

Die Beschaffenheit der grauen Kalke, das Vorkommen der schlamm- 
bewohnenden Myarier und besonders das Vorhandensein einer so reichen 
Flora, wie sie aus dem Venetianischen bekannt ist, macht es unzweifelhaft, 
dass im Nordosten einer Linie, welche von Tricnt nach den VII Com- 
muni läuft, zur Zeit der Ablagerung des alpinen unteren Dogger Festland, 
oder zum Mindesten eine Insel von betrachtlicher Ausdehnung vorlag, da 
eine kleine Insel kaum eine so reiche Flora hervorgebracht haben würde , eine 
Annahme, für die das gänzliche Fehlen des unteren Dogger in den östlichen 
und nördlichen Alpen zu sprechen scheint. Auch gegen Westen ist aus 
der Lombardei bis jetzt noch keine Ablagerung zwischen dem Medolo 
(Lias) und dem rothen Ammonitenkalke bekannt geworden, die unteroolithi- 
sche Fossilien enthielt, dafür giebt Hof fmann*) Ammonites Murchisonae von 
Taormina auf Sicilien und Ezquerra del Bavo') denselben Ammoniten 
von Ablanque in der Provinz Ouodalajara in Spanien an, so dass 
weiter nach Süden das Meer zu der Zeit der Bildung der grauen Kalke 
eine grössere Ausdehnung gehabt haben wird. Nicht unwahrscheinlich ist 
es auch, dass ein Theil der von Meneghini aus La Marmora's 4 ) Auf- 
sammlungen aus Sardinien beschriebenen Dinge hierher gehören. In der 
Schweiz*) finden sich Fossilien der unteren Abtheilung des Untcroolith's 
sowohl in der ausseralpinen als der alpinen Zone und wenn auch letztere sehr 



') 8chauroth hat soeben aus grauem Kalke von Rotzo eine Cypris begehrieben 
(g. palSont. Theil). Dos Auftreten derselben deutet auf brakisches und süsses Wasser. 
') Hoffmann. Geogn. Beob. p. 490. 
3 ) cf. Mareou. Lettrea sur les rochea du Jura. p. 221. 
♦) La Marmors. Vojage eil Sardaigne. 
s ) Rieh. Ooster. Petrefic. rcmarquables. p. 41. 
Heer. Urwelt d. Schweiz, p. 151. 



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113 



dürftig entwickelt ist, steht es doch wohl fest, dass das Meer weit in das 
Gebiet der jetzigen Hochalpen hineingriff. Sowie die Buchten, in denen 
der schweizer alpine Dogger sich ablagerte, als südöstliche Ausläufer des 
schwäbisch -französischen Meeres, so ist der Südtiroler Husen als ein nörd- 
lichster T heil eines spanisch - italischen Meeres anzusehen , welches über 
Savoyen und Südfrankreich mit dein französischen zusammenhing. 

Schichten der RhynchoneUa bilobata. 

Diejenigen Schichten, die ich nach dem in denselben häutigsten und 
verbreitetsten Petrefakt, als Schichten der RhynchoneUa bilobata bezeichne, 
gestatten keinen scharfen Vergleich mit anderen alpinen, oder ausseralpinen 
Ablagerungen, da sie nur ihnen eigentümliche oder solche Pctrefakten 
enthalten, die eine sichere Identifizirung mit bereits bekannten nicht zu- 
lassen. RhynchoneUa bilobata bietet aber wegen ihres häufigen Auftretens 
ein erwünschtes Mittel, diese Schichten in Südtirol überall leicht aufzufinden. 

Bathrologisch nehmen unsere Schichten eine sehr bestimmte Stellung 
über den grauen Kalken und unter dem Posidonomyengestein ein und da 
von ersteren nachgewiesen wurde, dass sie untere Horizonte des alpinen 
Dogger repräsentiren, jene aber, wie wir sogleich sehen werden, den Dogger 
von den Parkinsoni- Schichten an vertreten, so wird es gestattet sein, vor- 
läufig, bis sichere paläontologische Beweise vorliegen, die Schichten der 
RhynchoneUa bilobata als eine mittlere Abtheilung des alpinen Dogger 
anzusehen. 

Wenn auch im Ganzen die krystallinischen , marmorartigen Gesteine 
der Bilohataschichten den meist dichten grauen Kalken gegenüber ein recht 
bezeichnendes Aussehen haben, so ist doch der Uebergang beider an der 
Grenze ein sehr allmähliger und die Unterscheidung schwierig, besonders 
auch desshalb, weil die Färbungen dieser, wie anderer alpiner jurassischer 
Gesteine nicht konstant sind. Graue, gelbe und rothe kristallinische Mar- 
more führen ganz gleichinässig die RhynchoneUa bilobata, wie sich ebenso 
in den oberen Lagen der unteren Abtheilung Tercbrattda Jimbriaeforniis in 
grauen und rothen Kalken (Villa montagna bei Trient) findet. Der 
geringe Eisengehalt der gelben und rothen Gesteine seheint daher mit dem 
Auftreten oder Fehlen der Fossilien in keinem inneren Zusammenhang zu 
stehen. Nicht selten scheinen die Schichten der R. bilobata auch zacken- 
formig in die grauen Kalke einzugreifen, so dass es den Anschein gewinnt, 
als sei die Oberfläche der letzteren beim Beginn der Ablagerung der Bilo- 
bataschichten sehr uneben und gefurcht gewesen. 

Der mittlere Dogger hat eine über Tirol nach dem Venetianischen 

8 



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114 



hinausgreifende Lagerung. So gehören ihm wohl bei Cimolais 1 ) der 
„calcare marnoso di colore giallo rossastro" wenigstens zum Thcil an, der 
über Qolithen und unter den Ammonitenkalken liegt. Bei Zigno wird zum 
Theil die Schicht 5 (pag. 105) der bunten Marmore hierherzuziehen sein.*) 
Das Auftreten der massenhaften Crinoiden und die potrographische Be- 
schaffenheit des Gesteines, deuten darauf hin, dass die Bedingungen der 
Ablagerungen dieser Schichten sehr ähnliche waren, wie bei den Schichten 
der Terebratula cta vkoncha, zu denen ich daher gleich übergehe, um bei diesen 
die mutmassliche Ausdehnung und Beschaffenheit des Meeres zu besprechen. 

Oberer Dogger. 

Auf die Schichten mit RhynchoneUa büobata, in denen ich soeben ein 
Aequivalent des ausseralpinen mittleren Unterooliths nachzuweisen gesucht 
habe, folgen bei Brentonico, Ponte di Tierno, Madonna del Monte, 
Uarda und Nomi die krystallinischen vorwaltend rothen Kalke, aus denen 
mir folgende Versteinerungen bekannt wurden: 
*Sphenodus cf. longidens Ag. 3 ) 

Pycnodontenzähne. 
*Belemmt€s sp. ind. 
*Ammonite$ Kudernatschi Hau. 
*Ammonites subobtusus Kudern. 
*Amntomtes Eudesianus d'Orb. 
Amnomtes tripartitus Rasp. 
*Ammonite8 subradiatm Sow. 
*Ammonites rectelobatus Hau. 
*Ammonites Martiusi d'Orb. 
*Ammomtes Brogtriarti d'Orb. 
*stncyloceras annukUwn Desh. sp. 
* Posidonoinya alpina Gras. 
Lima 2 sp. 
Pecten sp. 



') Pirona. Cenni geogn. sul Friulo. p. 24. 

') Sehr interessant sind die Mittheilungen Cermak's im Jahrb. geol. Reichsamt. 
18(14. p. i9f>: „8kizze der Jura-Insel am VIÄrapase bei Trencsin," wo derselbe über 
zweifelhaft liasiseken Gesteinen Crinoidenkalke , Ober diesen Diphyakalke , roth und weis», 
nachweist. Zweifelsohne entsprechen die Crinoidenkalke unseren Bilobataschichten und 
dem Crinoidengestcin der Curviconchaschichten. 

*) Von diesen Arten sind die mit einein Sternchen bezeichneten, bereits Ton Oppel 
von Brentonico angefahrt worden. 



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115 



*Terebratula Gerda Opp. 
Terebratula Qeßon Opp. 

* Terebratula cttrviconcha Opp. 
Terebratula bivallata Deslgch. 
Terebratula sulcifrons n. sp. 
Terebratula Roveredana n. sp. 
Terebratula cf. perovalis. 
lihynchonella coarctata Opp. 
HhynchoneUa defluxa Opp. 

* Ilhynchonella Brentoniaca Opp. 
Stomechinus rotundus n. sp. 
Hyboclypus sp. 

* Pentacrinus sp. ind. 
Eugeniacrinus sp. ind. 

*4a<raea sp. ind. 
Als die häufigsten und bezeichnendsten unter diesen Arten sind: 

Posidonotnya alpina Gras. 

Terebrattda cttrviconcha Opp. 

Terebratula sulcifrons n. sp. 

Terebrattda Jimcrcdana n. sp. 

Terebrattda Gefion, Opp. 

Rynchonella Brentoniaca Opp. 
zu nennen. Sowohl dos häufige Vorkommen, als die ausgezeichnete Erhalt- 
ungsweise dieser Fossilien gestatten, das Lager derselben überall in Süd- 
tirol leicht aufzufinden. Wenn es sich aber um Anhaltspunkte zur Verglei- 
chung unserer Schichten mit nord- oder ausseralpinen handelt, so gewinnen 
ausser den genannten noch folgende Versteinerungen einen besondern Werth : 

Ammonites rectelobatus llau. 

Ammonites Kudematschi Hau. 

Ammonites tripartitus Rasp. 

Ancyloceras annulatum Dcsh. sp. 

Terebrattda bivallata Deslgch. 
Leider finden sich diese aber nicht besonders häufig und in keinem gün- 
stigen Erhaltungszustande, so dass es einer längeren Arbeit bedarf, um be- 
stimmbare Exemplare zu erhalten. Besonders bieten die Ammoniten Schwie- 
rigkeiten in dieser Beziehung, indem sie meist mit dem umgebenden Gestein 
fest verwachsen und innen hohl sind. 

Es unterliegt schon nach den initgetheilten Profilen keinem Zweifel, 
dass die Poaidonomyengesteine in dem südlichen Tirol nicht auf einen ein- 

8» 



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116 



/igen Punkt beschränkt sind, sondern einem weiter verbreiteten Horizonte 
angehören, welcher konstant seine Stellung über den Bilobataschiehtcn und 
unter den Animonitenkalken einnimmt. Eine weit grössere Verbreitung, al* 
die au» den bereits angeführten Lokalitäten ersichtliche, hatte ich noch 
mehrfach zu konstatiren Gelegenheit. So sah ich Tercbratuia curricomha 
in einem etwas in'« blaugraue spielenden Enerinitenkalke an der neuen 
Strasse von Trient nach Tione in Judicarien, etwa halbwegs, da wo 
der von Villa kommende Fuss weg aus der tiefen Sarcasehlueht in die 
Hauptstiasse einmündet. Es ist dies das nördlichste, mir bekannt gewordene 
Vorkommen. Weit im Osten finden sich aber auch in den Umgebungen 
von Agordo im Venetianischen ganz gleiche Posidonomyeugesteine. Ich 
sah Handstüoke von dieser Lokalität sowohl in der L'uiversitätssammlung, 
als auch bei Baron v. Zigno in Padua. Auch mögen die bunten Mar- 
more bei Zigno (s. o. p. 105) mit einer Astarto hierher gehören, da eine 
Verwechselung der Posidonomya alpina mit einer Astarte hier eben so leicht 
stattgefunden haben kann, wie das von Oppel für Vorkommnisse des Vilser 
Kalkes wahrscheinlich gemacht wurde 1 ). Vielleicht sind auch Theile von 
Pirona's calcare marnoso (s. oben p. 114) hierher zu rechnen. Ebenso 
dürften Catullo 1 »*) Posidonien von Andrich in krvstallinischem Kalke ab 
Pusidonomya alpina zu deuten sein, um so mehr, als in gleichem Gestein 
am Monte Pinzoceo ein Ammonit (-1. doloniitiats) und zahlreiche Tere- 
brateln vorkommen sollen, welch' letzterer Umstand nicht für triadische 
Gesteine spricht. 

Diese östlichsten, bis jetzt bekannten Punkte^ liegen von dem westlich- 
sten, Garda etwa 20 Meilen entfernt. Auf der zwischen liegenden Strecke 
fehlen die Schichten gewiss nirgend«, verfolgen konnte ich sie nur bis an 
die VII. Communi, da meine Zeit mir nicht gestattete, mich länger im Ve- 
netianischen aufzuhalten. Dass das Posidonom) engestein, wenn es zahlreiche, 
dicht bei einander liegende Petrefakten enthält, ein ganz dolomitisches An- 
sehen erhält, ist bei Benutzung der älteren .paläontologischen Arbeiten, 
besonders Catullo's, wohl in Rücksicht zu ziehen, indem dasselbe Veran- 
lassung wurde, dass auf diese petrographische Eigentümlichkeit hin Dinge, 
als zu einer Formation gehörig-, betrachtet wurden, die gewiss sehr verschie- 
denen Horizonten angehören, so die Cardium-Arten (Dachsteinbivalven), die 
Posidonoinyen und eine Menge einer neuen Untersuchung sehr würdiger 
Braehiopoden aus dolomitischen Kalken vom See von St. Croce, südöstlich 
Belluno, die in der Universitätssammlung in Padua liegen. 

•) üppel. Sfcitschr. deutsche geol. Gesell. 1*63. p. 2ÜU. 
l ) Catullo. Memor. geogn. palaeosoica p. 46. Tab. I. f. 4. 



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117 



Dass man nicht schon vor 1863 die Brachiopoden von Brcntonico 
aufTand, mag seinen Grund in dem vereinzelten Auftreten derselben und den 
Lagerungsverhältnissen haben. Es ist ja Sache des Zufalls, wenn man ge- 
rade auf einer Exkursion auf einen solchen Punkt massenhafter Anhäufung 
kommt, wie Brentonico. Monatelange Exkursionen waren auch für mich 
nöthig, um die anderen oben genannten Punkte aufzufinden. Ponte di 
Ticrno halte ich wiederholt schon besucht und stete nur die Bilobata- 
schiehten bemerkt. Ins ein von oben herabgefallenes, mit Posidonomyen er- 
fülltes Stück mich auf die höheren Schichten aufmerksam machte und Ver- 
anlassung zur Entdeckung jenes so reichen Fundortes wurde. Selten bilden 
die Posidonomyengcsteine auf längere Strecken hin die Oberfläche der Ge- 
hänge und meist bekommt man nur die verwitterten, mit Flechten über- 
zogenen Querschnitte der Profile zu sehen, so dass die unmittelbar auf- 
lagernden rothen Kalke mit ihrem Ammonitenpflaater das Auge leicht von 
den nur wenig mächtigen unteren Schichten abziehen. Ist ein solcher Um- 
stand schon in niedrigeren und zugänglicheren Gebirgen hinderlich, wie viel 
mehr in den gewaltigen Bergmassen der Alpen, wo verhältnissraässig nur 
selten der Hammer des Gcognosten prüfend eine Gesteinsecke abschlägt. 
Ich zweifle aber nicht, dass in wenigen Jahren die Horizonte des südalpincn 
Jura in sehr weiter Verbreitung nachgewiesen sein werden und deren Kennt- 
nis« den alpinen Schichten die Rolle nachweisen wird, die sie in der That 
in der Geschichte der Erde zu spielen berufen sind, indem sie mit dem- 
selben und vielleicht mit mehr Recht, als unsere nördlicheren Ablagerungen 
seichterer Meere an wenig steil einfallenden Küsten, als die Träger allgemeiner 
Entwicklungsgesetze anzusehen sind. 

In Beziehung auf das Verhalten der einzelnen Arten ist folgendes zu 
bemerken. Positionomya alpina bildet stets eine wahre Luinachella und 
verdrängt die Gesteinsmnssc ganz, so das» an Stelle des rothen Kalkes allein 
die weissen Schalen den ganzen Raum erfüllen. So wie die Posidonomyen 
seltener werden, tritt die rothe Färbung allmühlig wieder ein und innerhalb 
dos rothen Kalkes finden sich dann nur »ehr selten und vereinzelt Posido- 
nomyen. Aehnlich verhalten sich einige Brachiopoden, besonders Terebratula 
Gefion, die allein ganze Blöcke erfüllt. 

Die Pycnodontenzähne liegen stets in Massen bei einander, untermengt 
mit anderen Thcilen von Fischen und hirsekorn- bis bohnengrossen Knollen 
von Brauneisenerz, so bei Madonna del Monte. Offenbar verwesten die 
Fische auf dem Meeresgründe, wurden vom Wellenschlag zerstört und die 
einzelnen Theile an geeigneten Punkten zusammengespült. Trrebruttda cur- 
riconchuy BhynchoncUa Brentoniaca und die Ammoniten sind allgemein ver- 



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118 



breitet und liegen theils zwischen den Posidonomyen, theils im rothen Kalke 
einzeln zerstreut Am allermassenhaftesten und verbreitetsten treten die 
Encriniten auf. 

Dass die Posidonomyenschichtcn von Brentouico mit denen, auf der 
Nordscite der Alpen seit lange unter dem Namen dor Klausschichten be- 
kannten, Ablagerungen äquivalent seien, hat Oppel in der mehrfach zitirten 
Abhandlung bereits nachgewiesen und in einer Tabelle die den verschiedenen 
Lokalitäten gemeinsamen Arten zusammengestellt. Durch die neu aufge- 
fundenen Punkte in Südtirol ist die Zahl der identischen Arten noch um 
einiges vermehrt worden, so dass jetzt folgende Arten als den nordalpinen 
Klausschichten und den südalpinen l'osidonomyengesteinen gemeinsam an- 
geführt werden können: 

Sphenodus cf. longidens Ag. 

Ammonites Kudernatschi Hau. 

Amnionitis sttbobtusus Kud. 

Ammonitcs Eudesianus d'Orb. 

Ammonites trij^rtitus*) Rasp. 

Amnionitis subradkitus Sow. 

Amnionitis rectelobatus Hau. 

Ammonites Martiusi d'Orb. 

Ammonites Brogniarti d'Orb.*) 

Ammonites cf. dimorphus d'Orb. 

Ancyloceras cf. annulatum Desh. sp. 

Posidonomya alpina Gras. 

Tercbratula Gerda Opp. 

Terebratula Geßon Opp. 

'ferebruttda ctmiconcha Opp. 

MynchoneUa coaretata Opp. 

BJiynchoneUa defliixa Opp. 
Dass somit Klausschichten und Posidonomyengesteino Ablagerungen eines 
Meeres sind, kann jetzt um so weniger bezweifelt werden, und die grosse 
Aehnlichkeit dos Gesteins, sowie der gleiche Erhaltungszustand der Ver- 
steinerungen, machen es sehr wahrscheinlich, dass der Zusammenhang der 
betreffenden Meerestheile ein ziemlich direkter gewesen ist. 

Die Klausschichten wurden von Hauer, nachdem sie früher, wie bei- 
nahe alle rothen Kalke der Alpen, als Oxfordschichten aufgeführt waren, in 



') Von der Klausalp, in der paläontologischen Sammlung dor Akademie zu München. 
*) Von der Klausalp. Sammlung der Akademie zu München. 



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119 



den Unteroolith versetzt. In der Tabelle zu seiner Gliederung der Trias-, 
Lias- und Jura -Gebilde finden wir sie in ein und derselben für den ge- 
rammten unteren Jura bestimmten Kolumne mit den Pflanzenschuhten von 
Rotzo verzeichnet. Die weiteren vergleichenden paläontologischen Unter- 
suchungen Oppel's wiesen den Klausschichten ihre Stelle in den obersten 
Horizonten des Unterooliths an und machten schon darauf aufmerksam, dass 
auch das ausseralpine Bathonien in dieser Formation seinen alpinen Ver- 
treter habe. Die bei Ponte di Tierno gefundene Terebratula bivallata*) 
liefert einen neuen Beweis für die Richtigkeit dieser Annahme. 

Von sehr grossem Interesse für den Nachweis einer weiteren Verbreitung 
unserer Schichten sind die in neuerer Zeit bekannt gewordenen Nachrichten 
über einige Schweizer Lokalitäten, deren Vorkommnisse schon früher mit 
denen der Klausschichten in Verbindung gebracht wurden. 

Das Auftreten der Fossilien in einer l'/j — 5' mächtigen Lage Eisen- 
ooliths über Schichten des mittleren Unterooliths am Glärnisch zeigt 
nämlich die auffallendsten Analogien mit ausseralpinen Lokalitäten einer-, 
mit unseren Klausschichten und Posidonomycngestcinen andererseits, so dass 
es ein sehr willkommenes Verbindungsglied für den paläontologischen Ver- 
gleich bietet. Bachmann*) giebt vom Oberblegisee und der Guppen- 
alpe an: 

Ammonites Parkinsoni Sow. 

Ammonites Dcslonychimpsi d'Orb. (= rectelobatus Hau.) 

Ammonites subradiatm Sow. 

Ancyloceras anntdtUum Dcsh. sp. 
vier ausgezeichnete Arten des ausseralpinen obersten Unterooliths, sodann 

Ammonites Martiusi d'Orb. 

Ammonites MoP'risi Opp. 

Ammonites Waterhousi Morr. u. Lyc. 

Ammonites aspidoides Opp. 
vier Arten des ausseralpinen Bathonien, so dass es keinem Zweifel unter- 
liegt, dass die nur 1' mächtigen Schichten vom Glärnisch beide ausser- 
alpinen Horizonte repräsentiren. 



') Nach einer Mitteilung von Prof. Oppel liegt T. bivallata bei La Voulte im Ba- 
thonien, nicht, wie De«longchamps angiebt, im KUcnerz des Callorien. cf. E. Deslongchamp* 
Notes sur lo terrain Callorien. Bull. 8oc. Linneenne de la Normandie. Bd. IV. (sep. p. ?}. 
Tab. XI. f. 1. >. 

') Jos Bachmann, lieber die Juraformation im Kanton Olarus. Mittheil. Berner. 
naturf. üesellsch. 1863. Nr. :»49-5W. 



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120 



Durch Anmwnites rectelobattfs, A. subrndiatus. A. Marl tust, Ancyloceras 
anuiädtum. sind aber die Klaus- und ] Widonomyenschichten so innig mit 
diesen Schweizer Schichten verbunden, das« wir auch aus dieser Analogie 
noch einen zweiten Beweis für das oben für sie in Anspruch genommene 
Alter entnehmen können. 

Tn gleicher Weise, wie die Glürnisch - Schichten , die übrigen» in der 
Schweiz weiter verbreitet sind'), im Westen, finden wir auch im fernen 
Osten unseren Horizont an der Donau bei Swinitza vertreten, von wo 
Kudernatsch 1 ) jene schönen Ammoniten bekannt machte, deren Aehnlich- 
keit mit denen der Klausalpe Hauer schon zu einer Zeit hervorhob *), 
wo man über die Stellung der rothon Alpenkalke noch kein bestimmtes 
Urtheil fallen konnte. Der als Ammoiiiles brflntits d'Orb. bestimmte Am- 
monit ist A. Ymir Opp., der sich am Glärnisch findet. 

Einige andere Punkte, an denen sich Schichten finden, die mit den in 
Rede stehenden mehr Verwandtschaft zu zeigen scheinen, hat Oppel bereits 
namhaft gemacht. Leider sind wir auch heute noch nicht im Besitz ge- 
nügender Aufschlüsse über dieselben. Von besonderer Bedeutung wäre eine 
kritische Untersuchung der Versteinerungen von Spczzia und ihres Lagers, 
da hier Posidonomycn sich finden, durch die man wohl in Stand gesetzt 
würde, die Grenzen der Ablagerungen des oberen Dogger weiter nach Süden 
zu verfolgen. Gewiss sind die in Tirol verbreiteten Horizonte des Dogger 
und Malm überhaupt in Italien viel verbreiteter, als man bis jetzt annehmen 
darf. Ebenso l.isst sich erwarten, dass das südliche Frankreich noch reiches 
Material liefern wird und zwar besonders zur Entscheidung der Frage über 
das Vcrhältniss sogenannter alpiner und ausseralpiner Ablagerungen, die hier 
so nahe an einander herantreten, wie kaum anderswo. 

Jedenfalls reichen nber die an den genauer untersuchten Punkten ge- 
wonnenen Resultate schon hin, um eine solche Zusammengehörigkeit unserer 
Schichten unter einander und eine solche gleichmassige vertikale Begrenzung 
derselben darzuthun, dass wir die Lokalnamen fallen lassen und sie mit dem 
gemeinsamen Namen alpiner oberer Dogger bezeichnen können. Der Name 
Dogger, in dem Umfang wie ihn Oppel anwandte, für d'Orbigny's Ba- 
jocien und Bathonien gemeinsam, im Gegensatz zum weissen Jura oder 
Malm, erweist sich für diese alpinen Gebilde um so passender, als hier in 



') H.H'hniiinn l. c. p. 

') Ku<lcrimt<Hi, die Ammoniten von Swinitza. Ablull, der geol. Heioh-nu*t. I. Bd. 
2. Abth. Nr. I. 

J ) Jahrb. geol. Keichsamt. III. p. 181. 



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121 



der That die Grenze zwischen Bajocien und Bathonien aufgehoben erscheint, 
während diejenige zwischen Bathonien und höheren .Juraschichten sich mit 
Schärfe ziehen lässt. 

Oben bei Besprechung der unteren Abtheilung des Dogger wurde bereits 
erwähnt, dass die Vertheilung von Land und Meer zur Zeit der Ablagerung 
der oberen Abtheilung eine sehr andere gewesen sein muss, als während 
der Entstehung der unteren. Sahen wir dort deutliche Anzeichen eines 
Kontinentes oder einer langhingestreckten Insel, deren südliches Ufer noch 
weit südlieh von der jetzigen Ifauptkette der Alpen lag, so scheint jetzt 
im (iegentheil das Meer weit nach Norden vorgegriffen zu haben, zum Min- 
desten bis in die (regenden der Klausalpe bei Hall statt. Auch ist es 
angemessener, für diese Ablagerungen ein gemeinsames Meer anzunehmen, 
welches bis nach Kranken hinaufreichte, in welchem sich mannigfach ge- 
gliederte Inseln befanden, als ein getrenntes mittelländisches Meeresbecken, 
aus dem einzelne Anne etwa weit nach Norden vorgegriffen hätten, ohne 
jedoch mit dem fränkischen Meere in Verbindung zu stehen. Eine solche 
Ansicht sprach auch Süss aus. Er sagt 1 ): „Nicht die Verschiedenheit 
zoologischer Provinzen, wie sie jetzt z. B. an den beiden Seiten der Land- 
enge von Suez sich findet, sondern die Verschiedenheiten der Lebens- 
bedingnisso in ein und demselben Meeresbecken ist es also, der wir alle die 
Eigeuthümlichkeiten der alpinen Petrefakten zuzuschreiben haben." Wie 



') Süss. Brachiopodcn der Stramberger Schichten, in Hauer's Beitragen zur Paläonto- 
praphie von Oesterreich. I8:>8. p. 21. 

Anmerkung. Einige Schwierigkeiten bei der Grenzbestiromung zwischen Dogger 
und Malm bieten in den Nordalpen die sog. Vilser Kulke (Schichten der Terebratula pala, 
nntijJreta und llhynchotieUa trigom) , wie sich aus dem von Oppel 1 ) über das Posidono- 
ruyenjjjestein vom Wci*-enhause bei Füssen Mitgetheilten ergiebt. Diese Vilser Kalke habe 
ich in SQdtirol nicht entdecken können, so sehr ich auch nach denselben suchte. E? liegen 
nämlich im Museum zu Rover edo einige Exemplare von Terehratula jmla und antiplecta, 
welche nach einer Angabe des Seidenfabrikanten Herrn Pisehl bei Volano gefunden sein 
>ollen. Leider konnte mir Herr Pisehl, da er die TVrebrateln von einem Arbeiter erhalten 
hatte, nur ungefähr deren angebliehen Fundort bezeichnen. Ich habe viel Zeit darauf 
verwendet, an der Grenze des Posidonomyengesteins und der rothen Aramonitenkalke, und 
nur hier könnten die betreffenden Schichten liegen, Vilser Kalke aufzusuchen, sowohl von 
Volano über Vallunga nach Koveredo, als an anderen Punkten, doch ohne Erfolg. 
Da die im Museum zu Koveredo befindlichen Exemplare eine ganz auffallende Achnlich- 
keit mit V i I se r- Vorkommnissen zeigen, so liegt die Vermuthung nahe, sie seien von 
italienischen Arbeitern, die ja häutig nordwärts der Alpen Beschäftigung suchen, nach der 
Heimath mitgebracht. 

') Zeitschr. deutsch, geol. Gesellsch. 1863. p. 196. 



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122 



dieses Meer um die alpinen Inseln beschaffen war, ist schwer nach dem 
jetzigen Standpunkt unserer Kenntnisse zu ermitteln. Die Menge von Cri- 
noideenstielgliedern weist jedenfalls auf eine ziemliche Tiefe hin, da nach 
Analogie des lebenden Pentacrinus caput Medttsac, der aus einer Tief« von 
etwa 50 c. gefischt wurde sowie aus dem Bau desselben sich schliessen 
lässt, dass Crinoideen überhaupt in einer Tiefe leben, in der sie von den 
Bewegungen der Oberfläche des Meeres nicht wesentlich affizirt wurden. 
Vielleicht bedeckten die Crinoideen Wäldern ähnlich den Meeresgrund und 
wurdon, als ihnen bei einer Hebung des Meeresbodens die Lebensbeding- 
nisse entzogen waren, vom Spiel der Wellen zerstört und am Ufer von den 
Kalken eingehüllt. Man müsste dann eine wiederholte Hebung und Senkung 
des Landes annehmen; eine Hebung, welche die Ablagerung der Crinoideen 
der Bilobataschichten, eine zweite, welche die der Crinoideen des Posidonomyen- 
gesteins verursachte. (Oberer und unterer Encrinitenhorizont, p. 9.) In den 
Vertiefungen und Fiorden der Inseln lebten gesellig die Brachiopoden und 
Posidonomyen und zwar nur in solchen, welche ihre Lage vor den heftigen 
Einflüssen der Brandung schütze; so kam es, dass sie an einzelnen Punkten 
massenhaft angehäuft wurden, an anderen fehlen. 

Ueber die Schwierigkeit der räumlichen Begrenzung der zoologischen 
Provinzen überhaupt wird sich beim Malm Gelegenheit finden zu sprechen. 



') Bronn, Ordnungen und Klassen des Thierreichs. II. 

Anmerkung. Eben erhalte ich noch die Mittheilungen von Wolf in den Verhand- 
lungen der geolog. Keichsanstalt (18<m. Verh. p. I D» wo sieh zwei Profile, eines vom Wege 
zwischen Torhole und Mori vom Lago di Loppio hinauf nach dem Monte Nago 
(altissimo di Nago), da--* andere im Süden der Munti Lessini bei 8t. Anna di Alfuedo 
gegen die Tiefe des Valle Machiora, mitgetheilt finden. Diese Profile enthalten neben man- 
chem Abweichenden meist dieselben Angaben, wie ich sie oben mittheilte, nur ist der untere 
Dogger bereits in mehrere Bilnke gesondert. Solche Mytilus- und OstreenbÄnke u. s. w. 
habe ich mehrfach gefunden; es gelang mir aber nicht, sie konstant nachzuweisen and ich 
unterließ duher die weitere Ausscheidung und Bezeichnung derselben. Auch Wolf hnt 
nie lii ere Ffianzcnhorizontc gefunden. Interessant ist die Angabe von Posidonomya alpina 
in Mergelschichten mit Pflanzenresteu und grauen Kalken Ober denselben. Holl ton dies 
vielleicht die Posidonomycn oder Posidonomycn Ähnlichen Muscheln sein, die ich bei 
S. Caee.il ia eingangs der Profillieschreibung erwähnte, die aber noch im grauen Kalke 
liegen? Ueber die grosse Verbreitung der Megalodus- Bank habe ich mich oben ausge- 
sprochen. Für die Aufnahme einiger Spezialprotile in den grauen Kalken, welche zur 
Fixirung des Lagers einzelner Fossilien , so de- Meyuhdus pumilus , ('eromya papi/racea, 
Thracia tiroleims und der Brnchiopoden führen könnten, dürften sich besonders empfehlen : 
Terragnola nach Serrada; Umgebung des Grenzsteins Nr. 14 östlich Folgaria und 
das Hochvizentinische und Verouesische gegen die VII. Communi. 



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123 



V. IVIalm. 

Historische Bemerkungen. 

Den oberen Jura, die eigentlichen rothen Ammonitenkalke, kannte man 
wohl als ein geschätztes Baumaterial für die Kirchen und Palläste Italiens 
seit lange und die in denselben eingeschlossenen organischen Reste erregten 
frühzeitig die Aufmerksamkeit, so dass schon 1606 Fabius Colonna Ab- 
bildungen der Tcrebrattda diphya als Concha diphya gab, allein eine schär- 
fere, insbesondere paläontologische Fixirung wurde erst weit später versucht. 

Nachdem lange Jahre die petrographische Aehnlichkeit mit den liasi- 
schen Ablagerungen der Lombardei irre geführt hatte, gelangte man aller- 
dings dazu, diesen Ammonitenkalken ihre Stellung nahezu richtig anzu- 
weisen und sie mit ausseralpinen Bildungen zu parallelisiren. Als aber 
dann das Machtwort Oxfordien einmal von einigen Autoritäten ausge- 
sprochen war, hatte es hiermit sein Bewenden und stimmte einmal etwas 
nicht ganz zu jener Bezeichnung, so genügte das Prädikat „alpin" die 
etwaigen Abweichungen zu erklären. 

Das wichtigste über den südalpinen Jura bisher Veröffentlichte lässt 
sich in wenige Zeilen zusammenfassen. Eine erschöpfende Aufzählung 
aller Arbeiten liegt nicht in meiner Absicht, eine solche würde sich bei 
der so vielfach zerstreuten und schwer zugänglichen italienischen Literatur 
auch nur mit einem Aufwand von Zeit und Mühe bewerkstelligen lassen, 
der in den Resultaten, die sich aus den gewonnenen schöpfen Hessen, nur 
tinen geringen Lohn fände. Zudem handelt es sich jetzt um paläontolo- 
gische Nachweise für eine vergleichende Betrachtung alpiner und ausser- 
alpiner Gebilde und was dabei von italienischer Literatur beachtenswerth 
erscheint, beschränkt sich auf einige wenige Abhandlungen. 

Von Padua aus begann in den ersten Dezennien dieses Jahrhunderts 
Catullo seine Arbeiten und ihm gebührt gegenüber seinen Vorgängern, 
die sich vorwaltend auf petrographische Eigenschaften der untersuchten 
Schichten stützten, das Verdienst, den Versteinerungen eine grössere Auf- 
merksamkeit geschenkt zu haben. Kann man sich auch mit seinen Identi- 
fikationen und mit den Prinzipien, die er bei Aufstellung neuer Arten in 
Anwendung brachte, nicht immer einverstanden erklären, so gab er durch 
seine Abbildungen doch zuerst positive Anhaltspunkte. Man wusste warum 
es sich handelte. 

Bis zum Jahre 1827 rechneten die italienischen Geologen meist alles, 
was man calcare ammonitico rosso nannte, mit den helleren weissen 
Kalken mit Tvrebratuhi diphya und dem Biancone (auch als marmo 



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124 



majolica bezeichnet) zur Kreide. Catullo in seinem Saggio di zoolo- 
gia fossile 1 ) trennte den Biancone vom ammonitico rosso und 
stellte letztern in seinen Jura, mit dem er nach unten nicht nur die grauen 
Kalke und Oolithe, sondern auch die Dolomite mit Cardium triqueter aus 
den Ampezzaner Alpen verband. In Bezug auf den Biancone gerieth er 
in Widerspruch mit Pasini und Maraschini, während Boue schon früher 
die Grenze zwischen Jura und Kreide ähnlich gelegt hatte. 

Epoche machend für die weitere Entwicklung der geognostischen Kcnnt- 
niss des Venetianischen und Südtirols wurden später die Untersuchungen 
von Zig no. Es gelang demselben, in dem Biancone echte Kreidefossilien 
aufzufinden, welche mit solchen aus dorn französischen Neokom überein- 
stimmten und so mit Sicherheit nachzuweisen, dass der Biancone der 
Kreide angehöre. Er gab für letztern als bezeichnend an*): 

Ammonites Asterianus d'< )rb. 

Amnionitis macilentus d'Orb. 

Ammonites grasianus d'Orb. 

Crioceras. 

In tiefer liegenden Schichten fanden sich: 

Ammonites tatrietts Pusch. 

Ammonites biplex Sow. 
zwei Versteinerungen, welche auf oberen Jura hinweisen. Wir werden 
jedoch sehen, dass bis in die neueste Zeit der Nachweis, alle Schichten 
unter dem Biancone seien jurassisch, keineswegs so sicher geführt war, 
als man meinen sollte. 3 ) 

Zigno's Entdeckung war von um so grösserer Bedeutung, als Catullo 
inzwischen von seiner, in derZoologia ausgesprochenen Ansicht zurückgekommen 
war und den Ammonitenkalk mit dem Biancone in die Kreide versetzte. 4 ) 
Es entspann sich eine lebhafte Kontroverse zwischen Catullo und Zigno, 
die sich lange Jahre hindurch, ausser in Catullo's eigenen Schriften, in 
italienischen Zeitschriften, dem Bulletin de la societe geologique und in 
Bronn Leonharde Jahrbruch fortspann.*) Als man sich nun aber allgemein 

') Padua. IM,» 7. 

') Bull. ?oc. geol. de Frunco 8er. III. |». 4SÄ. 18i:>. 
Ebenda. > Sit. VII. p. 2 ». 1840. 

Ferner: Memoria sulla costituziono geologica dei Monti Euganei. Padua lSlil. 
Deutseh von O. v. Rath in Zeitsehr. deutsch, geolog. Gesellschaft. 18<M. 
l ) Siehe das über den eigentlichen Dipliyakalk Gesagte. 

4 ) Catullo. Memoria geogno-Uic» palaenzoica sulle Alj»i Venete. Mem. dello Soc. 
ital. della ecienze in Moderia. 1846. 

*) Vergl. besonders Bron. Leonh. Jahrb. 1846. p. 739. 1847. p 148. -J85. 439. 



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11>5 



für die Ansicht entschied, der ammonitica rosso sei jurassisch, suchte 
sich auch Catullo 1 ) dieser Ansicht wieder anzupassen und fasste Bian- 
cone und ammonitico rosso als ein innig verbundenes „sistema 
epioolitico" auf, welches in zwei Horizonte zerfalle, einen unteren und 
einen oberen. Ganz richtig hebt zwar Catullo hervor 1 ), daas ein unterer 
Hurizont existirc, welcher Tcrebratida diphya (Tercbratuia antinomia Cat.) 
noch nicht führe, während sie in dem oberen auftrete, allein die Ver- 
bindung des oberen Horizontes mit dem Biancone, sowie die entschieden 
ganz unrichtige Vertheilung der Ammoniten in den verschiedenen Horizon- 
ten, mussten auch diese, an sich richtige Angabe zweifelhaft erscheinen 
lassen, so das« sie keine weitere Berücksichtigung fand. Wenn Catullo 
von einem deutlichen Wechsel des ammonitico rosso mit dem Bian- 
cone spricht, so heisst das nur, wie ich mich an einer der von ihm be- 
zeichneten Lokalitäten, an der Chi ma, überzeugte, dass auch innerhalb der 
rothen Kalke schon hellere Nuancen vorkommen. Allein Biancone ist 
das darum noch nicht. 

Auf dem Kongresse der Naturforscher zu Mailand 1844 sprach Buch 
zuerst eine bestimmter prüzieirto Ansicht über das Alter der Kalke mit 
Tcrebratida diphya im Verhültniss zu anderen jurassischen Ablagerungen 
aus und stellte sie zusammen mit dem Klippen kalk der Karpathen in 
den oberen Jura. Beide Ablagerungen, bezeichnet durch den Anunomtes 
Utiricits Pusch, bilden Theile seines 3. Jurasystems : troisieme Systeme du 
midi de la France, de la Lombardie, des Carpathes, de la Crimee. 3 ) 

Allerdings scheint auf jenem Kongresse die scharfe Trennung der 
rothen liasischen Ammonitenkalke der Lombardei von den höher liegenden 
mit Tercbratuia diphya noch nicht hinreichend durchgeführt worden zu sein 4 ), 
doch geht aus einem Briefe Buch's hervor 6 ), dass er vorwaltend jene 
oberen Horizonte im Sinne hatte. Er giebt in demselben eine Reihe Loka- 
litäten aus den Venctianischen , tiroler und lombardischen Alpen an, an 
denen man Amnionitis tatricua und Tercbratuia diphya findet uud macht auf 
das für jurassische Ablagerungen so bezeichnende Vorkommen von Flexuosen 
besonders aufmerksam. 



') Catullo. Intorno ad una nuova elaS9ifiratione delle calc. rosse amon. Mem. dell' 
J. K. Ist. Ven. Vol. V. 1S...5. 
? ) I. c. p. !♦. 

») Bull. soc. imp. de Hoscou. B. Ii), p. J44. 

♦) Bull. »oc. geol. de France 2 8er. II. p. 60. Nota v. Collegao. 
5 ) Ebenda. 2 8er. II. p. :iÖ9. 



126 



Das Werk von Fuchs') über die Venetianer Alpen lieferte über 
jurassische Ablagerungen nichts neues. 

Quenstedt*) machte in einem Briefe an Bronn die Namen einiger 
Ammoniten aus rothem Kalke bei Roveredo bekannt, den 
Ammonites ptychoicus 
Ammonites fasciatus 
Ammonites biruncinatus 
und lehrte so aus den bisher paläontologisch so wenig berücksichtigten 
Schichten einige der bezeichnendsten Arten kennen. Da man jedoch in 
jener Zeit noch alle rothen Ammonitenkalke der Alpen zusammenwarf, war 
es nicht möglich, zu richtigen Anschauungen über das Alter einzelner der- 
selben zu gelangen. Die Abbildung und Beschreibung jener 3 Ammoniten 
erschien 1847 und 1848 und bei dem Ammonites ptychoicus macht Quen- 
stedt auf die Analogien mit Kreideformen aufmerksam. 3 ) 

Im Handbuch der Petrefakten künde (1852) p. 470 jedoch stellte er 
Tercbruhda diphya bestimmt in den Jura und zwar in einen „ähnlichen 
Horizont* 4 , wie die schwäbische Tereltrattda nucleata. 

In der Fortsetzung des bereits oben (p. 105) mitgetheilten Profils des 
Dogger finden wir bei Zigno folgende Schichten verzeichnet: 

Bunter Muschelmarmor nur mit einer kleinen Astarte (Posido- 

nomya olpina Gras.) 
Rother Ammonitenkalk mit 
Ammonites aneeps Ziet. 
Ammonites athleta Phil. 
Ammonites Viator d'Orb. 
Ammonites Hommairei d'Orb. 
Ammonites Zignodianus d'Orb. 
Ammonites tatricus Pusch. 
Cidaris coronata Ag. 
Ananchytes bicordata Lmk. 
GlypHcus hieroglyphicus Ag. 
In den oberen Schichten des Ammonitenkalke«: 

Aimnonites perarmatus, biplex, Aptychen aus der Familie der 

Lamellosen, Tvrebrutufa diphya und triangulus. 
Kreide. 



') Fuchs. Die Venetianer Alpen. Solothurn u. Wien. 1844. 
') Bronn Leonh. Jahrb. 18 4f>. p. 68.'!. 
J ) Quenstedt. Cephalop. p. 221. 



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127 



Wir werden später sehen, das« diese Ammonitenliste einiger Rektifi- 
kationen bedarf, wie auch die Aufstellung einer höheren Abtheilung mit 
A. perarmatus nicht richtig ist. Was man peraitnatus genannt hat, liegt 
stets unter Tvrebrattda diphya, was mir 1804 auch Baron v. Zigno in 
Padua selbst bestätigte. 

Die Einreihung der rothen Ammonitenkalke in das Oxfordien, die 
wir bei Zigno ebenfalls finden, scheint sich besonders auf d'Orbigny's 
Bestimmung an ihn eingesandten venetianischen Ammoniten zu gründen. ') 

Von wesentlichstem Nutzen war die 1851 vom Ferdinandeuni ver- 
öffentlichte geognostiache Karte Tirols 2 ). So ungenügend auch die Be- 
zeichnungen und Abgrenzungen der verschiedenen Alpenkalke sind, so klar 
und bestimmt treten die rothen Ammonitenkalke hervor. Man wird immer 
im Stande sein, sich nach dieser Karte annähernd zu orientiren, so lange 
man nicht in Schichten unter die rothen Ammonitenkalke hinabsteigt. 

Von besonderem Interesse ist demnächst eine Abhandlung von Süss 3 ) 
über Terebratula diphya, weil sie über eines der verbreitetsten Fossile in den 
rothen Alpenkaiken handelt. Er spricht sich über die geologische Stellung 
der betreffenden Schichten in der Weise aus: „Dieses Lager wird gewöhn- 
lich mit dem Namen Oxford bezeichnet, von österreichischen Geologen 
Klausschichten genannt, und entspricht zugleich einem grossen Theil des 
Calcare ammonitico rosso der Italiener und des Klippenkalkes von 
Pusch und Zeuschner." 

In seiner Gliederung der Trias-, Lias- und Jurabildungen 4 ), deren wir 
schon so oft Erwähnung zu thun hatten, stellt Hauer die Pflanzenschich- 
ten von R o t z o in den Jura, die Ammonitenkalke über dieselben, bestätigt 
also die schon seit längerer Zeit über die Lagerung beider Komplexe herr- 
schenden Ansichten. 

In den Heterophyllen *) der österreichischen Alpen gab derselbe einige 
Fundorte für Ammoniten aus den rothen Alpenkaiken genauer an, die man 
bereits länger kannte, und wies manche unrichtige und ungenaue Bestim- 
mungen nach. 



') Bull. 80C. geol. 2. 8er. Bd. V. 1847, und 

Bronn-Leonh. Jahrb. 1848. p. 71f>. 
*) Geognostiache Karte ron Tirol und Voralberg. Üeogn. Montan. Verein. Ferdinan- 

deum in Innsbruck. 
>) Sitzungsber. d. math.-nat. Kl. d. Wiener Akademie. VIII. 1852. 
♦) Jahrb. Reichaanst. 1853. Tabelle p. 784. 

*) Beitrag zur Kenntuiss der Heterophyllen der österr. Alpen. Wiener Akademie. 
XII. 18 r >4. 



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128 



1858 wurden aus einer aus den Südalpen nach Wien gelangteu 
Sendung folgende Arten bestimmt: 

Amnumitcs ptychoicus Qu. 

Ammonitcs Zignodiunns d'Orb. 

Ammonitcs tatricits Pusch. 

Ammonitcs tortisukaftis d'Orb. 
? Ammonitcs ooHthictts d'Orb. 

Ammonitcs fasciatus Qu. 

Ammonitcs Etidcsiunus d'Orb. 
? Ammonites uneeps Hein. 
* Awmonifes plicatilis Sow. 

Ammonites exornattis Cat. 

Ammonitcs Ilumphicsianus Sow. 

Ammonites yruntdatus Brug — inflattts Rein. 
Mrowowito? atö/ete Phill. 

Ammonites biruncinatns Qu. 

In dieser Liste dürften die drei mit einem Fragezeichen versehenen Arten 
wohl nicht richtig bestimmt sein. Der mit einem Sternchen versehene ist ein 
Plnnulate, dessen Identifizirung bei der indifferenten Form desselben immer- 
hin misslieh erscheint. Die anderen Arten finden sich unten im paläontolo- 
gischen Theil dieser Arbeit. 

Theils gehören die Ammoniten dem eigentlichen Ammonitico rosso an. 
theils liegen sie vermuthlich tiefer, wie z. B. A. Jlumphrcsianus (= ?rcctc- 
lobatus Hau.). 

In seinen Erläuterungen zu einer geologischen Uebcrsichtskarte der 
Schichtgebirge der Lombardei'") sagt derselbe Forscher p. 4 80, nachdem er 
den Jura in der Lombardei nach oben in derselben Weise begrenzt hat, 
wie Zigno im Venetianischcn, östlich vom Gardasoe, gehörten in der 
That alle bisher bekannt gewordenen rothen Kalksteine der Juraformation 
an. Diese Angabe ist von Bedeutung, insofern man bis in die neueste Zeit 
aus den venetianischcn und Friauler Alpen basische Ammoniten zitirt fin- 
det, die jedenfalls aus der Lombardei stammen. So zitirt Pirona 2 ) den 
A. bifrons von Cimolais, der aber schwerlich von dort, vielmehr von 
Entratico bei Bergamo stammen dürfte, so gut wie die von Catullo 
zitirten A. bifrons, von denen dies erwiesen ist. 



•) Jahrb. geol. Reiehsamt. 1S:>S IX. p. 44*). 
*) Ccnni, geogn. sul Friulo. 



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129 



Emmerich 1 ) gab einige Profile aus dem südlichen Tirol, und wenn 
ich mich auch mit der von ihm ausgesprochenen Ansicht, die Diphya- 
kalke gehörten zur Kreide, nicht einverstanden erklären kann, so befinde 
ich mich doch mit seiner Auffassung der Reihenfolge der Schiebten ganz 
in Uebereinstimmung. Er sagt 1. c. p. 302: „was ich von jurassischen Am- 
moniten in hiesiger Gegend (nämlich Umgegend von Trient) sah, gehört 
alles einem tieferen Horizonte an (tiefer als die bellen Kalke mit Tercbra- 
tuUi diphyu bei Trient). Die jurassischen Ammoniten hatten ihr beson- 
deres Bett, die Diphyen ebenso. 41 

Bei Trient liegen in der That in den weissen Kalken beinahe nur 
Diphyen, die Ammoniten treten sehr zurück und sind auch schlecht erhal- 
ten; an der Noce -Mündung, dem zweiten von Emmerich beschriebenen 
Punkte hingegen, fand derselbe nur Ammoniten ohne T. diphya, und nach 
dem von ihm zitirten A. cf. athleta steht hier jener untere Ammoniten- 
horizont an, den ich in den Profilen als Schichten des AmmomUs acanthicus 
beschrieb und dem T. diphya fremd ist. Wenn man nur diese beiden 
Punkte gesehen hat, wie Emmerich, so liegt es allerdings nahe, die Am- 
monitenkalke zum Jura, die Diphyakalke zur Kreide zu rechnen, um 
so mehr, als letztere nach oben petrographisch beinahe unmerklich in den 
Biancone übergehen. Hätte Emmerich noch die Umgegend von Rove- 
redo, oder den Mt. Balde besuchen können und hier in rothen Kalken, 
mitten unter zahlreichen Ammoniten, Diphyen stecken sehen, die von jenen 
von Trient nicht zu unterscheiden sind, so hätte er vcrmuthlich seine 
Grenze zwischen Jura und Kreide etwas anders gezogen. 

Es sind also, wenn wir die Hauptresultate der Untersuchungen bis zur 
Emmerich'schcn Arbeit zusammenfassen, alle Geologen darüber einig, 
das* gewisse rothe .Ammonjtenkalke der Südalpen, von den Italienern als 
Ammonitico rosso bezeichnet, noch zum Jura gehören. Wie aber diese 
rothen Kalke paläontologisch charakterisirt seien, wie ihre Grenze nach oben 
und nach unten sich mit Sicherheit ziehen lasse, das blieb noch ungewiss. 
Ich habe als untere Grenze bereits oben das Posidonomyen-Gestein 
angegeben und gehe dazu über, im Folgenden das Verhältniss der rothen 
Ammoniten kalke gegen die überlagernden Schichten festzustellen, sowie 
zwei paläontologisch scharf getrennte Abtheilungen derselben naher zu be- 
bchreiben, welche bei Mittheilung der Profile bereits unterschieden wurden. 

Ich benenne das untere derselben vorläufig nach den häufigsten Am- 
moniten, als Sclüchten des Atnmonites acanthieus und behalte für das obere 



') Jahrb. geol. Reiohsamt. VIII. p. L'yj. 

9 



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130 



den Namen Diphyakalke bei, der ihm auch, ah dem alleinigen Lager 
der Terebratula diphya, gebührt. 

Die Schichten des Ammonites acanthicus. 

Da die petrographische Beschaffenheit dieser Schichten bereits zur 
Genüge erörtert ist, kann ich sogleich zu den aus den aufgefundenen Petre- 
fakten sich ergebenden Resultaten übergehen. * 

Folgende Arten wurden mir aus diesem Horizonte bekannt: 

1. Sphenodus -Zähne. 

2. Belemnites cf. semisukatus Mnst. 

3. Ammonites acanthicus Opp. 

4. Amtnonites Uhlandi Opp. 

5. Ammonites eurystomus n. sp. 
C. Ammonites Eupellensis d'Orb. 

7. Ammonites cf. perarmatus Sow. 

8. Ammonites polyolcus n. sp. 

9. Ammonites isotyptts n. sp. 

10. Ammonites cf. Kudematschi Hau. 

11. Ammonites compsus Opp. 

12. Ammonites Strombecki Opp. 

13. Ammonites sp. (Lineat.) 

14. Ammonites Achilles d'Orb. 

15. Ammonites sp. (Planulat.) 

16. Inoceramus cf. giganteus Gldf. sp. 

17. Terebratula sp. 

Die Unterscheidung der Schichten des Ammonites acanthicus gegen die 
unter liegenden Posidonomyengesteine ist sehr leicht, indem die dort so 
bezeichnenden Brachiopoden fehlen, die Ammoniten aber sämmtlich anderen 
Arten angehören und auch sehr anders erhalten sind. Hinreichend scharf 
ist auch die Grenze gegen den Diphyakalk, wenn auch hier mancherlei beiden 
Gruppen gemeinsam sein mag. So scheinen aus der Gruppe der so schwer 
zu bestimmenden echten Heterophyllen und der Lineaten nicht zu unter- 
scheidende Formen in die Diphyakalke hinaufzugehen. Wegen der meist 
abgeriebenen Beschaffenheit der aufgefundenen Exemplare, die bei vollstän- 
diger Erhaltung der Schale vielleicht hinreichend verschiedene Dinge gleich 
erscheinen lässt, kann man hier nur mit äusserster Vorsicht verfahren und 
wird wohl noch lange warten müssen, bis es gelingt, ganz wohlerhaltene 
Exemplare aufzufinden, mittelst deren man über alle Heterophyllen in« 
Klare kommt. Diese Ammonitengruppe scheint vor der Hand die am we- 



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131 



nigsten geeignete, bestimmte Anhaltspunkte für die Unterscheidung der 
Schichten an die Hand zu geben, so dass es als ein sehr günstiger Ümstand 
zu betrachten ist, dass ausser diesen zweifelhaften Dingen eine Reihe sehr 
wohl erhaltener anderer Ammoniten vorliegt, die schon jetzt eine scharfe Son- 
derung beider Horizonte möglich macht. Als besonders bezeichnend und an den 
Fundorten leicht in die Augen fallend, möchte ich folgende Arten aus der 
oben mitgeteilten Liste noch besonders hervorheben: 

Ammonites acanthicus Opp. 

Ammonites ÜMandi Opp. 

Ammonites polyolcus n. sp. 

Im Diphyakalk fehlen diese Arten durchaus, wofür andere jener eigen- 
tümliche Dinge sich finden (s. u. p. 1 33), besonders Terebratula dyphia selbst. 

Dass diese Fossilien nicht nur in Tirol, sondern auch weitverbreitet 
im Venetianischen sich finden, sah ich in den Sammlungen in Verona, Vi- 
cenza und Padua. Man hatte jedoch nicht Bedacht genommen, die 
Ammoniten nach Schichten zu sondern und so findet sich mancherlei bunt 
durcheinander, sogar Lias-Ammoniten aus der Lombardei mitten unter 
solchen aus dem venetianischen Malm. Derartige Aufstellungen in der Uni- 
versitätssammlung zu Padua sind nicht gerade geeignet, dem von auswärts 
Kommenden die Orientirung zu erleichtern. 

In den Nordalpen fehlen uns vor der Hand Ablagerungen, welche sich 
mit den Schichten des Ammonites acanthicus scharf in Parallele stellen Hes- 
sen. Allein man hat Andeutungen, dass man dieselben dort wird nachweisen 
können. Rothe Ammoniten kalke mit T. diphya sind schon öfters erwähnt 
worden (s. unten paläont. Theil T. diphya) und man darf hoffen, dass, wenn 
bessere Ammoniten Vorkommnisse vorliegen, man auch diesen unteren Horizont 
wird unterscheiden können. 

Desto leichter gelingt eine Parallelisirung mit einem Horizonte des 
ausseralpinen Malm. Der neuesten Zeit war es vorbehalten, hier auf Grund 
einer sorgfältigen Unterscheidung der Cephalopoden Horizonte zu gewinnen, 
welche an Schärfe und weiter Verbreitung denen des Lias nicht nachstehen. 
Ein solcher Horizont und zwar einer der am bestimmtesten definirten, wurde 
von Oppel als Zone des Ammonites tenuilobatns beschrieben. Mit demselben 
haben unsere Schichten gemeinsam: 

Ammonites acanthicus Opp. 

Ammonites Uhtandi Opp. 

Ammonites compsus Opp. 

Ammonites Strombecki Opp. 

9* 



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i:$2 



Ammonites Rupcllensis d'Orb. 
Ammonites Achilles d'Orb. 
also G von den oben als den Schichten des Ammonites acanthicus eigenthümlich 
angeführten Arten. Wenn also auch A. tenuUobatus selbst noch fehlt, so 
reichen doch die sechs identischen Arten vollkommen aus, die Aequivalenz 
der alpinen Schichten des Ammonites acanthicus mit den ausseralpinen des 
Ammonites tenuUobatus zu beweisen. 

Seine Eigentümlichkeiten hat dieser alpine Horizont aber doch. 
Einmal die ausserhalb der Alpen unbekannte rothe Färbung des Kalkes, 
auf die aber kein besonders grosses Gewicht zu legen ist T da der Gehalt an 
Eisen, der dieselbe bedingt, ein so sehr geringer ist und nur die für unser 
Auge so auffällige Erscheinungsweise hervorruft, dann aber auch eigenthüm- 
liches der Fauna, besonders das massenhafte Vorkommen der ausserhalb 
der Alpen in diesen Schichten so seltenen Heterophyllen. Auch das Auf- 
treten dos A. eurystomus n. sp., eines Perarmaten, verdient Beachtung, in- 
sofern es ein sehr spätes ist. 

Die Aptyehen stellen sich im Verhältniss zu anderen alpinen oberjuras- 
sischen Ablagerungen recht selten ein. Besonders auffallend ist, dass in nicht 
zu grosser Entfernung, in der Lombardei sich jurassische Schichten, erfüllt 
mit Aptyehen finden, während die Ammoniten selten sind, also ganz das 
umgekehrte Verhältniss, wie in Tirol. Leider weiss man über das Alter 
dieser lombardischen Schichten nicht mehr, als dass sie dem Malm angehö- 
ren, und dem Herkommen gemäss in da« Oxfordien gestellt werden. 

Da es sich nun hat nachweisen lassen, dass die Schichten des AmmO' 
nites acanthicus mit denen des Ammonites tenuilobatus gleichaltrig sind, muss 
ihnen mit diesen auch im System dieselbe Stellung angewiesen werden. 
Nachdem Oppel bereits darauf hingewiesen hatte, dass die Schichten mit 
Ammonites tenuilobatus wahrscheinlich besser das Kimmeridgien eröffneten, 
als das Oxfordien beschlössen, hat sich Waagen') in neuester Zeit be- 
stimmt zu Gunsten dieser Ansicht ausgesprochen, so dass ich nicht anstehe, 
dieselbe zu adoptiren und fortan die Schichten des Ammonites acanthicus 
der Südalpen und mit denselben die Hauptraasse des rothen 
Ammonitenkalkes zum Kimmeridgien stelle. 

Nach Waagen's Untersuchungen') lassen sich die Schichten des A. 
tenuilobatus von Franken an bis in den Kanton Aargau verfolgen, so da» 



') Waagen. Verbuch einer allgemeinen ('las'ifieution der Schichten des oberen Jan- 
München 1865. l». 1H. 

*) Waagen. Der Jura. 1 73 folg. 



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133 



dieselben mit den Schichten des Ammonites acanthicus zusammen, schon nach 
dem jetzigen Standpunkte der Kenntnisse, einen der weitverbreitetsten Hori- 
zonte im Malm darstellen, dessen gleichbleibende Erscheinungswei-o in und 
ausserhalb der Alpen eine treffliche Basis für weitere Untersuchungen abgieht. 

Diphyakalke. 

Wir kommen nun zu denjenigen Ablagerungen, welche dem Biancone, 
dessen Stellung in der unteren Kreide wir für erwiesen annehmen , unmit- 
telbar vorangehen. Es sind dies die eigentlichen, meist rothen, seltener 
weissen Diphyakalke, aus denen ich folgende Versteinerungen sammelte: 

1. Sphenodus-Zähne. 

2. LepidotUB-Zühne. 

3. Belemnites cf. semisulcattts Mnst. 

4. Belemnites cf. latus Qu. 

5. Ammonites InflaL sp. 

6. Ammonites lithographkus Opp. 

7. Ammonites hybonotus Opp. 

8. Ammonites praecox n. 8p. 

9. Ammonites ptychoicus Qu. 

10. Ammonites getninus n. sp. 

11. Ammonites tortisulcatus d'Orb. 

1 2. Ammonites ptychostoma n. sp. 

13. Ammonites Folgariacus Opp. 

14. Ammonites biruncinattts Qu. 

15. Ajmnonites Volanensis Opp. 

16. Ammonites fasciatus Qu. 

17. Ammonites quadrisidcatus d'Orb. 

18. Ammonites sp. (Flexuose.) 

19. Ammonites vi. Achilles d'Orb. 

20. Aptychus curvatus Giebel. 

21. Aptychus cf. gigantis Qu. 

22. Terebratula diphya Col. sp. 

23. Terebratida triquetra Park. 

24. Collyrites cf. trigonalis Des. 

Unter diesen zahlreichen Arten ist vor allen A. ptychoicus seiner Häufig- 
keit wegen ein vortreffliches Unterscheidungsmittel gegen die Schichten des 
Ammonites acanthicus. Auch für die Abgrenzung gegen den Biancone be- 
halten diese Fossilien ihre volle Bedeutung, besonders in den Fällen, wo 
die Unterscheidung wegen der petrographischen Aehnlichkeit schwer wird. 



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134 



Einige Schwierigkeit bietet nur T. diphya selbst, die sich im Biancone eben- 
falls, wenn auch sehr selten, zu finden scheint 1 ). 

Wenn die in den Profilen dargestellte Aufeinanderfolge der Schichten 
richtig ist und die Diphyakalke somit die Grenze zwischen Jura und Kreide 
einnehmen, so entsteht zunächst die Frage, ob sie denn mit mehr Recht 
noch mit der einen oder schon mit der anderen jener Formationen ver- 
bunden werden. Wenn man sich auch jetzt ziemlich allgemein für eine 
Verbindung mit dem Jura entschieden hat, so waren doch die dafür vorge- 
brachten Gründe keineswegs sehr schlagend und es scheint nicht unzweck- 
mässig, jetzt noch einmal einiges für und gegen zusammenzustellen. 

So lange man beide Horizonte der südalpinen rothen Ammonitenkalke 
zusammenfasstc, war es allerdings nicht schwer, aus den Ammoniten, die 
mit Ammonites acanthicus zusammen vorkommen, den Beweis zu führen, der 
rothe Ammonitenkalk gehöre dem Jura an. Da man auch in rothen Kalken 
mit Ammoniten zusammen T. diphya fand, so schien es naturgemäss auch 
die weissen Kalke, die nach T. diphya führen, mit den rothen Ammoniten- 
kalken zu verbinden , um so mehr als das, was von T. diphya aus echtem 
Biancone angegeben wurde, sehr unsicher schien und sich auch jetzt noch 
auf eine Angabe*) beschränkt. Eine Stütze für die Annahme, T. diphya 
gehöre einem Horizonte der Kreide an, gab andrerseits der Umstand ab, 
dass aus Frankreich T. diphyoides aus deutlich ausgesprochenem Neokom 
citirt wurde und dass man diese T. diphyoides für identisch mit T. diphya 
hielt, dass ferner viele Ammoniten, besonders jene aus den höheren Lagen, 
sehr viel Analogien mit südfranzösischen Kreideammoniten zeigen, so die 
Lineaten, der Planulaten gar nicht zu gedenken. 

Zu einer Zeit, wo man auf petrographische Unterscheidungen noch ein 
sehr bedeutendes Gewicht legte, musste es vollends gewagt erscheinen, eine 
Grenze zweier Formationen mitten in einen durch Uebergange verbundenen 
Komplex hineinzulegen. Diese Anschauungen zum Theil waren es, welche 
Emme rieh's oben erwähnte Stellung zu der Frage und seine nach seinen 
Beobachtungen ganz richtigen Folgerungen bedingten. 

Sehen wir, wie die Sache jetzt sich stellt. Die Lagerung kommt uns nicht 
zu Hülfe, da Ammonitenkalk und Biancone vollkommen konkordant auf 
einander liegen und so allmählig in einander übergehen, dass man wohl an- 
nehmen muss, es habe keine besonders tief eingreifende Veränderung der Erd- 
oberfläche zur Zeit der Bildung der Grenzschichten stattgefunden und Ver- 



') 8. palftont. Theil. T. diphya. 
') 8. paliont. Theü. T. diphya. 



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135 



schiedenheiten der beiderseitigen Faunen seien mehr Folge der zeitlichen Ent- 
wicklung der Organismen, als Folge zerstörender und umwälzender äusserer 
Einflüsse. Berücksichtigt man diesen Umstand, so wird man sich nicht 
wandern, dass mancherlei ähnliches in beiden Abtheilungen vorkommt und 
einsehen, dass es sich hier, wie bei der Unterscheidung benachbarter Schich- 
ten überhaupt, nicht darum handeln kann, absolute Grenzen zu ziehen, son- 
dern das herauszufinden, was verschieden ist und was gemeinsam. Dann 
wird zu entscheiden sein, ob die Aehnlichkeiten oder Verschiedenheiten grös- 
ser seien und wenn letzteres erwiesen ist, weiter zu untersuchen, wie sich 
diese verschiedenen Dinge, d. h. die jeder Gruppe eigenthümlichen zu Vor- 
kommnissen höherer und tieferer Schichten verhalten, um zu sehen, nach 
welcher Seite die grössere Verwandtschaft liegt. 

Ob also Diphyakalk und Biancone zu trennen sind, ist zunächst zu 
untersuchen. 8chon Buch hob das Vorkommen vonFlexuosen im Diphya- 
kalk als bezeichnend für denselben im Gegensatz zum Biancone hervor. 
Xun fragt ea sich aber, ob nicht die Buch bekannten Flexuosen aus den 
Schichten des Ämmohites acanthicits stammten, es konnte das A. compsus, 
Strombecki sein, das, was man in italienischen Sammlungen als A. oetdatus 
Phil, bezeichnet findet. Lediglich um das Vorkommen von Flexuosen auch 
im eigentlichen Diphyakalk anzuzeigen, habe ich den Ammonites flex. sp. 
anf Tai. 10, F. 1 . abgebildet, den Prof. O p p e 1 bei F o 1 gar i a fand. Solche 
Flexuosen fehlen im Biancone gänzlich. Ebenso fehlen in demselben Pia- 
nulaten vom Typus des A. Achilles, die sich im Diphyakalk finden. Dem 
Diphyakalk wiederum sind fremd Ammoniten, wie A. Asterianm d'Orb., die 
zu den bezeichnendsten des Biancone gehören, nicht minder die ausschliesslich 
kretazischen Crioceras- und Ancyloceras- Arten und der echte Belemnites 
däatatus. Die Aptychen der Diphyakalk e tragen alle einen jurassischen Ty- 
pus, während die geknickten Formen, wie A. Didayi, allein dem Biancone an- 
gehören. Unter den Echinodermen ist Dysaster cf. trigonalis sehr häufig im 
Diphyakalk, es fehlen Echinodermen überhaupt im tiroler und venetianischen 
Biancone. Ganz eigenthümlich sind dem Diphyakalk die oben (p. 133) 
genannten Ammoniten, unter denen A. hybonotus und lithographicus besondere 
Beachtung verdienen. 

Analogien zeigen unsere beiden Gruppen durch das Hinaufgreifen mit 
T. diphya identischer, oder doch sehr nahe stehender Formen aus dem Am- 
monitenkalk in dem Biancone. Ferner nähern sich die Belemniten dem 
Dilatatus-Typus, ohne jedoch die Breite des Dilatatus selbst je zu erreichen. 
Verwandtschaft mit Kreidearten, z. B. dem Ammonites asper Mer. zeigt der 
A praecox n. sp. aus dem Diphyakalk, doch ist derselbe neu und bestimmt 



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136 



verschieden. Eine Reihe Planulaten und Lineaten, auch wohl manche He- 
rerophyllen, sind nicht scharf zu unterscheiden, doch kann jetzt noch nicht 
mit Sicherheit festgestellt werden, ob dies einer wirklichen Identität, oder 
nur einer scheinbaren von Abwaschung und schlechter Erhaltung herrühren- 
den, zuzuschreiben ist. 

Diesen Analogien gegenüber, die alle beinahe noch einer genaueren Unter- 
suchung bedürfen, scheint es auf die oben genannten vielfachen Verschie- 
denheiten hin, für jetzt ganz gerechtfertigt, den Diphyakalk von dem 
Biancone nach paläontologischen Merkmalen zu trennen. Sollte sich be- 
stätigen, dass T. diphya wirklich im Biancone sich findet, so würde es 
dann freilich geeigneter sein, die Schichten nach einem anderen Fossil zu 
benennen, etwa Schichten dos Ammonites hybonotus und lithographicus. 

Die zweite Frage, sind nun diese vom Biancone getrennten Di phy a- 
kalke noch mit demselben zusammen der Kreide einzureihen, oder aber, 
der bisherigen Anschauung folgend, im Jura zu belassen, ist, um alle Wahr- 
scheinlichkeitspunkte bei Seite zu lassen, entschieden durch das Vorkommen 
jener beiden Ammoniten, die ich eben eventuell für die Benennung der 
Schichten vorschlug, im lithographischen Schiefer von Solenhofen. Die 
Solenhofen er Schiefer sind unzweifelhaft jurassisch, die dort gefundenen 
Ammonites hybonotus und lithoyraphious identisch mit jenen von SüdtiroL 
es kann also kein Zweifel mehr darüber bestehen, dass auch die betreffenden 
rothen Ammonitenkalke jurassisch seien. Da auch gewisse, meist über den- 
selben liegende und auch mit denselben wechselnde hellere Kalke noch T. 
diphya und vor allem A. ptychoicus führen, sind auch diese noch in den 
Diphyakalk einzubegreifen und die Grenze zwischen Jura und 
Kreide erst über denselben zu ziehen. 

Eine weitere interessante Folgerung gestattet uns das Auftreten der 
beiden genannten Ammoniten. Es ist allgemein angenommen, dass die So- 
lenhofener Schiefer der Kimmeridgegruppe angehören, wir sind also in der 
Lage das Resultat auszusprechen : dass die Diphyakalke des südlichen 
Tirols und des Veneti anischen, in der paläontologischen Be- 
grenzung, wie sie oben aufgefasst wurden, gleichzeitige Abla- 
gerungen mit den plattigen Kalken .von Solenhofen, Nusplingen 
und Cirin in Südfrankreich sind und dass man sie gleich jenen 
in die Kimmeridge-Gruppe zu stellen habe. Letzteres Resultat, die 
Zugehörigkeit zur Kimmeridge-Gruppe, folgt übrigens schon aus der Stellung 
der Schichten des Atmnonites acanthicus, vorausgesetzt, dass die Diphyakalke 
überhaupt in den Jura gestellt wurden. 

Trotzdem, dass man Kimmeridge- Schichten sehr verbreitet rindet und 



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137 



mancherlei Arbeiten über dieselben vorliegen, ist es bis in die neueste Zeit 
noch nicht gelungen, scharfe mit Sicherheit an entfernt gelegenen Punkten 
wieder erkennbare Horizonte zu gewinnen. Die Beschaffenheit der Meere 
scheint eine solche gewesen zu sein, dass eine sehr mannichfaltige Differen- 
zirung, sowohl der Faunen, als der sie umhüllenden Ablagerungen zur Aus- 
bildung gelangte. Ausführlicher über diesen Punkt hat Waagen 1 ) in sei- 
nem Jura gehandelt und nachgewiesen, dass gerade die Ammoniten, die wegen 
ihrer weiten Verbreitung zur Aufstellung von Horizonten am geeignetesten 
erscheinen, uns hier meist im Stiche lassen. Das Auffinden von A. hybo- 
natus und lithographicus muss daher als ein glücklicher Umstand betrachtet 
werden, da sich aus demselben ergiebt, dass zur Zeit der Ausbildung der un- 
teren Kimmeridge-Gruppe (Zone des A, sUraspis) das Meer, aus dem sich 
die Schichten, die Waagen als Facies des lithographischen Schiefers be- 
schrieb, niederschlugen, eine sehr grosse Yerbreitung hatte und dass die 
betreffenden Schichten als ein Hauptanhaltspunkt bei Untersuchungen über 
Schichten ähnlichen Alters zu gelten haben. 

Marcou unterschied bekanntlich in der Juraformation, nach Analogie 
der Verhältnisse in den Meeren der Jetztzeit, verschiedene zoologische Pro- 
vinzen, so eine province hispano-alpine und eine province normando-bour- 
guignone. Letzterer gehören die fränkisch-schwäbisch-schweizerischen, ersterer 
die alpinen Ablagerungen an. Eine solche Trennung scheint z. B. beim Po- 
sidonomyengestein ganz gerechtfertigt, hier liegen in der That sehr verschie- 
dene Faunen vor, und das alpinen und ausseralpinen Ablagerungen Gemein- 
same ist sehr spärlich gestreut. Viel weniger ist dies bei den Schichten des 
Amnwmtcs acanthicus der Fall. Abstrahirt man von der rothen Färbung, 
so könnten die Ammoniten von Südtirol auch von Schwaben oder 
Franken stammen; in beiden Fällen liegen Cepbalopodenfacies, nicht wie 
im oberen Dogger, ganz eigenthümliche Brachiopodenfaunen vor. An Ab- 
weichungen fehlt es zwar nicht, wie dem Auftreten der Heterophyllen, allein 
sollten diese hinreichen, die Aufstellung einer besonderen Provinz zu recht- 
fertigen? Bei den Diphyakalken möchte man sich der Annahme einer ge- 
sonderten Provinz wieder zuneigen, indem die Verschiedenheiten der Faunen 
sehr vor dem Identischen zu überwiegen scheinen, allein auch hier lässt sich 
nachweisen, dass der Gegensatz des sog. alpinen und ausseralpinen Kimmerid- 
gien nur der zwischen näher an demUfer gelegenen und offenen Meeresbildun- 
gen ist (s. u. p. 139). Jedenfalls ergiebt sich, dass man von zoologischen Pro- 
vinzen nicht wohl für den ganzen Jura sprechen kann, da sich evident innerhalb 



•) Waagen, der Jura. p. 205. 



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138 



der Ablagerungszeit desselben Veränderungen zugetragen haben, welche die 
Verrückung der Grenzen zoologischer Provinzen sehr wohl zur Folge haben 
konnten. Will man für zwei Abtheilungen wie die dos oberen Dogger und 
des Malm eine gleiche Begrenzung der Provinzen annehmen, so wendet man 
einen gleichartigen Begriff auf »ehr ungleichartiges an. Bei alledem muss 
aber hervorgehoben werden, dass dem Princip nach die Aufstellung zoolo- 
gischer Provinzen ungemein fruchtbringend ist und es in noch viel höherem 
Grade werden wird, wenn wir dem Anfang der Untersuchungen in diesem 
Gebiete etwas ferner stehen werden und die Möglichkeit vorliegen wird, die 
Begrenzung zoologischer Provinzen für vertikal nur wenig mächtige Schich- 
ten festzustellen. Möglichst vollständige Aufsammlungcn der Petrefakten 
und genaues Festhalten des Lagers wird, um dem näher zu kommen, vor 
allem im Auge zu behalten sein. 

lieber die weitere Verbreitung der Diphyakalke kann wenig sicheres 
gesagt werden. Dass die Ablagerungen des mittleren Italien, 1 ) auf Mal- 
lorca 8 ) und in den Ampezzaner Gebirgen 3 ), sowie am Nordabhang der 
Alpen 4 ) an einzelnen Punkten hierher gehören, scheint wohl bestimmt. Ebenso 
dürften die Ablagerungen der Tatra (der Klippenkalk) wenigstens z. Th. 
hierher gehören, wenn auch manche der von Zeu sehne r abgebildeten For- 
men in tiefeien Horizonten liegen könnten. Es ist zu hoffen, dass eine 
Bearbeitung der Cephalopoden jener Gegend Aufschluss geben wird, da die 
bisher bekannt gewordenen Listen zu verschiedenartiges untermischt zeigen. 

Das früher nach Buch häufig angegebene Vorkommen der Terebratida 
diphya von Induno in der Lombardei ist sehr unsicher, seit Süss*) selbst 
darauf aufmerksam gemacht, da*s das, was er als T. diphya von dort auf- 
führte 6 ), vielleicht einer anderen, Manischen Spccies angehörte. Ich habe in 
Mailänder Sammlungen T. diphya nicht gesehen. Unzweifelhaft scheint 
T. diphya bei Gre noble in dem hellen Kalke der porte de France zu liegen. 
Die Angabe von Dubois de Montpereux 7 ) von Baktschi-Serai aus der 
Krimm, könnte auch auf Kreide zu beziehen sein. 



') Spada Lavini u. Orsini. Bull. soc. gool. 2 8«'r. XII. p. \'>(V>. 
T ) Marcou, Letrres Sur le« roclies du Jura. p. '22'}. 
3 ) Richthofen, Beschreibung von Predaszo etc. p. lijf>. 
*) Jahrb. geol. Reichsanst. IV. 770. 1S.'>3. 

Bronn, Leonh. Jahrb. 18i>4, p. 694. 
*) Süss, Brachiopoden dor HalJtstatter Schichten, p. 31. 

•) Süss, Terebratida diphya. Sitzungsberichte Wiener Akademie. VIII. Taf. 31, 
f. 18, 19. 

') Dubois de Montpereux, Toyage autour du Caucase. V. p. 400. VI. p. 350. 



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■ 



139 



Der Nachweis der so innigen Zusammengehörigkeit des südalpinen Dy- 
phyakalkes mit den lithographischen Schiefern von Solenhofe n liefert einen 
sicheren, auf paläontologische Thatsachen gestützten Beweis jener geistreichen, 
von Beyrich 1 ) bereits im Jahre 1844 ausgesprochenen Ansicht über die 
Entstehung der oberjurassischen Kalke von Ernstbrunn, Xikolsburg, 
Stramberg und Krakau im Vergleich zu dem Klippenkalk von Puchow 
und Rogoznik. Nach ihm sind die Diphyakalke (Klippenkalk) ent- 
fernter vom Ufer, die Straraberger Kalke mehr in der Nähe des festen 
Landes gebildet. Ganz das gleiche Verhältniss ist gestattet zwischen den 
Ablagerungen mit T. diphya in dem mittleren Theil der Alpen, sowohl auf 
der jetzigen Nord- als der Südseite und den Solenhofener Schiefern anzu- 
nehmen. Diese bildeten sich nicht sehr entfernt vom Ufer des grossen 
mitteleuropäischen Kontinentes und die mannichfach verschiedenen Verhält- 
nisse des Meeresgrundes, der Wechsel von Korallenriffen und stillen, durch 
dieselben vor der Brandung de» offenen Meeres geschützten Lagunen und 
Buchten, sowie die mannichfach verzweigten Strömungen wurden Ursache 
der so verschiedenartigen Ausbildung der zoologischen Facies, wie sie in 
neuerer Zeit in der Zone des Ammonitcs steraspis nachgewiesen wurden. 
Die rothen Kalke hingegen mit ihren zahlreichen Cephalopoden und der 
T. diphya sind ausschliesslich ein Produkt der hohen See. Ebenso mag 
auch das Verhältniss zwischen den Plattenkalken von Cirin und den Di- 
phyakalken der Porte de France bei Grenoble sein. 

Hohe See heisst jedoch in diesem Falle nur offenes, nicht etwa zugleich 
tiefes Meer. Eine bedeutende Tiefe für das Diphyameer anzunehmen, scheint 
nicht geboten, nur mag die ruhige und gleichmüssige Ablagerung des Ma- 
terials der Schichten nicht wie bei den lithographischen Schiefern durch 
schützende Korallenriffe, sondern durch andere, für den Augenblick noch 
nicht nachweisbare Ursachen bedingt gewesen sein. Unter allen organischen 
Resten aber, die wir in den Kimmeridge- Schichten finden, sei es im litoralen 
Gürtel, sei es in denen entfernter von der Küste entstandenen, werden die 
Cephalopoden unser Interesse vom geologischen Standpunkt aus am meisten 
in Anspruch nehmen dürfen, da sie vermöge ihrer Organisation von dem 
Hauptbezirke ihrer Existenz aus nach andern Gebieten gelangen und zum 
Beweismittel für das Alter derselben werden konnten in verhältnissmässig 
kurzen Zeiträumen, in welchen es für Gastropoden beispielsweise nicht mög- 
lich war, eine Wanderung auszuführen. 



') Beyrich. Ueber die Entwicklung des Flotzgebirges in Schlesien. Karsten'* Arohiv 
f. Mineral. Bd. XVIII. 1844. 



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140 



Während nun aber in den alpinen Territorien auf die Diphyakalke 
unmittelbar Gesteine folgen, die wir der Kreide zuzählen müssen und die 
sowohl nach ihrer Gesteinsbeschaffenheit, als nach ihren organischen Resten 
sich unter sehr ähnlich bleibenden Verhältnissen gebildet haben, treten in 
der Nähe des Ufers noch mannichfaltig entwickelte lokale Schichtenkomplexe 
auf, die denn auch, da sie eben ihre Entstehung lokalen Einflüssen verdanken, 
auch nicht sich allgemein verbreitet werden nachweisen lassen. So z. B. die 
Purbcckschichten, die, aus einem Wechsel reiner Süsswasser- und bra- 
kischer Ablagerungen bestehend, sich nur an den Ufern grosser Kontinente ge- 
bildet haben können. Zwischen Diphyakalk und Biancone vermissen wir 
etwas Aehnliche8, denn es fehlten die Ströme süssen Wassers und die Aestuarien. 

Will man solche lokale Bildungen in eine Tabelle einzeichnen, welche 
die gleichzeitige Entstehung der entfernt von einander entstandenen Ab- 
lagerungen übersichtlich zur Darstellung bringt, so müssen sie wohl neben 
Ablagerungen gestellt werden, die eine sehr andere Ausbildung zeigen. So 
müssten z. B. Purbeckschichten neben Diphyakalke eingereiht wer- 
den, denn da sich keine Trockenlegung des Diphyameeres vor der Ablagerung 
des Biancone annehmen lässt, so müssen auch nothwendig die Purbeck- 
schichten in England und der Schweiz zu einer Zeit sich gebildet nahen, 
wo alpine Territorien unausgesetzt vom Diphyameer bedeckt waren. 8olche 
Verhältnisse weison auf die Nothwcndigkeit hin, selbst in solchen so gleich- 
artig ausgebildeten Schichten, wie der Diphyakalk, auch auf die feinsten 
Unterschiede der Reste derjenigen Thiere aufmerksam zu sein, welche einer 
weiten Verbreitung fähig waren. Gelingt es uns z. B., im Diphyakalk 
zwei Ammonitenformen nachzuweisen, welche sich sehr nahe stehen, so dass 
die eine kaum von der anderen verschieden scheint, aber konstant die eine 
einen tieferen, die andere einen höheren Horizont einnimmt, und finden wir 
dann in einer Ablagerung, die dem Purbeck unmittelbar vorangeht, nur 
die ältere dieser beiden Formen wieder, so wird es gestattet Bein anzu- 
nehmen, dass die Purbeckschichten sich bildeten, während im Diphya- 
meer die jüngere Art lebte. Weit entfernt also, dass diejenige Richtung 
der Paläontologie, die auch auf feine Unterschiede der Schalen reste gewisser 
fossiler Mollusken Gewicht legt, sich von vorneherein mit gewissen allge- 
meinen Anschauungen in Widerspruch setzt, zu denen die neueren Ergeb- 
nisse zoologischer Untersuchungen der lebenden Thiere hinzudrängen scheinen, 
giebt sie im Gegentheil nur Mittel an die Hand, durch eine genaue Dar- 
legung der zeitlichen Aufeinanderfolge verschiedener organischer Gestaltungen 
überhaupt das Material für den Beweis zu liefern, ob jene Anschauungen all- 
gemeine Beachtung verdienen oder nicht. 



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141 



Verbreitung und Lagerung des Dogger und Malm in Südtirol. 

Es ist eine schon mehrfach hervorgehobene Thatsache, dass der Aufbau 
der nördlich und südlich an die krystallinischen Centralniassen der Alpen 
angelagerten Sedimentairgebirge ein sehr verschiedener ist. Zeigen die Nord- 
alpen von der Schweizer Grenze bis gegen Wien hin eine Reihe paralleler, 
langhinstreichender Ketten, so gliedern sich dagegen die Südalpen in meh- 
rere kürzere Gruppen, die stufenförmig nebeneinander gestellt, in ihren archi- 
tektonischen Verhältnissen eine grosse Mannichfaltigkeit zeigen. Eine dieser 
Gruppen bildet die Lombardei, eine zweite das östliche und südliche Süd- 
tirol, eine dritte die Umgebungen von S. Cassian, eine vierte endlich die 
Venetianer Alpen. Alle diese Gruppen hängen jedoch unter einander zu- 
sammen und die Verschiedenheit ihres Aufbaues ist lediglich eine Folge der 
mannichfaltigen Gliederung der centralen Massen, an die sie sich anlehnen. 

In kurzen, klaren Zügen hat Hauer 1 ) die lombardischen Alpen ge- 
schildert. Mit vorwaltend westöstlichem Streichen ziehen dieselben in meh- 
reren Parallelketten, die mannichfach unregelmässig in einander greifen, 
längs dem Südrande der Veltliner Glimmerschiefermasse hin und Stessen 
im Osten an den nordsüdlich auslaufenden Adamellozacken, den sie 
rings umsäumen und sich durch die südliche Umwallung mit den tiroler 
Alpen in Verbindung setzen. 

Wirft man einen Blick auf eine geognostische Uebersichtskarte, so fallt 
sogleich in die Augen, wie an der Westgrenze Südtirols die Grenze der 
krystallinischen Gesteine gegen die Kalkgebirge um eine weite Strecke gegen 
Norden verworfen erscheint, um dann wieder gegen Osten hin in derselben 
Richtung wie in der Lombardei zu verlaufen. Es entsteht so ein gegen 
Südosten offener Busen, den in früheren Zeiten die Kalkmassen ganz erfüllt 
haben mögen, so dass dieselben eine zusammenhängende Masse bildeten. 
Gewaltige in verhältnissmässig neuer Zeit erfolgte Hebungen brachten jedoch 
bedeutende Veränderungen hervor. Es wurde nämlich in Mitten dieses 
Busens, etwa gleich weit von beiden Grenzen entfernt, die Granitmasse der 
Cima d'Asta und mit ihr, beide in erstarrtem Zustande*), das Porphyr- 

') Hauer, Erläuterungen etc. Jahrb. geol. Reiehsunst. isTif». p. 44*>. 

t) Die Annahme einer Hebung beider Arme der üabel, des Adamellogebirges 
uud der Cima d'Ast a-Maase, scheint sich mir aus den LagerungjverhAltnisäen der Sedi- 
mentairmassen zu ergeben, die auf einen Druck von zwei Seiten her deutet. Ich sehe ab 
ron der ersten Entstehung der eruptiven Maasen, bei der sehr andere Verhältnisse zu be- 
rücksichtigen sind, ss. Ii. die stöchiometri'eh verschiedene Zusammensetzung deä Cima 
d'A s ta -Gesteint und des Adamello-Oesteins, die auf verschiedene Eruptionsepochen 
deuten. (Scheerer, Jahrbuch 186-i. p. 398.) 



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142 



plateau 1 ) von Bötzen emporgetrieben, so dass die bisher zusammenhängen- 
den Kalkmassen in jene drei oben genannten Gruppen zerfielen. Die Por- 
phyre sprengten zunächst die ihnen auflagernden Dolomit- und Kalkmassen 
und trennten so einerseits die Süd tiroler, andrerseits die S. Cassianer 
und Venetianer Masse von einander. Letztere beiden stehen in so innigem 
Zusammenhang, dass man sie kaum trennen möchte, der Unterschied ist nur 
der, dass die eine mehr plateauartig, die andere mehr in Form eines zusammen- 
hängenden Zuges angeordnet ist. Wir haben es hier nur mit der Süd tiroler 
Masse und der südlichen die Verbindung zwischen Südtirol und dem Ve- 
netianischen einer-, dem Lombardischen Gebiete anderseits vermitteln- 
den Parthien zu thun und betrachten den Aufbau derselben etwas eingehender. 
Die Hauptmasse dieser Gebirge bilden die Dolomite der T ri as und die grauen 
Kalke des Dogger. Während aber die Dolomite wegen des Mangels der 
Schichtung keinen Aufschluss über den Bau des Landes und den einstigen 
Zusammenhang der jezt getrennten Massen geben, sich vielmehr nur in ge- 
schlossenen Massen erheben, gestatten die wohlgeschichteten Kalke eine sehr 
schnelle Orientirung über diese Verhältnisse. Ich verbinde daher diese kurzen 
Betrachtungen der Architektur des Landes mit der Angabc des Vorkommens 
jener Gesteine, welche uns zur Erkenntnis» der Lagerungsverhältnisse am 
schnellsten verhilft. 

Wie schon früher erwähnt, bilden die Unterlage aller anderen Sedi- 
mentairgesteine im südlichen Tirol die Saudsteine und der Muschelkalk. 
Diese Gesteine sehen wir denn auch, besonders die ersteren, in einem bei- 
nahe ununterbrochenen Zuge au der Grenze der Glimmerschiefer- und Thon- 
schiefermassen gegen die Dolomite hinziehen. Wegen ihrer verhältnis- 
mässig geringen Mächtigkeit konnten diese Schichten bei einer Hebung 
leicht mit emporgebogen werden, ohne an ihren Rändern zu bersten oder 
sich gewaltsam aufzustauchen. Etwaige Risse und Knickungen, mehr gegen 
die Mitte der Mulde, blieben unter der Decke der jüngeren Massen ver- 
borgen und wareu für die Gestaltung der Oberfläche von so gut wie keinem 
Einfluss. 

Sehr anders verhielten sich die Dolomite und Kalke. Sie setzten einer 
Hebung und sanften Auf biegung einen sehr gewaltigen Widerstand entgegen 
und mussten, da sie einerseits von der Adaraellokette, andrerseits vom 
Porphyrplateau und der Cima d'Asta wie von einer Gabel gehoben 
und zusammengepresst wurden, in eine Reihe paralleler Streifen bersten. 



') Eine Porphyrmasse liegt auch südlich am Ratide des Adamellozuges and hat 
dort eine ähnliche Rolle gespielt. 



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143 



In der That sehen wir denn auch die ganze Südtiroler Sedimentairmasse 
in wunderbar regelmässiger longitudinaler Anordnung. 

Zwei Abtheilungen lassen sich im ganzen Südtirol leicht unterscheiden : 
eine nördliche, etwa vom Lago di Mol veno an bis hinauf nach Lana, 
südlich Meran, wo die letzten Sandsteine sich dem Porphyr auflegen, und 
eine südliche, vom Lago di Mol veno abwärts bis an die lombardisch- 
venetianische Ebene. Die erstere, schmälere, wird ausschliesslich von einer 
Mulde eingenommen, deren oberer Theil ganz vom Porphyr unterlagert 
wird, so dass auch dieser lüer, in sich selbst gedrängt durch die mächtige- 
ren seitlichen Massen, gebrochen erscheint; die zweite nimmt zwar in der 
Mitte auch noch eine Mulde ein, der Richtung nach die Fortsetzung jener 
ersten, allein zu beiden Seiten ihrer Flügel haben sich noch eine Reihe 
paralleler Streifen abgetrennt, deren Grenzen jetzt durch Hauptllussläufe 
und Thäler bezeichnet werden. Südlich der Cima d'Asta und des Ada- 
me Uozuges, wo die Kalkmassen nicht mehr einen seitlichen, von Osten 
und Westen wirkenden Druck auszuhalten hatten, sondern nur einen von 
Norden nach Süden gerichteten, dem von Süden her nur ihre eigene Masse 
entgegenwirkte, erfolgte auch keine solche gewaltsame Borstung und Stauch- 
ung, sondern nur eine Hebung, welche den Schichten anfangs den Cha- 
rakter eines Plateau, dann eines sanft südlich einfallenden Zuges ertheilte. 
Wandert man daher eines der Tiroler Hauptthäler von Norden nach Süden, 
so korrespondiren die beiden Gehänge der Thäler nicht; hat man auf einer 
Seite lauter Schichtenköpfe, so zieht sich auf der anderen eine Schichtober- 
fläche von unten bis oben auf den Gipfel. Anders in den Umgebungen von 
Val Astica und den Sette Communi im Vcnetianischen, wo die Thäler 
einfache Brüche sind, ohne alle oder nur mit geringer Verwerfung, und 
beide Gehänge korrespondiren. Dort, von beiden Seiten gepresst, schoben 
sich die einzelnen Schollen beinahe übereinander, hier erlitt der ganze 
Komplex nur einige Brüche, meist parallel der Ilobungsaxe. 

Die nördliche jener Tiroler Mulden lässt sich nach dem Hauptthal, welches 
ihr folgt, als die Nonsberger Mulde bezeichnen (Val di Non). Der 
Bau derselben ist sehr einfach, wie sich aus einem der von dem Montani- 
stischen Vorein mitgetheilten Profile von Kaltem nach der Ilmen spitz 
ergibt. Auf dem Porphyr liegen die Sandsteine der Trias, dann Kalke, 
Richthofens Mendoladolomit und wohl auch geschichtete Kalke des Dog- 
ger, doch kann ich dies nicht mit Sicherheit angeben, da ich diese Gegend 
nicht besuchte. Den mittleren Theil der Mulde nehmen Ammonitenkalke 
und Kreidegesteine ein. Gegen Osten hingen die Gesteine einst mit denen 
der Umgebungen von S. Cassian zusammen, allein ein im Porphyr er- 



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14% 

folgter Bruch und die in demselben gewaltige Thätigkeit der Gewässer 
(Etsch) führte alle jüngeren Gesteine hinweg, so dass jetzt grössere zu- 
sammenhängende Massen von Sedimentairgesteinen über das Porphyrplateau 
weg erst in einer Entfernung von einigen Meilen zu linden sind. 

Nahe am südlichsten Ende dieser Mulde durchbricht die Noce den 
üstflügel, um sich mit der Etsch zu vereinigen und entblösst so jene 
Schichten im Querbruch, die Emmerich beschrieb. 

Die zweite, südlichere Mulde ist bezeichnet durch eine Linie vom Lage 
di Molveno an bis etwa nach dem Lago di Tenno und kann nach dem 
grössten in derselben liegenden Orte die Mulde von Stenico genannt wer- 
den. Während die Nonsberger Mulde rein nordsüdlich streicht, hat die- 
jenige von Stenico eine etwas nordost-südwestlichere Richtung, schliesst 
sich aber der vorigen ziemlich uumittelbar an und ist auf dieselben Ent- 
stehungsursachen zurückzuführen. Die Flügel beider hängen auch unmittel- 
bar zusammen, indem die Kalke des Dogger über den Nocedurchbruch 
bei Mezzo Tedesco hinwegsetzen nach Mt. Paganella, dann über die 
Sarca nach Mt. Casal und Mt. Biaina, hier aber plötzlich abbrechen 
und südlich sich nicht mit Sicherheit weiter verfolgen lassen. 

Den Westflügel bildet die südliche Fortsetzung des Zuges der Ve- 
dretta in Mt. Gaverdina, Mt. Pari bis an den Querbruch bei Pönale 
am Lago di Garda. Von hier an geht dieser Westflügel in die grosse 
plateauartige Masse über, welche den östlichen Theil der südlichen Umwal- 
lung der Adamellomasse bildet. Die Beschaffenheit der Dolomitenmassen 
und Kalke, welche diese Gebirge zusammensetzen, wurde schon oben an- 
gegeben und auf die noch sehr zweifelhafte Natur, besonders der schroffen 
Gipfel am Westufer des Lago di Garda, hingewiesen (p. 99). 

Im Westen der Mulde von Stenico ist kein deutlicher Parallelzug 
mehr ausgebildet, nur Andeutungen von solchen liegen in einigen Thälern, 
wie im Val di Conzei am Lago di Ledro. Die Dolomite nehmen bei- 
nahe den ganzen Kaum ein und sie zeigen immer mehr Neigung zu regel- 
los nebeneinander gestürztem Massenbau, als zu einer Anordnung in Zügen. 
Die Unterlage derselben bilden die Halobienschichten und diese deuten 
dann auch bei Pieve die in Profil VII besprochenen Lagerungsverhältnisse 
an. Eine lange Spalte, bezeichnet durch den oberen Lauf der Sarca, die 
Einsattlung bei Koncone zwischen Sarca und Chiesa, den mittleren und 
unteren Lauf der Chiesa von Pieve bis hinab an den Lago d'ldro, 
bezeichnet die westlichste durch die seitliche Zusammenpressung entstandene 
Verwerfung. Schroff sind die Gesteine des linken Ufers abgeschnitten gegen 
die des rechten und die untere Trias, auf diesem noch deutlich gegen 



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145 



Osten einfallend zu beobachten, scheint an jenem tief unter die Thalsohle 
gesunken. 

Auf der Ostseite der Mulde läuft jener ausgezeichnete Zug, von dessen 
beiden Hauptgruppen, die sich als das Orto d'Abrara und Mt. Baldo- 
gebirge bezeichnen lassen, mehrere Profile mitgetheilt wurden. Hier ist 
die Lagerung eine so in die Augen springende und die Charakterisirung 
der Schichten petrographisch und paläontologisch eine so scharfe, dass diese 
beiden Züge als wahre Musterbeispiele für geognostische Demonstrationen 
betrachtet werden könnten. Besonders der Mt. Baldo verdiente nicht nur 
auf einer Karte genau geologisch kolorirt, er sollte auch im Relief aufge- 
nommen werden. Hebungen, Fallen und Streichen der Schichten, Ab- 
rutschungen, Verhalten eruptiver Gesteine gegen die sedimentairen , alles 
würde sich mit einem Blicke übersehen lassen. Steil erheben sich beide 
Züge im Osten aus dem Etschthal, an manchen Stellen vom Flusse bis auf 
die Kammhöhe hinauf in einem Absturz, sanfter fallen sie nach Westen ab, 
der Orto d'Abram gegen das Sarcathal, das Mt. Baldogebirge gegen 
den Gardasee, letzteres jedoch weniger auffallend, indem mancherlei 
Brüche und Abrutschungen nach dem See hin die Verhältnisse unklarer 
erscheinen lassen. Stets liegen die Köpfe der Schichten nach Osten und es 
ist interessant, das Etschthal von dem Punkte an zu durchwandern, von 
wo es im Besondern den Namen Val Lagorina (Läger-Thal) führt, um 
zu sehen, wie in mehr als tausend Fuss Mächtigkeit die grauen Kalke des 
unteren Dogger in ungestörter Folge aufeinander gebaut sind, nur wenig 
nach oben oder unten verbogen, so gegenüber Marani, Ala, bis hinab 
nach Ceraino. Diese Kalke bilden die Hauptmasse des Gebirges und 
ihnen scheinen sich südlich in der Gegend der Chiusa die sandigen Oolithe, 
die hier zu beiden Seiten des engen Flussbettes anstehen und bei Dome- 
gliara noch in schroffen Wänden die Unterlage der Ammonitenkalke 
bilden, im selben Niveau anzulegen. Mit Sicherheit konnte ich diea Ver- 
Jiältniss nicht verfolgen, wie ja denn überhaupt die genauere Gliederung 
und Aufeinanderfolge aller einzelnen Schichten des unteren Oolithes eine 
noch zu lösende sehr anziehende Aufgabe bildet. Die Dolomite der oberen 
Trias treten nur an der Ostseite unten am Flusse an einigen Punkten auf 
und führen hier auch die bezeichnenden Fossilien. 

Als eine bezeichnende Eigentümlichkeit dieser beiden Gebirgsgruppen 
wurde schon oben das Auftreten von Längsspalten parallel der Hauptrich- 
tung bezeichnet. Eine ganze Reihe derselben lassen sich besonders an dem 
östlichen Abfall verfolgen und sind hier die Ursache der vielen schmalen 
Terrassen und kleinen, scheinbar zusammenhangslos neben die Hauptmasse 

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146 



gestellten Vorgebirge. Betrachtet man z.B. den Orto d'Abram von einem 
hohen, entfernt gelegenen Punkte her möglichst im Querschnitt, also recht- 
winklig gegen das Etschthal, so erscheint derselbe als ein gewaltiges un- 
gleichseitiges nahezu rechtwinkliges Dreieck, dessen rechter Winkel in der 
Kammlinie liegt und dessen Basis die grösste Seite bildet. Parallel mit der 
mittleren Seite fallen die Schichten nach W. ein, und je hoher man an der 
kurzen Seite heraufsteigt, desto jüngere Schichten trifft man. Bei näherer 
Untersuchung findet man aber, dass diese kurze Seite nicht immer in einer 
Flucht emporzieht, sondern mannichfaltig abgestuft ist, was dem Gesammt- 
charakter der Form aber keinen Eintrag thut. Eine Reihe solcher Stufen 
wurden im ersten Profil, eine andere, vor dem Orto d'Abram liegende, von 
Nomi beschrieben. 

Jede derselben enthält ziemlich bis nach oben die ganze Schichtenfolge 
und wenn das naturgemäße, streifenförmig angeordnet«, der obersten Schich- 
ten nicht so deutlich auf einer geognostischen Karte in die Augen springt, 
so hat das seinen Grund in dem Umstände, dass die nur wie eine dünne 
Decke aufgelagerten Ammonitenkalke und Kreidegesteine bei der Hebung 
häufig zerrissen und dann durch gewaltige, lang andauernde Abwaschungen 
auf kleine Schollen reduzirt wurden. Legt man der Untersuchung aber die 
Kalke des Unteroolithes zu Grunde, die die Hauptmasse der Gebirge bilden, 
so wird man das angedeutete Gesetz immer leicht herausfinden. Dass sich 
auch unten in den Thälern, nicht blos auf der Kammhöhe die Diphyakalke 
finden, widerspricht dem nicht, eigentlich müssten sie ja, wäre eine Auf- 
richtung solcher GOOO' hoher Gebirge ohne eine Menge lokaler Brüche und 
Ueberstürzungen möglich, den ganzen westlichen Abhang einnehmen. Solche 
tief liegende Schollen sind z. B. die bei Tor hole. 

Oestlich vom Etschthal zeigen noch die Westgehänge der Gebirge west- 
liches Einfallen, so sehr auffällig der Finonchio bei Roveredo und 
der Monte Zara. An letzteren besonders streichen die grauen Kalke von 
Marco bis hinauf nach dem Kamme, stundenweit wie eine flache Tafel 
dem Gebirge angelehnt. Die weicheren, zwischen die harten Kalkbänke 
eingelagerten Schichten, wurden hier Ursache des gewaltigen Bergsturzes, 
der das ganze Etschthal erfüllt. Aehnliche Rutschungen, wenn auch nicht 
in so grossartigem Maassstabe, finden sich vielfach, so westlich vom Monte 
Baldo gegen Torbole und gegen den Gardasee. 

Gegen Osten zeigt der Monte Zara zum letzten Mal die Dachziegel- 
stellung, indem er zwischen Albaredo und Mattassone die Köpfe seiner 
Schichten gegen Osten kehrt und von Val Arsa das Ansehen des Schnittes 
eines Buches gewinnt, in welchem die grauen Kalke des unteren Dogger die 



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H7 



Blätter bilden. Auf der anderen Seite über Valmorbia und Pozzachio 
setzen sich die grauen Kalke fort und es tritt so der durchgreifende Unter- 
schied der Thäler von Val Arsa und Etachthal hervor; dieses verwirft 
die Schichten gegeneinander, jenes bildet einen einfachen Riss, zu dessen 
beiden Seiten die Schichten korrespondiren. Yal Arsa analog sind alle 
die Thäler gebaut, welche das Gebiet von hier gegen Osten bis an die 
YII Communi und gegen Norden bis an Val Sugana durchfurchen. 
Das etwas gegen NW. gerichtete Einfallen am Cotsanto rührt von der 
Hebung der Umgebung von Recoaro her. Die untere Trias hob die ge- 
waltigen Dolomitmassen des Pasubio und diese die auflagernden grauen 
Kalke, die sich dann der allgemeinen Fallrichtung entgegen, etwas nach 
N. hin senken mussten. In den Umgebungen von Fol gar ia kamen die 
beiden hebenden Kräfte, die südliche von Recoaro und die nördliche all- 
gemeine, ziemlich in 's Gleichgewicht, dieselben stellen daher auch den 
Plateaucharakter ziemlich rein dar. Von hier an gegen Osten gewann die 
von Norden nach Süden gerichtete Hebung die Oberhand und die sanfte 
Neigung aller Schichten nach SSO., die sich von Val Astica an über die 
VII Communi hin bemerklich macht, ist das Resultat derselben. Für die 
grauen Kalke des unteren Dogger sind diese Gegenden nächst den beiden 
Längszügen des mittleren Tirol, die interessantesten. Ueberall treten die- 
selben in schönen Profilen zu Tage. Ausser den bereits geschilderten, sah 
ich noch folgende Punkte, welcho auch für weitere Aufsammlungen von 
Petrefakten besonders geeignet erscheinen. 

Das ganze Massiv des Cotsanto über den Dolomiten und unter der 
Kuppe rother Ammonitenkalke, wo über Valmorbia, nachdem man den 
Dolomit und einen in demselben auftretenden Melaphyrgang überstiegen 
hat, die erbsengrossen Oolithgesteine mit den abgerollten Nerineen auftreten, 
die bei Bosagno unter dem Posidonomyengestein erwähnt wurden und 
jenseits des ersten Kammes (tiefer liegend) die Chenmitzia terebra, Thracia 
tirolensis und besonders die Bivalven (Megalodon putnihts) ganze Schichten 
erfüllen. Hinab nach Trambilleno und hinter diesem Orte über der 
„Cluse" der Lena legen sich schön die Schichten der Rhytichonella bilo- 
bata auf. Die Tiefe von Val Terragnola bilden Dolomite, auf sie folgen 
die versteinerungsreichen grauen Kalke über Piazza und unmittelbar unter 
der Kante vor Serrada Schichten der Khynchottdla Ulobata und Ammo- 
nitenkalke. Zwischen Serrada und Folgaria treten die grauen Kalke 
mehrfach unter dem Ammonitenkalk hervor und sind dort reich an klei- 
nen Brachiopoden und Megalodon pumilus, so besonders gleich nördlich 
von Serrada im "Walde (ua der Mont. Karte) und im Thal bei Mezzo 

10* 



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148 



Monte dem Fundorte von Oümbela Meyalodon triqucter var. putnilus, irr- 
thümlich als von Maison Monte bezeichnet. Unter dem Ammonitenkalk, 
der vom Gipfel des Finonchio zusammenhängend bis an die Anfänge von 
Val Astica streicht, setzen die grauen Kalke hinauf nach dem Val di 
Sol, dessen östliches oberos Gehänge sie einnehmen, nach den Alpen am 
Monte Pomin, wo sie besonders unter dem Grenzstein No. 14 ungemein 
reich an Versteinerungen sind und nach dem weiteren Verlauf des Val 
Astica bei Lavarone, Noselari und Pedemonte. Sie bilden ferner 
meist die Oberfläche der Alpen von Val di Centa an, über Cima Vezzena, 
Cima Mandriola und weiterhin nach dem Venetianischen. Folgaria 
selbst steht auf Diphyakalk, der gegen Mezzomonte hin von Encriniten- 
schichten unterteuft wird, während gegen den Monte Cornetto sich Bian- 
cone und Scaglia auflegen, letztere am Wege nach S. Sebastiano 
Inoceramus sp. (häufig), Stenonia tubercidata Des., Hippurites sp., führend. 

Weit nördlich treten sie noch isolirt, südlich am Monte Ca Iis bei 
Trient auf, wo sie die einst von Emmerich als Gervillienschichten 
beschriebenen Gesteine bilden. Interessant ist hier das Vorherrachen einer 
rothen Farbe in Kalken, welche nach ihren Fossilien dem unteren Dogger 
angehören. An der alten Strasse von Trient nach Civezzano unter dem 
Dorfe Villa raontagna hat man einen kleinen Steinbruch angelegt, in 
welchem für Thürschwellen, Fensterkreuze, Grabsteine u. a. w. ein aus- 
gezeichneter gelblich rother Marmor gewonnen wird, der von zahlreichen 
Höhlungen, mit Kalkspatkrystallen erfüllt, durchsetzt ist. Diese Höhlungen 
sind alle organischer Natur und rühren meist von der Terebrattda ßntbriae- 
fotims her, die sich hier in Menge findet. Näher nach Civezzano hin, 
trifft man häufig Meyalodon ptmüus und gelbliche, weiche Schichten mit 
Bivalven erfüllt, übereinstimmend mit denen von Besagno (Mandole der 
Landleute). 

Eigentümlich ist in diesen Gegenden auch der Diphyakalk, indem er, 
wie das schon Emmerich erwähnte, ganz dolomitisch ist und sich nur 
durch seine Versteinerungen sicher erkonnen lässt. In dieser Beschaffenheit 
trifft man ihn gleich über Trient am Krankeuhause in einem kleinen 
Steinbruche. Wenige hundert Schritt davon gegen Norden zeigt er sich 
in seiner gewöhnlichen Beschaffenheit. Auch Schichten des Ammonites 
acanthicus liegen hier, wie höher oben hinter Villa montagna gefundene 
Ammoniten beweisen. Was Emmerich hier von als irrthümlich für 
Nummuliten gehaltenen oolithischen Konkretionen sagt, dürfte mit Vor- 
sicht aufzunehmen sein, da achte Nummuliten-Gesteine sich vielfach finden, 
so unter dem Monte Calis über den letzten Weinbergen, wo sie mit eigen- 



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149 



thümlichen basaltischen Konglomeraten, schon von Buch erwähnt, in Be- 
rührung stehen. 

Die Punkte, an denen man wegen der Pflanzenvorkommnisse den Ge- 
steinen des unteren Dogger zuerst eine bestimmtere Stellung im System 
anwies, liegen ausserhalb Südtirols, schliessen sich aber unmittelbar an die 
Vorkommnisse von Val Astica an. Ich zweifle nicht, dass man ziemlich 
überall noch Pflanzen finden wird und in grösserer Menge, als beiVolano. 
Die Umgebungen vonPernigotti und Roverc di Velo im Vizentinischen 
besuchte ich selbst, um mich von der Uebereinstimmung mit den Tiroler 
Verhältnissen zu überzeugen. Diese ist auch in der That eine vollständige. 

Auf einer Wanderung von Ala im Etschthal Val Ronchi hinauf 
unter Cima Tre Croci vorbei und hinab das Thal des Illasi etwa bis 
Badia Calavena im Vizentinischen, kann man sich von der Gleichheit 
der Gesteine und Petrefaktenvorkommnisse leicht überzeugen. Bei Ala 
und weiter nach Val Ronchi stehen Dolomite der oberen Trias mit den 
bezeichnenden Versteinerungen an, darüber folgen die grauen Kalke mit den 
weicheren, versteinerungsreichen Zwischenschichten, mehr gegen die Monti 
Lessini hin, auf diesen liegen Ammonitenkalke. 1 ) 

Cima Tre Croci besteht aus Dolomit und derselbe hält an bis hinab 
nach Do sso, wo er von schön rosenrother Farbe ist. Ueber demselben 
folgen, ganz wie in Tirol, in manniohfachem Wechsel die grauen Kalke, denen 
in verschiedenem Niveau die Pflanzenschichten eingelagert sind. Auf dem 
Wege von Do sso nach Rovere di Velo liegen zur Seite des Baches 
einige nicht unbedeutende Höhlen im grauen Kalk, in denen sich zahlreiche 
Säugethier-Reste fanden. Schöne Schädel von Ursus spelaeus von hier sind, 
glaube ich, nach Turin gewandert. Ich fand nicht selten Zähno derselben 
Species. Eine ausgezeichnete Sammlung fossiler höherer Thiere aus dem 
Venetianischen wird soeben im neuen Museo civico in Vicenza aufgestellt. 

Von besonderem Interesse war mir eine Schicht, ganz erfüllt mit zahl- 
reichen kleinen dickschaligen aber unbestimmbaren Bilvalven, oberhalb 
Bind er i (nördlich Dosso), in der sich nicht selten schöne Exemplare der 
Chemnitzia terebra finden. Das ganze Aussehen dieses Muschelkonglomerates 
erinnerte mich lebhaft an ähnliche Vorkommnisse am Heininger Berg bei 



') Wolf in Sitzungsber. Jahrb. geol. Reichsanst. p. 48 theilt Posidonotnya alpina 
mit Pflanzenregten aus einer Mergelschicht südlich von den M o n t i L e s s i n i mit. Ich bezweifle, 
da» dies Posidonotnya alpina ist, da ich ähnliche Dinge bei Chizzola noch tiefer als 
die Brachiopoden der grauen Kalke, ebenfalls mit Pflanzen und in bituminösen Mergel- 
schiefern fand (p. 9). 



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150 



Gammelshausen in Schwaben , den bekannten Trümmeroolith mit Tancredia 

donaciformis Lyc. und Ammonites Stauffensis Opp. 

Steigt man von Dos so östlich hinauf, so trifft man in hellem, flammig 
gestreiften, sehr harten splitterigen Kalk das Pflanzenlager von Pernigotti, 
weiterhin Ammonitenkalke, Biancone, Scaglia (reich an Stenonia tttberculata 
und Encriniten) Nummulitengestein und endlich die berühmten Fisch- und 
Pflanzengesteine bei Bolca Purga. 

Ich habe einige der von mir besuchten Punkte, an denen die grauen 
Kalke versteinerungsreich auftreten, um desswillen genau angegeben, weil 
die bis jetzt vorliegenden geognostischen Karten eine Trennung derselben 
von den triadischen Gesteinen noch nicht gestatten. Besonders ist hier auf 
der Karte des Montanistischen Vereines im östlichen Südtirol unter der 
Bezeichnung oberer Alpenkalk (od) sehr verschiedenartiges zusammengefasst, 
während im westlichen Theil der Versuch triadische und jurassische Gesteine 
als unterer und oberer Alpenkalk zu trennen eher gelungen scheint. Man 
kann im Allgemeinen annehmen, dass im östlichen Theil die tiefer liegen- 
den, als Dolomit bezeichneten Parthien obertriadisch, die höheren Kalk- 
schichten aber unteroolithisch sind. Dieser Anhaltspunkt dürfte bei späterem 
Besuch jener Gegenden zur Erleichterung dienen. 

Ein näheres Eingehen auf die Verbreitung der Diphyakalke scheint 
nicht nöthig, da dieselben auf der genannten Karte so sorgsam ausgeschie- 
den und verzeichnet sind, als das etwas mangelhafte topographische Detail 
es gestattet. Es wird nur immer zu berücksichtigen sein, dass die Basis 
dieser gelb angelegten Parthien meist aus Schichten des Ammonites acanthicus 
und Posidonomyengestein besteht. 

Die überliegenden Kreide- und Tertiärgesteine genauer zu untersuchen, 
lag ausserhalb der mir in vorliegender Arbeit gesteckten Grenzen. 

Es wurde oben die longitucünalc Anordnung der Gebirgszüge und Thäler 
als wesentliches Moment für die Obcrnachongestaltung des südlichen Tirols 
hervorgehoben. Es finden sich jedoch auch einige ausgezeichnete Quer- 
brüche und da diese meist einen vortrefflichen Einblick in den Bau des 
Gebirges gestatten, also von wesentlichster geognostischer Bedeutung sind, 
füge ich über dieselben noch einige Worte hinzu. Der nördlichste dersel- 
ben, durch den Bruch der Sarca von Tione bis alle Sarche bezeichnet, 
bewirkt das so klare Hervortreten des inneren Baues der Mulde von Stenico. 

Die höheren Gehänge des Sarcathales verdanken der Wirkung der 
hebenden Kräfte und dem späteren Einfluss der Gewässer ihre Entstehung, 
die unteren aber sind lediglich Folge der Auswaschung des Wassers. Das 
Thal besteht daher aus zwei Theilen, dessen oberer ein echtes Querspalten- 



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thal, dessen unterer aber eine Rofla ist. Mit diesem romanischen Namen 
bezeichnete Desor 1 ) solche, lediglich von der Wirkung des Wassers her- 
rührende Spalten, die sich in den Alpen nicht selten theils allein, thcils an 
der Basis der Querspaltenthäler (cluses) finden und deren Querschnitt im 
letztern Falle nicht unpassend mit dem Stiele eines Trichters verglichen 
wird. Ein zweites, sehr kurzes Querthal bildet die Noce, da wo sie sich 
von ihrem nordsüdlichen Lauf gegen Osten der Etsch zuwendet. 

Die schönste Verbindung einer Cluse mit einer Rofla zeigt wohl das 
Fersinathal bei Trient, auch den Touristen bekannt, die von Trient 
aus häufig hierher gewiesen werden. Eine Brücke überspannt den tiefsten 
Theil, die eigentliche Rofla dicht neben der Strasse, die beiden von 
Scaglia gebildeten Ufer verbindend. Höher oben an den Abhängen liegen 
die von Emmerich beschriebenen Gesteine und die ausgezeichneten rothen 
Marmore mit Terebratula fimbriaeformis. 

Bei Roveredo durchbricht der letzte Theil des Stromlaufes der Lena 
die Gehänge von Monte Zara und Finonchio rechtwinklig zum Strei- 
chen und entblösst so die schöne Reihenfolge der grauen Kalke unmittelbar 
an der8tras8e bei Sega di Noriglio. Doch scheinen hier noch mancher- 
lei lokale Einstürzungen und Abrutschungon stattgefunden zu haben. 

Ausgezeichnet ist endlich das Querthal, in welchem der Lago di 
Loppio liegt und welches Orto d'Abram und Monte Baldo trennt. 
Ein Bergsturz hat den westlichen Theil desselben vor Nago verschürtet. 
Die durch denselben angerichtete Verwüstung übersieht man vortrefflich 
von den Gehängen des Monte Nago, von wo aus auch sich mancherlei 
andere Abrutachungen an den höheren Parthien des Monte Brugnollo 
sehr deutlich darstellen. So fallen besonders einzelne gewaltige Tafeln 
grauer Kalke in die Augen, die vom Wasser benetzt, weithin wie Spiegel 
das Sonnenlicht blendend zurückwerfen. Eine Fortsetzung dieser Spalte ist 
vielleicht die Einsenkung von Pönale nach dem Lago di Ledro und 
Val Ampola hinführend. 

Der Gardasee erfüllt eine deutliche Längsspalte. Ich hebe dies 
hervor, weil Desor*) neuerdings diesen See in gleiche Kategorie mit den 
lombardischen stellt. So ausgeprägt der Lago d'Iseo eine Querspalte 
darstellt 3 ), so bestimmt lässt sich das vorwaltend nordsüdliche Streichen der 



') Desor. Der Gebirgsbau der Alpen. I8t'»[> p. 7I>. 
*) Desor. Der Gebirgibau der AJpcn. 18G;>. p. 142. 

') Vgl. das oben über die Ufor des Lago d'Iseo bei Vcllo Gesagte (p. 79). 



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den Lago di Garda begrenzenden Gebirge, wenigstens auf der Ostseite 
nachweisen. 

Die jüngeren, in den Profilen noch mit aufgeführten Ablagerungen 
einer genaueren Untersuchung zu unterziehen, war mir unmöglich. Ich 
hielt es jedoch nicht für überflüssig, des Vorkommens derselben wenigstens zu 
erwähnen. Zum Schlüsse meiner Arbeit gebe ich noch eine tabellarische Ueber- 
sicht der Jura- und Triasschichten der Südalpen, die ohne weiteren Commentar 
verständlich sein wird. In Beziehung auf die bei der Trias angeführte 
Synonymik Stoppani's, verweise ich auf das oben Gesagte. Seinen Dolo- 
mit von S. Difendente musste ich trotz der Ansicht Curioni's, derselbe 
nehme eine höhere Stellung ein, hersetzen, um nur überhaupt anzudeuten, 
dass Stopp an i seit 1864 ein Aequivalent der deutschen Haiistatter Kalke 
in der Lombardei anerkennt. (Pal. Lombarde, 3 te Ser. tab. 58. Uebersicht.) 



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Paläontologischer Theil. 



T. Kinig-e Arten an» der- oberen alpinen 

Trias. 

Ich beschränke mich auf die Besprechung einiger weniger, bereits früher 
in der Litteratur genannten Arten und fuge die Beschreibung und Abbildung 
einiger neuen hinzu, deren Lager sich mit Sicherheit angeben lässt. Dass 
eine schärfere Sonderung der grossen Menge aus lombardischer Trias bekannt 
gemachten Versteinerungen nach den Horizonten wünschenswerth erscheint, 
habe ich oben bemerkt. Die älteren Beschreibungen der reichen Fauna 
der Umgebungen von S. Cassian haben neuerdings eine Revision erfahren'), 
deren ausführliche Ergebnisse wohl bald in den Händen des Publikums sein 
werden. Von besonderem Interesse würde sein, diese Untersuchungen auch 
auf andere alpine Gegenden, besonders die Lombardei, ausgedehnt zu sehen, 
um die Fossilien kennen zu lernen, welche ausschliesslich für die untere 
Abtheilung der oben näher charakterisirten Haiistatter Gruppe als leitend 
betrachtet werden können. 

A. Ilallstatter Gruppe. 
Aus den Halobienschiefern. 
Orthoceratites sp. 

Ein fusslanger Orthocoratit z. Th. flachgedrückt und in schlechter Er- 
haltung, fand sich in den Halobienschichten von Prezzo in Iudicarien 
mit einigen undeutlichen Pflanzenresten zusammen. Orthoceratiten sind in 
der Haiistatter Gruppe überhaupt häufig und erreichen ihre grösste Entwick- 
lung in den eigentlichen Haiistatter Kalken, den Schichten vom Kersch- 
buchhofe u. s. w. Richthofen (Beschreibung von S. Cassian p. 69) 
erwähnt derselben auch aus den dunklen Schiefern von Corfara, die in 
naher Beziehung zu den Wenger Schiefern stehen. 

*) G. C. Laube. Bemerkungen aber die MQnsterschen Arten von 8. Cassian in der 
Münchener pal. ßaznmL Jahrb. Reichsanst. 1864* 

Der«, die Fauna der Schichten r. 8. Cassian. Sitzungsber. Wiener Akad. Bd. L. 



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Ammonites gibbus. Benecke. 

Taf. II., Fig. 2. 

Von Colere in Val di Scalve (Lombardei) aus den Halobien- 
schichten. 

Oloboser Amraonit, der zwar nur zur Hälfte erhalten ißt, indem derselbe 
in einer abgewaschenen Steinplatte lag, doch aber noch hinreichend kennt- 
lich, um von anderen Olobosen unterschieden zu werden. Durchmesser 
60 mm., Höhe des letzten Umganges über der Nath 35 mm., Höhe desselben 
in der Medianebene 20 mm. , Weite des Nabels 9 mm. Massig aufgeblüht. 
Auf dem äussersten Umgang 17 Kippen von keulenförmiger Gestalt, die 
wenig entfernt vom Nabel sanft einsetzen und dann nach der Breite und 
Höhe anschwellen, aber ehe sie den Kücken erreichen, aufhören. 

1 Exemplar. 

Ceratites euryomphalus. Benecke. 
Taf. II, Fig. 1. a. b. 

Aus den Halobienschichten von Prezzo in Iudicarien. 

Es gelang zwar nicht, Loben freizulegen, doch deutet der Habitus des 
ganzen Gehäuses auf CeratiteB. 

Dimensionen: Durchmesser des Gehäuses 39mm. Weite des Nabels 
13 mm., Höhe des letzten Umganges 14 mm., ungefähre Breite desselben 
1 0 mm. Kücken mit einem deutlichen Kiel, aus aneinandergereihten, unregel- 
mässigen länglichen Knoten gebildet. Die Seite mit ungleichen einfachen 
Rippen besetzt, die gegen den Kücken anschwellen und sich nach vorn 
biegen, den Kiel aber nicht erreichen, so dass zu beiden Seiten desselben 
Furchen nach Art liasischer Arieten entstehen. Man zählt 23 solcher Rippen 
auf dem äussersten Umgange, die meist gleich über der Nath beginnen, zum 
Theil aber auch erst später einsetzen. 

2 Exemplare. 

Posidonomya Wengensis Wissm. 

1841. Posidonomya Wengensia Wissmann. Münster, Beitrage IV. Heft. Taf. 16, 
Fig. 12. 

Etwas zweifelnd stelle ich zu dieser Art eine kleine Muschel, die sich 
sehr häufig bei Prezzo und auch sonst in den Halobienschichten der Lom- 
bardei findet. Jedenfalls steht sie den in der Münchener paläontologischen 
Sammlung befindlichen Münster'schen Original-Exemplaren, die unter sich 
selbst etwas verschieden sind, sehr nahe. Zweifellos gleichen die Exemplare 
von Prezzo der P. Wengensis mehr, als der P. obliqita Hau. (Paläont. 
Notizen p. 10. Tab. U. Fig. 8. 9.) 



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Halobia Lorameli Wissm. 

1841. Halobia Lommdi Wigsmann. Mttnater, Beiträge IV. Taf. 16, Fig. 11. 

Halobia Lommdi ist eines der verbreitetsten Fossile in den unteren 
Schichten der Haiistatter Gruppe. Sie findet sich auf der Südseite der Alpen 
von der Lombardei bis hinüber nach Krain (Lipoid. Jahrb. geol. Reichsanst. 
IX. p. 257 seq.). Den bei Stoppani (Petrific. d'Esino p. 93) angeführten 
Fundorten füge ich noch Cogolo in Val Cammonica, 2 Stunden südlich 
Breno am rechten Thalgehänge bei, wo in einigen kleinen Steinbrüchen 
H. Lommdi sich häufig findet. Im westlichen Tirol wurde sie in Profil VIL 
häufig bei Prezzo und Formio angegeben, Richthofen erwähnt noch 
Val Sugana im östlichen Tirol. Eine der H. Lommdi nahe stehende, aber 
durch fein wellig gebogene radiale Streifung ausgezeichnete Art hat Stur 
Halobia Hauen genannt. (Yerhandl. der geol. Reichsanst. 1865 p. 44.) Ich 
habe nichts derartiges in der Lombardei gefunden. Eine andere in der 
Lombardei mit Halobia Lommdi sich zusammenfindende Art von sehr quer 
verlängerter Gestalt mit ungleichen, bündelformig angeordneten Rippen, dürfte 
mit besonderem Namen zu unterscheiden sein. 

Beachtenswerth ist die Angabe des Vorkommens der H. Lommdi in 
Ostindien (Süss. Jahrb. geol. Reichsanst XII. Verhandl. p. 258) und auf 
Neuseeland, von wo sie Hochstetter mitbrachte (var. Richmondiana 
Zitt. Jahrb. geol. Reichsanst. XIII. Verh. p. 2). Ganz neuerdings machte 
E. Desl o ngehamps dieselbe Varietät von Neu-Caledonien (Br. Leon- 
hard. Jahrbuch 1865. p. 114) und Withney dasselbe Fossil aus Califor- 
nien bekannt (Jahrb. Reichsanst. 1864. V. p. 203). Mit der Halobia zu- 
sammen findet sich überall in den Alpen jener Ammonit, den man als 
Ä. Aon bezeichnet. Auch Stur (Jahrb. geol. Reichsanst. XV. Verh. p. 43) 
erwähnt H. Lommeli und A. Aon als die einzigen Arten, welche auch höher 
als die Wenger Schichten hinauf gehen. 

B. Hauptdolomitgruppe. 

Turbo solitarius Benecke. 
Taf. II, Fig. I, a. b. 5. 

Fig. 4. Abguss nach den Hohlräumen aus dem Dolomit von Sella. 
Fig. 5. Steinkorn von Storo. 

Einzeln, aber überall leitend für den Hauptdolomit Südtirols, meist nur 
die nach Zerstörung der Schale zurückgebliebenen Hohlräume sichtbar. 

Dimensionen des Exemplars von Storo. (Fig. 5): Länge 21mm., Breite 
23 mm., Höhe des letzten Umganges im Verhältniss zur Länge der ganzen 
Schale ffo* 



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Scharf ausgeprägte Form, die sich mit keiner der bisher bekannt geworde- 
nen Arten aus der oberen alpinen Trias vergleichen lässt. Auf dem Abguss 
lassen sich 3 Windungen erkennen. Die untere Hälfte eines jeden Umganges 
steigt senkrecht empor, die obere verflacht sich nach der Nath hin. Eine 
scharf ausspringende spirale Wulst trennt beide Flächen. 

PNatica incerta Benecke. 

Taf. n, Fig. 3. a. b. 
Aus dem Hauptdolomit von Storo. 

Länge des abgebildeten Exemplares 12 mm., Breite desselben 16 mm., 
Höhe des letzten Umganges im Verhältnis« zur Höhe der ganzen Schale m } lvr 

Bei den mangelhaft erhaltenen Mundöffnungen dieser und der beiden 
folgenden Arten bleibt die generische Bestimmung unsicher. 

Schief eiförmige Gestalt mit wenig hervortretendem Gewinde. Eine Reihe 
Knoten an der Nath, eine zweite auf der Grenze der, unter einem stumpfen 
Winkel aneinander stossenden, oberen und unteren Hälfte des Umganges. 
Auf dem letzten Umgange Andeutung flacher radialer Rippen. 

Besonders in der Ansicht von oben hat Natxca incerta einige Aehnlich- 
keit mit Neritojms Oldac Stopp. (Paläont. lomb. 3. Ser. Taf. 2, Fig. 68) aus 
der Rhätischen Gruppe. Da Wolf ähnliche Dinge von Ala südlich Rove- 
redo erwähnt (Verhandl. der geolog. Reichsanst. 1865. p. 47), findet sich 
unsere Art wohl auch dort im Hauptdolomit. 

? Torritella Trompiana Benecke. 

Taf. II, Fig. 6. 

Aus dem Hauptdolomit des Monte S. Emiliano bei Gardone in 
Val Trompia (Lombardei). 

Länge des abgebildeten Exemplares (ungefähr) 10 mm., Breite 7 mm.. 
Verhältnis« der Höhe des letzten Umganges zur Höhe der ganzen Schale 
Winkelgrösse 48°. ^ 

Thurmförmig verlängertes Gehäuse mit scharfkantigen Umgängen. An 
dem abgebildeten Exemplar mögen 6 — 7 zu bemerken gewesen sein. Auf 
der Kante eine feine Leiste. 

? Turritella Lombardica Benecke. 
Taf. II, Fig. 7. 

Aus dem Hauptdolomit des Monte S. Emiliano bei Gardone. 

Länge des abgebildeten Exemplares 5 mm., Breite 3,5 mm., Höhe des 
letzten Umganges zur Höhe der ganzen Schale ^/h», Winkelgrösse 45°. 

Thurmförmig gestreckte Gestalt, im Gesammthabitus paläozoischen Mur- 
chisonien gleichend. Eine Wulst auf der Nath, eine zweite auf dem oberen 



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Drittel eines jeden Umganges. Unter dieser zweiten Wulst fallt die Schale 
ziemlich senkrecht ab, über derselben steigt sie sanfter zur Nath an. Das 
ganze Gehäuse gewinnt so das, manchen Gasteropoden eigentümliche, Ansehen 
eines ausgezogenen Fernrohres. 

Gastrochaena sp. 

Die eigentümlichen Reste, über deren wahre Natur man noch nicht im 
Klaren ist und die verschiedentlich als Nullipora Schafh.,Chaetetes Schaur., 
Gastrochaena Stopp, beschrieben wurden, gehören zu den häufigsten Vor- 
kommnissen in den Südalpen. Sowohl in der Lombardei, als auch bei S t o r o 
und in denThälern, welche von Chiesa di Val Arsa hinüber nach Campo 
grosso fuhren, liegen sie im Hauptdolorait. Richthofen führt sie in 
seinem Mendoladolomit auf, der noch unter den Wenger Schiefern liegen 
soll. In den Nordalpen bezeichnen sie den Haiistatter Kalk (Zugspitzkalk). 
Es scheint also, dass diese Thiere in verschiedenen Horizonten der oberen 
Trias lebten. Durch das massenhafte Auftreten nehmen sie nicht unbe- 
deutenden Antheil an dem Aufbau des Gebirges. Reuss (Sitzungsber. Wien. 
Akad. 18C4. 23. Juni) wies darauf hin, dass die sog. Nulliporen wohl Bryo- 
zoen sein dürften. Einige sehr wohlerhaltene Stücke von Inzino lassen 
mir diese Angabe als vollkommen richtig erscheinen. 

Meiralodon triqueter (Wulf, sp.) Gümb. 

1793. Wulfen, Abhandl. v. Kärnthenschcn Pfauenschweif. Helmintholith. 
Zu dem echten Megalodon triqueter, wie es von Wulfen abgebildet 
und später von Gümbel (die Dachsteinbivalve und ihre alpinen Verwandten, 
Sitzungsber. Wien. Akad. XLV. 18G2) näher beschrieben wurde, steile ich 
die Steinkerne von Inzino bei Gardone, beschalte Exemplare und Kerne 
ton Val Ampola bei Storo und ein Vorkommen aus Val Arsa, im Be- 
sitz des Herrn Pischl inRoveredo. Diese Art ist bezeichnend für den 
Hauptdolomit Südtirols und der Lombardei (dolomie moyenne von Stoppani, 
nicht im Depot der Petrifications d'Esino, so weit man weiss). Die Kalk- 
bank, welche in der Rhätischen Gruppe der Lombardei noch über den 
eigentlichen Schichten mit Avicuia contorta liegt und Bivalven führt, habe 
ich nicht gesehen, kann daher aus eigener Anschauung nicht über Identität 
oder Verschiedenheit der in derselben sich findenden Arten mit solchen aus 
dem Hauptdolomit und der Rhätischen Gruppe urtheilen. Die lombardischen 
Geologen hielten stets daran fest, beide Arten seien verschieden und zwar 
liege die mit Megalodus triqueter Wulf. sp. identische Art unter den Schichten 
von Azzarola (Schichten der Avicuia contorta), das was Schafhäutl 
Mcgalodus scutatus benannt hatte, aber darüber. Inzwischen wurde von 



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Qümbel nachgewiesen, dass diese Wulfen'sche und Schafhäutl'sche 
Art dasselbe seien. 

Mit grosser Erwartung musste man daher der lange in Aussicht ge- 
stellten Arbeit Stoppani's über dieBivalven der Lombardei entgegensehen. 
Dieselbe erschien nun kürzlich als 2. Appendix der Palaeontologie lombarde 
3. 8er. unter dem Titel: „sur les grands bivalves cardiformes aux limites 
sup6rieurs et inferieures de la zone a Avicttla contorta.* Stoppani ver- 
wirft zunächst den Namen Megalodon triqueter ganz, als auf Originale sich 
beziehend, die man nicht vergleichen könne, und ersetzt denselben durch 
Megalodon Gimtbeli Stopp. Diese neue Benennung dürfte aber schwerlich 
Eingang finden. Gümbel's Identifizirung ist sehr wahrscheinlich richtig, 
lasst sich aber absolut nicht entscheiden, weil man die W u 1 fe n 'sehen Ori- 
ginale nicht kennt. Diese Wahrscheinlichkeitsgründe werden also wohl auch 
anerkannt werden, bis man die Wulfen'schen Originale einmal kennen lernt 
und der Fall dürfte nie eintreten. Aus Kalken über den Azzarola-Schichten 
beschrieb dann Stoppani eine neue Art, die er Conchodon infraliassicim 
benannte und die man in den Nordalpen nicht kennt. 

Dicerocardium Jani Stopp. 

1865. Dicerocardium Jani Stoppani, Palaeont. Lomb. 3. 8$r. p. 248. Taf. 4i— 50. 
Diese prachtvolle Bivalve wurde, so viel ich weiss, von Herrn Ra- 
gazzoni bei Caino nordöstlich von Brescia entdeckt. Eine über 12' 
hohe Dolomitwand, unmittelbar an der nach Val Sabbia führenden Strasse, 
besteht beinahe ganz aus den bis fussgrossen Kernen. Ich zählte in dem 
etwa 3 KubikfusB ausmachenden, durch zwei Schüsse von mir gewonnenen 
Gestein, 15 Individuen. Leider zerbröckeln dieselben beim Sprengen sehr 
leicht. Es war mir von grossem Interesse , diese für Schichten des Haupt- 
dolomits unter den Kössener Schichten so bezeichnende Art im Dolomit von 
Storo wiederzufinden, wo dicht an der Strasse ein grosser mit Dicerocardium 
Jani ganz erfüllter Block liegt, der auf das Vorhandensein eines ganzen 
Nestes oben am unzugänglichen Gehänge schliessen lässt. 

Cardita cf. moltiradiata Emmr. sp. 

1353. Myophoria mnUiratliata Emmr. Jahrb. geol. Reiehsanst. p. 48. 
1864. Dittmar, die Contorta-Zone p. 181. Taf. III, Fig. 6. 7. 
Steinkerne und Schalenabdrücke in Menge bei Storo, besonders auf 
der rechten Thalseite bei der Schneidemühle (Sega). 

Mytilos pnpa Stopp. 

1858. Mytilu« pupa Stopp. 8tudii p. 281. 
Stoppani, Petrific. d'Esino. Taf. 18, Fig. 9-11. 
Sehr häufig bei Storo und Inzino. 



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Myoconcha Brunneri Hau. 

1857. Myoconcha Brunneri Hauer, palAont. Notizen in SHzungsber. Wiener 
Akad. Bd. XXIV. Taf. 2, Fig. 6. 

Diese zierliche Art fand sich im Dolomit des Monte S. Emiliano bei 
Oardone. Sie liefert mit Avicula salvata Brunner, den Beweis, dass gewisse 
Dolomite am Monte Salvatore bei Lugano, die diese beiden Arten ent- 
halten, ein weit jüngeres Alter haben, als man ihnen sonst zuschreibt, näm- 
lich das des Hauptdolomites. 

Pinna reticularis Benecke. 

Taf. II, Fig. 9. 10. 

Aus dem Hauptdolomit von Storo. Unterscheidet sich von anderen 
Pinnen der Trias, z. B. Pinna vomir Wnkl. aus der Rhätischen Gruppe, 
durch ihre bedeutende Grosse, da sie bis fusslang wird, und die eigenthüm- 
lich netz- und gitterartig gestreifte Schale, die bei allen Exemplaren erhalten 
ist, aber sehr leicht abspringt. Auf den Steinkernen deutliche konzentrische 
Anwachsstreifen. Die Länge des Exemplares Fig. 9 beträgt 105 mm., die 
Breite 48 mm., das dadurch ausgesprochene Verhältniss der Breite zur Länge 
von 1 : 2,2 kann auch bei den zahlreichen anderen vorliegenden Exemplaren 
als ein mittleres gelten. 

Avicula exilis Stopp. 

1858. Avicula exilis Stoppani, Studii p. 281. 
Stoppani, Petriac. d'Esino Taf. 19, Fig. 1-4. 

Häufigste und weit verbreitetste Art des südalpinen Hauptdolomits, vom 
Monte Salvatore an, bis an die Tiroler - Venetianische Grenze. Diese 
schöne Art hätte eine bessere Abbildung verdient, als sie ihr bei Stoppani 
zu Theil geworden ist. 

Gervillia praeenrsor Qu. sp. 

? 1858. Avicula caudata Stopp. Studii p. 281. 
Pal. Lombarde. Petr. d'Esino Taf. 18, Fig. 18. 19. 

Stoppani stellt diese in der Lombardei und bei Storo sehr häufige 
Art zu Avicula und in der That lassen sich auch an meinen Exemplaren 
keine Ligamentgruben beobachten, welche eine Einreihung in das Geschlecht 
GerviUia bestimmt gestatten würden. Bei der Beschaffenheit des Dolomits, 
die kleine Unebenheiten der Schalen leicht verwischen konnte, scheint mir 
aber die generische Bestimmung nicht ganz sicher und es muss dann hervor- 
gehoben werden, dass unsere Muschel eine solche Aehnlichkeit mit Cfarvillia 
jnaecursor besitzt, dass man dieselbe, mit Avicula contorta zusammengefunden, 
gewiss mit jener identificiren würde. Der einzige Unterschied besteht viel- 



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leicht in dem etwas kräftigeren und länger ausgezogenen vorderen Ohre 
der Art aus dem Hauptdolomit. 

Gervillia salvata Brunner sp. 
Taf. II, Fig. 8 a-d. 

1852. Avicula salvata Brunner, Neue Denkachr. allg. Schweiz. Gegellscta. für d. 

geg. Naturw. XII. p. f>. 
1855. Gervillia salvata Hauer, Fossilien au« dem Dolomit des Mt. Salvatore. 
Sltiungsber. Wien. Akad. Bd. XV. Taf. I, Fig. 7-9. 
Die Abbildung und Beschreibung der Brunner 'sehen Art wurde von 
Hauer nach einigen ihm von Stabile mitgetheilten Arten gegeben. Da 
mir reiches Material in gut erhaltenen Exemplaren vorlag und die Art häufig 
im Hauptdolomit von Inzino ist, hielt ich es nicht für überflüssig, sie noch- 
mals abzubilden. 

Seit jenem ersten Funde von Stabile war die Art nicht wieder gesehen 
worden (s. Stoppani, Atti della societä geol. II. pag. 238), ihr häufiges Auf- 
treten im Westen der Lombardei, wo die Lagerungsverhältnisse unzweifel- 
haft sind, verdient daher besondere Beachtung. — Aus der Gegend von 
Zone erwähnt auch Curioni aus dem Hauptdolomit (bei ihm Esinokalk 
genannt) einer Gervillia, „welche die Form der O. salvata hat" (Jahrb. 
geol. Reichsanst. 1865. Verh. p. 111.) 




Ich stelle die mir bis jetzt aus dem Dogger Südtirols bekannt gewor- 
denen Versteinerungen zusammen und zwar unter Zugrundelegung der 
Schichtenbezeichnungen, wie solche oben aufgestellt wurden. Die Arten 
sind mit Ausnahme von Terebratuhi fimbria Sow., und Amnwnites Murehiso- 
nae Sow., sowio zweier von Schauroth beschriebenen Brachiopoden sämmtlich 
neu. Aus den ungemein zahlreichen Bivalven hebe ich nur einige, entweder 
sehr häufige und am Habitus leicht wiederzuerkennende, oder zoologisch 
bestimmt Charakterisirtes heraus. Der Versuch einer Identifikation meiner 
Erfunde mit allen den von Schauroth im Verzeichnis» der Koburger Samm- 
lung beschriebenen aus den Umgebungen von Rotzo würde nach den Ab- 
bildungen allein ohne Zuziehung der Originale bedenklich sein, ich unterlasse 
denselben daher vor der Hand. 

a. Arten aus den grauen Kalken der Terebratula fimbria. 

PholidophoruB Beggiatinus Zigno. 
Mit diesem Namen hat Zigno einen wohlerhaltenen kleinen Fisch be- 
legt, der sich in den grauen Kalken von Rotzo fand. Sammlung des 
Museo civico in Vicenza. 



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161 



Pycnodontenzähne. 

Ein einzelner Zahn bei Sella mit T. Rotzoana; eine Reihe kleiner 
Zähne in den Pflanzenschichten von Volano. 

Cypris Rotzoana Schaur. 

18Gö. Cypris Rotzoana Schaur. Verzeichnis^ p. 136, Taf. III, Fig. 30. 
Nach Schauroth in den Umgebungen von Rotzo. Mir kam die- 
selbe nicht vor. 

Chemnitzia terebra Benecke. 

Taf. V, Fig. 1, 2. 

Fundort der abgebildeten Exemplare: Sega di Noriglio bei Rove- 
redo. Sonst zu Volano, Nomi, Chizzola und im Vizentinischen. 

Länge des abgebildeten beschälten Exemplars 100 mm., Breite 21 mm., 
Hohe des letzten Umganges zur Höhe der ganzen Schale 16 /i 0 <m Winkel- 
grosse 10°. 

Die Schale ist thurmformig verlängert, beim abgebildeten beschälten 
Exemplar etwa 16 Umgänge bildend. Der obere Rand eines jeden Um- 
ganges schwillt zu einer starken Wulst an, so dass die Naht tief liegt und 
ein gerundeter, treppenartiger Absatz entsteht. In der Mitte eines jeden 
Umganges erfolgt eine deutliche Einschnürung, deren Tiefe jedoch die Höhe 
der Wulst nicht erreicht. Der Gesammthabitus gleicht somit sehr dem der 
Nerineen, doch liess sich beim Anschleifen eines Exemplars nichts von 
8pindelfalten bemerken. Die Mündung konnte bei keinem der beschälten 
Exemplare frei gelegt werden, da die Schale innig mit der umgebenden 
Gesteinsraasse verwachsen ist. Nach dem abgebildeten Steinkern zu urthei- 
len, war dieselbe länglich eiförmig, nach oben verschmälert. Die Schale 
ist dick, besonders an der oberen Hälfte der Umgänge, wie sich an den 
Steinkernen sehr deutlich sehen lässt, die nur eine schwache Einbuchtung 
in der Mitte eines jeden Umganges und keine Anschwellung am oberen 
Theil desselben zeigen. Von den im ausseralpinen Unteroolith bekannten 
Chemnitzien unterscheidet sich Ch. terebra besonders durch die schlanke 
Gestalt und das nerineenartige Ansehen. Ch. turris d'Orb. aus dem Oxfor- 
dien hat ein ähnliches Ansehen, ist aber gedrungener. 

Chemnitzia sp. 

Bei Illasi, nördlich von Badia Calavena im Vizentinischen, fand 
ich mit Ch. terebra zusammen in Muschelkonglomeraten des Unterooliths 
eine kürzere, im Verhältniss zur Länge breitere Chemnitzia. Dieselbe 
gleicht der (V*. Uneata Sow. sp. (Min. Conch. Taf. 218, Fig. 1). 

11 



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162 



Xatica Tridentina Benecke. 

Taf. V, Fig. 3. 

Fundort: Bunter Marmor von Villa raontagna bei Trient, an der 
Strasse nach Civezzano, mit Terebratula ßmbriaeformis Schaur. 

Länge 46 mm., Breite 36 mm. Schale schief eiförmig, etwas gestreckt, 
die Gewinde sehr deutlich hervortretend. An der Naht stossen die Um- 
gänge in einem sehr stumpfen Winkel zusammen, so dass eine breite Stufe 
am oberen Ende jedes Umganges entsteht, die einerseits von der Naht, 
andererseits von einer scharfen Kante begrenzt wird. Unterhalb dieser 
Kante ist die Schale massig aufgebläht. 

Trochus sinister Benecke. 

Taf. V, Fig. 4. 

Aus grauen Kalken von Volano. Länge 21 mm., Breite 20 mm., 
Winkelgrösse 61°. 

Schale kreiaelförmig, Umgänge ganz eben, durch deutliche Nähte ge- 
trennt. Andeutung einer feinen, schräg über die Umgänge laufenden Streifung. 
Die Form hat nichts Auffallendes, ist aber ausgezeichnet durch die links 
aufsteigende Windung. Troüius glaber Koch & Dnk. (Beitr. nordd. OoL 
Taf. I, Fig. 12) hat ganz dasselbe Ansehen. 

Phasianella sp. 

Eine deutliche Phasianella fand sich zu Volano mit Ch. terebra im 
selben Gestein. 

Nerinea sp. 

Etwas östlich Folgaria, an den höheren Alpen gegen den Anhang 
von Val Astica hin, liegen in hellgrauen, von Spathadern reichlich durch- 
schwärmten Kalken, die den obersten Horizonten des grauen Kalkes, viel- 
leicht schon den Schichten der MynchotieUa bilobata angehören, eine Menge 
kleiner, sehr niedlicher Versteinerungen. Dieselben sind aber so innig mit 
dem Gestein verwachsen, dass man beim Zerschlagen desselben nicht ein- 
mal die Umrisse erkennen kann. Unter dem Einfluss der Atmosphärilien 
wittern dieselben aber heraus. 

Gastropoden mit deutlich entblossten Spindelfalten lassen sich als Ne- 
rineen erkennen. Auch fällt ein sehr zierlicher Trochus mit feiner spiraler 
Berippung auf. 

PThracia tirolensis Benecke. 

Taf. IV, Fig. 2. 

Aus grauen Kalken von Volano. Sonst zu Sega di Noriglio, 
Nomi, Chizzola, Folgaria, Maranno, im Vizentinischen und überall 



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häufig. Zu tausenden bedecken die aufgeklappten Schalen gelbliche Kalk- 
platten unter dem Grenzstein Nr. 14 auf den Alpen östlich Folgaria, 
dicht unter einer Bank mit Megalodus pmtilus n. sp. 

Länge des Exemplares auf Taf. IY, Fig. 2, 35 mm., Breite 24 mm. 

Gleichklapp ig, ungleichseitig, flach, hinten etwas klaffend. Die Buckeln 
näher an dem sanft gerundeten Yorderrand stehend, sich beinahe berührend. 
Hinterseite länger ausgezogen, etwas abgestutzt. Eine deutliche Erhöhung 
zieht auf den (allein erhaltenen) Steinkernen von dem Buckel nach dem 
Hinterrande und begrenzt gegen den Schlossrand hin ein dreiseitiges Feld. 
Grösste Erhöhung der Schale ziemlich in der Mitte, auf einer vom Wirbel 
nach der Mitte des Unterrandes gedachten Linie liegend. Am Wirbel waren, 
nach den Steinkernen zu urtheilen, die Schalen massig dick, gegen den 
Unterrand hin dünn, wie feine, ungleiche Anwachsstreifen auf den Kernen 
andeuten. Die Art findet sich sehr konstant in dieser Grösse. Die gene- 
rische Bestimmung bleibt hier, wie bei der p. 164 zu beschreibenden Cypri- 
cardia, unsicher. 

foromya papyracea Benecke. 

Taf. IV, Fig. 1 a. b. c. 
Das abgebildete Exemplar aus grauen Kalken* von Yolano. Sonst 
häufig zu Nomi, Sega di Noriglio, Chizzola, im Yizentinischen. 
Länge 45 mm., Breite 35 mm., Dicke 29 mm. 

Länglich oval, stark aufgebläht, grösste Dicke der Muschel vor der 
Mitte nach vorn gelegen. Buckeln stark nach vorn eingerollt. Vorderseite 
kurz, gerundet, Hinterseite länger ausgezogen. Mit sehr vielen engstehen- 
den, nicht ganz regelmässigen, konzentrischen Streifen und weiter stehenden, 
un regelmässigen , radialen, die vom Wirbel aus gerade nach dem Rande 
laufen; dieselben sind besonders am mittleren Theil der Schale deutlich. 
Die für Ceromya bezeichnende Leiste unter dem Buckel der rechten Schale 
deutlich als Rinne auf den Steinkernen. Unter den so schwer abzugrenzen- 
den Ceromyen dürfte Ccr. concentrica Sow. sp. (Min. Conch. Taf. 491, Fig. 1) 
am nächsten stehen, besonders wie dieselbe von Morris and Lycett, (a 
monograph of the Mollusca from the great Oolite, Taf. XV, Fig. 2) abge- 
bildet wird. Unsere Art ist jedoch weniger aufgebläht, die grösste Dicke 
der Muschel liegt mehr nach vorn und die Wirbel sind bei Weitem stärker. 

An verschiedenen Punkten Südtirols zeigt sich diese Ceromya in sehr 
verschiedener Erhaltungsweise. Bei Sega di Noriglio erfüllt sie in ge- 
schlossenem Zustande und meist etwas verdrückt eine ganze Bank, bei Yo- 
lano finden sich nur einzelne, aber besser erhaltene Schalen. 

11« 



UJ4 



(Jresslya elongata Benecke. 

Taf. IV, Fig. 5 a. b.c. 

Fundort des abgebildeten Exemplars Volano. Sonst hier und da. 

Länge de* grössten Exemplars 55 mm., Breite 35 mm., Dicke 28 mm. 

Gleichklappig, ungleichzeitig, massig gewölbt, die Buckeln nahe am 
Vorderrande stehend, etwas nach vorn eingerollt, sich berührend. Unter 
dem Buckel der rechten Klappe auf dem Steinkern eine deutliche Furche. 
Höchste "Wölbung der Schale ein Drittel vom Buckel entfernt. Es liegen 
nur Steinkerne vor, welche auf eine sehr dünne Schale deuten. Leichte 
konzentrische Anwachsstreifen bedecken die ganze Oberfläche. 

Ich habe den Namen Gresslyu für langgestreckte Formen vom Typus 
der Ceromyu beibehalten, da es zweckmässig erscheint, in einer so formen- 
reichen Gruppe Unterabtheilungen anzunehmen, welche Bich nach äusser- 
lichen Merkmalen leicht unterscheiden lassen. 

Plenromya elegans Benecke. 

Taf. IV, Fig. 4 a. b. c. 

Aus grauen Kalken von Volano. 

Länge 42 mm., Breite 28 mm., Dicke 21 mm. 

Sehr ungleichklappig, die linke Klappe bedeutend kleiner, der Wirbel 
der rechten Klappe beinahe übergreifend, stark eingebogen, doch gerade, 
weder dem Vorder- noch dem Hinterrande zugekehrt, näher am Vorder- 
rande stehend. Die kloine Klappe stärker aufgebläht. Uinriss der ganzen 
Form gefällig gerundet. 

'i Cypricardia inenrvata Benecke. 

Taf. IV, Fig. .'U. b.c. 

Aus grauem Kalke von Volano. 

Breite 33 mm., Höhe 32 min., Dicke 24 mm. 

Etwas ungleichklappig, rechte Klappe wenig grösser. Wirbel stark 
nach vorn eingerollt. Schlossrand nach vorn und hinten etwas ausgezogen, 
so dass die Schalen zwei Flügel bilden und der Umriss der ganzen Muschel 
schief viereckig wird. Unter den Buckeln eine Art Lunula. Oberfläche 
des Steinkerncs fein gestreift. Die Schale scheint, besonders an den Buckeln, 
sehr dick gewesen zu sein. 

Astarte sp. 

Eine kleine Astarte mit deutlichem Schloss ist aus den harrten Kalken 
von Folgaria ausgewittert. 



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165 



Megalodus pumilus Benecke. 

1862. Mtgalodm triquettr Wulf. ?p., Var. pumilus Ofirob. Die Dachstein- 
bivalve etc. Siuungsber. d. Wiener Akademie. Bd. 4r>. p. 'IH7. Taf. IV, Fig. 1.5. 

Im Jahre 1861, wo man die Stellung der grauen Kalke Südtirols noch 
nicht hinreichend kannte, sammelte Professor Oppel bei Mezzomonte 
(Maison Monte bei Gümbel I.e. p. 371) eine Reihe von Bivalven, welche 
Gümbel bei Gelegenheit seiner Revision der sogenannten Dachsteinbivalvcn 
untersuchte. Es fanden sich zwar im Gesammthabitus einige Abweichungen 
von dem, was Gümbel als Megulodus tritjuetir Wulf. sp. fi.xirte, aber da 
die Schlösser keinen Unterschied zeigten, begnügte sich Gümbel, die Art 
als Varietät mit dem Namen M. pumilus zu unterscheiden. Da es sich nun 
jetzt hat nachweisen lassen, dass diese Bivalve dem Unteroolith, nicht der 
oberen Trias angehört, so scheint es gerechtfertigt, auf jene bereits von 
Gümbel hervorgehobenen äusseren Unterschiede hin eine neue Spezies zu 
begründen. Diese Unterschiede sind: Geringere Grösse als die triadischen 
Vorkommnisse und zwar ganz konstant. Ich sah kein Exemplar, was die 
Dimensionen von 40 mm. Länge, und 35 mm. Breite überschritten hätte. 
Nicht so hohe Wölbung, vordere Seite sehr kurz, keine Lunula abgegrenzt, 
die Schale aus der nur seichten Einbuchtung unter dem Wirbel allmählig 
ohne Rand zum Rücken ansteigend. Die Schale ist fein gestreift, mit 
6 — 10 groben konzentrischen Anwachsstreifen bedeckt. Vor dem hinteren, 
scharfen Kiel zieht noch ein scharfer Rückenkiel, zwischen beiden ist die 
Schale schwach abgeplattet; die hintere, steil und tief eingedrückte Fläche 
ist so breit wie bei Mcy. triquetn: 

Zu Millionen eine mehrere Fuss dicke Bank erfüllend; überall in den 
grauen Kalken an deren oberen Grenze. Meist einzelne Klappen in einan- 
der geschoben und schlecht erhalten. 

Trigonia sp. 

Aus den harten Kalken von Folgaria. Ein kleines, 5 mm. langes 
Exemplar mit Rippen nach Art der Tr. c-ostafa. 

Schizodus sp. 

Erfüllt ganze Blöcke, besonders bei Volano, Val Centa. 
Mytilus sp. 

Nicht selten findet sich ein grosser Mytilus in den grauen Kalken. 
Wolf (Jahrb. geol. Reichsanst. 1865. Vcrh. p. 48) unterschied bereits eine 
Mytilusbank. 

Pinna sp. 

Ein Exemplar einer unbestimmbaren Pinna von Volano. 



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166 



Gervillia sp. 

Zwei Gervillien mit deutlichen Ligamentgruben eine von mehr Pernaar- 
tigem Habitus, die andere sehr schief nach Art der GerviUia praecursor. 
In grauen Kalken zu Volano und in den Platten mit Thracia tirolensis 
bei Folgaria. 

Lima sp. 

Kleine feingerippto Art. Volano. 
Pecten sp. 

Ein grosser, grob gerippter und ein kleiner mit sehr feiner radialer 
Streifung. Erstrer mit Terebratula Rotzoana Schaur. zu Besagno, letzterer 
in den Thraciaplatten, vielleicht Pecten chthratifortnis Schaur. (Verzeichniss 
Taf. III. Fig. 1.) 

Anomia sp. 

Manchen Vorkommnissen der Rhätischen Gruppe sehr ähnlich. Thra- 
ciaplatten von Folgaria. 

Ostrea sp. 

Austern sind häufig. Ausgezeichnet eine kleine 7—8 mm. lange, stark 
gefaltete Art, die bei Sega di Noriglio ganze Bänke füllt. 

Terebratala flmbria Sow. 

1822. Terebratula fimbria Sow. Min. Conch. Taf. 326. 
Davids. Mon. Taf. 12, Fig. 6—12. 

Einige Exemplare, die ich von der englischen Species nicht zu unter- 
scheiden vermag, von St. Cacilia und Sega di Noriglio bei Roveredo. 
Hierher dürfte gehören Terebratula fimbriaeformis Schaur. (pars). Ver- 
zeichniss p. 124 Taf. II Fig. 5b (non Fig. 5 a). 

Terebratula fimbriaeformis Schaur. 

Taf. III, Fig. 8 a, b, c, 9. 

1865. Terebratula fimbriaeformis 8chauroth, Verzeichnis etc. p. 124, Taf. II, 
Fig. 5 a (non Fig. 5 b). 

Diese Art hatte ich bereits abgebildet, als mir Schauroth's Arbeit 
zukam, ich kann mich daher auf dessen Angaben beziehen und brauche 
nur einige Ergänzungen beifugen. Ob 8chauroth's Abbildungen von 
zwei Exemplaren herrühren, ist mir nicht bekannt, nach den Abbildungen 
zu urtheilen, ist es aber der Fall. In wie weit hier Ungenauigkeiten vor- 
liegen, lässt sich nicht beurtheilen. Fig. 5 b auf Taf. II scheint zur Tere- 
bratula fimbria Sow., 5 a zu der von mir abgebildeten Art zu gehören. 
Da diese Art als 5a (nicht b) abgebildet ist, sehe ich mich veranlasst, 
Schauroth's Namen zu adoptiren. 



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167 



' Dimensionen des abgebildeten Exemplares von Chizzo la. Länge 24 mm., 
Breite 21 mm., Dicke 18 mm. 

Als Hauptunterschied dieser schönen Art, die allerdings der Terebrattda 
ßmbria Sow. nahe steht, ist hervorzuheben die ungemein kräftige Entwick- 
lung des Schnabels und der Schnabelkanten, sowie das Heraufreichen der 
Falten, besonders auf der undurchbohrten Klappe bis unter den Schnabel. 
Auch bleibt Terebrattda ßmbria mehr flach, dreiseitig im Umriss, während 
Terebrattda ßmbriaeformis dicker und kugliger sich entwickelt. 

Häufig in den grauen Kalken überall in Tirol und dem Vicentinischen. 
Bei Villa montagna in rothera Kalke (Fig. 9) ein Beweis, wie vorsichtig 
man in den Alpen sein muss, sich der Farbe des Gesteins als Merkmal für 
die Altersbestimmung zu bedienen. 

Terebratula Rotzoana Schaur. 
Taf. III, Fig. 1—5. 

1865. Terebratula Rotzoana Schauroth. VerxeichnUs p. 115. Taf. II, Fig. 6. t 
Es ist dies eine zweite von mir bereits zur Zeit der Publikation der 
Schauroth'schen Arbeit abgebildete Art. Da ich dieselbe in grosser 
Menge und verschiedenen Alterszuständen besitze, lasse ich meine Beschrei- 
bung hier folgen, da sie einige Ergänzungen zu Schauroth's Mittheilungen 
Hefert. 

Schnabel sehr kräftig, stark übergebogen, schon bei ganz jungen 
Exemplaren, die überhaupt die bezeichnenden Eigentümlichkeiten dieser 
Terebratel bereits erkennen lassen (Fig. 5). 

Bei ausgewachsenen Exemplaren (Fig. 1 c) ragt der Schnabel über das 
Deltidium federkielartig hervor. Oeffnung gross und deutlich, Deltidium 
deutlich unter dem Schnabel erkennbar. Eine ungemeine scharfe Schnabel- 
kante, welche eine grosse, bei ausgewachsenen Exemplaren tief liegende 
Area begrenzt, bildet das hervorragendste Kennzeichen der Art. Dimensionen 
eines ausgewachsenen, noch nicht verdickten Exemplares (Fig. 2): Länge 
35 mm., Breite 28 mm., Dicke 21 mm. 

Bei einem verdickten Exemplar (Fig. 1) beträgt die Breite 29 mm., 
die Dicke 27 mm., so dass also der Querschnitt beinahe kreisförmig wird. 
Die grosste Breite liegt der Stirn stets näher als dem Schnabel. Die un- 
durchbohrte Schale schwach, die durchbohrte stärker gewölbt, mit der höch- 
sten Wölbung nahe am Schnabel. Grenzlinie beider Schalen anfangs gerade, 
später, nach eingetretener Verdickung etwas gegen die durchbohrte 8chale 
gebogen. Umriss in der Jugend deutlich dreiseitig mit halbkreisförmiger 
Haiis (Stirnseite). Je mehr die Muschel aber wächst, desto mehr schwindet 
der dreiseitige Umriss und nähert sich dem elliptischen, dem er schliesslich 



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108 



sehr nahe kommt. (Fig. 1 a.) Wenn die Muschel bestimmte Dimensionen 
der Länge und Breite erreicht hatte (Fig. 3), wuchs sie nur noch nach der 
dritten Dimension (Fig. 2 und 1) und zwar in einem solchen Grade, dass 
dies schliesslich den Tod des Thieres zur Folge haben musste. Dicke, 
konzentrische Runzeln bedecken dann die untere Hälfte der Schalen (Fig. 1), 
währond im Jugendzustande nur feine, wenig erhabene Anwachsstreifen 
sich zeigen. 

Terebratula Iiotzoanu steht der Terebratula omaloyustyr Ziet. am näch- 
sten, die einen ähnlich entwickelten, kräftigen Schnabel, jedoch bei Weitem 
keine so scharf abgegränzte Schnabelkante und Area besitzt. 

Die häufigste und bezeichnendste Art des unteren südalpinen Dogger. 
Hierher mag mancherlei gehören, was als Terebratula ornithocejrfutla u. s. w. 
hin und wieder in der Litteratur citirt wird. 

Terebratula cf. perovalis Sow. 

Eine schöne Terebratel, welehe wohl mit Terebrattda perovalis zu ver- 
einigen sein wird, fand sich in grauem Kalke bei Volano, der diesem 
Horizonte angehört. 

Terebratula hexagonalis Benecke. 

Taf. 111, Fig. U. 7. 

Fundort der abgebildeten Exemplare : Volano. Sonst zu Nomi, 
Vallunga, Ghizzola, Val Centa, Sella, Illasi im Vicentin u. s. w. 

Länge 2(5 mm., Breite 18 mm., Dicke 17 mm. Schnabel stark über- 
gebogen, auf der undurchbohrten Klappe beinahe aufsitzend, das Deltidium 
verdeckend. Durchbohrte Schale stark gewölbt, zu einem Kiel erhoben, 
undurchbohrte schwächer gewölbt, ohne jede Spur eines Sinus, mit einer 
in der Richtung der Breite ebenen Wölbung gegen die Stirn verlaufend. 
Die durchbohrte Schale fällt zu beiden Seiten des, gegen die Stirn etwas 
verflachten Kieles, steil ab und greift mit einem Flügel in die kleine Klappe 
ein. Ueber diesem Flügel greift ihrerseits die kleine Klappe um etwas 
gegen die grosse vor. Es entsteht so der doppelt geschwungene Verlauf 
der Trennungslinie beider Klappen, wie ihn Fig. tia angiebt. Da auch die 
kleine Klappe gegen ihre Flügel steil abfällt, so wird der Querschnitt bei- 
der Schalen annähernd ein Sechseck, dessen zwei gegenüberliegende kleine 
Seiten der verflachte Kiel der grossen und die mittlere Ebene der kleinen 
Klappe , dessen vier andere Seiten die abfallenden Flächen der Schalen 
bilden. Scheinbar greift die kleinere Klappe an der Stirn gegen die durch- 
bohrte Klappe vor, doch nur scheinbar, indem die Trennungslinie beider 
Klappen nur genau, nachdem sie durch den Flügel der grossen Klappe 



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169 



nach der kleinen hinausgedrängt war, bis auf den Punkt zurücktritt, auf 
den eine vom Schnabel nach der Stirn gezogene Senkrechte treffen würde. 
Feine Anwachsstreifen bedecken die Oberfläche. Der Kiel auf dem Rücken 
und der Gesammtumriss gestatten auch die Jugendformen (Fig. 7) sicher 
zu erkennen, die Flügel sind aber hier noch nicht zur Ausbildung gelangt 
und beide Klappen sind durch eine gerade Linie getrennt. 

Unter bereits bekannten Arten fordert besonders Terebratula carinata 
Lam. zu einem Vergleich heraus, die einen ähnlichen, aber bei Weitein 
nicht so ausgeprägten Kiel auf dem Kücken trägt. Auch ist der Schnabel 
bei T. carinata weniger übergebogeu und besonders unterscheidend der Um- 
stand, dass bei T. carinata gleich unter dem Schnabel ein Sinus einsetzt, 
T. hcmgonalis einen solchen aber überhaupt nicht zeigt. Ein AVachsthum 
nach der Richtung der Dicke, wie es Davidson bei T. carinata aus Eng- 
land abbildet und wie es sich bei T. Rotzoana so ausgeprägt fand, beobach- 
tete ich nie bei T. hcxagonulis. 

Häutige und sehr bezeichnende Al t. 

Hypodiadenia sp. 

Zu diesem Geschlecht dürfte ein bei Sega di J^origlio gefundener 
Seeigel gehören. Zerbrochene Stacheln mit zierlichen, kleinen Gastropoden, 
Zweischalern und Pentracrinus-Stielgliedern untermengt bedecken an manchen 
Punkten ganze Platten, s. bei Sega di Noriglio, Sella. 

Pentacrinus sp. 

Einzelne Stielglicder, hier und da, jedoch nie Bänke bildend. 
Serpula sp. 

Kleine, ziemlich regelmässig spiralgewundene Art. Sega di Noriglio. 

b. Arten aus den Ooüthen mit Ammonltes Murchisonae vom 

Cap S. Vigilio am Gardasee. 

Belemnites sp. 

Bereits- im geogn ostischen Theil wurde erwähnt, dass Belemniten sich 
häufig am Cap. S. Vigilio in einem Oolith finden, der etwas höher als 
die Ammonitenschichten liegt, dass aber jbestimmbare Exemplare nicht zu 
erlangen waren. Das Vorkommen von Belemniten verdient nur insofern 
Erwähnung, als solche in den gleichaltrigen grauen Kalken Südtirols fehlen. 
Mit A. Murchisonae zusammen fand sich ein Bruchstück eines Phragmocon, 
was auf einen Belemnit von bedeutender Grösse sehliessen lässt. 



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Ammonites scissus Benecke. 
Taf. VI, Fig. 4 a. b. 

Fundort: Cap 8. Vigilio am Gardasee im Oolith mit Ammonites 
Murchisonae. 

Dimensionen des abgebildeten Exemplars: Durchmesser des Gehäuses 
65 mm., Weite des Nabels 32 mm., Dicke des letzten Umganges 16 mm., 
Höhe desselben über der Naht 20 mm. Ein anderes, grösseres, weniger gut 
erhaltenes Exemplar hat einen Durchmesser von 85 mm. 

Mündung höher als breit, etwas komprimirt. Gleich über der Naht- 
linie beginnen sehr kräftige, scharfe Rippen, die durch breite, gerundete 
Furchen von einander getrennt sind und sich allmählich höher erhebend, 
gerade über die Seiten und den Rücken laufen, um nun hier in einer 
Spitze scharf gegen eine tiefe Rinne abzustossen, die der Medianlinie entlang 
läuft. Die Rippen sind alle einfach, nur eine einzige gabelt sich an einem 
Exemplare. Auf den Umgang kommen sechs tiefe, gerundete, sehr markirte 
Einschnürungen, deren letzte beim abgebildeten Exemplare unmittelbar hinter 
der Mundöffnung steht, die noch erhalten ist. Man zählt 50 Rippen auf 
den Umgang. 

A. scissus erinnert in seinem Gesammthabitus an einige bekannte Am- 
moniten aus ausseralpinem Dogger, die aber alle abweichen. A. bifurcatus 
hat dieselbe Furche auf dem Rücken und ähnliche scharfe Rippen, die sich 
zu einer Spitze auf dem Rücken erheben, aber die Rippen gabeln sich und 
auf der Gabelung steht ein Dorn, während bei A. scissus die Rippen ganz 
einfach verlaufen und nur allmählig bis zur Höhe des Domes auf dem 
Rücken ansteigen. A. Niortensis d'Orb. hat zwar einfache Rippen, aber ein 
auf der oberen Hälfte der Seite stehender Knoten und der mehr fünfeckige 
Querschnitt unterscheiden denselben hinlänglich. 

Es liegen mir 10 Exemplare vor. 

Ammonites Murchisonae Sow. 

1827. Ammonites Murchisonae. Sowerby, min. Conch. Tab. ftöO. 
Fundort Cap. S. Vigilio. 

Die gesammelten Exemplare gehören theils der starkrippigen, theils der 
schwachrippigen Varietät an, einzelne Hessen sich auch vielleicht als A. o/mi- 
linus bezeichnen. Wenn ich bei den etwas schwankenden Charakteren des 
A. Murchisonae und seiner ausser den Alpen noch nicht ganz feststehenden 
vertikalen Verbreitung denselben doch als bezeichnendste Versteinerung 
anführte, so geschah dies, weil er eben der einzige am Cap. S. Vigilio 
gefundene ist, den man auch ausserhalb der Alpen kennt. Wenn entweder 



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die Gruppe des A. Murchisonae in Beziehung auf ihre verschiedene Aus- 
bildung nach dem Lager genauer untersucht oder vielleicht die anderen bei 
Cap. 8. Vigilio gefundenen Ammoniten auch ausserhalb der Alpen gekannt 
sein werden, wird es gelingen, unsere Oolithe schärfer in ihrer zeitlichen 
Entstehung zu fixiren. 
12 Exemplare. 

Ammonites fallax Benecke. 

Taf. VT, Fig. 1—3. 

Dimensionen des abgebildeten Exemplars (Fig. 1): Durchmesser des 
Gehäuses 68 mm. , Weite des Nabels 33 mm. , Dicke des letzten Umganges 
(Fig. 2) 21 mm., Höhe des letzten Umganges über der Naht 24 mm., Dicke 
des vorletzten Umganges 22 mm. 

Sehr interessant ist an diesem Ammoniten die sehr verschiedene Aus- 
bildung in der Jugend und im ausgewachsenen Zustande. Beide Formen 
könnte man für sich als gesonderte Arten anzusehen und mit verschiedenen 
ausaeralpinen Arten zu identifiziren versucht sein. 

Querschnitt in der Jugend viel breiter als hoch, beinahe halbmondförmig 
(Fig. 3b). Auf dor Nahtfläche stehen deutliche Rippen, welche sich auf 
der Höhe der Seite zu Knötchen erheben und sich durch Gabelung und 
Einschaltung vermehren. Der breite gerundete Rücken erscheint daher mit 
einer Menge gleichmässiger feiner Rippen bedeckt, die ziemlich gerade über 
denselben hinweglaufen und in der Medianlinie in einem deutlichen Kiele 
zusammenstossen (Fig. 3 b). Die Umgänge umfassen sich weit, so dass ein 
tiefer Nabel entsteht. Beim Grösserwerden des Gehäuses schnürt sich der 
äussere Umgang ein und bekommt einen flacheren, gleichmässig gerundeten 
Querschnitt (Fig. 2), der Rücken wird schmäler, die steil einfallende Naht- 
flächo verschwindet, die Knötchen auf den Rippen werden undeutlich und 
hören ganz auf, indem die Rippen ohne alle Erhöhung sich theilen. In 
demselben Maasse schwächt sich der Kiel auf dem Rücken. Bei einem 
Exemplare von 87 mm. Scheibendurchmesser ist die letzte Hälfte des äus- 
sersten Umganges beinahe ganz glatt und nichts mehr vom Kiele zu sehen. 
Etwa 3 / 4 des letzten Umganges ist Wohnkammer, wie man an Fig. 1, wo 
die Mundöffnung mit der unmittelbar hinter derselben liegenden Einschnürung 
noch kenntlich ist, sehen kann. A. fcUUtx im Jugendzustande gleicht ganz 
dem A. insiynis aus dem obersten Lias, wie sich denn zwischen Fig. 3 auf 
Taf. VI und dem jungen Individuum von A. insignis bei d'Orbigny (terr. 
jur. Taf. 112, Fig. 5) kein nennenswerther Unterschied herausfinden lässt. 
Im ausgewachsenen Zustande erinnert unser Ammonit jedoch an eine ganz 
andere Gruppe von Ammoniten, die man besonders aus dem französischen 



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172 



Unteroolith und zwar in höheren Lagen als die de« A. Murchisonae kennt. 
A. Gervillü d'Orb (terr. jur. Taf. 137, Fig. 1) ähnelt dem A. fullax ganz 
ungemein, so dass man beide ohne Kenntnis» de» Jugendzustandes unbedenk- 
lich identifiziren könnte. Das Fehlen eines Kieles auf den inneren Umgängen 
trennt jedoeh jene französischen Vorkommnisse hinreichend. 

A. JuUax ist der häutigste Ammonit des südalpinen Ooliths von S. Vi- 
gilio. Es. liegen mir 40 Exemplare vor. 

Aminonites gonionotus Benecke. 

Tnf. VII, Fig. 3. 
Vom Cap S. Vigilio am Gardase«e. 

Das abgebildete, gut erhaltene Exemplar hat folgende Dimensionen: 
Durchmesser des Gehäuses 81 mm., Weite des Nabels 39 mm., Dicke de» 
letzten Umganges 12 mm., Höhe desselben über der Naht 24 mm., Quer- 
schnitt etwas höher als breit, gleichmässig gerundet. Kücken gerundet mit 
einem gekörnelten Kiel, der auf der Schale und dem Kern gleich sichtbar 
ist. Kräftige Rippen beginnen auf der Naht, erreichen ihre grösste Höhe 
auf der Mitte der Seite und laufen mit starker Biegung nach vorn über den 
Rücken, wo sie unter einem Winkel von ziemlich 90° im Kiele zusammen- 
stossen. Theils durch Gabelung, theils durch Einschaltung vermehren sich 
die Rippen auf dem Rücken. Die äusseren Umgänge werden immer evoluter, 
so dass man auf dem vorletzten Unigang auf der Seite noch den Beginn 
der Gabelung der Rippen beobachten kann, während auf den innersten Uni- 
gängen nur die Hauptrippen sichtbar bleiben, die gegabelten und eingeschal- 
teten aber unter dem folgenden Unigang verborgen liegen. Man zählt auf 
dem äussersten Umgang 31 Hauptrippen. Drei Viertel des letzten Umganges 
am abgebildeten Exemplar, welches jedoch nicht ganz bis zur Mundöffnung 
erhalten ist, gehört der Wohnkamnier an. 

Hehl'« A. phnuht (Zieren, Verst. Württb. Taf. VII, Fig. 5) aus dem 
oberen Jura hat eine ähnliche Berippung, ist aber komprimirter. Bei A. 
Mariiusi d'Orb. (Terr. jur. Taf. 125) aus dem französischen Unteroolith, mit 
dem man dem A. gonionotus sehr ähnliche, wenn nicht identische ausseralpine 
Vorkommnisse vereinigt hat, bilden die Rippen keinen Winkel auf dein 
Rücken und der Kiel fehlt. Im Gesammthabitus gleichen sich aber beide 
Arten recht sehr. 

2 Exemplare. 

Amnionitis ophionetis Benecke. 

Taf. VI, Fig. 

Fundort Cap S. Vigilio am Gardasee. Lineaten sind nächst den 
Heterophyllen diejenigen Ammoniten aus jurassischen Schichten der Alpen. 



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173 



deren Unterscheidung am schwierigsten fällt. Um so angenehmer ist es, in 
A. ophioneus eine auch im Kern noch deutliche Art zu besitzen, deren Lager 
sicher feststeht. 

Dimensionen: Durchmesser des Gehäuses 79 mm., Weite des Nabels 
30 mm., Dicke des letzten Umganges 18 mm.. Höhe desselben über der Naht 
22 mm., Mundöfthung höher als breit, Kücken gerundet, Seiten wenig ge- 
wölbt, Suturfläche steil einfallend. Auf den Umgang kommen sechs deutliche 
Einschnürungen, welche dem Gehäuse ein sehr bezeichnendes Ansehen geben. 
Auf den inneren Umgäugen ist vor jeder Einschnürung noch eine kleine 
Anschwellung zu bemerken. Die Loben stimmen mit denen sonst bei Li- 
maten gewöhnlichen überein. 

1 Exemplar. 

Lineat sp. 

Einige Steinkerne vom Typus des A. Etidesianus d'Orb. von derselben 
Lokalität, von indifferentem Habitus. 

Heterophylle sp. 

Unter den nicht seltenen Heterophyllen vom Cap S. Vigilio zeichnen 
sich zwei Formen aus, eine nach Art des A. Culypso d'Orb. mit wenigen 
müssig geschwungenen Einschnürungen, eine andere mit zungenartig vor- 
springenden Einschnürungen wie bei .4. Ziyuodiamis d'Orb. Erstere erreichen 
eine bedeutende Grösse, letztere bleiben klein. 

Perarmat sp. 

Interessant ist in den Oolithen ein Exemplar eines kleinen Perarmaten, 
was als Jugendform keine weitere Bestimmung zulässt. 

Turbo sp. 

Unbestimmbare, kleine Kerne. 

Nucula cf. Aalennis Opp. 
Eine Nuada, der N. Aahiisis Opp. gleichend, fand sich in zwei Exem- 
plaren. 

Inoceramns sp. 

Vom Typus der Posidonia yigantca Gldf. 

flimiites sp. 

Mehrere Bruchstücke mit den bezeichnenden bindfadenartigon unregel- 
mässigen Bippen, zwischen denen bis 8 feinere stehen. 

Terebratnla cf. Bonei Zeuschn. 
Unbestimmbare Terebratel mit flachem Sinus der undurchbohrten Schale. 



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174 



Rbynehonella sp. 

Indifferente Form, unsymmetrisch nach Art der Rh. inconstam Sow. 

c. Fauna der Schichten der Rhynchonella bilobata. 

Lima sp. 

Eine kleine feingerippte Art. Volano. Ponte diTierno. 
Pecten sp. 

Kleine, glatte Art. Volano. Lizzanella. Ponte di Tierno. 
Rhynchonella bilobata Benecke. 

T«f. V, Fig. 5. 6. 

Fundort: die abgebildeten Exemplare von Trambilleno bei Rore- 
redo; sonst bei Lizzanella, Ponte di Tierno, Nomi, Volano etc. 

Dimensionen des kleinen Exemplares: Länge 14 mm., Breite 17 mm.. 
Dicke 7 mm. Länge des ausgewachsenen Exemplares 20 mm., Breite de* 
selben 34 mm. 

Schnabel kräftig, massig gebogen. Umriss in der Jugend dreiseitig, im 
Alter die Seiten flügelartig ausgezogen. Beide Klappen wenig gewölbt, die 
undurchbohrte etwas mehr, mit der grössten Erhöhung näher am Wirbel. 
Beide Schalen mit kräftigen, gleichraässig ausstrahlenden Rippen bedeckt, 
die am Wirbel beginnen. Das kleinere Exemplar trägt deren 16, das 
grössere 26. Sämmtliche Exemplare sind auffallend unsymmetrisch nach 
Art der Eh. inconstans Sow., indem die Schale durch einen Absatz in zwei 
Hälften getrennt erscheint, der sich bei ausgewachsenen Exemplaren im 
ersten Drittel der Entfernung vom Wirbel einsetzt und an der Stirn seine 
grös8te Höhe erreicht. 

Rhynchonella sp. 

Gefaltete, kugelige Rhynchonella von indifferentem Habitus; fiberall 
- mit voriger Art. 

Cidaris sp. 

Fragmente von Cidaritenschalen häufig im gelben Marmor von Lii* 
zanella. 

Radioli «p. 

Ebenda. 

Pentacrinns sp. 

Ganze Bänke füllend. 



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175 



d. Arten des Posidonomyengesteins (Kl aus schichten). 

Sphenodus Zählte. 

Auf die Häufigkeit des Vorkommens von Sphenodus- Zähnen in den 
jurassischen Jurakalken machte Oppel ') besonders aufmerksam. Madonna 
del Monte. Am letzteren Orte auch andere unbestimmbare Fischreste. 

Pycnodonten-Zähne 

Häufig zusammengeschwemmt und mit bohnerzar^igem Brauneisenstein. 
Nester in rothem Kalke von Madonna del Monte und braunem Kalke 
von dem Thale östlich Crosano erfüllend. 

Belemnites sp. 

Häufig ein kleiner, schlanker Belemnit an allen Punkten, an denen 
Posidonomyengestein entwickelt ist. 

Ammonites Kndernatachi Hau. 

1852. Ammonites heterophyllus Kud. Ammoniten von Swinitza. Abhandl. der 

geol. Reichsanst. Bd. I. Abth. 2. Taf. I, Fig. 5—9. 
1854. Ammonites Kudernatschi Hauer. Heterophyllen. Sitcungsber. Wien. Akad. 

Bd. XII. p. 44. 

Brentonico und Madonna del Monte. 
Ammonites subobtusns Kud. 

1852. Ammonites subobtusus KudernaUch. Ammoniten ron Swinitza. Abbaudl. 
der geol. Reichsanst. Bd. I. Abth. 2. Taf. II, Fig. 1-3. 

Brentonico und Madonna del Monte. 
Ammonites Eudesianns d'Orb. 

1845. Ammonites Eudesianus d'Orbigny. Terr. jur. Taf. 128. 
Brentonico. 

Ammonites tripartitns Rasp. 

1831. Ammonites tripartitus Raapail. Annalea d'Obserr. III. Taf. 11, Fig. 5. 
Brentonico, Madonna del Monte. 

Ammonites subradiatus Sow. 

1823. Ammonites subradiatus Sowerby. Min. Conoh. Taf. 421, Fig. 2. 

Die kleinen Exemplare von Brentonico lassen keine ganz sichere Be- 
stimmung zu. Vielleicht gehören dieselben zu A. bisctäptus Opp. [A. Henrici 
Kudern. (von d'Orbigny) Ammon. v. Swinitza. Taf. II, Fig. 9. 10. 11. 12. 13] 
Paläont. Mitth. p. 149. 



1 ) Oppel, Zeitachr. deutsch, geol. Oes. 18G3. p. 189. 



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176 



Amnionitis rectelobatus Hau. 

? 18. r »3. Ammonites liyuiferus. ( 1 at. Intorno. Taf. I, Fig. >. 
1857. Ammonitts rectelobatus Hauer. Paläont. Notizen. Taf. 1, Fig. 0. Taf. 2, Fig. 10. 

Brentonico, Madonna del Monte. 
Amnion it es Martinsi d'Orb. 

18 i">. Ammonites Marti usi d'Orbigny. Tcrr. jur. Taf. l'>5. 
Brentonico. 

Ammonites ßrogniarti Sow. 

1817. Ammonites Brogniarti Sowerby, Min. Concli. Tab. 184. A. Fig. >. 
Kleines Exemplar von Madonna del monte. 

Ancyloceras annnlatnm Desh. sp. 

1830. Hamites annuhttus Desli., Encyclop. II. 183. 
Brentonico. Von Prof. Oppel gesammelt 1863. 

Posidonomya alpina Gras. 

18.V'. l'osidonomya alpina OroB, Catalogue des corps organijes fosa. du Dep. 
de l lsere. p. 11. Tab. I, Fig. 1. 

Diese alpinen Posidonomycn sind in der That Zweischaler und nicht 
Estherien, wie Jones sich an ihm übersandten Exemplaren überzeugte. 

Lima sp. 

Eine gröber und eine fein gerippte Art. Madonna del monte. 
Pecten sp. 

Kleine, glatte Art. Madonna del monte. 
Terebratula Gerda Opp. 

1803. Terebratula Gerda Oppel, Zeit<ehr.*deutseh. geol. Üeiellsch. Taf.V, Fig.'l. 

Brentonico. Madonna del monte. 
5 Exemplare. 

Terebratula Geflon Opp. 

1803. Terebratula Gefion Oppel, Zeitsehr. deutsch, geol. Gesellsch. Taf.V, Fig.j. 
Sehr häufig. Madonna del monte, Ponte di Tierno. Nomi. 
170 Exemplare. 

Terebratula curviconcha Opp. 

1 803. Terebratula curvironcha Oppel, Zeitschr. deutsch, geol. Oeselheh. Taf V, 
Fig. ß. 

150 Exemplare. 



d by GpogJl 



Terebratola bivallata E. Deal. 

Terebratula bivaUata E. Deslongchanips , Ballet, soc. Lineenne de la Norm. 
Bd. IV. p. 7 («ep.) Taf. XI, Fig. 1, i. 

Vertritt mit T. sulcifrons n. sp. die Gruppe der T. Benthyi in dem 

P 08 idonomy engestein. Ponte di Tierno. 

1 Exemplar. 

Terebratala snlcifrons Benecke. 

Taf. V, Fig. 7 a — d. 

Von Ponte di Tierno und Madonna del monte. 

Dimensionen des abgebildeten Exemplars von Madonna del monte: 
Lünge 14 mm., Breite 16 mm., Dicke 12 mm.; Schnabel kräftig, stark 
Qbergebogen, jedoch das Deltidium noch frei lassend. Andeutung von 
Schnabelkanten, indem eine besondere Area abgegrenzt erscheint (7d.). 
Unmittelbar unter dem Schnabel beginnend, bildet die undurchbohrte Klappe 
eine grosse, scharfe Falte, weleher ein ebenso tiefer, scharfer Sinus der 
anderen Klappe entspricht. Zu beiden Seiten des letztern stehen je eine 
hohe Falte, welche nach aussen steil abfallen und einen flügelartigen Vor- 
sprung der durchbohrten Klappe gegen die undurchbohrte bilden. Es ent- 
steht so der eigentümliche Verlauf der Trennungslinie beider Klappen, wie 
er auf Fig. 7 d. angegeben ist. Die Stirn erscheint scharf zickzackartig. 

T. sulcifrons gehört zu der so interessanten und besonders in alpinen 
jurassischen Ablagerungen verbreiteten Gruppe der T. Bcntleyi Dav. Oppel 
beschrieb aus dem Vilser Kalke der Nordalpen die nahe stehenden T. Vil- 
smsis und T. bifrons (Oppel, Württ. naturw. Jahresh. XVII. p. 31. 32. Tab. II, 
Fig. lu. 2). Winkle r") fügte noch die Arten T. Teisenbcrgensis und sub- 
ulpina aus dem Vilser Kalk von Teisenberg hinzu. Was Quenstedt 
von alpinen Vorkommnissen mit dem Namen T. intcrsa belegte (Hdb. der 
Petrefaktenkunde, p. 405. Taf. XXXVII, Fig. 22), gehört, wie ich an cinor 
Reihe von Exemplaren von Windist' hgersten 1 ) sehen konnte, theils zu 
T. bifrons und T. Vilscnsis Opp., theils zu T. Teisenbcrgensis VVnkl. Unter 
diesen Arten, die alle einem höhern Niveau angehören, als T sulcifrons, steht 
letztere der T. Vilsensis Opp. am nächsten, unterscheidet sich aber durch den, 
zu Anfang mehr senkrechten Verlauf der Trennungslinie beider Klappen und 
durch die scharfen, unmittelbar unter dem Schnabel beginnenden Falten. 

10 Exemplare. 



') Bronn-Leonh. Jahrb. 18M. p. 307. Taf. VI, Fig. 12. 13. 14. 10. 
*) In den Verh. d. Jahrb. d. geol. Reichaanst. 1865, p. 6ti, finden sich diese Brachio- 
poden als T. inverta Opp. angeführt. 

12 



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17S 



Terebratula Roveredana Benecke. 

Taf.V, Fig. 8a~d. 
Ponte di Tierno und Madonna del monte. 

Dimensionen des abgebildeten Exemplars von Madonna del monte: 
Länge 18 mm., Breite 25 mm,, Dicke 12 mm. Schnabel wenig übergebogen. 
Deltidium niedrig. Deutliche Schnabelkanten begrenzen eine kleine Area. 
Einem Sinus der durchbohrten Klappe, welcher im Drittel der Länge vom 
Schnabel beginnt, entspricht eine Falte der undurchbohrten Klappe. Der 
Sinus der durchbohrten Klappe ist begrenzt von kräftigen Falten, denen 
sinusartige Vertiefungen auf der anderen Seite gegenüberstehen. Auf denen, 
in der Richtung der Breite bei ausgewachsenen Exemplaren sehr verlänger- 
ten Seiten setzt sich noch jo eine kleine Falte ein. Der auf diese Weise 
entstehende Verlauf der Stirn- und Seitenlinie ergiebt sich aus Fig. 8d. 
Die Falten erscheinen an ihrem Beginne sanft gerundet und werden erst 
an der Stirn scharf, so dass die Stirnlinie zickzackartig erscheint, während 
die Durchschnittslinie durch die Mitte der Muschel (nach der Querrichtung) 
ein wellenförmig gerundetes Ansehen haben würde. 

Im JugendzuBtande, wo T, Roveredana noch nicht so in die Breite ge- 
zogen ist , hat sie Aehnlichkeit mit jungen Exemplaren von T. sitlcifrons, 
die sich im Alter so deutlich durch den frühen Beginn der von Anfang an 
scharfen Falten und die gedrungene, glockenförmige Gestalt unterscheidet. 
Bei hinreichendem Material gelingt die Trennung beider Arten aber auch 
im Jugendzustande. 

30 Exemplare. 

Terebratnla cf. perovalis. 

Schüue grosse Terebratel, über deren Lager ich nicht im Klaren bin. 
Ich fand dieselbe etwas unterhalb St. Nicole, östlich Roveredo, in 
Blöcken dunkelrothen Kalkes in der Lena, die von höher herunter- ge- 
stürzt sein müssen und über Tierno (siehe Profil 1). Wahrscheinlich stammt 
dieselbe aus Posidonomyengestein. 

Rliynchonella coaretata Opp. 

18G3. Iihynchonella coaretata Oppel, Zeitschr. deutsch, geol. Gesellsch. Taf.VI, 
Fig. 4. 

Madonna del monte. 

In den mir vorliegenden Exemplaren ist die ausgesprochene Ecke der 
Stirnlinie so scharf hervortretend, dass es gerechtfertigt erscheint, die Art 
T. coaretata gegenüber der T. Atta Opp., die einen gerundeten Verlauf der 
Stirnlinie zeigt, aufrecht zu erhalten. (Siehe Oppel I. c. p. 209.) 

4 Exemplare. 



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179 



Rhynchonella defluxa Opp. 

1863. Ehynchowlla dtfluxa Oppel, ZeiUchr. deutsch, geol. Gesellsch. Taf. VII, 
Fig. 1—4. 

Ponte di Tierno. 
4 Exemplare. 

Rhynchonella Brentoniaca Opp. 

1863. Rhynchonella Brentoniaca Oppel, Zeitsohr. deutsch, geol. Gesellschaft. 
Taf. TU, Fig. 12—14. 

Schöne und sehr wohl charakterisirte Form der südalpinen Posidomyen- 
gesteine. Nicht selten bei Ponte di Tierno. Madonna del monte, 
Nomi. 

50 Exemplare. 

Stoniechüius rotnndas n. sp. 

Kleine Art von 23 mm. Durchmesser. Kreisrund, flach gewölbt. Die 
gute Erhaltung der Unterseite gestattet nach der Beschaffenheit des Pe- 
ristoms die Zugehörigkeit zu Stomechinus deutlich zu erkennen. 2 Warzen- 
reihen auf den Ambulakralfeldern , 5 auf den Interambulakralfeldern , von 
denen zunächst die mittlere nach dem Scheitel hin zu verschwinden scheint. 
Madonna del monte. 

Hyboclypas sp. 

Echinodermenreste sind nicht selten , allein meist so schlecht erhalten, 
dass man nur den äusseren Umriss erkennen kann. Ein Hyboclypus ist 
häufig bei Madonna del monte und Brentonico. 

Pentacrinus sp. ind. 

Wie im geognostischen Theile auseinander gesetzt wurde, erfüllen die 
Pentacrinus-Stielglieder ganze Bänke. Schauroth bildete aus dem Ammo- 
nitico rosso von Fondi in den VII Communi einen Pentacrinus ab und 
nannte denselben Pentacrinus cinyulatiformis. (Verzeichniss, Taf. IV, Fig. 2.) 
Derselbe ist zwar bedeutend kleiner, als die aus Südtirol, allein da sonst in 
rothem Alpenkalk (im eigentlichen Ammonitico rosso, meinen Schichten des 
Amnu aeanihicus und Diphyakalken) Pentacrinus - Arten fehlen, stammen 
wohl auch diese Exemplare aus den häufig rothen Kalken der Ter. curvi- 
coneha. 

Eugeniacrinos sp. ind. 

Einen Kelch eines Eugeniacrinus fand ich bei Madonna del monte. 
Schauroth's Eugeniacrinus nutantifonris (Verzeichniss, Taf. IV, Fig. 1) 
dürfte dieselbe Art sein, und zu demselben gehören runde Stielglieder, die 

12* 



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180 

ich bei Madonna del raonte fand, und die Schauroth als Pentacri- 
nus subteres Gldf. (Vorzcichniss, Taf. IV, Fig. 3) aus rothem Ammoniten- 
kalk von Fondi abbildete. Schauroth's Poitacritnts subtnrs Gldf., Taf. IV, 
Fig. 4. „angeblich* von Magr£, dürften Stielglieder einer anderen Art als 
Fig. 3 sein. Es finden sieh solche in der That in jener Gegend und sind 
nicht selten in Sammlungen zu sehen. Ich fand deren selbst in grosser 
Menge zwischen Illasi und Bolca Purga, wo sie in der Scaglia 
liegen. Die Glieder sind stark tonnenförmig. 

Astraea sp. ind. 

l.si;:*. Oppel, Zeitgchr. deutsch, geol. ZeiUchr. p. 19"). 
Von Brentonico. 

III. Fauna de« eüdalpiiien IVlaliii. 
a. Schichten des Ammonites acanthicus. 

(Ausgeralpine Zone des Ammonites fenuilobatus Opp.) 
Sphenorfns sp. 

Ein schöner Zahn von Torri. Auch bei Brentonico nicht selten. 

Belemnites cf. semisnlcatos Mnst. 
Belemuiten finden sich bei Roveredo, Brentonico, Torri und an- 
deren Orten häufig mit Ammonites acanthicus zusammen, sind aber sehr 
schwer in guter Erhaltung aus dem harten rothen Kalke zu erhalten. Das 
mir vorliegende Material reicht zur Fixirung bestimmter Arten nicht aus. 

Ammonites acanthicus Opp. 

18*,.'i. Ammonites acanthicus. Oppel, palitont. Mitth. p. ,M9. 
Fundorte: Roveredo, Brentonico, Torri, Nomi, Sella, Do- 
megliara. 

Die häufigste Ammonitenart des unteren Horizontes der rothen Ammo- 
niretikalke stimmt mit A. ricantJtüus Opp. am genauesten überein. Während 
aber schwäbische und fränkische Exemplare in der Jugend stets zwei Reihen 
Dornen besitzen und nur im ausgewachsenen Zustande auf dem letzten Um- 
gange die äussere Reihe verlieren, haben alle südtiroler Exemplare von der 
Jugend an nur eine Knotenreihe auf der Grenze der Suturfläche und der 
Seite. Im Gesammthabitus stimmen aber die alpinen und ausseralpinen 
Vorkommnisse sehr wohl überein. 

30 Exemplare 



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181 



Ammoaites Uhlandi Opp. 

1863. Ammonites Uhlandi. Oppel, paläont. Mitth. p. ?24. 
Fundorte: Brentonico, Torri, Sella. 

Zwei Arten von Inflaten vom Typus dos Ammonites gigas Ziel, finden 
sich nicht selten in den Schichten des Ammonites acanthicus. Der eine der- 
selben lässt sich mit A. Uhlandi Opp. identifiziren. Der andere ist vielleicht 
A. turgescens Cat. (Intorno ad una nuova classific. Taf. I, Fig. 1). Da mir 
aber, als ich das Original in der Universitätssammlung zu Padua sah, mein 
Material nicht zur Hand war, wage ich nicht eine bestimmte Meinung aus- 
zusprechen. 

10 Exemplare. 
Ammonites enrystomus Benecke. 

Taf. IX, Fig. 1. a. b. 
Fundort: Sella. 

Dimensionen des einzigen vorliegenden, etwas verdrückten Exemplares 
nach der Ergänzung: Durchmesser des Gehäuses 104 mm., Weite des Na- 
bels 59 mm., Dicke des letzten Umganges (»3 mm. , Höhe desselben über 
der Naht 35 mm. Mündung breiter als hoch. Rücken sanft gerundet, in der 
Mitte glatt, nach den Seiten hin leicht gefaltet durch die Abdachung der 
Knoten. Der erhaltene Theil der Wohnkammer nimmt beinahe einen Umgang 
ein. Die Stacheln beider Reihen sind durch Rippen mit einander verbunden. 
Man zählt auf dem äusseren Umgang 23 derselben. Unmittelbar unter der 
inneren Knotenreihe fallt die Suturfläche steil ab, mit zahlreichen Einscnk- 
ungen, in die sich die Stacheln der äusseren Reihe de« nächst inneren Um- 
ganges einlegen. Da auch die, beide Knotenreihen tragenden Seiton, nach 
innen zu gesenkt erscheinen und ziemlich scharf gegen den Rücken durch 
eine Kante begrenzt sind, welche die äunscrc Knotenreihe trägt, so entsteht 
ein sehr vertiefter Nabel. 

Die Unterscheidung der Ammonitenarten , welche dem A. biurmatus 
Ziet. nahe stehen, ist sehr schwierig und hat man erst in neuerer Zeit mehr 
8orgfalt auf die Fixirung der Species verwandt. A. enrystomus unterscheidet 
sich wohl von nahestehenden Formen (A. Bubeanus d'Orb. terr. jur. Tab. 181) 
am leichtesten durch den Querschnitt der Umgänge und den so tief liegenden 
Nabel. Vielleicht gehört hierher A. liogoznkensis Zeuschn. (Zeuschner, 
Nowe lub niedokladnie etc. Taf. IV, Fig. 4). Die Abbildung bezieht sich 
aber auf ein kleines nicht sehr kenntliches . Exemplar. 

Das« das Auftreten eines Perarmaten in diesen Schichten im "Vergleich 
zu auaseralpinen Vorkommnissen ein spätes ist, wurde schon oben erwähnt. 

1 Exemplar. 



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182 



Ammonites Rnpellensis d'Orb. 

1845. Ammonitcs Rupellentis. d'Orbigny, tenr. jur. Taf. 205. 
Pazzone, Brentonico. 

Ein Exemplar von Pazzone am südlichen Abhang des Mt. Baldo hat 
400mm. Durchmesser. Hierher dürfte wohl auch gehören, was Schauroth 
(Verzeichniss der Versteinerg. p. 148) als A. perarmatifortnis von Fondi 
in den VII. Comuni beschreibt und auf Taf. XXX, Fig. 4. a. b. nicht recht 
deutlich abbildet. Wenigstens spricht er im Texte von kräftigen, spitzen 
Knoten und der Umriss stimmt ziemlich mit dem von A. RupeMensis. 

2 Exemplare. 

Ammonites cf perarmatus Sow. 
EinPerarmat von Sella mit zwei Knotenreihen und von gerundetem Quer- 
schnitt liegt in zwei Exemplaren vor. Vielleicht ist dies Catullo's nodulosus 
(Cat. Intorno ad una nuova class. etc. Taf. IV, Fig. 5). Meine Exemplare 
sind Jugendformen, gestatten daher keine hinreichend sichere Bestimmung. 

Ammonites polyoleus Benecke. 

Taf. VIII, Fig. 1. 2. 

Fundort des abgebildeten Exemplars: Sella. Sonst bei Brentonico, 
Roveredo, Domegliara. 

Dieser Ammonit mag bisher mit unter A. Zignodianus d'Orb. begriffen 
worden sein, mit dem er in derselben Gruppe von Heterophyllen steht. Di- 
mensionen: Durchmesser des Gehäuses 129 mm., Höhe des letzten Umganges 
68 mm., Höhe desselben in der Windungsebene 40 mm. Seiten ziemlich 
flach, Querschnitt der Mundöffnung nicht aufgeblüht. Die auf dem Rücken 
theilweis erhaltene Schale zeigt die, vielen Heterophyllen eigenthümliche feine 
Streifung. Auf den Umgang kommen 12—13 Einschnürungen, die auf dem 
Kerne und der Schale sichtbar sind. Dieselben setzen gleich vom Nabel an 
scharf ein, verflachen sich aber in der Mitte der Seite, wo sie breiter werden 
und in einer Ecke nach vorn ausbiegen, um dann etwas nach rückwärts 
geschwungen über den Rücken zu laufen. Die Loben in Fig. 2 nach einem 
anderen Exemplar gezeichnet, unterscheiden sich von denen beim A. Zigno- 
dianus von d'Orbigny angegebenen nicht, wie es ja auch bei so nahe stehenden 
Formen nicht zu erwarten ist, dass sich in den Loben auffallende Unter- 
schiede finden werden. 

A. polyoleus hat konstant mehr Einschnürungen als A. Zignodianus, 
nämlich 12 — 13 gegen 5 bei der d'Orbigny'schen Art. Auch die Exem- 
plare, welche ich im Diphyakalke sammelte und für die ich den Namen 
A. Zignodianus vorläufig beibehalte, haben nie mehr als 8 Einschnürungen. 



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183 



Auch ist A. Zignodianus bei d'Orbigny bei Weitem aufgeblähter als 
A. polyolcus. Eine Vergleichung der betreffenden Abbildungen zeigt die 
Unterschiede am besten. Die konstante Verschiedenheit in Verbindung mit 
einem Vorkommen in bestimmtem Niveau bewog mich zur Aufstellung dieser 
neuen Art. 

6 Exemplare. 

Ehe ich zur Beschreibung der nächsten Art übergehe, möchte ich Einiges 
über Ammonites tatricus Pusch bemerken, denjenigen Ammoniton, den man 
am häufigsten als Leitversteinerung in den rothen Ammonitenkalken ange- 
führt findet, dessen Fehlen in meiner Liste daher auffallend erscheinen muss. 
Bekanntlich bildete Pusch einen Heterophyllen ziemlich ungenügend ab, 
den er Ammonites tatricus nannte, und Buch verschaffte demselben eine 
grosse Berühmtheit, indem er ihn als Leitfossil für gewisse weit verbreitete 
jurassische Ablagerungen angab, welche seinem mittelländischen Meeresbecken 
angehörten. Hohenegger wies nach (Jahrb. geol. Reichsanst. VI. p. 308), 
dass der Ammonit, den Pusch A. tatricus genannt hatte, sehr wahrschein- 
lich mit A. opalin ns und A. Murchisonae zwischen Rogoznik und Schaf- 
lary in denselben Schichten liege, also dem unteren Dogger angehöre. Später 
zeigte derselbe Forscher (Jahrb. geol. Reichsanst. VIII. p. 145), dass dieser A. 
tatricus Pusch verschieden sei vom d'Orbigny 'sehen A. calypso, identifizirte 
jedoch einen in weit höherem Niveau liegenden Iloterophyllen wiederum mit 
dem A. tatricus. Kudernatsch, bei Beschreibung der Ammoniten von 
Swinitza, befand sich ebenfalls in Zweifel, wie er sich mit dem A. tatricus 
abfinden sollte. Keinenfalls wird man in seiner schönon Abbildung das ver- 
muthen, was Pusch als A. tatricus abbildete. Wieder etwas anders deutete 
Hauer in den Heterophyllen der österreichischen Monarchie den A. tatricus, 
den er aus den Ammonitenkalken der Südalpen zitirt, von den sehr abwei- 
chenden Angaben Catullo's und Mcneghini's gar nicht zu sprechen. 
Der Name A. tatricus war schliesslich ein sehr weiter Begriff geworden, in 
den man die verschiedensten Dinge hineinsteckte. Bayle (Bull. soc. geol 
18 18/49 p. 325) ging am weitesten im Vereinigen, indem er den A. tatricus 
vom Liaa bis in den obersten Jura verbreitet sein lies, den Arten Namen 
also zum Gruppennamen machte. Solchen Meinungsverschiedenheiten gegen- 
über bleibt der einzig sichere Weg, auf den Begründer der Art, also Pusch 
zurückzugehen. Da dieser seine Art nicht kenntlich abbildete und seine 
Originale, meines Wissens, nicht erhalten sind, muss man den Namen fallen 
lassen. Wollte man ihn neu annehmen, so wäre eine Uebertragung wohl 
nur auf eine gleichaltrige Art gestattet, also etwa auf einen Heterophyllen 
der Oolithe von Cap S. Vigilio, welche ebenfa'ls mit A. Murchisonae zu- 



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184 



sammen vorkommen. Für die Arten des Malm wird es, da man nicht von 
einem A. tatricus Buch im Gegensatz zu A. tatricus Pusch sprechen kann, 
gestatten sein, neue Benennungen zu wählen, soweit sich dieselben durch 
Beschreibung und erkennbare Abbildung gut charakterisiren lassen. Ich gebe 
aus dem mir vorliegenden Materiale vorläufig folgende Arten. 

Ammonites isotypns Benecke. 

Taf. VII, Fig. 1. >. 
Fundort: Sella, Torri. 

Dimensionen: Durchmesser des Gehäuses 110 mm., Höhe des letzten 
Umganges 64 mm., Höhe desselben in der Windungsebene 40 mm., Quer- 
schnitt des letzten Umganges gerundet vierseitig. Rücken breit, schwach 
gewölbt, Seiten flach, steil nach dem 7 mm. weiten Nabel einfallend. Kern 
ganz glatt, ohno alle Spur von Einschnürung. Schale mit der gewöhnlichen 
feinen Streifung der Heterophyllen. Loben ziemlich einfach, wie die des 
A. heterophyUtis Sow., nicht nach Art des A. Zetes doppelt zerschlitzt. A. 
isotypus gehört zur Gruppe der echten Heterophyllen und steht unter diesen 
wohl dem A. Kudtrnatschi Hau. am nächsten. 

Ausschliesslich auf die Region de» Ammonites acanthiais beschränkt. We- 
der unter den Heterophyllen des Diphyakalkes noch auch in den oberliasischen 
Schichten der Lombardei scheint sich ein identischer Ammoniak zu finden. 

6 Exemplare. 

Ammonites cf. Kudernatseai Hau. 
Fundort: Brentonico, Roveredo. 

Mehrere Exemplare eines sehr schönen Heterophyllen mit erhaltener 
Schale fanden sich an genannten Orten. Querschnitt und besonders die 
Art der Streifung stimmen ganz überein mit A. Kudernatschi, von dem ich 
denselben nicht zu unterscheiden vermag. Die Dimensionen eines grösseren 
Exemplares von Brentonico sind folgende: Durchmesser der Scheibe 
102 mm., Höhe des letzten Umganges 62 mm., Höhe desselben in der 
Windungsebene 45 mm. 

Im Diphyakalk konnte etwas Aehnliches bis jetzt nicht aufgefunden 
werden. Was man sonst als A. tatricus aus dem südalpinen rothen Animo- 
nitenkalke anführte, mag unter die beiden eben genannten Arten gehören 
und auf diesen Horizont beschränkt sein. Die echten Heterophyllen (Gruppe 
des A. hetcrophyUus Sow.) erreichen hier ihr Maximum und treten in den 
Diphyakalken seltener und in eigenthümlichen Formen auf, z. B. A. ptychoi- 
cus Qu., A. ptychostoma Benecke, (s. unt. p. 190.) 

8 Exemplare. 



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185 



Aehnlich wie die Heterophyllen, erreichen auch die Flexuosen in den 
Schichten des A. acanthicus ihre grösste Entwicklung und treten in den 
beiden folgenden sehr extremen Formen auf. 

Ammonites compsus Opp. 

1863. Ammonites compsus Opp«l, pal. Mitth. p. 215. Taf. 57, Fig. la. b. 
Fundorte: 8. Giacomo, Roveredo. 
3 Exemplare. 

Ammonites Strombecki Opp. 

1846. Ammonites lingulatus nudus Qu. Ceph. Taf. IX, Fig. 8. 
1857. Ammonites Strombecki Opp. Juraf. p. 687. 

Fundorte: Sella, Roveredo. 
3 Exemplare. 

Lineaten sind im Gegensatz zu den beiden eben besprochenen Ammo- 
nitenfamilien seltener in unseren Schichten und finden sich häufiger mit 
T. diphya, wo sie den Uebergang in Arten des Biancone vermitteln. 

Planulaten sind ungemein häufig, ihre Trennung von Formen aus dem 
Diphyakalk vermag ich aber nicht ganz durchzuführen. Ausgezeichnet ist: 

Ammonites Achilles d'Orb. 

1845. Ammonites Achilles d'Orbigny. terr. jur. Taf. 207, Fig. 1. 2. 
Fundort: Brentonico, Roveredo und sonst nicht selten. 
Durchmesser eines grossen Exemplares von Brentonico ca. 300 mm. 
Andere Planulaten nähren sich dem A. biplex Sow. Auffallender Weise 
fehlen die echten Polyplocen. 

Aptychus cf. lamellosa« Voltz. 

So lange man nicht im Stande ist, die Aptychen auf bestimmte Amrao- 
niten zu beziehen, scheint es nicht zweckmässig, andere als etwa sehr ab- 
weichende Formen neu zu benennen. Ich behalte desshalb auch den Namen 
Aptychus lamellosus für Aptychen aus unseren Schichten bei, die zu flexu- 
osen Ammoniten, etwa dem A. compsiis Opp. gehört haben dürften. 

Aptychus cf. latus Mnst. 
Fundort: Sella. 

Aptychen aus der Gruppe des A. latus, wie die mir vorliegenden, 
gehören wohl zu A. acanthicus. (cf. Oppel pal. Mittheilungen p. 219.) 

Inoceramus cf. gigantens Gldf. sp. 

Posidonia gigantea Gldf. Taf. XIV. Fig. 4. 
Fundort: Sella, häufig. 



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186 



Etwas mehr in die Länge gezogene Formen, als die bei Goldfuss 
abgebildeten. 

Terebratala sp. 

Ein einziges, schlecht erhaltenes Exemplar einer TerebrattUa der T. 
Bouei Zeuschm. nicht unähnlich fand sich zu Brentonico. 

b. Arten des Diphyakalk. 

Spbenodus- Zähne. 

Hier und da durch den ganzen Diphyakalk. 

Zähne von Lepidotus. 

Gewöhnlich als Sphacrodus aufgeführt. 

Häufig von den Steinbrechern als occhi dem Sammler angeboten. Ein- 
zeln überall, aber nicht zu häufig. 

Belemnites cf. semisulcatns Mnst. 
Die beiSerrada und anderwärts besonders in oberen weissen Diphya- 
kalken nicht seltenen Belemniten, stehen dum B. semisulcalus Mnst. aus 
ausseralpinem oberen Jura nahe. 

Belemnites cf. latus Qu. (non Blainv.). 
Breiter Belemnit, doch noch weit entfernt vom B. dilatatus Blainv. 
Es wird bei der Härte des Gesteins und der Zerbrechlichkeit der Belemniten 
noch viel Zeit und Mühe kosten, bis man diese alpinen oberjurassischen 
Belemniten scharf wird fixiren können und doch bieten sie grosses Interesse 
dar, da sie den Uebergang in echte Neocorafurmeti vermitteln. 

Ammonites. Inflat. sp. 

Ammoniten aus der Gruppe der Inflaten sind nicht selten, besonders 
in den unteren Lagen der Diphyakalke anzutreffen. Ich sammelte deren 
mehrere in Vallunga bei Roveredo, wage aber bei dem schlechten Er- 
haltungszustand keine Bestimmung vorzunehmen. Solchen Inflaten mögen 
die Aptychen vom Typus des A. gigantis angehören, (s. u. p. 102.) 

Ammonites lithographicas Opp. 

18G4. Ammonites Uthogmphicu* Oppel. Paläont. Milth. p. J48. Tnf. LXVIII, 
Fig. 1-3. 
Fundort: Vallunga. Sella. 

Dimensionen dos Exemplar es von Vallunga: Durchmesser des Ge- 
häuses 83 mm., Weite des Nabel« 19 mm., Höhe des letzten Umganges 
39 mm., Dicke desselben ca. 27 mm. Die Mundöffnung mit dem Ohre, 
wie solche von Oppel von Solenhofcn nachgewiesen wurde, ist an den 



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1_87_ 

Tiroler Exemplaren nicht mehr erhalten. Etwas mehr als der halbe letzte 
Umgang ist Wohnkammer und finden sich die Knötchen sowohl auf dem 
gekammerten als ungekammerten Theile. Die Suturfläche fällt senkrecht 
ab. Rücken zu Ende des letzten Umganges etwa 8 mm. breit, flach. 
Kein Kiel zu bemerken. Loben stark zerschnitten, ein langer erster Seiten- 
lobus und zwei kürzere lassen sich auf der Seite beobachten. 
2 Exemplare. 

Amnionitis hybonotus Opp. 

Taf. XI, Fig. 1 a-c! 

1863. Ammonitca htßonotus Opp. Pal. Mitth. p. 254. Taf. LXXI, Fig. 1-3. 
1863. Ammonites Autharis Opp. Pal. Mitth. p. 255. Taf. LXXI. Fig. 4-6. 
Von Volano. 

In den paläontologischen Mittheilungen bildete Prof. Oppel A. hybo- 
notus und Autharis als zwei verschiedene Arten ab, da dieselben nur in Seiten- 
und Rückentheilen erhalten waren, an welchen eine Zusammengehörigkeit 
beider sich nicht mit Bestimmtheit nachweisen liess. Das vollständig erhal- 
tene Exemplar von Volano gestattet, beide Arten in eine einzige zu- 
sammenzuziehen. 

Dimensionen des Exemplares von Volano: Durchmesser des Gehäuses 
140 mm., Weite des Nabels 66 mm., Höhe des letzten Umganges 42 mm., 
Dicke desselben 31 mm. 

Mundöffnung höher als breit, nahezu quadratisch. Auf dem Rücken 
verläuft eine, am Ende des letzten Umganges 7 mm. breite Rinne, welche 
von erhöhten, mit feinen Knötchen besetzten Rändern begrenzt ist. Kaum 
bemerkbare Ausläufer ziehen an der Basis nach hinten, verschwinden aber 
bald. Die flachen Seiten tragen zwei Reihen kräftiger Knoten, auf denen 
sich einst starke Dornen erhoben, die sich auf den inneren Umgängen, ge- 
schützt durch den je nächst folgenden Umgang, in den sie sich einlegten, 
noch erhalten haben. Auf dem letzten Umgang lassen sich auf der inneren 
Reihe IS, auf der äusseren 22 Knoten zählen. Die Nahtfläche fallt steil 
ein, beinahe senkrecht gegen die Seite. Breite, kräftige Rippen verbinden 
beide Knotenreihen und sind noch am Ende des letzten Umganges deutlich 
zu bemerken. Die Knoten sind verschieden stark und stehen nicht in ganz 
regelmässiger, gleicher Entfernung von einander. Eine Einschnürung dicht 
hinter der Mundöffnung. Von Aptychen, die zu diesen Ammoniten gehören, 
wurde nichts aufgefunden. 

Ammonites praecox Benecke. 

Taf. IX, Fig. 2. 

Fundort: Serrada in rothem Kalke der Diphyaschichten. 



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188 



Dimensionen : Durchmesser des Gehäuses 70 mm., Nabelweite 20 mm., 
Höhe des letzten Umganges über der Naht 32 mm., Dicke desselben 21 mm- 
Querschnitt des letzten Umganges annähernd 4 seitig, höher als breit. Rücken 
ziemlich flach, mit einer perlschnurartigen Reihe von Erhöhungen auf der 
Medianlinie. Unter derselben tritt bei etwas abgeriebenem Zustand der 
Sipho hervor. Auf der inneren Hälfte der Seiten des äusseren Umganges 
12 — 13 etwas sichelförmig nach vorn konkave Anschwellungen, die auf der 
Mitte der Seite mit ihrer höchsten Erhöhung plötzlich abbrechen. Zwischen 
diesen stärkeren Rippen setzen sich feinere (bis drei zwischen zwei aufein- 
anderfolgenden stärkeren) ein, die in gleicher Breite mit jenen ebenfalls 
verschwinden. Auf der Gränze des Rückens und der Seite stehen auf dem 
äussersten Umgang 40 Knoten, die in Rippen von der Grösse der schwächeren, 
auf der inneren Fläche der Seite beschriebenen, verlaufen. Auch diese erreichen 
die Mitte der Seite nicht ganz, so dass zwischen dem inneren und äusseren 
Rippenkranze auf der 8eite ein glatter Ring entsteht. Die Loben am vor- 
liegenden Exemplar sind unkenntlich, von der Wohnkammer ist höchstens 
der Anfang erhalten. 

Animonites praecox ist eine zweite Form aus dem Diphyakalk, welche 
so recht in der Mitte zwischen Jura- und Kreideformen steht. (Vergl. das 
bei den Belemniten gesagte.) Einerseits lehnt er sich an jurassische Flexu- 
osen besonders den A. Shombecki an, der denselben weiten Nabel und ähn- 
liche Skulptur, aber den gerundeten Flexuosenrücken und auch mehr Flexu- 
osenform im Gesammthabitus zeigt. Andrerseits hat er manches gemeinsame 
mit dem A. asper Mer. aus den Neokom, der ebenfall« einen breiten, aber 
kiellosen Rücken und beiderseits an den inneren Anschwellungen deutliche 
Knoten hat, während solche bei A. praecox nur nach aussen hin zu bemer- 
ken sind. 

1 Exemplar. 
Amnionitis ptychoiens Quenst. 

1*45. Ammomtes latidorsatus (Mich.) Cat. Cenni «opra il <i«tema cretaced. 

Taf. III, Fig. 2'). 

184r>. A. ptychoicu» Qn. Br. Leonh. Jahrb. p. (W. 

184ö. A. latidorsatm (Mich.) Cat. Memoria ffeogn. - palaeozoica. Taf. VII, 

Fig. 2. p. 1H9. 

184?. A. Zignii Cat. Appendice I alla memoria etc. Taf. XII, Fig. X 

1847. A. ptgehoicus Qu. Ophalop. Taf. XVII, Fig. 12. p. 219. 

1853. A. Zignii Cat. Intorno. Taf. IV, Fig. X 



') Vergleiche über die Schriften Catullo's den Anhang «u dieser Arbeit. 



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Häufigste und bezeichnendste Art der Diphyakalke. Ueberall in dem- 
selben verbreitet 

A. ptychoicus bekommt die Wülste auf dem Rücken stets erst, wenn 
der Scheibendurchmesser 50 mm. beträgt. Durchmesser eines der grossten 
Exemplare, welches die Wülste noch hat 110 mm. Kleine Heterophyllen 
von 40 mm., welche mir in abgeriebenem Zustande vorliegen, sind wohl 
Jugendformen von ptychoicus. 

80 Exemplare. 

Ammonites geminns Benecke. 

Taf. X, Fig. 3 a. b. 

Ebenso verbreitet, wie ptydioicus, aber nicht so häufig. 

Dimensionen des abgebildeten, mit dem Mundsaum erhaltenen Exem- 
plares: Durchmesser des Gehäuses 45 mm., Höhe des letzten Umganges 
über der Naht 23 mm., Höhe desselben in der Windungsebene 15 mm. 
Die Wülste beginnen auf der Wohnkammer schon bei 30 mm. Scheiben- 
durchmesser, während dieselben bei ptychoicus erst bei 50 mm. Durch- 
messer beginnen und sich zwischen diesen beiden Dimensionen keine Ueber- 
gänge finden. Das konstante Auftreten dieses Verhältnisses veranlasst mich, 
die neue Art aufzustellen. Es ist ist nicht unwahrscheinlich, dass A. geminus 
ausschliesslich auf die unteren Lagen des Diphyakalkes beschränkt ist. 

30 Exemplare. 

Ammonites tortisnlcatns d'Orb. 

184f>. Ammonites tortisulcatus d'Orbigny. terr. jur. Taf. CLXXXIX. 
Ich besitze nur ein kleines, abgeriebenes Exemplar eines Ammoniten, 
der sich als A. tortisidcatus deuten lässt, von Yolano. Hauer (Hetero- 
phyllen p. 43) führt denselben von Monte Errera und Ai giardini bei 
Trient an. Ausserhalb der Alpen geht A. tortisitlcatus von der Region 
des A. athleta bis in die Lochenschichten (Oppel, Paläont. Mitth. p. 166), 
bleibt also, soweit man den ausser den Alpen überhaupt seltenen Ammoniten 
kennt, noch in Horizonten tief unter dem Diphyakalk. (Kimmeridgien.) 
d'Orbigny führt denselben im Prodrome I. p. 349 aus dem Oxfordien an. 

Ammonites Zignodianns d'Orb. 

1845. Ammonites Zignodianus d'Orbigny. terr. jur. Taf. CLXXXII. 
Von Vallunga, Volano, Monte Nago. 

Wie schon bei Gelegenheit des A. polyoleus aus den Schichten des 
A. acanthkus erwähnt wurde, zeigen die zur Gruppe des A. Zignodianus 
d'Orb. gehörigen Ammoniten aus dem Diphyakalk stets eine geringere An- 



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190 



zahl Einschnürungen (bis 8). Der Querschnitt, sowie der Verlauf der Ein- 
schnürungen stimmen aber mit der Abbildung bei d'Orbigny, so dass ich 
den Namen für die vorliegenden Exemplare adoptiren kann. Zwar giebt 
d'Orbigny den Ammoniten aus dem Callovien des südlichen Frankreich 
an, allein diese Angaben des Lagers sind wohl, zumal bei alpinen Vor- 
kommnissen, nur approximativ richtig. Auch d'Orbigny spezifische Be- 
stimmungen ausserfranzösiscber Vorkommnissen sind nicht immer genau, so 
dass man auf seine Abbildungen und Beschreibungen allein angewiesen ist 
Ich sah bei Baron v. Zigno eine Reihe von Exemplaren, welche d'Orbigny 
selbst in der Hand gehabt hatte, darunter echte A. Ziyitodiamts, als solche 
bestimmt, dafür fand sich A. ptychoiats Qu. in deutlicher Erhaltung mit 
A. tortistdeatus d'Orb. vereinigt. 
8 Exemplare. 

Ammonites ptychostnma Benecke. 

Taf. X, Fig. 2 a. b. 

Das abgebildete Exemplar von Vallunga, sonst zu Volano, Monte 
Nago, Torri. 

Dimensionen des abgebildeten Exemplares: Durchmesser des Gehäuses 
87 mm., Höhe des letzten Umganges über der Naht 50 mm., Höhe des- 
selben in der Windungsebene 35 mm., Dicke 31 mm. Das bezeichnende 
Merkmal dieses ausgezeichneten Heterophyllcn bosteht iu der auf die 
"Wohnkamraer beschränkten Faltung der Schale, eine Eigentümlichkeit, die 
A. ptychostoma mit A. srroplicatus Hau. (Heterophyllen Taf. I) aus alpinem 
Lias gemein hat. Es fehlt aber jede Andeutung der dem A. seroplicatus 
eigenthümlichen Furchten. Die Gestalt des Gehäuses, sowie die Lobenzeich- 
nung ist aus der Abbildung hinreichend zu ersehen. 

G Exemplare. 

Ammonites Folgariacus Opp. 

18G3. Ammonites Fvtgariacus Oppel. PalÄont. Mitth. p. 199. Taf. LIV, Pig. 6. 
Von Volano. 
1 Exemplar. 

Ammonites birnncinatns Qu. 

184. r >. Ammonites biruncinatwt Quon«tedt, Rr. Leonh. Jahrb. p. 6Ä3. 
1848. Ammonites biruncinatus Qaenstedt, Cephalop. Taf. XIX. Fig. 14. 

Verbreitete und sehr bezeichnende Art der Diphyakalke. Volano, 
Vallunga, Monte Nago u. s. w. 
6 Exemplare. 



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Ammonites Volanensis Opp. 

1863. Ammonites Volanensis. Oppel, pal. Mittheilung. Taf. LVIII, Fig. 2 p, 231. 
Etwa« häufiger als A. bmmcinatus, mit dem er zusammen in den Samm- 
lungen liegt. Volano, Folgaria, Mt. Nago. 
10 Exemplare. 

Ammonites fasciatns Qu. 

184"). Ammonites fasciatus Qu. Bronn-Leon h. Jahrb. p. «83. 

1848. Ammonites fasciatus. Quenstedt Cephalop. Taf. XX, Fig. 11, p. 271. 
Monte Nago. Vallunga. 
2 Exemplare 
Ammonites quinqnecostatus Cat. 

1817. Ammonites quinquecostatus Catallo. Memoria geogn. palaeoz. Append. I. 
p. 1, Taf. XII, Fig. 1. 
Der ausgezeichnetste Lineat unter mehreren, schlecht erhaltenen Arten 
der Diphyakalke ist als A. quinqnecostatus bei Oatullo gut abgebildet. Das 
Exemplar soll von Malcesine stammen, was möglich ist, aber nicht bestimmt, 
da die Angaben der Fundorte bei Catullo gänzlich unzuverlässig sind. 

Ich sammelte zwei Exemplare, eines bei Sella aus einem Blocke, ein 
anderes bei Volano. 

Ammonites qaadrisuleatas d'Orb. 

1844. Ammonites quadrisvlcatus. d'Orbigny, terr. cret. Taf. XXXXIX, 1—3. 
Quenstedt Cephalop. Taf. XX, Fig. 6. 

Nach d'Orbigny stammt sein A. quadrisulcatus aus Kreideschichten. 
Es scheint aber bei manchen südfranzösischen Vorkommnissen zweifelhaft, 
ob sie in der Kreide oder in dem obersten Jura liegen. Jedenfalls lässt sich 
ein Lineat, der häufig in den Ammonitenkalken mit T. diphya liegt, von 
A. quadrisulcatus nicht unterscheiden. Qucnstedt hat denselben abgebildet. 

Ausserdem eine ganze Reihe von Lineaten in abgeriebenen Steinkernen, 
deren schon Quenstedt erwähnt, besonders einer mit schneller Windungs- 
zunahme. 

Ammonites flexuose sp. 

Taf. X. Fig. 1. a. b. 
Folgaria bis Roveredo. 

Ich bilde diesen Ammoniten ab, da derselbe den Beweis liefert, dass 
auch im Diphyakalk noch echt jurassische Flexuosen sich finden. 
Von Prof. Oppel gesammelt 1861. 

Ammonites cf. Achilles d'Orb. 
Unter den sehr zahlreichen Planulaten Bteht einer dem A. AcJiittcs d'Orb. 
nahe. Dass sich hier gar keine echten Polyplocen finden, kann nicht auffallen, da 



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dieselben im lithographischen Schiefer ebenfalls fehlen; dafür ist das Fehlen 
derselben in den Schichten des A. acanfhicus auffallend (Oppel pal. Mitth. 247). 

Amnionitis exomatns Cat. 

1847. Ammonitts ejcornatus. Catullo, Mem. geogu. palaeoz. Append. II, p. 10, 
Taf. XIII, Fig. 2. 

Mit diesem Namen hat Catullo einen Planulaten mit entfernt stehenden 
starken Rippen, die sich gegen den Rücken hin 3 auch 4 fach gabeln, belegt. 
Hauer (Jahrb. geol. Reichsanst. 1858. IX. Verh. 48) führt denselben eben- 
falls an. 

Nicht selten in den Schichten der T. diphya. 
Aptychns enrvatus Gieb. 

18-18. Aptychus «p. Quenst. Ccphaiop. Taf. 22, Fig. 7. 

I8.V2. Aptychus curtatus Gieb. Fauna d. Vorw. p. 770. 

18fö. Aptychus punetatus Schaur. Ver*eichn. Taf. IV, Fig. \ X 

* 

Häufigster Aptychus des Diphyakalks, bereits von Quenstedt be- 
schrieben. Etwas mit Apt. exscidptus Schaur. (Terz. Taf. IV, Fig. 14) 
Uebereinstimmendes fand ich nicht. 

Aptychus cf. gigantis Qu. 

Quenst. Cephalop. Taf. 22, Fig. 7. 

Hier und da, nicht selten. 
Terebratnla diphya Col. sp. 

KiOG. Concha diphya. Fab. Columna Lvnceus. Minus cognitarum stirpium tx- 
ipptctt Taf. XXXVI. 

Im Jahre 1852 veröffentlichte Süss die bekannte Abhandlung über T. 
diplnja (Sitzungsber. Wien. Akad. Bd. VIII. p. 533) und vereinigte in der- 
selben T. diphya Col. sp. und T. triqtwtra Park. Ich halte diese beiden 
Arten noch auseinander und belasse für die dreieckigen, undurchbohrten 
Formen den Namen T. triquetra. Die von Catullo 1853 (Intorno ad una 
nuova classificatione delle calcare rosse ammonitiche, in Vol. V delle Memorie 
dell I. B. Ist. Veneto etc. p. 12) nach mehrfachen früheren Versnchen noch- 
mals geltend gemachte Trennung in eine T. diphya, ddtoidm, anyidata, an- 
gusta scheint mir jedoch nicht begründet. Einmal finden zwischen diesen 
Formen l'ebergänge statt, dann ist auch die Vertheilung nach dem Lager, 
die Catullo angiebt, unrichtig. Die verschiedensten Varietäten finden sich 
bei einander, sogar ein Exemplar der ganz offenen, wie sie im Klippenkalk 
der Karpathen häufig zu sein scheinen, erhielt ich bei Trient. 

Das oben erwähnte Vorkommen der T. diphya im Biancone bezieht 
sich auf ein in Baron v. Zigno's Besitz befindliches Exemplar von den 



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193 



Euganeiechen Hügeln, das im unzweifelhaften Biancone liegt. Möglich, 
das« es einer besonderen Art, mit der T. diphyoides aus französischem Neo- 
kom identisch, angehört, ich konnte bei Besichtigung des Exemplars Unter- 
schiede gegen Formen des Diphyakalkes, z.B. Fig. 8 Taf. XXXI bei Süss, 
nicht heraus finden. 
60 Exemplare. 

Terebratula triqoetra Park. 

1811. Terebratula triquetra. Parkiiuon Organic. Remains Vol. HI. p. 229 Tab. XVI, 
Fig. 4. 

Etwas seltener als T. diphya. 
40 Exemplare. 

Collyrites cf. trigonalis Des. 

Eine jedenfalls neue Art, die von Prof.Desor in der Münchener 
Akademischen Sammlung vorläufig mit diesem Namen belegt wurde. Meist 
sohlecht erhalten. 

14 Exemplare. 

Cellyritos sp. 

Eine zweite, spitz dreieckige Art, die sich mit voriger nicht selten findet. 



13 



Anhang. 

Einige Nachweise Aber diejenigen Schriften Catullo's, in welchen jurassische 
Ammonium der Sudalpen abgebildet sind. 

Es wurden bereits im paläontologischen Theil diejenigen Schriften nam- 
haft gemacht, in denen »ich Arten aus südalpinem Jura abgebildet finden. 
Die in Deutschland erschienenen derselben sind einem Jeden mehr oder 
minder leicht zugänglich und ein angeführtes Citat ist ohne weiteren 
Kommentar verständlich. Keineswegs ist dies bei Catullo's italienischen 
Abhandlungen der Fall. Nicht uur sind sie in Zeitschriften veröffentlicht, 
welche man in deutschen Bibliotheken selten trifft, auch die Art und Weise 
der Publikation ist eine so eigentümliche, sonst nicht übliche, dass es nicht 
überflüssig erscheint, einiges Genauere über dieselben mitzutheilen. Ich 
beschränke mich jedoch auf die Abhandlungen, in denen nicht blos Be- 
schreibungen, sondern auch Abbildungen gegeben sind. Diese allein haben 
zunächst Anspruch auf weitere Berücksichtigung, wenn es sich um Identifi- 
kationen und Wahrung der Priorität Catullo's handelt. 

Im Jahre 1845 erschien ein Aufsatz, betitelt Cenni sopra il sistema 
cretaceo, der die Ankündigung einer späteren Abhandlung enthielt und 
dem — wenigstens in manchen Fällen — eine Reihe von 7 Tafeln bei- 
gegeben war, die eben dieser späteren Abhandlung einverleibt werden sollten, 
aber bereits lithographirt vorlagen. In dieser Verfassung erhielt Bronn 
die Cenni und dio 7 Probe-Tafeln und verfertigte nach denselben den Aus- 
zug im Jahrb. 184G. p. 739. Die Tafeln waren handschriftlich nummerirt 
und ich erhielt noch mehrere derselben durch gefällige Vermittlung in Padua. 

Im Jahre darauf erschien dann (184G): Memoria geognostico pa- 
laeozoica sulle Alpi Venete. Inserta nolla parte prima del 
tomo XXIV delle memorie della societä Italiana delle scienze 
residente in Modena. Modena 1846. con 11 Tav. 

Wie es scheint, auch 1847, unter dem Titel: Prodromo di geognosia 
paleozoica delle Alpi Venete. Modena 1847. So zitirt wenigstens 
Hauer in den Heterophyllen der österreichischen Alpen die Catullo 'sehen 
Ammoniten. Siehe auch Schrauf, Katalog der Bibliothek des k. k. Hof- 
mineralienkabinet8 in Wien. p. 183. 



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195 



Die ersten vier dieser 11 Tafeln enthalten Arten meist aus triadischen 
Schichten und haben für den vorliegenden Zweck keine Bedeutung. 1 ) Die 
Tafeln 5—11 sind dieselben, die bereits früher mit den Cenni ausgegeben 
waren und führen natürlich hier andere Nummern. Die Nummern der ein- 
leben Spezies stimmen aber in den Tafeln der Cenni und denen der Me- 
moria überein. Wir finden in Folge dieses Umstände» dieselben Dinge 
unter verschiedenem Citat, je nachdem dieselben nach Cenni oder Memoria 
angegeben werden. Es muss zur Tafelzahl der Cenni jedesmal 
4 addirt werden, um auf die Memoria zu kommen. So hat Bronn 
1. c. p. 742 A. Zuppani Taf. II. Fig. 1, Hauer in den Heterophyllen p. 8. 
aber Taf. VI. Fig. 1 u. s. w. 

Eine eigene Gesohichte hat noch Taf. V der Memoria, resp. Taf. I der 
Cenni. Dieselbe wurde in Folge einer von anderer Seite gemachten Be- 
merkung über die geringe Uebereinstimmung der Abbildung des A. Beudanti 
mit dem Original (Bronn Leonh. Jahrb. 1847. p. 290) zurückgezogen und 
der Ammonit neu gezeichnet. Diese ältere Tafel bekam ich ebenfalls noch 
in Padua. Hier kann man also unter demselben Citat verschiedenes ver- 
stehen, je nachdem man sich auf die alte oder neue Tafel bezieht. Leider 
stimmt das in der Universitätssammlung zu Padua befindliche Original- 
exemplar weder mit der einen, noch mit der anderen Abbildung. 

Zu der Memoria erschienen zwei Nachtrage unter dem Titel: „Ap- 
pendice al Catalogo degli Ammoniti delle Alpi Vencte. Speoie 
neocomiane con 1 Tav. l'adova Maggio 1847. Socondo Appen- 
dice etc. con 1 Tav. Fadova Luglio 1847. ebenfalls mit „specie neo- 
comiane 14 bezeichnet, jedoch mit ebenso wenig Recht, als die Tafel des 
ersten Appendix. Diese Tafeln sind der Memoria angeheftet und führen 
die Nrn. XII und XIII. 

Sieben Jahre später erschien: Intorno ad una nuova classifica- 
tione delle calcaree rosse amraonitiche delle alpi Venete. Inserta 
nel volume V. delle Memorie dell I. R. Ist. Veneto di Scienze 
Lettere ed Arti. Venezia 1853 con 4 Tav. 

Die Tafeln IU und rV dieses Aufsatzes sind jedoch genau die Tafeln 
der beiden Appendixe der Memoria, die vor 6 Jahren bereits erschienen 
waren, und zwar ist III=XIII, IV=XII. 

Auch der Text hat nur geringe Zusätze erfahren. Also auch hier können 
dieselben Dinge nach zwei Werken zitirt werden; ich gebe unten diese 
doppelten Citate. 



*) Auch tohon frflher separat renandt 

13* 



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196 

Gehen wir nun die einzelnen Arten der Reihe nach durch; ich setze 
bei allen Arten, die ich nach den Originalen in Padua als aus Kreide stam- 
mend erkannte, einfach Kreide hinzu, ohne Rücksicht zu nehmen, ob die 
Bestimmung eine richtige sei. Bei den jurassischen Ammoniten werde ich 
angeben, was in einem solchen Erhaltungszustande sich befindet, dass es 
einer weiteren Berücksichtigung werth ist und was wegen Unbestimmbarkeit 
einfach als nicht vorhanden anzusehen ist. Da mir zu einer Bestimmung 
der Mehrzahl der Planulaten das nöthige Material fehlt, stelle ich diese meist 
unter eine Rubrik: „Planulaten"; dieselben werden bei späteren Arbeiten noch 
zu berücksichtigen sein. Baron t. Zigno hatte die Güte, mich bei dieser 
Revision zu unterstützen und befand ich mich mit ihm in Padua in voller 
Ueberein8timmung. Auffallend erscheinen mir daher einige seiner Angaben 
im Jahrb. 1847. p. 290, die mit meinen Notizen nicht stimmen, doch sind 
es nur wenige. 

Bemerken muss ich noch, dass die in Padua aufgestellten Originale oft 
in auffallender Weise nicht mit den Abbildungen stimmen, so dass man bei 
der Aufstellung Verwechslungen zu vermuthen geneigt ist. Da dies aber 
die einzigen Originale sind, muss man sich eben an sie allein halten und 
jetzt entscheiden, was zu entscheiden ist, das andere bei Seite lassen und 
als unbrauchbar bezeichnen, wenn endlich einmal die langen unverständlichen 
Namenregister aus den Südalpen beseitigt werden sollen. 

Ich zitire die Tafelnummern wie folgt: Memoria V— XI, dann zu- 
gleich Mem. XII, XIII und Intorno III, IV, endlich Intorno I, II. 

1. Unbestimmbar sind: 

Memoria Taf. VI, Fig. 7 Amtnonites sitnplus d'Orb. 

Memoria „ VIII, „ 3 Ammonites Jitületi d'Orb. 

Memorial „ XIII, „ 6 Amtnonites ptdehettus d'Orb. 

Intorno J „ III, „ 6 Ammonites ptdeheüus d'Orb. 

2. Aus Lias stammen: 

Memoria Taf. V, Fig. 3 Amtnonites bifrons Brug. 

Memoria „ VI, »3 Ammonites bicingulatus Cat. 

Memoria „ VI, w 6 Ammonites Hehns d'Orb. 1 ) 

Memoria „ IX, „ 3 Ammonites bicunatiis Mich. 

Memoria „ IX, ,4 Ammonites Bouchardiatws d'Orb. 



') Pieser und die beiden folgenden radians-Sbnliohe Ammoniten aus 
oberem Lias der Umgebungen von Bergamo und Brescia in der Lombardei. 



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197 



Memorial Tat XII, Fig. 4 Ammonites Capitanei Cat. 
Intorno / „ IV, „4 Ammonites Capitanei Cat. 
(bei Hauer, Heterophyllcn , p. 27, zu tatricus gestellt.) 



Memoria 



Intorno 



Tat XIII, Fig. 3 Ammomtes 



Venantii Cat. = subcari- 
uatus Y. & B. 
3 Ammonites Venantii Cat. = subcari- 
natus Y. & B. 

Intorno „ I, „ 3 Ammonites Dödcrleinianus Cat. 

(bei Hauer 1. c., p. 8, zu hcterophylUts Sow. gestellt.) 
Intorno Tat II, Fig. 4 Ammonites Toblinianus Cat. 
Schöne Art, von Gümbel aus dem Lias der bayerischen Alpen zitirt. 

3. Aus dem Biancone stammen: 



Memoria 


Taf. 


vi, 


Fig. 4 


Ammomtes fascicularis d'Orb. 


Memoria 




VIII, 


» 


4 


•Ammomfes semistriatus d'Orb. 


Memoria 




VIII, 


n 


5 


./Immomfcs bidichotomus Leym. 


Memoria 




IX,, 




1 


Ancylcceras nodosus Cat. 


Memoria 


1» 


IX, 


n 


2 


Hamites Labatii Cat. 


Memoria 




x, 






Sämmtlich evolute Cephalopoden. 


Memoria' 






w 


5 


Ammonites Livianus d'Orb. 


Intorno \ 




ni,' 


1» 


5 


Asnmonites Livianus d'Orb. 


Memoria 


1: 


XIII, 


1 


7 


? Ohne Bezeichnung. 


Intorno \ 




Hl, 


1 


7 


Amtmmito5 salina Cat. 



4. 

übrig. 



Es bleiben für den Malm die in folgender Liste vereinigten Arten 
DieHe, insoweit sie nicht im paläontologischen Theil dieser Arbeit 
als neu und selbstständig anerkannt, oder mit bereits bekannten Formen 
identtfizirt sind, werden späterhin noch zu berücksichtigen sein. Dass sich 
Kreide-Namen wie Asterianus für jurassische Arten vergeben finden, kann 
nicht in Erstaunen setzen, da Catullo Kreide und Jura nicht richtig trennte, 
a) Planulaten. 
Memoria Taf. VI, Fig. 5 Ammonites Gazzotae Cat 
Memoria „ VII, „ l Ammonites subfascicularis 1 ) d'Orb. 
(bei Zigno, Br. Leonh. Jahrb. 1847. p. 292, in die Kreide ge- 
stellt. Was ich unter dieser Bezeichnung in Padua sah, war 
aus dem Malm.) 
Memoria Taf. VII, Fig. 3 Ammonites maälcntus d'Orb. 
(3 c. ist etwas anderes.) 



') Diese und andere Kreide-Namen können natürlich nicht beibehalten werden. 



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198 



n 


XI, 


» 


1 




XI, 


n 


2 


1 


XI, 


» 


3 




XIII, 




2 


n 


in, 




2 


n 


XIII, 


» 


4 


•» 


m, 




4 


n 


n, 




1 


r? 


n, 




3 



Ammonites Asterianus ') d'Orb. 
Ammonites Ambrosianus d'Orb. 
yl#wfK>utto (mntdtdus 8ow. 
Ammonites biplcz Sow. 
Ammonites exomatus Cat. 1 ) 
Ammonites exornatus Cat. 
^w»>w«»7«} contiguus Cat. 
Anunonites contiguus Cat. 
-4wwwontfe$ Fontana Cat 
Ammonites Albertinus Cat. 



Memoria Taf. VIII, Fig. 1 
Memoria 
Memoria 
Memoria 
Memoria 1 
Intorno J 
Memoria | 
Intorno 
Intorno 
Intorno 

b) Heterophyllen. 

Memoria Taf. V, Fig. 1 .^mroon»*«* Beudanti Brug. 

(Original abgerieben und sehr unkenntlich, 3 ) vermuthlich aus den 

Schichten des Ammonites acanthicus. Bei Hauer Heteroph., p. 27, 

zu hetcrophyüus Sow. gestellt.) 
Memoria Taf. V, Fig. 2 Ammonites Zuppani Cat. 

(Heterophylle aus dem Malm, bei Hauor 1. c, p. 8, zu hetero- 

phyUus Sow.) 

Memoria Taf. XIII,) Fig. 1 Ammonites Benacensis Cat. 

Intorno „ III,/ „ 1 Ammonites Benacensis Cat. 

(Vielleicht der von mir als cf. Kudematschi aus den Schichten 
des Ammonites acanthicus aufgeführt. Bei Hauer 1. c, p. 27, zu 
tatricus gestellt) 

c) Aus anderen Familien: 

Ammonites strictus Cat. = fasciatus Qu. 
Ammonites laditorsatus Mich. = pty- 

choicus Qu. 
Ammonites quadrisulcatus. Ist richtig. 
Ammonites qumquecostatus Cat. Ist 

eine gute Art. 4 ) 
Ammonites quinquecostatus Cat. 
Ammonites Zignii Cat. = ptychoi- 
cus Qu. 

Ammonites Zignii Cat = ptychoicus Qu. 



Memoria 
Memoria 


Taf. 


VI, 
VII, 


Fig. 2 
■ 2 


Memoria 
Memoria 


a 


VIII, 
XII, 


. 2 
. 1 


Intorno 
Memoria 


■ 
• 


IV, 

xn, 


. 1 

, 3 


Intorno 


n 


IV, 


. 3 



*) Da? Original in Padua stimmt nicht mit der Abbildung. 

*) Siehe paJaont. Th. p. 192. 

') Siehe oben p. 195. 

*) 8iehe palftont. Th. p. 191. 



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199 



Memorial Taf. XII, Fig. 5 Ammonites noduiosus Cat. 

Intorno J „ IV, „5 Ammonites noduiosus Cat. 

Ich vermag über diesen Ammoniten, der eine Jugendform dar- 
stellt, nicht zu entscheiden. 

Intorno Taf. I, Fig. 1 Ammonites turgescens Cat. 
Steht Ufdandi Opp. sehr nahe. 

Intorno Taf. I, Fig. 2 Ammonites linguiferus d'Orb. 

Schönes Exemplar des A. rectelobatus , wohl aus Posidonomyen- 
gestcin. 

Intorno Taf. I, Fig. 4 Ammonites perarmatus Sow. 
Vielleicht RupeUensis d'Orb. 

Intorno Taf. II, Fig. 4 Ammonites Benianus Cat. 

Aehnliche Ammoniten nicht selten im rothen Ammonitenkalk, 
besonders mit T. diphya, besonders im Museo civico zu Vicenza. 
Ich wage nicht, über die Selbstständigkeit der Spezies zu ent- 
scheiden. 



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200 




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201 



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Iil^ii llsll 


Obere Abtheilung : entsprechend dem 
deutschen Hauptmuschelkalk , noch 
nicht nachgewiesen. 

Untere Abtheilung: wahrscheinlich ent- 
sprechend dem deutlichen Wellenkalk: 
Brachiopodenschichten von Marcheno, 
Pieve u. d. Umgebungen von Recoaro. 

Untere Gypse und Rauchwacken als Grenz- 
gebilde gegen d. bunten Sandstein. 


Obere Abtheilung: 8chiefrige, glimraer- 
reiohe, seltner kalkige, rothe u. grüne 
Sandsteine mit Naticella costata, Turbo 
rectecostatus, Poeidonomya Ciarai. 

Untere Abtheilung: Versteinerungsleere 
8andsteine u. Conglomerate. 


Kalke von Ardeie (Corioni) 
?Dolomia di 8. Difendente 
< (Stoppani seit 1864) 

fYon Btoppani nicht unter - 
1 schieden, oder mit der 
| Oruppo di Öorno e Dos- 
( sena verwechselt 


Muschelkalk 




1 § 


[Haiistatter Kalk (Österreich. 
1 Geol.) 

< Unterer alpinischer Keuper- 

j kalk (Oümb.) 

[Oberer Alpenkalk (Pichler) 

Schichten v. 8. Cassian 
Wenger Schiefer im Besond. 
Partnachschichten (üümbel) 
zum Theil 


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202 



Gliederung des siidtiroler Jura. 



E 
<e 


Kimmridge- 
Oruppe 


Dipliyakalke mit T. diphya, (In den Nordalpen: Schichten 
Amin. hybonotus , litho- mit T. diphya von Hab bei 
irriiuhicuj DtvchoiiuH Ziiraa» Wever T-twi'n^tpin AuAHAr- 

dianug etc. halb den Alpen: Lithogra- 
phische Schiefer von Solen- 
hofen, Mussplingen, Cirin) 


Oxford- 
Gruppe 


Nicht bekannt 


Kelloway- 
Gruppe 

_ 


Nicht bekannt (Vilser Kalke deV Nordalpen. 

Srhirlitrtn fl Taf nala an. 

k/v> IIIIIIIQU U> Ivl) UMn | cm» 

tiplecta, Rh. trigona) 


Dogger 


Bath- 
0 nippe 


Posidonomyengestein. Schich- (Klausschichten der Nordalpen) 
ten d. Pos. alpina, Terebr. 
curriconcha, Amm. rectelo- 
batug etc. ' 


Unteroolith 


Schichten der Rhynchonella bi- 
lobata. 


f Grane Kalke mit T. firubria, 
fimbriaeformis, Rotzoana, he- 
xagonalis etc. 

Pflanzenlager Ton Rotzo, Per- 
nigotti, Rovere, Volano. 

Oolithe des Cap. 8. Ytgilio am 
Garda-See mit Amm. Mur- 
chisonae , fallax, scissus. 


m 
« 


Oberer 


Rothe Kalke von Entratico bei 
Bergamo mit Amm. bifroni 
und »ubcarinatus 


Mittlerer 


Graue Kalke mit verkiesten Graue Kalke vom Berge Do- 
Ammonitcn und Belemniten maro etc. in der Provinz 
von Val di Conzei. p. 3b\ Brescia mit Amm. margari- 

tatu», Taylori. 


Unterer 


Rothe Kalke von 8altrio mit 
Orvphaeu arcuata. 



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Inhalt. 



Einleitung. 

Geognostischer Theil. 

Betreibung eiliger Profile pag. 6 

Das Monte Baldo-Gebirge , 6 

Umgegend von Roveredo . , 22 

Monte Zara zwischen Etachthal und Roreredo „ 22 

Umgebung ron Nomi „ 25 

Umgebung ron Volano „ 27 

Borgo in Val 3ugatiH • „ 29 

Piere di Bono in Indioarien „ 82 

Gegend zwischen 8toro und dem Gardasee , 34 

Deuting der Profile , 37 

Bteinkohlenformation r 39 

Trias , 41 

Untere Trias „ 41 

Obere Trias , G3 

Lias »101 

Dogger »103 

Schichten der Terebratuia fimbria und des Ammonites Murchisonae . . , 107 

Schichten der Bhynchonella Irilobata «113 

Schichten der Terebratuia curviamcha (Posidonomyengestein, Klausschichten) , III 

Malm w 123 

Schichten des Ammonites acanthicus „ 130 

Diphyakalke „133 

Paläontologischer Theil. 

Tri« * 153 

Hallstatter Gruppe «153 

Hauptdolomitgruppe * 155 

l>ogger .... ,160 

Graue Kalke mit Terebratuia fimbria «160 

Oolithe mit Ammonites Murchisonae «169 

Schichten der Khynchonella bihbata « 174 

Posidonomyengestein «175 

Malm «180 

Schichten des Ammonites acanthicus « 180 

Schichten der Terebratuia diphya «186 

Anhang. Nachweise aber einige 8chriften CatuUo's ,191 



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Druckfehler. 



Pag. 1, Zeile 17 von oben: war statt waren. 





6, 


- 


1 


- 


unten: diphya) statt diphya. 


- 


10, 


- 


11 


- 


oben: verwaschen statt verwachsen. 




12, 


« 


18 


- 


oben: unförmlicher statt unförmliches. 




12, 




19 




oben: Steinkern statt 8teinkorn. 


- 


13, 


r« 




- 


oben: hinter Schichten fehlt: des. 




13, 


<• 


.11 




oben: parallel statt parallel. 


- 


Ks 




8 


- 


oben: Schutthalde statt Schutthalle. 




18, 




9 




unten: einschiebende statt einschliessende. 


1 




T1 


n 




unten: petragraphischen statt petographischen. 




23, 




2 


- 


unten: Atmosphärilien statt Athmospharilien. 




35, 


" 


11 


« 


unten: Lumach. statt Lumch. 


* 


49, 


n 


3 


1 


unten: Pieve statt Piere. 




?3, 


n 


3 




unten: moyenne statt myoenne. 




119, 




7 




unten muss A. Maritim in den Unteroolith gesteUt w< 



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ÜBER DIE ZONE 



DR- 



AMMONITES TRANSVERSARIÜS 



VON* 



DR- ALBERT OPPEL, 



PROFESSOR AN ORR UNIVERSITÄT MÜNCH EX, COXSERVATOR DES PALXONTOI.OOISCHEN MUSRUM*. 
A ORU MITGLIED DER KON 10 L. BAYER. AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN. 



BKKNDET UND HKKAUSfiKOKRKN 



VON 



D Ti - W. WAAGEN, 

DOCKNT AN DER UNIVERSITÄT MÜNCHEN. 



MÜNCHEN, 1866. 
R. OLDKNBOURO, 



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» 



Vorwort 



Die Malmformation hat in neuerer Zeit wohl mehr als irgend eine 
andere Abtheilung des Jura die Aufmerksamkeit der Geologen auf sich ge- 
EOgen, indem sich die Entdeckungen in diesem Gebiete der Flötzformationen 
innerhalb kurzer Zeit in wahrhaft staunenswerter Weise häuften. Die 
Hauptmasse derselben aber verdanken wir den regen und scharfsinnigen 
Forschungen des durch einen frühen Tod der Wissenschaft so bald ent- 
rissenen Prof. Dr. A. Oppel. Wie es seinen Studien gelungen war, zuerst 
mit grosser Schärfe und Sicherheit die einzelnen Unterabtheilungen der 
unteren und mittleren Region der Juraformation festzustellen und in einem 
grossen Theile von Europa nachzuweisen, so war es ihm auch vorbehalten, 
die im oberen Jura herrschenden Verhältnisse endlich aufzuklären und so 
die Geognosie jener Gesteinsschichten auf die Stufe zu bringen, die die- 
selbe gegenwärtig einnimmt. 

Wie schwierig die Frage, welche hier zu losen war, lässt sich am 
besten aus Oppels eigenen Arbeiten beurtheilen. Die im Jahre 1858 ver- 
öffentlichte dritte Abtheilung seiner „Juraformation' 4 machte es sich zur 
Aufgabe den Malm nach dem damaligen Stande der Erfahrungen in Unter- 
abtheilungen zu bringen, und dieselben über eine grössere Erstreckung zu 
verfolgen. Das grösste Verdienst erwarb sich darin der Verfasser durch 
gründliche Beseitigung des bisher herrschenden Irrthumes, dass die Korall- 
rüfe des oberen Jura immer als ein und derselben Bildungsepoche angehörig 
zu betrachten seien: dagegen reichten die bis dahin bekannt gewordenen 
Thatsachen nicht hin, das Gleiche auch für die Spongitenfelder dieser 
Formationsabtheilung nachzuweisen. Dies Letztere ist denn auch als Haupt- 
grund zu betrachten, dass der, damals von Oppel gegebenen Eintheilung 
bei ihrer Durchführung in einzelnen Gebieten sich so grosse, ja theils sogar 
unüberwindliche Schwierigkeiten in den Weg stellten, und dass der, den 
oberen Jura behandelnde Abschnitt von Oppels „Juraformation'' als der 
schembar wenigst durchgebildete uns entgegentritt. 



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(*) 



208 



Nachdem, durch die Verhältnisse dazu geleitet, Oppel für einige Jahre 
Bein Hauptaugenmerk auf die Geognosie alpiner Bildungen gerichtet hatte, 
wurde erst im Jahre 1862 durch Gümbels Studien in der Gegend von 
Streitberg, sowie durch meine Reise nach der Schweiz seine Aufmerksam* 
kcit wieder dem ausseralpinen oberen Jura zugewendet. Durch die eben- 
erwähnten Forschungen war festgestellt worden, dass, wie Korallenriffe, so 
* auch Scyphienbildungen in den verschiedensten Niveaus des oberen Jura 
auftreten können, doch war es noch nicht möglich, jeder einzelnen dieser 
Bildungen ihren Platz mit Sicherheit anzuweisen. Der damalige Stand der 
Erkenntniss spiegelt sich in einigen Bemerkungen auf pag. 158 und 159 
von Oppel 8 paläontologischen Mittheilungen. Durch eine im Sommer 
1863 nach Franken, Württemberg, Baden und einem Theile der Schweiz 
unternommene Reise war Oppel indess in den Stand gesetzt, alle dort 
herrschenden Verhältnisse vollständig aufzuklären, und so konnte er im Winter 
desselben Jahres mittels mehr als 100 meist neu aufgestellter Animoniten- 
Arten vier neue Zonen charakterisiren : die Zonen des Ammonites trans- 
versarius, des Ammonites bimammatus, des Amnionitis tenuilobatus und 
des Ammonites steraspis. 

Seitdem Hess er den oberen Jura nicht mehr aus den Augen. Reisen 
in den tyroler und bayrischen Alpen, im südöstlichen Frankreich und der 
Schweiz, sowie nach Galizien und Mähren dienten dazu, seine Kenntnisse 
in dieser Beziehung durch eine reiche Fülle von Beobachtungen zu er- 
weitern, deren Ausfluss denn auch einige Aufsätze: „Geognostische Studien 
im Ardeche Departement" und „Die tithonische Etage" waren. Letztere 
Abhandlung sollte indess nur einen vorläufigen Bericht über ein erst zu 
publicirendes grösseres Werk bilden, zu dem bereits viele Tafeln in Folio 
gezeichnet waren, dessen Ausführung jedoch durch den raschen und uner- 
warteten Tod Oppels vereitelt wurde. 

Aber noch ein Aufsatz war aus diesen Studien hervorgegangen : es ist 
der hier vorliegende „Uebcr die Zone des Ammonites transversarius", zu- 
gleich der einzige aus dem Nachlasse, welcher vom Verfasser selbst noch 
seiner Vollendung nahe gebracht war. So traurig es an und für sich ist, 
die Papiere eines geliebten Verstorbenen zu ordnen, so übernahm ich dies 
doch gerne, und hielt es für eine Gelegenheit, meiner tiefgefühlten Dank- 
barkeit gegen den unvergesslichen Lehrer und Freund Ausdruck zu geben, 
indem ich aus dem Schiffbruche seines so frühe dahingewelkten Lebens 
für die Wissenschaft zu retten trachtete, was zu retten möglich war, be- 
sonders, da ich in der glücklichen Lage bin, durch häufige Besprechungen 
mit dem Verstorbenen den Plan, den er bei dem vorliegenden Aufsatze zu 



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■ 

209 



0» 



verfolgen gedachte, genau zu kennen, und so hoffen darf, bei den nöthig 
gewordenen Veränderungen und Ergänzungen den Absichten des Verfassers 
gemäss verfahren zu sein. Die Ergänzungen erstreckten sich vorzüglich 
auf einige Theüe des Manuskripts, welche entweder ganz fehlten, oder nur 
durch einige flüchtige Notizen angedeutet waren: namentlich möchte ich 
als grossentheils von meiner Hand herrührend bezeichnen die Abschnitte 
über Galizien, Ungarn und Mähren, über Franken, die schwäbische 
Alp, Baden, die Cantone Aargau, Solothurn, Neuchatel und 
Vaud, endlich das Dep. Vaucluse, Spanien und Algier. Ich habe 
die vorhandenen .Notizen, sowie die Reisetagebücher des Verstorbenen hiebei 
möglichst sorgfältig benützt und ausserdem, wo es thunlich, Stellen aus 
früheren Publikationen desselben wörtlich angeführt, so dass die Lücke, die 
sich hier findet, doch wie ich hoffe nicht allzu fühlbar werden wird. Der 
erste Grundsatz aber, der mich bei alledem leitete, war, das Vorhandene 
möglichst unverändert zu lassen und das Hinzugefügte dem ersteren mög- 
lichst anzuschmiegen. 

Ich 8chliesse diese Vorbemerkungen mit dem lebendigen Wunsche, dass 
dies sein letztes Werk, welches ich dem Publikum hiemit vorzulegen die 
Ehre habe, noch ein Blatt in dem Lorbeerkranze bilden möge, welchen 
der als Gelehrter wie als Mensch gleich ausgezeichnete Verfasser sich 
während seines kurzen Lebens durch seine unermüdliche, fruchtbringende 
Thätigkeit gewunden hat. 

Um einen kleinen Ueberblick über diese Thätigkeit zu gestatten, füge 
ich ein Verzeichnis sämmtlicher Publikationen Oppels bei. 

München, im März 1866. 

Dr. W. Waagen. 



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Chronologisches Verzeichniss von Professor Oppels 

Publikationen: 

1853. Der mittlere Lias Schwabens, neubearbeitet von Dr. Albert Oppel, 
mit 4 lithographirten Tafeln, Württemb. naturw. Jahresh. X. 1854 
p.39. Separatabdruck. Stuttgart: Verlag von Ebner und Seubert. 
(Gekrönte Preisschrift.) 

1855. Ueber einige Cephalopoden der Juraformation. (Württemb. naturw. 
Jahresh. XII. Bd. I. Heft pag. 104.) 

1856 — 1858. Die Juraformation Englands, Frankreichs und des südwest- 
lichen Deutschlands nach ihren einzelnen Gliedern eingetheilt und 
verglichen von Dr. Albert Oppel, mit einer geognostisohen Karte. 
(Erschienen in den württemb. naturw. Jahresh. und zwar 

im Jahrgang 1856 pag. 1—438, 

„ „ 1857 „ 439-694, 

„ „ 1858 „ 695-857. 
Als selbststandiges Werk im Verlag von Ebner und Seubert.) 

1856. (In Gemeinschaft mit E. Süss): Ueber die mutmasslichen Aequi- 
valente der Kössener Schichten in Schwaben (Juliheft des Jahrg. 
1856 der Sitzungsbcr. d. mathem. naturw. Classe der kais. Akad. d. 
Wissensch, in Wien) mit 2 Tafeln. 

1857. Weitere Nachweise der Kössener Schichten in Schwaben und Luxem- 
burg (Oktoberheft d. Jahrg. 1857 d. Sitzungsber. d. mathem. naturw. 
Classe der kais. Akad. d. Wissensch, in Wien). Der Separatabdruck 
trägt die Jahreszahl 1858. 

1858. Tableau resume de la Classification du terrain jurassique (Bulletin 
de la aoeiete geologique de France 2. ser. t. XV p. 657). 

1858. Ueber die geognostische Verbreitung der Pterodacrylen und einen in 
den Posidonienschiefern von Boll gefundenen Unterkiefer von Ptcro- 
dactylus Banthensis Theod. (Vortrag.) (Württemb. naturw. Jahresh. 
Bd. XIV pag. 55.) 



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211 (7) 



1859. Die neueren Untersuchungen über die Zone der Avicula contorta 
mit besonderer Berücksichtigung der Beobachtungen M. Marti n's 
über das Auftreten dieser Zone im D6p. Gtte d'Or. (Württemb. 
naturw. Jahresh. Bd. XV pag. 315.) 

1860. üeber die Arten der Gattungen Glyphaea und Pseudoglyphaea. 
(Württemb. naturw. Jahresh. Bd. XVII. pag. 108.) 

1861. Ueber die Arten der Gattungen Eryma, Pseudastacus , Magila und 
Etallonia. (Württemb. naturw. Jahresh. Bd. XVII pag. 355.) 

1861. Ueber die weissen und rothen Kalke von Vils in Tyrol (Württemb. 

naturw. Jahresh. Bd. XVII pag. 130) mit 2 Tafeln. 
1861. Ueber die Brachiopoden des unteren Lias (Zeitschr. d. deutsch. 

geolog. Gesellsch. Jahrg. 1861 pag. 529) mit 4 Tafeln. 

1861. Entdeckung von Kreidegesteinen in der Schichtenfolgc bei Vils. 
(Briefliche Mittheilung an Prof. Bronn.) (Neues Jahrb. etc. v. Bronn 
und Leonhard 1861 p. 674.) 

1862. Ueber das Alter der Hierlatz-Schichten. (Neues Jahrbuch von Bronn 
und Leonhard 1862 pag 59.) 

1862—1865. Paläontologische Mittheilungen aus dem Museum des kgl. 
bayerischen Staates: Ein Band Text und ein Atlas von 88 Tafeln 
in 8°, enthält folgende Aufsätze: 

I. Ueber jurassische Crustaceen (Decapoda macrura) publicirt 

18G2 pag. 1—120, tab. 1—38. 
IL Ueber F&hrten in lithographischen Schiefer (Ichnites litho- 
graphicus) 1862 pag. 121—125, tab. 39. 

III. Ueber jurassische Cephalopoden 1862 pag. 127—162, tab. 
40—50; Fortsetzung 1863 pag. 163—266, tab. 51 — 74. 

IV. Ueber ostindische Fossilreste aus den sekundären Ablagerungen 
von Spiti und Gnari-Khorsum in Tibet, Beschreibung der von 
den Herren Adolph, Herman und Robert v. Schlag- 
intweit während der Jahre 1854—1857 gesammelten Arten, 
1863 pag. 267-288, tab. 75-82; Fortsetzung 1865 pag. 
289—304, tab. 83-88. 

V. Geognostische Studien im Ardcche Departement. 1865 pag. 
305—322. 

1863. Ueber das Vorkommen von jurassischen Posidonomyen-Gesteinen in 
den Alpen (Zeitschr. d. deutsch, geolog. Gesellsch., Jahrg. 1863 pag. 
188 tab. V-VII) mit 3 Tafeln. 

1864. Ueber das Lager von Öeesternen im Lias und Kcuper. (Württemb. 
naturw. Jahresh. Bd. XX pag. 206.) 



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(8) 212 



1865. Die tithonische Etage. (Zeitechr. d. deutsch, geolog. Gesellsch. Jahrg. 
1805 pag. 535.) 

1 865. Virgloria-Kalke bei Reutte (Tyrol). (Briefl. Mittheilung an Prof. Oeinitz.) 
(Neues Jahrbuch etc. v. Leonhard und Oeinitz, Jahrg. 1866 pag. 75.) 

1865. Ueber die Zone des Ammonites transversariue, beendet und heraus- 
gegeben von Dr. W. Waagen (die vorliegende Arbeit). 



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Einleitung. 



Bei einem früheren Versuche, welcher den Zweck hatte, die im süd- 
westlichen Deutschland und einem Theil des Schweizer Jura verbreiteten 
oberjurassischen Spongiten-Kalke zu classificiren, Hess sich in der untersten 
Region dieser Bildungen ein paläontologisch wohl charakterisier Horizont 
erkennen, welcher nnch einer seiner bezeichnendsten Arten die Benennung 
„Zone des Ammonites transversarius" erhielt. 1 ) 

Bisher wurde diese Zone als solche in Franken, Schwaben, dem 
Grossherzogthum Baden, dem Aargauer und Neuchateier Jura bis 
in die Departements Jura, Cöte d'Or, Ain und Ardeche nachgewiesen 
.und beschrieben. Für andere Gegenden war ihr Vorkommen durch das 
Auftreten von Spongiten-Kalken oder einzelne bezeichnende Leitmuscheln 
gleichfalls angedeutet. Da jedoch ein eingehenderer Vergleich dieser 
Schichten noch nie ausgeführt wurde, so mag es zeitgemäss erscheinen, 
deren weitere Verbreitung nunmehr im Zusammenhange festzustellen. Es 
geschieht dies in dem Nachfolgenden unter Hinzufügung einiger allgemeiner 
Angaben über die Bezeichnungsweisen, die Begrenzung und die palaon- 
tologischen Merkmale der Zone. 

Synonymik: Mergel und Kalk von Birmensdorf: Mousson 1840 
geologische Skizze der Umgebungen von Baden pag. 23. Argovien 
(pars infin.) Marcou 1846, Recherches geol. sur le Jura salinois pag. 88. 
Unterste Muschelreiche Lagen des weissen Jura von Birmens- 
dorf: Quenst. 1847, die Cephalop. (Vergl. auch Quenst. 1843, das 
Flötzgeb. pag. 498 u.499.) Assise calcareo — marneuse avec couches 
spongiaires et calcaire a nodules: Beaudouin 1851. Bullet de la 
Soc. geol. de France II tome 8 pag. 594. Spongitenk alk (pars): 
Merian 1852, Bericht der naturf. Ges. in Basel X pag. 141. Calcaire 
ä spongiaires, etage argovien: Albin Gras 1852, Catalogue des 

— - , 

') Paliontolog. Mittheil. 18tf?/t>3 pag. 159 u. 165. 



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(10) 214 



corps organises fossil» pag. 20. Lacunosa-Schichten: Mosch 1856, 
das Flötzgebirge im Canton Aargau pag. 50. Couches d'Argovie ou 
Argovien (parB. inf.): Marcou 1857, Lettres sur les Roche* du Jura 
pag. 37. Spongitien: Etallon. 1857, Eequisee d'une description geol. 
du Haut Jura pag. 29 Soc. imper. d'agric. de Lyon. Scyphien-Kalke 
von Oberbuchsiten, Trimbach, Egg, Birmensdorf: Oppel 1857, 
die Juraformation pag. 680, 681. Zone des Amm. Arolicus, des Amm. 
canaliculatus oder des Amm. transversarius: Oppel 1862, Paläont. 
Mittheil. pag. 159. Birmensdorfer Schichten: Möach 1863, Vor- 
läufiger Bericht pag. 5. Verhandl. Schweiz, naturf. Gesellsch. in Luzern. 
Zone des Amm. transversarius: Oppel 1863, Paläont. Mittheil, 
pag. 165. Zone des Amm. transversarius: Waagen 1864, der Jura 
in Franken, Schwaben und der Schweiz, pag. 137. Birmensdorfer 
Schichten: Heer 1864, die Urwelt der 8chweiz, pag. 150, Calcaire 4 
scyphies, Etage Argovien: Desor 1864, Tableau des formations geol. 
du Canton de Neuchätel. Birmensdorfer Schichten: Merian 1864, 
in Geinitz Neues Jahrb. pag. 523. 

Begrenzung der Zone des Ammonites transversarins. Gegen unten 
füllt es gewöhnlich nicht schwer, eine feste Grenzlinie zu gewinnen, cach 
welcher sich die Zone des Ammonites transversarius von den tieferen Be- . 
gionen der Oxford-Gruppe abtrennen lässt. Ein verbreiteter und längst be- 
achteter pal&ontologischer Horizont bildet ihre Grundlage und deutet auch 
an solchen Localitäten das ungefähre Niveau der Zone an, an welchen 
deren eigenthümliche Merkmale bisher nicht nachgewiesen werden konnten. 

Dieser tiefere Horizont, welcher die Bezeichnungen „Oxford- Thon, 
Oxford-clay, Marnes oxfordiennes" oder auch „Zone des Am- 
monites biarmatus" oder des „Ammonites cordatus u erhalten hat, 
besteht in manchen Gegenden aus einer dünnen, obschon gewöhnlich sehr 
versteinerungsreichen Lage, während er an anderen Orten eine beträchtliche 
Mächtigkeit erlangt. Ist letzteres der Fall, so vertheilen sich die fossilen 
Reste innerhalb des Durchschnittes. Einzelne derselben charakterisiren die 
Basis der Schichtengruppc und bilden hier durch das häufige Vorkommen 
der Ammonites Lamberti, Mariae, Hersilia, glabettus, Sutherlandiae, 
Lalandeanus u. s. w. eine paläontologisch unterscheidbare Gesteinslage. 
Ihr gegenüber zeichnet sich ein etwas höheres Niveau durch andere 
bestimmbare Einschlüsse aus, unter welchen Ammonites cordatus, Eucharis, 
scaphoidcs, Delmontanus, Christoli, Bubianus u. s. w. bereits an vielen Stellen 
als leitende Arten festgestellt werden konnten. Bei den meisten Species 
ist es aber noch unermittelt, ob sie beiden Zonen gemeinsam, oder nur 



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215 (11) 



einer derselben angehören. Bei genauerer Kenntnis» der einzelnen Arten 
und ihres Vorkommens wird sich die Fauna einer jeden dieser beiden Zonen 
später gewiss schärfer sondern lassen. Da es sich jedoch in gegenwärtiger 
Arbeit um die Bestimmung eines höheren Horizontes handelt, so dürfen 
wir hier die Aufzählung der in den Zonen des Ämm. cordatus und Lam- 
berti verbreiteten Reste in einer gemeinsamen Liste vornehmen und auf 
einige der bezeichnenderen Species beschränken. Es sind dies folgende: 
Fossile Arten aus den Zonen des Ämm. Lamberti und des 

imm. cordatus. 

Die mit einem * versehenen Arten gehen auch in andere Schichten über. 

* 1) Belemnites hastatVS Blainv. 1827, Obs. tab. 1, Fig 4. 

* 2) Belemnites Sauvanaasns d'Orb. 1843, Terr. jurass. tab. 21, Fig. 1—3 

und 6—10. 

3) Belemnites laevis Röm. 1836, OoL pag. 165. 

4) Ammonites Enehaiis d'Orb. 1847, tab. 198, Fig. 4-6. 

5) Ammonites VUiersensis d'Orb. 1850, Prodr. 12.52. 

6) Ammonites Pidanceti Coquand. 1853, Journ. de Conch. tab. 14, Fig. 
3, 4 und 1856, Mem. Soo. d'Emul du Doubs Bd. 7, pag. 49, tab. 5, 
Fig. 18, 19. 

7) Ammonites mendax Seebach 1864, der Hannoversche Jura pag. 154, 
tab. 9, Fig. 3. 

8) Ammonites Hersilia d'Orb. 1850, Prodr. 13.49. 

9) Ammonites Henrici d'Orb. 1847, Terr. jurass. tab. 198, Fig. 1—3. 

10) Ammonites Delmontanns Opp. 1863, Pal. Mitth. pag. 194, tab. 54, Fig. 3. 

11) Ammonites Kaoracns Mayer 1864, Journal de Conchyliologie tab. 7, 
Fig. 4. Ämm. Murchisoriil Pusch 1837, tab. 13, Fig. 5 (non Fig. 4, 
non Sow.). 

12) Ammonites scabridlis Opp. Eine dem Ämm. punetatus Stahl nahe- 
stehende Art, jedoch durch breitere, weniger zahlreiche Rippen und 
flachere Seiten davon unterscheidbar. Findet sich nicht häufig in den 
untersten Oxford- Schichten vom Ursulaberg bei Reutlingen 
(Württemberg) im Oxford-Thon von Chatillon bei Delemont 
(Schweizer Jura) und von la Fauche (Haute Marne). Collect. 
Greppin und Schlumberger. 

13) Ammonites glabellns Leckenby 1859, Quarterly Journal geol. Soc 24, 
März 1858, tab. 2, Fig. 5. 

14) Ammonites scaphoides Coquand 1853, Journal de ConchyL tab. 14, 
Fig. 9, 10. Mem. Soc. d'Emul. du Doubs 1856, Bd. 7, pag. 48, tab. 5, 
Fig. 16, 17. 



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(12) 



210 



15) Ammonites Polonicos Opp. Aebnlioh dem Amm. scaptoides jedoch mit 
aufgeblähteren Windungen und gerundeteren Seitenwandungen ver- 
sehen. Nabel bei 17 Mm. Durchmesser des Gehäuses noch enge ge- 
schlossen. Steinkern beinahe glatt, nur gegen das Ende der beinahe 
einen ganzen Umgang einnehmenden Wohnkammer mit vereinzelten 
radialen Runzeln versehen. Durchmesser des grössten Exemplars 
18 Mm., Dicke 7 Mm. Findet sich mit Amtnonitcs cordatus in 
hellgrauem Kalkmergel zu Kobilany nordwestlich von Krakau 
(Galizien). 

16) Ammonites Baylei Coquand 1853, Journal de Conchyl. tab. 14, Fig. 5,6 
und 1856 Mem. Soc. d'Emul. du Doubs Bd. 7, pag. 49, tab. 5, Fig. 20, 21. 

17) Ammonites Rcnggeri Opp. 1863, Pal. Mitth. pag. 203. Den brief- 
lichen Mittheilungen J. Marcou's zufolge, findet sich Amm. Renggeri 
im Jura-Departement zu Andelot und Arc-sous-Montenot sowohl 
in der Zone des Ammonites cordatus als in derjenigen des Amm. 
Lamberti, wodurch der Nachweb einer direkten Verbindung des Amm. 
audax mit den Dentaten der Birmcnsdorfer Schichten in Beziehung 
auf die verticale Verbreitung dieser zu der gleichen Ammonitenfamilie 
gehörigen Arten hergestellt wird. 

18) Ammonites Brunneri v. Fischer Ooster 1860 in W. A. Ooster Cata- 
logue des Ceph. suisses IV. Partie pag. 85, tab. 20, Fig. 8— 10. 

19) Ammonites hirsutns Opp. Charakteristische Art, welche sich im All- 
gemeinen an Amm. flexispituUus Opp. anschlie8st, jedoch weit zahl- 
reichere Knoten besitzt, indem dieselben sowohl in der Medianlinie 
dos Rückens, als zu beiden Seiten dicht gedrängt aufeinanderfolgen. 
Wird noch etwas dicker als Amm. ßexispinatus. Ein mit der Wohn- 
kammer erhaltenes Exemplar erreicht einen Durchmesser von 10 Mm., 
wobei die Dicke 7V t Mm. beträgt Zu Combe d'Eschert bei 
Delemont (Canton Bern) in den dunkeln Oxford-Thonen von Herrn 
Dr. Greppin gesammelt 

20) Ammonites Spixi Opp. Kleine Flexuosen-Art, welche mit grössten- 
theils noch erhaltener Wohnkammer einen Durchmesser von 21 Mm. 
erreicht. Dabei beträgt die Höhe des letzten Umgangs 11 Mm., 
dessen Dicke 7 Mm. Rippen nieder und auf den innern Windungen 
kaum bemerkbar. Rücken anfangs gerundet auf dem letzten halben 
Umgang mit einer niedern Medianlinie versehen. Nabel eng ohne 
Nabelkante, jedoch mit steil einfallender Nahtfläche. Loben fein ver- 
zweigt und nach Art der bei der Familie der Flexuosen gewöhnlichen 
Zeichnung gebildet, indem zwischen Rücken- und Naht-Lobus 5 der 



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217 



(13) 



Reihe nach kleiner werdende Loben Platz nehmen. Oxford-Thon 

von Ghätillon bei Delemont (Canton Bern). Aus der Sammlung 

des Herrn Dr. Greppin. 
21) Ammonites Pnschi Opp. 1863, Pal. Mitth. pag. 216. 
• 22) Ammonites tortisnkatus d'Orb. 1840. Terr. crt. I, pag. 161, Terr. 

jur. 1847, tab. 189. 
*23) Ammonites Lamberti Sow. 1819, tab. 242, Fig. 1—3. 

24) Ammonites Afariae d'Orb. 1847, Terr. jur. tab. 179. 

25) Ammonites pntealts Leckenby 1859, Quarterly Journal geol. Soc. 
24. März 1858, tab. 2, Fig. 8. 

26) Ammonites cordatns Sow. 1813, tab. 17, Fig. 2—4. 

27) Ammonites Sntherlandiae Murch. Sow. 1827, tab. 563. 

28) Ammonites Lalandeanus d'Orb. 1847, Terr. jur. tab. 175. 

29) Ammonites Goliathos d'Orb. 1847, Terr. jur. tob. 195 -und 196. 

30) Ammonites Christoll Beaudouin. 1851, Bullet Soc. geol. de Fr. Bd. 8, 
pag. 596, tab. 10, Fig. 1. Asnm. nux d'Orb. 1850, Prodr. 13.48. 
Nach der Beschreibung nicht zu erkennen. 

31) Ammonites eakaratns Goquand 1853, Journal de Conebyl. tab. 14, 
Fig. 7, 8. Mem. 8oc. geol. d'Emul. du Doubs. 1856, Bd. 7, pag. 48, 
tob. 5, Figs 14, 15. 

32) Ammonites perarmatus Sow. 1822, tab. 352. 

33) Ammonites biarmatss Ziet. 1830, tab. 1, Fig. 6, Amm. Babeanus 
d'Orb. (pars). 

34) Ammonites Edwardsianos d'Orb. 1847, Terr. jur. tob. 188. 

35) Ammonites distractns (Amm. Backeriae distractus Quenst 1857, Jura 
tob. 71, Fig. 4). 

36) Ammonites torosns Opp. Amm. caprinus Quenst. 1847, Geph. tob. 16, 
Fig. 5 (von Schloth). 

37) Ammonites spissns Opp. Schwach nach rückwärts gebogene Rippen 
erstrecken sich von der Nahtgegend über die Seiten und den gerun- 
deten Rücken. Ihre Zahl, weit grösser als bei der vorhergehenden 
Art, betragt auf der Rückseite eines Gehäuses von 60 Mm. Durch- 
messer ungefähr 70; auf den Seiten ist dieselbe etwas geringer, da 
einzelne Rippen, ehe sie den Rücken erreichen, in zwei Aeste gespalten 
sind. Hiedurch unterscheidet sich die Art von dem ihr benachbarten 
Amm. Arduennetisis , dessen Kippen sich bei Exemplaren gleicher 
Grösse der Mehrzahl nach bereits in der Nahtgegend theilen. 

38) Ammonites Ardaennensis d'Orb. 1847, Terr. jur. tob. 185, Fig. 4—7. 
30) Ammonites Engeni d'Orb. 1847, Terr. jur. tob. 187. 



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218 



40) Ammonites Constanti d'Orb. 1847, Terr. jurass. tab. 186. 

41) Ammonites plicatilis Sow. 1817, tab. 166. 

42) Aptychns politus Pbill. 1829, tob. 5, Fig. 8. 

43) Aptychus Berno-jnrensis Thurmann 1851 (Ä. Thurmatm VoltzP 1837). 

44) AptychüS heteropora Thurmann 1851 {A. heteropora VoltzP 1837). 

45) Rhynchoteuthis Coquandianus d'Orb. 1850, Prodr. 13, 25. 
4G) Pleurotomaria Mfbisteri Röm. 1839, Nachtr. tab. 20, Fig. 12. 

47) J'leuromya sinuosa Röm, spec. 1839 (Lutraria Rom. Panopoea d'Orb.). 

48) Mytilus cancellatns Röm. spec 1836. Ool. tab. 4, Fig. 13. 

* 49) Mytilus Villemnsis Opp. 1857, Juraform. Myt. bipartitus Goldf. (non 

Sow.) Mytüus imbricattis d'Orb. (non 8ow.) 

* 50) Gervillia avicnloides Sow. 1826, tab. 511. 

51) Lima snbantiquata Röm. 1836, Ool. pag. 78. 

52) Perna mytiloides Lam. 1819, An. s. v. 6, pag. 142. 

53) Pecten snbflbrosus d'Orb. 1850, Prodr. 13, 423. 

54) Pecten vitreis Röm. 1836, Ool. pag. 72. 

* 55) Oryphaea dilatata Sow. 1816, tob. 149. 

56) Ostrea gregaria Sow. 1815, tob. 111, Fig. 1. 

57) Terebratula Arduennensis d'Orb. 1850, Prodr. 13, 480. 
*P58) Terebratula Gallienei d'Orb. 1850, Prodr. 13, 47C- 

59) Terebratula Baugieri d'Orb. 1860, Prodr. 13, 479. 

60) Terebratula Bernardiua d'Orb. 1850. Manche Exemplare lassen sich 
nur durch ihre etwas grössere Oeffnung im Schnabel der grösseren 
Klappe von Terebratula impressa unterscheiden, mit weloher die Spe- 
eles häufig verwechselt wird. 

*?61) Rhynehonella Thurmanni Voltz, Thirria 1833 (Ter. spatbica Lam.?). 

62) Rhynehonella minnta Buv. spec. 1843, Mem. Soc. philom. Verdun. ' 
tab. 5, Fig. 4—6. 

63) Rhynehonella Ardnennensts Opp. 1857, Juraform. pag. G08. 

64) Pentacrinns subteres Goldf. 1831, tob. 63, Fig. 5. 

65) Pentacrinns Orbignyanus Opp. n. spec (Pentaorinus pentagonaUs 
d'Orb. von Goldf.) 

* 66) Millericrinus verschiedene Arten. 

67) Turbinolia Delmontana Thurm. 1851, Gagnebin tob. 2, Fig. 24. 
Ammonites altenmns fehlt in den unteren Zonen der Oxford -Gruppe 
entschieden 1 ), sein verticaler Verbreitungsbezirk liegt etwas höher, und es 
existirt keine einzige sichere Nachricht für dessen Zusammenvorkommen 

') Diese Thateache durfte auch bei der Deutung der untern Schichten Ton Quliowa, 
in welchen 4m«. alternaru sehr häufig gefunden wurde, in die Wagichale fallen. 



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219 



(15) 



mit Am$nonites Lamberti und eordatus. Dagegen wurden an einzelnen Lo- 
kalitäten (insbesondere zu Neuwizi in den Ardennen und zu ChAtillon 
bei Delemont im Schweizer Jura) noch viele ausgezeichnete Species 
aufgefunden, welche hier unerwähnt bleiben, und deren genaue Zusammen- 
stellung eine sehr lohnende Aufgabe bilden würde. 

Alierdings, finden sich in der Natur an aufgeschlossenen Stellen des 
Gebirges häufig nur einzelne Arten der vorhergehenden Liste. Doch reichen 
dieselben zur Feststellung ihres Horizontes in den meisten Fällen um so 
sicherer aus, als die Zonen der Antmottiies Lamberti und cordattts gewöhn- 
lich durch ammonitenreiche Niederschläge gebildet werden, welche durch 
die Gleichmässigkeit und ausgedehnte Verbreitung ihrer wesentlicheren Merk- 
male sehr zuverlässige Anhaltspunkte für die Alterbestimmung ihrer Schich- 
ten liefern. 

Mannigfaltiger gestalten sich dagegen auf dem gleichen Terrain die 
Uebergänge solcher Arten, welche sich aus der Zone des Ammonites trans- 
rersarius in höhere Regionen erstrecken. Aus diesem Grunde wurden 
früher 1 ) die mächtigen Mergelkalke mit Terebratula impresso, 
welche an vielen Orten über der eigentlichen Hegion des Ammonites trans- 
versarius folgen, mit diesem Horizonte zu einer Zone vereinigt. Wir unter- 
scheiden nunmehr eine jede dieser Abtheilungen als besondere Zone, da 
sich bei wiederholten Untersuchungen und Vergleichen doch das Er- 
gebniss herausgestellt hat, dass eine Anzahl beachtenswerther paläonto- 
logischer Merkmale jedem dieser Horizonte ausschliesslich zukomme. Es 
hat sich gezeigt, dass viele wichtige Leitmuscheln, welche in der Zone des 
Ammonites transversarius zum Theil eine grosse Häufigkeit erlangen, hier 
aussterben, ohne sich bis zu der Zone der Terebtatuta impresso zu erstrecken. 
Als Beispiele führe ich hier folgende Arten an : Bclcmnites testatus Blainv., 
Ammomtes Bruckneri Opp., Amm. tenuiserratus Opp., Amm. Anar Opp., 
Amm. Gessneri Opp., Amm. Badiianus Opp., Amm. Gmelini Opp., Amm. 
Rotari Opp., Amm. Meriani Opp., Amm. transversarius Quenst., Amm. Col- 
iinii Opp., Amm. Hiemeri Opp., Amm. Schüli Opp., Amm. MarteUi Opp. 
u. s. w. Doch ist ihre Zahl noch weit beträchtlicher, wie aus dem paläon- 
tologischen Theile gegenwärtiger Arbeit ersichtlich wird. Mit dem Erlöschen 
der genannten Arten verschwinden auch die für die Zone des Ammonites 
transversarius bezeichnenden Merkmale und hiemit bestimmt sich die Be- 
grenzung des Horizontes nach oben. Zugleich dürfen Belemnites presstdus 
Quenst., Belemnites Dumortieri Opp. und Terebratula impresso Bronn als 



') Opp. 1863 PJäontoU.gi*che Mitteilungen pag. 1f>f.. 

(2) 15 



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(lü) 220 

solche Species hervorgehoben werden, welche in der tieferen Zone des Am- 
monites transversarius noch fehlend, sich auf die eigentlichen Impressa-Thone 
beschränken. 

Wie aus dem Nachherigen zu ersehen ist, lässt sich diese Art der Ab- 
trennung an vielen Profilen durchfuhren, o.b die Zone des Arninonites trans- 
versarius nun als Spongitenkalk oder als eine den Charakter einer Cepha- 
lopoden-Facies an sich tragenden Ablagerung gebildet ist. Nur an solchen 
Punkten, an welchen sowohl die Zone des Ammonites transversarius als 
der darüberfolgende Horizont in Form von schlammigen Myacitcn-Schichten 
abgelagert sind, blieb die gegenseitige Begrenzung bisher meistens unsicher, 
doch gelang es neuerdings, wenigstens an einem Punkte (Aubigne im 
Sartbe-Departement) auch bei dieser Art der Gruppirung die Tren- 
nungslinie zwischen beiden Horizonten noch mit einiger Sicherheit heraus- 
zufinden. 

Paläontologisene Merkmale der Zone des Ammonites Iransversarins. 

Die Liste von 2 1 7 Arten, welche im Anhange aufgezählt werden, trägt nur 
im Allgemeinen dazu bei, ein Bild über das Vorkommen organischer Reste 
in der Zone des Ammonites transversarius zu geben. Der eigentliche 
Charakter, welchen die jeweiligen Faunen dieses Horizontes bei seiner 
grossen Verbreitung über ein weites Gebiet annehmen, bleibt noch festzu- 
stellen. Es soll dies hier versucht werden. 

Spongiten-Facies. Man hat die Gruppirung der fossilen Reste, 
unter welcher die Zone des Ammonites transversarius im Aargauer Jura 
und in andern Gegenden auftritt, Spongiten-Facies genannt ') und diese Be- 
zeichnung auf alle diejenigen Bildungen angewendet, an welchen die Zone 
eine an Cephalopoden, Br'&chiopoden, Radiaten und Amorpho- 
zoen reiche Fauna enthält. Eine Menge von Arten, welche zumeist den 
Inhalt der nachfolgenden Liste bilden, kommen in den der Zone des Am- 
monites transversarius angehörenden Spongiten-Bänken zum Theil in grosser 
Individuenzahl vor, während hier Myaciten und andere Bewohner schlam- 
miger Schichten fehlen oder doch zu den Seltenheiten gehören. Kaum 
angedeutet in den tiefern Lagen der Oxford-Gruppe erlangt die Spongiten- 
Facies ganz plötzlich in den Schichten des Ammonites transversarius eine 
ungewöhnlich grosse horizontale Ausdehnung, um aber in verticaler Richtung 



*) Vorgl. Ober die verschiedenen Faeies oberjurassischer Bildungen die Schrift 
Gressly'a 1838—1846 Observation« geoL sur le Jura Soleurois. Ferner Oppel 18f»6— 
ia r i8 Juraform. pag. 690. Waagen 1864, der Jura in Franken, Schwaben und der 
Schweiz pag. 98. 



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221 



(17) 



am so rascher wieder zu verschwinden. Es ist auffallend, dass ihre Mäch- 
tigkeit überall gering bleibt und es erscheint diese Entwicklung nur als ein 
rasch vorübergehender Versuch der Natur Spongitenfelder zur Entstehung 
zu bringen, ihnen aber die Bedingungen ihrer Existenz alsbald M'ieder zu 
entziehen. 

Immerhin bilden aber diese Anfänge einer Spongiten-Facies durch ihre 
reich von Mollusken, Echinodermen und Schwämmen bevölkerten Schichten 
wichtige Anhaltspunkte für die Erkennung der Zone des Ammonites trans- 
versarius und ihrer paläontologischen Verhältnisse. In manchen Fällen 
gründet sich sogar die Unterscheidung des Horizontes beinahe ganz auf das 
Vorkommen jener eigenthümlichen Facies. An folgenden Lokalitäten konnte 
die Art der Genossenschaftung organischer Reste in der Zone des Am- 
monites transversarius als Spongiten-Facies bestimmt werden: 

Paczaltowice und Trzebinia in Galizien; Randen, Küssaburg, 
Dangstetten: Grossherzogthum Baden; Birmensdorf; Canton Aargau; 
Oberbuchsiten, Günsborg: Canton Solothurn; Locle: Canton Neu- 
ch&tel; Supt, Chappois und St Claude: Departement Jura; Tenay: 
Departement Ain; Trept: Departement Isere; Crussol b. Valence und 
Yoyeuse b. Aubenas: Departement Ardeche; Magne und Tranchö 
des grosses terres b. Niort: Departement Deux-S6vres. 

Cephalopoden Facies. Unzweifelhaft unter ähnlichen Bedingungen 
wie die eben beschriebenen Spongiten- Kalke, entstunden auch die grauen 
Mergel- und Ealk-Bänke, welche im fränkischen und schwäbischen 
Jura den Horizont des Ammonites transversarius zusammensetzen. Dennoch 
macht sich in zoologischer Beziehung ein wesentlicher Unterschied bemerk- 
bar, indem die paläontologischen Reste eine abweichende Art der Grup- 
pirung zeigen, als solche in eigentlichen Spongiten - Lagen vorzukommen 
pflegt. Die Amorphozoen, Radiaten und Brachiopoden fehlen hier entweder 
ganz, oder sind es nur vereinzelte Arten, durch welche sie repräsentirt 
werden. Ueberhaupt ist die Mannigfaltigkeit der Fauna hier geringer, 
indem Cephalopoden durch die Zahl einzelner Individuen die Oberhand ge- 
winnen. Durch ihre Roste gelingt es trotz der Einförmigkeit der fossilen 
Vorkommnisse dennoch leicht die Zone des Ammonites transversarius auf- 
zufinden und deren Niveau festzustellen. Ich nenne die Art der Gruppirung 
Cephalopoden-Facies. Nach diesem Typus bildete sich die Zone des 
Ammonites transversarius einerseits an den weiten Contouren des fränki- 
schen Jura mit ihrer südöstlichen Verlängerung gegen Passau hin, an- 
dererseits längs der schwäbischen Alp ungefähr bis zur Badenischen 
Landesgrenze hin aus. Beobachtungspunkte: 

(2*) 15* 



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(18) 222 



Voglarn bei Passau: Niederbayern; Streitberg: Oberfranken; 
Oberhochstadt: Mittelfranken; Lautlingen bei Balingen: Schwäbische 
Alp; Glärnisch und Schilt: Canton Glarus; Lafare und Grand-Mont- 
mirail bei Gigondas: Departement Yaucluse; PRians, Andon und 
Cau ss ol: Departement Var. 

Myaciten-Facies. 1 ) Eine gänzlich verschiedene Art der Gruppirung 
stellt sich dagegen an einigen Lokalitäten des untersuchten Terrains den 
ebenbeschriebenen Formen gegenüber. Thonige schlammartige Niederschläge 
mit zahlreichen Austern und Myariern verdrängen hier die Cephalopoden- 
Schichten und Spongiten- Kalke und bilden eine Ablagerung, welche als 
seichtere Uferbildung eigen thiimliche zoologische Charaktere besass. Ich 
wähle hiefür die Bezeichnung Myaciten-Facies. Es mag von Werth sein, 
ausser den allgemeineren paläontologischen Charakteren für die Entwicklung 
der Myaciten-Facios in der Zone des Ammonites transversarius noch 
speciellere Merkmale hervorzuheben, welche, soweit sie sich bisher zu er- 
kennen gaben, in dem Vorkommen folgender Arten liegen: Chemnitzia 
Ileddingtonensis Sow., Pholadom. parcicasta Agass., loeviusada Agass., 
Trigonia sp. indet., Mytilus Viller sensxs Opp., Ctenostrea Marcousana Opp., 
Perna sp. indet., Pectcn vimineus Sow., inaegnicostatus Phill, Plicattda sp. 
indet., Östren gryphaeafa Schloth. 

Diese Reste gehen nicht in die Spongiten-Schichten über. Sie bilden für 
sich den Kern einer eigentümlichen Fauna, welche derjenigen der Spongiten- 
Facies parallel läuft und sich scharf von derselben absondert. Selbst manche 
der sooben angeführten Gattungen (Trigonia, Permi) meiden in der Zone 
des Ammonites transversarius sowohl die Spongiten als die Cephalopoden- 
Facies und beschränken sich auf die schlammigen Myaciten*) und Austern- 
banke anderer Distrikte. Lokalitäten 

Klein Lützel (Canton Solothurn). 
Chätillon (Canton Bern), 
Aubigne (Sarthe). 

Unzweifelhaft hat sich der Horizont mit Mvaciten und Austern-Facies 
auch an der Küste der Normandie und in England ausgebildet. Auch 

') Diese noch unzureichenden Ausdrücke sollen nur vorübergehend der Kurze wegen 
in Gebrauch treten. 

*) Eine von J. Marcou 184U Rech. geol. 8ur le Jura salinois pag. 93 gelegentlich 
der Aufzahlung zahlreicher Myaciten aus dem Argovien des Jura-Departements gemachte 
Bemerkung scheint mir hier besonders erwahnenswerth. Dieselbe lautet: „II e«t a re- 
marquer que dans les localites oü ceg Myc« Bont reunieB dang des bancs assez puissants, 
on ne rencontre pa* de polypiers spongieux, ces deux genres d'associatioiu «'excluent 
mutuellement. 



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223 



(19) 



für Hannover lässt sich nach den Arbeiten von Credner und Seebach 
eine ähnliche Entwicklungsweiso vermuthen. 

Coral-Faci es. Die Untersuchungen des Terrain ä Chailles der 
Schweiz, des Coralrags von Natt he im und anderer Corallenriffe haben 
schon vielfaches Licht über die allgemeinen zoologischen Verhältnisse ver- 
breitet, welche sich während der jurassischen Periode mit den Ansiedelungen 
von Cor allen verbanden. Man kennt einen grossen Theil der Echinodermen, 
Acephalen und Gasteropoden , welche in jenen Zeitläufen ihre Wohnsitze 
inmitten solcher meerischer Corallen-Felder ') hatten und welche nunmehr 
in Gesellschaft zahlreicher Astreen y Lithodcndren u. s. w. meist in vortreff- 
licher Erhaltung*) aus dem Gesteine wittern. Ebenso weis man aus vielen 
Beobachtungen, dasa die Cephalopoden hier seltener vorkommen. 

Bei einer grossen zoologischen Verschiedenheit von den Spongiten- 
Schichten zeigen die Corallenriffe der Oxford -Gruppe dagegen viele An- 
näherung zu der Fauna der schlammartigen Niederschläge mit Myaciten 
und Austernbänken. Doch bot sich auf dem hier beigezogenen Terrain in 
der Zone des Ammonitcs transversarius keine durch Corallenbildungen 
charakterisirte Ablagerung dar. 

Vertheiling der Organismen bei verschiedener Meerestiefe. Die von 
Forbes gesammelten Resultate über die verticale Verbreitung lebender 
Thiere in verschiedenen Tiefen des Meeres bieten wichtige Anhaltspunkte 
für das Verständnis* der Vorgänge wahrend vergangener Perioden unserer 
Erdbiltrang dar. Insbesondere liefern dieselben eine sichere Grundlage für 
die Beurtheilung und Erklärung der Facies-Erscheinungen, wie sie durch 
die fossilen Reste bei den einzelnen Formataonsabtheilungen dargestellt 
werden. Ich zweifle nicht daran, dass es später gelingen wird, bei dem 
hier betrachteten Horizont geographisch ziemlich genau diejenigen Distrikte 
zu bestimmen, an welchen sich dessen Niederschläge in mehr oder weniger 
seichtem Wasser absetzten oder an welchen die Meerestiefe beträchtlicher 
wurde. Es lässt sich annehmen, dass die schlammigen Bänke aus der Zone 
des Ammonites treutsversarius mit Austern und Pholadomyen, d. h. die 



') Zu Riff-Bildungen kam es nicht immer. 

*) Es ist ein gewöhnlicher Fall, das« die Reste jurassischer Corallen rerkieselt ge- 
funden werden, ob dieselben nun in reinerem Kalkstein, oder in thonigeren Banken ein- 
geschlossen sind, um so seltener bildet dagegen Schwefelkies ihr Ycrsteinerungsmittel. 
Vergleicht man hiemit die überaus häufige Verkiesung der Reste in thonigen Cephalopoden- 
Schichten, so gewinnt es den Anschein, als stünde auch die Erhaltungsweise der fossilen 
Arten bisweilen mit den früheren Facies - Verhältnissen mancher Niederschlage in enger 
Verbindung. 



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(20) 224 

Schichten mit Myaciten-Facies in geringer Entfernung von dem Meeres- 
spiegel entstunden und dass auch die jurassischen Corallenriffe dem 
seichteren Wasser ihren Ursprung verdanken, während die Spongiten- 
felder und noch mehr dio Cephalopoden-Schichten einer weit tieferen 
Region angehörten. Allein es fehlen doch noch viele wesentliche Anhalts- 
punkte, um es mit solchen Bestimmungen zu befriedigender Sicherheit zu 
bringen, wesshalb wir, entfernt von der Küste und ausser Möglichkeit durch 
häufige Untersuchungen in den jetzigen Meeren stets neue Vergleiche für 
die in den Formationen gemachten Beobachtungen ziehen zu können, zu- 
nächst vielleicht besser thun die Facies- Verhältnisse der Schichten für sich, 
möglichst weit und sogar über das durch Analogie gesteckte Ziel einer ver- 
gleichenden Deutung hinaus zu verfolgen. 

Einfluss der Facies -Verhältnisse auf den lebergang fossiler Reste 
von der Zone des Ammonites transvcrsarius in die nächst höheren Forma- 
tionsgüeder. Die Erfahrung hat gelehrt, dass sich die fossilen Faunen nicht 
selten durch mehrere übereinanderfolgende Stufen unserer festen Erdrinde 
erstrecken und dabei nur allmähliche Veränderungen erleiden. Eben so 
häutig hat es Bich aber auch gezeigt, dass an der Grenze oder inmitten 
zweier Formationsglieder ein rascherer Wechsel eintritt, indem die seit- 
herigen Arten plötzlich verschwinden, um durch andere verschiedenartige 
Reste ersetzt zu werden. 

Dieser Gegensatz und scheinbare Widerspruch gab sich auch bei den 
Untersuchungen zu erkennen, welche über die geognostischen und paläon- 
tologischen Verhältnisse der Zone des Ammonites transversarius und der 
zunächst darüber folgenden Horizonte angestellt wurden. Es wurde in dem 
Vorhergehenden bereits mitgetheilt, dass die genannte Zone des Ammonites 
transrermritis in der einen Gegend als Cephalopoden-Schicht, in der andern 
als Spongiten-Kalk , ein drittes Mal als thonige Bildung mit Myaciten und 
Austern-Bänken ausgebildet ist. Beobachtungen über die fossilen Einschlüsse 
der nächst höheren Zone zeigten, dass sich auch hier nicht überall die 
gleichen Faunen ausbreiteten, sondern dass innerhalb dieser Zone in hori- 
zontaler Richtung ein Wechsel zwischen Cephalopoden- und Myaciten-Facies 
statthatte. Bei der obersten Zone der Oxford -Gruppe, wo sich ähnliche 
Veränderungen wiederholen, kommt ausser den drei ebenerwähnten Grup- 
pirungen noch eine vierte hinzu, welche sich an verschiedenen Lokalitäten 
als ausgezeichnete Corallen -Facies kund giebt. Je nachdem nun Schich- 
ten mit übereinstimmender oder abweichender Facies über- 
einanderfolgen, demgemäss zeigen sich stets auch die Ueber- 
gänge von Arten grösser oder kleiner. 



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225 



(21) 



So erscheint z. B. die seitherige Fauna plötzlich abgeschnitten über 
der Zuno des Ammonites transversarius an dem Profile von Günsberg 
bei Solothurn, wo über den Spongitenkalken mit Amin. Arolicus, cunali- 
culutus, callicerus; Terebrat. bisuffarcinata, Iihymh. Arolica mächtige Mergel- 
bildungen folgen, welche in ihren versteinerungsreichen Lagen vorwaltend 
Pholadomyen und andere Myaciten -Arten bergen. Keine einzige Art der 
tieferen Zone des Atmn. tratisversaritts konnte in diesem Horizonte, welchen 
wir der Zone der Terebr. impresso, gleichstellen, wiedergefunden werden. — 

Folgen dagegen Cephalopoden- Schichten, wie sie in den eigentlichen 
lmpressathonen ausgesprochen sind, über den Spongitenkalken des Amin, 
transversarius, so lassen sich in der That viele Uebergänge constatiren, und 
es sind namentlich die Ammoniten, unter welchen zahlreiche Arten in beiden 
Horizonten gemeinsam vorkommen. In Württemberg aber wo Cephalopoden- 
Facies über Cephalopoden-Facies liegt, ist es nur eine kleine Reihe von 
Arten, welche jedem der beiden Horizonte eigentümlich erscheint. Einige 
sterben in der tiefern Zone aus, ohne nach oben fortzusetzen, andere beginnen 
erst oben. Die Hauptmasse der Species aber findet sich bei der eben be- 
rührten Art und Weise der Facies-Entwicklung in beiden Horizonten, ohne 
dass die Individuen einer und derselben Art, je nachdem sie dem höheren oder 
tieferen Horizonte entstammten uns wahrnehmbare Unterschiede zeigten. 

Kein Profil kennen wir aber bis jetzt, an welchem über dem Spongiten- 
kalke der Zone der Atmn. transversarius unmittelbar als nächst höhere Zone 
zum zweiten Male ein Spongitenkalk auftritt, um die Stelle des Impressa- 
thones einzunehmen. In einem solchen Falle, welcher in der Natur sehr 
wohl möglich wäre, würde sicher ein grosser Uebergang von Arten statt- 
finden, da wir sogar in dem erst über der Zone der Ter. impresso sich 
einstellenden Spongitenkalk der Zone des Atnm. bimammatus noch viele Arten 
antreffen, welche den Formen aus der Zone des Amm. transversarius sehr 
nahe stehen, oder mit solchen sogar identisch sind. Es scheint sonach, als 
hätten sich dieselben während der Ablagerung der Cephalopodenmergel (Zone 
der Ter. impresso) nach anderen uns bis jetzt noch unbekannten Wohnsitzen 
zurückgezogen, seien aber, nachdem nun von Neuem durch Entstehung 
einer Scyphien- Facies für ihre Existenz günstige Bedingungen eingetreten, 
wieder in ihr schon früher innegehabtes Areal zurückgekehrt. Als Beispiele 
hiefür könnten Pect, subpunetatus , Terebrat. nucleata, Meyerlea pectunculus^ 
Eugeniacr. curiophyüatus, nutans und compressus, sowie mehrere Spongiten 
angeführt werden, welche in beiden Regionen auftreten und bei welchen 
eine Unterscheidung verschiedener Arten nach deren vertikaler Verbreitung 
als unmöglich sich darthut 



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(22) 22G 

Dennoch scheinen einzelne dieser nunmehr zum zweitenmale auftreten' 
den Typen während des langen Zwischenraumes Veränderungen erlitten zu 
haben'), deren sorgfältige Prüfung zu dem Resultate führt, dass die Zahl 
der sicher identischen Species aus den beiden Zonen des Atnm. transtersarius 
und Amm. bimamtnatus nicht so gross ist, als es früher den Anschein hatte. 
Schon vor zwei Jahren konnte ich nach Untersuchung der Ammoniten die 
bestimmte Versicherung geben, dass doch verhältnissmässig nur wenige Arten 
Bich aus der tiefern Zone des Amm. transversaritts in die Region des Amm. 
bimamtnatus erstrecken. Nach weiteren Vergleichungcn der übrigen Fossil- 
reste beider Horizonte, ergab es sich nun, dass auch aus den übrigen Ab- 
theilungen der Mollusken, so z. B. namentlich unter den Brachiopoden, 
sowie aus anderen Klassen der niedern Thiere zahlreiche Specien sich auf 
eine der beiden Zonen beschränken. 



Die folgondo Tabelle gestattet eine Uebersicht über die Anordnung der 
einzelnen Facies in einigen Theilen des Verbreitungsgebietes der Zone des 
Amm. transversaritts. 



') Ein Beispiel hiefür würden die Terebrateln aas der Gruppe der Megerlea loricata 
bilden, welche sich Ton der Zone des Amm. trantvtrsariu» an durch verschiedene Hori- 
zonte bis in die mittlere und obere Region der Kimmeridge Gruppe erstrecken. Vergleicht 
man Exemplare dieser Terebratel, welche aus der Zone des Amm. transversarius stammen, 
mit solchen, die der Zone des Amm tenuilobatus entnommen sind, so bemerkt man erheb- 
liche Unterschiede, welche zu der Abtrennung der tiefer liegenden Exemplare (als Megerlea 
runcinata) geführt haben, während die jüngere Species aus der Zone de» Amm. tenuilobatus 
als ächte Megerlea loricata identificirt wurde. Zwischen den Lagern dieser beiden Vor- 
kommnisse existiren nun mehrere Zwischenlager, in welchen gleichfalls loricate Terebrateln 
verbreitet sind. Die Form dieser letzteren stimmt aber weder mit denen der höheren 
noch minderen der tieferen Zone fiberein, sondern steht in manchen Beziehungen zwischen 
beiden in der Mitte. Interessant dürfte in dieser Hinsicht besonders ein Vorkommen an 
einer Stelle der Lochen (Württemberg) sein, woselbst sich in den tiefsten Lagen der 
Zone des A. bimammatus wohlerhaltene Exemplare einer loricaten Terebratel sammeln 
lassen, welche durch geringere Knotung der Bippen der Megerlea runcinata, durch ihren 
starken Sinus dagegen der Megerlea loricata nahe stehen. 

Es wird sich spater zeigen, ob diese Zwischenformen auf allmähliger Veränderung der 
Arten während ihrer horizontalen und vertikalen Wanderungen beruht. Um solche Beispiele 
in grösserer Anzahl und Bestimmtheit zu erhalten, dürften noch riele genaue Beobachtungen 
über die Verbreitung der Arten in unseren Erdschichten erforderlich sein. 



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227 



(23) 




£3 M 





Facte«. 

Es wurden für dieselbe nur solche Distrikte gewählt und eingetragen, 
deren Faciesverhültnisse genau bekannt sind, während andere übergangen, 
namentlich aber jener Entwicklungsweise kein Ausdruck gegeben wurde, 
welche uns in den Karpathen als Klippenkalke, in den Alpen als 
Aptychen -Schiefer oder gefärbte Marmore und Crin oideen-Ge- 
steine entgegen treten. Zu eigen thümlich in ihrer Erscheinung gestatten 
diese über die allgemeinen Verhältnisse, unter denen sie entstanden sein 
mögen , bis jetzt noch keine sicheren Schlüsse. 



■ 



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Verbreitung der Zone des Ammonites transversarius. 



Untersuchungen über die geographische Verbreitung der Zone des Am« 
monites transversarius haben das Ergebniss geliefert, dasa die Entfernung 
der entlegensten Punkte, an welchen das Vorkommen der Zone durch eine 
Anzahl bezeichnender paläontologischer Merkmale constatirt werden konnte, 
in gerader Linie über 250 geographische Meilen betragt. Es ist die Distanz 
zwischen dem südwestlichen Theile von Polen und dem spanischen 
Jura -Distrikte. Eine andere etwas kürzere Linie Hesse sich zwischen 
Krakau und Niort (Deux-Scvres) oder le Mans (Sarthe) ziehen. Auf 
einer geognostischen Karte würde sich die Ausdehnung der Zone über einen 
Theil der Fläche erstrecken, welche dio Schichten der Oxford-Gruppe ein- 
nehmen. In dem Nachherigen soll der Versuch gemacht werden, die Zone 
nach ihrer geographischen Verbreitung, soweit es zur Zeit möglich ist, in 
diese und jene Gegend zu verfolgen und zu sehen, welche Veränderungen 
bei weiterer horizontaler Ausdehnung eintreten. Ich beginne mit den öst- 
lichst gelegenen Distrikten, in welchen die Zone des Ammonites transver- 
sarius bisher erkannt wurde. 

Südwestliches Poleil. Regierungsbezirk Krakau (Galizien). 
Nachdem durch die Schriften PuschV) und ZeuschnerV) schon früh- 
zeitig manche schätzenswerthe Thatsache über die geognostischen Verhält- 
nisse Polens und des damaligen Freistaates Krakau bekannt geworden 
war, veröffentlichte Beyrich 3 ) im Jahre 1844 eine Abhandlung, welcho, 
das Vorhergehende zusammenfassend, zum erstenmale ein ebenso übersicht- 
liches als richtiges Bild des Auftretens der jurassischen Schichtenglieder 

') P tisch 1833, Geognostische Beschreibung von Polen, 2 Bde. 

Pusch 18.17, Poleng Paläontologie. 

Pusch 1837, Geognostischer Atlas von Polen. 
*) Zeisznera 1841, O Formacyi Jura nad brzegami wisly. 

J ) Beyrich 1844, Uebcr die Entwicklung des Flötzgebirges in Schlesien. Karstens 
Archiv Bd. 18, pag. 3. 



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(26) 



in diesen östlichen Gegenden lieferte. Während l'usch 1 ) kurze Zeit vorher 
den mittleren Jura im westlichen Polen noch für jünger gehalten hatte als 
den oberen, wurde diese Ansicht von Beyrich beseitigt, da durch einige bei 
Lublimitz angestellte Bohrversuche die Auflagerung des weissen Kalkes 
auf den mittleren Jura positiv ermittelt werden konnte. Zugleich wurde von 
Beyrich auf die frappirendo Aehnlichkeit des dortigen, durch seine Schwamm- 
corallen ausgezeichneten Jurakalkes mit den Bildungen in Schwaben und 
Franken aufmerksam gemacht. Einige spätere Aufsätze Zeuschners 
zum Theil in polnischer Sprache geschrieben, enthalten speciellcre Versuche, 
Versteinerungen und Schichtenglieder des polnischen Jura mit denen der 
schwäbischen Alp im Einzelnen in Uebereinstiramung zu bringen. Wohl 
die reichhaltigsten Bei träge wären jedoch aus den langjährigen Untersuchungen 
des Direktor Hohenegg er hervorgegangen, hätte nicht dessen zu früh 
erfolgter Tod dio Vollendung der unternommenen Arbeit gerade vor ihrem 
Abschluss unterbrochen. Eine in grösserem Maassstab ausgeführte geo- 
gnostische Karte des Regierungsbezirkes Krakau liegt beinahe druckfertig 
vor und bedarf nur weniger Ergänzungen, um zur Veröffentlichung gebracht 
werden zu können. Glücklicher Weise ist diese Aufgabe in erfahrene 
Hände gelegt, indem Herr Schichtmeister Fall au x in Teschen die Leitung 
und Herstellung dos Werkes übernommen. Ihm verdanke ich die Einsicht- 
nahme und Benützung dieser Karte auf einer unter freundlicher Begleitung 
des Herrn Ad. Hohenegger in die Umgebungen von Krzeczowice und 
Trzebinia westlich von Krakau vom 11.— 13. April 1 80 5 unternommenen 
Exkursion. Durch die Anschauungen, welcho ich mir auf diesen Ausflügen 
sammelte, noch mehr aber durch das Studium des in der Hoheneg- 
ge r 'sehen Sammlung befindlichen ausgezeichneten Materiales vermochte ich 
in Bezug auf Schichtenstellung des Jura der Umgegend von Krakau zu 
ermitteln: 

1) dass oolothische Kalke, welche sich an den von mir besuchten Lo- 
kalitäten als dünne, wenig mächtige Lage zwischen gelben Sanden und den 
holleren Kalken und Mergeln des weissen Jura ausscheiden, die Stellvertreter 
des braunen Jura von der Bathgruppe aufwärts darstellen, aber ausserdem 
auch noch die unterste Zone der Oxfordgruppe, die Zone des Lamberti in 
sich schliessen, 

2) dass die oberen helleren Ablagerungen des weissen Jura mit der 
Zone des Ammoniks cor dal us beginnen, höher die Zone des Ammoniks 
transversarius als schwammreiche Lage einschliesson, und endlich in wohl- 

') Pu»ch: Polcn's Paläontologie pag. IW. 



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(27) 



geschichtete graue Kalke mit Kieselausscheidungen, welche noch keiner ge- 
naueren Untersuchung unterzogen worden sind, fortsetzen. 

Diese Verhältnisse Hessen sich namentlich deutlich in der Nähe von 
Paczalto wice NW. v. Krakau, dann in der Umgegend von Krzeszo- 
wice an einigen Punkten beobachten. Ein vorzügliches Profil bietet eine 
Sandgrube südlich von Paczaltowice. Die Schichten liegen nahezu hori- 
zontal und neigen sich nur kaum bemerklich nach BW. Ich gebe hier 
eine kleine Skizze dieses Profiles 




Sandgrube südlich Ton Paczaltowice, nw. von Krakau, 
a. Kalke mit Spongiten. b. graue Mergel mit Amm. cordatus. c. braune verateinerungs- 

reiche Oolithbank. d. gelber Sand. 

Die tiefste zu Tage tretende Schicht (d.) ist ein gelber loser Sand, 
vollständig leer an Versteinerungen. Ihm folgt eine wenig mächtige, aber 
sehr fossilreiche Bank von braunem Eisenoolith (c), unter dessen Einschlüssen 
sich namentlich 

Amnionitis aspidoiths Opp., 
Ammonites macrocephalus Schloth. und 
Ammonites Lamberti 

auszeichnen, vieler Gasteropoden und Pelecypoden nicht zu erwähnen. 

Darüber beginnen hellgraue Mergel, in denen Versteinerungen nicht sehr 

häufig: Bei hastatus, Amm. cordatus und Amm. perarmatus fanden sich 

hier vor. 

Die letzte anstehende Schicht endlich ist ein weisser, weicher Kalk 
mit vielen Spongifen und 

Bei. testatus Blainv. 
Ammonites Arolicus Opp. 



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(28) 



232 



Ammonites subclausus Opp. 

Ammonites canalictdatus Buch. 

Ammonites Erato d'Orb. 

Ammonites Bachianus Opp. 

Ammonites Anar Opp. 

Ammonites plicatilis Sow. 

Isoarca cordiformis Scheuchz.') 

Rhynchon. Visulica Opp. ') 
Aber noch viele andere Stellen des Krakauer JuragebieteB zeigen die 
Zone des Ammonites transversaritis sehr reich an Ueberresten ausgestorbener 
Thierarten, unter denen sich auch stets zahlreiche Spongiton befinden. Wohl 
die artenreichsten Fundorte bietet die Umgegend der Station Trzebinia 
an der Bahn von Krakau nach Wien. 

Bei. haStatus Bl. 

Bei. Argovianus K. M. 

Ammonites Arolicus Opp. 

Ammonites subclausus Opp. 

Ammonites canaliculatus Mnst. 

Ammonites Erato d'Orb. 

Ammonites callicerus Opp. 

Ammonites Bachianus Opp. 

Ammonites Anar Opp. 

Ammonites alternativ Buch. 

Ammonites Man/rtdi Opp. 

Ammonites crenatm Brug. 

Ammonites Oegir Opp. 

Ammonites SchilU Opp. 

Ammonites Martelli Opp. 

Ammonites plicatilis Sow. 

Isoarca cordiformis Scheuchz. 

Mytüus Studeri Opp. 

Terebr. Birmensdorfensis Escher. 

Terebr. cf. bisuffarcinata Schi. 

Terebr. nucleata Schi. 

Megerlea runcinata Opp. 1 ) 

Rhynchon. Visulica Opp. 

Pseudodiadema cf. Langt. 
liegen von dort in der Hohen egg ergehen Sammlung. 
') Vgl. den pnlÄontologischen Theil dieser Abhandlung. 



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233 (29) 



Von anderen Lokalitäten sind noch zu erwähnen: 
Ammonites transversarius Quenst. von Zalas westl. von Krakau, 
Ammonites tortisulcatus d'Orb. von Zalas westl. von Krakau, 
Ammonites CoTlini Opp. von Grojec, westl. von Krakau, 
Ammonites stenorhynchtts Opp. von Baczyn, 
welche an den obenbezeichneten Orten neben vielen anderen Arten Bich 
finden. Ueberall ist die Schichtenfolge der von Paczaltowice sehr ähnlich. 

Die höheren Ablagerungen werden durch meist wohlgeschichtete Kalke 
mit Kieselausscheidungen gebildet, doch gelingt es nach der vorhandenen 
Literatur nicht Aequivalcnte der Zone des Ammonites bimamnuitus u. s. w. 
nachzuweisen. Zeuschner 1 ) macht mehrere Unterabtheilungen in diesen 
Jurakalken, die er jedoch nicht paläontologisch charakterisirt; aus dem 
Ganzen geht aber doch hervor, dass die Schichten des Krakauer Jurage- 
bietes, wie dies auch schon Beyrieh ausspricht, in ihrem ganzen Habitus, 
mit jenen in Schwaben und Franken die grösste Aehnlichkeit haben. 
Wie hier, so wird auch dort durch die nahezu horizontalgelagerten festen 
Jurakalke der landschaftliche Charakter der Gegend bestimmt. Ziemlich 
weit ausgedehnte Plateaus auf ihrem Rücken tragend, bilden sie an den 
Rändern derselben mauerartige Abstürze, zwischen denen sich häufig enge, 
tief aufgerissene, schluchtenartigo Thüler hinziehen. Lias kommt indess 
nirgends vor, die obenerwähnten gelben Sande sind im Gebiete der Krakauer 
Jura allenthalben das tiefste vorhandene Juragestein. 

Karpathen in Ungarn und Galizien (Umgebungen von Neumarkt). 
Um die bisherigen Wahrnehmungen über das Yorkommen der Zone des 
Ammonites transversarius in den Karpathen zu veranschaulichen, gehen wir 
von den Verhältnissen einer Ablagerung aus, welcher schon frühzeitig in 
der Literatur Beachtung geschenkt wurde, und welche durch Pusch ihres 
landschaftlichen Charakters wegen die Benennung „Kar pathi scher Klip- 
pen kalk" erhielt, indem „sie fast stets in mauer- oder ruinenförmigen 
steilen Felsklippen aus dem Sandstein hervorragt." Unter den zahlreichen 
Versteinerungen, welche Pusch') aus dem Klippenkalk erwähnt, figuriren 
sehr bezeichnende Jura-Ammoniten, nebst der hier überaus häufigen Te- 
rebr. diphya. 

Eine noch reichhaltigere Liste von fossilen Arten des Klippenkalkes 



') Zeuschner: Die Glieder des Jura an der Weichsel; Karatens Archiv für Minera- 
logie etc. 1845, Bd. XIX, pag. 605. 

*) P lisch: 1836, Oeognostische Beschreibung von Polen, II. Bd., pag. 650. 
Pusch: 1«:J7, Polens Paläontologie pag. 170. 



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(30) 234 

wurde 1855 von L. Hohenegger 1 ) im Jahrbuch der k. k. geologischen 
Reiehsanstalt veröffentlicht. Atmnoniles irausrersarius wird hier als Speoiea 
des Klippenkalkes angeführt. Mit diesen palüontologischen Zusammenstel- 
lungen verband L. Hohenegger in der gleichen Abhandlung einen Bericht 
über die Lagerungsverhältnisse des Klippcnkalkes in den Umgebungen von 
Neumarkt in Galizien, durch welchen die Stellung der eigentümlichen 
Marmorbildung gegenüber den darangrenzenden Schichtengliedern bestimmt 
wurde. Die von ihm angegebene Reihenfolge der Schichten bei Marus- 
zynu. südwestlich von Neumarkt (Galizien) ist folgende: 

3) Neocom: Dünngeschichtete gelblichweisse Kalke zwischen weiss- 
grünlichen Schiefem, in denen er unter Anderem aiuh Aptychus Didayi 
anführt. 

2) Klippenkalk. 

1) Opalinus-Schichten: Grünlicher Mergelsandstein mit schwarzen 
bituminösen Schiefern. s ) 

Es ist demzufolge die Abtheilung Nr. 2, welche unsere Aufmerksam- 
keit namentlich auf sich ziehen muss, da allein die in ihr begriffenen 
Schichten da« Lager von Arnmonitcs transrersariwi bilden können. Leider 
hat es bisher noch Niemand versucht, an Ort und Stelle Unterabtheilungen 
in dieser Schichtengruppe zu machen, obwohl aus den in der Sammlung 
des verewigten L. Hohenegger auf bewahrten Fossilresten aufs deutlichste 
hervorgeht, dass in diesen Kalken nicht weniger als drei ganze Etagen der 
Juraformation enthalten sind. Die oberste lässt sich selbst in Handstücken 
mit ziemlicher Leichtigkeit schon an der Gesteinsbeschaffenheit erkennen, 
indem ein wahres Haufwerk von Schalenbruchstücken, welche die Gesteins- 
masse einschliesst, und die zum grössten Theile von den Schalen der Terebr. 
diphya herstammen, eine Muschelbreccie darstellt, deren charakteristisches 
Aussehen nicht leicht täuschen kann. Es ist die Tithon ische Gruppe, 
welche durch diese oberste Abtheilung vertreten wird. 



') Hohen egger: 1H!,; S Neuere Erfahrungen aus den Nordkarpathen; Jahrbuch d. 
k. k. geolog. Reichsanstalt pag. 3u4. 

*) Ausser den schon von Hohenegger angeführten Arten des untern Drogger finden 
sich in dieser Schicht Nr. 1 von Maruszina auch noch mehrere andere »ehr bezeich- 
nende 8peeies. Offenbar wurden einige dieser Reste von Pusch unter den Benennungen 
Ammmitex fonticola, Ammonite« Schaflariensis (=opalinus Rein) und Ammomtes tatrkus 
abgebildet, und es verdient die von Hohenegger zuerst richtig erkannte Stellung des letz- 
tern dieser Ammoniten namentlich beachtet zu werden. Vcrgl. hierüber auch Oppel in 
Zeitschr. d. deutsch, geol. Oes. 18bo, p. 540 und Benecke: Briefliche Mittheilung an 
Prof. Leonhard; Neues Jahrbuch f. Mineralog. v. Leonh. u. Geinit* 18»,6, p. 71. 



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% 235_ (31) 

Die beiden tieferen Gruppen können nach dem äusseren Habitus der 
vorhandenen Stücke weniger leicht unterschieden werden, und es sind hier 
hauptsächlich die organischen Reste, welche die Annahme der Vertretung 
beider als nothwendig erscheinen lassen, dass aber die Arten jeder einzelnen 
Etage doch auch ein gesondertes Lager einnehmen, ist wohl wahrscheinlich. 
Die Kimmeridge-Gruppe lüssfc sich namentlich durch das nicht seltene 
Vorkommen von Arten aus der Zone des Ammonites tennilobatus ') nach- 
weisen, während die Oxford-Gruppe Amnionitis transverseuws und andere 
bezeichnende Spccies geliefert hat. 

In Galizien ist wohl die Gegend von Neumarkt die erforschteste, 
und hier hat vor Allem wieder der Klippenkalk von Rogoznik, durch 
die eifrigen Bemühungen Hoheneggers eine reiche Ausbeute geliefert, 
und hier ist es denn auch, wo sich Ammonites transversarius in mehreren 
Exemplaren gefunden hat. 

Aehnliche Verhältnisse wie bei Neumarkt zeigt auch der Klippenkalk 
bei Puchow an der Waag in Ungarn. Leber diese Distrikte bietet 
eine Arbeit von Stur') sehr gute Anhaltspunkte, und man kann aus einigen 
seiner Bemerkungen mit ziemlicher Sicherheit entnehmen, dass die Muschel- 
breccie der tithonischen Etage mit Ter ehr. diphya hier auch strati- 
graphisch deutlich von den tieferen Abtheilungon des Klippcnkalkes geschieden 
ist. Diese tieferen Abtheilungen charakterisiren sich a. durch Infiaten 
(Ammonites inflatus ß binodus Stur) und flexuosen als Stellvertreter der 
Kimmeridge-Gruppe, b. durch Ammonites transversarius Quenst, Oegir 
Opp., tortisulcatus d'Orb. , plicutilis Sow., Schilli Opp. als Stellvertreter der 
Oxford-Gruppe und zwar der Zone des Ammonites transversarius. 

Die Unterlage des ganzen Klippcnkalkes bilden in den "Waag-Gegenden 
allenthalben Crinoideen - Gesteine mit Terebr. pala also Vilser Kalke, das 
Aequivalent der Kelloway-Gruppc. 

In Mähren lässt sich die Zone des Ammonites transversarius nur ver- 
muthen, sie nachzuweisen ist vorderhand noch nicht möglich. Die meisten 
Anhaltspunkte bietet ein Aufsatz von Reuss über die geognostischen Ver- 
hältnisse Mährens 3 ), in welchem namentlich eine dort beschriebene 



«) Ueber dieBtellung dieser Zone Yergl. Oppel: Pal. Mitth. 1863 p. 188 und Waagen 
18t;r>: Versuch einer allgemeinen Classification der Schichten des oberen Jura. 

*) 8tur 1860: Geologische Uebersichtsaufnahme des Wassergebietes der Waag und 
Xeutra, Jahrbuch der k. k. geolog. Reichsanstalt 13G0 p. 17. 

>) Reuas: Jahrb. der k. k. geolog. Reichsaiutalt 1801: Beiträge zur geognostischen 
Kenntnis» Mährens; Jura, p. 679. 

(3) 16 



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(32) 



230 



Lokalität für uns von Interesse, nämlich Olomuczan in der Kühe von 
Brunn. Es findet sich, als die tiefste aufgeschlossene Juraschicht, bei der 
Steingutfabrik in der Nähe von Olomuczan eine Folge von grauen, 
zerbröckelnden, dünngeschichteten, sandigkalkigen Mergeln, welche nach 
unten einige feste graue oder gelbliche Kalkbfinke, nach oben aher Lagen 
sehr reich an Spongiten einschliessen. Die schwammarme Region der Mergel 
beherbergt viele andere Versteinerungen, unter denen, nach dem Material 
der Hohenegger'schen Sammlung, eich folgende Arten bestimmen Hessen: 

Ammonites cordatun Sow. 

Ammonites Greppin* Opp. 

Ammonites Arduenncnsis d'Orb. 

Ammonites plicatilis Sow. 

Ammonites perarmatus Sow. 

Bei. hastatus Blainv. 
Die Schwammschichten dagegen haben bis jetzt nur Spongiten geliefert, 
so das« man dieselben eben nur, weil sie über der Zone des A. cordatus 
unmittelbar folgen, als die Stellvertreter der Zone des Amin, transversarius 
vielleicht zu betrachten berechtigt ist. 

Niederbayeril und Oberpfalz. Hier habe ich die Aufmerksamkeit vor 
Allem auf einige Stellen am rechten Ufer der Donau, westlich von Passau 
zu lenken. Die beschränkte Verbreitung jurassischer Schichten in diesem 
gegen Osten vorspringenden Theile Bayerns ist aus der G Ambe lachen 
Uebersichtskarte 1 ) und einer ungefähr gleichzeitig mit dieser erschienenen 
Abhandlung von H. Dr. Egger*) zu ersehen, in welcher eine Beschreibung 
des Jurakalkes bei Ortenburg gegeben wird. Unter den von Genanntom zu 
Voglarn und Sölden au gesammelten Fossilresten Hessen sich Arten der 
Zonen des Amm. macrocephaltts , des Amm. transversarius und des Amm. 
tenuüobatus leicht erkennen. Je nach den einzelnen Horizonten unterschei- 
den sich diese Reste zugleich durch ihre Gesteinsmasse und ihr Vorkommen. 
Die Exemplare aus dem weissen Kalk von Sölden au, welche H. Dr. Egger 
mir neuerdings zur Untersuchung anvertraute, stammen beinahe ohne Aus- 
nahme aus der Zone des Amm. tenuüobatus. Es sind unter denselben sehr 
bezeichnende Arten, wie Amm. canaiiferus, tennihbatus, Rupellensis, circum- 
spinosus, AUenensis, iphicertts, binodus, plattjnotus, polypheus vertreten. 
Andere Vorkommnisse in grauem hartem Kalk (Kieselnierenkalk Egger*) 



') G Um bei 18f»8: Geognostische Karte des Königreichs Bayern. 
*) Egger 18T>8: Der Jura-Kalk bei Ortenburg und seine Versteinerungen. Krstcr 
Jahresbericht des naturhistorischen Vereins in Passau. 



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237 



(33) 



eingeschlossen, welche H. Dr. Eggor aus dem Steinbruche von Voglarn 
erhielt, erwiesen sich als Leitmuscheln der Zone des Antm. transveraarius, 
indem hier Amm. Arolicus, Armn. Oegir, Amm. plicatilis bestimmt werden 
konnten. An einzelnen Stellen geht das kalkige Gestein in glauconitische 
Masse über, welche vermutlich der gleichen Schicht angehört, möglicher- 
weise aber auch die tiefere Zone des Amm. corduttis repräsentiren könnte. 
Ausser Kahlreichen Bruchstücken von Amm. chloroolithicw* Guemb. 1 ) enthielt 
das dunkel gefärbte Gestein noch einen zu Amm. Henrici oder canaliculuhis 
gehörigen Ammonitenkern. Marmorartig und sehr hart ist dagegen die 
Beschaffenheit des Kalkes, in welchem Amm. macrocephaltts bei Voglarn 
gefunden wurde. 

Ein wohlerhaltenes, in der Münster 'sehen Sammlung befindliches Exem- 
plar von Amm, transversarius , welches der Etiquette zufolge bei Amberg 
gesammelt wurde, macht es wahrscheinlich, dass in den Umgebungen dieses 
Stadtchens die Zone zu Tage trete. Ohno Zweifel folgt dieselbe über einer 
braunrothen Eisenoolith-Schicht, welche an der sechsten Station des Maria- 
Hilf-Berges sich durch die Einschlüsse von Belemnitcs hastatus, Amm. 
Henrici, perarmatus und plicatilis als Zone dos Amm. cordatus kund gab. 
Grosse Abweichungen von der horizontalen Ablagerung und plötzliche Unter- 
brechung der Profile haben bisher bei Amberg und bei Ortenburg dio 
Aufnahme sämmtlicher Schichten der Juraformation in einem zusammenhän- 
genden Profile nicht gestattet Um so vollständiger gestalten sich dagegen 
die Durchschnitte in dem Jura Frankens, Schwabens, des Gross- 
herzogthums Baden und der Cantone Aargau und Solothurn. Es 
konnte hier die geographische Verbreitung der Zone auf weite Strecken 
ermittelt und zugleich die Ausdehnung in verticaler Richtung und die Be- 
grenzung gegen oben und unten festgestellt werden.*) Ich entnehme das 
wesentlichste über dio dortigen Verhältnisse den schon früher (Paläont Mitth.) 
zusammmengestellten Angaben. 



') Oümbel 1864: Die geognoatiachen Verhältnisse der fränkischen Alp pag. 55. 8e- 
pnratnbdruck aus Riehl'* Bararia III. Bd. IX. Buch. 

•) Vgl. MS geh 1856: Das Flötzgebirge im Kanton Aargau pag. 50. 

Cartier 1861: Der obere Jura in Oberbuchaiten. Verhandl. der naturf. Oes. zu 

Basel III, pag. 48. 
MSsch 1863: Vorlauf. Bericht. Verhandl. der naturf. Oes. in Luzern. 
Maller 1863: Beiträge zur geoL Karte der Schweiz pag. 23. 
Oppel 1863: Pal. Mittheil. pag. 165—174. 

Waagen 1864: Der Jura in Franken, Schwaben und der Schweiz pag. 137—151. 
Merian 1864: in Oeinitz Jahrb. pag. 520. 

(3*) 16* 



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238 



In Franken, namentlich in den nordöstlichen Theilen desselben ist die 
Zone des A. transrersarius nur durch eine sehr wenig mächtige Lage eines 
sehr festen gelblich weissen oder röthüchen Kalkes, welcher sehr kleine 
pulverfürmige grünliche Körnchen (Glauknit) oft in grosser Zahl einBchliesst, 
vertreten. Gümbel 1 ) machte zuerst auf diese Kalke aufmerksam, und hat 
seitdem z ) auch noch einen A. cloroolithicus daraus beschrieben, welcher wohl 
für Franken das leitendste Petrefakt dieser Schicht ist. Andere Arten 
sind selten, doch wurden von einzelnen Fundorten einige angeführt, so Amm. 
hispidus von Streitberg 3 ), Amm. Oegir, plicatilis MartelU von Oberhoch- 
Btadt bei Weissenburg 4 ). An letzterer Lokalität schliesst sich die Zone 
der Ter. impresso mit verkisten Petrefakten sehr schön entwickelt an 
während je weiter man sich von der schwäbischen Grenze entfernt, diese 
Schichten immer undeutlicher werden. In der Gegend von Bamberg sind 
es graue weiche groboolithische Kalkmergel, welche diese höhere Zone 
vertreten, und welche die Petrefakten verkalkt und sehr schlecht erhalten 
einschliessen. 

Die Zone des Amm. cordatus in Franken gesondert für sich auszu- 
scheiden, ist bis jetzt noch nicht gelungen. 

Schwäbische Alp. Es war hier lange Zeit nur die höhere Zone der 
Terebr. impresso, welche die Aufmerksamkeit der Forscher auf sich zog 
und mit diesen Schichten waren die eigentlichen Acquivalente der Zone des 
A. transversarius vereinigt worden. Die Zone ist aber, nachdem einmal 
ihre Abtrennung durchgeführt worden ist, überall leicht wieder zu erkennen, 
da die ihr beizurechnenden Schichten hier schon bedeutend mächtiger ent- 
wickelt sind, als diess in Franken der Fall ist. Sie ist in der ausgepräg- 
testen Cephalopoden-Facies ausgebildet und ausser Cephalopoden sind kaum 
ein Paar Arten niederer Thiere bekannt geworden. 

Die lehrreichsten Profile bietet bis jetzt immer noch die Gegend um 
Balingen. 

„Die untere Region des ganzen Durchschnittes wird hier durch ein 40 
— 50 Fuss mächtiges System grauer Kalkbänke gebildet, welche mit hellen 
Tbonschichten wechsellagern. Es fällt nicht schwer, den Uebergang gegen 
unten in die dunkleren Thonschichten der Kelloway-Gruppe mit Amm. 
ornatus, bicostatits, Baugieri, flexispinatus, Fraasi, athleta, Orion u. s. w. zu 

') Quin bei: Die 8treitberger Schwammlager und ihre Foraminiforen- Einschlüsse, 
Württemb. naturw. Jahrcsh. 18fi2 p. 192. 

») 0 Um bei: Die geognost. Verh. der frankischen Alp 1864. 
*) Waagen: Der Jura in Franken u. t. w. 1804 pag. 139. 
♦) Oppel: Paläont. Mitth. 1863 pag. 174. 



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239 



(35) 



beobachten, während eich die dazwischen liegende eigentliche Grenzschicht 
der Oxford-Gruppe, eine Geodenbank mit Amm. Lamberti, cordatus und 
perarmatus an diesen Stellen etwas schwierig nachweisen läset. 

Mit dem Verschwinden der festeren grauen Kalkbänke gegen oben geht 
die Zone des Amm. transversarius an mehreren von mir untersuchten Stellen 
(Lautlingen, Wannenthal) sehr deutlich in die feinkörnigen, schlemm- 
baren Thonlagen mit Ter. impresso über. 

Unter den Fossilresten, welche sich in den grauen Kalkbänken einge- 
schlossen finden, lassen sich mehrero Arten unterscheiden, aus deren Vor- 
kommen mit Bestimmtheit gefolgert werden darf, dass die genannten über 
den Lamberti-Knollen und unter den Impressathonen abgelagerten Schichten 
das gleiche Alter besitzen, wie die Spongiten-Lager von Birmensdorf. Es 
wird bei längerem Verweilen nicht schwer fallen, noch weitere Species 
nachzuweisen ; die bisher aufgefundenen erhielt ich in kurzer Zeit an den 
bei Lautlingen und Wannenthal aufgeschlossenen Profilen. 

Es sind folgende, für die Zone des Amm, transversarius bezeichnende 
Fossilrestc : 

Ammonites Arolicus Opp. 

Ammonites stenorhynchus Opp. 

Ammonites subclausus Opp. 

Ammonites hispidus Opp. 

Ammonites catia&iculatus Buch. 

Ammonites plicatüis Sow. 

Bei, hastatus Blainv. 
Man gewinnt diese Arten durch Zerschlagen der grauen Kalkbänke, in 
welche sie sich in grosser Menge in verkalkten Exemplaren eingeschlossen 
finden, während die Fossilreste aus den thonigen Zwischenlagen von selbst 
auswittern, und in verkiestem Zustande in ähnlicher Erhaltung, wie die 
bekannten Vorkommnisse der Impressathone zusammengelesen werdon kön- 
nen. Ich fand in diesen Zwischenlagen: 

Ammonites Arolicus Opp. 

Ammonites hispidus Opp. 

Ammonites canaliculatus Buch. 

Ammonites plicatüis Sow. 

Bei, hastatus Blainv. 

Coliyrites carinata Lest 

Pentacrinus subteres Gdf." *). 



') Oppel: PalÄont. Mitth. pag. 171 und 172. 



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(36) 



240 



Die höher fortsetzenden weichen Mergel der Tercbrat. impresso zeichnen 
sich, -wie schon seit lange bekannt, durch das häufige Vorkommen der 
ebengenannten Art aus, während die meisten übrigen Arten, namentlich 
aber viele Cephalopoden, auch schon in der Zone des Amm. transversarius 
auftraten. Amm. transversarius nebst den in der Einleitung angegebenen 
Species fehlt aber der Zone der Ter. impressa vollständig, und findet sich, 
wenn auch nicht sehr häufig, so doch ausschliesslich in den tieferen Schich- 
ten. Die Umgegend von Balingen hat bis jetzt die meisten Exemplare 
dieser Art geliefert. 

Wie in Pranken, so ist es auch im Jura der schwäbischen Alp 
vor der Hand noch nicht möglich gewesen, die Zone des Amm. cordatvs 
von der des Amm. Lamberti abzutrennen. Beide Zonen werden durch eine 
nicht sehr mächtige Lage dunkelgrauen Thones gebildet, in dem an der 
Oberfläche braun erscheinende Knollen eines verhärteten Steinmergels liegen, 
welche, ausgenommen die Belemniten, beinahe ausschliesslich die Versteine- 
rungen in sich bergen. Diese Knollen sind oft von sehr kleinen, pulver- 
furmigen Glaukonitkörnchen durchschwärmt. 

Orossherzogthnm Baden. Indem wir das Gebiet des Randenberges 
und der ihm benachbarten Höhenzüge betreten, verlassen wir wieder jene 
Gegenden, in denen die hier in Betracht zu ziehende Zone in wohl- 
charakterisirter Cephalopoden-Facies vertreten ist. Ueber den Schichten des 
Amm. cordatus, welche hier stratigraphisch von den tieferen Zonen nicht 
abgetrennt werden können, und mit diesen in eine etwa 1 — 1'/, Fuss mäch- 
tige Bank oolithischen Thoneisensteins verschmolzen sind, begegnen uns 
allenthalben Scyphien- Schichten, reich an den Resten organischer Wesen: 
sie stellen die Zone des Amm. transversarius dar. 

Am Randen ist es zunächst die Umgegend des Städtchens Blumborg, 
welche an mehreren Stellen gute Aufschlüsse der Zone bietet. Hat man 
hier am sog. Eichberg die in einer Mächtigkeit von 15—20 Fussen an- 
stehende Kelloway-Gruppe überschritten, so stösst man unmittelbar darüber 
auf die Zone des A. transversarius, eine „versteinerungsreiche, licht gefärbte 
Mergel - und Thonablagerung, mit der hier die mächtige Thon- und Kalk- 
formation beginnt, welche die Geologen jener Distrikte „weissen Jura" 
genannt haben. 

Untor den in der Zone des Amm. transversarius am Eichberg bei 
Blumberg gesammelten Versteinerungen Hessen sich folgende Cephalopoden- 
Species bestimmen: 



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(37) 



Auunonitts Arolicus Opp. 

Ammonitcs steuorhynchus Opp. 

Amtnonitcs Brurkncri Opp. 

Ammonitcs cwmlkulatus Buch. 

Ammonites setniplanus Opp. 

Ammonites transvcrsaritts Quenst. 

Ammonites plicatüis Sow. 

Bclemn. Argoviunus Mayer. 

Belcmn. hastatus Blainv. 
Die Erhaltungsweise dieser Reste, die Gesteinsbeschaffenheit der nur 
wenige dünne Logen bildenden Abtheilung, die eigentümliche Facies und 
das damit zusammenhängende Vorkommen gewisser charakteristischer Arten 
von Brachiopodcn , Radiaten, insbesondere aber von Spongiten, zeigen, dass 
hier eine ziemlich vollständige Uebereinstimmung der Zone mit deren ty- 
pischer Entwicklung im Canton Aargau besteht. 

Die über der Zone des .4«»». tratisxersarius folgenden mächtigen grauen 
Thune enthalten an einzelnen Stollen braune verkieBte Reste, welche sich 
mit den Vorkommnissen der Zone der Ter. impresso, indentificiren lassen. 
Im allgemeinen sind ihre ausgedehnten Aufschlüsse an den Abhängen des 
Eichbergs äusserst arm an Versteinerungen. Gegen oben gehen sie in 
wohlgeschichtete weisse Kalke über, welche einer höheren Zone zuzuthcilen 
sein werden* •)• 

Von der, schon in den „paläontologischen Mittheilungen " 1863*) er- 
wähnten Lokalität Siblingen (westlich von 8chaffhausen) haben neuer- 
lich die beiden Herren Würtenberger ein ziemlich ausführliches Profil 
gegeben 1 ). Es beginnt mit den Schichten der Bathgruppe und setzt sich 
von unten nach oben folgendermassen zusammen: 

w a) Mehrere gelbe, innen bläuliche, unregelmässig zerfressen aussehende, 
thonig sandige Bänke mit Amm. Württembergicus Opp. Mächtig- 
keit 10'. 

b) Eine nur 12—15" mächtige, unrein thonig -sandige, sehr leicht in 
Knollen und Schutt zerfallende Schicht, welche häufig die schönsten 
Exemplare der Ter. lagenalis Schloth. einschliesst. 

c) Dunkelbraune oolithische Bänke, häufig Rhytich. varUuis Schloth. sp. 



') Opp ol: l'aläont. Mitth. pag. 170 u. f. 

M Kbend. pag. IM*. 

3 I ISliG, F. J. und L. W Qrtenbcrgcr: I>cr wcis«o Jura im Klettgau und angren- 
zenden Kandengebirg (Vcrli. d. naturw. Ver. zu KurUruhe II). 8eparatabdr. pag. 5. 



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(38) 



242 



einschh'essend; Amm. subcosiaritts Opp., Amin, funatus Opp. , Trig.- 
costata Park., Mcspilocr. maerocephakis Quenst. 

d) Eine höchstens 1 — l'/oFuss dicke Bank eines rostgelbcn, oolithischen, 
sehr eisenschüssigen, thonigen Gesteins: Belcmn. CaUorieiisis Opp., 
Amm. denticulatus Ziet., Amm. cordatus Sow. und Planulaten ent- 
haltend. Es ist diese Schicht theilweise durch Schutt verhüllt. 

e) Darüber folgt eine gegen 30 Fuss machtige Ablagerung hellasch- 
grauer, thoniger, 6—15" dicker Steinmergelbänke , welche vielo 
Spongiten und eine Unzahl anderer Petrefakten einschliessen. Be- 
sonders findet man hier: Amm. Arolicus Opp., A. canalictdat us Buch., 
A. crenatus Brug., A. lophotus Opp., A. Ginelini? Opp., A. caüi- 
cerus Opp., A. Ocgir Opp., A. Botari Opp., A. plicatüis Sow., A. 
Murtelli? Opp., Bei. hustatus Blainv., B. pressulus Quenst., Bostel- 
laria bicaritiata impressae Quenst., Rhynch. lacunosa Schi, sp. 1 ), Bh. 
triloboidvs Quenst., Terebr. bisuffarcinata Schi., T. Orbis Quenst., 
T. Birmensdorfcnsis Escher., Cid. coronata Gdf., ßfograna Agass., 
Ast. jurensis Gdf. , Turbinol. impressae Quenst., Scyph. obliqua Gdf., 
Sc. biparüta Gdf., Spong. reticulatns Quenst., Sp. Lochensis Quenst., 
Ntdlipor. Hechingensis Quenst. sp. etc. etc. Die Petrefakten sind 
besonders in der unteren und oberen Region häufig. In der Mitte 
nimmt der Reichthum der Schwämme wie der übrigen Fossile 
etwas ab. 

f) Es folgt nun eine etwa 150—180 Fuss mächtige Abtheilung dünn- 
geschichteter, bläulichgrauer, weicher Thone, in denen sich von Zeit 
zu Zeit eine etwas festere Bank zeigt. Die Amorphozoen sind spur- 
los verschwunden und mit ihnen fast alle andern Fossilreste. Wir 
fanden hier nichts Erwähnenswerthes, als hie und da eine Bank, 
die von Ntdliporitcs Hechingensis Quenst. sp. durchzogen ist. Na- 
mentlich in nördlicher Fortsetzung sind dann direkt über diesen 
petrefaktenarmen Mergelablagerungen aufgeschlossen : 

g) feste, 2 — 4' dicke, gelblichgraue Kalkbänke, die meist nach allen 
Seiten hin von Spongiten durchzogen sind. An Petrefakten ist 
hier wieder grosser Reichthum. Die Schalen derselben sind fast 
immer zu Brauneisenstein verrostet, was für diese Schichtenabthei- 
lung sehr charakteristisch ist. Man findet Amm. cf. Arolicus Opp., 
A. cf. microdomus Opp., A. altcrnans Buch., A. Lochctisis Opp., 
A. tricristalus Opp., A. flexuosus Mnst., A. sp. (Quenst. Jura T. 74. 



') Wahrscheinlich Rhynch. Arulica Opp., siehe unten. 



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243^ (39) 



f. 2 u. 3), Rhyneh. lacunosa Sehl, sp., Terebratelu, Gasteropoden, 
viele Pelecypoden, Echinodermen , Bryozoen, mehrere Arten Spon- 
giten otc. etc. Mächtigkeit dieser Abtheilung etwa 30—45'.* 

Soweit die Herren Würte nberger. Daus wir in Abthciluiig e die 
Zone des -4«/»». traustersarius , in Abtheilung f aber die der Tvnbratula 
impresso vertreten haben, unterliegt keinem Zweifel. Auf zahlreiche kleine 
verkieste Ueberreste von Amm. plicatilis, caUicerus und alkrnans in letzterem 
Schicbtencomplex wurde bereits in den , paläontologischen Mittheilungen * 
aufmerksam gemacht. Terebratula impressa kommt in den grauen Thonen 
wenigstens an benachbarten Lokalitäten vor. 

Ein ebenso schönes Profil wie das oben angeführte beschreiben die 
U. Würtenberger von einem etwas westlicher gelegenen Punkt, aus der 
Umgegend des Dorfes Weis weil. Die Verhältnisse sind die gleichen, wie 
sie schon oben erwähnt wurden, wesshalb ich mich begnüge, darauf kurz 
hinzuweisen. 

Ausgezeichnet aufgeschlossen ist aber die Zone des Amm. transversarius 
in den Umgebungen des Küssenberges bei Bechtersbohl und Dang- 
stetten. „Wie im Aargauer Jura folgt auch hier unmittelbar über dem 
rothen Gestein mit A. Lamberti und perarmatus ein heller versteinerungs- 
reicher Spongitcnkalk oder Mergel mit zahlreichen für die Zone des Amm. 
transversarius charakteristischen Arten, in gleicher Beschaffenheit und mit 
denselben Merkmalen der Facies ausgestattet wie im Aargauer Jura. Der 
westlichste auf der rechten Rheinseite gelegene Punkt, an welchem ich 
diese Ueberlagerung antraf, befindet sich ganz in der Nähe von Dang- 
stetten an dem steilen Abhang dea mit Conglomeraten bedeckten Hügels. 
Mit zwei anderen etwas günstiger gelegenen Stellen machte mich Hr. Dr. 
Schill aus Fr ei bürg bekannt. Dieselben waren von ihm schon zuvor 
bei den geognostischen Landesaufnahmen ausgebeutet worden, doch fanden 
sich auch bei dem diessjährigen Besuche, den ich unter seiner freundlichen 
Leitung unternahm, noch einige der bezeichnendsten Ueberreste. Ich sam- 
melte an dem einen unweit der Kelter von Bechtersbohl am Fusse der 
Küssaburg gelegenen Punkte einige deutliche Exemplare von Amm. Aro- 
licus, crenatus, alternans, loplwtm, so wie mehrere Brachiopoden und andere 
für die Zone des Amm. transversarius leitende Arten.* *) 

Die über der Zone der Terebratula imjtressa sich anschliessende Zone 
des Amm. bimammatus beginnt nach Würtenberger am Randen wie im 
Klettgau fast durchgängig mit artenreichen Scyphionbildungen , welche 



') 1863, Oppel; Paläont. Mitth. pag. IH8. 



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(40) 244 

indcss nach oben grösstenteils sehr bald in mächtige wohlgoschiuhtctc 
Kalkmassen übergehen. 

fanton Aargau und östlicher Theil des (antun Solothnrn. „Es shd 

vorzugsweise die zahlreichen Versteinerungen der Birmcnsdorfer Spongiten- 
Schiehtcn, durch welche es möglich wurde, die Zone des Amm. transversurins 
paläontologisch festzustellen. Diese Spongitenschichten aber besitzen nicht 
nur an der typischen Lokalität Birmensdorf selbst, sondern auch an vielen 
andern Punkten des Canton Aargau und Solothurn eine ganz ausgezeichnete 
Entwicklung. Die bekanntesten, an denen bisher günstige Aufschlüsse an- 
getroffen wurden, sind Birmensdorf bei Baden, Frickthal und Kreis- 
acker nordwestlich von Brugg, Trimbach bei Ölten und Oberbuch- 
site n. An diesen Punkten fanden sich folgende Cephalopoden-Species in 
der Zone des Amnwnitcs transversariits: 

Anmwnites Arolicus Opp. 

Ammonites stenorhynchus Opp. 

Ammonites tnmuryinatus Opp. 
• Ammonites subclausus Opp. 

Ammonites canaliadattts Buch. 

Ammonites hispidus Opp. 

Ammonites alternans Buch. 

Ammonites tenuiseiratus Opp. 

Ammonites crenattts Brng. 

Anmionites jwlitus Opp.') 

Ammonites Erato d'Orb. 

Anvmonites Anar Opp. 

Ammonites Gessneri Opp. 

Ammonites ccdlieerus Opp. 

Ammonites Bachiamis Opp. 

Ammonites semiplanus Opp. 

Anmionites Gmelini Opp. 

Ammonites Manfrvdi Opp. 

Aimnonites totiistdeatus d'Orb. 

Ammonites Oegir Opp. 

Ammonites Rotari Opp. 

Ammonites Meriani Opp. 

Ammonites transversarius Quonst. 

Ammonites Chapuisi Opp. 

') Siebe den paliiontologi«chen Theil. 



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245 (41) 



Ammonites Collini Opp. 
Ammonites Hicmeri Opp. 
Ammonites Schilli Opp. 
Ammonites pUcatilis Sow. 
Ammonites Marteüi Opp. 
Bei. hastatus Blainv. 
Bei. Argovianus Meyer. 
Ausserdem können noch angeführt werden: _ . 

Isoarca cordiformis Opp. 
Nucula sp. indet. 
Hinnites ef. velatus Gdf. sp. 
Terelnrat. nucleata Schloth. 
Terebrat. Binnensdorfcnsü Eschor. 
lihynehon. Arolica Opp. 
Cidaris laeviuscula Agass. 
Cidaris ßograna Agass. 
Pseudodiad. Langt Des. 
Magnosia decorata Agass. sp. 
CoUyrites carinata Leske sp. 
Eugeniacrinus nutans Gdf. 
Eugeniacrinus compressus Gdf. 
Eugeniacrinus coronatus Quenst. 
Ettgemacrinus cariophyllatus Gdf. 
Pentacr. sttbtcres Gdf. 

u. s. w. 

Gegen unten legt sich die Zone destimm, transversarius hnAargauer 
und Solothurner Jura auf die Eisenerze mit Amm. Lamberti, cordatus 
und peraitnatus, welche schon früher (Juraformation pag. 626 — 628) von 
mir beschrieben wurden. 

Zur Bestimmung der oberen Grenze enthalten die Arbeiten von Mosch 
die ersten genaueren Angaben. Derselbe weist in seinen interessanten 
Abhandlungen nach, dass die Birmensdorfer Spongitenschichten nach oben 
in ein mächtiges System graublauer, bröckelnder Thonkalke übergehen, mit 
welchen festere Kalkbänke wechsellagern. Mösch nennt diese Formations- 
Abtheilung, deren Mächtigkeit im Aargauer Jura 300 Fuss beträgt, Effinger 
Schichton. Die darunter liegenden Spongitenschichten von Birmensdorf 
besitzen dagegen nur einen Durchschnitt von 28 Fuss. 

Diese Effinger Schichten stellen im Aargauer Jura die Zone der 
Terebr. impressa dar, wie die, wenn auch seltenen, verkiesten Versteinerungen 



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24f. 



von einigen Fundorten des Frickthales beweisen. Schon Quenstedt 1 ) 
führt Terebr. impressa von dort an, und Mosch und Waagen fügen noch 
einige weitere Arten hinzu. 

Günsberg: Canton Solothurn. Ich habe schon früher*) die ChiBe 
von B aletal 1 als einen Punkt bezeichnet, an welchem die untern Thone 
der Oxford-Gruppe durch Eisenerze und Spongitenschichten ersetzt werden. 
Ausgezeichnete, etwas weiter westlich gelegene Profile, welche bei Güns- 
berg in der Nahe von Solothurn blossliegen, bestätigen diese merkwürdige 
Erscheinung und zeigen häufig in auffallender Weise, wie hier die Oxford- 
Gruppe in ihrer untern Hälfte nach Aargauer Typus zusammen gesetzt 
gegen oben in Pholadomyen-Schichtcn sowie in oolithische Mergel übergeht, 
welche durch das Vorkommen von Cid. florigemma, Hemicid. crentdaris, 
Glypt. hieroglyphicus und andern charakteristischen Arten des Terrain a 
chaillos die grösste Verwandtschaft mit den Corallenschichten dieser Bil- 
dung erkennen lassen. 

Schematisch dargestellt zeigen sich nämlich die Faciesverhältnisse der 
einzelnen Schichten dort folgendermassen : 



Corallenschichten mit Cid. florigemma 


Corallen- Facies. 


Pholadomyon - Schichten und dünnge- 
schichtete graue Mergel, den Impressa- 
Thonen entsprechend. 


Myarier- Facies. 


Kalkmergel mit Spongiten, Zone des 

Amm. transversarius. 
— . __ .« 


Spongiten -Facies. 


Eisenoolith mit Amm. cordatus. 





Diese höchst eigenthümliche Folge der verschiedensten Entwicklungs- 
formen erschien mir boachtenswerth genug, um ihr auf der Tabelle pag. 227 
eine besondere Rubrik (5) zu widmen und dieselbe um so deutlicher, im 
Zusammenhange mit den Faciesverhältnissen anderer Lokalitäten zu ver- 
anschaulichen. 

Aehnliches setzt sich, wenn auch nicht in gleicher Deutlichkeit, noch 
weiter gegen Westen fort und wiederholt sich bei Sa lins u. s. w. 

Speciellere und genauere Angaben, als ich sie nach kurzem Besuche der 
durch die Arbeiten von Gressly, Müsch und Waagen bereits früher 

') Quenstedt: Flötzgobirge pag. iOd. 
*) Oppol: Juraform. pag. G'JU. 



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247 



(43) 



bekannt gewordenen Lokalität hier zusammen zu stellen vermag, dürfen wir 
aus den in Aussicht stehenden Mittheilungen des II. Müsch erwarten. 

Nordwestlicher Theil des Canton Solotiinrn und (anton Bern. Während, 
wie wir sahen, die Niederschläge der Oxford-Gruppe von dem Aargauer 
Jura aus sich gleichmäßig durch einen Theil des Canton Solothurn, wie 
auch des Canton Basel fortsetzen, so ändert sich dagegen der Charakter 
dieser Bildungen in den nordwestlicheren Gebirgszügen wesentlich. Die 
Spongitenkalke mit den unmittelbar darunterliegenden Eisenerzen, welche 
bei Oberbuchsiteu und der Cluse von Baistall noch deutlich zu sehen 
waren, verschwinden plötzlich mit den Ketten des Graitery u. Raimereux 1 ). 
An ihre Stelle treten dunkle thonige Schichten neben den kieseligen Aus- 
scheidungen des Terrain ä Chailles. 

Mit dem Erscheinen dieser Bildungen in den nördlichen und nordwest- 
lichen Theilen derCantone Basel, Solothurn und Bern findet ein eigen- 
tümlicher Wendepunkt statt, indem hier die mittleren und oberen Schichten 
der Oxford-Gruppe gleichzeitig ihre Facies, ihre Mächtigkeit und ihre Ge- 
steinsbeschaffenheit verändern. Die Zone des Amm. transrersarius verliert 
bei diesem Wechsel eine Menge ihrer bezeichnendsten Merkmale, wesshalb 
ihre Parallelen in diesem Gebiet weit unsicherer werden als in den zuvor 
erwähnten Gegenden. Thonige Kalke mit Pholadomyen treten an ihre 
Stelle und ersetzen sowohl die Spongitenbänke des Ammonites transrersarius 
als die mächtigeren Impressa-Mergel des Aargauer Jura. Beinahe unmittelbar 
darüber folgen die Corallriffe mit Cidaris florigemma, während die Basis 
der Zone durch den wohlbestimmten Horizont des Ammomtes cordatus ge- 
bildet wird, in dessen grauen Thonkalken Dr. Greppin neuerdings zu Cha- 
tillon bei Delemont bezeichnende Fossilreste wie Amnionitis DeJmontanus, 
Christoli und cordatus auffand. Gegen unten werden die Schichten noch 
thoniger, Ammonites cordatus verschwindet allmäblig und es stellt sich die 
artenreiche in verkiesten Exemplaren erhaltene Fauna der tieferen Oxford- 
Thone mit Ammonites Lamberti und Mariae ein. 

Aus der geringen Mächtigkeit des Durchschnittes bis zu der Region, in 
welcher Cidaris florigemma zum ersten Male auftritt, könnte die Wahrschein- 
lichkeit hervorgehen, dass in diesen Districten Cidaris florigemma zu einer 
Zeit erschien, in welcher sich in andern Gegenden die obern kalkigen 
Niederschläge der Impressa-Thone absetzten. Die Parallele zwischen unteren 
Diceras-Kalken und bimaramatus-Schichten wäre eine weitere Folgerung, 



') Opp. lR r >7. Juraformation pag. 678—679. 



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(44) 



248 



welcher ich jedoch auf der Tabelle keinen bestimmteren Ausdruck geben zu 
dürfen glaubte, da weitere Beweisgründe nicht existiren. 

Für den Canton Nencliätcl lässt sich das Vorkommen von Spongiten in 
der Zone des Ammonites transversarius aus den schon erwähnten Schriften 
von Desor, Gressly und Waagen ersehen. Die Lage soll bei la Chaux- 
de-Fonds und im Val Travers boi Noiraigue zahlreiche Fossilreste 
einschliessen , unter welchen H. Dr. Waagen sehr bezeichnende Leit- 
muscheln erkannte ') und in eine Liste zusammenstellte, in der neben einigen 
Cephalopoden und Conchiferen die Reste von Brachiopoden , Radiaten und 
Spongiten besonders vorwalten. 

Bei Locle wurde die Schicht von U. Jaccard entdeckt. Sie liegt 
hier über der Zone des Amin, cordatus, welch letztere entweder in der 
Form von Eisenerzen mit der Region des Amm. Lamberti eng verschmolzen 
(Entre-deux-monts bei Locle) als wenig mächtige Schicht zu Tage tritt, 
oder sich von dieser durch ihre thonige Beschaffenheit noch besonders ab- 
scheidet (Col-des-roohes bei Locle) und dann die Fossile in verkiestem 
Zustand einschliesst. 

Die Zone des Amm. transt'ersarit4S steht erst darüber au als versteiner- 
ungsreicher Mergelkalk, aus welchem H. Jaccard in Locle folgende Arten 
in seiner Sammlung bewahrt. 

Serpula. 

Bei. testatus Blainv. 
Ammonites Arolicns Opp. 
Ammonites canalicuhtus Buch. 
Ammonites subclausus Opp. 
Ammonites alternans Buch. 
Ammonites crenatus Brug. 
Ammonites caJlicerus Opp. 
Ammonites Anar Opp. 
Ammonites Oegir Opp. 
Ammonites transversarius Quenst. 
Ammonites plicatilis Sow. 
Lima sp. div. 
Nucula sp. 
Leda sp. 

Terebratüta ef. bisuffareinata Sch. 
Terebratula Birmensdorfensis Escher. 

«) Waagen i$C4: Der Jura in Franken, Schwalon und der Schweiz pa;?. 149. 



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240 



(46) 



Terebratula Kurri Opp. 
Cid. ßlograua Agass. 
Cid. propiuqm Mnst. 
Cid. coronata Gdf. 
Magnosia decorata Agass. 
Pentacr. subteres Gdf. 
Euycniacr. cariophyllatus Gdf. 
Sponyiten. 

Arm an Versteinerungen, dagegen um so mächtiger erheben sich die 
nächst jüngeren Formationsglicder. Sie bilden einen Ucbergang von Im- 
pressa-Thonen zu Pholadomyen-Schichten mit zahlreichen Myacitcn und 
Östren yiyphacata. Erst 60—80 Meter über der Zone des Amm. transrer- 
sarius beginnt das Terrain a chailles mit Cid. floriyemma und zahlreichen 
anderen in der Sammlung des Hrn. Jaccard aufbewahrten Fossilresten. 

Canton Vaild. Aehnlich wie bei Locle mögen sich auch die Ver- 
hältnisse der Oxford-Gruppe, bei St Croix gestalten. Zwar fehlen noch 
eingehendere Untersuchungen der einzelnen Glieder, doch oxistiren wenig- 
stens paläontologische Anhaltspunkte über die hier in Frage kommende 
Schicht. Dieselbe ist in mancher Beziehung besonders günstig ausgestattet 
und liefert manches ausgezeichnete Stück, auch scheint hier Amin, transver- 
sarius häufiger gefunden zu werden als irgendwo. 

Im Naturalienkabinet zu Lausanne, in der Sammlung des H. Favre 
in Genf, sowie in anderen Museen der Schweiz werden folgende, der Zone 
des Amm. transversarius von St. Croix entstammende Arten aufbewahrt: 

Belemnites luistatus Blainv. 

Ammonites Arolictts Opp. 

Ammonites subclausns Opp. 

Ammonites catlicertis Opp. 

Ammonites canaliculatus Buch. 

Anmtonites crenatus Brug. 

Ammonites tenuiserratns Opp. 

Ammonites Oeyir Opp. 

Ammonites transversarius Quenst. 

Ammonites plicatilis Sow. 

Ferna sp. 

Pholadom. sp. 

Goniomya 8p. 

Sponyiten. 



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(46) 



250 



Tirol, Alpengebirge von Bayern und der Schwell. Die von GümbeP) 
besonders für Liaa-Schichten festgestellte Thatsache, dass in dem Gebiete 
der bayerischen und österreichischen Alpen gefärbte Marmorgesteine und 
Grinoideenkalke in mehreren zum Theil von einander getrennten Horizonten 
auftreten, bestättigt sich nicht allein vielfach durch neuere Beobachtungen, 
sondern gewinnt überhaupt für die Untersuchung dieses schwierig zu erfor- 
schenden Terrains immer mehr Bedeutung. Es ist die* vor Allem bei den 
Schichten des obern Jura der Fall, da es hier stets die Marmorgesteine 
waren, in welchen dio bezeichnenden Fossilresto in grösserer Menge und 
guter Erhaltung eingeschlossen gefunden wurden, während die sie vertretenden 
Schiefer, einförmig durch ihre wenigen paläontologischen Merkmale, kaum 
geeignet erscheinen, eine speciellere Gliederung durchzuführen. 

Es ist demnach zunächst zu erwarten, durch Erforschung der versteiner- 
ungsreichen Jura-Marmore und Crinoidecn-Kalke Aufschlüsse über das Vor- 
handensein und die Verbreitung paläontologisch bestimmbarer Zonen in den 
obern Jura-Bildungen unserer Alpen zu erhalten. 

Die Beobachtungen der letzten Jahre haben denn auch in dieser Hin- 
sicht viele Beiträge hiefür geliefert. Es erwies sich das Brachiopodengestein 
dos Vilser Kalkes immer mehr als ein weit verbreiteter, an zahlreichen Tunkten 
unserer Alpen wiedererscheinender geognostischer Horizont'). Noch grösser 



') Gümbel 1861: Geognostische Beschreibung des bayerischen Alpcngebirges pag. 434. 

*) Die Zahl der Stellen, an welchen die Vilser Kalke aufgefunden wurden, ver- 
mehrte sich in den letzten Jahren noch weiter. Einer der ausgezeichnetsten Punkte, an 
welchem heller, nur wenig geschichteter Kalkstein mit den charakteristischen Versteine- 
rungen des Vilser Kalkes zu Tage ansteht, liegt eine Stunde nördlich von Reichen- 
hall (bayerische Alpen). Ich sammelte hier aus dem anstehenden Fels, auf welchem das 
Försterhaus ßtaufeneck gebaut ist, folgende Arten: Lima spec. indet., Pecten spec. 
indet., Terebratula Schcnki Winkl., Terebratula antipUcta Buch-, Terebratula pala Buch., 
Terebratula Teissenbergensis Winkl., Terebratula bifrotu Opp., Terebratula spec. indet., 
llhynchonella trigona Quenst., Rhynehonella Vilsensi* Opp.. Obschon die Ausdehnung der 
jurassischen Schichten bei Staufen eck gering ist, so trifft man die Andeutungen dieser 
Ablagerung dennoch auch in grösserer Entfernung von dem genannten Punkte. Einzelne 
Rollsteine, welche aus den in jener Gegend an vielen ßtellen entblösstcn Geschiebmassen 
hervorwittern und sich an ihrer lichten Farbe und kalkigen Beschaffenheit erkennen lassen, 
verrathen durch ihre häufigen Einschlösse von Vilser Terebrateln und Rhyncho- 
nellen ihre gleichseitige Entstehung mit dem Gestein, aus welchem die Felswände von 
Scbloss 8taufeneck gebildet sind. Auch der von Dr. Winkler in Leonhard und Geinitz 
Jahrbuch 1863 pag. 809 beschriebene Brach iopoden-KaJkstein von Teisendorf besitzt 
eine übereinstimmende Beschaffenheit. Diese und andere Kalkgesteine, welche an dem 
Nordrusse unserer Alpen aus jüngeren Schichten gegraben wurden, erinnern durch ihr 
Vorkommen auffallend an die exotischen Blöcke von Tesehen in Schlesien, welche 



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251 



(47) 



zeigte sich die horizontale Aundohnung des Diphya-Kalkcs. Ohne auf die 
ganzo Verbreitung dieses merkwürdigen Schichtengliedes einzugehen, fuge 



bei dem Werth des Kalkes für die Eisenproduction jener Gegend sorgfaltig auagebeutet 
und gewöhnlich vollständig aus ihrem Lager herausgenommen werden. Hohonegger 
erwähnt, da« die dortigen exotischen Jura-Blöcke in verschiedenen Horizonten auftreten 
und sowohl in tertiären ah in Kreide - Schichten (Xeocom, Oault) gefunden werden. 
Hohenegg er ISfil, die geogn. Verhältnisse der Kordkarpathen pag. lö. Vergl. ferner: 
Hachmann, lieber petrefaktenreiche exotische Jurablöcke im Flysch des Sihlthalg und • 
Toggenburgs 1WJ2. 

Während ich beim Begehen der am Nordfusse des Staufengebirges gelegenen Lokalität 
durch die Oümbel'sche Karte ron Bayern geleitet wurde, auf welcher nördlich ton 
Reichenhall ein schmaler, gegen Schloss Staufeneok herabziehender Jurafleck mit blauer 
Schraffirung eingezeichnet ist, fand ich kurz nachher Gelegenheit, in Gesellschaft Bergrath 
Gümbel's das Auftreten von Vilser Kalk an einer andern Stelle untersuchen zu können. 
Eine gemefhsam im Frühjahr 1 St»4 in die Vorberge südlich vom Chiemsee unternommene 
Excursion führte uns unter andern Touren auch, in die Gräben von Staudach, woselbst 
sich der oberjurassische Marmor an mehreren Stellen unserer Beobachtung darbot. Beson- 
deres Interesse gewährten die zu beiden Seiten des Mühlbaches aufgeschlossenen Profile. 
Der Weg durchschneidet verschiedene liasische Schichten, und fuhrt zuletzt zu einer 
höchst eigentümlichen bornsteinreichen Lage, deren verwitterte Brocken dem Auge nicht 
leicht entgehen. Etwas weiter nach aufwärts bezeichnet eine aus Baumstämmen zusammen- 
gelegte Brücke den Ort, an welchem die Brachiopodenschichten des Vilser Kalkes anstehen. 
Dieselben treten als fleischroth gefärbte Kalklage an dem schrägen Rand des Weges her- 
vor, um sich von hier weiter gegen Südwesten fortzusetzen. Sie durchschneiden hier den 
kleinen Waldbach, welcher auf dem topographischen Kartenblatt Beichenhall die Bezeich- 
nung Kreuzgraben trägt. Der daneben führende Weg ist nicht angegeben. Wir sam- 
melten hier mehrere charakteristische Versteinerungen , welche den rothen Kalk des 
Kreuzgrabens bei Staudach (Bayern) als Bruchiopoden-Scluchten der Kelloway-Gruppe 
entsprechend dem weissen Vilser Kalke erkennen Hessen. Es konnten folgende Arten 
bestimmt werden: Bclemnitea spec itvlet., Terebratula antiplecta Buch., Terebratula 
Schenki Winkl., Terebratula Teissenbergemis Winkl., Terebratula bifrons Opp., Hhyttclto- 
nella trigona Quenst. , lihynchonella Vilsensi* Opp. , Crinoideen-QlieAer. An vereinzelten 
Stellen geht die fleischrothe Farbe im Innern des Gesteins sogar ins dunkelblaue Uber, 
häutiger wird sie jedoch lichter, indem sich manche der höhern und tiefern Plattenlagen 
hellgrau färben. Die Bänke fallen bei h 5,7 Str. unter 79° nach Süden ein und bilden 
einen wohlgeschichteten Durchschnitt von mindestens 30 Fussen, ohne sieb jedoeh 
an ihrer obern Grenze von den darflberfolgenden Aptychen-8chiefern durch irgend ein 
ausgeprägtes Merkmal abzusondern. Thonige Schichten der Kreideformation, welche wegen 
ihrer Versteinerungen eine detaillirtere Untersuchung verdienen würden, stehen etwas 
weiter oben im Bache an. Gegen Nordosten verschwindet die Vilser-Knlkschicht unter 
dem Boden des Waldes, dennoch dürfte es sich aber durch genauere Messungen feststellen 
lassen, ob in ihre Verlängerung eine der weiter östlich beobachteten Marmor -artigen 
Kalkablagerungen zu fallen kommt. Jedenfalls gewinnen die schon früher von Emmrich 
gegebenen Nachweise über das Vorkommen von Terebratula antiplecta und Rhynchonella 
concinna in einer Kalkstein -Breccie der Bayrer Alp durch die Erfunde am Kreuzgraben 



17 




(48) 



ich hier nur bei, dass demselben nunmehr nueh in unseren nördlichen Alpen 
seine Stelle eingeräumt werden darf, nachdem lcrzterzeit Terebratula diphya 
von II. Dr. Stelzner im jurassischen Kalke zu Losensteiii gesammelt 
wurde und nachdem es gleichzeitig auch in d»m bayerischen Gebirge ge- 
lungen ist, die charakteristische Terobratel mit zahlreichen andern Arten des 
Diphycn-Kalkes in dem Haselberger Marmor bei Ruhpolding 
aufzufinden 



erneutem Interesse Vergl. E mm rieh Geognost. Beobachtungen pog. 11. Separatubdruek. 
Juhrb. der geol. Reichsanstalt 7. Jänner 1S:»3. 

Noch Ton andern Punkten des bayerischen Gebirges wurde in letzter Zeit das Vor- 
kommen des Vilser Kalkes festgestellt. Herr Professor Schuthüutl füiirt in der Lcthäa 
Südbayerns pag. -112 verschiedene Rruchiopoden aus den graulieb weissen Kalken des 
zwischen den Stationen Rosen he im und Kufstein gelegenen 4118 par. Fuss hohen 
Biedenkopfes an. Terebratula Schenkt Winkl., Terebratula bifrons Opp. und IthynclioneUa 
myriacantha Dcsl. Hessen sich unter diesen Vorkommnissen erkennen. Auch die in der 
Lethfta tab. G."> f. Fig. 16 aus dem rothen Kalke von Hohenschwangau abgebildete, zu 
letzterer Art gehörige ßpecies, kann als charakteristische Leitmuschol zur Bestimmung des 
dortigen Marmorkalkes und dessen Gleichstellung mit dem weissen Vilser Kalke hinlciten. 

') Ich sammelte im Sommer des verflossenen Jahres in dem s. g. Haselberger 
Marmor der Umgebungen von Ruhpolding, südlich von Traunstein, folgende Arten: 
Sphenodus spec. indet., Bdemnites semisulcatus Münst., Belemnites sjtec. ituUt., Ammonites 
cf. euylyptus Opp., Ammonites quinquecostatus l'atullo, Ammonites hybotiotus Opp., Am- 
monites cf. latus Opp., Ammonites cf. acanthicus Opp., Ammonites ptychoicus Quenst., 
Ammonites tortisulcatus d'Orb., Ammonites Ziynodianus d*Orb., Ammonites cf. Achilles 
d'Orb., Aptychus alpino-jurensis Guemb., Aptychus protensus Guemb., Aptychus lamellosus 
Guemb. , Aptychus nov. spec, Aptychus cf. latus Myr., Terebratula diphya Col. von der 
Form der Terebratula diphoros Zeuschn. Heber dem Haselberger Marmor ändert sich die 
Farbe des Gesteines, doch gehören bei vollständigen Profilen die nächst höheren Schichten 
noch zur Juraformution. Es sind graue Wetzsteinschiefer, welche den rothen Marmor in 
einer Mächtigkeit von 40 Fussen bedecken. An den zahlreichen Aptychen von der ge- 
wöhnlichen jurassischen Form des Aptychus aljrinus Guemb. {Aptychus striata -punctalus 
Emmr.) und des Aptychus protensus Guemb. lässt sich das dünngeschichtete Gestein als 
muthmassliches Aequivalent der bei Hohenschwangau und Oberammergau ausge- 
beuteten Aptychen -Schiefer bestimmen. Zugleich erinnert dasselbe ungeachtet seiner 
rauheren Oberfläche au den lithographischen Schiefer von Solenhofen, mit dem es auch 
in der That beinaho da» gleiche Alter besitzt. 

Im untern Theile des Sulzermoosgrabens, südwestlich von Ruhpolding, steht diese 
oberste jurassische Scbieferzone über dem rothen Jura-Marmor deutlich 
an. Etwas höher beginnen die untersten Mergel und schieferigen Thone der Neocom- 
Formation mit Ammonites maciletUus, einer Species, welche nuch den mündlichen Mit- 
theilungcn Prof. Hebert's auch in den provencal'schen Alpen stets in den untersten 
Neocom-8chichten vorkommt. Abgesehen von einzelnen Schwankungen und localen Ab- 
weichungen scheinen Jura- und Kreide -Schichten hier ziemlich parallel übereinander 
ju liegen. 



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253 



"Wie durch den Vilser Kalk die Basis der Malmformntion in unsern 
Alpen angedeutet wird, so ergiebt sich durch die Unterscheidung des Hasel- 
bergcr Marmors und durch dessen Bestimmung als Zone der Terefa-atitlu 
diphya auch die Begrenzung der jurassischen Schichten gegen oben. Nur 
durch eine dünne Schieferlage von der Ncocom- Formation goschieden, be- 
stimmen sich die Diphya-Kalke unserer Alpen sowohl nach Lagerungs- 
verhültnissen als nach Fossilresten als eines der obersten Glieder des 
oberen Jura'). Obschon nun hieraus die Folgerung gezogen werden 
könnte, dass die Zone des Ammonitcs transtrersarius als Glied der Oxford- 
Gruppe ihren Platz in dor Mitte zwischen Vilser Kalk und Ilaselberger 
Marmor einzunehmen hätte, so ist es doch bisher nicht gelungen, diese 
Horizonte in unsern Alpen an einem und demselben Durchschnitt überein- 
ander anzutreffen, da die geschichteten Niederschläge der Aptychus-Schiefer 
oder Hornstein reichen Kalke durch ihre Armuth an Versteinerungen die 
Unterscheidung der Zone des Ammonitcs transversarius bisher ebensowenig 
gestatteten, wie die ungeschichteten massigen Marmor-Gesteine. Nur eine ein- 
zige Andeutung für das Vorhandensein wurde bisher gewonnen, indem die 
charakteristische Species, nach welcher der Horizont benannt ist : Ammonitcs 
transversarius in den rothon Kalken des Rottensteins bei Vils (Tirol) 

An einer andern Stelle, am Hochorbgraben westlich von Buhpolding, fehlte da- 
gegen der eben beschriebene oberste jurassische Aptychus-Schiefer vollständig. Ich beob- 
achtete hierdas unmittelbare Zusammentreffen von Haselberger Marmor und 
mergeligen Neocom-Schichten mit Ammonitcs Astierianus. Daboi lies« sich 
eine ausgesprochene Diacordanx der Schichten an der Grenze beider Formationen nicht 
verkennen. 

') Die überauä wichtige Parallele, welche zuerst von ßenocke für den Diphyen-Ealk 
von Südtyrol gezogen wurde, erlangt auch für die übrigen jurassischen Diphyen-Kalke 
eine grosse Bedeutung. Aus den pag. 233 u. 231 geraachten Angaben erhellt, dass auch der 
Diphven-Kalk oder Klippenkalk der Umgegend von Neumarkt in Oalizien, sowie von 
Puchow in Ungarn dem obersten Lager des Jura entspricht. Dasselbo gilt f(lr den 
Diphyen-Kalk des bayerischen Gebirges, für den Calcaire de la Porto de France 
und fOr andere jurassische Diphyen-Kalke. Es ist nirgends ein Grund vorhanden, das 
Niveau der Terebr. diphya in die tiefere Region der Oxford- oder Kelloway-Gruppe herab 
zu versetzen. Die Citate des .4mm. athleta in dem Diphyen-Kalk von Südtyrol erklären 
sich durch Verwechslungen, zu welchen die eigentümliche Form des Amm. Volanensis 
Veranlassung gab. Wir dürfen desshalb annehmen, dass ein Coral rag von dem Alter des 
Corallien von Tonnere unter dem Haselberger Marmor seinen Platz haben, und 
in den Umgebungen von Grenoble unter dem Calcaire de la Porte de France 
liegen würde, womit die mehrfach ausgesprochene Annahme hin wegfallt, als h&tten sich 
die Wasser des Meeres nach Absatz der Oxford- Gruppe aus den juras- 
sischen Distrikten der Dauphin6er Alpen zurückgezogen. Vgl. Lory: De- 
sertion geologique du Dauphinö 1861 pag. 176 § 150. 

(4*) M* 



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(50) 



254 



in einem gut erhaltenen Exemplare gefunden wurde, welches ziemlich nahe 
mit den bei Birmensdorf vorkommenden Stücken übereinstimmt. 

Obschon immerhin noch viele sorgfältige Untersuchungen erforderlich 
sein werden, um die räthselhafte Entstehungsweise dieser eigentümlichen 
Marmorgesteine zu definiren , so ist eine Vertretung der Zone des Ammonites 
transversarius in den Kalken des Rottensteins uro so wahrscheinlicher, als 
ausser dem genannten Ammoniten auch noch andere Arten der Oxford- 
Gruppe an der gleichen Localität aufgefunden wurden. 

In einem Theile der Schweizer Alpen erscheint eine Sonderung der 
Zonen der Oxford-Gruppe um so leichter. Ich darf sogar die Vermuthung 
aussprechen, dass sich hier die Zonen des Ammonites cordatus und des Am- 
monites transversarius in Beziehung auf ihre Bildungsweise auf da« Engste 
an ausseralpine Verhältnisse anschliessen. 

Dass beide Horizonte in den Schweizer Alpen überhaupt vorkommen 
und zugleich allgemein bezeichnende Leitmuscheln enthalten, ergiebt sich 
schon aus den Berichten im zweiten Bande des inhaltsvollen Werkes von 
Studer über die Geologie der Schweiz. Die späteren Publicationen 
von Ooster in den Schweizer Denkschriften bestätigen die Studerschen 
Angaben und fügen noch manches weitere Thatsächliche bei. Ich entnehme 
denselben die Angaben über das Vorkommen von Ammonites Lamberti, 
Mariae, tortisidcatus, perarmatus, Edicardsianus, canaHadatus ?, transversarius 
am Er zeck in den Berner Alpen, von Ammonites Lamberti, Christoli y 
tortisulcattis, Brunneri, Eugeni an der Tannenalp in Unterwaiden, von 
Ammonites Babeanus, tortisulcatus, Eucharis, Constanti, plicaitiis, perarmatus 
Eugeni zu Chatel St Denis in den Freiburger Alpen u. s. w. 

Eine paläontologische Vertretung der 3 untern Zonen der Oxford-Gruppe 
lässt sich nach Obigem nicht wohl mehr bezweifeln. Dagegen ist der isolirte 
Nachweis einer dieser Zonen erst den neuesten Untersuchungen des streb- 
samen und kenntnissreichen Geologen J. Bachmann 1 ) zuzuschreiben, indem 
derselbe mehrere für das Niveau des Amin, transversarius charakteristische 
Leitmuscheln im 0 an ton Glarus in einem gesonderten Lager antraf. Neben 
einigen nicht genauer bestimmbaren Arten fanden sich Belemnites hastatus, 
Blainv. und Sauvanausus <f Ort, Ammonites Arolicns, Gessneri, calliccrus, torti- 
sulcatus in dem grauen, schieferigen und knolligen Kalkgestein, welches am 
Glärnisch und Schilt (Glarus) unmittelbar unter dem mächtigen Hoch- 
gebirgskalk hinzieht. Noch von andern Stellen der Glarner Alpen wurden 
die Aequivalente der Birmensdorfer-Schichten von n. Bachmann ange- 



M Berner Mitteilungen November 1863 p»g. 14 X 



255 



(51) 



geben, während liier die tiefere Kegion des Ammonites cordatns und Lam- 
berti sich der Beobachtung noch nicht darbot. Dagegen sollen diese Zonen 
in den Hochgebirgen von Untcrwalden, Bern und Freiburg eine grosso 
Verbreitung besitzen. Nach Bachmann werden dieselben in den Berner 
Alpen durch schwarze glänzende Schiefer gebildet, deren Fossilresto, ver- 
gleichbar mit den Einschlüssen der „Marnee oxfordiennes" von Chatillon sich 
durch ihren verkiesten Erhaltungszustand auszeichnen. Eine Abtrennung der 
höheren Region des Ammonites tranmersarius ist jedoch in diesem Gebiete 
bisher nicht ausgeführt worden. 

Haute Saöne und Bonns- Departements. Nach den von Thirria«) in 
den Jahren 1830 und 1Ö33 veröffentlichten Untersuchungen zerlegt sich dio 
Oxford-Gruppe im Departement der Haute-Saöne in drei Horizonte, deren 
oberster durch Cidaris ßorujemma charakterisirt , unter der Bezeichnung 
„Terrain ä chailles* seither allgemeiner bekannt geworden ist, während 
der unterste durch die sogenannten Oxford-Thone gebildet wird, welche sich 
ähnlich wie in manchen Gegenden des Schweizer Jura durch zahlreiche 
verkieste Reste des Ammonites cordatns, biarmatus u. s. w. auszeichnen. 

Die mittlere Parthic der dortigen Oxford -Schichten legt sich als eine 
12 Meter*) mächtige Thonbildung zwischen dio Zono des Cidaris florigemtna 
und diejenige des Ammonites cordatns hinein und deutet hiedurch wenigstens 
indirect eine Parallelstellung mit den Horizonten an, welche wir unter den 
Bezeichnungen Zone der Tcrebratida impressa und Zone des Ammonites 
transversarins unterscheiden. Diese Annahme entspricht zugleich der Auf- 
fassung J. MarcouV), welcher die Abtheilung an Ort und Stelle unter- 
suchte und als Couches d'Argovie ou Argovicn in seine Classification 
jurassischer Schichten einreihte. 

In ähnlicher Weise lassen sich die Aequivalente der Zonen des Am- 
monites transversarius und der Tvrebratida impressa in dem Departement 
des Doubs bestimmen, indem wir aus der Feststellung einer höhern und 
einer tiefern Zone auf das Alter der dazwischen liegenden Abtheilung 
schlicssen, wozu uns dio von der geologischen Gesellschaft von Frankreich 
während ihrer ausserordentlichen Versammlung in Besancon gemachten 

') Thirria 1830—1833: Statist .min. et g«'oI. du D£p. de la Haute-Saöne, Mem. de 
la Soc. d'hist. nat. de Strassb. Bd. I. Notice sur le terrain jurass. du Dep. de la Haute- 
Saöne und Carte gfol. du Dep. de lti Haute-Saöne, Separatabdr. pag. 18. 

*) Nach Thirria würde der Durchschnitt dieser Abtheilung 18 Meter betragen, wovon 
jedoch das oberste Drittheil den Beobachtungen J. Marcou's zufolge bereits der Zone 
des Cidaris florigemtna entspricht. 

») J. Marcou 18'»7— 18«0: Lettre? *ur le- Koches du Jura pag. 148-154. 



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(52) 



256 



Beobachtungen «lie Grundlage bieten 1 ). Auf den am 9. und 12. September 
16(10 ausgeführten Excursionen erkannte die Gesellschaft in den Umgebungen 
von Larnod und Merey-sous-Montrond (J)oubs) die charakteristischen 
Stufen der Oxford-Gruppe in folgender Ordnung: 

1) Oberste Lage: Terrain ä chailles mit Cidaris ßorigemma, Phill., 
(ilyptkus Imroyhjphkus Agass. und anderen bezeichnenden Arten 
(Forges de Oouille bei Larnod). 

2) Wechsel dünner kalkiger Schichten und gelblich grauer Mergel mit 
Auatimi unduta d'Orb. , Gteaslya suhosa Agass., Pholadomya pclu- 
yica Agass., dnyttlata Agas»., vardissoides Agass., paucicosta Rom., 
Uurinsndu Agass., carinata Goldf., umpla Agass., cxaltatu Agass., 
trupczina Agass., Pa ten iimcquistriatus Phill., Jibrosw Sow., Ostrea 
ddututa Desh., lihynehonella Thurmunni Voltz (Merey-sous 
M ontrond). 

3) Graue Mergel mit verkalkten Fossilresten (Merey-sous-Montrond). 

4) Unterste Lage: Bläuliche Mergel (PThone) mit zahlreichen ver- 
kiesten, oder in Brauneisenstein verwandelten Versteinerungen mit 
Ammouites Jleurici d'Orb., Arditcnmnsis d'Orb., Renyyeri Opp., Ma- 
nnt d'Orb., perarmatus d'Orb., tortistdaUus d'Orb., Goliathus d'Orb., 
cordatus Sow., Belcwnites Ituxtatus Blainv., Fentacnnus OrlAgnyanus 
Opp. und andere Arten, welche ich nicht namentlich anführe 
(Merey-sous-Montrond). 

Lidern hier die Abtheilungen 2 und 3 die Stelle des Impressa-Thones 
und der Zone des Amin, transvet'surius einnehmen, wäre es denkbar, dass 
bei gründlicherer Ausbeute der fossilen Reste noch die genauem Nachweise 
für jeden dieser beiden Horizonte zu erlangen wären. Aus den vorhandenen 
Angaben lassen sich diese nicht ableiten, wohl aber die allgemeinen Faciea- 
verhältnisse, nach welchen sieh die mittlem und obem Oxford-Schichten in 
den Umgebungen von Bosau con abgelagert haben und welche sich den 
auf der Tabelle pag. 227 veranschaulichten Gruppen 6 und 9 anzuschliessen 
acheinen. 

Jura -Departement. Von besonderem Werthe war mir in letzter Zeit, 
bei einem Besuche in Salins über die in dem eigentlichen Marco u'schen 
Ai govien vorkommenden Versteinerungen durch eigene Anschauung ein 
Urtheil zu erlangen. Es bot sich diese Gelegenheit bei der Besichtigung 
der Gervais'schen Sammlung, zu der ich durch die Vermittlung meines 
Freundes J. Marco u Zutritt erhielt. Unter dem roichen Inhalt an Fossil- 

•) Bullet Soc. geol. de France löai Bd. 1? pag. «2, S->3, 8 >7 und N.*. 



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(53) 



Resten de* Jura-Departements waren auch die wichtigsten Vorkommnisse 
der Spongiten-Schichten von Andolor., Chappois und andern Lokalitäten 
der Umgebungen von Salins vertreten, welche J. Marcou 1846 *) seiner 
Aargauer Etage (Argovien Marc.) zu Grund gelegt hatte. Die Fauna 
zeichnet sich durch eine Menge grosser Exemplare von Schwammcorallen 
au», während dio übrigen Einschlüsse an Echinodermen, Brachiopoden und 
Cephalopoden hier weniger häufig zu sein scheinen als am Randen und im 
Aargauer Jura. Doch konnte ich mehrere charakteristische Cephalopoden- 
Species bestimmen, wie Annnonitcs Arolicns, canaliculatus, altcmans, Oe(jh\ 
plicaiilis, 3Iitrti'Ui , aus deren Vorkommen sich die Gleichstellung der 
spongitenreichen Schichten des Arjrovicn Marc, mit der Zone 
des Ammonitcs transversarius ohne Bedenken folgern lässt. 

Die tieferen Oxford-Thone, welche in den Umgebungen von Salins 
verkieste Fossilreste aus den Schichten der Ammonites cordatus und Lamberti 
etnschliessen , lassen sich den Beobachtungen J. Marcou's zufolge in zwei 
paläontologisch unterscheidbare Horizonte absondern, deren oberer sich bei 
Arc-sous- Monte not durch die charakteristischen Exemplare der Ammo- 
nitcs Emharis, scaphoides und cordatus auszeichnet, während hior wie bei 
Andelot an der Basis der 15 Meter machtigen Thone Ammonitcs Lamberti 
und Amm. tortisttkaius verbreitet sein sollen. Zahlreiche andore Arten 
scheinen auch hier beiden Zonen gemeinsam anzugehören. 

Die über den Spongiten- reichen Lagen folgenden Mergel und Kalke 
entsprechen vermuthlich unserem Impressa - Thone. Ihre Mächtigkeit ist 
jedoch gering, denn es beginnen den Mittheilungen J. Marcou's zufolge 
25 — 30 Fuss über der Zone des Ammonites transversarius bereits die fossil- 
reichen Schichten der Conillcn-Oolithes, in welchen Cidaris florigctnma und 
Hcmkidaris crcnuJaris liegt. 

Andere Stellen des Departements hat Etallon einem genaueren Stu- 
dium unterworfen, und es ist namentlich St. Claude (Jura), auf das wir 
hier die Aufmerksamkeit lenkon möchten. 

In einer Beschreibung der geologischen Verhältnisse dieser Lokalität 2 ) 
wurden von demselben viele paläontologische Beiträge niedergelegt, welche 
die Kenntnis« der in der Zone des Amm. trawcrsariifs ausgesprochenen 
Fauna wesentlich vermehren. Zugleich erhob Etallon diesen Horizont zu 
einer besondern Etage, welcher er den Namen Spongitien beilegte, 



M J. Mtircou 1SIG: Reclicrelics sur le Jurn salinois. 

*) Ktallon t8T»7: KsquUse d'unc De«ription geologique du Haut-Jura. 8cparatabdr. 
aus d. Socict. iraper. d'agriculturc do Lyon IT Juli 18f>7. 



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258 



während er don früheren Marcou'schen Bestimmungen entgegen die Be- 
zeichnung Argovion auf diejenigen höheren Niederschläge beschränkte, 
welche das ungefähre Acquiyalcnt unserer Impressa-Thone bilden. In 
Beziehung auf die tieferen Lagen der Oxford-Gruppe, äussert Etallon die 
Ansicht, dass dieselben die Spongitensehichten bisweilen vertreten 1 ), und 
dass letztere gewöhnlich auf Callorien ruhen. 

Es ist nicht ermittelt, ob hier die angeblichen Kelloway - Schichten 
Etallon's nicht ähnlich den Eisenerzen des Aargauer Jura's zugleich die 
unteren Glieder der Oxfordgruppe mit Amm. cordatus und biarmatus reprä- 
sentiren. Wäre letzteres der Fall, so würde das Aequivalent der Oxford- 
Thone durch die Eisenerze gebildet, über wolchen dann die Spongitenkalke 
aus der Zone des Amm. transvcrsarius ganz regelrecht folgen würden. 
Unter Berichtigung einiger Benennungen') führe ich in der Liste die be- 
zeichnenderen Arten an, welche von Etallon' aus dem Spongitien von 
8t. Claude erwähnt werden, ohne hier dessen ganze Reihe der vorkom- 
menden Fossilreste wiederzugeben: 

Pühonoton qttadratum Etall. 

Pithonoton gibboswn Etall. 

Belenm. Argovianus Meyer. 

Ammonitcs Chapuisi Opp. 

Ammonites altemans Buch. 

Ammonitcs canalictdatus Buch. 

Ammonitcs crenatus Brug. 

Ammonitcs tortisulcatus d'Orb. 

Ammonitcs transvcrsarius Quenst. 

Pectcn subpmctatus Gdf. 

Ostrea Blandina d'Orb. 

lAnguta Ox/ordiana d'Orb. 

Megerka pectunctdtis Schi. sp. 

Conodictyum truncatum Etall. 

Cidaris ßlograna Agass. 

Comatula Claudiana Etall. 

Eugeniacr. cariophyllatus Gdf. 

Etigeniacr. coromtus Quenst. 

Eugeniacr. compressus Gdf. 

Eugeniacr. nutans Gdf. 



') Etallon 18G0: Pul6ontostatique du Jura. Separatabdr. pag. ?. Societc imp6r. 
<1 agriculture de Lyon 20 Juli 1860- 

•) Bei. Argovianus, Amm. Chapuisi statt Bei. Sauvanausus, Amm. Acropus. 



259 



(55) 



Pentacr. subteres Gdf. 

Pentacr. cinyidatus Gdf. 

29 verschiedene Arten von Spongitun. 

Ain- und ausseralpiner Theil des IsereDlpartenieiits. Die Geologie der 
Scbweiz von Studer 1 ) enthält in ihrem zweiten Bande beachtcnswcrthe Bestim- 
mungen der jurassischen Ablagerungen, welche in den unmittelbaren Umgeb- 
ungen von Nantua (Ain) an einem nördlich von diesem Städtchen gelegenen 
Durchschnitte entblösst sind. Ueber cisenoolithischen Schichten liegen ungefähr 
auf halber Höhe des Berges eigentliche Oxford-Thone, ausgezeichnet durch 
eine unglaubliche Menge kleiner verkiester Ammoniten, Belemniten und 
Pentacriniten. Es sind dies die Schichten, aus welchen d'Orbigny im 
ersten Theile des Prodrome's Amin, cordatus, Arduennensis, perartnatus, pli- 
catilis und andere Arten anführt. Unmittelbar darüber folgen 12—20 Meter 
graue Mergelschichten mit zahlreichen verkalkten Versteinerungen. Studer 
erwähnt Amm. plicatilis, canalicidatus , Tcrebrattda ittsignis nebst violon 
Scyphien aus dem unteren Theile, während grosse Pholadomyen in den 
höheren Lagen vorherrschen sollen. Die oberste rings herum mauorartig 
abgestürzte Docke des Berges wird durch weissen Korallenkalk gebildet, 
welcher sich dem äussern Rande des Gebirges zu mit den jüngsten Gliedern 
der Juraformation bedeckt. 

Bisher wurde nicht ermittelt, welchen Zonen die mächtigen Corallen- 
kalke von Nantua und besonders die versteinerungsreichen Diceraten- 
Schichten von Oyonnax entsprechen. Man theilte diese Ablagerung dem 
Corallien zu und es bedürfen die von d'Orbigny*) daraus beschriebenen 
Versteinerungen noch einer Altersbestimmung. Dagegen ist alle Wahrschein- 
lichkeit vorhanden, dass die von Studer aufgefundenen Mergel mit Spon- 
giten, mit Amm. plicatilis, catialictdatus u. s. w., hier die Zone des Amm. 
transversarius darstellen. Das Auftreten von Amm. cordalus in den unmit- 
telbar darunter liegenden Oxford-Thonen bekräftigt diese Annahme. 

Noch directere Belege für die Verbreitung der Zone des Amin. trans~ 
versarius im Ain-Departement ergeben sich aus den von E. Dumortier 
bei Tenay 3 ) gesammelten Versteinerungen. Zahlreiche Exemplare der Er- 
haltung und Gesteinsbeschaffenheit nach mit den Fossilresten von Streit- 
berg oder der Lochen übereinstimmend lagen hier an einer neben der 

>) 8tuder 1853: Geologie der 8chweia II, pag. :Hm», ;j<U. 
*) Pal. franc. Terr. jurass. Bd. II. 

■>) Tenay: Station zwischen Genf und Lyon. Die Stelle soll sich nach Aussage E. 
Dumortieri auf dem Wege nach Chaley am linken Abhang der Bahnlinie befinden. 



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(r>t;> 260 



Bahnlinie aufgedeckten Mergclschicht ausgewittert. Aus der Untersuchung 
der in der Duniortier'scben Sammlung befindlichen Stücke geht jedoch hervor, 
duss die Spougitenbank von Tonay (Ain) der Zone des Amin, inms- 
rersarins augehört, indem sich unter deren Einschlüssen folgende Arten be- 
stimmen Hessen : 

Antmoiiitcs Arolicus Opp. 
Amnionitis subdimsua Opp. 
Amman ites alUrnans Buch. 
Amnionitis Clutpnisi Opp. 
Ammonitcs transwrsarius Quellst. 
l'ectm subpttnctatiis Goldf. 
Ostrea Blandina d'Orb. 
Tcnbrattda pectuucidua Schloth. 
Conodictyum striatum Goldf. 
Cidaris ßlograua Agass. 
Euyeniauinus curyophyllalus Gdf. 
Pentacrinus subhres Gdf. 
Spongiten. 

Von Oxfordthonen unterlagert, behält die Zone auch weiter gegen Süden 
ihre bisherige Fauna bei, leicht erkennbar an den zahlreichen Spongiten und 
den verkalkten Cephalopodenresten, welche sich schon durch ihr Aussehen 
von den Kieskernen der tiefern Cordatus-Schichten unterscheiden. Die am 
häutigsten erwähnte im südlichsten Ausläufer des eigentlichen Jura-Gebirges 
befindliche Lokalität Trept (Isere), welche schon vor Jahren von V. Thiol- 
liere ausgebeutet wurde, lieferte eine Menge bezeichnender Arten. Obgleich 
diese Vorkommnisse in der Literatur schon öfters erwähnt wurden'), so füge 
ich hier doch einige neuere Bestimmungen bei, welche ich im verflossenen 
Jahre in der nunmehr dem öffentlichen Museum zu Lyon gehörigen Thiol- 
lier'schen Sammlung inachte. Ich erkannte hier folgende Arten, welche die 
Einreihung der Spongitenschichten von Trept (Isere) in die Zone 
des Amm. transversarius gestatten: 



') Albin Gra9 lS>2: Catalogue des corps orgnnis6s fossil« pag. 20, 21. Es werden 
in dieser Schrift folgende meist nach der Thiollie re 'sehen Sammlung bestimmte Arten 
von Trept erwähnt: Amm. hedinus, Backcriae, turtisulcattui, plicatiti«, canaliculalns, 
(nulatu.s, Hemitlu'ris senticom, Hhynchonella lacunosa, Terebratula tnsigni«. Verg!. ferner 
Albin Oras 18-13 : Deser. des oursins foss. du Dep. de Hsere pag. 79. d'Archiac 
Histoiro des progres de la geologic VI, pag. (ii.»2. Oppel 18">7: Juraformation pag. GS.». 
Lo ry 1>S(I0: Deseript. geol. du Dauphin* pag. :}('., 



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261 



(57) 



Belcmnitcs hastatus Blainv. 
Belcmnites unkanaliatlatus Ziot. 
Belcmnites Argovianus Mayr. 
Ammonites Arolicus Opp. 
Ammomtcs mthclattsus Opp. 
Ammonites cunaliculutw Buch. 
Ammonites hispidns Opp. 
Ammonites callicertts Opp. 
Ammonites scmiplamts Opp. 
Ammonites Buchianus Opp. 
Ammonites tortisulcatus d'Orb. 
Ammonites Oeyir Opp. 
Ammonites tratisversarius Quenst. 
Ammonites plicatilis Sow. 
Pecten subpundatas Ooldf. 
Mcgerlea pedunculns Schi. 
Bhynchondla Arolica Opp. 
Cidaris ßlograna Agass. 
Pentacrinus subteres Ooldf. 
Zahlreiche Spongiten. 

Ardeehe -Departement. Ueber die Verhältnisse, unter welchen die Zone 
des Amin, transversarius am Berge Crussol bei Valence und in den 
Umgebungen von laVoulte auftritt, finden sich die wesentlichsten Angaben 
bereits in meinen paläontologischeu Mittheilungen veröffentlicht. Hier ver- 
mag ich noch die Liste der Vorkommniese einer andern gleichfalls im Ar- 
deche-Departement gelegenen Lokalität hinzuzufügen. H. Eduard Du- 
morti er sammelte zu Yoyeuse bei Aubenas (Ardeche) in einem grauen 
mergeligen Kalke folgende Species, welche das Vorhandensein der Zone des 
Amm. transversarius an dem genannten Punkte ausser Zweifel stellen: 

Bdemnites Argovianus Mayr. 

Ammomtcs Arolicus Opp. 

Ammonites hphotus Opp. 

Ammonites Bachianus Opp. 

Ammonites callicerus Opp. 

Ammonites tortisulcatus d'Orb. 

Ammonites plicatilis Sow. 

Vamluxe, Yar - Departement. Wie im Dop. der Ardeche finden wir 
auch hier die Bildungen dieses Alters an alpinen Typus erinnernd, ent- 



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(58) 



2G2 



wickelt. Es sind namentlich zwei Lokalitaten in den westlichen Ausläufern 
des zumVaucluse Departement gehörigen Alpengebirges, welche häufig 
Arten aus der Zone des Amtn. transversarius in verschiedene Sammlungen 
geliefert haben: Lafare und Grand Montmirail bei Gigondas. Ich 
kenne von diesen Fundorten folgende Species: 

Asnmonites Arolicus Opp. 

Ammonites trimarginatus Opp. 

Ammonites sttbclausus Opp. 

Ammonites Erato d'Orb. 

Ammonites tortisidcattts d'Orb. 

Ammonites transversarius Quenst. 
welche im grauen mergeligen Kalk erhalten sind. 

Aochtc Oxford-Thone mit Geoden verhärteten Steiumergels bilden bei 
Grand-Montmirail die Zone des Amm. cordatus. Dieselbe ist an diesem 
Punkte reich an Resten von Ccphalopodcn , und ich vermag daraus anzu- 
führen: 

Bd. hastatus Blainv. 
Ammonites Henrici d'Orb. 
Ammonites cordatus Sow. 
Ammonites Babcunus d'Orb. 
Ammonites Eugeni d'Orb. 
Ammonites perarmatus Sow. 
Ammonites' Constanti d'Orb. 
Ammonites Lamberti Sow. 
Bhynchoteuthis Coquandianus d'Orb. 

Für einen noch südlicher gelegenen Punkt dor provencalischen Alpen, 
nämlich für die Gegend von Rians (Var) geben uns ebenfalls die dort 
vorkommenden Fossilrestc Aufschluss über das Vorhandensein der Zone des 
Ammonites transversarius. 

Einige der bezeichnendsten Arten der Zone, von Rians und Caussol 
stammend, wurden von d'Orbigny als Species der Oxfordgruppe beschrie- 
ben. Es war mir durch die Gefälligkeit Vic. d'Archiac's gestattet, diese 
nunmehr im Jardin des Plantes zu Paris aufbewahrten Stücke zu vergleichen. 
Andere Exemplare, von der gleichen Lokalität herrührend, sind schon seit 
vielen Jahren Eigenthum der ßcolo des mincs. Auch in den Sammlungen 
von E. Hebert in der Sorbonne und von E. Reynes zu Marseille befinden 
sich oinigo Vorkommnisse von Rians. Sämmtliche an diesen Orten auf- 
bewahrte Reste, welche sich als Arten der Zone des Ammonites transversarius 



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263 • 



(59) 



erkennen Hessen, besitzen eine übereinstimmende Gesteinsbeschaffenheit und 
bestehen aus grauem mergeligem Kalke. Ich bestimmte unter den Cepha- 
lopoden von Rians zehn ausschliesslich für die Zone des Amm. transversarius 
leitende Arten, deren Namen in dio Tabelle eingetragen wurden. Andere 
Horizonte unterscheiden sich durch abweichende Gesteinsbeschaffenheit ihrer 
Fossilreste. So zeichnet sich z.B. unter einer zu Andon (Var) gesammelten 
Serie von Arten, welche das hiesige palüontologische Museum der gefälligen 
Mittheilung des H. L. Saemann verdankt, die Einschlüsse ans der Zone 
des Amm. cordatus durch schwarz gefärbtes Kalkgestein aus, während die 
von gleicher Lokalität stammendem Species aus der Zone des Amm. trans- 
nrsarius in grauem Kalkmergel erhalten sind. Eingehendere Untersuchungen 
nebst einer gründlichen Ausbeute der fossilen Reste würden in diesen alpinen 
Districten des südlichen Frankreichs gewiss noch viele interessante Resultate 
über die horizontale und verticale Verbreitung zahlreicher Arten, sowie über 
die Gliederung der dortigen Jurabildungen liefern. 

(töte d'Gr-, Yonne-, Nievre-, Sadne- et Loire-, Cher-, Vienne-I)e*partements. 
Aus einigen in den Schriften von G. Cotteau 1 ) und V. Raulin*) nieder- 
gelegten Angaben lässt sich ersehen, dass die mergeligen Oxford-Kalke von 
Ch4tel-Cen8oire (Yonne) die Wohnsitze mehrerer bezeichnender Arten 
aus der Zone des Ammonites transversarius bilden. Eigentliche Schwamm- 
lager wurden hier nicht beobachtet und es scheint, dass dieselben in den 
nördlicheren Districten des Pariser Beckens verschwinden. E. Hubert 3 ) 
erwähnt ausdrücklich, dass er weder vom Departement der Yonne bis zu 
den Ardennen, noch im Nordwesten von Frankreich, von der Loire an, 
Spongiten-Schichten angetroffen habe. Dagegen wird von J. Beaudouin 4 ) 
aus den Umgebungen von Chatillon (Cöte d'Or) die Anwesenheit eines 
Schwammlagers constatirt, welches, da es unmittelbar über den Eisen- 
Erzen von Etrochey 6 ) auftritt, unzweifelhaft in die Zone des Ammonites 
trausrersarius fällt. Kalke mit Geoden und mergelige Kalke, zusammen 
4 Meter mächtig, mit Cephalopodon, Brachiopoden und Spongiten, 
lassen sich hier als solche unterscheiden, während die darüber folgonde 

') O. Cotteau 1855: Notice sur Tage de couchea inferieureg et moyenues de l'etage 
corallien du Departem. de I'Yonne Bullet. 8oc. geol. de Fr. XII, pag. 093. 

O. Cotteau 1853— 1857: Etüde« sur leg mollusques fossiles pag. 10, 11. 

*) V. Raulin 1853: Sur l'oxfordclay du Dep. de 1' Yonne. Bullet. 8o«\ geol. de Fr. 
X, pag. 485. 

') Bullet 8oc geol. de France XV Bd. 8. Sept. 1858 pag. 710. 

•) J. Beaudouin: Bullet. 8oc. göol. de Fr. VIII. Sept. 18M pag. 5!>1. 

*) Opp. 1857: Juraformation pag. «36. 



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(«0) 



2fi4 



Abtheilung dem Impressa-Thono gleichzustellen wäre, ohne jedoch genauer 
damit übereinzustimmen. Gegen oben geht die Bildung in die charakteri- 
stischen Cidariten-Schichten und Corallriffo aus der Zone des Cidaris flori- 
(jcmma über.') 

Auch Tür das Nievre -Departement konnte aus dem auf der Vorsamm- 
lung französischer Geologen zu Ncvers gegebenen Berichte*) gefolgert werden, 
dass hier Spongiten-Schichten in der Zone des Ammoniks frans rcrsarius 
auftreten. Eine Parallele der letztern mit dem Kalke von Crussol, welche 
damals für möglich gehalten wurdo'), erscheint dagegen nach den neuern 
Bestimmungen nicht mehr zulässig. 

Noch entschiedenere Nachweise wurden seither von Th. Ebray 4 ) hin- 
zugefügt, welcher in einer interessanten Abhandlung zeigte, dass in den 
Departements der Nievre und Saöne-et- Loire mergelige Kalke mit 
Anmumiks plicatilis und Spongiten-Kalko zum Theil unmittelbar über 
der Zone des Amtnoniks cordatus folgen. Eine genaue Erforschung der in 
den Spongitenkalkcn verbreiteten Kesto wäre für diese Districtc nicht minder 
wünschenswerth, ala die weitern Belege über die bereits angedeutete Ver- 
breitung der Zone in den Departements Chor und Vionno. *) 

SartUe - Departement. Während die Zone des Amm. transrcrsarhui in 
den Oxford-Bildungen der normannischen Meeresküste bisher nicht nachge- 
wiesen wurde, so gelang es wenigstens in dem benachbarten Departement 
der Sarthe die Spuren des Horizontes aufzufinden. Gelbe thonige Kalke, 
welche in den Steinbrüchen unweit Aubigne südlich von le Mans ausge- 
beutet werden, setzen hier den obern Thcil der Zone in einer Mächtigkeit 
von wenigen Metern zusammen. Das weiche Gestein ist mit den Resten 
einer reichen Fauna angefüllt, welche den Charakter einer in schlammigen 
Niederschlagen des seichteren Meeres entstandenen Myaciten- und Austern- 
Facieß an sich trägt. Zahlreiche Loitmuscheln vermitteln die Ueberein- 
stimmung mit deu Ablagerungen des Calcareus Grit und Oxford- 
Oolith der Normandie und des onglischen Jura, während die besonderen 
Eigentümlichkeiten der Spungiten-Facies den Kalken von Aubigne bei- 
. nahe ganz fremd sind. Dennoch fehlen aber diejenigen Koste keineswegs, 

') J. Marcou |S'»7— 18CO: Lettre« sur los Roche« du Jura nag. lf>3 nnd O. de 
Nerville, Legende explic. de la carte geol. du Dep. de la Cöte d'Or. 1S'>3. 
*) Bullet. Soc. geol. do Fr. XV. 8 Sept. ls:>8 pag. 710. 
\) V. Thiollicre ebendaselbst pag. 711. 

♦| Th. ßbray: Note sur la compo«. g^ol. du sol des environa de Mdcon. Bulla. S«>o. 
geol. de Fr. XVII. Bd. 1SG0 pag. M4. 

*) Gillot und ßbray ebendaselbst pag. 710. 



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265 (CA) 



welche zu einem Vergleiche der dortigen Schichten mit den jurassischen 
Schwammlagen anderer Districte führen können. Schon nn Ort und Stolle 
liessen sich die bezeichnenden Cophulopoden-Spoeies Ammonitcs eanaliittlatus, 
Ammonitcs trunscersarius , Amnionitis MarteUi erkennen, aus deren Vor- 
kommen sich der Synchronismiis der Kalko von Aubigne mit den Schwnm- 
Lagorn aus der Zone des Ammonitcs transmsorius als sehr wahrscheinlich 
folgern licss. Durch die mikroskopische Untersuchung de8 Gesteins, wolehc 
in letzter Zeit von Herrn C. Schwager ausgeführt wurde, vermehrte sich 
die Zahl der übereinstimmenden Arten noch beträchtlich, indem besonders 
die I'orarainiferen vielfach mit nnderwärtigen Vorkommnissen aus gleichem 
Niveau identificirt werden konnten. Nach diesen und den vorhergehenden 
Bestimmungen setzt sich die Fauna der gelben Kalke von Aubigne 
(Sarthe) aus folgenden zum grossen Thcile der Zone des Ammonitcs frans- 
tersarius angehörigen Arten zusammen: 

Cythcridcis stimnlca Schwng. 

Bairdia fabiformis Schwag. 

Pclemnitcs hastatus Blainv. 

Ammonites eanaliculatus Buch. 

Ammonitcs transvcrsariits Quenst. 

Amnionitis MarteUi Opp. 

Chcmnit-ia Hatdinytononsis Sow. 

Pholadomya parckosta Agass. 

Pholadomya lacvinscula Agass. 

Triyonia spec. indet. 

Mytilus Villersensis Opp. 

Ctenostreon Marcousanum Opp. 

Verna sp. ind. 

Pcctcn rimineus Sow. 

Preten inacquicostatus Phill. 

Pccten spec. indet. 

Plieatnln spee. indet. 

Ostrea gryphacuta Schloth. 

Terebrattda spec. indet. , 

Chirodota vetusta Schwag. 

Hemicidaris spec. indet. 

Hojilostiehe horrida Schwag. 

Cornuspiru tenuissima Gümb. 

Spiriloculina panda Schwag. 

Nodosoria pistUliformis Schwag. 



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(«2) 



2iit> 



Nodosaria prima? Torq. 

Dcntalina Sartliacensis Schwag. 

Dmtalina piüuligera Schwag. 

Vaginulina raduliformis Schwag. 

Frondictdaria linguliformis Schwag. 

Margimdina ambigua Schwag. 

Cristellaria suprajurassica Schwag. 

Cristellaria Sartltacensis Schwag. 

Cristellaria sublentictdaris Schwag. 

Polymorphem nitidiuscula Schwag. 

Textilaria THgeri Schwag. 

Textilaria tympaniformis Schwag. 

Rosalina parapsis Schwag. 
Bläulich graue Thone (mit Belcmnites unkanaliculatus, BJiynchonella spi- 
nulosa und andern kleinen Resten von Brachiopoden, Conchiferen und Ra- 
diaten), welche in einem höher gelegenen Theile des Steinbruches entblöst 
waren, boten hier durch ihren unmittelbaren Anschluss über der Zone des 
Ammonites tränst er sarius zu einem Vergleiche mit den Impressa-Thonen 
Anlass. Doch fehlten anfänglich die nöthigen Anhaltspunkte für die Alters- 
bestimmung mittelst bezeichnender patäontologischer Merkmale. Dieselben 
ergaben sich erst aus den neueren mikroskopischen Untersuchungen Herrn 
C. Schwagor's, welche das Vorkommen zahlreicher Foraminiferen-Arten 
in den bläulich grauen Thonen von Aubigne entdeckte und zugleich deren 
grosse Uebereinstimmung mit den in ojner früheren Abhandlung beschrie- 
benen Arten des Impressa-Thones nachwies. 

Die Zahl der von Herrn C. Schwager in den bläulich grauen 
Thonen von Aubigne (Sarthe) aufgefundenen Foraminiferen-Spccies be- 
trägt zur Zeit 1 ) 41, wovon sich die folgenden mit Arten des Impressa- 
Thones von Schwaben und Franken identificiren Hessen. 

Haplostiche horrida Schwag. 

Cornuspira temiissima Gümb. 

Spirilocidina panda Schwag. 

Nodosaria tuberosa Schwag. 

Dentalina mutabüis Schwag. 

Dmtalina pilluligera Schwag. 

') Da Herr C. 8chwager die Untersuchung einer grösser n Parthie des im Besitze 
der hiesigen paläontologischen Sammlung befindlichen schlemmbaren Materials Ton Aubigne 
auszufuhren beabsichtigt, so lässt sich voraussehen, dass sich obige Zahl später noch ver- 
mehren werde. 



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2G7 



(63) 



Dentalina fusiformis Schwag. 

Dentalina seorsa Schwag. 

Dentalina dolioligera Schwag. 

Dentalina Quenstedti Schwag. 

Margintdina flaccida Schwag. 

Marginulina resupinata Schwag. 

Cristeüaria suprajurassica Schwag. 

Cristeüaria comptula Schwag. 

Cristeliaria pauperata Jones. 

Polymorphina nmtabüis Schwag. 

Rotalia pusilla Schwag. 
Einige dieser Arten erstrecken sich ähnlich den übrigen Einschlüssen 
des Impressa-Thones in die nächst angrenzenden Zonen, die Mehrzahl der- 
selben besitzt jedoch keine grössere Vertical- Verbreitung. Zwar werden 
sich bei längerer Ausbeute der ebenbeschriebenen Lokalität noch manche 
bezeichnende paläontologische Merkmale auffinden lassen, immerhin bildet 
aber schon jetzt die von Herrn C. Schwager unternommene Bearbeitung 
der daselbst vorkommenden fossilen Foraminiferen einen interessanten Ver- 
such für Bestimmung und Unterscheidung jurassischer Schichten mittelst 
ihrer mikroskopischen Reste. 

Herr Triger, unter dessen ausgezeichneter Leitung ich diesen, südlich 
von le Man s (Sarthe) gelegenen Punkt besuchte, stellt die Schichten von 
Aubignc über dio Thone und Sandkalke (Zone des Amin, cordatus) 
von la Vacherie bei Ecommoy (Sarthe), während er die Region des 
Cidaris florigemma unweit der Station Ecommoy über beide, d. h. noch 
etwas höher als die thonigen Lagen von Aubigne einreiht. Die Aufein- 
anderfolge der Schichten nach H. Triger's Bestimmungen würde demnach 
gegenüber der paläontologischen Stufenreihe anderer Lokalitäten keine Wider- 
sprüche verursachen. 

Mit den Co rolle nkalken von Ecommoy (Sarthe) schliesst in diesem 
südlichen Theile des Departements ,der Durchschnitt jurassischer Schichten 
gegen oben ab. Mittlere Kreide lagert sich direct und anscheinend parallel 
über den Muschelbänken, welche sich eng an die Zone des Cidaris flori- 
tjennna anschließen und bei den letzten Häusern des Fleckens Ecommoy 
durch einen Steinbruch cntblösst werden. Jüngere Glieder der Jura-Formation 
folgen mehr gegen Norden und wurden schon früher aus den Umgebungen 
von Belldme und Mortagne (Orne) zur Erwähnung gebracht. 

Deux-Sevres und Vendee. Das hiesige paläontologische Museum erhielt 
in neuerer Zeit durch die gefällige Mittheilung des Herrn L. Saemann in 
(5) 18 



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(G4) 268 



Paris eine interessante Suite jurassischer Versteinerungen aus den Umgeb- 
ungen von Niort (Deux-Sevres), welche ursprünglich einen Theil der 
Baugier'schen Sammlung bilden. Unter den zahlreichen als Species der 
Oxfordgruppe bezeichneten Resten trennen sich besonders 2 Parthien durch 
verschiedene Art der Erhaltung von einander ab. Der eine Theil besteht 
aus bräunlichen Kieskernen, unter welchen besonders die innern Windungen 
der gewöhnlichen Ammoniten - Species aus der Zone des Amm. cordatus zu 
erkennen sind. Ohne Zweifel wurden dieselben an der Oberfläche thoniger 
Logen, aus welchen sie zuvor ausgewittert waren, zusammengelesen. Auf 
den Etiketten befinden sich bei diesen aus der Zone des Amm. cordatus 
• der Umgebungen von Niort (Deux-Sevres) herrührenden Arten folgende 
Lokalitäten bemerkt: Magne, St. Florent, Tranche des grosses 
terres, Serreau. Ich bestimmte von hier 

Belemnites hastatus Blainv. 

Amtnonites Delmontanus Opp. 

Amtnonites cf. Henrici d'Orb. 

Ammonites Renggeri Opp. 

Ammonites cordatus Sow. 

Ammonites cf. Brunneri F. Oost. 

Ammonites cf. Eugeni d'Orb. 

Ammonites perarmattts Sow. 

Ammonites Christoli Beaud. 

Ammonites plicatilis Sow. 

Pleurotomaria spec. indet. 

Pentacrinus Orbignyanus Opp. (Pent. pentagonalis d'Orb. 
non Goldf.). 

Die zweite Parthie, durch verkalkte Exemplare gebildet, und zum Theil 
von den gleichen Fundstellen kommend (Magn6, St. Florent, Tranche 
des grosses terres, Chamaillard), entspricht der höhern Region des 
Amm. transversarius. Die bezeichnenden Leitmuscheln dieser Zone scheinen 
in den Umgebungen von Niort in einem eigentlichen Spongiten-Lager 
vorzukommen , da die Zahl und der Formenreichthum der in der Serie ent* 
haltenen Schwämme erheblich sind. Zur Ergänzung der in der Tabelle 
zusammengestellten Arten gebe ich hier eine vollständigere Liste der aus 
der Zone des Amm. transversarius von Niort (Deux-Sevres) erhaltenen 
Fossflreste : 

Serpula 2 verschiedene Arten. 
Belemnites hastatus Blainv. 
Ammonites AroUcus Opp. 



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269 (65) 



Ammonites trimarginatus Opp. 
Ammonites oatudiculatus Buch. 
Ammonites subdausus Opp. 
Amtnonites Erato <TOrb. 
Ammonites tenuiserratus Opp. 
Ammonites crenaUis Brug. 
Ammonites calliceriis Opp. 
Ammonites BacManus Opp. 
Ammonites tortistdcatus d'Orb. 
Ammonites transversarius Quenst. 
Ammonites Oegür Opp. 
Ammonites piicaHUs Sow. 
Aptychus spec. indet. 
Natica spec. indet. 
Chemnitz™ spec indet. 
Phasianella spec. indet. 
Isoarca cordiformis Scheuchz. 
Lima spec. indet. 
Pecten spec. indet. 

Terebrattda cf. bisuffarcinata Schloth. 
Terebr. Birmensdor/ensis Esch. 
Terebrattda cf. Orbis Quenst. 
Megerlea pectunculus Schloth sp. 
Cidaris fihgrana Agass. 
Dysaster cf. granulosus Agasa. 
Pentacrinus subteres Goldf. 
Eugeniacrinus compressus Goldf. 
Verrucospongia verrucosa Goldf. spec. 
Cribroscyphia Baugieri d'Orb. spec. 
Cribroscyphia obliqua Goldf. spec. 
Chenendroscyphia lamellosa d'Orb. spec. 
Gonioscyphia texturata Goldf. spec. 
Gonioscyphia texata Goldf. spec. 
Gonioscyphia canceUata Goldf. spec. 
Gonioscyphia jurensis Etall. spec. 
Iletiscyphia conica d'Orb. spec. 
Cupulochonia grandis d'Orb. spec. 
Cupulochonia patella Goldf. spec. 
Bei ihrer weiteren Verbreitung nach Westen geben sich die Schichten 



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(66) 



270 



des Amm. transversarius an der südlichen Grenze des Vendee-Departe- 
ments durch das Vorkommen zahlreicher Fossilreste kund, welche zu Ile- 
Delle schon von d'Orbigny gesammelt wurden und als Arten der Oxford- 
Gruppe in dem 13. Kapitel des Prodrome's Erwähnung fanden. Es ist nicht 
daran zu zweifeln, dass sich diese Zone als spongitenreiche Lage über den 
hier gleichfalls vorhandenen Schichten des Amm. cordatus ausbreitet. Allein 
ihre gesonderte Abtrennung unterblieb bisher. Auch die neuesten Be- 
stimmungen A. d' Archiac's *), welcher einige beachtenswerthe Notizen 
über die Ablagerung von Oxford-Schichten im Westen von Ile-Delle 
und über die daselbst entdeckten Fossilreste veröffentlichte, enthalten 
nur Bestätigendes für die Annahme, dass an diesem Punkte sich die beiden 
Zonen des Amm. cordatus und des Amm. transversarius der Untersuchung 
darboten. 

Spanien. Zu dem Ausgezeichnetsten, was mir im Herbst des verflossenen 
Jahres, während eines kurzen Aufenthaltes in Paris zu sehe« vergönnt war, 
gehören die von E. de Verneuil hergestellten Sammlungen spanischer Ver- 
steinerungen. Wichtige Beiträge, welche diese Vorkommnisse zur Kennt- 
niss der geognostischen Verhältnisse Spaniens geliefert haben, sind, wie be- 
kannt, theils schon veröffentlicht, thcils werden dieselben durch die bevor- 
stehende Publikation der geognostischon Karte dieses Landes weiteren Aus- 
druck gewinnen. 

Während mir durch die Besichtigung der Sammlung und die dabei von 
E. de Verneuil erhaltene vielseitige Belehrung ein allgemeines Bild über 
das Auftreten jurassischer Faunen auf der iberischen Halbinsel gegeben 
wurde, so gewann, ich zugleich über die Verbreitung einer einzelnen Zone 
genauere Kunde, deren Erwähnung sich den vorhergehenden Nachweisen 
anschliesst. E. de Verneuil beutete an mehreren Stellen ein graues Jura- 
Kalk-Mergel-Gcstcin aus, dessen zahlreiche Fossilreste sich ihren Formver- 
hältnissen nach als Species der Oxford -Gruppe zu erkennen gaben. Es 
sind raoistens Cephalopodcn, welche in allen Beziehungen den Einschlüssen 
der Birmensdorfer Schichten gleichen und auch im Einzelnen mit Arten der 
Zone des Amm. transversarius übereinstimmen. Ich vermag hier einige der 
von E. de Verneuil zu Frias aufgefundenen Species: AmntonUes canali- 
culattts, hispidus, subclausus, transversarius, plkatilis aus der Erinnerung an- 
zuführen. Aehnliche Reste der gleichen Schicht bewahrt E. de Vorneuil 
von andern Lokalitäten auf, deren ich mich nicht mehr genauer entsinne. 
Sind desshalb eingehendere Angaben erst noch hinzuzufügen, so geht doch 



>) A. d'Archiac 1856: Histoire des progre* de la g^ologie VI, p«g. 4b$. 



271 



(67) 



ftus Obigem die Gewissheit hervor, dass der vcrsteinerungsreicho Horizont 
der Oxford-Gruppe, welcher seither (entsprechend Marcou's Argovien und 
Etallon's Spongitien) als Zone des Amm. transversarius in Frankreich, der 
Schweiz und Süddeutschland verfolgt wurde, auch in Spanien unter ähn- 
lichen mineralogischen und paläontologischen Verhältnissen entwickelt ist. 

Das Nähere über die Schichtenfolge und über die Entwicklung der 
Juraformation in diesen Gegenden überhaupt ist aus einigen Aufsätzen von 
IL de Verneuil und Ed. Colomb, welche im Bulletin der geologischen 
Gesellschaft von Frankreich enthalten sind, zu ersehen. Ich nehme hier 
namentlich auf einige dort veröffentlichte Durchschnitte Bezug, welche sich 
den genannten Forschern in der Umgegend von Frias und Albarracin 
(Arragonien) darboten. Die meisten derselben erscheinen in ihrer Glie- 
derung sehr lückenhaft, indem die Schichten des mittleren Jura durchgängig 
zu fehlen scheinen 1 ). Bei Albarracin ist es namentlich Lias, welcher, 
durch eine Verwerfungsspalte neben die Trias versetzt, zu Tage tritt und 
nur an einer Stelle sogleich von Oxfordschichten bedeckt wird, bei Frias 
dagegen lii>gt der Lias nirgends am Tage, sondern das tiefste Anstehende 
sind die Kalke der Oxfordgruppe, über welche Bich fossilreiche Mergel an- 
schliesaen. 

Die grös8te Mannigfaltigkeit an jurassischen Schichten bietet ein Durch- 
schnitt zwischen Frias und Villar del Cobo, welchen ich desshalb hier 
wiedergebe. 




1. \ ( Weisser Kalk. 

2. J Äjrei(le | Weisser Sandstein und QuaraU. 

3. \ l Oolithischer Kalk. 

4. / \ Oxford -Mergel. 

5. > Jura < Oxford -Kalk. 

6. \ I Oberer Lias. 

7. / v Mergel des mittleren Lias. 

') Maren u; Lettres sur les roches du Jura p. 223 führt freilich, nach den Angaben 
Ton Don Santjago Rodriguez (Revista minera, tomo II p. 39 Madrid 1851), aus der 
Umgegend von Albarracin auch folgende Arten an, die vielleicht auch noch in den von 
Verneuil und Colomb sogenannten Oxford-Kalken ihr Lager haben könnten: Ammonites 
Humphric3ianus, TrutlUi, Tcrebrat. digona u. s. w. 



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(68) 



272 



Frias selbst liegt auf dem von Verneuil und Colomb sogenannten 
Oxford-Kalk (5), welcher indess nach den aus demselben angeführten Am- 
monitcn-Arten auch die Kelloway-Gruppe wenigstens theilweise zu vertreten 
scheint. Ueber ihm folgt der graue versteinerungsreicho Mergel (4), der 
mit aller Wahrscheinlichkeit die oben angeführten Petrefakten in sich schlieast, 
denselben überlagert ein oolithischer Jurakalk (3) noch unbestimmten Altere, 
mit welchem zugleich die Juraformation ihren Abschluss erhält. Die Schichten 
1 und 2 stellen bereits Glieder der Kreideformation dar. An der anderen 
Abdachung des Berges, gegen Villar delCobo, haben sich bereits die 
beiden höheren Juraschichten 3 und 4 wieder ausgekeilt und unmittelbar 
unter den Gliedern der Kreide steht hier der „Oxford-Kalk" an, unter dem 
sich sogleich die Kalke des oberen Lias (6) zeigen, die Sohle des Thaies 
aber nimmt der mittlere Lias (7) ein. Aehnlich erscheint die Zusammen- 
setzung des Jura allenthalben im nördlichen Spanien, bis gegen Burgos hin'). 

Algerien. Die neueren wichtigen Entdeckungen im oberen Jura der 
südalpinen Distrikte haben auch für die geognostischen Verhältnisse Algiers 
manche Aufklärung gebracht und es lässt sich vermuthen, dass sich in den 
oberjurassischen Schichten des Atlas in kurzer Zeit die Mehrzahl jener 
Unterabtheilungen erkennen lassen werde, welche in ausaeralpinen Jura- 
distrikten Deutschlands und Frankreichs gemacht worden sind. Die Art und 
Weise des Auftretens dieser Ablagerungen ist am besten ersichtlich aus dem 
schönen Profile, welches Coquand*) vom Foum Islamem oder Ravin 
bleu nordwestlich von Batna (Prov. Constantine) veröffentlicht hat 
Dasselbe stellt sich folgendermassen dar: 



Djebel Chellalah Batna 

o M 




') Vergl. 18f>2 Coup cToeil sur la Constitution g£ologique de quelque provinces de 
l'Espagne parM. M. do Terneuil et Ed. Colomb: Bai. soc. geoL de France 10 pag. 61. 
18T>6 de Verneuil et Colomb: Observations geologiques et barometriques faites en 
Espagne cn 18Ö5. (Hierin einige Notizen Ober den Jura in Sud-Spanien.) 

*) 18Ü0 Coquand: Geologie et Paläontologie de la region aud de la Pro*, de Con- 
stantine pag. 19—23. 



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273 



(63) 



Wenn man von Bat na den Weg nach dem Djebel Chellaläh verfolgt, 
schreitet man erst über ein Plateau, welches in seiner Unterlage von grauen 
Mergeln (L) mit Uemiaster Africanus und Inoceramus problemuticus, die von 
Coquand seiner Etage carantonien zugetheilt werden, in seinen ober- 
flächlichen Schichten aber von Kalken (M) mit Radiolites cornu-pastoris, zur 
Etage angoumien gehörig, gebildet wird. Die Schichten liegen horizontal 
und setzen mit einer Verwcrfungsspalte gegen die aufgerichteten Lager des 
Jura ab. 

Die Reihe der jurassischen Gesteine beginnt: 

A. mit mächtigen Ablagerungen von Kalk und Dolomit in dicken Bän- 
ken, aus denen keine bestimmbaren Versteinerungen aufzufinden waren. Die 
Schichten stellen ein aufgebrochenes Gewölbe dar, in dem die mittelsten 
Bänke auf dem Kopfe stehen, die höheren Lagen aber nach beiden Seiten 
abfallen. Das Profil in nordwestlicher Richtung fortsetzend, schliessen sich an 

B. Graue Mergel, etwa 12 m mächtig, welche Amm. lunula und Amin. 
Imnidus geliefert haben. 

C. Rothe eisenschüssige Kalke mit Bei latesukatus, Amm. anceps, Amin. 
Backeriae (diese Schichten werden von Coquand mit den Eisenerzen von 
La V o ul t e parallelisirt). 

D. Grünliche Kalke von muachligem Bruch mit Kieselausscheidungen 
ohne bestimmbare Fossile. 

E. Rothe grüngefleckte Kalke mit rothen Mergelzwischenlagen in nicht 
sehr dicke Bänke abgetrennt 9 — 12 n> mächtig, schon von den Alten als 
Marmor verwendet: Bd. hastatus, Sauvanausus , Amm. biplex, tortistdeatus, 
Homairei, Eucharis, Viator, tatricus einschliessend. 

F. Graue Mergel und Kalkbänke sehr mächtig mit Atnm. plkatüis in 
Massen. 

G. Graue in ihrer Struktur den lithographischen Steinen ähnliche, com- 
pakte Kalke mit Terebratula diphya. 

Die nächste petrographisch unterscheidbare Schicht gehört schon der 
Kreideformation an. Es folgt nämlich ein harter gelber Sandstein (H.) mit 
Zwischenlagen von Thon, in dem sich an dieser Stelle keine Versteiner- 
ungen auffinden Hessen. Darüber schliessen sich blaue von knolligen Kalk- 
lagern durchzogene Mergel (I.) an, die, nicht sehr hart, ziemlich leicht ver- 
wittern; sie beherbergen: Bei. latus, dilatatus, bipartitus, sub/ttsi/ormis, Amm. 
diphyllus, Ncocomiensis, Aptychus Didayi. Sie sind von einigen Bänken eines 
Sandsteins (J.) ohne Versteinerungen bedeckt. Ueber diesen Sandsteinen 
erheben sich gelbliche dulomitische Kalke (K.) in grosser Mächtigkeit, welche 
die Hauptmasse des Djebel Chellaläh zusammensetzen. Versteinerungen 



274 



Rind bis jetzt noch nicht darin aufgefunden, doch lassen sich diese Dolomite 
mit ziemlicher Sicherheit als das Aequivalent des Urgonien betrachten. 

Für uns sind in diesem Augenblick nur die Schichten von A— G von 
Wichtigkeit. WelcheB Niveau die Kalke und Dolomite A innerhalb des 
mittleren Jura einnehmen mögen, wollen wir dahingestellt sein lassen, mit B 
aber beginnt die Formation des Malm und zwar lassen sich in B und C die 
Aequivalente der Kelloway-Gruppe erkennen. D mag vielleicht die unteren 
Oxford-Schichten darstellen, während E die Oberregion der Oxford- und die 
Unterregion der Eimmeridge-Oruppe in sich zu bergen scheint. Es lässt sich 
diess schon theil weise aus den von Coquand angeführten Arten schliessen, 
noch mehr aber aus den von Escher und Desor von dort mitgebrachten 
Stücken, welche nun im Züricher Museum aufbewahrt werden. Sie sind in 
einem rothen Kalke erhalten und stammen mit vieler Wahrscheinlichkeit aus 
Schicht E; es Hessen sich unter denselben erkennen: 

Ammonites plicatüis Sow. 

Antntonites tortisuHeatus d'Orb. 

Ammonites fimbriat sp. 

Ammonites iphicerus Opp. 

Ammonites acanthicus Opp. 
Eine Notiz über das Vorkommen von Amm. transvcrsariits Quenst. 
(A. Toucasianus d'Orb.) in einem gelben mergeligen Kalk der Umgegend von 
Batna verdanke ich der freundlichen Mittheilung des H. Prof. Coquand; 
auch das Lager dieser Art glaube ich in irgend eine Region der Schicht 
E versetzen zu müssen. 

Dass die Schichten mit Amm. transversarius im nördlichen Afrika eine 
grössere Verbreitung besitzen, beweist ein zweites Exemplar dieser Art, 
welches in einem rothen Kalk bei Ouarencenis (Prov. Algier) ge- 
funden wurde. 

Die Abtheilungen F und G des Profiles stellen die höheren Kimmeridge- 
Schichten und endlich die Ablagerungen der tithonischen Gruppe dar. 



Die fossilen Arten der Zone des Ammonites 

transversarius. 



Herr C. Schwager unterzog das von mir im letzten Jahre gesammelte achlemmbare 
Material einer besondern Untersuchung unter dem Mikroskope, bei der ea ihm gelang, eine 
Anzahl neuer und merkwürdiger Reite Ton Cruataceen, Badiaten und Foraminifcren zu 
entdecken. Ich füge in dem Nachherigen die mir von Herrn ßchwager mitgeteilten 
Bestimmungen und Abbildungen bei. 

Herr de Fromentel hatte die Freundlichkeit, die ron mir zusammengestellte Liste 
der in der Zone de« Ammonites transversarius verbreiteten Amorphozoen zu revidiren und 
zu ergänzen und deren richtige Einreihung bei den nunmehr unterschiedenen Gattungen 
auf Grundlage seiner neuerdings veröffentlichten Classification auszuführen. 

1. Notidanus Münster! Agass. 

1833-1843. Notidanus Münsteri Agass. Rech, sur les poiss. fo«s. p. 222. 
Tat XXVII, Fig. 2, 3. 

Zone des Ammonites transversarius. Chapois bei Salins (Jura). 

2. Sphenodns longidens Agass. 

1833 — 1843. Sphenodus (Lamna) longidens Agass. Rech, sur les poiss. foss. 
DJ, p. 298. Tab. XXXVII, Fig. 24—29. 

Zone des Ammonites transversarsius. Birmensdorf (Canton Aargau), 
St. Claude (Jura). Findet sich auch in hohem und tiefern Schichten. 

3. Pithonoton gibbosum EtalL 

1857. Pithonoton gibbosum Stall. Esq. d'une Descr. geoL du Haut-Jura p. 32. 
1857. Pithonoton gibbosum EtalL Bullet, 8oc geoL de Fr. Bd. XVI, p. 179. 

Zone des Ammonites transversarius von Ie Pont et bei St. Claude 
(Jura). 

4. Pithonoton qnadratnm EtalL 

1857. Prosopon quadratum EtalL Esquisse geol. Haut-Jura p. 32. 

1858. Pithonoton quadratum EtalL Bullet. 8oc. geoL de Fr. XVI, p. 177. 
1861. Pithonoton quadratum EtalL Notes sur les crustaces jurass. p. 9. 

Mit der vorhergehenden Art 



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(72) 276 

5. Oytliereis stimulea Schwager M. S. 

Fig. L 




Schale länglich mit nahezu parallelem Bauch- und Kückenrande. Vorder- 
Rand schräge, oben und unten gerundet. Der niedere Hauptkörper fallt 
rasch gegen den Bauchrand ab, langsam gegen den Kückenrand. Die Schale 
läuft in eine hohe scharfe Spitze aus, deren schief- hufeisenförmige Ba»Ls 
gegen vorne mit einer kleinen Erhöhung endigt. Länge 0,45 Mm. 

Mit Atnmonitcs transiersarius Quenst. (Toucasiuuus d'Orb.) in den thonigen 
Kalken der Oxford-Gruppe zu Aubigne (Sarthe). 

b. Bairdia fabiformis Schwager M. S. 

Fig. 2. 




Gehäuse länglich mit höckerigem Kücken, eingebogenem Bauchrande, 
an den sich der kurze gewölbte Vorderrand nahezu unter einem rechten 
Winkel anschliesst. Die Oberfläche ist glatt, ziemlich rasch gegen den 
Bauchrand abfallend, nach dem Rücken gleichmässig abschüssig. Im Innern 
der Schale befindet sich unter dem Rande eine Lamelle, welche auf der 
Vorder- und Hinterseite weiter hervortritt, als gegen unten, an dem Rücken- 
Rande jedoch verschwindet. Länge 0,5 Mm. 

Mit der vorigen Art zu Aubigne (Sarthe). 



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277 



7. Terebella ef. lapüloides Goldf. 
Etallon vereinigt eine im Spongitien (Zone des Amtnonites transversarius) 
von St. Claude (Jura) vorkommende Terebella mit der von Goldfuss aus 
höheren Jura-Schichten beschriebenen Art. 

8—17. Serpula spec. div. 
Etallon zählt 7 verschiedene Serpula- Arten aus dem Spongitien (Zone 
des Amtnonites transversarius) von St. Claude (Jura) auf, wozu Cartier 
noch 3 bei Oberbuchsiten (Canton 8olothurn) in gleichem Niveau vor- 
kommende Species fügt. Auch zu Birmensdorf (Canton Aargau) und zu 
Niort (Deux-Sevres) fanden sich mehrere meist auf Schwämmen sitzendo 
Exemplare. 

18. Belemnites hastatns Blainv. 

1827. BdemniU» hastatut Blaiur. M£m. mr leg Bolemn. Tab. I, Fig. 4. 
Belcmmtes Iwutatw setzt sich aus den obersten Lagen der Kelloway- 
Gruppe bis zur Zone des Anmonites transversarius fort und erlischt hier 
unter besonders häufigem Vorkommen von Formen, wie sie d'Orb. Tab. XIX, 
Fig. 8 — 10 zeichnet In tiefern Lagen sind die Exemplare schlanker und 
beinahe ohne Ausnahme symmetrisch gebildet. Es ist desshalb nicht un- 
wahrscheinlich, dass diese angeblichen Monstruositäten mit eigentlichen Spe- 
cies-Unterschieden zusammenhängen. Zone des Amtnonites transversarius 
von Paczaltowice und Trzebinia (Galizien), Oberhochstadt, Tbal- 
mäsaing, Streitberg (Bayern), Lautlingen (Württemberg), Zollhaus, 
Sieblingen, Küssaburg (Baden), Birmensdorf (Canton Aargau), 
Firstwand am Glärnisch und Schilt (Glarner Alpen), St. Claude 
(Jura), Trept (Isere), Berg Crussol bei Valence (Ardeche), Niort 
(Deux-Seres). 

19. f Belemnites latesuloatlts (Voltz) Thurmann. 

Ich führe diese zweifelhafte Art nur an, um einen Theil der Wider- 
sprüche zu beseitigen, welche sich an die Bezeichnung Belemnites latesulcatus 
allmählig geknüpft haben. Nach Thurmann 's erstmaliger öffentlicher Er- 
wähnung (Essay 1832, p. 27) gehört die Voltz'sche Species den Oxford- 
Thonen an, wofür auch die späteren Angaben Etallon's, welcher die Art 
aus demOxfordien und Spongitien von St. Claude (Jura) angibt, sprechen. 

Es sind vielleicht nur die mit besonders breiter Furche versehenen 
Exemplare darunter zu vorstehen, welche bisher gewöhnlich mit Belemnites 
hastatus vereinigt wurden. 



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(74) 



273 



Dass die Speoies von d'Orbigny (Prodr. XII, 2) richtig gedeutet wurde, 
welcher dieselbe in das Callovien versetzt, und die Abbildung eines im 
Buchhandel nicht existirenden Werkes citirt, ist unwahrscheinlich. 

20. Belemnites nnicanalicnlatns Ziet. 

1832. Belemnites unkanaliculatus Ziet. Tab. XXIV, Fig. a 
Eichberg bei Blumberg (Baden), Trept (Isere), Berg Crussol 
bei Yalence (Ardeche). Beginnt in der Zone des Amnwnites transversarius^ 
erstreckt sich jedoch bis zur mittlem und obern Region der Malmformation. 
Vermuthlich wird es später gelingen, mehrere Arten zu unterscheiden. 

21. Belemnites Argovianns Mayer. 

1843. Belemnites Sauvanausus (pars) d'Orb. Pal. fr. Terr. jurass. I. Tab. XXI, 
Fig. 4, 5. 

1862. Belemnites Argovianus Majer. Liste des Belemn. jurass. p. 14. 
Trzebinia (Galizien), Eichberg bei Blumberg (Baden), Frick- 
thal und Birmensdorf (Canton Aargau), St. Claude (Jura), Trept 
(Isere). Doch weicht die gewöhnliche Form der an genannten Lokalitäten in 
der Zone des Amnwnites transversarius verbreiteten Species von derjenigen 
der d'Orbigny'schen Figur wesentlich ab. Scheint auch in höhere Schichten 
überzugehen. 

22. Belemnites Sauvanansns d'Orb. 

1843. Bekmnites Sauvanausus (pars) d'Orb. Pal. fr. Terr. jurass. 1. Tab. XXI, 
Fig. 1—3. 

1862. Belemnites Saucanausus Mayer. Liste des Belemn. jarass. p. 8. 
Vereinzelt in der Zone des Ammonites transversarius. Schilt in den 
Glarner Alpen und Kuchen stock in Unterwaiden (Schweizer Hochgebirge). 
Findet sich auch in tieferen Zonen der Oxford- und Kelloway-Gruppe. 

23. Nautilus spee. indet. 

Zone des Ammonites transversarius zu Birmensdorf (Canton Aargau). 

24. Rhvnehoteuthis spec indet. 

Zone des Atnm. transversarius. Berg Crussol bei Valence (Ardeche). 

25. Peltarion Argorianum Opp. 

Hierher gehören die in der Zone des Amnwnites transversarius vorkom- 
menden Exemplare von Peltarion , deren Existenz zuerst durch die Schriften 
von Mösch (1856 Flötzgeb. im Canton Aargau p. 53) und von Etallon 
(Eaq. d'une Descr. g6ol. du Haut-Jura p. 36) bekannt wurde. Die Art wird 



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279 



(75) 



daselbst unter der Bezeichnung Problematicum Quenst. von Zeihen (Aar- 
gauer Jura) und von 8t. Claude (Jura) angeführt. Doch wurde bisher 
nicht untersucht, ob die Exemplare der verschiedenen Spongitenhorizonte 
zu derselben Species gehören. Ueber die weitere Verbreitung der Gattung 
Poltarion Deslongch. (Scaphanidia undCyclidia Rolla) vergl. Quenst. 
1852, Handb. Tab. 55, Fig. 45. Quenst. Jura Tab. 81, Fig. 8. Des- 
longchamps 1858, Bullet. Soc. Linn, de Norm. III, p. 48. Deslongch. 
1863, Notes paleontol. p. 23. Rolle 18G2, Ueber eine neue Cephalopoden- 
Oattung. Sitzungsbericht der kaiserl. Akad. der Wissenschaften Bd. 45, 
p. 119. Moore 1861, Quarterly Journal of the geoL Society, Tab. XVI, 
Fig. 28. 

26. Aptychus spec. indet. 

Die gerippten Aptychen, welche in der Zone des Ammonites transver- 
sarius nicht selten vorkommen, und welche vermuthlich den Familien der 
Flexuosen, Canaliculaten und Trimarginaten angehören, konnten 
den einzelnen nach der Form ihres Gehäuses unterschiedenen Ammoniten- 
Arten bisher nicht zugetheilt werden. Sie fanden sich am Eichberg bei 
Bluiuberg (Baden), Birmonsdorf (Canton Aargau), St. Claude (Jura), 
Berg Crussol bei Valence (Ardeche). 

27. AptychtLs Oegir? Opp. 

Uebergänge in der Form und allgemeine Uebereinstiminung der Loben- 
Zeichnung zwischen Perarinaten, Biarmaten und Bispinosen- Ammo- 
niten machen es wahrscheinlich, dass die Aptychus-Rcste mit celluloser 
Structur, welcho in der Zone des Ammonites transversarius gefunden wer- 
den, zu Ammonites Oegir (Perarmat) gehören. Sollte sich diese Vermuthung 
bestätigen, so würde Aptychus Oegir als besondere Art zu streichen und 
mit der gleichnamigen Ammoniten-Species zu vereinigen sein. Eichberg 
bei Blumberg (Baden), St. Claude? (Jura), Berg Crussol bei Valence 
(Ardeche), Niort (Deux-Sevres). 

28. Ammonites Arolicns Opp. 

18ß2. Ammonites AroHcus Opp. Pol. Mittheil. p. 160 und p. 188. Tab. M, 
Fig. 1, 2. 

Zone des Ammonites transrersarius von Pac/.altowice und Trzebinia 
(Gali/.ien). Voglarn bei Passau (Niederbayern), Wannenthal und Laut- 
lingen (Württemberg), Blumberg, Fützen, Sieblingen, Bechters- 
buhl (Baden), Birmensdorf, Frickthal, Bötzen (Canton Aargau), 
Oberbuchsiten (Canton Solothurn), Noiraigne im Val Travers (Canton 



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(76) 



280 



Neuchatel), Schilt und Walenstadt (Schweizer Alpen), Umgebungen von 
Salins (Jura), Tenay (Ain), Trept (Isere), Berg Crussol bei Valence 
und Yoyeuse bei Aubenas (Ardeche), Gigondas (Vaucluse), StMaixent 
und Niort (Deux-8evres). Erstreckt sich bis zu der Zone des Ammonites 

29. Ammonites stenorhynchus Opp. 

1863. Ammonites stenorhynchus Opp. PaL Mitth. p. 189. Tab. 52, Fig. 1. 
Zone des Antmonites transversarius zu Baczyn (Galizien), Lautlinge n 
und Wannenthal (Württemberg), Blumberg (Baden), Frickthal und 
Birmensdorf (Cant. Aargau). Erstreckt sich vermuthlich noch etwas hoher 
bis in die mergeligen Schichten der Terebratuia impresso. 

30. Ammonites trimarginatns Opp. 

1862. Ammonites trimarginatus Opp. Pal. Mitth. p. 159. Tab. 50, Fig. 2. 
Ursprunglich aus den geschichteten Kalken des Ammonites Haufßanus 

vom Hundsrück bei Balingen beschrieben, wurde die Species seither auch 
in der tiefern Zone des Ammonites transversarius an folgenden Lokalitäten 
nachgewiesen: Birmensdorf (Cant. Aargau), Gigondas (Vaucluse), Niort 
(Deux-Sevres). 

31. Ammonites subclansns Opp. 

1863. Amtnonites subclausus Opp. Pal. Mittb. p. 19a Tab. 52, Fig. 3. 
Zone des Ammonites transversarius zu Paczaltowice, Trzcbinia 

und Grojec (Galizien), Wannenthal und Lautlingen (Württemberg), 
Blumberg (Baden), Frickthal und Birmensdorf (Aargau), Tenay 
(Ain), Gigondas (Vaucluse), Rians (Var), Niort (Deux-Sevres), Frias 
(Spanien). Reicht bis in die untere Region des Impreasa-Thones. 

32. Ammonites Bruckneri Opp. 

1863. Ammonites Bruckneri Opp. Pal. Mittb. p. 192. Tab. 54, Fig. 4 a. 
Zone des Ammonites transversarius : B 1 u m b 6 r g ( Baden), Berg C r u s s o 1 
bei Yalence (Ardeche). 

33. Ammonites canalienlatas Buch. 

1831. Ammonites canaliculatus Bach. Recveil de Planches de Petrific. remarq. 
Tab. I, Fig. 6—8. 

Zone des Ammonites transversarius: Paczaltowice und Trzebinia 
(Galizien), Wannenthal und Lautlingen bei Balingen (Württemberg), 
Eichberg bei Blumberg (Baden), Frickthal und Birmensdorf (Gant. 
Aargau), Oberbuchsiten (Cant. Solothurn), Umgebungen von Salins und 



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281 



(77) 



von St. Claude (Jura), Nantua (Ain), Trept (leere), Rians (Var), 
Aubigne (Sarthe), St. Maixent und Niort (Deux-Sevres), Frias (Spa- 
nien). Reicht bis in die untere Region des Impressa-Thones. 

34. Ammonites hispidus Opp. 

1863. Ammonites hispidus Opp. Pal. Mittheil. p. 193. Tab. 52, Fig. 2. 
Zone des Ammonites tratisversarit4S zu Streitberg in Oberfranken 
(Bayern), Lajutlingen bei Balingen (Württemberg), Bechtersbohl bei 
Thiengen (Baden), Frickthal und Birmensdorf (Aargau), Trept (Isere), 
St. Maixent (Deux-Sevres), Frias (Spanien). Findet sich auch rostgelb 
verkiest in den thonigen Lagen an der Basis der Zone der Terebr. impresso. 

35. Ammonites alternans Buch. 

1831. Ammonites alternans L. v. Bach. Reoaeil de Planches des Petrification« 

rem. Tab. VII, Fig. 4. 
1837. Ammonites alternans Posch. Pol. Pal. p. 155. Tab. XIII, Fig. 12. 

Von Pusch aus dem Jura von Hloszowa (Krakau) erwähnt, woselbst 
sie von Zeuschner gesammelt wurde, fand sich die Art spater noch an 
zahlreichen Lokalitäten des Polnischen Jura. Ausserdem Bechtersbohl bei 
Thiengen (Baden), Birmensdorf (Cant. Aargau), Umgebungen von Saline 
und von St. Claude (Jura), Tenay (Ain), Berg Crussol bei Valence 
(Ardeche). Beginnt in der Zone des Amm. transversarius und setzt sich 
gegen oben bis in die mittlere Region der Kimmeridge-Gruppe fort 

36. Ammonites tenniserratns Opp. 

1863. Ammonites tenuiserratus Opp. Pal. Hitth. p. 200. Tab. 53, Fig. 2 a — o. 
Zone des Ammonites transversarius. Hornussen, Kreisacker und 
Birmensdorf (Aargau), Berg Crussol bei Valence (Ardeche), Rians 
(Var), Niort (Deux-Sevres). 

37. Ammonites crenatns Brug. 

1792. Ammonites crenatus Brug. Encycl. meth. I, p. 37. 
Zone des Ammonites transversarius. Trzebinia (Galizien), Bechters- 
bohl bei Thiengen (Baden), Birmensdorf (Aargau), St. Claude (Jura), 
Berg Crussol bei Valence (Ardeche), Rians (Var), Niort (Deux-Sevres). 
Erstreckt sich gegen oben bis zu der Zone der Terebratula impressa. 

38. Ammonites politns Opp. 

1863. Ammonites lophotus (pars) Opp. Pal. Mitth. Tab. 53, Fig. 4 (nonFig. 3). 
Zone des Ammonites transversarius zu Bechtersbohl bei Thiengen 
(Baden), Birmensdorf (Aargau), Yoyeuse bei Aubenas (Ardeche). 



(78) 



2S2 



89. Ammonites Hyaeinthus d'Orb. 

1818- Ammonites Hyaeinthus d'Orb. Pal. franc. Terr. jarass. I, p. 672 (pars). 
1851. Ammonites Hyaeinthus d'Orb. Prodr. XIII. 50 (pars). 

Eine dem Ammonites microdomus Opp. nahestehende Art aus der Zone 
des AmmoniUs transversarius von ftiort (Deux-Sevres). Der im Prodrome 
von Neuvizi erwähnte Ammonit gehört zu einer verschiedenen Species, 
dagegen findet sich Ammonites Uyacinthus zweifelsohne auch in den Spon- 
gitenschichten von Birmensdorf (Canton Aargau.) 

40. Ammonites Erato d'Orb. 

1848. AmmoniUs Erato d'Orb. PaL fr. Terr. jorasj. Tab. 201, Fig. 3-6. 
Zone des Ammonites transversarius : Paczaltowice und Trzebinia 
(Ualizien), Birmensdorf (Canton Aargau), Berg Crussol bei Valence 
(Ardeche) Gigondas (Vaucluse), Iii ans (Var), Kiort (Deux-Sevres). Er- 
streckt sich auch in tiefere und höhere Lagen, doch ist der verticale Ver- 
breirungsbezirk dieser Species noch nicht genauer ermittelt. 

41. Ammonites Anar Opp. 

1863. Ammonites Anar Opp. Pal. Mitth. p. 207. Tab. 55, Fig. 1 a— d. 
Zone des Ammonites transversarius: Trzebinia, Grojec (Galizien), 
Birmensdorf, Thalheim, Frickthal (Canton Aargau), Berg Crussol 
bei Valence (Ardeche). 

42. Ammonites öessneri Opp. 

1863. Ammonites Gesaneri Opp. PaL MittheiL p. 208. Tab. 51, Fig. 2 a — d. 
Zone des Ammonites transversarius: Birmensdorf (Canton Aargau), 
First wand am Glärnisch (Canton Glarus). 

43. Ammonites Bachianns Opp. 

1803. Ammonites Bachianus Opp. Pal. MittheU. p. 208. Tab. :»:., Fig. j. 
Zone des Ammonites transversarius: Trzebinia, Mloszowa, Grojec 
(Galizien) Frickthal, Birmensdorf (Canton Aargau), Oberbuchsiten 
(Canton Solothurn), Trept (Isere), Yoyeuse bei Aubenas, la Voultc, 
Berg Crussol bei Valence (Ardeche), Rians (Var), Niort (Deux-S^vrcs). 

44. Ammonites semi planus Opp. 

1803. Ammonites semiplanus Opp. Pal. Mittheil. p. 209. Tab. i>:>, Fig. 4. 
Zone des Ainmonites transversarius: Birmensdorf und Frickthal 
(Canton Aargau), Trept (Isöre), Rians (Var). 



283 



(79) 



45. Amnionitis («llfeerus Opp. 

Ammonites callicerm Opp. Pal. Mitthell. p. 210. Tab. 55, Fig. 2, 3. 
Zone des Antm. transversarius: Trzebinia (Galizien), Birmensdorf, 
Thalheira und Frickthal (Cant. Aargau), Oberbuchsiten (Cant Solo- 
thurn), Firstwand am Glärnisch (Glarner Alpen), Trept (Isere), Yoyeuse 
bei Aubenas und Berg Crussol bei Valence (Ardeche), Rians (Var), 
Niort (Deux-Sevres). 

46. Animonites G nielin i Opp. 

1863. Ammonites Gmelini Opp. Pal. Mittheil. p. 210. Tab. 54, Fig. 7 a— c. 
Zone des Amm. transversarius : B i r m e n s d o r f (Cant. Aargau ), 1 a V o u 1 1 e 
und Berg Crussol bei Valence (Ardeche), Rians (Var). 

47. Ammonites Maufredi Opp. 

1863. Ammonites Manfredi Opp. Pal. Mittheil. p. 215. Tab. 57, Fig.2a-c. 
Zone des Anm. transversarius von Trzebinia (Galizien), Bechters- 
bohl bei Thiengen (Baden), Kreisacker bei Brugg, Birmensdo rf (Cant 
Aargau), Berg Crussol bei Valence (Ardeche). Erstreckt sich auch in die 
darüberliegende Zone der Terebraitda impresso. 

48. Ammonites tortisnleatns d'Orb. 

1840. Ammonites tortisulcaius d'Orb. Terr. cfet. I, p. 162. Tab. 51, Fig. 4-6. 
Terr. jutmi. I, 1847 p. 189. 

Zone des Anm. transversarius: Zalas westl. von Krakau (Galizien), 
Birmensdorf (Cant Aargau), Firvtwand amGlärnisch und Walenstadt 
(Schweizer Hochgebirge), St. Claude (Jura), Trept (Isere), Yoyeuse 
bei Aubenas, la Voulte, Berg Crussol bei Valence (Ardeche), Gigondas 
(Vaucluse), Niort (Deux-Sevres). Geht in höhere und tiefere Lagen über. 

49. Ammonites spec. indet. (Fimbriat), 

Zone des Amin, transversarius: Berg Crussol bei Valence (Ardeche).. 

50. Ammonites Oegir Opp. 

1863. Ammonites Oegir Opp. Pal. Mittheil. p. 226. Tub. 63, Fig. 2. 
Zone des Amm. transversarius: Trzebinia (Galizien), Puchow (Un- 
garn), Voglarn bei Passau und Oberhochstadt bei Weissenburg (Bayern), 
Birmensdorf, Frickthal, Trimbach (Cant. Aargau), Umgebungen von 
Salins und von St. Claude (Jura), Trept (Isere), Berg Crussol bei 
Valence (Ardeche), Niort (Deux-Sevres). 

(6) 19 



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(80) 



284 



51. Amnionites Rotnri Opp. 

1863. Ammonites Rotari Opp. Pal. Mittheil. p. 227. T»b. 63, Fig. 3. 
Zone de» Amm. transversarius : Bozen bei Brugg (Cant. Aargau). 

52. Ammonites Meriaui Opp. 

1803. Ammonites Meriaui Opp. Pal. Mittheil. p. 230. Tab. 65, Fig. 1. 
Zone des Amm. transversarius: Frickthal und Birmensdorf (Cant. 
Aargau). 

53. Ammonites tnnsversarins Quenst 

1847. Amnionitis transversarius Quenst Ceph. p. 199. Tab. XV, Fig. 12. 
1847. Ammonites Toueasianus d'Orb. p. 508. Tab. 190. 

Zalas und Mirow westlich von Krakau und Rogoznik in Galizien, 
Puchow in Ungarn (Oesterreich), Amberg in der Oberpfalz (Bayern), 
Lautlingen (Württemberg), Pützen, Blumberg (Baden), Birmens- 
dorf (Cant. Aargau), St. Croix (Cant. Vaud), Erzcck übor Engstlen Alp 
(Berner Oberland), Rottenstein (Tiroler Alpen), St. Claude (Jura), Tenay 
(Ain), Gigondas (Yaucluse), Rians und Caussol (Var), Chatel-Censoir 
(Yonne), Aubigne (Sarthe), Niort (Deux-Sevres), Frias (Spanien), Batna 
und Ouarenccnis (Algier). 

54. Ammonites Cliapnisi Opp. 

1847. Ammonites mierostoma impressae Quenst Ceph. Tab. XV, Fig. 6. 
1857. Ammonites Chapuisi Opp. Juraform. p. 605. 

Zone des Amm. transversarius: Birmensdorf (Cant. Aargau) und 
vermuthlich St. Claude (Jura), wie 'aus der von Etallon erwähnten 
d'Orbigny 'sehen Art Amm. Aeropus hervorzugehen scheint. Da sich die 
Kieskerne aus den Tmpressa-Thonen von Reichenbach bei Boll früher 
ausschnüren und kleiner bleiben als die verkalkten Exemplare von Birmens- 
dorf, so ist es nicht unwahrscheinlich, dass letztere einer besondern Art 
angehören, für welchen Fall ich die Species Ammonites glomns nenne. 

55. Ammonites Collinii Opp. 

1863. Ammonites Cottinii Opp. Pal. Mittheil. p. 235. Tab. 65, Fig. 3, 4. 
Zone des Ammonites transversarius von Grojec im Reg. -Bez. Krakau 
(Oesterreich) und von Birmensdorf (Canton Aargau). 

56. Ammonites Hiemeri Opp. 

1863. Ammonites Hiemeri Opp. Pal. MitttteiL p. 243. Tab. 65, Fig. 6. 
Zono des Amm. transversarius : Birmensdorf (Cant. Aargau). 



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285 (31) 



57. Ammonit«s Schill! Opp. 

1863. AmmoniUt SckOli Opp. PaL MittheU. p. 215. Tab. 65, Fig. 7. 

Zone des Amm. transversarius von Trzebinia und Grojcc Reg.-Be*. 
Krakau (Galizien), Puchow an der Waag (Ungarn), Kreisacker nord- 
westlich von Brugg* (Cant. Aargau). 

58. Ammonites plicatilis Sow. 

1817. Ammonites pliaUÜis 8ow. Min. Coach. Tab. CLXTI. 
Zone des Amm. transversarius von Trzebinia, Mloszowa und Pa- 
caaltowice bei Krakau (Galizien), Puchow an der Waag (Ungarn), 
Voglarn bei Tassau und Amberg in der Oberpfalz, 8treitberg und 
Oberhochstadt in Franken (Bayern), Lautlingen bei Balingen (Würt- 
temberg), Zollhaus, Fütaen, Sieblingen (Baden), Birmensdorf, 
Frickthal (Cant. Aargau), Oberbuchsiton (Cant Solothurn), Rüchen- 
stock in Unterwaiden (Schweizer Hochgebirge), Umgebungen von Salin» 
und von St Claude (Jura), Kantua (Ain), Trept (Isdre), Yoyeuse bei 
Aubenas und Berg Crussol bei Valence (Ardeche), Niort (Deux-Sevres), 
Frias (Spanien). Weit verbreitete Art, welche sich in höhere und tiefere 
Zonen erstreckt 

59. Amnionitis chluroolitkicus GümbeL 

1864. AmmomU» chlorooUthicus GümbeL Oeagn. Verb, der frank. Alp p. 55. 
8eparatabdr. au* EiebU Bararia Bd. III, Buch IX. 

Zone des Amm. transversarius von Streitberg und Oberhochstadt 
in Franken (Bayern). Es wäre möglich, dass auch, noch andere bei der 
vorigen Species angeführte Lokalitaten sich auf Vorkommnisse des Ammonites 
chlorooUthicus bezögen. 

60. Ammonites Martelli Opp. 

1863. AmmoniUs Martelli Opp. Pal. Mitthefl. p. 247. 
Zone des Amm. transversarius. Polnischer Jura westlich von Krakau 
zu Trzebinia. Eines der besterhaltenen Exemplare wurde von Herrn 
Schichtmeister Fallaux in dem Jurakalk zu Tenczy unweit der Station 
Crzeszowice gesammelt Oberhochstadt bei Weissenburg in Mittelfranken 
(Bayern), B ö z e n bei Brugg (Cant Aargau), Umgebungen von S a 1 i n s (Jura), 
Aubigne (Sarthe). 

61. (hemnitzia Heddingtonensis Sow. apec. 

1813. Mtlania Heddingtonenns Sow. Hin. Concb. Tab. XXXIX, Fig. 2. 
Zone des Amm. transversarius von Aubigne (Sarthe). Geht auch in 
die zunächst angrenzenden Zonen über. 

(6*) 19» 



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(82) 286 



62. Chemnitzia spec. indet 

Zone des Amm. trunsversarius von Niort (Deux-8evrea>. Steinkern, 
vielleicht zu Chemniteia Blandina d'Orb. gehörig. 

63. Natica cf. (Hytia d'Orb. 

185a Natica Clytia? dOrb. Prodr. XIII, 9 » 

im. Natica Clytia (pars) d'Orb. Terr. jur. II, p. 2(X). Tab. 292, Fig. 3-4. 
Einige Steinkerne von Niort (Deux-Sevres). Ich vermuthe, das» 
d'Orbigny mehrere Arten unter der Bezeichnung Natica Clytia vereinigte. 

64. Neritopsis albida Scheuchz. spec. 

1752. Neritite* albidtut u. s. w. Bcbeuchx. Natur- Hietorie des Schweizerlande« 
III, p. 275, Fig. 59. 

Zone des Amm. traiisversarius von Birmcusdorf (Cant. Aargau). 
Scheuchzer erwähnt diese Art vom Lägernberg. 

65. Pleuroiomaria spec. indet 

Unvollständig erhaltene, verschiedenen Species angehörige Steinlierne, 
von welchen schon 1708 in Lang's Hist. Lap. Tab. XXX und 1752 in 
Scheuchzer Nat. H. Fig. 64, 65 mehrere angeblich vom Lägern her- 
rührende Stücke abgebildet wurden, finden sieb nicht selten in den ver- 
steinerungsreichen Mergel-Schichten des Amm. transversaritts zu Bir Hiens- 
dorf (Cant. Aargau), woselbst ohne Zweifel auch die Lnng'schen und 
Schcuchzer'schen Exemplare gesammelt wurden. 

66. Pholadomya parcicosta Agass. 

1842. Pholadomya parcicosta Aga». Myei Tab. VI, Fig. 7—8, Tab. VI b, c. 
Klein Lützel (Cant. Solothurn), Umgebungen von Salins und St. 
Claude (Jura), Nantua (Ain), Aubigne (Sarthe). Wurde in den spon- 
gitenreichen Lagen der Zone des Amm. transversarius bisher nicht aufge- 
funden, charakterisirt dagegen die thonigen Niederschläge, welche sich in 
der obern Hälfte der Oxford-Gruppe als schlammige Uferbildung in vielen 
Gegenden ausbreiten. Doch beginnt diese eigentümliche Facies gewöhnlich 
erst über der Zone des Amm. transversarius. 

67. Pholadomya laevi&scula Agas». 

\m. Pholadomya laeviuscula Aga«. Mye« p. 131. Tab. VIII, Fig. 13-15, 
Tab. VI', Fig. 8-1U. 

Umgebungen von Salins (Jura), Aubigoe (Sarthe). Findet sieh in den 
gleichen Schichten wie die vorhergehende Species. 



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287 



(«») 



r.». l'holadoinya rf. coiioentriea Rom. 

183t». Pholadomya concentriea K3m. Ool. p. I». Tab. XVI, Fig. 2. 
Häufig zu Chappois, Supt und Montmarlon in den Umgebungen 
von Sali na (Jura). Marco u führt ausser Phol. parcicostu, cardissoides und 
tumida noch zahlreiche andere Pholadomyen -Arten aus dem Argovien des 
Jura-Departements an. Seinen Beobachtungen zufolge fehlen die Spongiten 
da wo die Myaciten häutiger auftreten und umgekehrt. 

69. Pholadomya ringulata Agass. 

18*2. Pholadomya cingulat« Agus. Jfyes p. 133. Tab. VI . 
Mehrere benachbarte Arten, welche sich an Pholadomya cingulata an- 
schliessen, wie Pholadomya aaminata Ziet. Pholadomya clathrata Ziet. und 
Quenst. werden in der Literatur von verschiedenen Lokalitäten erwähnt, an 
welchen dieselben in der Zone des Ammonites transversarius vorkommen. 
Da es mir an Vergleichsmaterial fehlt, so unterbleibt eine genauere Prüfung 
ihrer Morkmale vorläufig. Aargauer Jura und Umgebungen von Satins 
und St. Claude (Jura). Vergl. 1846 Marcou Rech, sur le Jura Snlinois 
p. 93. Mösch 1856 Plötzgeb. im Cant. Aargau p. 53. Etallon 1857 Esq. 
dune Descr. geol. du Haut Jura p. 34. Waagen 1864 Der Jura in Fran- 
ken, Schwaben und der Schweiz p. 198. 

70. Trigonia npec. indet. 

Zone des Amm. transversarius von Aubigne (Sartbe). Die seltenen 
Vorkommnisse von Trigonien, welche bisher in der Zone des Amm. trans- 
versarius nachgewiesen werden konnten, beschränken sich auf diejenigen 
Lokalitäten, an welchen dieser Horizont in Myaciten und Ausrern-Facics 
entwickelt sich zeigt; während an den Lokalitaten, an denen Spongitenfacics 
herrscht, wie in den höheren jurassischen Scyphien kalken, so auch in der 
Zone des Amm. transversarius die Reste von Trigonien gänzlich fehlen. 

71. Cyprina Calliope d'Orb. 

1K»0. Gyprina Calliope d'Orb. Prodr. XIII, 279. 
Eine vermuthlich aus der Zone des Amm. transversarius stammende 
Muschel, welche d'Orbigny von Fontenelay bei Besancon (Doubs) und 
von Niort (Deux-Sdvres) anführt. 

72. I nicardium globosnm Agass. spec. 

Mactromya globosa Ajjmj. Myes p. 2<H). Tab. IX d, Fig. !)— Ii. 
l.HjO. Vnicardium globoxum d'Orb. Prodr. XIII, 313. 

Oünsberg (Cant. Solothurn), Brillat bei Pont de fil-de-fer und St. 

Claude (Jura). Den Bestimmungen J. Marcou's und Etallon's zufolgn 

dürfte das Niveau dieser Muschel der Zone der Terebrattda impresso- entsprechen. 



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(84) 



238 



73. Isocardia Schüli Opp. 

Höhe 28 Hm., Länge 29 Mm., Dicke 26 Mm. Wirbel kräftig und stark 
fibergebogen, beinahe zusammenstossend. Gleicht der von d'Orbigny Terr. 
cret. Tab. 250, Fig. 9 — 11 abgebildeten Isocardia Neocomiensis, doch ver- 
jüngt sich das hintere Ende rascher als das bei letzterer Art, auch ist die 
Aussenseite des Steinkerns von Isocardia Sckitti schon in der Wirbelgegend 
mit feinen radialen Streifen bedeckt, welche sich jedoch leicht vorwischen. 
Wurde von H. Dr. Schill in der Zone des Anmonites transversarius an 
der Wannensteige bei Zollhaus (Baden) angefunden. Isocardia tenera 
Etailon (von Sow.) aus dem Spongitien von 8t. Claude (Jura) und Iso- 
Cftrdia elongata (PZiet.), welche Mosch aus dem Aargauer Jura anfuhrt 
(Mosch Flötzgeb. p. 53), durften zu der gleichen Species gehören. 

74. Isoarca cordiformfa nov. spec. 

1752. Concha cordi formt* u. s. w. 8cbeuchz«r. Natur -Historie des Schweiler- 
Landes III, p. 292. Fig. 80. 
)&)?. Isocardia truncata P Etall. Esq. geol. du Haut- Jura p. 34 (nou Ooldf.). 
18G1. Isoarca Lochcnsis? Cartier, Verband!, der naturf. Ges. iu Basel III, p. 53. 

Zone des Amtn. transversarius von Trzebinia (Oalizien), Birmens- 
dorf (Cant. Aargau), St Claude (Jura), Niort (Dcux-Sevres). 

75. Leda spec. ladet, 

1857. Leda nuda (pars) EtaUon. Esq. d'une Descr. geol. da Haut-Jura p. 34 
(Young * Birdf). 

8pongitien (Zone des Amm. transversarius) von St. Claude (Jura). 

76. Nacnla spec. ladet. 

Zono des Amm. transversarius von Fützen (Baden), Birmensdorf 
(Cant. Aargau). Vergl. N. Calliope d'Orb. von Etallon Esq. d'une Descr. 
geol. du Haut -Jura p. 34 aus dem Spongitien von St. Claude (Jura) 
angeführt. 

77. Area spec, lud. 

Steink ern einer kleinen Art mit aufgeblähten Wirbeln von Niort 
(Deux-Sevres). 

78. MytilDs ef. Villerseasis Opp. 

Vergl. im Vorhergehenden p. 218(14). Zone des Amm. transrersarius 
von Aubigne (Sarthe). 



(85) 



79. MytiliLs Stnderi Opp. 

Von ähnlicher Form und Umfang wie Modiola tetmstriata Ooldf., doch 
ist die Oberflüche der Schale statt mit feineren Streifen mit unregelmässigen 
Runzeln bedeckt. Zone des Amm. transversarius von Trzcbinia westlich 
von Krakau (Galizien). Von IL C. Möse h wurde die Speciea in zahlreichen 
Exemplaren an mehreren Punkten des Aargauer Jura gesammelt, loh 
benenne dieselbe Herrn Professor Stüde r in Bern zu Ehren. 

80. Lima Niortoosta Opp. 

Kleine Muschel von 23 Mm. Länge mit glänzender Schale, deren Ober- 
fläche eine ähnliche Punktation zeigt, wie die von Goldfuss Tab. 101, Fig. 2 
abgebildete Speciea. Doch fehlen bei Linkt Niortensis die feinen concen- 
trischen Vertiefungen, indem sich nur vereinzelte Anwachsringe in unregel- 
mässigen Zwischenräumen bemerklich machen. Zone des An»», transversarius 
von Niort (Deux-Sevres). 

81. Lima (Ctenostrea) Marronsana Opp. 

1846. Lima tuhrtriata Marco u. Roch. geoL gar le Jura salinois p. 92. M6tn. 
8oc. g&ri de Fr. T Bd. I. (non Ooldf.). 

Eine von Lima pectini/ormis verschiedene Art, welche ich ihrer eigen- 
tümlichen blättrigen Schalenbeschaffenheit und anderer bezeichnender Merk- 
male wegen mit der fitchwald'tscaen Gattung Ctenostreon vereinige. Iläufig 
in der Zone des Atnmonites transversarius zu Aubigne (Sarthe), seltener 
im Argovien von Supt (Jura). Ein Exemplar von Supt, welches mir von 
J. Marco u mitgctheilt wurde, stimmt mit den bei Aubigne gesammelten 
Stöcken vollständig aberein. 

82. Ferna spee indet. 

Zone des Amm. transversarius von Aubigne (Sarthe). Dieses Genus 
acheint der Myaricr-Faciea ausschliesslich eigenthümlich zu sein. 

83. Pecten spee. indet. 

Kleine Speciea, deren beinahe glatte Oberfläche feine concontrische 
Linien zeigt Zone des Amm. transversarius von Aubigne (Sarthe). 

84. Peeten sabpunetatus Goldf. 

1833. PtcUn $ubpnnctatua Ooldf. II, p. 48. Tab. IX, Fig. 13. 

1861. PecU* subpumeiatus Cartier. Verhandl. n«t. Oo». in BaieL III, p. 53. 

Zone des Amm. transversarius von Eichberg bei Blumberg (Baden), 
Oberbuchsiten (Cant. Solothurn), Noiraiguo im Val Travers (Canton 



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2yu 



Neuchätel), St. Claude (Jura), Tenay (Ain). Erstreckt sich bis zu der 
Zone des Ammonites bimammutus, aus welcher die Species zuerst beschrie- 
ben wurde. 

85. Pecten vimineus Suw. 

1826. Pecten vimineu» 8ow. Tab. .>C(, Fig 1, 2. 
Fehlt in den Cephalopoden - reichen Spongitenachichtcn der Zone dos 
Ammonites transversarius, findet sich dagegen in Bildungen gleichen Alters, 
jedoch verschiedener Facies zu Aubigne, südlich von le Mans (Sarthe). 
Gegen oben erstreckt sich Pecten vimineus bis zu der höheren Zone des 
Cidaris florigemma oder des „Coralbne Oolite u , aus welchem die Spccics 
zuerst beschrieben wurde. 

86. Pecten Inaeqnicostatus Phill. 

1829. Pecten inaequicostatus Phill. Tab. IV, Fig. tO. 
1836. Pecten octocoetattu Röm. Ool. Tab. III, Fig. 18. 

Mit der vorigen Art, sowie zu Mesmay bei Quingey (Jura). 

87. Hinnites cf. velatns Goldf. spec. 

1836. Spondylus txlatus Goldf. Tab. CV, Fig. 4, p. 94. 
Zone des Amm. transiersarius von Birmensdorf (Cant. Aargau), 
Xoiraigue im Val Travers (Cant. Neuchätel), St. Claude (Jura). Beschränkt 
sich nicht auf die einzige Zone, sondern erstreckt sich auch in höhere 
Schichten , doch wurde der verticale Verbreitungsbozirk dieser Species bisher 
nicht mit Genauigkeit ermittelt. 

88. Plicatula spec. indet. 

Mösch erwähnt eine noch unbestimmte Art der Gattung Plicatula aus 
den Birmensdorfer Schichten des Aargauer Jura, während Etallon eine 
Species als Plicatula tubifera aus gleichem Niveau von St. Claude (Jura) 
anführt. Auch in den thonigen Schichten von Aubigne (Sarthe), welche 
sich dorten in der oberen Kegion der Zone des Ammonites transvetsarius 
ausbreiten, findet sich eine durch ihre schuppige Oberfläche charakterisirte 
Art nicht selten. Desgleichen zu Niort (Deux-Sevres). 

89. Ostrea Blandina d'Orb. 

Diese Species nebst mehreren anderen zweifelhaften Arten wie Crania 
porosa Goldf., Sitondylus pygmueus Quensr., PKmtula indet. Quenst. 

Jura Tab. 78, Fig. 5, finden sich ziemlich spärlich in der Zone des Am- 
monites transversarius zu Birmensdorf (Cant. Aargau), Noiraigue im 



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Val Travers (Cant. Neuchatel), 8t. Claude (Jura), Tenay (Aiu), Niort 
(Deux-Sevres), Aubigne (Sarthe). Doch erstrecken sich die gleichen Formen 
auch in höhere Schichten. 

90. Ostrea gryphaea tt Schloth spec. 

1820. Ostracite* gryphaeatu* Sohloth. p. 235. 

18G4. Gryphaea cotUroversa Waagen. Der Jura in Fr. u. «. w. p. 153 (non Koem). 
Erinnert an Gryphaea dilatata, besitzt aber eine flachere unregelniäs- 
sigere Form, indem zugleich die Krümmung des Schnabels beinahe vollständig 
hinwegfällt. Findet sich sehr häufig zu Aubigne (Sarthe) in der Zone des 
Ammomtes transversarius oder an deren oberer Grenze. Marcou erwähnt 
die Art, aus dem Argovien von Poupet und Supt bei Salins (Jura) 
unter Hinweis auf deren Verschiedenheit von Gryphaea dilatata (Vergl. 
Marcou Jura Salinois p. 92, Anm.). Es scheint, das» die Muschel hier ein 
etwas höheres, den Impressa-Thonen ungefähr entsprechendes Niveau ein- 
nimmt, desgleichen zu St. Claude (Jura). Im Schweizer Jura besitzt die 
Art eine weite Verbreitung. Ziemlich selten in den untern Schichten des 
Terrain a chailles findet sie sich dagegen in grosser Häufigkeit unter 
den durch Cidaris florigenmu und Heniiädaris creitularis charakterisirten 
Kalken von der Stelli bei Ölten (Cant. Solothurn). Dass der „Jurakalk- 
stein der Gegend von Aarau", aus welchem Schlotheim diese Species 
zuerst erwähnt, der Zone des Amm. biimtmirnttus oder einer der beiden von 
Müsch unterschiedenen Formationsabtheilungen der „Geisberg-Schichten und 
Crenulnris-Schichten 44 in der That entspricht, scheint aus den tabellarischen 
Zusammenstellungen des letzteren (Verhandl. der Schweiz. Naturf. Ges. 1863) 
hervorzugehen. 

91. Ostrea ef. rastellaris Goldf. 

1833. Ottrea ratteUaris Mttnit. Goldf. Tab. LXXIV, Fig. 3 
Zone des Amm. transversarim von Oberbuchsiten (Cant. Soluthurn). 

92. Terehratula ef. binuffamnata Schloth. spec. 

1820. TerebrattUUes bisuflarcinatus Schloth. Petrefk. I, 279. 

1856. Ttrebratula büuflarcinata Möscli. FlStzgeb. Cnnt. Aarg. p. 53. 

1857. Terebratula bicanalieulata Etat). E»q. geol. Haut-Jura p. 35. 

1801. Terebratula büuffarcinata Curtier. Verh. naturf. Oes. in Basel p. 53. 
Biplicate Terebratel, ähnlich der in höheren Schichten vorkommenden 
Terebratula bisuffarcinata Schloth. (Ziet. Tab. IV, Fig. 3) oder mit derselben 
übereinstimmend. Zone des Amm. transversarius von Trzebinia u. Grojec 
bei Krakau (Galizien), Blumberg (Baden), Birmensdorf (Cant. Aargau), 
Oberbuchsiten (Cant. Solothurn), Locle, Noiratgue im Val Travers 
{Cant. Xeuch&tel), St. Claude (Jura), Niort (Deux-Sevres). 



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93. Terebratula Birmnisdorfensin Escher. 

Terebratula Birmensdorfensi« K scher von der Linth. M. 8. 
1864. Terebratula Birmensdorfensi» Waagen. Württemb. narurw. Jahresh. Der 
Jura in Franken, Schwaben und der Schwei! p. 199. 

Bleibt etwas kleiner als die vorige Species und unterscheidet sich von 
dieser durch ihre schmalere Form. Zone des Amm. transversaritts von 
Trzebinia und Mloszowa bei Krakau (Galizien), Eichberg bei Blum- 
berg und Bechtersbohl bei Thiengen (Baden), Frickthal, Birmens- 
dorf (Cant Aargau), Locle (Cant Neuchdtel), Niort (Deux-Sevres). 

94. Terebratula cf. orbls Quenst. (Waldheimia.) 

1857. Terebratula orbü Quenatedt. Jura p. 639. Tab. 79, Fig. 23—29. 
Kleine Terebratel von breiter Form, mit deutlicher Medianleiste auf 
der kleineren Klappe. Da die Exemplare viele Aehnlichkeit mit der aus 
höheren Lagen beschriebenen Terebratula orbis Quenst. Jura Tab. 79, 
Fig. 23 — 28 zeigen, so führe ich dieselben unter dieser Bezeichnung an. 
Mit Ammonites transversarius in den Umgebungen von Fützen und Blum- 
berg (Baden), Ober buch siten (Cant Solothurn), Noiraigue im Val 
Travers (Cant Neuchatel), Niort (Deux-Sevres). 

95. Terebratula cf. gutta Quenst 

1857. Terebratula gutta Quemtedt. Jura p. 639. Tab. 79, Fig. 21 u. 22. 
Diese von Quenstcdt Jura p. 039, Tab. 79, Fig. 21, 22 aus der Zone 
des Ammonites bunammatus beschriebene und abgebildete Art wurde neuer- 
dings von H. Dr. Waagen auch in der Zone des Amm. transversarius zu 
Birmenadorf (Cant. Aargau), und zu Noiraigue im Val Travers (Cant 
Neuchatel) aufgefunden. 

96. Terebratula nicleata Schloth spec. 

1820. Terebratulitet nucUatus 8chloth. Petrefk. p. 281. 
Findet sich bei Trzebinia (Galizien), Eichberg bei Blumberg (Ba- 
den) und zu Birmensdorf (Cant Aargau) in der Zone des Ammonites 
transversarius und erstreckt sich von hier bis in die untere Region der 
Kimmeridge-Gruppe. 

97. Terebratula Karri Opp. 

1820. Terebratulites rtticulatus (pars) Schloth. p. 269- 

1852. Terebratula reticulata Quenst. Handb Tab. 37, Fig. 20 (non Will. 8mith, 
non Sow.). 

1857. Terebratula Kurri Opp. Juraform. p. 688. 
Beginnt in der Zone des Amm. transversarius, aus welcher mir mehrere 
Exemplare von H. Pfarrer Cartier in Oberbu chsi ton (Cant Solothurn) 



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mitgetheilt wurden. H. Dr. Waagen sammelte die Art zu Noiraigue 
(Cant. Neuch&tel). Häufiger in der Zone de» Anm. bimammatus, durch 
welche sich die Art bis zu der Zone des Anm. tenuilobatus erstreckt. Je 
nach ihrem Vorkommen zeigen die einzelnen Exemplare Unterschiede in 
der äussern Form, welche jedoch bisher nicht zu der Abtrennung mehrerer 
Arten geführt haben. Von der als Terebratula retiadata Suess Brach, der 
Stromberger Schichten Tab. IV, Fig. 1 abgebildeten Art, weichen jedoch 
die aus»eralpinen Vorkommnis«; sehr wesentlich ab, wesshalb ich die kleine 
Muschel vom Stramberg als besondere neue 8pecies benenne: Terebratula 
seahrosa. 

98. Megerlea runefnata Opp. 

1856. Terebratula loricata MSscfa. Flötxgeb. Cant Aar*, p. 5.1 ( non gchlolh). 

1857. Terebratella loricata? Btallon. Eiq. d'nne Descr. geol. doHant-Jara p. 35. 
1861. Terebratula loricata Cartier. Verliandl. naturf. Oe«. in Basel III, p. 53. 
1864 TcrtbrateUa loricata Waagen Der Jura in Franken, Schwaben etc. p. 143. 

Diese bei Birmensdorf häufige,' auf die Zone des Anmonites trans- 
versarius beschrankte Art unterscheidet sich Ton Megerlea loricata durch 
geringere Ausbildung des mittlem Sinus und Wulstes, durch schwächere 
oder beinahe fehlende Knotung der Radialrippen, durch eine etwas schma- 
lere Form sowie noch andere Merkmale, welche die leicht erkennbare 
Muschel besitzt und welche ich später durch eine besondere Abbildung zu 
veranschaulichen gedenke. Zone de« Ammonites transversarius von Blum- 
berg und Bechtersbohl bei Thiengen (Baden), Birmensdorf (Aargau), 
St. Claude (Jura). Beträchtlichere Unterschiede zeigt die von Zieten 
Tab. XL III, Fig. 6 als Terebratula truncata abgebildete, von der Sowerby'- 
schen wie von der Gmelin'schen Terebratula truncata abweichende Art au» 
dem Nattheimer Coralrag, für welche ich die Bezeichnung Megerlea Guenibeli 
wähle. Quenstedt Jura p. 743 fuhrt diese Art unter der Bezeichnung 
Terebratula loricata truncata an. 

99. Megerlea minima Lang. sp. Meg. pectancnliu versch. Aut. 

1708. Pectunculut minimtu Lang. H. L. Tab. XLV, Fig. 1, 2 ip. 147). 
Meytrlta oder Terebr. pectunculus rersrhiedener Autoren. 

Ich habe in den vorhergehenden Listen die Bezeichnung Megerlea pec- 
tunvulus beibehalten, richtiger würdo aber in Zukunft die Lang'sche Species- 
bezeichnung zu wählen sein, da die Abbildung der vom Lägern berg zuerst 
erwähnten kleinen Muschel in dem Lang'schen Werke die mit Megerlea 
pectunculus identische Art wohl erkennen Iässt. Zone des Anm. transversa-' 
rius von Birmensdorf (Cant. Aargau), Oberbuchsiten (Cant. Solothurn), 
8t. Claude (Jura), Tenay (Ain), Trept (Isere), Niort (Deux-Sevres). 



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(90) 



294 



100. Metrie* tmbtrigonella Opp. 

Charakteristische Art ähnlich der Teicbrattda trinyonella , jedoch von 
breiterer Form, mit hohen Radialrippen versehen, zwischen welchen sich 
zahlreiche, dem Rande parallel laufende Qucrfalten legen. Breite 16 Mm., 
Länge 13 Mm., Dicke 7 Mm. Da ich es nicht für unmöglich halte, das» 
Spiriyera sitbtrigonella , welche Etallon (Esq. geol. Haut-Jura p. 35) aus 
den Spongitenschichten von St. Claude (Jura) erwähnt, zu der gleichen 
Species gehört, so wähle ich eine hiemit vereinbare Bezeichnung. Einzelne 
Exemplare der Muschel, bei welchen die symmetrische Stellung der radialen 
Erhöhungen durch Einschiebung von Zwischcnfalten verloren geht, nähern 
sich ihrer äussern Form nach der vorher gehenden weit kleineren Species, 
wesshalb ich die Muschel nach den für T. pectunetdus gegebenen Suess'schen 
Bestimmungen zu der Gattung Megerlea stelle. Findet sich ziemlich selten 
zu Birmensdorf (Cant. Aargau). 

101. Theridiom ef. antiqunm üoldf. 

Eine kleine als Tlteeidea aniiqua und Thccidea Virdunensis in den 
Schriften von Waagen und Etallon angeführte Art findet sieh nicht selteu 
in der Zone des Ammonitcs trunsrersaritts zu Oberbuchsiten (Cant. Solo- 
thurn), zu St. Claude (Jura) und zu Aubigne (Sarthe). 

102. Rfaynehoiiella Arolira. Opp. 

18Ü6. Terebratula laeunosa Hö*ch. Flßtzgeb. Cant. Aargmi p. 5 5 (non 8chloth. >. 
]»57. Bhynchonella lacunota Etall. Esq. d'une Deicr. geol. du H.-Jura p. 35 
(non 8cbJoth.). 

1664. Rhyndwnclla sparsicosta (pars) Waagen. Jura in Franken, Schwaben 

und der 8chweiz p. 199 (non Opp.). 
186-1. JthynchoneUa laeunosa (pars) Heer. Die Urwelt der 8chweix p. 137. 

Fig. 87 (non Schloth.). 

Unterscheidet sich von Rhynchonella laeunosa durch stärkere, weniger 
zahlreiche Falten, welche zu dreien (ausnahmsweise auch 2 oder 4) auf dem 
hohen Wulst der kleiueren Schale angebracht sind, während auf beiden 
Seiten gewöhnlich je 2 etwas schwächere Rippen verlaufen. Von Rhyncho- 
nella sparsicosta weicht die Species dadurch ab, dass ihre Falten nicht erst 
auf der Mitte der Schalen, sondern in der Wirbelgegend beginnen. Ich 
beziehe mich auf die neuerdings von H. Prof. Heer veröffentlichte Ab- 
bildung, indem ich die in der Zone des Amnionitis trausrersarius ver- 
breitete Species Rhynchonella Arolica nenne. Sie findet sich am Zollhaus 
und zu Bechtersbohl bei Thiengen (Baden), Birmensdorf und Frick- 
thal (Cant. Aargau), Oberbuchsiten (Cant. Solothuru), Noiraigue im 



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Val Travcn (Cant., Neuchafel), ?St. Claude (Jura), Trept (Isere), Berg 
Crussol bei Valence (Ardeche). Eine grossere Varietät von RkynehoneUn 
Arolira, welche im Krakauer Jura an vielen Lokalitäten in der Zone des 
Ammonites transversarius vorkommt und von Hohenegger insbesondere 
zu Trzebinia in grosser Menge gesammelt wurde, unterscheide ich als 
Rh. Visnliea. 

104. Rhyiifhonflla ef. striocineta Quenst. spec. 

1852. Terebratula striocineta Quenst. Handb. p. 455. Tab. 36, Fig. 24. 
Zone des Ammonitrs transversarius von Birmensdorf (Cant. Aargau), 
Ober buch siten (Cant. Solothurn), Noiraigue im Val Travers (Cant. 
Neucbatel), St, Claude (Jura). Doch wird erst eine genauere Untersuch- 
ung der in der Zone des Amm. transversarius vorkommenden Exemplare 
lehren, ob dieselben in der That mit der aus höheren Schichten beschrie- 
benen Quenstedt'schen Art vollkommen übereinstimmen. 

105. Rhynchonella ef. strioplieata Quenst. 

1852. Terebratula strioplieata Quenst. Handb. p. 455. Tab. 36, Fig. 23. 
Zone des Amm. transversarius von Oberbuchsiten (Cant. Solothurn), 
St. Claude (Jura). Auch bei dieser Species ist die Identität zwischen den 
Exemplaren der höhern und tiefern Schichten noch nicht sicher erwiesen. 

10G. Rhynchonella rf. triloboides Quenst. spec. 

1852. Terebratula triloboides Quenat. Handb. p. 455. Tab. 36, Fig. 29. 
Zone des Amm. transversarius von Eichberg bei Blumberg (Baden). 

107. Rhynchonella ef. Hpinolosa Opp. 

1856. Terebratula spinosa Moesch. Flfttzgeb. im Cant. Aargau p. 53. 

1857. Rhynchonella spinulosa Opp. Juraform. p. 608. 

1857. Hemithiris senticosa Etall. Esq. Descr. geol. du Haut-Jura p. 35. 
1861. Terebratula senticosa Cartier. Verh. naturf. Oes. au Basel. III, p. 53. 

Zone des Amm. transversarius von Birmenadorf (Cant Aargau), Ober- 
buchsiten (Cant. Solothum), St. Claude (Jura), Aubigne (Sarthe). 
Aehnliche Formen finden sich auch in höheren und tieferen Lagen. 

108. Craula ef. aspera Goldf. 

1841. Crama aspera Mngt., Gdf. Petrof. Germ. II, p. 297. Tab. 163, Fig. 7. 
Diese von Goldfuss, Tab. 163, Fig. 7 aus höhern Jura - Schichten 
beschriebene Art wurde neuerdings von H. Dr. Waagen in der Zone des 
Amm. transversarius bei Oberbuchsiten (Cant Solothurn) undzuNoiraigue 
im Val Travers (Cant. Neucbatel) nachgewiesen. Vergl. W.Waagen 1864 
der Jura in Franken, Schwaben und der Schweiz p. 148 und p. 150. 



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108*. Disrina Moeachi Opp. 

1856. Orbicula radiata Mösch. Das Flötzgebirge im Canton Aargau p. 51 
{Orb. radiata PhilU). 

Zone des Amm. transversarius im Canton Aargau. 

109. Lingula Oxfordiana d'Orb. 

1850. Lingula Oxfordiana d'Orb. Prodi-. XIII, 155. 

1857. Lingula Oxfordiana Etall. Eiq. geol. Haut-Jura p. 35. 

1862. Lingula Oxfordiana Deslongeh. Et crit aur les Brach, nour. p. 37. 
Tab. VI, Fig. 15, 16. * 

Wird von Etall on aus, dem Spoogitien von St. Claude (Jura) er- 
wähnt. Das Exemplar der d'O rb ig ny 'sehen Sammlung stammt, wie Des- 
longchamps angiebt, von Lagrange-Lapraille-de-Charnix, Um- 
gebungen von Nantua (Ain), aus mergeligem, hartem, rauchgrauem Kalk- 
stein, welcher vermuthlich der gleichen Zone angehört 

110. Cellepora orbiculata Goldf. 

1831. Cellepora orbiculata Ooldf. I, p. 28. Tab. XII, Fig. 2. 
1850. Diastopora orbiculata d'Orb. Prodr. XIV, 403. 

Zone des Amm. transversarius von Oberbuchsiten (Cant. Solothurn), 
Aubigne (Sarthe). Findet sich auch in den höheren Spongiten-Schichten 
der Zone des Ammonites bimammatus y aus welcher die Species zuerst be- 
schrieben wurde. 

111. Stomatopora cf. eorallina d'Orb. spec. 

1831. Äulopora dichotoma Ooldf. p. 218. Tab. LXV, Fig. 2 (non Lamouroux). 
1848. Stomatopora dichotoma Bronn. Index p. 1201. 
1850. Alecto eorallina d'Orb. Prodr. XIV, 401. 

Zone des Amm. transversarius von Oberbuchsiten (Cant. Solothum). 

Bei Streitberg findet sich die Species in höheren Schichten. 

112. Ceriopora clavata Goldf. 

1831. Ceriopora clavata (pan) Ooldf. p. 36. Tab. X, Fig. 15 o— f (noo Fig. 15 a, b). 
Zone des Amm. transversarius von Noiraigue im Val Travers (Cant. 
Neuch&tel). Von Goldfuss aus jurassischen Schichten unbestimmten Alters 
beschrieben. 

113. Ceriopora compada Quenst 

1857. Ceriopora compada Quenst Jura p. 665. Tab. 81, Fig. 62, 63. 
Zone des Amm. transversarius von Oberbuchsiten (Cant 8olothurn). 
Die Schichten vom Böllart, aus welchen die Species von uenste dt be- 
schrieben wurde, gehören der Unterregion der Zone des Amm. bimammutus an. 



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114. Ceriopora radiciformis Ooldf. 

1831. Ceriopora radiciformin Ooldf. I, p. 34. Tab. X, Fig. 8. 
Zone des Amm. transversarius von Oberbuchsiten (Cant. Solothurn), 
St Claude (Jura). Die Goldfuss'schen Originalexemplare stammen aus 
verschiedenen Horizonten der Oxford- und Kimmeridge-Oruppe. 

115. Chirodota vetusta Schwager. M. 8. 

Fig. 3. 




Mikroskopisch kleine, in der Zone des Amm. transversarius vorkom- 
mende Kalkräder einer Holothurie von ähnlicher Form wie sie bei den 
Chirodoten vorkommen.') Die Räder werden von einem Ringe gebildet, 
auf welchem sich sieben, gegen die Peripherie ziemlich deutlich begronzto, 
mit einem stumpfen Stiele versehene Speichen abheben, welche sich in der 
Mitte zu einer flachen vertieften ungetrennten Platte vereinigen. Die Unter- 
seite ist entsprechend gewölbt mit sternförmig ausstrahlenden, kurzen, ge- 
rundeten, den Speichen parallel laufenden Leisten versehen. Der Zwischen- 
raum der Speichen ist ausgefüllt, doch Hess sich nicht entscheiden, ob er 
erst 'später incrustirte oder ob er ursprünglich geschlossen war. Findet sich 
nicht selten in der Zone des Amm. transversarius zu Aubign6 (Sarthe) 
und Crussol bei Valence (Ardeche). 

116. Cidaris propinqua Goldf. 

1831. CidariUs propinquus Goldf. 1, p. 119. Tab. XL, Fig. 1. 
Zone des Amm. transversarius: Frickthal, Birmensdorf (Cant. Aar- 
gau), Oberbuchsiten (Cant. Solothurn), St. Claude (Jura), erstreckt 
sich auch in höhere Zonen. 

117. Cidaris oenlata Agass. 

1840. Cidaris oculata Agass. Descr. Ech. s. II, p. 63. Tab. XXI a, Fig. 15—17. 
Soll nach Des or Syn. aus dem Argovien vom Randen (Baden) stammen. 



') Chirodota violacea Peters ton Mosambique. Bronn Clasa. und Ordn. des Thier- 
reichs p. 372. Tab. XLV, Fig. 9. 



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118. Oidaris laevigata Des. 

ia r )8. Cidaris laevigata Desor. 8yn. p. 10. 
Nach Desor aus dem Argovien von Birmensdorf und Weesen- 
berg bei Mandach (Cant. Aargau). 

119. Cidaris coronata Goldf. 

1831. Cidaritcs coronatus Ooldf. I, p. 119. Tab. XXXIX, Fig. 8. 
Zone des Amm. transvcrsarius von Birmensdorf (Cant. Aargau), Ober- 
buchsiten (Cant. Solothurn), Noiraigue im Val Travers (Cant. Neu- 
chätel), St. Claude (Jura). Erstreckt sich bis in die Corallriffe der Ki- 
meridge-Gruppe. 

120. Cidaris laevinsmla Agass. 

1840. Cidaris Uieciuscula Agass. Descr. Ech. s. II, p. 64. Tab. XXI a, Fig. 18-20. 
Zone des Amm. transvcrsaritts von Birmensdorf (Cant. Aargaul, 
Oberbuchsiten (Cant. Solothurn). 

121. Cidaris fllograna Agass. 

1840. Cidaris ßograna Agass. Descr. Ech. s. II, p. 77. Tab. XXI a, Fig. 11. 
Zone des Amm. transvcrsarius von Birmensdorf (Cant. Aargau), 
Oberbuchsiten (Cant. Solothurn), Noiraigue im Val Travers (Cant. 
NcuchÄtel), St. Claude (Jura), Trept (Isere), Niort (Deux-Sevres). 

122. Cidaris Cartieri Dos. M. S. 

1861. Cidaris Cartieri Carl. Verb, naturf. Ges. in Basel III, p. 53. 
Zone des Amm. transversarius von Oberbuchsiten (Cant. Aargau). 

123. Cidaris semiaspera Des. M. S. 

1861. Cidaris semiaspera Cart. Verb, naturf. Oes. in Basel III, p. 53. 
Zone des Amin, transversarius von Oberbuchsiten (Cant. Aargau). 

124. Rhabdocidaris prismatica Des. 

1858. Hhabdocidari« prismatica Desor. Syn. p. 437. 
Nach Desor aus kalkigen Schichten der Oxford-Gruppe vom Bützberg 
(Cant. Aargau). Lager unsicher. 

125. Rhabdoddaris Remos Desor. 

1858. Hhabdocidaris Remus Desor. 8yn. p. 43. 
Zone des Amm. transversarius von St. Claude (Jura). Wird auch 
aus tieferen Schichten angeführt. 



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126. Hemicidaris Hegii Desor. M. S. 

1861. Hemicidaris Hugii Cartier. Verh. naturf. Oes. in Basel III. p. 53. 
Zone des Amin, transversarius von Oberbuchsiten (Cant. Solothurn). 

127. Pseadodiadema tangi Desor. 

1858. Pseudodiadema Langt Desor. 8jn. p. 65. 

Zone des Amm. transversarius von Trzebinia (Galizien), Bir Hiens- 
dorf und Kreisacker (Cant. Aargau). 

128. Pseudodiadema priscnm Agass. spec. 

1840. Diadema priscum Agas«. Descr. Ech. foss. 8. II, p. 21. Tab. XVII, 
Fig. 11—13. 

1859. Pseudodiadema priscum Cottoau & Trig. Eohin. du Dep. de la SarUie 
p. 93. Tab. XXI, Fig. 1-4. 

Findet sich nach Cotteau in den Oxfordkalken vonAubigne (Sarthe), 
während Etallon die Species aus dor Zone der Terebratuia imjyressa von 
St. Claude (Jura) anführt. Greasly sammelte die Art in den bekannten 
Oxfordschichten vom F ringe Ii (Cant. Bern). Vermuthlich liegt dieselbe 
unmittelbar über der Zone des Amm. transversarius. 

129. Magnosia derorata Agass. spec. 

1846. Eucosmus decorat us Agass. Cat rais. p. 52. Tab. XV, Fig. 12, 13. 
1858. Magnesia decorata Desor. Syn. p. 116. 

Zone des Amm. transversarius vom Randen (Baden) und von Bir- 
mensdorf (Cant. Aargau). Es ist noch unentschieden, ob Echinus nodulosus 
Quenst. aus der Zone des Ammonites bimammatus zu der gleichen Art gehört. 

130. Disaster granulöses Goldf. spec. 

1831. Nudeolües granulosus Goldf. I, p. 138. Tab. 43, Fig. 4. 
Zone des Amm. transversarius von Niort (Deux-Sevres). Besitzt eine 
grössere verticale Verbreitung, welche jedoch bisher nicht genauer fest- 
gestellt wurde. 

131. Collyrites carinata Leske spec. 

1839. Disaster carinatus Agass. Descr. Echin. s. II, p. 4. Tab. IV, Fig. 4—6. 
Zone des Amm. transversarius von Lautlingen (Württemberg), Bir- 
mensdorf (Cant. Aargau). 

132. Astropecten spee. indet 

Einzelne Tafeln von ähnlicher Form, wie sie Goldfuss als Asterias 
jurensis abbildet Eichberg bei Blumberg (Baden), Birmensdorf 
(Cant. Aargau). 

(7) 20 



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(96) 



300 



133. I'edice Ilaria (Astropecten) Sarthaceiwis Schwag. M. S. 

Fig. 4. 




Gleicht der Pedicellaria von Goniaster imprcssus Quenst. (vergl. Schwa- 
ger Beirr, zur Kenntniss der mikrosk. Fauna jurassischer Schichten, Separat- 
Abdr. Württemb. naturwissensch. Jahresh. 18G5 Heft 1, Tab. VII, Fig. 27), 
ohne jedoch vollständig damit übereinzustimmen. Dagegen könnten diese 
Theile sehr wohl zu der vorhergehenden Art gehören. • 

Basis erweitert, in der Mitte etwas eingedrückt, Stiel kantig, gegen 
oben von gleichmässiger Dicke. Der zangenförmige Körper besitzt eine 
breite, dreieckige, spatolförmige , durch scharfe Ränder begrenzte Gestalt. 
Länge 0,3 Mm. 

Mit Amm. transversarius in den thonigen Kalken von Aubigne (Sarthe). 

134. Comatnla Claudiana Erall. 

1857. Comatuia Claudiana Etall. E*q. d une d*scr. geol. da Haut-Jura p. 116. 
Wird von Etallon aus dem Spongitien von St. Claude (Jura) ohne 
genauere Bestimmung der Speciesmerkmale angeführt. 

135. 13G. Solanocrinos 2 Spec 

Herr Pfarrer Cartier erwähnt zwei Arten der Gattung Solanocrinus 
als S. scrobiculaUts und S. asper (1803 Verhandl. der naturf. Ges. III, p. 52) 
aus den Spongitenschichten von Oberbuchsiten (Cant. Solothurn). 

137. Engeniacrinos carvophyllatus Goldf. 

1752. Cqryophyllu* lapideu* 8cheuchz. Natur-Historie des 8chweizerlandcs III, 

p. 330. Fig. 164-1 6ß. 
1813. Encriwtes caryophyllites Schloth. Taschenb. p. 50. 
1822. Eugemacrinites quinquanoulari* Schlot». Nachtr. p. 8G. 
1831. Eugeniacrinites caryophyllatus Goldf. I, p. 16,1. Tab. T>0, Fig. 3. 

Zone des Amm. transversarius vom Randen (Baden), Frickthal, 
Birraensdorf (Aargau), Xoiraigue im Val Travers (Cant. Neuchätel), 
St. Claude (Jura), Tenay (Ain). Aus gleicher Lage scheinen die 
Scheuch zergehen Exemplare zu stammen. Es wird sich bei genauerer 
Untersuchung ermitteln lassen, ob die in höhern Zonen vorkommenden 
Exemplare zu derselben Species gehören, wie bisher angenommen wurde. 



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301 



(97) 



138. EUgeniacrinaä coronatus Quenst. 

1852. Eugeniacrinites coronatus Quentt. Handb. p. 615. Tab. 53, Fig. 45. 
Zone des Amm. transversarius von Birmensdorf (Cant. Aargau), St. 
Claude (Jura). 

139. Eugeniacrinns nntans Goldf. 

1831. BugtntacnmUs nutans Ooldf. I, p. 164. Tab. 50, Fig. 4. 
Zone de« Amm. transversarius von Birmensdorf (Cant Aargau), Noi- 
raigue im Val Travere (Cant. Neuchatel), St. Claude (Jura). Aehnliche 
Formen erstrecken sich von der Zone des Ammonites Lamberti an bis in 
die untere Region der Kirameridge-Gruppe. 

140. Engeniacriniis comp renalis Goldf. 

1752. Scyphoida lapiüus pedanculo carens 8cheochz. Natura, des Sobweiaerl. 

UI, p. 33a Fig. 176. 
1831. Eugmiacrimte.» compressus Ooldf. I, p. 164. Tab. 50, Fig. 5. 

Zone des Amm. transversarius von St. Claude (Jura), Niort (Deux- 
Sevres). Reicht bis zu der Zone des Ammonites tenuäobatus. 

141. EngeniaeriiMs Hoferi Goldf. 

1831. Eugeniacrinites Hoferi Ooldf. I, p. 166. Tab. 60, Fig. 9. 
Zone des Amm. transversarius von Oberbuchsiten (Cant. Solothurn). 
Häufiger findet sich diese Art in der Zone des Ammonites bimatnmatus. 

142. Tetracrinus moniliformis Goldf. spec. 

1831. Eugeniacrinites moniliformis Ooldf. I, p. 165. Tab. 60, Fig. 8. 
1839. Tctracrinus moniliformis Mttnst. Beitr. I, p. 88. Tab. IX, Fig. 3, 4. 

Zone des Amm. transversarius von Birmensdorf (Cant Aargau), 
Noiraigue im Val Travers (Cant. Neuch&tel), St Claude (Jura). Er- 
streckt sich bis zu der Zone des Ammonites bimatnmatus. 

143. Pictetierinos parasitier Etall. 

Wird von Etall on (Esq. d'une Descr. geol. du Haut-Jura p. 36) aus 
dem Spongitien von St Claude (Jura) ohne Angabe von bezeichnenden 
Merkmalen erwähnt. 

144. PentaoriniLS cingulatus Goldf. 

1831. Pentacrimte* cingulatus Ooldf. I, p. 174 Tab. 53, Fig. 1. 
Zone des Amm. transversarius von Birmensdorf (Cant Aargau), 
Oberbuchsiten (Cant Solothurn), Noiraigue im Val Travers (Cant 
Neuchatel), St Claude (Jura). Säulenglieder von ähnlicher Form erstrecken 
(7*) 20* 



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(98) 



302 



sich durch die Spongitcnkalkc der Zone des Ammomtcs Inmantmatus bis in 
die untere Region der Kimmeridge-Gruppe. 

M. r ). Pentacrinos subteres Ooldf. 

1831. Pentacriuites ȟbleres Ooldf. I, p. J 70. Tab. 53, Fig. 5. 
1845. lialanocrinu« subteres Desor. Bullet. Keuch, p. 178. 

Zone des Amm. transversarius vom Randen (Baden), Frickthal, 
ßirmensdorf (Cant. Aargau), Oberbuchsiten (Gant. Solothurn), Noi- 
raigue im Val Travers (Cant. Neuchätel), St. Claude (Jura), Tenay 
(Ain), Trept (Isere), Berg Crussol bei Valence (Ardeche), Niort (Deux- 
Sevres). Man kennt nur Säulenglieder, welche jedoch in ähnlichen Formen 
auch in höheren und tieferen Schichten gefunden werden. 

14(5. Pentaerinns cf. paradoxes Ooldf. 

1831. Pentacrinus paradoxus Ooldf. I, p. 200. Tab. CO, Fig. II. 
Soll den Angaben Etallons zufolge im Spongitien von St Claude 
(Jura) vorkommen. Weit verbreiteter ist diese Art dagegen in der Zone 
des 'Amm.' bimamtmtus. Qucnstedt vereinigt dieselbe neuerdings mit 
Enyeniacrinus caryophyüatus. 

147. 148. Sphaerites 2 Species. 
Es ist anzunehmen, dass die von H. Mosch (1856 Flötzgeb. im Cant, 
Aargau p. 52) als Asterias scututa und von Herrn Pfarrer Cartier (1861 
Verhandl. der naturf. Ges. in Basel III, p. 5) als Sphaerites punetatus und 
Sphaerites tabulatus erwähnte Vorkommnisse zweien Arten angehören, bei 
welchen durch Vergleich mit den Exemplaren von Streitberg und Hei- 
ligenstadt zu entscheiden sein wird, ob dieselben mit den aus höheren 
Lagen beschriebenen Resten übereinstimmen oder ob durch sie besondere 
Species gebildet werden. 

149. Goniolina spee. ludet. 

St. Claude (Jura). Von Etallon aufgefunden. 

150. Conodictyum trnncatam Etall. 

1857. Conodictyum truncatum Etall. Esq. g6ol. Haut- Jura p. 35. 
Zone des Amm. transversarius von St. Claude (Jura). 

151. Conodictyum striatnm Goldf. 

1830. Conodictyum ttriatum Goldf. I, p. 104. Tab. 37, Fig. 1. 
Zone des Amm. transversarius von Tenay (Ain), St. Claude (Jura). 



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303 



(99) 



152. Orbulina Oxfordiensis Etall. 

18o7. Orbulina Oxfordiensis Etall. Esq. gcol. Haut-Jura p. 3r>. 
Zone des Amm. trausversarius von 8 t. Claude (Jura). 

153. Haplostiolic horrida Schwag. 

18t>3. MaplosticJte Itorri da 8chwager. Beitrag zurKenntniss der mikroskopischen 
Fauna jurassischer Schiebten. Scparutabdruck p. 92, Tab. II, Fig. 2. Würt- 
tetnb. naturwisscnschaftl. Jahreshefte, 2 Ister Jahrgang 18G5, Heft I. 

Zone des Amin, trausversarius von Bechtersbohl bei Thiengen 
(Grossherzogthum Baden). Erstreckt sich bis zu der Zone der Terebratula 
impresso, aus welcher die Species ursprünglich beschrieben wurde. 

154. Plecaninm depravatnm Schwag. 

1863. l'Ucaniuin depravatum Schwag. 1. c. p. 93. Tab. II, Fig. 3. 
Die in der Zone des Atmn. transversarius am Berge von Crussol bei 
Valence (Ardeche) vorkommenden Exemplare gleichen den von C. Schwa- 
ger in höhern Lagen aufgefundenen, früher beschriebenen Stücken, besitzen 
jedoch bauchigere, durch schärfere Nähte getrennte Kammern. Es ist dess- 
halb zu vermuthen, duss dieselben einer besondern, von Pkcauutm depra- 
vatum verschiedenen Art angohören. 

155. Cornnspira temiissima Günib. sp. 

J.s(i>. Spiritlina temiissima Oucmb. Die Streitbergcr Schwummlager und ihre 
Foraminiferen-Einiclilüsse p. 214. Tab. IV, Fig. 12. Württemb. naturwissensch. 
Jahre sh. Jahrg. 18. 

ISÜl!. Cornuspira tenuissima 8chwag. I. c. p. 94. 

Häufig in der Zone des Amm. transtersaritts von Bechtersbohl bei 
Thiengen (Baden), Berg von Crussol bei Valence (Ardeche), Aubigne 
(Sarthe). Oeht bis zu der Zone des Ammonites bimammatus, in welcher die 
Species zuerst bei Streitberg nachgewiesen wurde. 

156. Spiriloculina panda Schwag. 

' 18G.5. Spiriloculina panda Schwag. I. c. p. 95. Tab. II, Fig. 6. 
Zono des Amm. transrersaritts von Bechtersbohl bei Thiengen 
(Baden), Berg von Crussol bei Valence (Ardeche) und Aubigne (Sarthe). 
Erstreckt sich von hier aus durch den Imprcssa-Thon bis zu der Zone des 
Anuuouitcs bimammatus und findet sich in diesen beiden Horizonten an ver- 
schiedenen Lokalitäten der. schwäbischen Alp und des fränkischen Jura. 

157. Xodosaria pistilliforuiis Schwag. M. S. 

Länge 0,25 Mm., Gehäuse von kurzer keulenförmiger Gestalt, aus 6 — 8 
bauchigen Kammern gebildet, welche durch tief eingeschnittene Nahtlinien 



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(100) 



Fig. b. 



von einander abgetrennt werden. Ueber die Oberfläche des Gehäuses ver- 
laufen je 11 — 14 scharfe Rippen, welche jedoch auf der ersten Kammer 
verschwinden. Zone des Amm. transversarius, von Aubignä (Sarthe). 

158. Nodosaris prima Terq. 

1858. Nodosaria prima Terq. Mein. Acad. Mets p. 29. Tab. I, Fig. 6. 
Einige in der Zone des Amt*, transversarius zu Aubigne (Sarthe) 
gesammelte Exemplare stimmen ihrer äussern Form nach so nahe mit der 
von Ter quem aus basischen Schichten des Mosel-Departements 
benen Species überein, dass eine Trennung zur Zeit nicht ausführbar 

159. Dentalina Sarthacensi* Schwag. M. S. 

Fig. 6. 



Länge 0,4 Mm. Das schlanke Gehäuse wird durch 5 — 6 elliptische 
ziemlich lange Kammern gebildet, welche gegen abwärts langsam und regel- 
mässig an Grösse abnehmen und unter einander durch deutlich ausgespro- 
chene Nähte abgetheilt werden. Mündung klein, undeutlich gestrahlt. Zone 
des Ammonites transversarius von Aubigne (Sarthe). 

160. Deutßlina pilluligera Schwag. 

1863. Dentalina pültüigtra Schwag. I. c. p. 107. Tab. III, Fig. 14 und 15. 

Zone des Amm. transversarius von Aubignä (Sarthe). 



305 



(101) 



161. Vaginalina raduliformh Sckwag. M. S. 

Fig. 7. 




Gehäuse 0,32 Mm., kurz, spateiförmig, nach unten gerundet und aufge- 
trieben, nach oben erweitert, schräg abgestumpft. Septalnuche zugeschärft. 
Auf jeder Seite erheben sich 3 — 4, anfänglich scharfe gegen oben all- 
mählig verschwindende Längsrippen, welche sich unterhalb der ersten 
Kammer in einem Punkte vereinigen. Nähte undeutlich. Kammerscheide - 
wände beinahe parallel. Mündung abgesetzt, gestrahlt. Zone des Amtnoniles 
transversarius von Aubigne (Sartho). 

162. Frondicularia linguliformis Schwag. M. S. 

18G3. Frondicularia linguliformis Schwag. 1. c. p. 113. Tab. IV, Fig. 11. 
Zone des Amin, transrersarius von dem Berge von Crussol bei Va- 
lence (Ardeche) und von Aubigne (Sarthe). Erstreckt sich bis zu der 
Zone der Terebratida impresso, aus welcher die Species zuorst vonC. Schwa- 
ger beschrieben wurde. 

163. Marginnlina ambigna Schwag. 

Fig. 8. » 




Länge 0,34 Mm. In Beziehung auf die iiussoren Formverhültnissc 
zwischen Marginulina und Cristellaria in dor Mitte stehend. Gehäuse 



I 



(102) 30G 



ziemlich lang, aus schiefen, wenig divergirenden, massig gewölbten Kammern 
gebildet, welche durch vertiefte Nahtlinien von einander abgetheilt werden. 
Letztere schneiden auf der gewölbteren ßauchscite weiter ein als auf der 
etwas schmäleren Rückseite. Mündung gestrahlt. Zone des Ammonitcs trans- 
rersariits von B echte rsboh 1 bei Thiengen (Baden), dem Berg von Crussol 
bei Valence (Ardeche) und von Aubigne (Sartho). 

164. Cristellaria trimarginata Schwag. M. S. 

Fig. 9. 




Länge 0,42 Mm. Eine eigenthümliche, sehr verlängerte Rhabdogonienartig 
aufgebaute Cristellarie, deren wenig divergirende massig hohe, schiefe Kam- 
mern, etwas hinter der Mitte geknickt erscheinen, in Folge dessen sie mit 
drei Armen an dem gekielten Rücken, sowio an den scharfen vorgezogenen 
Rändern der Septalfläche herablaufen. Seiten und Septalfläche vertieft und 
nur in der Mitte schwach gewölbt. Nähte undeutlich, durch sehr niedrige 
Rippen gekennzeichnet. Mündung klein, rund im Carinalwinkel gelegen. 
Fand sich sehr sparsam in der Zone des Ammonites transversarius am Berge 
von Crussol bei Valence (Ardeche). 

165. Cristellaria Sarthacensis Schwag. M. S. 

Fig. 10. 




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307 



(103) 



Länge oder grösster Durchmesser des ovalen Umkreises 0,3—0,4 Mm. 
Spirale gewöhnlich vollkommen geschlossen, indem sich die letzten Kammern nur 
bei ausgewachsenen Exemplaren von dem vorhergehenden Umgang abtrennen. 
Seiten abgeflacht, rasch gegen den flflgelartig erweiterten Kiel abfallend. 
Man unterscheidet 10 — 11 Kammern, auf deren gemeinschaftlichen Rändern 
sich hohe, schwach gebogene Rippen erheben, Septaltiächc der letzten 
Kammer leicht gewölbt, mit einem Rande versehen, dessen Seheitel die 
massig grosse dreieckige Mündung einschliesst. Zone des Antmonites truns- 
rermriun von Bcchtersbohl bei Thiengen (Baden), dem Berge von 
Crussol bei Valence (Ardeche) und von Aubigne (Sarthe). 

l»iü. CriMtellaria sublenthiilari» Schwag. M. S. 

Fig. 11. 




m 

Vr 



Durchmesser des linsenförmigen Gehäuses 0,25—0,3 Mm.; Seiten ge- 
wölbt, ziemlich rasch gegen den kielartig vorspringenden Rücken abfallend. 
Den Kammern entsprechend tritt die spirale Umfangslinie an einzelnen 
Stellen schwach hervor, zugleich erheben sich auf den Seiten niedere radiale 
Erhöhungen. Septalfläche der letzten Kammer flach, dreieckig, wenig aus- 
geschnitten, von zwei Leisten eingefasst, unter deren Scheitel die grosse, 
gerundet -dreieckige Mündung liegt. Zone des Atmnonites trunMxrsarius vom 
Berge von Crussol bei Valence (Ardeche) und von Aubigne (Sarthe). 
Erstreckt sich an letzterem Punkte auch in die blaugrauen Thone, welche 
p. 2(io (62) als mutmassliches Aequivalcnt des Impressa- Thunes bestimmt 
wurdon. 

167. Cristellaria paupei'ala? Jones und Park. 

IStiO. Cristellaria paujterata Jone« & Purker. Quart. Journ. gt'ol. Soc. f. Hbi. 
Tab. XX, Fig. 3«J. 

Selten in der Zone de» Amm. iransversarim am Berge Ton Crussol 
bei Valence (Ardeche). Wird sich vielleicht später bei grösserem Material 
von der aus angeblichen Trias-Schichten von Chcltenham beschriebenen 
Art unterscheiden lassen. 



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308 



168. Cri stellaria suprajurassiea Schwag. 

1863. Oristellaria suprajuratnca Schwag. L c. p. 130. Tab. VI, Fig. 1! u. 12. 
Zone des Amm. transversarius von Aubigne (Sarthe). Geht auch in 
höhere Lagen über und findet sich sowohl in den Impresaa-Thonen , als in 
den zu der Zone des Amtnonites bimammatus gehörigen Spongiten-Schichten 
des fränkischen Jura und der schwäbischen Alp. 

169. Polymorphie nitidinscula Schwag. M. S. 

Fig. 12. 




Gehäuse 0,3 Mm., seitlich comprimirt, von ovaler, an den Enden etwas 
verlängerter Form, aus 3—5 Kammern bestehend, welche sich durch ver- 
tiefte Nähte in schräger alternirender Linie von einander abtheilen. Seiten- 
ränder zugeschärft, oder mit einem eigentlichen Kiele versehen. Mündung 
gerundet, von geringer Grösse und nahezu in der Mitte der obern Ränder 
befindlich. Zone des Ammonites transversarius von Aubigne (Sarthe). 

170. Polymorphie mutabili» Schwag. 

1863. Polyinorphina mutabilis Bchwog. L c. p. 138. Tab. VII, Fig. l'J, 13. 
Zone des Amm. transversarius vom Berge von Crussol bei Yalence 
(Ardeche). Erstreckt sich bis zu der Zone der TerebraUda impressa, aus 
welcher die Species von IL Schwager neuerdings beschrieben wurde. 

171. Textilaria Trigeri Schwag. M. S. 

Fig. 13. 




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(105) 



Länge 0,3 — 0,35 Mm. Im abgebildeten Zustande besitzt das Gehäuse 
eine schlanke unten gerundete, seitlich comprimirte Gestalt. Es besteht aus 
zahlreichen durch horizontale Nähte geschiedenen Kammern, welche in der 
Jugend flach beginnen, später sich jedoch starker wölben und eine kugelige 
Form annehmen. Die Mündung bildet eine breite elliptische Spalte, welche 
sich am Rande der letzten Kammer senkrecht zur grössten Durchschnitts- 
fläche öffnet. Findet sich häufig in den gelben Kalken aus der Zone des 
Amtnonites transversarius von Aubigne (Sarthe) und erstreckt sich von 
hier in die grauen unmittelbar darüber folgenden Thone. Herrn Triger 
in le Man s zu Ehren benannt. 

172. Textilaria Dumortieri achwag. M. 8. 

Fig. Ii. 




Länge 0,35 Mm. Erinnert ihrem Oesammthabitus nach an die von Prof. 
Keuss aus der Kreide "Westphalens beschriebene Gaudryina oxycotia, ohne 
jedoch damit übereinzustimmen. Gehäuse verkehrt kegelförmig, rasch an- 
wachsend mit schräg gegen einander geneigten Septalflächen der beiden 
letzten Kammern. Die Mündung besteht aus* einer niedrigen breiten Spalte, 
welche unmittelbar über den Inuenrand der letzten Kammer verläuft. Naht- 
linien schief nach innen und abwärts gerichtet, wonig vortieft, regelmässig 
alternirend. Ziemlich häufig in der Zone des Anmwnite» tratisversarius von 
Aubigne (Sarthe). Herrn E. Duraortier in Lyon zu Ehren benannt. 

173. Rotalia pnsllla Schwag. 

Itotalia pwilla Schwag. 1. c. p. 141. Tab. VII, Fig. 20. 
Zone des Amm. transveisarius von Bechtersbohl bei Thiengen 
(Baden), vom Berg von Crussol bei Valcnce (Ardeche) und von Aubigne 
(Sarthe). Fand sich zuerst in der Zone der TerebraUda impresso, zu Gruib- 
ingen bei Boll, von wo die Species schon früher von Herrn C. Schwager 
beschrieben wurde. 



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(IOC) 



31U 



174. Kolalia tympauiforwis Schwag. M. S. 

Fig. J. r ». 




Der grösste Durchmesser des ziemlich stark gewölbten, convex-eoncaven 
Gehäuses beträgt 0,2 — 0,25 Mm. und liegt zwischen den Rindern zweier 
einander gegenüberstehender Kammern. Man unterscheidet auf dem letzten 
Umgang im Ganzen nur vier bis fünf Kammern, welche auf der Obenseite 
des Gehäuses nur undeutliche Spuren hinterlassen, während sie auf der 
untern Fläche durch vertiefte, radial verlaufende Nähte bestimmter abgetheilt 
werden. Mündung unbekannt. Zone des Amnwnites transrersarius vom lierg 
von CrUBSol bei Valence (Ardeche) und von Aubigne (Sarthe). 

175. Rosalina parapsls Schwag. M. 8. 

Fig. 16. 




Das 0,45 Mm. lange, unregelmäßig elliptische, oben wenig gewölbte - , 
unten flache oder coneave Gehäuse zeigt auf dem letzten Umgang 6, durch 
vertiefte Nähte von einander abgetheilte Kammern. Während das abgebildete 
Exemplar auf seiner Unterseite von Gesteinsmasse bedeckt ist, so zeigen 
dagegen einige Bruchstücke von Rosalina parapsis diesen Theil noch deutlich 
erhalten. Die ersten Kammern Bchliessen sich nicht vollständig an einander 



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311 



(107) 



an, sondern bilden einen un regelmässig sternförmigen Zwischenraum. Nur 
die letzte Kammer sendet eine zungenförmige Verlängerung gegen die Mitte, 
uhne jedoch die Lücke zu schlieasen, wodurch die Stellung dieser Art bei 
der Gattung Rosalina bestimmt wird. Zone des Ammonites transversarius 
von Aubigne (Sarthe). 

I7G. Siplionocoelia corrngata Fromentel M. S. 
Zone des Amm. transversarius voii Le Pont et bei St Claude (Jura). 

177. Yerrncospongia verrucosa (Goldf. spec) Fromentel. 

1830. Scyphia verrucosa Goldf. I, p. 91. Tab. 33, Fig. 8. 

1850. Hippalimus verrucosus d'Orb. Prodr. XIII, Fig. 2. 

18W). Verrucocoelia verrucosa Ktall. 8oc. jurass. d'Emul. 185S, p. 14"». 

t.SfJ». Verrucvspongia verrucosa Fromentel M. S. 

Zone des Amm. transversarius von Le Pontet bei St. Claude (Jura), 
Saint Maixent, Niort (Deux-Sevres). Erstreckt sich auch in höhere Zonen. 

173. Yerncospongia nvacformbj (Etall. spec.) Fromentel. 

1830. Scyphia verrucosa und uvaeformis Goldf. p. 91. Tab. 33, Fig. 8 a, b. 
1860. Yerrucocoeiia uvaeformis Etall. 8oc jurass. d'Emul. 1858, p. 145. 
I8»i[>. rerrucosjtonffia uvaeformis Fromentel M. 8. 

Zone des Amm. transversarius von Le Pontet bei St. Claude (Jura). 

179. Yerrucoscyphia insignis Fromentel M. S. 

Xone des Amm. transversarius von Le Pontet bei St. Claude (Jura). 

180. Orlbrescynbia Raigieri (d'Orb. spec.) Fromentel. 

1850. Cribrospongia Baugieri d'Orb. Prodr. Xm, 662. 
18fö. Cribroscyphia Baugieri Fromentel M. 8. 

Zone des Amm. transversarius der Umgebungen von Nantua (Ain), 
Saint Maixent, Niort (Deux-Sevres). 

181. Cribroscyphia obliqua (Goldf. spec.) Fromentel. 

1830. Scyphia obliqua Goldf. I, p. 9. Tab. III, Fig. 1 (non Fig. 1 a). 

1850. Cribrospongia obliqua d'Orb. Prodr. XIII, 649. 

1800. Cribrocotlia obliqua EtalL 8oe. jur. d'Emul. 1858, p. 141. 

1805. Cribroscyphia obliqua Fromentel H. 8. 

Zone des Amm. transversarius von Noiraigue im Yal Travers (Cant 
Neuch&tel), le Pontet bei St. Claude (Jura), Niort (Deux-Sevres). Er- 
streckt sich bis zu der Zone des Amm. bimammatus, aus welcher die Species 
zuerst beschrieben wurde. 



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312 



182. Cribroscyphia reptans (Etall. spec.) Fromentel. 

1860. Cribrocoelia reptans Etall. Soc. jur. d'Emul 1808, p. 141. 
1865. Cribroscypttia reptans Fromentel M. 8. 

Zone des Amm. transversarius von Le Pontet bei St. Claude (Jura). 

183. Cribroscyphia Favrei (Etall. spec.) Fromentel. 

1860. Goniocoelia Favrei Etall. So«, jur. d'Emul 1858, p. 142. 
1865. Cribroscyphia Favrei Fromentel M. 8. 

Zone des Amm. transversarius von Le Pontet bei St. Claude (Jura). 

184. Cribroscyphia intermedia (Etall. spec.) Fromentel. 

1860. Goniocoelia intermedia Etall. 8oc. jur. d'Emul 1858, p. 142. 
1865. Cribroscyphia intermedia Fromentel M. 8. 

Zone des Amm. traiisversarius von Le Pontet bei St. Claude (Jura). 

185. Cribroscyphia clavaeformis (Etall. spec.) Fromentel. 

1860. Goniocoelia clavaeformis Etall. Soc. jur. d'Emul 1858, p. 142. 
1865. Cribroscyphia clavaeformis Fromentel M. 8. 

Zone des Amm. transversarius von Le Pontet bei St. Claude (Jura). 

186. Cribroscyphia Coqnandi Fromentel M. S. 

Zone des Amm. transversarius von Le Pontet bei St. Claude (Jura). 

187. Cribroscyphia digitalis Fromentel M. S. 

Zone dea Amm. transversarius von Le Pontet bei St. Claude (Jura). 

188. Chenendroscyphia clivosa (Etall spec.) Fromentel. 

1860. Cribrocoelia clivosa Etall. Soc. jur. d'Emul 1858, p. 141. 
1865. Chenendroscyphia clivosa Fromentel M. 8. 

Zone des Amm. transversarius von Le Pontet bei St. Claude (Jura). 

189. Chenendroscyphia porata (Quenst spec.) Fromentel. 
ia57. Spongites poratus Quenst. Jura p. 687. Tab. 83, Fig. 4. 
1860. Cribrocoelia porata Etall. Soc. jur. d'Emul. 1858, p. 141. 
1865. Chenendroscyphia porata Fromentel M. 8. 

Zone des Amm. transversarius von Le Pontet bei St. Claude (Jura). 
Erstreckt sich bis zur Zone des Amm. bimammatus, aus welcher die Specics 
zuerst beschrieben wurde. 

190. Chenendroscyphia crateriformis (Etall. spec.) Fromentel. 

1860. Cribrocoelia crateriformis Etall. Soc. jur. d'Emul 1858, p. 141. 
1865. Chenendroscyphia crateriformis Fromentel M. 8. 

Zone des Amm. transversarius von Le Pontet bei 8t. Claude (Jura). 



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313 (109) 

191. Chenendroseyphta infrarostata (Etall. spec.) Fromentcl. 

1860. Cribrocodia iufracostata Etall. Soo. jur. d'Emul 1858, p. 141. 
1865. Chenendroscyphia infracostata Fromentel M. 8. 

Zone des Am/m. transversarius von Le Pontet bei 8t. Claude (Jura). 

192. ('henendroscyphia dolata (Etall. spec.) Fromentel. 

1860. l'orospongia dolata Etall. Soc. juras. d'EmuL 1858, p. 143. 
1865. Chenendroscyphia dolata Fromentel M. 8. 

Zone des Amm. transversarius von Le Pontet bei St. Claude (Jura). 

193. Chenendroacypkia eomplanata (d'Orb. spec.) Fromentel. 

1850. Chenendopora eomplanata d'Orb. Prodr. XIII, 709. 
1865. Chenendroscyphia eomplanata Fromentel M. 8. 

Zone den Amm. transversarius von Sain t -Maix ent und Niort (Deux- 
Sevres). 

194. CheneadroMcyphia lamellosa (d'Orb. spec.) Fromentel. 

1850. Chenendopora lamellosa d'Orb. Prodr. XIII, 710. 
1865. Chenendroscyphia lamellosa Fromentel M. 8. 

Zone des Amm. transversarius von Niort (Deux-Sevres) , Ile Delle 
(Vendee). 

195. Chenendrom phia punctata Fromentel M. S. 

Zone des Auw*, transversarius von Le Pontet bei St. Claude (Jura). 

196. Oonioscyphia Münster! (Goldf. spec.) Fromentel. 
1830. Seyphia Münsteri Goldf. I, p. 89. Tab. 32, Fig. 6. 
1850. Cribrospongia Münsteri d'Orb. Prodr. XIII, 655. 

1860. Gonioceelia Mimteri Etall. Soc. jur. d'Emul. 1858. p. 142. 
1865. Gonioscuphia Münster» Fromentel M. 8. 

Zone des Amm. transversarius von LePontet bei St Claude (Jura). 
Erstreckt sich auch in höhere Zonen. 

197. Gonioscyplüa snbclathrata (Etall. spec.) Fromentel. 

186a Goniocoelia subelathrata Etall. 8oe. jur. d'Emul. 1858, p. 142. 
1865. Qonioscyphia subclathrata Fromentel M. 8. 

Zone des Amm. transversarius von Le Pontet bei St. Claude (Jura). 



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Cuo) 



314 



198. Gonioseyphia texturata (Goldf. spec.) Fromentel. 

1830. Scyphia texturata (pars) Goldf. I, p. 88. Tab. II, Fig. 9 (mra Tab. 36. 
Fig. 6). 

1850. Cibrospongia texturata d'Orb. Prodr. XIII, 656. 

1860. Ooniocoelia texturata Etall. 8oc. jur. d'Emul. 1858, p. 142. 

1860. Ooniocoelia decorata Etallon ibid. (Goldfuss?). 

1860. Goniocoeiia parallela Etall. ibid. (Goldfuss?) 

1865. Gonioscyphia texturata Fromentel M. 8. 

Zone des Amm. tratisversaritts von Birmensdorf (Aargauer Jura), Le 
Pontet bei St. Claude (Jura), La Latte und Apremont bei Nantua 
(Ain), Ile- Delle (Yendee), Niort (Deux-Sevres). Erstreckt sich auch in 
höhere Schichten. 

199. Gonioscyphia texata (Goldf. spec.) Fromentel. 

1830. Scyphia texata (pars) Goldf. I, p. 7. Tab. II, Fig. 16 (non Tab. 
Fig. 4). 

1850. Cribrospongia texata d'Orb. Prodr. XIII, 645. 

1860. Dictyonocoelia subtexata Etall. 8oo. jur. d'Emul 1858, p. 142. 

1865. Gonioscyphia texata Fromentel M. 8. 

Zone des Amm. transversarius Lägern (Aargau), Le Pontet bei St. 
Claude (Jura), la Latte bei Nantua (Ain), Niort (Deux-Sevres) Ile* 
Delle (Vendee). 

200. Gonioscyphia jnrensis (Etall. spec.) Fromentel. 

1860. Dictyonocoelia jurensit Etall. 8oc. jur. d'Emul. 1858, p. 143. 
1860. Porospongia intermedia Etall. ibid. 
1865. Gonioscyphia jurensis Fromentel J*. S. 

Zone des Amm. transversarius von Le Pontet bei St. Claude (Jura). 
Es kann sich fragen, ob Porospongia intermedia d"Orb. Prodr. XIII, 668 
von St. Maixent und Niort (Deux-Sevres) zu der gleichen Art gehört. 

201. Gonioscyphia eancellata (Goldf. spec.) Fromentel. 

1&30. Scyphia eancellata Goldf. I, p. 89. Tab. 33, Fig. 1. 

1850. Cribrospongia eancellata d'Orb. Prodr. XIII, 637. 

1860. Dictyonocoelia eancellata Etall. 8oc. jur. d'Emul. 1858» p. 143. 

1865. Gonioscyphia eancellata Fromentel M. 8. 

Zone des Amm. transversarius von Le Pontet bei St. Claude (Jura), 

la Latte bei Nantua (Ain), Saint Maixent und Niort (Deux-Sevres). 

Erstreckt sich bis zu der Zone des Amm. bimammatus. 

202. Gonioscyphia parva (Etall. spec.) Fromentel. 

1860. Dictyonocoelia parva Etall. 8oc. jur. d'Emul. 1858, p. 143. 
1865. Gonioscyphia parva Fromentel M. 8. 
Zone des Amm. transversarius von Le Pontet bei St. Claude (Jura). 



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315 



203. Goniosn pitia tlclformis Fromentol M. S. 

Zone des Amin, transvtrsnrius von Le Pontet hei St. Claude (Jura). 

204. Retiscyphia reflexa (d'Orb. spec.) Fromentel. 
lÄjn. Perispongia reflexa d'Orb. Prodr. XIII, tu!). 
1865. Retiscyphia rtfle.ro, Fromentel M. 8. 

Zone des Amm. transrcrsarius von Saint Maixcnt (Ik'ux-Scvrcs), 
Ile-Delle (Vendee). 

205. Retiscyphia conica (d'Orb spec.) Fromentel. 
1850. Perispongia conica d'Orb. Prodr. XIII, 1580. 
1865. Retispongia conica Fromentel M. 8. 

Zone des Anm. transversarius von Saint-Maixent und Niort (Deux- 
Sevres). 

206. Cameroscyphia reflexa (Etall. spec.) Fromentel. 

1860. Camerocoelia reflexa Etall. 8oc. jur. d'Emul. 1858, p. Iii. 
1865. Cameroscyphia reflexa Fromentel M. 8. 

Zone des Amm. transversarius von Lo Pontet bei St. Claude (Jura). 

207. Cameroscyphia Gresslyi Fromentel M. S. 

Zone des Amm. transversaritts von Le Pontet bei St. Claude (Jura). 

208. Porostoma Mareoa (Etall. spec.) Fromentel. 

1860. Cribrocoelia Marcou Etall. 8oc. jur. d'Emul 1858, p. 141. 
1865. Porostoma Marcou Fromentel M. 8. 

Zone des Amm. transversarius von Le Pontet bei St. Claude (Jura). 

209. Porostoma marginata (Goldf. spec. pars) Fromentel. 

1830. Manon marginatum (pars) Goldf. I, p. 91. Tab. 34, Fig. 9 d, e, f, g (non 

Fig. a, b, c, b, i). 
1850. Porospongia marginata d'Orb. Prodr. XIII, 666. 
1860. Porospongia marginata Etall. 8oo. jur. d'Emul. 1858, p. 143. 
1865. Porostoma marginata Fromentel M. 8. 

Zone des Amm. transversarius von Birmensdorf (Cant. Aargau), Le 
Pontet bei St. Claude (Jura), Saint-Maixent und Niort (Deux- 
Sevres). Erstreckt sich bis zur Zone des Ammonitcs bimammatus. 

210. Polyseyphia flabellnm (Etall. spec.) Fromentel. 

186a Adelphocoelia flabettum Etall. 8oo. jur. d'Emul. 18 r ;8, p. 146. 
1865. Polyseyphia flabellum Fromentel M. 8. 

Zone des Amm. transrcrsarius von Le Pontet bei St. Claude (Jura). 

(8) 21 



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(112) 



31G 



211. Clipulodionia Oppeli (Etall. spec.) Fromontcl. ' 
l.siio. Cupulo&tdia Oppeli Etall. 8oc. jur. d'Emul. ls:>8. p. Itl4. 
18M), Cupuhnhonia Oppeli Fromentel iL 8. 

Zone <ic* Amm. iransnrsurius von Lo Pontet bei St. Claude (Jura). 

212. (upulorhonia Brandis (d'Orb. spec.) Fromontcl. 

KS'.O. Cupulotpongiu grandis d'Orb. Prodr. XIII, 7L\). 
W>b. CupultK-hoHta grandi» Fromontcl M. 8. 

Zone fe» Amin, transversarius. Umgebungen von Nantua(Ain), Niort 
(Deux-Sevres). 

213. Cupulorhonia patella (Ooldf. spec.) Fromentel. 

1830. Tragus patella Ooldf. I, p. 14. Tab. V, Fig. 10, Tab. :i;>, Fig. >. 
18"iü. Cupulospongia patella d'Orb. Prodr. XIII, 715. 
1865. Cupulochonia patella Fromentel M. 8. 

Zone dea Amm. transversurius von Birmensdorf (Cant. Aargau), Noir- 
aigue im Val Travers (Cant. Neuehatel), Niort (Deux-Sevres). Erstreckt 
»ich bis zu der Zone des Ammonites bimammatus. 

214. Dischonia jnrensis Fromentel M. S. 

Zone des Amin, transversarius vonLe Pontet bei St. Claude (Jura). 

215. Aniorpliofnnjsna anguinea (Etall. spec.) Fromentel. 

1800. Amorphocotlia anguinea Etall. 8oc. jura«. d'Emul. 1858. p. 146. 
1805. Amorphofungia anguinea Fromentel M. S. 

Zone des Amm. transversarius von Le Pontet bei St. Ciaudo (Jura). 

216. Amorphofungia ine ras (ans (Etall. spec.) Fromentel. 

1860. Amorphocotlia inermtans Etall. Soc. juras. d'Emul. 1858, p. 146. 
1865. Amorphofungia incrustans Fromentel M. 8. 

Zone des Amm. transversarius von Le Pontet bei St. Claude (Jura). 

217. Amorphofüngia porosa (d'Orb. spec.) Fromentel. 

1850. Amorphospongia porosa d'Orb. Prodr. XIII, 728. 
1805. Amorphofungia porosa Fromentel M. 8. 

Zone des Amin, transversarius von Niort (Deux-Sevres). 



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Inhalt 

Vorwort pag. ?07 (3) 

Chronologisches Verzeichnis* von Prof. Oppeln Publikationen , 210 (6) 

Einleitung. 

8ynonymik , 213 (8) 

Begrenzung der Zone des Amm. transversarius , 214 (10) 

Paläontologischc Merkmale der Zone des Amm. transversarius ... , 220 (IG) 
Vertheilung der Organismen bei verschiedener Heerestiefe .... „ 223 (19) 
Einfluß der FaciesvcrhiUtnisse auf den Ueborgang fossiler Reste Ton 
der Zone des Amm. transrersarios in die nächst hSheren Formations- 
glieder ,224 (20) 

Verbreitung der Zone des Amm. transversariu». 

Südwestliches Polen » 229 (25) 

Karpathen „233 (29) 

Mähren , 235 (31) 

Niederbayern und Oberpfalz , 236 (32) 

Franken , 238 (34) 

Schwäbische Alp 238 (31) 

Grossherzogthum Baden , 240 (36) 

Canton Aargau und östl. Tlieil des Canton Solothurn , 244 (40) 

N.W. Theil des Canton 8olothurn und Canton Bern , 247 (43) 

Canton NouchAtel , 248 (44) 

Canton Vaud , 249 (45) 

Tyrol, Alpengebirge von Bayern und der Schweiz , 250 (16) 

Haute 8a6ne und Doubu-Departements 255 (51) 

Jura-Departement , 256 (52) 

Ain- und ausseralpincr Theil des Isere-Dcpartements , 259 (55) 

Ardeche-Departcment , 261 (57) 

Vaucluse-, Var-Departements , 261 (57) 

Cöte d"Or-, Yonne-, SaAono et Loire-, Cher-, Vienne-Departcnicuts . . „ 263 (59) 

Sarthe-Departement , 264 (60) 

Dcux-8evrc und Vcndec , 267 (63) 

Spanten , 270 (66) 

Algerien , 272 (68) 

Die fossilen Arten der Zone des Amm. transyersariiw . . pag. 275 (71) - 316 (112) 



(8*) 21* 



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Druckfehler. 



Pag. 215 (11) 


Zeile 


8 


von 


unten: ChAtillon statt Chatillon. 


„ 217 (13) 


i 


12 




unten: non statt von. 


* 218 (14) 


n 


8 




oben: Panopoca statt Panopoea. 


, 218(14) 


« 


10 


* 


unten: fehlt * vor Pentacr. ȟbt eres. 


» 234 (30) 




8 


* 


unten: Dogger statt Drogger. 


• 238 (34) 




9 




oben: fohlt das Comma nach plicatilis. 


• 258 (54) 




1 




unten: A. Aeropus statt Acropus. 


„ 261 (57) 




2 




unten: Yaucluse statt Vancluse. 


» 263 (59) 


i» 


8 




unten: moyennes statt moyenues. 


• 265 (61) 


R 


15 


« 


oben: Cythereia statt Cy therideis. 


• 266 (62) 


» 


22 


1» 


oben: welcher statt welche. 


* 266 (62) 




4 


r 


unten: Partie statt Parthie. 


. 275 (71) 


II 


8 


w 


unten: 1858 statt 1857. 


» 280 (76) 


w 


1 


» 


oben: Neuchatel statt Neuchatel. 


, 288 (84) 




10 




oben: non statt von. 


• 296 (92) 


1 


2 


1 


unten: Quenstedt statt uenstedt. 



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Ul 



png. 263 (59). 



pag. 264 (60). 



:. 267 (63). 



pag. 270 (66). 



pag. 272 (68). 



t«l Cöte d'Or- 
'*)• Departement. 



Sarthe- 

Departemont. 



Deux-Sevres- 

D^partement. 
Umgebungen von 
Niort. 



Spanien. 



Algerien. 



ra- Kalke. 



>rnllicn. 



Untere» Coralrag 

Cid. florieemma 
Olypt. hltrajIypKitu» 
Mtgrrlta prc/wncuJtu 
Sution K c o m m o jr. 



Helle Kjüke, nicht ge- 



Nicht 



unter- 



Rothe Kalke mit 

x all Ire Ich en 
Exemplaren von 
Amin, acanthirus. 
Von Ii a I na, 
Provinz C o n - 
» t a n 1 1 n e. 



Blaulieh 
mit 



graue Thone 



a • 

ua - groupe (opvrieur 
\Bcaudouln'*). 
je 100 Meter mächtige, 
aus Uergeln mit vie- 
len Geoden und Kalk 

alt 
(tut, 
n<i- 



Hellgraue , mergelige 

Kalke mit 
Utlemnitrr htittatut 

trimuryinattu 



>o n g l te n - Lag e r 
'in untersten Theilc v. 
^J»«u(louin'i Soui- 
^oupc-tupt'ricur. 



Oelbe thonige Kalke mit 
KeUcmn. Htukitm 
Amm. canaUculalut 
,, traiurertwrlu* 



IIa 



„ plieatiliM 
Pholatlumya ptireictitla 
Ptcteu cf. rdni'neu» 

„ iwjtifuico*talu4 
Otlrea gryphatata. 
Von Aubigne- Büdlich 

von le M an«. 



HibcUlUMUt 

Eraiu 

tcnvAnerraltu 



„ BaeMantu 
„ lortitulcutus 
„ (Vp<r 
,, plieuUlit 
Sollen, (AemitiMa 

tianella, Lima, /iuurcu 
Terror, liirmetudorftn- 

tU, tp<'t- 
MegtrUa prtfuncttJui 
Cidarit ßlogrma 

lubttrts 
eompreitui 
Zahlreiche Sjxmyiten. 
M a g n e* und Tran- 
en«? de« grutt«! 
terrea bei Nlort. 



Oraae 
mit 

hhpidus 

.. fruiu rerjari tu 

„ llttClf«')! 

von Frlas. 



K»Jk- 



HeUchrother Kalk 
mit vi mm. /rotu ■ 

rtriaria* von 
Ouarancenii. 
Prov. Algier. 
Gelblicher Kalk 
mit .lim». Iroiu- 

rtrmriat von 
Bilm, Provinz 
Conatatitinc. 



ICK 

>el 



imi. cordalu*, Chrittnli, 
il ^»^tni mit lablrei- 
Arten tieferer 
Ionen. 

us • groupe • Infe'ricur 
[B eau d o u I n'i >. 



Graue Thone und Kalke 
mit ftclewHi. haitahu, 
Amm, Bahetmtu , öo- 
lUUhut.Cotulanli, Oerr. 
aciculoidtt von I a 
V a c b e r i c bei 
K c o in m o y. 



Callovicn. 



Amm. cordaXu» 
„ Otlmontanu* 
„ Rtnggtri 



., CHrltl'M 
u. *. w. in verldeaten 



Calluvien. 



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tle 



ZUR FAUNA 

»KR 

HALLSTÄDTER KALKE. 

- 

NOVA AU8 DER 8AMMLUNO 

I>ES I1KRRK 

HOFRATHES D R VON FISCHER IN MÜNCHEN. 

vos 

D R ALPHONS VON DITTMAR. 



MÜNCHEN, 1866. 
R. OLDENBOURG. 

- 

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Die Fuuna der Hallstüdtcr Kalke gehört trotz des kurzen Zeitraumes 
seit ihrer Entdeckung und trotz der vielfachen Schwierigkeiten, die sich 
ihrer Ausbeutung und Aufsammlung entgegensetzten, dennoch in Folge der 
anerkenncnswerthen und ununterbrochenen Bemühungen einiger weniger 
ebenso fleißiger als einsichtsvoller Sammler und durch die Aufzeichnungen 
einer Reihe unserer hervorragendsten Paläontologen schon jetzt mit unter 
die besterforschten Stufen organischen Lebens in dem Gebiete der Alpen. 
Die Mühe, die der Forscher an die Untersuchung der Hallstädter Kalke 
wendet, hat sich aber auch stets reich belohnt, denn die Fossilien, die man 
hier findet, sind nicht nur immer rund und voll und bis in die feinsten 
Verzierungen erhalten, — sie bieten auch vom paläontologischen Gesichts- 
punkte aus eine Fülle der interessantesten Daten, denn wir finden hier 
unter jeder Reihe neu entdeckter Formen immor wieder neue Verbindungs- 
glieder zwischen vor- und nach -triadischen Mollusken — Arten — Gattungen 
— Gruppen, — wir sehen eine Reihe von Beziehungen und Verknüpfungen 
vor unsern Augen hergestellt, deren Möglichkeit wir kaum vermuthet hätten. 
Auch die vorliegende Arbeit wird dafür einige Proben geben können, die 
nicht bloss für die specielle Paläontologie von Interesse sind. 

Herrn Hofrath Dr. v. Fischer in München, dessen reichhaltige 
Sammlung schon mehreren Autoren ganze Reihen von schönen neuen Arten 
geliefert hat, verdanke ich sowohl die Anregung für den vorliegenden pa- 
läontologischen Versuch als auch dio Ausrüstung mit dem dafür erforder- 
lichen Material. 

Dio Aufgabe schien bei der nicht zu ausgebreiteten Literatur anfangs 
leichter, als sie sich in der Folge herausstellte, denn in der That sind die 
Verhältnisse von Variabilität und Constanz der Formen hier verwickelter 
als ich sie bisher anderswo kennen lernte. Diese Schwierigkeit ist auch 
schon von geübteren Paläontologen empfunden worden und ihre Consequenzcn 
gipfeln sich in der Streitfrage, dio sich um die Definition des Atnmonites 
Aon Mü. bewegt, obgleich dieser Fall von Unsicherheit durchaus nicht ver- 
einzelt dasteht. Aber gerade hier ist die Differenz besondors auffallend, 



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(4) 



322 



da die Einen den Namen Aon als Bezeichnung für eine ganze Familie 
oder Gruppe von sehr verschiedenen Formen nehmen'), während andere 
diese verschiedenen Formen als eine und dieselbe Species auffassen, deren 
Varietäten ohne bestimmbare Grenze in einander übergehen. Das hindert 
sie aber nicht, diese Varietäten dennoch zu unterscheiden und zu benennen, 
weil sie keine Möglichkeit sehen, die Species durch eine allgemein stich- 
haltige Diagnose zu charakterisiren 8 ). Die grossen Schwierigkeiten bei der 
Sache, die ich keineswegs verkenne 3 ), haben mich gleichwohl nicht abge- 
halten, mich an die Lösung der Aon-Frage, die man seit einiger Zeit mit 
einer gewissen Scheu auf sich beruhen lässt, zu wagen. 

Es möge mir gestattet sein, hier in kurzen Zügen die Principicn 
anzudeuten, von denen ich mich bei Behandlung dieser so wie der Species- 
Frage überhaupt leiten Hess. 

Der Begriff der Species, ursprünglich ein künstlicher, von dem man 
jedoch nicht zweifelte, dass er den Erscheinungen in der Natur vollständig 
angemessen sei, sollte in seiner ersten Bedeutung wohl nur solche Formen 
umfassen, die unter sich in allen Stucken übereinstimmten. Dem gegenüber 
verlangte man für das Genus nur mehr eine Uebereinstimmung in einzelnen 
allgemeineren Charakteren. 

Da»8 man bei Untersuchung der Merkmale anfangs nicht eben scrupulös 
zu Werke ging, ist sehr wahrscheinlich. Mit dem Fortschreiten der Beob- 
achtung musste man aber bald bemerken, dass zwischen die solchermassen 
festgestellten Species sich immer mehr neue Zwischenformen eindrängten, 
die man dann als neue Species, als Subspecies, als Varietäten, als 
abweichende Individuen in das früher gewonnene Schema einzuschalten 
versuchte. Endlich sah man aber doch ein, dass die ganze Begrenzungsart 
der früheren Species eine willkürliche, ja zufällige, z. Th. nur von dem 
Umfange des in Betracht gezogenen Materiales abhängige gewesen sei und 
dass man somit nach neuen stichhaltigeren Principicn für die Behandlung 
der Sache sich umsehen müsse. In Folge der dadurch hervorgerufenen 
Bestrebungen nun haben sich zwei ziemlich entgegengesetzte Richtungen 
geltend gemacht. Die eine, die den Begriff der Species als einen in der 
Natur der Dinge wesentlich begründeten erfasst, sieht »ich genöthigt, wegen 



') t. Hauer: Keue Cephal. von Hallstadt und Ausaee, in Haidungcr* naturw. Abb. 

1Ö40, Bd. Ii, p. 8 u. 

») Quenstedt: Opbalopoden p. 1KU ff. 

*) Es heisst sich du? Sache leicht machen , wenn mun joden kleinen Unterschied ab- 
bildet, benennt, ohne darüber nachzuforschen, wio diese mannigfaltigen Glieder zusammen- 
hingen. Quenstcdt: Cephalopoden p. 236 f. 



323 



(5) 



deB namentlich bei niedern Organismen in den häufigsten Fällen zu beob- 
achtenden vollständigen U eberganges verwandter Formen in einander, die 
Grenzen der Species so weit auszudehnen, bis in dem vorhandenen Bcob- 
achtungsmaterial solche Uebergangsformen zu den nächstverwandten Gestalten 
nicht mehr gefunden werden. Diese Begrenzungsweise, so natürlich sie 
scheinen mag, ist demnach nur eine willkürliche, da wir wohl nicht mit 
Gewissheit annehmen dürfen, dass die Natur diese scheinbar fehlenden 
Formen wirklich nicht kenne, so lange namentlich dio paläontologischen 
Aufsammlungcn nicht weiter als zu der gegenwärtigen, verhältnissmässig 
immer noch sehr geringen Ausdehnung gediehen sind. 

Die andere Art der Auffassung nimmt dagegen den Begriff der Species 
von vorn herein als einen durchaus künstlichen, als einen Wissenschaft- 
liehen Behelf, der zur Erkenntniss der Wahrheit erst führen soll, — als eine 
jener, gleichviel ob richtigen oder unrichtigen Hypothesen, denen die Natur- 
Wissenschaften seit jeher ihre bedeutendsten Fortschritte zu danken haben. 
Von dieser 8eite könnte der Speciesbegriff selbst dann noch beibehalten 
werden, wenn der bestimmte Nachweis geliefert würde, dass er in der 
Natur nicht begründot soi. Wenn der Begriff somit als ein künstlicher 
aufgefasst wird, so darf natürlich auch seine Begrenzung eine künstliche sein 
und der weite Spielraum individueller Ansichten wird allein in Rücksicht 
auf die Zweckmässigkeit zu reguliren sein. Ob nun zwar von Niemandem 
bestritten werden kann, dass eine scharfe Unterscheidung der (künstlichen) 
Species, namentlich in der Geognosie, sich auch praktisch als nützlich be- 
währt hat, so hat doch die consequente Durchführung einer solchen 
Scheidung (Speciesmacherei?) mannigfachen mehr oder weniger gravirenden 
Vorwürfen nicht entgehen können, die im Allgemeinen darauf hinauslaufen, 
dieselbe als etwas Unnützes hinzustellen. Ich meinestheils glaube aber, dass 
die sog. Speciesmacherei für den Geognosten nur dann unnütz sein würde, 
wenn man Ursache hätte anzunehmen, dass ihre Anwendbarkeit auf bathro- 
logische Vergleiche und Unterscheidungen sich auf die bisher beobachteten 
Punkte beschränken müsste. 

So lange das nicht dor Fall ist, so lange ferner nicht geradezu be- 
hauptet oder erwiesen wird, dass die Grenzen der Species als Inbegriff 
ähnlicher Formen genau mit den bisher angenommenen Grenzen der geo- 
logischen Formationen und Formationsglieder zusammenfallen müsse, so lange 
endlich die Verthcidiger der natürlichen Species uns überhaupt keine stich- 
haltigen Anhaltspunkte für die Auffindung der natürlichen Grenzen der Species 
anzugeben vermögen, — insolange werden wir fortfahren dürfen, alle Varia- 
tionen der Form getrennt zu halten, welche sich sicher in einer Reihe 



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324 



übereinstimmender Individuen ausprägen und die wir durch Wort und Bild. 
Anderen kenntlich zu machen im Stande sind, ohne Köcksicht darauf, oh 
auch gleich im Augenblick interessante Resultate unsere Bemühungen belohnen. 

Ob den solchermassen fixirten Variationen der organischen Form dann 
noch der Namen der Species in der hergebrachten Bedeutung zukomme, ist 
eine andere Frage, welche für Systematiker einige Wichtigkeit haben mag. 
Für die Praxis scheint es mir bequemer, einen derartigen allgemeinen 
Ausdruck anzuwenden, statt zwischen Species, Subspeeies, Varietät etc. 
ängstlich zu unterscheiden, denn man vermeidet damit den schwerfälligen, 
unbequem zu handhabenden Apparat der Doppel- und mehrfachen Namen, 
welche man sonst consequenter Weise ebenfalls annehmen müsste. 

Wendet man nun diese Betrachtungen beispielsweise auf den Amnionitis 
Ami Mfl. an, auf eine Gruppe von Formen, die kaum in einem Punkte 
mit einander übereinstimmen, nemlieh in der vertieften Bauchrinne'), die 
aber dennoch von den Vertheidigern der natürlichen Species bisher als eine 
einzige Species betrachtet Wurden, so ist es einleuchtend, dass auf Grund- 
lage des künstlichen Spcciesbegriffcs hier eine Reihe von Formvariationen 
unterschieden werden muss. Von den Cassianer Vorkommnissen sind die- 
selben schon durch Münster und Klipstein angedeutet und aus den Hall- 
städter Schichten habe ich in der vorliegenden Abhandlung 17 Formarten 
festzustellen versucht, von denen die meisten in beträchtlichen Reihen von 
Individuen eine auffallende Constanz beweisen. Wenigstens noch ebensoviel 
habe ich einstweilen unbeschrieben gelassen, weil einerseits das .Material 
nicht mehr die Sicherheit der Anhaltspunkte gewährte, andererseits mir der 
Raum zu eng zugemessen ward. Es war mir dabei nicht unerwünscht, dass 
mit den beschriebenen Formvariationen beim Aon sich auch parallellaufende 
bestimmte Verschiedenheiten im bathrologischen Lager in Einklang zeigten, 
und die es befürworten mögen, dass es unbeschadet der Zusammengehörig- 
keit der Gruppe keine so ganz müssige Aufgabe gewesen sein dürfte, die 
wahrgenommenen Verschiedenheiten der Form zu fixiren. Dass auch inner- 
halb der Hallstädter Schichten paläontologisch unterscheidbare Horizonte 
vorhanden seien, wäre schon a priori wahrscheinlich, selbst wenn sie nicht 
schon von den Herren v. Fischer 2 ) und Süss ') angedeutet worden wären. 

') Ich bezeichne, in Folge der von Herrn l'rof. Süss gegebenen Anregung, bei den 
Cephalopoden diejenige Seite, «n welcher der Si|»ho liegt, ah Bauch, die entgegengesetzte 
uls Kücken. 

') Bei v. Hauer: Beiträge zur KenntnUs der Ccphalopodenfauna der Hullstüdler 
Schichten. Denkschriften der Wiener Akad. IS.'».», Bd. !», p. II.» (.>). 

J ) Bei v. Hauer: Nachtrüge zur Kenntniss der l'ephalopodenfauna der Hnlhtfldter 
Schichten. SiU.-Ber. der Wiener Akad. IStiO, Bd. 41, p. 113, 114 (l, 1). 



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325 



(7) 



Wenn diese Horizonte bisher noch nicht genauer fixirt wurden, so geschah 
das, glaube ich, weniger aus dem Grunde, weil man die Durchführung einer 
paläontologischen Niveaubestimmung überhaupt für unmöglich gehalten hatte, 
als vielmehr, weil man die paläontologischen Beobachtungen noch für unzu- 
reichend erachtete. Ein weiterer Grund möchte aber wohl in den Schwierig- 
keiten liegen, die sich dem Besuche der Fundörter entgegenstellen und in 
Folge deren nur in den seltensten Fällen die paläontologischen Aufsamm- 
lungen an Ort und Stelle von Fachmännern geleitet wurden. 

Da auch ich nicht in der Lage war, die nöthigen Studien an den Fund- 
stellen selbst zu machen, die uns hier beschäftigen, so steht es natürlich 
auch nicht in meiner Macht, die Art der Vertheilung der Organismen auf 
verschiedene Niveaus der Hallstädter Schichten festzustellen. Ich habe blos 
die Absicht, eine Beleuchtung der bisher gemachten Beobachtungen zu ver- 
suchen, um zu sehen, ob nicht schon diese uns einige Folgerungen gestatten, 
einige Schlüsse auf die Verhältnisse, wie sie wahrscheinlich da sind. 

Was zunächst die Petrefactenfunde von St. Oassian betrifft, so ist die 
Annahme wohl nicht sehr gewagt, dass nicht alle von hier beschriebenen 
Formen wirklich nur einem bestimmten Schichtensystem entnommen sind. 
Hier, wo Buchensteiner Kalk, Wenger Schiefer, St. Cassianer Tuffe und 
• Kalke und Schierndolomit recht nahe bei einander liegen, hat das Volk die 
„Kurretsch", wie sie von Graf Münster und Klipstein beschrieben wurden, 
in Bachrissen etc. zusammengelesen. Münster hat sich nun allerdings selbst 
davon überzeugt 1 ), dass cino bemerkbare Aenderung der Fauna in den 
verschiedenen Schichten nicht stattfindet. Weit entfernt davon, diese Beob- 
achtung anzugreifen, mache ich nur darauf aufmerksam, dass Münster's 
Originale wahrscheinlich lediglich aus den Tuffen von Cassian stammen, 
wovon man sich leicht an seiner hinterlassenen Sammlung überzeugen kann. 
Anders Klipstein, üier fällt schon an den Abbildungen die ungewöhnliche 
Grösse einiger Arten auf. Es sind das Ammonites Johannis Anstriae (nur 
ein Exemplar aus der Sammlung des Erzherzogs Johann) Amin. Gaytnni, 
Amin, nodidosocostatiis, Amm. Credneri und Amm. acquinodosits. Da ich die 
Klipstein'schen Originale nicht kenne, so wäre es eine blosse, wenngleich 
naheliegende Vermuthung, dass diese grösseren Arten nicht in den Tuffen, 
sondern wahrscheinlicher in Kalkbänken lagen, wenn nicht Klipstein selbst 
schon eine dahin zielende Bemerkung ausgesprochen hätte'). Es ist dies 
aber um so interessanter, da gerade diese Arten es sind, die neben noch 



') Münster: BeitrSge B<1. I, p. 
») Klipute in: BoitrBgc. p. f»0. 



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(8) 



326 



einigen anderen auch in den Hallstädter Kalken gefunden wurden 1 ), und 
es wäre darum um so Wünschenswerther, die relative Lage des Niveaus zu 
kennen, in dem sie sich bei St. Gassi an finden. Obgleich es nicht un- 
wahrscheinlich ist, dass dieses Niveau repräsentirt wird durch die gegen oben 
überhandnehmenden Kalkbänke, die den St. Cassianer Tuffen eingelagert 
sind, so möchte ich das doch nicht als Behauptung hinstellen, da die Fol- 
gerungen, die sich daran knüpfen müssen, zu wichtig sind und ich den 
sichern Boden der Empirie darum nicht ohne Noth verlassen mag. 

Ausser den genannten Ammoniten werden als den Cassianer- und 
Hallstädter Schichten gemeinsame Formen von verschiedenen 
Autoren noch citirt: 

Ammonitcs Metternichi Hau. 

Amtnonites Aon Mü. 

Ammonitcs Achclous Mü. 

Ammonitcs Ruppclli Kl. 

Ammonitcs pisum Mü. 

Ammonitcs Jarbas Mü. 

Ammonitcs Eryx Mü.*) 

Orthoccras stdiundattm Mü. 

Phasianella variabilis Kl. sp. 

Natica pseudospirata Orb. 

Natica impressa Mü.*) 

Mttrchisonia tricarinata Klipst. sp. 

Turbo decoratus Mü. 

Pcctcn alternam Mü. 

Inoceramtts aretus Braun. 

Mytilus Münsteri Kl. 8 ) 

Cidaris alata Mü. 

ddaris transversa Mey.*) 

Stromatopora porosa Kl. 

Chaetetes Münsteri Ed. et Haime. 

Cladophyllia subdichotoma Mü. sp. 
und aus den Wenger- und Hallstädter Schichten 

Ilalobia Lommeli Wissm. 

Wir haben also bis jetzt 27 identische Arten, die uns die nahe Ver- 
wandtschaft der Ablagerungen von 8t. Cassian und von Hallstadt ver- 



'.) Ueber Amm. aequinodosus, siehe weiter unten. 
*) Vgl, weiter unten den palflontologUchon Thcil. 



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327 



bürgen. "Wenden wir uns nun zu den letzteren. Die typische Gegend bei 
Hallstadt und Aussee zählt eine ganze Reihe verschiedener Fundorte, 
von denen die meisten sehr reiche Ausbeute an Versteinerungen geliefert 
haben. Es sind das: der vordere Sandling, die Teltschenalp, der 
Leislingkogel, der Raschberg, Hallstädter Salzberg, Sommerau- 
und Steinbergkogel, der von Rossmoos gegen den Hallstädter See 
hinabführende Graben, der Taubenstein im Gosauthalc, der Moosberg, 
der Hundskogel bei Ischel und die Pötzschenhöhe bei Geisern. Dio 
Reihenfolge steigt von den reichston zu den ärmeren Fundstätten herab. 
Nehmen wir den ganzen Complex der hier vertretonen Schichten zum Typus 
der „Hallstädter Schichten", was er ohnstreitig ist, so füllt uns bei 
der Durchsicht der paläontologischen Erfunde eine gewisse Verschiedenheit 
in der Vertheilung der Organismen auf, die entschieden nicht in dem Maasse 
stattfinden könnte, wenn an allen diesen Stellen genau dieselben gleichzei- 
tigen Ablagerungen vertreten wären. Man würde wenigstens vergebens nach 
einem Grundo forschen, welcher ein Gesetz, das überall beobachtet würde, 
gerade für die Gegend von Hallstadt illusorisch machen sollte. Dass diess 
auch gar nicht der Fall ist, müssen Sammler häufig genug zu ihrem grossen 
Missvergnügen erfahren, wenn die andauernde und fleissige Ausbeutung 
eines Punktes ihnen fast nur eines der häufigsten Petrefacte in reicher, 
alles übrige verdrängender Fülle liefert. Es sind also auch gar nicht die 
selteneren Arten allein, die eine ungleichförmige Vertheilung über die ge- 
nannten Lokalitäten bemerken lassen, im Gegentheil, selbst die häufigsten 
und überall als Leitfossilien der Hallstädter Kalke anerkannten Species sind 
nur an einzelnen der Fundorte vertreten, während sie an anderen fehlen. 
So suchen wir am Rossmoos vergebens den Asnm. Jarbas Mü M am vordem 
Sandling den Amm. Oaytani KI., Amm. Morloti Hau. und Amm. Simonyi 
Hau.; auf der Teltschenalp fehlt Amm. neojurensis Qu., am Leisling Amin, 
respondens Qu., am Raschberg Amm. subumbilicatus Br., Amm. Gaytani Kl. 
und Amm. galeiformis Hau. Ich halte es darum für unbestreitbar, dass, 
wo ein solcher Ausfall vorliegt (der natürlich nicht durch unzureichende 
Aufsammlung bedingt sein darf), auch folgerichtig auf das Nichtver tre- 
ten sein eines gewissen Schichtensystems geschlossen werden muss. 

Aber in der Regel erschwert die gleichförmige petrographische Beschaffen- 
heit der Schichten die Auffassung der stratigraphischen Verhältnisse in hohem 
Grade. Nur an wenigen bevorzugten Lokalitäten erleidet dieser Umstand 
glücklicherweise eine Ausnahme. Das ist der Fall am vordem Sandling 
bei Aussee und am Sommeraukogel und Raschberg bei Hallstadt. 
Wir haben über die geognostischen Verhältnisse des vordem Sandling 



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(10) 



328 



sehr werthvolle Beobachtungen von Herrn Hofrath v. Fischer 1 ) und von 
Herrn Prof. Süss 1 ), die uns den Schlüssel zur Lösung wenigstens eines 
Theiles der Frage liefern werden, die uns hier beschäftigt. 

Ich gebe, der leichtern TJebersicht wegen, die Schichtenfolgc (von oben 
nach unten) in dem beistehenden 

Profil der Hallstädter Schichten am vordorn Sandling bei 

Aussee (nach Süss) 3 ). 



Haselgebirge und Schutt 



9. 


lichrrother Kalkstein mit sehr vielen kleinen Globosen, mit einge- 
backenen Particen von dunkelröfblichgrauem Kalk, worin ebenfalls 
zahlreiche kleine Globosen. Im untern Theil dieser Bank ist Rhyn- 
chonella longicollis Süss häufig. 


8. 


röthlicher, stellenweise grauer Kalkstein, etwa 3° mächtig, petre- 
factenleer. 


7. 


dunkelrotber Kalkstein. Amm. Jarbas und respondens, Amm. Morloti 
(oder neojureusis), viele Globosen, Holopclla. 


Jj. 


kleinere Lage lichtrothen petrefactenleeren Kalksteines. 


5. 


dunkelrother Kalkstein, wie Nr. 7 Amm. respondens, Amm. Jarbas, 
Nautilus brevis (liegt nur hier), Globosen, Cochloceras (nur hier), 
lihMuceras , Holo2>ella und sehr viele Gasteropoden. 


4. 

3. 


Unterbrechung (wahrscheinlich durch Verdeckung) an einer Stelle, gegen 
Norden, folgt nun 


„Fasselschicht" (nom. vulg.) gelbe Kalkank, wenig mächtig, voll 
Petrefacten. Ammonites subbullatns, Sandlingensis, retictdalns (erina- 
ceus sp n.?), semiglobosus, Aulacoceras ef. reticulatum (alveolare? Qu.) 
und sehr viele andere Arten, die in andern Lagen nicht sind. 


2. 


Verdeckung, darauf zerstreute Blöcke von weissem Kalk mit Nerita 
div. sp., Rhabdoceras, Amm. bicornis, andere voll Monotis salinaria. 


1. 


mächtiger lichtgrünlicher Kalkstein, ähnlich jenen vom Stcinbergkogel 
bei Hallstadt. Grosse Crinoidenstiele, grosse Globosen und Heterophyllen. 



') r. Hauer: Beiträge aar Kenntnisi der Cepbalopoden-Fauna der Hallst&dter Schichten. 
Donkochr. der Wiener Akad. 1855, Bd. 9, p. 142 (2). 

*) v. Hauer: Nachträge zur Kenntniss etc. Sitzber. der Wiener Aknd. ISÖO, Bd. il, 

p. 1 1 i en 

^) Bei Stls« 1. e. i*t die Reihenfolge der Schichten scheinbar umgekehrt, al9 Folge 
der Lagerunggvcrh&ltnisse. Die Schichten fallen nach Süss steil SSW und streichen OSO. 



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32i> 



(II) 



Bis auf die Blöcke Nr. 2 wurden alle Schichten anstehend gefunden; 
das» auch diese so ziemlich an der rechten Stelle eingeschaltet sind, lässt 
sich vermuthen, da nach mir vorliegenden Handstücken Ammonites bieomis 
mit einigen bezeichnenden Arten der Fassclhchicht zusammenliegt. AVenn 
wir daher vorläufig von den Kalken Nr. 1 absehen, deren Fossilien wir 
noch nicht genauer kennen, so dürfen wir sowohl nach petrographisehen, 
wie paläontologischen Indicien 3 Horizonte unterscheiden, nämlich 1) den 
Horizont, wo Halobia Lommili ihr Hauptlager hat (Blöcke Nr. 2); 2) darüber 
den Horizont des Ammonitcs subbullatus mit einer Reihe weiterhin zu speci- 
ficirender charakteristischer Arten (Schicht Nr. 3), und 3) die Gasteropoden- 
Kalke (Schicht Nr. 5 und 7). Ob ein Horizont mit IlhymhoiulUi longicollis 
sich noch darüber festhalten lässt, wage ich nicht zu entscheiden; ich habe 
diese Art, wenngleich spärlich, auch in den Gastcropodenkalkcn angetroffen 
und sonst fehlen uns ausser Amm. spinescens Hau., der auch in Schicht 9 
zu liegen scheint, die paläontologischen Anhaltspunkte für eine Abtrennung. 

Wohl zu bemerken ist übrigens, das» die Gastcropodenkalke von der 
Schicht mit Amm. subbul latus durch die Ablagerungen Nr. 4 getrennt wer- 
den, deren Mächtigkeit mir nicht bekannt ist, ebensowenig wie ihre paläon- 
tologischen Charaktere. 

Wegen der petrographisehen Verschiedenheit unserer angenommenen 
Horizonte wird es möglich, hier auch ohne directe Beobachtungen an dem 
Fundorte selbst, schon in einer Sammlung die Vertheilung der Organismen 
mit Sicherheit zu erkennen. Ich habe nach eingehendem Studium der be- 
bekannten reichen Sammlung des Herrn Hofratiis von Fischer folgende 
Ergebnisse feststellen können: 

In der „Fasselschicht 4 ' (Profil Schicht Nr. 3) finden sich: ') 
s. *Rhabdoceras Suessi Hau. 
h. Orthoceras latiseptatum Hau. 
h. Aulacoceras alveolare Qu. sp. 
hh. Ammonites subbullatus Hau. 
88. Ammonites Janus n. sp. 
sä. Ammonites Phoebus n. sp. 
hh. Ammonites Satumus n. sp. 
s. Ammonites Jokehji Hau. 
ss. Ammonites attetus n. sp. 
88. Ammonites minimus Hau. 



') hh = sehr hSufig, h = häufig, a =. ?olten, = selir selten. Mit einem • sind 
die beiden Niveaus gemeinsamen Arten bezeichnet. 



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(12) 



330 



88. Ammonites caducus n. sp. 

s. Ammonites Sandlingensis Hau. 

h. Ammonites velox n. sp. 

hh. Ammonites Agriodus n. 8p. 

hh. Ammonites Pamphagws n. ap. 

h. Ammonites Oribasus n. sp. 

8. Ammonites erinaceus n. sp. 

88. Ammonites foliaceus n. sp. 

88. *Ammonitcs Ehrlich* Hau. 

h. Ammonites altcrniplicafus Hau. 

ss. Ammonites modiens n. sp. 

hh. Ammonites Henseli Oppol. 

h. Ammonites nasturtiwn n. sp. 

a. ,4rom<>m/es semiglobosus Hau. 

b. Ammonites elevatus n. sp. 
h. Ammonites inermis Hau. 

s. *Ammonitcs Ausseanus Hau. 

s. *Ammonites tornatus Broun. 

h. Ammonites bicomis Hau. 

ss. Ammonites cicer n. sp. 

h. *^mmom7«f Jarbas MQ. 

h. *Atnmonites imperator Hau. 

hh. RhyticJwnella dilatata Ss. 

h. Pleurotomaria turbinata Hörn. 

s. *Pecten cutiformis Hörn. 

8. Pecten scutella Hörn. 

8. Monotis lineata Münst 

s. *H(dobia Lommcli Wissm. 

Dagegen liegen in den Gasteropodenschichten Kr. 5—7 folgende 
Arten : 

b. Ammonites Meternichii Hau. 

8. *Ammonites imperator Hau.' 

h. * Ammonites distinetus Gieb. 

h. Ammonites sttbumbilicatus Br. 

hh. Ammonites Johannis Austriae Kl. 

hh. Ammonites gakiformis Hau. 

8. * Ammonites Ausseanus Hau. 

ss. Ammonites diffisus Hau. 



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331 



(13) 



hh. *Ammonites tomatus Br. 

hh. Ammonites respondcns Qu. 

hb. *Ammonitcs Jurbas Münst. 

hh. Ammonites ncojurensis Qu. 

8. Amtnonites Ramsaueri Qu. 

88. Ammonites Eryx Mü. 

s. Ammonites geniadatus Hau. 

8. Ammonites Ehrlkhii Hau. 

88. Ammonites atrossus n. sp. 

88. Ammonites Asbolus n. ep. 

88. *Ammonit€s Harpahts n. sp. 

s. Ammonites delphinocephoitts Hau. 

s. Nautilus brevis Hau. 

8. *RJtabdoceras Sttessi Hau. 

s. Cochloceras Fischeri Hau. 

s. Cochloceras canalictdatwm Hau. 

8. CocMoceras breve Hau. 

h. Natica pseudospirata Orb. 

h. Natica KUpsteini Hö. 

h. Natica impressa Mü. 

hh. Loxonenut clegans Hö. 

hh. Ilolopella grandis Hö. 

s. Holopella tumida Hö. 

es. Tttrbonilla stdndata n. 8p. 

s. Scoliostoma fasciatum Hö. 

8. Scoliostoma monili/erum Hö. 

h. Nerita austriaca Hö. 

8. Nerita Klips tedni Hö. 

8. Nerita Munsteri Hö. 

s. Neritopsis compressa Kl. 

s. T«r6o decoratus Mü. 

sp. 

h. Phasianella rariabilis Kl. 

8. Phasianella acuminata Hö. 

8. Trochus sinistrorsus Hö. 

8. Trochus strobiliformis Hö. 

88. Platystoma Suessi Hö. 

88. Platystoma Hörnesi n. sp. 

ss. Delphimda sulcifera Hö. 
(2) 22 



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3:r2 



Ii. Pleurototnuria Fi schert Hö. 

s. Plvttrototnariu perreraa Hö. 

s. Pleurototnuria Iieussi Hö. 

h. Pleurototnuria ncxilis Hö. 

h. Pleurototuaria Hatten Hö. 
ss. Pleurototnuria Daphne n. sp. 
as. Mutrhisonia triatrittata Kl. sp. 

s. Citrus suj/erbtt8 Hö. 
*s. Patclla cotttdus Hö. 

s. Porullia abnonnis Hö. 

Ii. Porcdlia Fischeri Hö. 

s. Inoceramus arätts Braun. 
hs. Miftiltts Münsteri Kl. 

h. Monotia salinaria Br. 

Ji. * Preten cutifurmis Hö. 

s. Paten tenuicostatus Hö. 

h. Pcctcn concentrkestriatus Hö. 

Ii. *JIalobia Lomtneli \Vi. 
sä. Lingida Fischen Süss. 

s. llhynchonellu retrocita Ss. 
Diese Listen dürften fast vollständig die bisher am vordem Sandling 
gemachten Erfunde wiedergeben. Ich habe sie mit möglichster Sorgfalt 
zusammengestellt, doch w erden kleine Irrthümer vielleicht nicht vollkommen 
ausgeschlossen sein, da ich, wenn mein Material nicht ganz ausreichte, auch 
Citate aus der Literatur beigezogen habo, sofern dieselben durch Angabe 
petrographischer Charaktere dazu geeignet erschienen. Die angeführten 90 
Arten, wenngleich sie schon ein ganz ansehnliches Contingent von der ge- 
sammten Hallstüdter Fauna repräsentiren , erschöpfen dieselbe jedoch noch 
keineswegs, wie man leicht ersieht, — ja wir vermissen sogar einige der 
häufigeren Formen, wie Amin. Sitnonyi, Morloti, Guytani, die meisten 
Orthoceren , Nuutilen und noch manches andere. Wenn diesclbon hier vor- 
handen wären, so wäro es wenigstens sehr auffallend, dass dio gemachten 
sorgfältigen und umfassenden Aufsammlungen sie nicht nachweisen konnten. 
Allerdings könnte mau einwenden, dass der Gipfel des vorderen Sandling 
(Schichtcncomplcx Nr. 1 des Profile« und ebenso die Schichten Nr. 4) noch 
fast gar nicht durchsucht worden ist und dass hier ja wohl noch manche 
der vermieten Arten stecken könnte. Zugcgebon, aber wenn man das Gesuchte 
nun wirklich hier findet, dann haben wir auch einen willkommenen Beweis 
mehr für eine schichtweise Vertheilung der Hallstädter Fauna. 



:m (15) 



Dass die beiden, von uns unterschiedenen Horizonte nicht illusorisch 
oder blos lokal sind, beweist der Sommeraukogel westlich von Kallstadt 
mit dem daneben liegenden Raschbergc und Sälzberge. Und zwar 
finden wir am Raschberg die Schichten mit A mm. subbullatus vollkommen 
typisch ausgeprägt, ja sogar in ihror petrographischen Beschaffenheit genau 
übereinstimmend wieder. Es ist darum gewiss nicht sehr gewagt 4 wenn 
man von allen, oben aus der beregten Zone angeführten Arten annimmt, 
dass sie sich auch am Raschberge finden müssen. Ebenso ist anzunehmen, 
dass, wenn der betreffende Thcil des Sommeraukogels mit der an- 
dauernden Sorgfalt untersucht sein wird, wio sie dem vordem Sandling 
namentlich durch Herrn Hofrath v. Fischer zugewandt wurde, dass sich dann 
auch sämmtliche Arten der Gasteropodensehichten vom Sandling am Sommerau- 
kogel finden werden. Dafür spricht der Umstand, dass an der letztern Lo- 
kalität unter and er m auch schon viele der Arten nachgewiesen wurden, 
die am Sandling sich auf das Niveau der Gasteropodensehichten zu be- 
schränken scheinen. Da in der Sammlung des Herrn Ilofrath v. Fischer, 
die ich allein bei meinen Studien benutzen konnte, die Fauna des Sommerau- 
kogels nur verhültnissmüssig sparsam vertreten ist, da ferner in der werth- 
vollen tabellarischen Ueborsicht des Vorkommens von Ilallstädter Versteine- 
rungen, die Herr von Hauer im Jahre 1855 veröffentlichte 1 ), dio einzelnen 
Fundorte bei Hallstadt und Aussee weiter nicht auseinandergehalten 
sind, so wäre ich ausser Stande, eine Verglcichung mit genügender Sicher- 
heit vorzunehmen, hätte nicht Herr von Hauer selbst mit der liebenswür- 
digsten Bereitwilligkeit mich auf meine Bitte mit den erforderlichen Angaben 
ausgestattet. Ich verdanke seiner Güte die vollständige Liste der Vorkomm- 
nisse vom Sommeraukogel, vom Ste inbcrgkogel und von der Teltschen- 
alp (zum Theil), wie man sie in der weiter unten angefügten Tabelle finden 
wird. Aus diesen Angaben und aus den Citaten bei Hörnes*) wurde es 
mir allein möglich zu constatiren, dass, wie schon gesagt, die Gastero- 
podenkalke vom Sandling auch am Sommeraukogel vorkommen müssen, 
denn von den in denselben auftretenden Arten finden wir hier: 

Ammonitcs Metkrnichi Hau. 

Ammomtes imperaior Hau. 

') Hauer: Beitrüge zur Kenntnis« der Cephalopodenfauna etc. Dcnknehr. der 
Wiener Akud. lH.'»."», Bd. 9, p. IG-f (,'h ff. 

*) H Arnes: Oasteropoden und Acephalcn der Hnlhtildter Schichten in Denkschriften 
der Wiener Akad. tiSY», Bd. <t, p. X\ ff. 

Hörnes: Oasteropoden am der Trias der Alpen in Denkschr. der Wiener Akad. 18 r ><;, 
Bd. 12, p. 21 ff. 

(2*) 22* 



(16) 334 



Ammonites distinctus Oieb. 
Ammonites subutnbilicatus Br. 
Amnionitis guleifonnis Hau. 
Atnmonites tornatm Br. 
Amnionitis respondens Qu. 
Atnmonites tieojurcnsis Qu. 
Atnmonites liamsaueri Qu. 
Atnmonites Ehrlichi Hau. 
Natica pseudospirata Orb. 
Loxonema elegans Hf>. 
Holopella grandis Hö. 
Monotis Satinaria Br. 
Monotis lineata Mü. 
JrVrfrn concentricestriatus Hü. 

Dass die Zahl der Gnsteropodenarten hier so gering ist, wird uns kaum 
Wunder nehmen, wenn wir wissen, wie grosse Sorgfalt. Aufmerksamkeit 
und Ausdauer auch am vordem Sandling zu ihrer Aufsamrolung erforder- 
lich war. Es sind eben nur die häufigsten und dabei glatten, leicht aus 
dem Gestein lösbaren Formen, die uns bis jetzt vom Sommeraukogel 
bekannt sind. Die anderen folgen gewiss mit der Zeit noch nach. 

Auffallender aber ist der Mangel von Amnionitis Jarhas und Amnionitis 
Johannis Auxtriat , die doch am Sandling zu den häufigsten zählen und, 
wie ich mich an Handstücken überzeugen konnte, mit den Gastoropoden, 
namentlich mit Holopella und Loxonema, in nächster Berührung stehen. 

Ausser den genannten Arten finden sich nun aber am Sommeraukogel 
noch weiter eine Reihe von anderen, die am vordem Sandling bisher noch 
nicht nachgewiesen wurden. 

Es sind das: 

Orfhoeeras dtdiium Hau. 
Qrthoceras convergens Hau. 
Ort honras depressttm Hau. 
Orfhoveras salinarium Hau. 
Anlacoccras stdeatum Hau. 
Nautilus Quensfedti Hau. 
Nautilus liamsaueri Hau. 
Nautilus Salisburgcusis Hau. 
Nautihts mesodicus Qu. 
Nautilus Simonyi Hau. 



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()<) 



Nautilus reticulatus Hau. 
Nautilus Goniatitcs Hau. 
Nautilus trapezoidalis Hau. 
Amnionitis Hörncsi Hau. 
Ammonitcs scaphitiformis Hau. 
Ammonitcs decoratas Hau. 
Ammonites pseudoaries Hau. 
Ammonitcs robustus Hau. 
Ammonitcs Breunneri Hau. 
Ammonitcs Simonyi Hau. 
Amnwnitcs globus Qu. 
Ammonitcs semiplicatus Hau. 
Ammonites Pöschli Hau. 
Ammonitcs JRüpelli Hau. 
Ammonitcs rarestriatus Hau. 
Ammonites bicrenatus Hau. 
Chemnitzia salinaria Hö. 
Pachyrisma columbclla Ho. 
Avicula conciana Hö. 

You diesen Kaden sich einige auch noch an andern Lokalitäten, nämlich 
am Loisling, Kossmoos, an der Tcltsehenalp und am Stein bergkngel, und zwar 
an der Teltsc Ii enalp: 

Aulacoceras sukulum Hau. 
AmMonitcs rarestriatus Hau. 
Aricula conciana Ilo. 
? Pachyrisma columbclla Hö. 
am Leisling: 

Ammonitcs Simonyi Hau. 

am Stoinbergkogel und Rossmoos: 
Nautilus mesodicus Qu. 

und am Steinberg und Leisling: 

Ürtltoccras converycns Hau. 

Es wird darum nöthig sein, zu untersuchen, in welchor Vergesellschaftung 
von Organismen wir diese Arten an den letztgenannten Lokalitäten antreffen, 
und namentlich, ob wir an diesen Orten sichere Andeutungen für das Yer- 
tretensein der Sandlinger Horizonte und welcher Schicht namentlich, 
nachweisen können. 

Was zunächst den Leislingkogel betrifft, so begegnen uns hier, 



(18) 



abgesehen von den Arten, die wir bisher nur von dieser Loka- 
lität kennen 1 ), folgondo Formen: 

1) Ammonites galeiformis Ilau. 
Ammonites ncojurensis Qu. 
Amnionitis subumbiliealus Br. 
Ammonites Johannis Austritte Kl. 
Ammonites Ramsaucr^i Qu. 
Ammonites delphinocephalus Hau. 
Rhynchonella lonyicollis Sa. 
Forcellia Fiseheri Ho. 

(als Repräsentanten der Fauna der Sandlinger Gasteropodenschichton). 

2) Ammonites altcrniplicatus Hau. 
(am Sandling mit Amm. snbbullatus). 

8) Ammonites tornatus Br. 
Ammonites Jurhas Mü. 
Ammonites distinetus üieb. 
Ammonites Aasseanus Hau. 
(beiden Sandlinger Horizonten gciuoinsam). 
4) Ammonites Gaytani Kl. 
Ammonites Simonyi Hau. 
Nautilus Simonyi Hau. 
Nautilus RamsaueH Hau. 
Nautilus Salisburgcnsis Hau. 
Orthoceras convergens Hau. 
Tenbrutula Ramsaueri Ss. 
(am Sandling noch nicht nachgewiesen). 

Weiter. Der Steinbcrgkogel hat, nach den gütigen Mittheilungen 
von Herrn Bergrath v. Hauer bisher die folgenden Arten geliefert: 

1) Ammonites galeiformis Hau. 
Ammonites neojttrensis Qu. 
Ammonites subumbilicatus Br. 
Ammonites Metterniehi Hau. 
Ammonites respondens Qu. 

2) Aidaeoceras alveolare Qu. sp. 
Pleurotomaria turbinata Hö. 

(Subbullatus-Horizont). 

V) Wir werden uiicu iu den folgendeu Zusammenstellungen von solcherlei Arten ab- 
gehen können. 



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337_ O») 

3) Amtnonitcs tornattis Br. 
Jmmonitcs dislinctus Gicb. 
Amtnonitcs impcrator Hau. 
Amtnonitcs Ehrlkhi Hau. 
Uhabdoccras Surssi Hau. 

(am Sandling in beiden Horizonten vorkommend). 

4) Amtnonitcs reticulatus Hau. 
Nautilus salisburgcn.sis Hau. 
Nautilus mesodicus Qu. 
Nautilus Goniatites Hau. 
Nautilus heterophyllua Hau. 
Nautilus acutus Hau. 
Orthoccras comergens Hau. 
Orthoccras satinariitm Hau. 

(nm Sandling nicht nachgewiesen). 
Vom Rosamoos (Graben gegen den Halhtiidter See) kenne ich aus 
der Fi scher 1 sehen Sammlung: 

1) Ammonitcs galciformis Hau. 
Amtnonitcs neojttrensis Qu. 
Amtnonitcs respondens Qu. 
Amtnonitcs subnmbilicatiis Br. 
Ammonitcs Johannis Austriae KI. 
Amtnonitcs Metternichs Hau. 

*• (Gaateropodenhorizont). 

2) Aulacoceras alveolare Qu. sp. 

(Subbullatua - Schichten). 
;}) Ammonitcs tornatus Br. 
Ammonitcs imperator Hau. 
(in beiden Sandlinger Horizonten). 
4) Ammonitcs Gatjtani Kl. 
Ammonitcs reticulatus Hau. 
Nautilus mesodicus Qu. 
Natttilus Simonyi Hau. 
Nautilus acutus Hau. 
Spirigcra nut Ss. 

(fehlen am Sandling). 
Endlich erübrigt noch die Teltachenalp. Hier finden sich nach den 
gütigen Mittheilungen von Herrn von Hauer, die ich nach dem Überaua 
reichen Material von diesem Fundort, das in der Sammlung von Herrn 



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(20) 



338 



Hofrath vou Fischer liegt, in manchen Punkten vervollständigen konnte, 
folgende Formen vor: 

1) Ammonites yaleiformis Hau. 
Amnionitis respondens Qu. 
Ammonites sitbumbilkatus Br. 
Amnionitis Johannis Austriae Kl. 
Ammonites Iiamsaueri Qu. 
Ammonites Attsseanus Hau. 
Ammonites dclphinocephalus Hau. 
Ammonites diffisus Hau. 
Nautilus brevis Hau. 
Cochlocerus Fischeri Hau. 

Turbo dicoratus Mü. 
Trochus sinistrorsus Hö. 
Plcurotomaria Jieussi Hö. 
Pleurotomaria FiscJteri Hö. 
(Gasteropodenaehichten.) 

2) Ammonites alter nipiicatus Hau. 
Ammonites Jokelyi Hau. 
Ammonites bkornis Hau. 
Orthoceras latiseptatitni Hau. 
Atdacucetas alveolare Qu. ap. 
(Zone des Amm. subbullatus). 

3) Ammonites tornatus Br. 
Ammonites Jarbas Mü. 
Ammonites distinetus Gieb. 
Ammonites Ehrlichi Hau. 

(beidun Horizonten gemeinsam). 

4) Ammonites Gaytani Kl. 
Ammonites Sinwnyi Hau. 
Ammonites Morloti Hau. 
Amnionitis tili2)liet4s Hau sp. 
Ammonites rarestriutus Hau. 
Ammonites nodtdosocostatus Kl. 
Ammonites Cndneri Kl. 
Ammonites furcatus Mü. 
Ammonites Eryx Mü. 
Nautilus mesodicus Qu. 
OrtJiocaas convergeus Hau, 



33!* 



(Jl) 



Aulacoceras sulcatttm Hau. 

Aulacoceras reticulatum Hau. 

Pleurotomaria subscaluriformis Hü. 

Avictda eoncianu Hü. 

Paihyrisma columbella Hü. % 
(am Sandling nicht nachgewiesen ). 
Es scheint demnach, dass an allen 4, soeben betrachteten Lokalitäten 
sich beide Sandlinger Horizonte rinden, — ein für unsere Zwecke nicht 
günstiges Resultat, insofern es uns jegliche Yermuthung über das Lager 
eines Theiles der am Sommeraukogel gefundenen Arten abschneidet. Dus 
gänzliche Fehlen eines der beiden Horizonte hätte uns einen, wenn auch 
nur indirekten Fingerzeig in dieser Richtung gewähren künnen. 

Wir bleiben also mit unseren Fragen ganz auf den Sommerau kogel 
selbst angewiesen und hier spricht der absolute Mangel einer bestimmten 
Andeutung der Schichten mit Amin, subbullatus, welche dagegen in der Xiihe 
am Raschberg vollkommen typisch auftreten, mit Wahrscheinlichkeit dafür, 
dass wir wenigstens einem Theil der Fauna vom So nunerauk oge 1 
ein Niveau vindiciren können, welches höher liegt, als die 
Oasteropodenschichten vom vordem Sandling. Für diejenigen 
Species, die der Sommeraukogel mit dem Leisling, dem Steinberg, Rossmooa 
und der Teltschen gemeinsam hat, muss es einstweilen noch zweifelhaft 
bleiben, ob auch sie diesem höheren Niveau oder jenem angehüren, das 
wir am Sandlinger Profil mit Nr. 4 bezeichnet haben. Es sind demnach: 
Arten vom Sommeraukogcl, die wahrscheinlich hüher liegen, als die 
Gasteropodenschichten vom vordem Sandling: 

Orthoceras emvergens Hau. 

Orthoca as dtpresstun Hau. 

Orthoceras saliuarium Hau. 

Aulacoceras sulcatmn Hau. 

Nautilus Quenstedti Hau. 

Nautilus Hamsaueri Hau. 

Nautilus salisburyaisis Hau. 

Nautilus Simon yi Hau. 

Nautilus reticulatus Hau. 

Nautilus goniatites Hau. 

Nautilus trapczoidalis Hau. 

Ammonites Hörnesi Hau. 

Atmnonites scaphitiformis Hau. 

Ammonites decoratus Hau. 



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(22) 340 

Ammonitcs pseudoarivs Hau. 

slmmonites robustus Hau. 

Ammonitcs Breunneri Hau. 
Ammonitcs ylobns Qu. 

Ammonitcs semiplicatus Hau. 

Amnionites Göschli Hau. 

Ammonitcs liüpclli Kl. 

Amnionites bkrauttus Hau. 

Chemnitzia salinariu Hörn. 

Uis ho weit mochten die bisherigen Beobachtungen uns zu Folgerungen 
verlocken, ja man könnte, gewiss mit einigem Recht, sagen, dass schon 
diese Folgerungen zu weit getrieben seien. Aber es bleibt uns immer noch 
viel des Wissenswerthen übrig, was keine grübelnde Combination ohne vor- 
herige sorgfältige Eokalstudien zu beantworten vermag. Dazu gehört auch 
die Feststellung der Grenzen der verticalen Verbreitung, namentlich 
der häufigeren Hallstädter Arten. Wir haben bisher wegen der weiten 
horizontalen Verbreitung mancher Faunen, namentlich der Globosen, 
einiger Heterophvllen und der Aon-Arten mit Recht annehmen müssen, dass 
diese Formen auch in den meisten, wenn nicht allen Niveaus der Hall- 
städter Kalke vorkommen. Aber wo liegen die verticalen Grenzen der ein- 
zelnen, wo berühren sich die Grenzen verschiedener Arten, wie weit greifen 
sie in einander über? Das sind Fragen, die erst eine Jahre lange aufmerk- 
same Forschung an Ort und Stelle zu lösen im Stande sein wird, auf 
die wir aber jetzt noch kaum eingehen können. Eine Ueberzeugung, die 
vielleicht mehr als ein blosses Vorurtheil ist, erlaube man mir jedoch hier 
zu wiederholen: die als Amnionites Aon aut. bisher wenig unterschiedenen 
Formen, mögen sie auch nur blosso Varietäten einer und der selben Art 
auf ihrem Entwicklungswege darstellen — sie werden uns in den Variationen 
ihrer Form innerhalb gewisser Grenzen gewiss ein verschiedenes Alter 
der Schichten dokumentiren, in denen wir sie finden. So weit meine Beob- 
achtungen reichen, habe ich diese Ansicht bestätigt gefunden. Mögen Andere, 
wenn sie nicht durch l'rincipien daran verhindert werden, die Untersuch- 
ungen in dieser Richtung weiter führen. Einstweilen stellt sich aber schon 
das interrcssantc Resultat heraus, dass am vordem Sandling, dessen Gastcro- 
poden und Bivnlven in dem rothen Marmor für eine nahe Verwandtschaft 
mit den Ablagerungen von St. Cussian sprechen, bisher keine einzige von 
den Gassianer Aon-Arten gefunden wurde. Dagegen stimmen viele von den 
Äonen, von der Teltschcnalp auf das vollständigste mit manchen Casaianer 



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(•23) 



Alton. Während wir demnach einen Theil der Ablagerungen 
von St. Cassian mit dem Gastcropodenmnrmor vom Sandling in 
genaue Parallele stellen dürfen, werden wir ein on andern ebenso 
gewiss mit einem Theil der Teltschcner Marmore auf gleiches 
Niveau setzen müssen. Und das ist wieder ein Beweis mehr, dass in 
den „Cassiancr Schichten* sich mehr als ein guter paläontologisehcr 
Horizont versteckt. Dass der Nachweis der Details seine grossen Schwierig- 
keiten haben mag, ist gewiss — ebenso gewiss ist es jedoch, dass fort- 
dauernde vergleichende Beobachtungen und Studien an Ort und Stelle das 
Problem zu lösen im Stande sein werden. 



Um den Ueberblick über die Vertheilung der Organismen auf die 
typischen Ilallstädter und Ausseer Fundorte zu erleichtern, habe ich die 
beifolgende Tabelle zusammengestellt. Man wird aus ihr, besser noch als 
aus den vorhergegangenen Bemerkungen ersehen können, in wie weit die 
Resultate der bisherigen Aufsammlungeu eine zonenweise palüontologischo 
Verschiedenheit der betreffenden Ablagerungen befürworten. Die Daten 
über die anderweitigen Vorkommnisse au wenig ergiebigen oder sonst nicht 
typischen Fundorten habe ich aus der schon oben erwähnten Uebersichts- 
tabelle bei v. Hauer entlehnt. Sie finden unter kurzer Zahlenbezeichnung 
ihre Stelle in einer allgemeinen Rubrik und bedeutet dabei: 



1. St. Cassian. 


15. 


Brandstatt bei Klein-Zell. 


2. Rnibl. 


IG. 


Klein-Reifling. 


3. Bleiberg. 


17. 


Pötaehenhöho bei Goisern. 


4. Wochein. 


18. 


Hundskogel bei Ischl. 


5. Berg Obir. 


19. 


Moosbcrgkogcl bei Aussee. 


ü. Agordo. 


20. 


Salzberg bei Hallstadt. 


7. Val Trompia. 


21. 


Raschberg bei Hallstadt. 


8. Schwarzenbach. 


22. 


Taubenstein im Gosauthal. 


U. Idria. 


23. 


Hall in Tyrol. 


10. Val Scalve. 


24. 


Halleiu und Berchtesgaden. 


11. Steinbaur bei Wcidmannsfild. 


25. 


Spital am Pyhrn. 


12. Ilornungsthal bei Buchberg. 


2<i. 


Neuberg. 


13. Donuerswand bei Frein. 


27. 


Hornstein. 


11. Wildalpenberg. 


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Hin ter-Schaf borg a. Wolfgangsee. 



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13. 14.22.24. 


27. 


122. 




Laym Hau. 


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123. 




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12 1. 


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Mtitiruuhi Hau. 




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1. 22. 21. 




125. 


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litriiiimn Hau. 










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rduuhüus Iliiu. 


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Sutanm* Dtm. 


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Photbus Dtm. 


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131. 




Janas Dtm. 


X 


















132. 




tni iti hi ns Hau. 


X 


















133. 




iicutimnlis Hau. 




* 


X 














134. 


1' 


latriduisutus Hau. 




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135. 


11 


cuauijHsbtlus Hau. 






X 














13(5. 


Xatita 


pscudospiraia Orb. 




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1. 




137. 




Ktipsttihi Hö. 




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13S. 


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imjn essti Mü. 




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1. 




139. 


Loxomma ileyans Hü. 


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C/wnutitziu mlhutria Ho. 










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TurboniUa subuhtUi Dtm. 




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Scoliostontn DKOiilifvrtnn Hü. 




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Nvrita (i ms triftet Iii». 




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14 7. 


Klipsttini Uii. 




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Miiuahri Hü. 




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'20. 


140. 


Xrritopsis rompirssu Kl. 




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1. 


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YV* >y>*> tlt'tutdtus Mü. 




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1. 


151. 


i»flntn* Dtm. 






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1-VJ. 

153. 


Dtm. 

Pli((sui)icH(( rariabilis Kl. 




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1. 21. 


151. 


wuminniti Hö. 
2V«rA M ,s fiinisimrsH« Hü. 




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155. 




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15<;. 


., strobilijormis Hö. 




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157. 


Kouinrki Hü. 






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Platt/ st<)wa Suessi Hü. 


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Ih tjiliiititla strli ifrra Hü. 
PlriirtituDtaria tnrbtuata Hü. 


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170. 


Mm-rh, soiii« tiiairiimta KI. sp. 




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171. 


Citrus sui></btis Hü. 




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1 7J. 


Pftttlld tuiiulus Hü. 




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17 3. 


l\>inVtu (ibmtrmis Hü. 




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174. 


F'scheri Hü. 




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Pt/i Itt/riswa ctilmubt tla llü. 










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1 7(1. 


Intii t rumus arrtus liraun. 




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177. 


Mtftilns Mannten KI. 




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(irrnlln, amonui Dtm. 




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Avictda quadrata Dtra. 






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180. 


„ concinna Hö. 


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181. 


Monotis salinaria Br. 




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• 


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X 


11.13.14.16.17. 
25. 25.26.27. 


182. 


„ lineata Mu. 


x 




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• 


• 


• 




11. 27. 


183. 


Halobia Ijommeli Wittm. 


x 




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• 


X 


• 




1. 7. 10. 23. 27. 


184. 


Lima Jlamsaueri Hö. 












X 






185. 


Pecten cutiformis Hö. 


X 


x 


x 


• 










186. 


„ tenuicostotus Hö. 




X 














187. 


„ concentricestriatus Hö. 


• 


X 


x 


• 


X 








188. 


„ 8cutella Hö. 


X 


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X 


• 




• 






189. 


Cyprina simplex Htm. 


• 


• 


X 






• 






190. 


Opis globata Dtm. 




X 














191. 


Terebrattda Ramsaueri Ss. 




• 


X 


X 


X 


* 




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192. 


Spirigera Deslongchampsi Ss. 












X 






193. 


„ Strohmuyri Ss. 
















27. 


194. 


„ ? nux Ss. 








• 


X 


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X 


Thörlstein am 
äussern Salzberg. 


195. 


Rhynchonella laevis Ss. 


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• 




• 


X 


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Thörlstein. 


196. 


„ retrooita Ss. 




X 














197. 


„ dilatata Ss. 


X 














22. 


198. 


„ ? longicoUis Ss, 
IAngtda Fischen Ss. 


* 


X 




X 




» 




27. 


199. 


• 


X 















Die Aufzählung der in den Hallstädter Kalken vorkommenden Spon- 
gitarien, Polyparien ') und Kadiarier unterlasse ich hier, da die betreffenden 
Beobachtungen noch gar zu vereinzelt dastehen und zu der Vervollständig- 
ung des Ueberblickes über die Vertheilung der Fauna daher nur wenig 
beitragen möchten. 

Ceratites euryomphedus Ben. und Ammonites gibbus Ben. dagegen, welche 
von Dr. Benecke*) als aus der „Hallstädter Gruppe" stammend angegeben 



') Vergl. Reu ss : Zwei neue Antbozoen aus den HallstSdter Schichten. Sitz.-Ber. der 
"Wiener Aknd. 1865. Bd. 15, p. 1. 

*) Beneeke: Triaa und Jura in den Sudalpen 1866, p. 154, T. 2, F. 1. 2. 

(3) 23 



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(HO) 



348 



wurden, gehören nach neueren brieflichen Mittheilungen von demselben 
wahrscheinlich in ein tieferes Niveau.') 



Die folgende Beschreibung einer Reihe von neuen Arten wird ebenso 
wie das oben gegebene Register einen Mangel nicht verbergen können, den 
Mangel an ay s t ein n tischer Aneinanderreihung und Oruppirung der 
Amnion itenspecies. Es zeigt eich hier immer deutlicher, dass die bisher 
angenommenen Gruppen für die Einreihung der Hallstädter Vorkommnisse 
nicht ausreichen. Da es mir nicht gelingen wollte, mit dem vorhandenen 
Material die Aufstellung neuer Gruppen durchzuführen, so habe ich die 
Arten jetzt blos nach ihrer üusserlichen Aehnlichkeit aneinander gereiht. 
Es steht wohl zu erwarten, dass die neuesten systematischen Arbeiten von 
Herrn Prof. Süss die naturgemässo Einordnung auch dieser Formen er- 
leichtern werden. Zur unbedingten Annahme dos von Herrn v. Hauer 
vorgeschlagenen genus Clydonites habe ich mich noch nicht entschliessen 
können, weil ich seine Grenzen nicht genau festzuhalten vermag. Scheinbar 
ganzraudige Lobenlinien zeigen unter der Luppe zuweilen schon eine feine 
Zühnelung oder bekommen auch bei vorgerücktem Alter Zacken. Ob die 
tiefere Lage des Sipho in einer besondern Düte wesentlicher Charakter des 
genus sei, hat Herr v. Hauer nicht bestimmt ausgesprochen. In diesem 
Falle wäre von den weiter unten behandelten Formen fast nur Amin, crassi- 
testa sp. n. ein entschiedener Clydonit. 

In Betreff meiner Terminologie der Cephalopoden erinnere 
ich wiederholt, das* ich die von Quenstedt und neuerdings von Süss 
vertretene BozeichnuugKweiHe adoptirt habe und infolge dessen, dem bis- 
herigen Gebrauch entgegen, die S ip hon al seit»- als Hauch, die ent- 
gegengesetzte als Rücken benenne. 

') H«-rr I>r. !><ne«ke •rlin'ibi mir darüber: „Die mit (fr. euryomplurfius und Amt», 
ijtbbus bei Co lere und Prezzo gefundenen Halobien scheinen mir nach wiederholter 
Untersuchung von der echten llal. Loinnicli W. abzuweichen, welche allerding* an den 
nämlichen Fundftrtern ebenfalls Torkommt, wahrscheinlich aber erst in höheren Schichten 
ihre Heimat hat. 

.Die OesteintbeschafTenheit ist nämlich in beiden Niveaus so übereinstimmend, dass 
sie gar keine Anhaltspunkte cur Unterscheidung derselben bietet. — Nach neueren Nach- 
richten scheint es mir auch unzweifelhaft, dass mein Amm. gibbus mit Amm. Studeri Hau. 
identisch sei, obgleich er mir nach der Abbildung abweichend erscheinen musste. Auch 
den Cer. binodonu» Hau. habe ich neuerdings aufgefunden. Derselbe ist in den italienischen 
Angaben mitunter mit Amm. Pemphix Mer. verwechselt. * 



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349 



(31) 



Aulacoceras reticnlatom Hauer. Tab. 13, Fig. 3— 10. 

Hauer in W. Haidinger's naturw. Abhandl. 1817, Bd. 1, p. 258, T. S, F. 11 — 11. 
t. Hauer in Denkschr. der Wiener Akad. 185[», Bd. 9, p. (21) ff., T. :t, F. 7— IC. 

Die abgebildeten Stücke, von denen zwar keines in directem Zusammenhang 
mit der von Herrn v. Hauer beschriebenen Form aufgefunden wurde, scheinen 
gleichwohl mit Sicherheit denselben zugerechnet werden zu müssen, und 
zwar werden sie als die von Herrn v. Hauer noch nicht gekannten Spitzen 
seines Aulacoceias zu betrachten sein. Die Form ist, wie schon Herr von 
Hauer richtig vennuthete, eine keulenartige, wie bei Bei. semihastattis, 
doch nicht ganz so regelmässig. Der Querschnitt und die Lage des Sipho 
stimmen vollständig mit der Hauer'schen Art. Ebenso die fein längs* 
gestreifte Oberfläche der Schale an dem gekammerten Ende. Wo die 
Kammern innen aufhören, werden jedoch aussen diese Längstreifen wellig 
und runzlig und verschwinden zuletzt auf der Keule in einer lederartig 
krausen Sculptur, die durch engBtehende, unregelmässige, vertiefte Quer- 
streifen bedingt wird. Schon diese, nicht von Verwitterung herrührende 
Oberflächenbeschaffenheit lässt die Form leicht von Belemniten unterscheiden, 
— sicherer noch wird der Unterschied durch die kri stallinisch späthige, nicht 
radialfaserige innere Structur der Keule erwiesen. Die tiefen, paarigen, je 
zwischen zwei scharfen feinern Nebenfurchen herablaufenden Seitenfurchen, 
deren auch Herr v. Hauer erwähnt, werden gegen die Keule zu allraälig 
flacher und verschwinden endlich da, wo diese ihre grösste Dicke erreicht, 
oder, bei andern Exemplaren erst ganz kurz vor der 8pitze. An keiner 
Stelle beeinträchtigen sie die vollkommene Kegelform der Alveole. 

Denkt man sich die Peripherie des Querschnittes in 3 gleichweit von 
einander entfernten Punkten getheilt, so liegt in dem einen derselben der 
Sipho, in den beiden andern die erwähnten Längsfurchen. Der Sipho ist 
sehr fein dorsal randlich und, nach Herrn v. Hauer, in dem ganzen Zwischen- 
räume zwischen zwei Kammern sichtbar. Bei einem Längschliffe an dem 
Exemplar Fig. 10, der in der Ebene des Sipho geführt wurde, ging der- 
selbe leider verloren und bei dem Schliffe Fig. 3 konnte die Lage des Sipho 
überhaupt nicht nachgewiesen werden. 

Die Kammerwände der Alveole sind regelmässig nach unten convex 
und stehen, bei einem Durchmesser der untern Wand = 100 Um 45 von 
einander ab — genau dieselbe Entfernung, die Herr v. Hauer bei seiner 
Orth, retiadatum angibt Bei dem Schliff Fig. 3 stehen sie weiter, bis 60 
von einander entfernt Die Alveole selbst ist vollkommen kegelförmig zu- 
gespitzt, — eine erste kugelige Kammer, wie bei Belemniten, ist nicht 
vorbanden. 

(3*) 23* 



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(32) 



350 



Dimensionen. Ganze Länge des Stückes: Fig. 3 = 0"Ofifi. Länge 
der Alveole: 0 m 029. Orösster Durchmesser der Keule: Fig. 10 = 0 m 0095. 
Kleinster Durchmesser des Stieles = 0 W 006. 

Fundort: Teltschen bei Aussee (4 Exemplare). 

Bemerkungen. Die vorliegenden Stücke, von denen es, wie ich 
oben gezeigt habe, höchst wahrscheinlich ist, dass sie zu Aulacoceras reti- 
culatum Hau. gehören, machen diese Form somit zur bisher noch nicht ge- 
kannten Vermittlerin zwischen Orthoceras und Belemnites. Für Orthoceras 
spricht die lange Reihe von Luftkammern, umgeben von einer, im grössern 
Theil ihres Verlaufes parallelwandigen Schale, welche von radial fasrigrer 
Structur keine Spur zeigt, — für Belemnites der feine randliche Sipho und 
die keulenförmige Anschwellung an der Spitze, zum Theil wohl auch der 
von Herrn v. Hauer beschriebene Verlauf der ringförmigen Schalenzeich- 
nung. Als Eigentümlichkeit des Genus Aulacoceras bleibt dann aber immer 
noch 1) die kryllinische, nicht strahlige Structur der Keule; 2) die centrale, 
nicht seitliche Lage der Spitze der Alveole; 3) die seitliche Lage der beiden 
Längsfurchen- und Längsstreifen - Systeme; 4) die lederartige Runzelung 
der Epidermis auf der Keule, — Charaktere, die, wenn sie auch nicht allo 
dem ganzen Genus zukommen mögen, doch blos in diesem auftreten. 

Es ist gewiss der Beachtung nicht unwerth, dass das Genus Aulacoceras 
sich in den Hallstädtcr Schichten, im Keuper zeigte, da wo die letzten 
Orthoceren erscheinen und noch keine Belemniten vorhanden sind. Ich kann 
mich der Muthmassung nicht verschliessen , dass auch in andern marinen 
Keuperabsätzen sich dieselbe Form wohl noch finden werde, namentlich 
dass das, was man aus den Kössner Schichten bisher als Belemniten deutete, 
hieher zu stellen sei, denn so viel mir bekannt, hat noch keiner der Kössner 
Belemniten im Innern die strahlige Structur gezeigt, wie sie bei wirklichen 
Belemniten nirgend vermisst wird. Auch jener Orthoceras (Mclia) sp. Hau. 
cet. auet, der im Lias von Adnet, Enzesfeld, Hierlatz, Varese etc. auf- 
gefunden wurde, wird wohl zu Aulacoceras gehören. 

Nautilus gasteroptyehus Dittmar. Tab. 12, Fig. l. 2. 

Gehäuse eiförmig aufgebläht. Die fast vollkommen umhüllenden Win- 
dungen lassen einen tiefen, sehr engen Nabel offen. Sie nehmen rasch an 
Höhe zu, — jede nachfolgende übertrifft die vorhergegangene um mehr als 
da» 4fache. Die Mundöffnung hat ihren grössten Breitendurchmesser in der 
Nähe des Nabels. Von hier fallen die Seiten gegen den Nabel plötzlich, 
gegen den Bauch allraälig, beiderseits mit vollkommner Rundung ab; sie 
gehen auch mit gerundeter Kante in die Wölbung des Bauches über. Auf 



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351 



(33) 



dem letztern machen sich breite wellige Erhöhungen bemerkbar, die gegen 
die Seite sehr bald verschwinden. Man zählt ihrer 15 auf dem letzten Um- 
gänge. Die ziemlich dicke Schale ist mit dichten, äusserst feinen Anwachs- 
streifen bedeckt. Auf dem Bauche weit nach hinten greifend, schwingen 
sie sich von hier in weitem Bogen nach vorwärts; ob sie aber nicht, ehe 
sie den Kabel erreichen, noch eine Rfickbeugung erfahren, Hess sich an 
dem vorliegenden Stücke nicht nachweisen. So weit sich ihr Verlauf sicher 
erkennen Hess, ist die Linie in der Begrenzung des Mundrandes angedeutet 
worden. Die Lobcnlinie ist zweimal geschwungen. Der Bauch- (extern-) 
Lobus flacher, als der Seitenlobe. Die Sättel gleich hoch, der zweite Lateral 
breiter als der erste. Auf einen Umgang kommen etwa 1 6 Kammern. Das 
vorliegende Stück hat noch keine Wohnkamraer. Die Lage des Sipho konnte 
nicht ermittelt werden. 

Dimensionen: Ganzer Durehmesser = 0"086. Für einen Durch- 
messer = 100 ist 

die Hohe der letzten Windung = 65 
„ Breite „ „ „ = 54 

„ Höhe „ vorletzten Windung = 15 
„ Breite „ „ „ = 26 

„ Weite des Nabels = 0. 

Fundort: Rossmoos bei Aussee (1 Exemplar). 
Bemerkungen. Durch die Faltung des Bauches steht dieser Nautilus 
dem Amm. Mojsissoricsx Hau. parallel, er unterscheidet sich jedoch durch 
denselben Charakter bestimmt von allen bisher beschriebenen Hallstädter 
Nautilen. 

Nautilus securis Dittra. Tab. 12, Fig. 3, 4. 

Obgleich der einzige vorliegende Steinkern durch unvorsichtiges An- 
schleifen und Verwitterung gelitten hat, so liessen sich doch alle wesent- 
lichen Charaktere vollständig genug erkennen, um darauf eine neue Art zu 
gründen. Das Gehäuse ist hochmündig, vollkommen involut, in der Gegend 
des sehr engen Nabels am dicksten. Von hier fallen die Seiten flach ge- 
wölbt gegen den schmalen, kantigen Bauch. Die Windungen nehmen sehr 
rasch an Höhe zu, in einem Umgange fast um das vierfache. Schalen- 
Hculprur unbekannt. Die Lobenlinie erhebt sich zu 2 hohen Lateralsütteln 
und einem flachen Bauchsattel. Der erste Lateral zungenförmig, der zweite 
breiter gerundet. In die um */.« verkleinerte Abbildnng Bind schon die 
letzten Lobenlinien eingetragen. Man zählt ihrer bis 24 auf einen Unigang. 
Lage des Sipho unbekannt. 



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(3-1) 



Dimensionen: Ganzer Durchmesser «e 0 m H7; für einen Durch- 
mesBcr = 100 ist 

die Höhe der letzten Windung = 66 
„ Breite „ „ „ = 38 

„ llöhc der vorletzten Windung = 18 
„ Breite „ „ „ =15 

„ Weite des Nabels = 0. 

Fundort: Leisling bei Aussee (1 Exemplar). 

Nautilus spirolonns Dittm. Tab. 13, Fig. 1, 2. 

Die dicke, kuglig geblähte Schale ist mit starken, auf den Seiten nach 
vorn geschwungenen Anwachsringen geschmückt, welche sich jedoch am 
Bauche schwach nach hinten beugen. Bauch, Seiten und Nabel gehen in 
vollkommener Bogcnlinie in einander über. Die grüsste Dicke, die sogar 
die Höhe der Windung übertrifft, liegt ganz nah an dem tiefen trichter- 
förmigen Nabel. Die Umgänge sind vollständig involut. Sie wachsen sehr 
schnell in Höhe und Breito an. Die Lobenlinie ist zweimal geschwungen 
und bildet einen tiefern breiten Seitenlobus und einen kürzern, mit dem Seiten- 
lobusder folgenden Linie auf gleicher Höhe stehenden Bauchlobus. Die Aussen- 
seite des Laterallobus schliesst sich vollkommen der Spiralrichtung an und 
da die aufeinander folgenden Lobenlinien sich hier berühren, so entstehen 
hier zn beiden Seiten des Bauches 2 geschlossene Spirallinien. Dies Ver- 
halten bleibt in allen Stadien des Wachsthums unverändert dasselbe. Der 
feine Sipho liegt in dem innern Viertel der Mündungshöhe. Ein die Ab- 
bildungen noch um */., an Durchmesser übertreffendes Exemplar zeigt noch 
keine Wohnkammer. Auf einen Umgang kommen nur 15 Luftkammern. 

Dimensionen: Das grösste vorliegende Exemplar hat einen Durch- 
messer von 0" , 127; für den Durchmesser = 100 ist 



die Höhe der letzten Windung = Gl) 

„ Breite „ „ = 80 

„ Höhe der vorletzten Windung = 18 

„ Breite „ „ „ = 20 

„ Weite des Nabels = 0. 



Fundort: Rossmoos bei Aussee (2 Exemplare). 

Bemerkungen. Als nächste Verwandte unsrer Art sind zu betrachten: 
Ximtiltui Stmpt-n Hau., N. Goiiiotitcs Hau. und X. nt'mdiütts Hau. Von 
den beiden erstem unterscheidet sie »ich durch den Verlauf der Lobenlinie. 
X. tfluulalus mit ähnlichen Loben ist dagegen weniger involut, nicht so 
kugfig gewölbt und durch die gegitterte Schale unterschieden. 



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(35) 



Amiiioiiites (Olydoiiiles) erassitesta Dittm. Tab. 13, Fig. 19—21. 

Die sehr wenig involuten Umgänge nehmen langsam an Höhe und 
Breite zu, so das« ein weiter flacher Nabel sichtbar bleibt. Mündung nahezu 
quadratisch, wobei jedoch die Seiten ein wenig gegen den gerundeten Bauch 
convergiren. Nahtkanten rechtwinklig gerundet. Die Schale zeigt auf den 
verschiedenen Umgängen abweichende Sculpturen. Während die 3 innern 
Windungen mit relativ groben Rippen versehen sind, von denen sich einige 
V formig an der Naht schon spalten, bemerkt man , auf den äussern Um- 
gängen nur noch allmälig mehr und mehr sich verflachende Wellen, die an 
der Naht am stärksten sind, sich aber auf der Mitte dor Seiten schon ganz 
verlieren. Dagegen macht sich nun auf und zwischen ihnen eine äusserst 
feine sichelförmige An wachsstreif ung bemerklich. Ist die ziemlich starke 
Schale entfernt, so gewahrt man eine sehr einfach geschwungene Loben- 
linie, die sich zu 3 gleich hohen runden Sätteln erhebt, während von den 
ebenfalls runden Loben der erste Lateral der tiefste ist. Der Sipho liegt 
ein wenig vertieft, wie es scheint, in einer besondern Düte der Kammer- 
wände. Auf der Abbildung sind schon die letzten Lobenlinien eingetragen. 
Man zählt hier auf einen Umgang gegen 30. Die Wohnkammer, in der 
Länge fast eineB ganzen Umganges erhalten, hat noch keinen Mundsauin. 

Dimensionon: Ganzer Durchmesser = 0 m 027; für einen Durch- 
messer = 100 ist 

die Höhe der letzten Windung = 36 

„ Breite „ „ „ = 3« 

„ Höhe der vorletzten Windung = '20 

„ Breite „ „ „ = 2<i 

„ Weite des Nabels = 45. 

Fundort: Teltschenalp bei Aussee (2 Exemplare). 

Bemerkungen. Die vorliegende Species reiht sich durch ihre ein- 
fachen ungezackten Lobon dem Hauer'schen Geschlecht Clydonitcs an, sie 
unterscheidet sich dadurch bestimmt von den äusserlich sehr verwandton 
Formen Amm. Morloti Hau. und Am». Simonyi Hau., welche beide bereits 
in dem entsprechenden Alterszustando die charakteristischen Heterophyllen- 
loben zeigen. Als nächst verwandte Form ist Amm. crassccanimtns Hau. 
zu betrachten. Die Unterschiede liegen in dem sicheligen Verlauf der An- 
wachsstreifen und in dem viel frühern Verschwinden der Rippen auf den 
innern Windungen, hier bei einem Durchmesser des Nabels von 12""", dort 
bei 21". 



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(36) 



354 



Ammonites (Clydoniies) elevatns Dittmar. Tab. 12, Fig. 16-18. 

Diese Art scheint in der Grösse, wie sie abgebildet wurde, ausgewachsen 
zu sein, denn die letzten Lobenlinien stehen bereits sehr eng hintereinander. 
Die Wohnkammer, soweit sie erhalten ist, nimmt nur einen halben Umgang 
ein. Wahrscheinlich wird sie auch nicht länger. Sie ist mit sichelförmigen 
Strahlenbündeln geschmückt, die auf der übrigen Schale, wenn nicht fehlen, 
so doch wegen ihrer Feinheit verschwinden. Die Windungen nehmen rasch 
an Höhe zu, ihre Involubilität ist gering, daher der Nabel flach, offen. Die 
ganze Schale macht nur 2 Umgänge. Der Bauch ist etwas abgeflacht. Die 
Seiten Bchliessen sich an ihn, wie an den Nabel in sanfter flacher Wölbung. 
Die Lobenlinie einfach, scheinbar glatt, doch zeigt sich unter der Loupe 
der Beginn einer Kerbung der Loben. Die Dunstkammern stehen sehr 
gedrängt ca. 30 auf einen Umgang. 

Dimensionen: Ganzer Durchmesser = 0"012; für einen Durch- 
messer = 100 ist 

die Höhe der letzten Windung =48 
„ Breite „ „ „ = 36 

„ Jlöhe der vorletzten Windung = 22 
„ Breite „ „ „ = 22 

„ Weite des Nabels = 25. 

Fundort: Die Fasalschicht (Zone des Amm. subbullatus Hau.) am 
vordem Sandling (5 Exemplare). 

Ammonites (Clydonites?) roodiotLs Dittm. Tab. 14, Fig. 1-3. 

Windungen flach, ziemlich hoch. Die schwach gewölbten Seiten gehen 
gerundet in Nabel und Bauch über. Die Umgänge wachsen langsam in 
Höhe und Breite, sie sind zu einem Drittel involut. Die dünne Schale ist 
in büschelförmigen Sichelwcllen von verschiedener Höhe gerunzelt, zwischen 
denen sich die Einsenkungen nur am Bauche scharf markiren. Auf dem 
Steinkerne erscheint dieselbe Zeichnung, nur etwas flacher. Lobenlinie sehr 
einfach, Clydonitenartig. Jederseits stehen 3 gleich hohe Sättel. Der erste 
Lateral doppelt so gross als der zweite. Ein Umgang mag etwa 25 Dunst- 
kammern enthalten. Die Wohnkammer beträgt, soweit sie erhalten ist, 
*f h eines Umganges. Die innern Umgänge sind nicht erhalten. 

Dimensionen: Ganzer Durchmesser = 0"02; für einen Durchmesser 
= 100 ist 

die Höhe des letzten Umgangs =37 
„ Breite „ „ „ = 27 



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355 



(37) 



die Höhe des vorletzten Umgangs = 20 
„ Breite „ „ „ = 14 

„ Weite des Nabels =27. 
Fundort: Fasslschicht (Zone des Amm. aubbullatus) am vordem 
Sandling (l Exemplar). 

Bemerkungen. Trotz des grossen Materials von Amm. Henseli Opp. 
haben sich keine Uebergänge zu dieser verwandten Art gefunden, die durch 
die Schärfe und Einfachheit ihrer Radialfurchen so ausgezeichnet ist Noch 
näher steht Amm. Eryx Mü., er ist jedoch durch seine einfachen, regel- 
mässigen Sichelfalten und den Mangel der scharfen Kerbung der Bauchseite 
unterschieden. Auch Amm. dccresceiis Hau. ist eng verwandt, weicht aber 
durch die erst beim letzten Unigange auftretende Evolubilität durch gerun- 
detere Windungen und viel schwächere Faltung ab. 

Animonites (Cl ydonites?)* eomatns Dittm. Tab. 14, Fig. 4— 6. 

Das vermuthlich klein bleibende Ochäuse besteht aus 4, bis zur Hälfte 
involuten Umgängen, dio in der Jugend rundlich, später rasch an Höhe 
zunehmen. Die Seiten wölben sich gleichmässig gegen Nabel und Bauch, 
letzterer ist gerundet. Der Nabel ist ziemlich eng. Die starke Schale ist 
mit einfachen, gleichmassigen Sichelwellen bedeckt, die am Bauche mit einer 
runden Beugung nach vorne von beiden Seiten zusammenlaufen. Sie sind 
auch auf dem Steinkerne sichtbar. Die Lobenlinie ist fein, aber deutlich 
in Sätteln und Loben gekerbt. Sie bildet jederseits 3 Sättel von gleicher 
Höhe. Ob die eingetragenen Linien die letzten sind, konnte nicht sicher 
ermittelt werden, es ist jedoch wahrscheinlich. Man zählt ca. 20 Kammern 
auf einen Umgang. 

Fundort: die Teltschcnalp bei Aussee (5 Exemplare). 
Dimensionen: Durchmesser des grössten Stückes = 0 m 0145. Für 
einen Durchmesser = 100 ist 

die Höhe der letzten Windung =49 
„ Breite „ „ „ = 34 

„ Höhe „ vorletzten Windung = 21 
„ Breite „ „ „ =21 

„ Weite des Nabels =27. 
Bemerkungen. Diese Art, die der Quenstedt'schen Gruppe der 
Capricorni polymorph angehört, wurde trotz ihrer zahlreichen Verwandten 
in den Cassianer Schichten von denselben fern gehalten, weil sie doch mit 
keiner einzigen vollständig übereinstimmt. In der That, mit demselben 
Recht, mit welchem man sie zu GonuUiics Dufrenoyi Kl., G. iiifrafurcatns 



(38) 



Kl., G. Bcaumontii Kl. oder G. Eryx Mii. aus Cassianer Schicliten stellen 
wollte, müsste man sie auch mit Ammonites hybrida Orb. oder A. polymor- 
j)hus costatus Qu. au» dem J,ias y und mit einer Reihe anderer identificiren. 
Bei genauer Betrachtung finden wir aber, dass sich Amm. comatus von 
allen den genannten bestimmt durch den viel engeren Nabel, die größere 
Involubilitat und die Schnelligkeit der Höhenzunahme unterscheidet. 

Ammonites (Clydonites?) oboliniLS Dittm. Tab. 14, Fig. 7—9. 

Das ziemlich flache Gehäuse, dessen Umgänge anfangs rasch an Höhe 
zunehmen, hört beim Beginn der Wohnkammer in dieser Richtung zu 
wachsen auf. Während daher die ersten stark involuten Umgänge in dem 
engen Nabel kaum sichtbar worden, evolvirt sich die Wohnkammer so stark, 
dass ein offner flacher Nabel sichtbar wird. Die Schale ist mit zahlreichen 
flachen Sichelfalten bedeckt, die aus Bündeln sehr feiner Sicholstrcifen 
bestehen und an dem schmalen gerundeten Bauche am deutlichsten aus- 
geprägt sind. 

Die fein gezähnelte Lobenlinie erhebt sich zu 3, gegen den Nabel 
stark an Grosse verlierenden Sätteln. Man zählt ca. 30 Kammern auf einen 
Umgang. Ob die Wohnkammer ganz erhalten sei, ist nicht zu entscheiden. 
So weit sie vorhanden, beträgt sie einen halben Umgang. 

Dimensionen: Ganzor Durchmessor = 0 m 02 ; für oinen Durch- 
messer = 100 ist 



Fundort: Teltschenalp bei Aussco (1 Exemplar). 
Amnionitis (llydonites?) Eryx Münster sp. Tab. 3, Fig. 10, 11. 

Goniatites Eryx Münster Beitr. Bd. IV, p. I J8, T. 14, V. !). 
Ich glaube, dass man die abgebildete Form aus den Hallstädter Schichten 
wohl mit der Münster'schen Art von St. Cassian identificiren darf, da mit 
alleiniger Ausnahme der geringem Schärfe und Erhabenheit der Sichelrippen, 
alle übrigen Charaktere vollständig übereinstimmen. Auf dem besterhaltenen 
meiner Exemplare macht sich ausserdem noch eine feine Spiralstreifung der 
Schale an der Bauchseite bcmerklich. Die Lobenlinie konnte nicht blos- 
gelegt werden. 



die Höhe des letzten Unigangs 

„ Breite „ „ „ 

„ Höhe „ vorletzten Umgangs 

„ Breite „ „ „ 

„ Weite des Nabels 



40 

22 
20 
15 
25. 



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357 



(39) 



Dimensionen: Ganzer Durchmesser = (T013; für einen Durch- 
messer = 100 ist 

die Höhe des letzten Umgangs =: 38 

„ Breite „ „ „ =31 

„ Höhe des vorletzten Umgangs = 20 

„ Breite „ „ „ =21 

„ Weite des Nabels = 40. 

Fundort: Teltschenalp bei Aussee (2 Exemplare). 
Amuionites (Clydon yten ?) Henseli Oppel. Tab. 14, Fig. 16—20. 

Oppol: Pol. Mitth. 1802, Nr. III, p. 132, T. 41, F. 3. 
Das Originalstüek von Amm. Henseli Opp., ein blosses Fragment, er- 
hielt Herr Professor Oppel von Herrn Hofrath von Fischer angeblich 
aus Hierlatzsehichten. Es blieb als solches ein Unicuni. Die Angabe des 
Horizonte» beruhte aber jedenfalls auf einem Irrthum. Dieselbe Form, die 
ich nach einem Abguss des Originals in der OppeTschen Sammlung iden- 
tificiron konnte (das Original selbst ging verloren) findet sich nemlich in 
solcher Häufigkeit in der Zone des Amm. subbullatus (Fasslschicht) am 
vordem Sandling in Hallstädter Kalken, dass ohne Zweifel hier ihre wirk- 
liche Heimath zu suchen ist. Es ist demnach Amm. Henseli aus der Fauna 
der Hierlatzsehichten zu streichen. Ich habe die Art noch einmal abbilden 
lassen, weil sie bei Oppel nach einem Steinkerne nicht ganz richtig rc- 
stauriit ist. Die Rippen, die dort rund erscheinen, sind nemlich im Durch- 
schnitt rechtwinklig und durch scharfe eckige Furchen getrennt, die unten 
und oben gleich breit sind. Schale verhältnissmäsaig diek, doch prägen sich 
auch auf dem Steinkerne noch die Furchen scharf aus. Die Lobenlinie mit 
jederseit» 3 auf gleicher Linie stehenden Sätteln ist fein, aber deutlich ge- 
zähnt. Das Fig. 21, 22 abgebildete Stuck ist das grösste vorhandene, scheint 
aber noch nicht ausgewachsen. Die jungen Exemplare weichen in nichts von 
der Form der ältern ab. 

Dimensionen des Excmplares Fig. 21. 22. Durchmesser = 0"'023. 
Für einen Durchmesser = 100 ist 

die Höhe der letzten Windung = 38 

. Breite , „ - 22 

„ Höhe „ vorletzten „ = 20 

„ Breite „ „ =11 

„ Weite des Nabels =41. 

Fundort: Fasslschicht am vordem Sandling (70 Exemplare). 



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(40) 



358 



Bemerkung. Es ist nicht leicht, Amm. Hensdi mit irgend einer 
andern bekannten Form zu verwechseln. Amm. modicus Dittm. sieht ihm 
äusserlich zwar ähnlich, unterscheidet sich jedoch durch dünne Schale, wellige 
ungleiche Falten und ungezackte Loben. Amm. nastwtittm Dittm. ist schon 
näher verwandt, namentlich erfordert die Unterscheidung der jungen Indi- 
viduen einige Aufmerksamkeit. Auch Amm. Didayanus Orb. (terr. cret. 
tome I Tab. 108 Fig. 4. 5) ist zu vergleichen. Doch ist da der Rücken 
kantig, flach, die Rippen sind grober, die Involubilität bedeutender. 

Ammonites (Clydonites?) nasturtiuni Dittm. Tab. 14 Fig. 24—37. 

Gehäuse wenig involut, aber. ziemlich rasch anwachsend, so dass der 
Nabel nicht ganz flach ist. Die Windungen, von ziemlich kreisförmigem 
Durchschnitt sind auf der Wohnkammer mit unregelmässig stehenden, ver- 
schieden starken, groben runden Rippen versehen, die sich in höherem 
Alter sogar kragenartig erheben. Die innern Umgänge sind dagegen ganz 
regelmässig berippt. Sie unterscheiden sich von jungen Amm. Hensdi durch 
ihre gedrungene Form und durch die gerundeten Rippen. Die Schale ist 
dick. Die sehr gedrängten Lobenlinien, an denen eine Zähnelung nicht 
bemerkt werden konnte, bestehen jederseits aus zwei runden Sätteln. 

Dimensionen des grössten vorhandenen Stückes Fig. 3Ü. 40. Durch- 
messer 0"017; für einen Durchmesser = 100 ist 

die Höhe des letzten Umgangs = 35 

, Breite „ „ „ = 35 

„ Höhe „ vorletzten „ =18 

» Breite „ „ „ = 24 

„ Weite des Nabels = 38. 

Fundort: Fasslschicht am vordem Sandling (30 Exemplare). 

Ammonites (Clydonites?) foliaceus Dittm. Tab. 15, Fig. 10-12. 

Diese sehr eigenthümliche Form hat ein so fremdartiges Aussehen, dass 
man sie kaum für einen Ammoniten ansehen möchte. Die rasch anwach- 
senden Umgänge sind gar nicht involut, ihr Durchschnitt bildet ein Trapez, 
dessen längere Parallele die Bauchseite einnimmt. Die Seiten sind also 
flach und umschliessen einen offenen vertieften Nabel, der Bauch ist ein 
wenig gewölbt und schliesst sich mit kaum abgerundeten Kanten an die 
Seiten. Auf diesen nun macht sich eine durch verschiedene Beugung der 
Anwachsstreifen bedingte blattförmige Zeichnung bemerklich. Die Blätter, 
deren 8 auf einen Umgang kommen, enden spitz an der Bauchkante in 



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350 



oder kurz vor einem langen etwas nach vorn gebogenen Dorn. Diese Dor- 
nen, die natürlich entweder beim Herausschlagen des Ammonites aus dem 
Gesteine oder auch schon früher leicht abbrechen, hinterlassen merkwür- 
digerweise keine eigentliche Narbe, man erkennt ihre frühere Stelle nur an 
einer länglichen Erhebung der Schale, sie scheinen daher nur der äussersten 
Schalenschicht anzugehören. Die Stacheln correspondiren zu beiden Seiten 
des Bauches und werden mit einander verbunden durch Systeme von oft 
ziemlich tiefen, stark nach vorn geschwungenen Falten. Die Schale ist sehr 
dünn. Die Lobenlinie eingezackt, Clydonitenartig. Sie bestehet jederseits 
aus 2 schmalen Sätteln und dazwischenliegenden breiten Loben. Der Sipho 
liegt jedoch nicht vertieft. Die Wohnkammer betrug wahrscheinlich nicht 
mehr als einen halben Umgang. 

Dimensionen: Durchmesser des grössten Exemplares (Fig. 10. 11) 
= 0*019. Für den Durchmesser = 100 ist 

die Höhe des letzten Umgangs = 37 
„ Breite „ „ „ = 42 

,, Höhe „ vorletzten „ = 24 

„ Breite „ „ „ = 26 

„ "Weite des Nabels — 32. 

Fundort: Fasslschicht am vordem Sandling (17 Exemplare). 

Ammonites Mojssissoricsi Hau. 

Nachtr. Ceph. Hallst. 8ch. in Sitaber. der Wiener Akad. 1860. Bd. 41, p. 141 (29), T. 4, 

F. 1-3. 

Diese Art, deren Fundort Herr von Hauer zur Zeit ihrer Aufstellung 
nicht kannte, fand Herr Hofrath von Fischer neuerdings in den Hallstädter 
Kalken an der Teltschenalp bei Aussee auf. 

Ammonites cieer Dittm. Tab. 13, Fig. 11-15. 

Von dieser interessanten kleinen Art wurde bisher nur 1 Exemplar 
aufgefunden, welches jedoch in vollkommnera Erhaltungszustande befindlich 
ist. Durch einen Querschnitt wurde constatirt, dass dasselbe ein Ammonit 
sei, kein Heteropode, wie nach der Schalensculptur vielleicht zu argwöhnen 
war, namentlich da wegen der Länge der Wohnkammer durch Aetzen 
der Oberfläche keine Lobenzeichnung zu erhalten war. Die Loben stehen 
weit von einander ab. Es kommen nur 5 — 6 auf einen Umgang. Die äus- 
sere Form ist fast vollkommen kuglig, die niedern breiten Windungen ganz 
umhüllend, der Nabel daher nicht tief, aber deutlich eingesenkt. Der Mund- 
rand ist gerundet und kaputzenförmig eingeschnürt. 



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(42) 360 

Sehr eigentümlich int die Schalensculptur. Diese bestellt aus feinen 
gerundeten Spiralleisten mit gleich breiten Furchen dazwischen, die in sehr 
schräger Linie vom Nabel bis zur Mittellinie des Hauches nach vorn ziehen. 
Hier treffen die Leisten von beiden 8citcn unter sehr spitzem "Winkel zu- 
sammen, ohne dass sich ein Kiel oder eine Furche bemerklich machte. 
Vom Nabel bis zum Bauch zählt man jederseits 1 1 solche Leisten, um jedoch 
vom Nabel bis zum Bauch zu gelangen, braucht jede Leiste fast einen 
ganzen Umgang der Schale. An der Einschnürung des Mundes verschwinden 
die Leisten plötzlich und lassen diesen selbst glatt. 

Dimensionen: Ganzer Durchmesser = O m 0O8; für einen Durch- 
messer ä 100 ist 

dio Höhe der letzten Windung = 50 
„ Breite „ „ „ 92 
„ Höhe „ vorletzten „ =41 
„ Breite „ „ „ = 78 

„ Weite des Nabels := 0. 

Fundort: Schichten mit Amm. stibbuilatus am vordem Sandling 
(1 Exemplar). 

Ammonites Simoiiyi Hauer. Tab. 12, Fig. 22—24. 

Haidinger'i naturw. Abhandl. 1817, Bd. 1, p. 270, T. 9, F. 4-6. 

Als Beitrag zur Kenntnis dieser interessanten Form habe ich ein junges 
Individuum abbilden lassen, da es eine Verschiedenheit der Schalensculptur 
auf den innern Umgängen zeigt, welche der ganzen Art zukommt. Dieselbe 
besteht in 6 scharf abgesetzten Ringeln, die jede der 4 innern Windungen 
in gleichen Abständen zieren. Weiter hinaus markiren sich dieselben als 
immer flacher werdende Wülste, die auf dem fünften Umgang bereits ganz 
verschwinden, um den scharfen sichelförmigen Streifen Platz zu machen. 
Diese sind auf den 4 ersten Windungen nicht zu sehen. 

Fundort: Teltschenalp bei AuBsee. 

Bemerkungen. Der verwandte Amm. Morloti ist auf den innern 
Windungen vollkommen glatt. Amm. eleguns, schon durch die Lobirung 
unterschieden, zeigt nie die Schärfe der Sichelstrcifen, wie Amm. Simouyi. 

Ammonites Imperator Hauer. Tab. 14, Fig. 12. 13. 

t. Mauer: Nene Cephalopoden Ton Aassee 1849, in Hnidinger* naturw. Abhandlungen, 

Bd. 3, p. 21, T. 6, F. 1-3. 

An dem angeführten Ort gibt Herr v. Hauer die Abbildung eines 
Bruchstückes von einer äussern Windung eines grossen Exemplare*. Ich 



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301 



(43) 



gebe nun eine Darstellung der inneren Umgänge, hauptsächlich um den 
Unterschied von jungen Individuen des Amm. lMyeri Hau. zu constatiren. 
Dass diess wirklich die Gestalt eines jungen Amm. imperator sei, davon 
konnte ich mich an einem gut erhaltenen grossen Individuum dieser Species 
aus rothem Marmor des vordem Sendling überzeugen. Ich wählte die ge- 
ringe Grösse, um die Dimensionen zu versinnlichen, in denen diese Art, 
allerdings ohne erhaltene Wohnkammer, in der Schicht mit Amm. subbtd- 
latns am vordem Sandling auftritt, in welcher sie häufig ist. Die wesent- 
lichen Charaktere hat schon Herr v. Hauer genügend festgestellt. Ich 
kann mich deshalb hier darauf beschränken, zur Unterscheidung von jungen 
A. Layeri darauf aufmerksam zu machen, dass letztere bei dem Durchmesser 
meiner Abbildung noch vollkommen involut sind, einen punktförmigen Nabel 
zeigen und eist später sich ausrollen. Bei dem A. imjterator sieht man 
dagegen das Gewinde bis in die erste, merkwürdiger Weise kuglige Zelle 
(nucleiis) geöffnet. 

Dimensionen: Der Durchmesser des abgebildeten Stückes beträgt 
0 ro o28. Setzen wir denselben = 100, so ist 

die Höhe der letzten Windung = 54 
„ Breite „ „ „ 7 

„ Höhe „ vorletzten „ =14 
n Breite „ „ „ = 3.5 

„ Weite des Isabels = 20. 

Fundort: Die Schichten mit Amm. subbuttatus am vordem Sand- 
ling (20 Exemplare). Grössere Individuen hegen in dem Gasteropoden- 
marmor am vordem Sandling, ferner am Sommeraukogel, Steinbergkogel, 
am Rossmoos und Taubenstein (im Gosauthale). 

Ammoiiites taducns Dittm. Tab. 14, Fig. 14. 15. 

Eine kleiue glatte, ganz evolute Art mit erhöhtem viereckigen Durch- 
schnitt der sehr langsam wachsenden Windungen. Auf dem Bauche bemerkt 
man einen sehr flachen stumpfen Kiel, der eben nur durch seinen Schatten 
erkennbar ist. Nabel weit, flach ; man sieht 5 Umgänge. Die Wohnkammer 
beträgt mehr als einen Umgang. Die Lobenlinie nicht bekannt. 

Dimensionen: Durchmesser = 0"0 13. Für einen Durchmesser = 1 00 ist 
die Höhe des letzten Umgangs = 34 
„ Breite „ „ „ = 28 

„ Höhe „ vorletzten „ =16 
„ Breite „ „ „ = 14 

„ Weite des Nabels = 49. 



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(44) 



302 



Fundort: Fasslschicht am vordem San düng (6 Exemplare). 

Bemerkungen. Clyd. glaucus Mnst. sp. ist von St Cassian, steht dem 
Amm. caditctts nahe , hat jedoch keine Andeutung eines Kieles und wächst 
auch rascher; an dem Amm. caducus fehlen dagegen die feinen Sicheln. 

Ammonites fulniinaris Dittm. Tab. 14. Fig. 21—23. 

Das einzige vorliegende Exemplar, obgleich nur Steinkern, zeigt von 
allem bekannten so abweichende Charaktere, dass es wohl der Beschreibung 
werth escheint. Das Gehäuse ist stark involut, es bleibt nur ein enger 
Nabel offen. Die Windungen, von fast rein elliptischem Querschnitt zeigen 
auf den Seiten in ungleichen Entfernungen flache Rippen, von denen sich 
einzelne (9—10) auf einem Umgange gegen den Bauch zu Dornen erheben, 
von welchen aus tiefe Falten in wechselnder Anzahl nach vorn geschwungen 
über den Bauch laufen. Von diesen Falten gehen die äusseren auf der 
gegenüberliegenden Seite wieder zu einem alternirenden Dorn, die mittlem 
verflachen sich getrennt auf der halben Höhe der Seite. Uebrigens herrscht 
auch hierin, wie in der ganzen Anordnung der Rippen keine Regelmiissigkeit. 
Die Schale, an einigen Stellen erhalten, ist dick und ohne äussere Sculpturen. 
Die Loben, ringsum gezackt, erheben sich jederseits zu 4 auf gleicher Höhe 
stehenden Sätteln, die eine gerundete fast blattförmige Spitze zeigen und 
so an monophyllische Heterophyllen erinnern, zunächst jedoch mit den Loben 
des Amm. inermis zu vergleichen wären. 

Dimensionen: Durchmesser = 0"038. Für den Durchmesser = 100 ist 
die Höhe des letzten Umgangs = 53 
„ Breite „ „ „ = 32 

„ Höhe „ vorletzten „ = 24 

„ Broite „ „ „ =14 

„ Weite des Nabeb = 8. 

Fundort: Teltschen bei Aussee (1 Exemplar). 

Ammonites inermte Hauer Tab. 15, Fig. 1-7. 

Hauer: C«pbalop. Hallst, fleh., in Denkschr. mach. natw. Cl. der Wiener Akad-, Bd. 9, 

p. 161 (21), T. 5, F. 24-27. 

Ich bin in der Lage, gestützt auf ein reiches Material, zu dieser Art 
einige Nachträge zu liefern, die nicht ohne Bedeutung für die Charakteri- 
sirung derselben sind. Anknüpfend an die von Hauer am angeführten Orte 
gegebene Diagnose ist zu erwähnen, dass der Durchschnitt der Windungen 
bei weiterem Wachsthum sich beträchtlich erhöht, dass also die Kreisform 
sich verliert, ferner ist aber die Kreisform auch bei Exemplaren von der 



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Grösse, wie sie Herr von Hauer abbildet, nicht Regel, sondern Aus- 
nahme, im allgemeinen herrscht auch hier schon die erhöhte elliptische 
Mundöffnung. Ausser den sehr flachen und in ihrer Spaltung schwer zu 
▼erfolgenden Radialfalten (in der Zeichnung Fig. 1 ist die Deutlichkeit dieser 
Falten etwas fibertrieben) verläuft ferner über die ganze Schale, bei gut 
erhaltenen Exemplaren eine dichte wellige Spiralstreifung. Die Wohn- 
kammer beträgt beinahe einen ganzen Umgang. 

Dimensionen: Bei kleineren Exemplaren von 0"022 (11'") Durch- 
messer ist das gewöhnlichere Verhältniss für den Durchmesser =* 100 
die Höhe des letzten Umgangs = 55 
« Breite „ „ „ =41 

„ Höhe „ vorletzten „ =23 
,, Breite =23 . 

„ Weite des Nabels = 14. 

Herr von Hauer fand bei einem Exemplare von 9"' Durchmesser und von 
der Form der Fig. 3. 4 für den Durchmesser = 100 gesetzt, die Höhe der 
letzten Windung = 47, die Breite derselben = 55, die Weite des Nabels = 16. 

Das grösste Exemplar Fig. 5. ß hat einen Durchmesser =* 0"072. 
Dann ist für den Durchmesser = 100 

die Höhe der letzten Windung = 69 
„ Breite „ „ „ = 33 

„ Höhe „ vorletzten „ = 22 

„ Breite „ „ „ = 15 

„ Weite des Nabels = 8. 

Fundort: Fasslschicht am vordem Sandling (65 Exemplare). 

Ammonitcs atropus Dittm. Tab. 15, Fig. 13-15. 

Das Gehäuse ähnelt im Ganzen dem Amm. foliaceus , doch sind die 
Windungen noch breiter und niedriger. Von den Seiten erheben sich gegen 
die Bauchkanten zu in unregelmässigen Entfernungen und wechselnder An- 
zahl (ca. 5 auf einem Umgange) breite lappenförmigc Dornen, die auf den 
innern Windungen an die nächstfolgende angelehnt, gewöhnlich erhalten 
sind und so den Umgängen eine unregelmäßige eckige Gestalt verleihen. 
Zwischen ihnen stehen je 3 — 5 kleinere, ebenfalls in stumpfe Dorne endigende 
Falten. Von allen diesen Dornen aus laufen hier nach ihrer Grösse eine 
oder mehrere tiefe Falten stark nach vorn gerichtet zu der glatten, deutlich 
begrenzten breiten Furche auf der Mitte des Bauches, die sie unter spitzem 
Winkel treffen. Die Dornen von gleicher Stärke correspondiren zu beiden 
Seiten des Bauches gewöhnlich nicht Schale sehr dünn. Die Lobenlinie 
(4) 24 



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3G4 



zeichnet sich beiderseits durch 4 schmale, hohe, wenig gekerbte Sättel una 
entsprechende spitze Loben aus. Die Wohnkammer nimmt an dem abgebil- 
deten Stück 3 / 4 eines Umganges ein, doch fehlt ihr noch der Mundsaum. 
Dimensionen: Durchmesser = 0"02. Für den Durchmesser = 100 ist 



die Höhe des letzten Umganges = 40 

„ Breite „ „ „ = 60 

„ Höhe „ vorletzten „ = 20 

„ Breite „ „ „ = 30 

„ Weite des Nabels = 45. 



Fundort: Gasteropodenachichten am vordem Sandling. 

Bemerkungen. Amm. atropus und foliaceus, im äussern Ansehen 
scheinbar verwandt, sind gleichwohl durch die Loben wie durch die Be- 
schaffenheit der Bauchseite weit von einander getrennt Unter welche Gruppe 
von bekannten Ammoniten man Amm. foliaceus am natürlichsten einreihen 
könnte, ist mir, da ich die Clydoniten nicht festzuhalten vermag, nicht recht 
klar geworden. Ebensowenig möchte ich aber auch der bisherigen Praxis 
folgend, Amm. atropus in die Gruppe des Aon stellen, blos weil er eine 
Furche auf dem Bauche hat (vergl. Quenstedt die Cephalopoden p. 237). 

Auimonites signatns Dittm. Tab. 15, Fig. 8, 9. 

Gehäuse mit einem breiten, scharf abgesetzten Kiel versehen, von dem 
aus die flachen Seiten sich rasch zu ihrer grössten Breite erheben. Abfall 
gegen den Nabel noch kürzer gerundet. Die Involubilität ist gering, sie 
erstreckt sich nur auf den Bauch der Schale: und da das Gehäuse sehr 
langsam m die Breite wächst, bo entsteht ein flacher weiter Nabel. Die 
Schale, im allgemeinen glatt, trägt an der Naht auf jeden Umgang etwa 
20 scharfe Erhebungen, die mit den stark nach vorn gebogenen Anwachs- 
streifen in Verbindnng stehen und in derselben Richtung sich allmälig ver- 
flachen. Die Wuhnkammer beträgt wahrscheinlich mehr als einen Umgang, 
denn auf der letzten Windung konnten keine Loben nachgewiesen werden. 

Dimensionen: Durchmesser des abgebildeten Stückes = 0*022. Für 
den Durchmesser = 100 ist 

die Höhe des letzten Umganges = 36 
„ Breite „ „ „ =27 

„ Höhe „ vorletzten „ =18 
,, Breite „ „ „ = 18 

„ Weite des Nabels „ — 36. 

Fundort: Telt sehen bei Aussee (3 Exemplare). 



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305 



Ammonites verraetus Dittra. Tab. 15, Fig. 20, 21. 

Die glatten, langsam in Höhe wie in Breite wachsenden, zu einem 
Drittel involuten Umgänge lassen einen flachen, treppenförmig vertieften Nabel 
offen. Die flachen Seiten fallen gegen denselben kurz, aber scharf ab ; auch 
der Abfall zu dem starken hohen Kiele ist plötzlich, doch ohne scharfe 
Kantenbildung. Die sehr feinen Anwachsstreifen verlaufen auf den Seiten 
radial, gegen den Kiel zu machen sie eine starke Biegung nach vorn. Diu 
Schale ist sehr dick. Die Lobenlinie besteht jederseits aus 3, auf gleicher 
Höhe stehenden gerundeten Sätteln und 2 dazwischen liegenden Loben. Sie 
ist einfach, glatt. Die Wohnkammer betrug wahrscheinlich mehr als einen 
Umgang. 

Dimensionen: Durchmesser des abgebildeten Stückes = 0*017. 
Für den Durchmesser — 100 ist 

die Höhe der letzten Windung = 35 
„ Breite „ „ „ = 33 

„ Höhe „ vorletzten „ =25 
„ Breite „ „ „ = 25 

„ Weite des Nabels = 38. 

Fundort: Teltschenalp bei Aussee (2 Exemplare). 

Ammoiiites niger Dittm. Tab. 15, Fig. 16—19. 

Die rasch in die Höhe wachsenden glatten Windungen sind etwas mehr 
als zur Hälfte involut, lassen aber dennoch nur einen kleinen Nabel offen. 
Ihr Durchschnitt verflacht sich gegen den scharfen Kiel hin in allmäliger 
Rundung und bedingt so eine vollkommene Linsenform des ganzen Gehäuses. 
Wenn, wie ich glaube, die Gestalt Fig. 18, 19 nur einem weitern Entwick- 
lungsstadium der Species Fig. 16, 17 zukommt, so ist damit zugleich eine 
weniger rasch in die Höhe wachsende Varietät gegeben, die sich am Ende 
auch noch deutlich evolvirt. Es stellt sich hier noch auf den letzten 3 / 4 
des letzten Umganges (der Wohnkammer) zu beiden Seiten des Kieles eine 
stumpfe, aber deutliche Kante ein. Die sehr feinen Anwachsstreifen biegen 
sich gegen den Kiel stark nach vom. Es gelang mir leider nicht, Loben 
zu präpariren. 

Dimensionen: Durchmesser des 8tückes Fig. 16, 17 = 0"012. Für 
den Durchmesser = 100 ist hier 

die Höhe des letzten Umganges = 54 
,, Breite ,, ,, „ = 33 

„ Höhe „ vorletzten „ =25 
(1*) 24* 



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(48) 



'MW 



die Breite des vorletzten Umganges = 25 

die Weite des Nabels = 23. 
Durchmesser des Stückes Fig. 18, 19 = 0~01G. Hier dagegen ist für 
den Durchmesser = 100 

die Uöbe des letzten Umganges — 41 

„ Breite „ „ „ = 31 

„ Höhe „ vorletzten „ =31 

„ Breite „ „ „ =31 

„ Weite dos Nabels = 25. 

Fundort: Teltschen (4 Exemplare). 

Bemerkungen. Diese Art, wie auch wohl die beiden vorherbeschrie- 
benen, sind mit Amm. scaphitiformis Hau. verwandt sowohl durch die äussere 
Form, als durch die starke Vorwärtsbeugung der Anwachslinien am Bauche 
und durch die einfache Lobenlinie (bei Amm. vermetus beobachtet). Dio 
Unterschiede Wegen in der Involubilität und in den Verzierungen der Schale. 

Ammonites tnrbiiia Dittm. Tab. 15, Fig. 22, 23. 

Diese hübsche Form, die vielleicht der Familie der Globosen anzureihen 
wäre, hat ein ziemlich aufgeblähtes Gehäuse, welches stark involut, nur 
einen engen Nabel sehen lässt. Die Windungen, von einem starken Kiel 
umspannt, haben einen nahezu kreisförmigen Durchschnitt und sind auf 
jodem Umgange mit 4 tiefen kreuzständigen radialen Einschnürungen ver- 
sehen, die sich erst am Bauche stark nach vorn krümmen, um den Kiel 
eine Strecke weit als sehr flache Furchen zu begleiten. Die Schale ist sehr 
dünn. Die Wohnkammer, soweit sie erhalten, beträgt 3 / 4 eines Umganges. 
Die feingezackte Lobenlinie, die wegen der Geateinsbeschaffenheit nicht mit 
genügender Schärfe zur Abbildung zu bringen war, besteht jederseits aus 
4 allmälig kleiner werdenden Sätteln mit den entsprechenden Loben da- 
zwischen. 

Dimensionen: Durchmesser des abgebildeten Stückes = 0"0 13. Für 
den Durchmesser = 100 ist 

die Höhe der letzten Windung =61 
„ Breite „ „ „ = Ül 

„ Höhe „ vorletzten „ — 29 

„ Breite „ „ „ = 22 

„ Weite des Nabels = 8. 

Fundort: vord. Sandling tiefste Lage (3 Exemplare). 



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(40) 



Ammenites Jokelyi Hauer. 

Hauer: Beitr. Ceph. Hallst. Schichten in Denksclir. der Wiener Akad. iSb\ Bd. % 

p. 151 (11), Tab. 4, F. 1—7. 

Bei einem Durchmesser von 0 B 073 entbehrt dos vorliegende, Ausgezeich- 
net erhaltene Exemplar, welches sonst genau mit Amin. Jokelyi überein- 
stimmt, der Dornen auf dem letzten Umgange. Und zwar verschwinden 
zuerst bei einem Durchmesser von 0 m 04 die Dornen an der Bauchkante 
und bald darauf allmälig verflachend auch die Erhöhungen an der Nabel- 
kante. Die Rippen bleiben jedoch bis ans Ende deutlich ausgeprägt. 

Fundort: die Teltschenalp. 

Zugleich möchte ich hier noch einer verwandten Form erwähnen, die 
zwar nur in einem einzigen Exemplare von 0 m 056 Durchmesser vorliegt. 
Sie stimmt in den meisten Charakteren mit Atnm. Jokelyi überein, nur tritt 
hier auf der Mitte zwischen dem Kiel uud den an der Involutionsspiralu 
stehenden Dornen des Amm. Jokelyi eine weitere Spiralreihe von Dornen 
oder Knoten auf, an der sich die bisher meist einfachen Rippen regelmässig 
in 2 stark vorwärtsgebogenen Aeste theilen. Diese Knoten sind an Zahl 
und Stärke jenen ziemlich gleich. Für diese Art, die am vordem Sandling 
im graugelben Kalke mit RJi. dilaiata Ss. zusammen vorkommt, schlage ich 
den Namen Amm. auettts n. sp. vor. 

Ammonites Satnrnns Dittm. Tab. 16, Fig. 1—8. 

Nach wiederholter genauer Prüfung des nicht unbedeutenden Materials 
habe ich mich überzeugen müssen, dass die ziemlich verschiedenen Varia- 
tionen dieser Form, wie ich sie zur Abbildung gebracht habe, naturgemäss 
einer und derselben Art zuzurechnen sind, da die Extreme durch vollständige 
Uebergänge verbunden erscheinen. Gleichwohl Hessen sich von jeder dieser 
Varietäten ganze Reihen übereinstimmender Individuen in den verschieden- 
sten Stadien des Wachsthums zusammenstellen, so dnss es fast scheinen 
möchte, als hätten wir hier die Andeutungen der verschiedenen Geschlechter 
einer Art. 

Am häufigsten treten die starkberippte Varietät Fig. 1—3 und die 
Varietät Fig. 4—6 mit flacheren Rippen auf. Exemplare von der Grösse der 
Fig. 5 sind selten, gewöhnlich werden sie in der Grösse der Fig. 2 ange- 
troffen. Zu bemerken ist dazu, dass Fig. 5 durchaus nicht blos ein höheres 
Altersstadium von Fig. 2 darstellt, denn die ältern Individuen der Varietät 2 
ändern ihr Aussehen in keiner Hinsicht mit Ausnahme der Grösse, während 
auch die jungen Individuen von Fig. 5 ganz den ausgewachsenen ähnlich 
sehen. Die Varietäten Fig. 7 und 8 treten am seltensten auf. 



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(50) 



Der gemeinschaftliche Charakter in allen diesen Formen liegt in der 
starken Involubilität, die den engen Nabel bedingt, in dem langsamen An- 
wachsen und in den Bcrippungsverhältnissen der dünnen Schale. Die runden 
starken Rippen bleiben, wenn sie auch sonst verflachen, an dem hohen 
Kiel immer deutlich ausgeprägt und machen eine starke sichelförmige Krüm- 
mung nach vorn. Sie sind nie einfach, sondern spalten sich entweder gleich 
am Nabel oder auf der halben Höhe der Umgänge mehrmals. Die Gestalt 
des Querschnittes ist nur geringen Variationen unterworfen. Er ist gewöhn- 
lich rechteckig, mit ganz flachen oder nur schwach gewölbten Seiten. An der 
Naht ist der Abfall deutlich rechtwinklig, am Bauche rundet er sich etwas 
ab. Die Lobenlinic zeigt bei kleineren Exemplaren jederseits 3, bei grös- 
seren 4 schwach gekerbte Sättel und die entsprechenden Loben ziemlich 
stark geschlitzt. Die Kerbung wird bei altern Individuen bedeutender, doch 
tritt nie eine wirkliche Verästelung ein. 

Die Wohnkammer, noch nicht vollständig erhalten, beträgt an einem 
ausgewachsenen Exemplare . der Var. Fig. 2 mehr als einen Umgang. Bei 
Fig. 5 ist sie fast in der Länge eines Umgangs erhalten. 



Dimensionen: Die Exemplare 


Fig. 1. 2 


Fig. 4. 5 


Fig. 7 


Fig. 8 


zeigen einen Durchmesser von 




0»02 1 


0-044 


0-033 


0-082 


Für einen Durchmesser 




100 


100 


100 


100 


ist die Höhe des letzten Umganges 




52 


50 


49 


50 


} J Bl*GltG yy yy yy 




46 


43 


49 


40 


„ Höhe „ vorletzten „ 




24 


30 


24 • 


25 


„ Breite „ ,, „ 




24 


30 


33 


30 


der Durchmesser des Nabels 




19 


16 


19 


22 



Fundort: Die Zone des Amtnonitcs sitbbullutus vom vordem Sand- 
Ii ng bei Aussee (80 Exemplare). 

Bemerkungen. Amin. Satumus gehört in die Gruppe des subbidlatus 
und ist wie dieser ziemlichen Variationen der Form unterworfen. Bei dem 
grossen Material, das mir auch von Amm. subbnllatus vorliegt, habe ich mich 
jedoch überzeugen können, dass, obgleich bei Hauer noch lange nicht dio 
extremsten Varianten abgebildet sind, zwischen den beiden Arten kein 
Uobergang stattfindet. Wir werden Amm. Saturn us in Zweifelfällen stets 
an der starken sichelförmigen Vorbeugung seiner Rippen wiedererkennen, 
die einen spitzen Winkel gegen den Kiel beschreibt. Auch der Nabel wird 
nie so tief und weit, wie bei Amtnoniics subbullutus^ wo bei weggebrochenen 
äussern Umgängen die Ausfüllungsmassc des Nabels gern ähnlich einem 
Radzapfen stehen bleibt. Noch grössere Aehnlichkeit besteht zwischen Anm. 



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369 (51) 



Saturnus und dem sogleich näher zu beschreibenden Amm. Phoebits spec. 
Doch fehlen auch hier Uebergünge, so daas der letztere durch seinen offenen 
Nabel gut charakterisirt bleibt. 

Ammonites Phoebus Dittm. Tab. 16, Fig. 9—11. 
Die etwa zur Hälfte eingerollten Windungen nehmen sehr langsam an 
Hohe und Breite zu und lassen daher einen ziemlich flachen Nabel offen. 
Der Durchschnitt der Windungen bildet ein Rechteck mit etwas gerundeten 
Kanten. Die Schale ist mit groben Bippen bedeckt, die gleich an dem 
Nabel und weiter hinauf sich spalten und mit stark sichelförmiger Biegung 
nach vorn an den hohen scharfen Kiel laufen. Nach Entfernung der dünnen 
Schale bemerkt man eine ganzrandige Lobenlinie von jederseits 3 gleich 
hohen Sätteln. Der erste Lobe ist sehr tief, unten schwach geschlitzt, der 
zweite dagegen flach und glatt. Die eingetragene Lobenlinie ist wahr- 
scheinlich die letzte. Die Wohnkammer nicht vollständig erhalten, beträgt 
*/ 3 eines Umganges. 

Dimensionen: Durchmesser des grössten (abgebildeten) Stückes 
= 0"029. Für einen Durchmesser = 100 ist 

die Hohe der letzten Windung = 42 
„ Breite „ „ „ = 38 

„ Höhe „ vorletzten „ =21 
„ Breite „ „ =21 

Durchmesser des Nabels = 31. 

Fundort: Der vordere Sandling; Zone des Amm. subbuUaius 
(5 Exemplare). 

Ammonites Janas 1 ) Dittm. Tab. 16, Fig. 12—14. 
Diese interessante Form ist je nach den Stadien ihrer Ausbildung ziem- 
lich bedeutenden Variationen unterworfen. Ist sie ausgewachsen, was schon 

bei einem Durchmesser von 0"022 (das abgebildete Stück) der Fall zu sein 

. . • 

') Da der obige, sowie noch zwei andere schon weiter oben im Text gegebene Namen : 
Amm. crassitesta p. 353 (3y) und Amm. foliaceus p. 358 (40), ersterer durch Simpson 
und Stoliczka, Iesterer durch Aldrovandi, Amm.Janus aber durch Hauer für andere 
Arten bereits in Anwendung gebracht sind, so wäre es wohl angezeigt, im Falle die be- 
treffenden Arten aufrecht erhalten werden, 

statt Amm crassitesta Dittm Amm. densitesta Waagen, 

„ Amm. foliaceus Dittm Amw. foliosus Waagen, 

„ Amm. Janus Dittm Amm. vagus Waagen 

zu schreiben. Leider war H. Dr. Dittmar vor Beendigung des8atzes nicht mehr brieflich 
zu erreichen, um von ihm selbst Angaben betreffs der neu zu gebenden Namen sa erholen. 

A. II 



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370 



scheint, so treten auf der letzten Windung dichotomirende tiefe Falten auf, 
die in vorwärt« gekrümmten Bogen über den gekielten Bauch laufen und 
dabei auch eine Einaeukung des Kieles verursachen. Die Form des Mund- 
randes entspricht diesem "Verlaufe der Falten. Die Wohnkammer verengt 
sich ausserdem und gewinnt, indem sie sich ausschnürt, an Höhe. Aber 
schon in der ersten Hälfte des letzten Umganges gewährt die Schale einen 
ganz andern Anblick. Die Falten sind schwächer und nur noch am Nabel 
gut ausgeprägt. Den breiten glatten von 2 tiefen Furchen begrenzten Kiel 
erreichen sie nur noch als scharf nach vorn gebogene Anwachsstreifen. 
(Diese laufen auch nicht mehr im Bogen über den Bauch, sondern stossen 
in spitzem Winkel an den Kiel.) Je weiter wir nun aber die Windungen 
in's Innere verfolgen, desto breiter und niedriger werden sie, so dass bald 
die vollständige Fassform erscheint, über welche der Kiel gleichsam als 
Reifen Bich schliesst. Dabei bleiben aber die Nabelkanten gerundet, der 
Nabel eng. Nach Entfernung der dünnen Schale erscheint eine Ceratiten- 
artige Lobenlinie mit jederseits 2 Sätteln auf gleicher Höhe. Der gezähnelte 
Laterallobus ist fast noch einmal so tief als der Bauch (Extern-) Lobus. 
Die Länge der Wohnkammer beträgt wahrscheinlich mehr als einen Umgang. 

Dimensionen: Durchmesser des abgebildeten Stückes = 0"022. Für 
den Durchmesser = 100 ist 

die Höhe des letzten Umganges = 50 

„ „ „ vorletzten „ =25 
„ „ „ drittletzten „ =14 
„ Breite „ letzten „ = 70 

„ „ „ vorletzten „ = 64 

„ „ „ drittletzten „ = 50 

Durchmesser des Nabels im letzten Unigang = 32 
„ „ „ „ vorletzten Umgang = 18. 
Fundort: der vordere Sandling bei Aussee in der Zone des Amin, 
subbullatus (2 Exemplare). 

Amnionitis Theron Dittm. Tab. 16, Fig. 15—17. 

Diese Art kennzeichnet sich leicht als Verwandte des Anmwnitts 
Sandlingensis Hau. Gleichwohl ist der Unterschied in der Höhenzunahme 
des Gewindes auffallend genug, um eine Trennung zu rechtfertigen. Auch 
der Querschnitt der Windungen ist hier bedeutend schmäler, bei überwie- 
gender Höhe. Herr von Hauer führt bei der Diagnose des Amm. Sand- 
lingensis an, dass der Bauch (Rücken) desselben „durch eine schmale ebene 
.Flache, die von 2 sehr wenig vorstehenden Linien begrenzt wird, wie 



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371 (53) 

abgeschnitten" erschiene und dass ein deutlicher Kiel erst nach Entfernung 
der Schale am Steinkerne bemerkbar werde. Das ist nun bei Atmn. Therm 
nicht der Fall: die dünne Schale verbirgt hier den hohen schmalen Kiel 
nicht im geringsten. Allerdings habe ich auch an Stücken, die ich für 
Atmn. Sandlingensis Hau. halte, das oben angegebene Verhalten nicht 
beobachten können, ebensowenig ist es in der von Herrn von Hauer gege- 
benen Abbildung ausgedrückt. 

Als ein weiterer Unterschied ist noch anzuführen, dass der Nabel von 
Amm. Theron bedeutend enger ist und dass die flachen leistenartigen Rippen 
durch scharfe winklige Furchen von einander getrennt werden, was bei 
Amm. Sandlingensis der Fall nicht ist. In allen übrigen Punkten, auch 
was die Loben betrifft, stimmt unsere Form mit Sandlingensis überein. Wer 
die Trennung dieser beiden Arten nicht gelten Hesse, müsste unbedingt 
auch Amm. Sandlingensis Hau. mit Atmn, Polygonius Zieten vereinigen. 

Dimensionen: Das abgebildete Stück ist noch keines von den grösHten. 
Es hegt ein Bruchstück eines Individuums vor, welches etwa 0*08 Durch- 
messer erreicht haben mag. 

Für einen Durchmesser = 100 ist 

die Höhe des letzten Umganges = 78 
„ Breite „ = 22 

„ Höhe „ vorletzten „ =35 
„ Breite „ „ „ = 10 

Durchmesser des Nabels = 8. 

Fundort: am vorderen Sandling bei Aussee in der Zone des 
Amm. subbullatus (37 Exemplare). 

Amnion i (es Asbolns Dittm. Tab. 16, Fig. 18, 19. 

Das stark involute Gehäuse wächst ziemlich rasch in die Höhe, lang' 
sam in die Breite. Daher der kleine Nabel nicht tief erscheint. Der Quer- 
schnitt der Windungen ist fast rein elliptisch, also ohne kantigen Abfall 
gegen Nabel und Bauch. Die Seiten sind mit groben, runden, glatten, vor- 
wärts gekrümmten Rippen bedeckt, die sich durch Einschaltung auf der 
halben Höhe des Gehäuses vermehren. Die Einschaltung findet ziemlich 
regelmässig je nach der zweiten Rippe statt. Am Bauche enden die Rippen 
correspondirend an einer tiefen gerundeten Furche. Auf den Seiten werden 
sie von feinen welligen Spiralstreifen durchkreuzt, ähnlich wie wir sie bei 
Amm. Tlieron sp. n. und Amm. Sandlingensis Hau. und anderen finden. Die 
Wohnkammer beträgt wahrscheinlich mehr als einen Umgang, wenigstens 



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(54) 



372 



konnten an dorn einzigen vorliegenden Stöcke auch am Anfang der letzten 
Windung keine Loben nachgewiesen werden. 

Dimensionen: Durchmesser = 0"035. Für einen Durchmesser = 100 
ergibt sich 

die Höhe der letzten Windung = 54 
„ „ „ vorletzten Windung = 20 
„ Breite „ letzten „ = 34 

„ „ „ vorletzten „ = 20 

Durchmesser des Kabels = 14 

Fundort: vord. Sandling, Oasteropodenmarmor (1 Exemplar). 

Ammonites Pamphagus Dittm. Tab. K>, Fig. 20—22. 
Diese allerliebste kleine Art hat ein ziemlich flaches, linsenförmiges 
Gehäuse. Die Umgänge sind fast elliptisch , fallen jedoch gegen den Nabel 
rechtwinklig ab und tragen an der Bauchseite eine tiefe eckige Furche. 
Sie sind zu drei Vierteln involut, so dass ein ziemlich enger Nabel entsteht. 
Die Seiten sind mit verhältnissmässig breiten gerundeten Rippen bedeckt, 
welche stark dichotomiren. Aus jedem der flachen Wärzchen, welche die 
Kabelkante zieren, strahlen gewöhnlich 3 Rippen aus und diese spalten sich 
weiter, unterhalb der Mitte der Seiten noch einmal, so dass an der flachen 
Kante gegen den Bauch zu nun etwa 5 Rippen auf jene 3 kommen. Unter 
starker Beugung nach vorn verflachen die Rippen jetzt gegen die Mittel- 
furche hin, die beiderseits zopfartig von engstehenden Zähnchen begrenzt 
ist, deren Zahl sich zu jener der Rippen (an der Bauchkantc) wie 5:3 
verhält. An der Bauchkante und auf der Mitte der Seite ist jede der Rippen 
mit einem scharfen Querleistchen geziert und diese Querleistchen bilden 
aneinandergereiht 2 sägenartige Spirallinien, die in Verbindung mit den 
Zähnchen neben der Bauchfurche die zierlichste Schalensculptur bilden. Die 
einfach gekerbte Lobenlinie besteht jederseits aus 3 Sätteln und den ent- 
sprechenden Loben, ziemlich genau zwischen den respectiven Radien. Die 
Wohnkammer eines der grössten vorliegenden Stücke beträgt nur einen 
halben Umgang. Die Grösse des abgebildeten Stückes ist die gewöhnliche, 
grössere sind selten. 

Dimensionen: Durchmesser des grössten vorliegenden Exeraplares 
=s 0 W 026. Setzen wir den Durchmesser = 100 so ist 
die Höhe des letzten Umganges = 56 
„ Breite „ „ ,, = 33 

„ Höhe „ vorletzten ,, = 28 

„ Breite „ „ „ = 23 

„ Weite des Nabels = 17. 



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373 



Fundort: der vordere Sendling bei Aussee in der Zone des 
nwnites subbullatus (65 Exemplare). 

Amwonites Agriodns Dittm. Tab. 16, Fig. 23—25. 

Die Unterschiede dieser, von der vorherbeschriebenen Art sind zwar 
nicht gross, jedoch in allen mir vorliegenden Exemplaren so constant, dass 
ich keinen Anstand nehme, darauf eine selbstständige Species zu gründen. 
Das Gehäuse des Amm. Ayriodus ist stets flacher als das von Amm. Pam- 
phayus und mit weniger scharfen Sculpturen geziert. Die "Windungen wachsen 
ziemlich rasch in die Höhe, bei geringerer Breitenzunahme. Die wenig 
gewölbten Seiten fallen in rechtem Winkel gegen den engen Nabel ab, 
während sie am Bauch scharf gegen eine tiefe breite Furche stossen. Die 
Kippen dichotomiren stark, doch ist das Verhältnis« der Theilung wegen 
des flachen Reliefs schwer festzustellen. Vom Nabel bis an die Bauchkante 
spaltet sich jede Rippe in verschiedenen Höhen etwa in 5 Aeste und von 
hier bis an die Zähnchen zu beiden Seiten der ßauchfurche noch weiter im 
Verhältniss von 2 : 3. Die bei der vorigen Art beschriebene Knotcnspirale 
auf der Mitto der Seiten fehlt gänzlich oder ist bei einigen Exemplaren 
kaum bemerkbar angedeutet. Die Loben ähneln sehr denen des Amm. 
Sandlinyeims Hau. und Amm. Theron Dittm. Sie haben die Form der 
Zähne einer Schrotsäge. Zu jeder Seite stehen 3 Sättel. Die Wohnkammer 
beträgt bei einem der grössten vorliegenden Exemplare kaum einen halben 
Umgang. Die Schale ist äusserst dünn, und gleich der der vorigen Art 
mit feinen welligen Spirallinien geziert. 

Dimensionen: Durchmesser des grössten der vorliegenden Stücke 
= U"Ü36. Setzen wir denselben = 100, so ist 

die Höhe der letzten Windung =57 
„ Breite „ „ „ = 25 

„ Höhe „ vorletzten „ =18 
„ Breite „ „ =14 

Durchmesser des Nabels = 14. 

Fundort: die Zone des Amm. subbuHatus am vorderen Sandling 
(100 Exemplare). 

Bemerkungen. Bei Vergleichung der Figuren könnte es scheinen 
als gehöre die vorliegende Species zu Amm. Aon. punvtatus Qu. von St. 
Cassian. Dem widerspricht jedoch der Text bei Quenstedt (Cephalopoden 
p. 236) durch die Angabe, dass von den Rippen nur selten eine sich spaltet 
und dass auf der Hinterseite derselben sich sehr feine Stacheln fiudeu, 
ähnlich denen der RhynchoneUa senticom. 



(56) 374 



Ammonites Afcllo Dittm. Tab. 17, Fig. l. 2. 

Das Gehäuse ist im Allgemeinen dem von Amm. Agriodus ähnlich, die 
flach gewölbten Seiten fallen steil gerundet zum Nabel, während sie auf der 
entgegengesetzten Seite unmittelbar an die Ränder der tiefen eckigen Bauch- 
Furche stossen. Der Nabel aber ist weit offen, da die' Umgänge nicht 
ganz bis zur Hälfte involvirt werden. Auf den Seiten verlaufen breite, 
flache, sichelförmige Rippen, die sich nur wenig durch Einschaltung ver- 
mehren. Die Bauchfurche wird durch 2 Reihen feiner engstehender Knöt- 
chen begrenzt, welche die Zahl der Rippen wohl um das dreifache über- 
wiegen. Die Lobenlinie konnte nicht mit genügender Schärfe zur Darstellung 
gebracht werden. Sie besteht jederseits aus 3 hohen, ziemlich ganzrandigen 
Sätteln und den entsprechenden Loben. Die Wohnkammör scheint kaum 
einen halben Umgang zu betragen. 

Dimensionen: Durchmesser des grössten vorliegenden Stückes = 
0-039. Für einen Durchmesser = 100 ist 

die Höhe des letzten Umganges = 46 
„ Breite „ „ „ = 28 

„ Höhe „ vorletzten „ =23 
„ Breite „ „ „ =14 

Durchmesser des Nabels = 31. 

Fundort: Tcltschen (Rotheistein) bei Aussee (2 Exemplare). 

Ammonites Dromas Dittm. Tab. 17, Fig. 3—5. 

Dieser Ammonit beginnt häufig mit so unregelmäasig wulstigen Um- 
gängen, wie Amtn. armatocingulatus Kl. oder Amnu mirabilis Kl., jedoch 
mehr dem erstem genähert, aber oft treten diese Unregelmässigkeiten erst 
später ein und sind dann, je später sie sich einstellen, um so weniger deut- 
lich ausgeprägt. Diess ist z. R. an dem abgebildeten Exemplare der Fall, 
wo die zwei innern Windungen mit ziemlich feinen runden Rippen bedeckt 
sind. Leider gestattete der mir spärlich zugemessene Raum nur die Ab- 
bildung dieses einen, besterhaltenen Stückes. Es zeigt kaum zur Hälfte 
involvirte ziemlich flache, an den Seiten kaum gewölbte Umgänge, die am 
Nabel am breitesten, hier mit steiler Rundung abfallen. Die Breite de« 
Bauches wird auch hier ganz von einer tiefen eckigen Furche und den die- 
selbe begrenzenden schiefgestellten Knoten eingenommen. Die Seiten werden 
von groben unregelmässigen Rippen bedeckt, von denen sich erst etwa die 
dritte in der Nähe des Bauches in 2 Acste spaltet. Die Knotung wird 
scheinbar durch vertiefte Spirallinien hervorgebracht und hat das eigen- 



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375 (57) 

thüniliche, dass sie nicht über eine gewisse centrale Zone hinausreicht, wir 
sehen daher an dem abgebildeten Exemplare die Kippen immer mehr und 
mehr von aussen nach innen sich glätten. Diese Glättung tritt oft schon 
sehr früh ein, selten später als an unserer Figur. Die Zahl der die Bauch- 
furche einfassenden Knoten steht zu jener der Rippen im Verhältniss von 
2:1. Ihr Zusammenhang mit dem Verlauf der Rippen ist wenig aus- 
geprägt, doch noch erkennbar. Nach Entfernung der ziemlich dicken Schale 
erscheint eine Ceratitenartige Lobenlinie, nur mit dem Unterschiede, dass 
der zweite Lateral spitz ist. Die 3 Sättel scheinen vollkommen ungezähnt. 
Die Wohnkammer beträgt, so weit sie erhalten ist, einen halben Umgang, 
die eingetragene Lobenliuie ist nicht die letzte. 

Dimensionen: Durchmesser des grössten vorhandenen Exemplares 
= O-OK, des abgebildeten Stückes = 0™049. 
Für einen Durchmesser = 100 ist 

die Höhe des letzten Umganges = 41 
„ Breite „ „ „ =27 

„ Höhe „ vorletzten „ =19 
„ Breite „ „ „ =19 

„ Durchmesser des Nabels = 35 

Fundort: Telt sehen (Rötholstein) bei Aussee (10 Exemplare). 

Ammoiiites senticosus Dittm. Tab. 17, Fig. 9, 10. 

Die Umgänge sind zur Hälfte umhüllend. Da sie aber ziemlich rasch 
an Höhe* und Breite wachsen, so entsteht ein offener tiefer Nabel. Der 
Durchschnitt der Windungen nähert sich einer Ellipse, die Einsenkung gegen 
den Nabel ist jedoch steil gerundet. Ueber den Bauch zieht eine glatte 
luänsig vertiefte Furche, begrenzt von schiefgestellten, einen lockeren Zopf 
darstellenden Knötchen. Diese stehen in direktem unzweifelhaften Zusammen- 
hange mit den einfach gespaltenen Bparrigen Rippen, welche die Seiten be- 
decken. Die Rippen sind scharf und ziemlich regelmässig in der Nähe des 
Nabels in 2 Aeste gespalten. Eine weitere Spaltung tritt erst wieder kurz 
vor der Bauchfurche ein, wo sich unter starker Beugung der Rippen nach 
vorn etwa jede 3. in 2 Aestchen theilt. Auf den Seiten gewahren wir zwei 
Spiralen von kleinen Höckern, die auf den Rippen sich erheben, sie scheinen 
jedoch nicht etwa die Narben von abgebrochenen Dornen zu sein. Am Nabel 
und an der Rundung gegen den Bauch zu schwellen die Rippen ebenfalls 
ein wenig an, ohne jedoch eigentliche Höcker zu bilden. Die Lobenlinie 
konnte nicht mit genügender Schärfe dargestellt werden. Man bemerkt 
jederseits 3 ziemlich hohe Sättel, die ganzrandig oder doch nur sehwach 



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(58) 376 

gekräuselt zu sein scheinen. Die Wohnkammer, so weit sie erhalten, betragt 
einen halben Umgang. 

Dimensionen: Durchmesser, des grössten Stückes = 0"020. Setzen 
wir den Durchmesser = 100, so ist 

die Höhe des letzten Umganges = 45 
„ Breite „ „ „ =32 

„ Höhe „ vorletzten „ = 20 

„ Breite „ „ „ =18 

Durchmesser des Nabels = 23. 

Fundort: Teltschen (Röthelstein) bei Aussee (7 Exemplare). 
Bemerkungen. Die Zahlenverhältnisse der Rippentheilung so wie die 
Zahl der Höckerspiralcn ist einigen Variationen unterworfen (von den letzten 
wurden bis fünf beobachtet, aber sie können auch ganz fehlen). Dennoch 
lässt sich die Art gut fixiren, wenn man als bleibende Charaktere festhält: 

1) die allgemeine Form des Gehäuses (Involubilität, Windungszunahme), 

2) die Spaltungsweise der Rippen, nur in der Nähe des Nabels und kurz 
vor den die Bauchrinne begleitenden Knötchen und 3) den deutlichen Zu- 
sammenhang dieser Knötchen mit den Rippen. 

Ammonites foreatus Münster. Tab. 17, Fig. 6, 7. 

Ä. furcatua Münster. Beitrage Tab. 15, F. 29. 
A. nodocostatus Klipstein. Beitrage Tab. 6, F. 12. 
Ä. aequinodosut Klipstein 1. o. Tab. 7, F. 1. 

Nach Vergleichung des abgebildeten Exemplares mit dem Mfinster'- 
schen Originale habe ich mich von der Identität beider vollkommen über- 
zeugt. Die Münater'sche Abbildung gibt die speeiflschen Charaktere nicht 
vollständig wieder, daher Klipstein eine neue Art aus derselben Form 
machte. Doch wenn ich mich auch nicht darin zu irren glaube, dasa die 
Figuren Tab. 6, F. 12 und Tab. 7, F. 1 bei Klipstein den Atm%. fttreatus 
Mü. darstellen sollen, so sind sie dennoch ebenfalls nicht gerade als gelungen 
zu betrachten und aus diesem Grunde lies« ich dieselbe Art noch ein Mal 
abbilden. 

Das Gehäuse ist flach. Die Seiten der Umgänge convergiren schwach 
gegen aussen und fallen gegen den Nabel steil gerundet ab. Der Bauch 
trügt eine deutliche Furche von groben, runden Knoten, nicht zopfartig 
eingefasst. Die Umgänge sind etwa zur Hälfte involut, der Nabel flach, 
weit. Die groben, nach vorn sichelförmig gebogenen, gerundeten Rippen 
spalten sich auf der Hälfte der Seiten ziemlich regelmässig in 2 Aeste, 
deren Endpunkte weiter nicht getheilt, als grobe Knoten die Bauchfurche 



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377 



(59) 



begrenzen. Ausser diesen tragen die Rippen noch G — 7 Knotenspiralen von 
ziemlich gleicher Starke, und zwar sind die Knoten grob, flach, gewölbt 
und in der Richtung der Spirale verlängert, so dass sie auf den Rippen 
quergestellt erscheinen. Die Zahl dieser Spiralen scheint durch Einschiebung 
nicht vermehrt zu werden. Die Lobenlinic zu präpariren, gelang nur un- 
vollständig. Sie ist derjenigen des Amm. Giebdi liau. am nächsten ver- 
gleichbar, und besteht jederseita aus 3 gekerbten runden Sätteln und ent- 
sprechenden langgezahnten Loben. Die Wohn kammer mag die Hälfte eines 
Umganges betragen. 

Dimensionen: Durchmesser des grössten Exemplares 0"065. Setzen 
wir denselben = 100, so ist 

die Höhe des letzten Umganges =s 40 
„ Breite „ „ „ = 25 

„ Höhe „ vorletzten „ =17 
„ Breite „ „ =15 

Durchmesser des Nabels = 32. 

Fundorte: Teltschen (Röthelstein) bei Aussee (4 Exemplare), 
St. Caasian. 

Ammeniten betulfnas Dittm. Tab. 17, Fig. 10, 11. 

Ich habe diesen Namen für die vorhegende Art gewählt, weil in der 
That die erhaben gerundeten knotigen Rippen jungem Birkenreisig sehr 
ähnlich sehen. Dieselben sind in der Regel auf den Seiten einfach, nur 
selten spaltet sich eine, gleich in der Nühe des Nabels in 2 Aeste. Eine 
zweite Spaltung, an der fast alle Rippen theilnehmen, findet erst unmittelbar 
vor der Bauchfurche statt. Auf jeder Rippe erheben sich 5 runde Knoten, 
wie gewöhnlich in Spiralreiheu geordnet. Die scharfe Bauchfurche wird 
von der üussersten derselben eingefasst, die Knoten stehen auch hier noch 
ziemlich entfernt von einander. Die Umgänge, annähernd von quadratischem 
Querschnitt, sind nur sehr wenig involut, der Nabel daher weit und offen. 
Die Umgänge wachsen langsam in Höhe und Breite. Wegen der rauhen 
Oberfläche gelang es nicht, Loben zu präpariren. Die Grösse des abgebil- 
deten Stückes ist die gewöhnlichste, grössere Exemplare lagen mir nicht vor. 

Dimensionen: Durchmesser des abgebildeten Stückes = 0"020. 
Für einen Durchmesser = 100 ist 

die Höhe des letzten Umganges = 45 
„ Breite „ „ „ = 40 

„ Höhe „ vorletzten „ = 20 



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OiO) 37» 



die Breite des vorletzten Umganges = 25 
Durchmesser des Nabels — 35. 

Fundort: Te Hachen (Röthelstein) bei Aussee (10 Exemplare). 

Ammonites nodnlosocostatus Klipst. Tab. 17, Fig. 12—14. 

Klipst: Beitrage pag. 123, T. 7, F. i> und T. 9, F. 3 (non F. 2). 

Schon Herr von Hauer citirt ') diese Art aus den Hallstädter Kalken, 
bemerkt jedoch, dass sie durch Uebergänge mit Ammonites Credneri Klipst. 
verbunden sei. Ich vermag Klipsteins A. Credneri nicht sicher zu deuten. 
Wenn ich jedoch die von Herrn von Hauer 1 ) gegebene Abbildung als A. 
Credneri annehme, so kann ich, nach sorgfältigem Studium des reichhaltigen 
mir vorliegenden Materiales constatiren, dass in demselben kein so vollkom- 
mener Uebergang beider Formen in einander angedeutet ist, dass man bei 
der Einreihung der Individuen je in Zweifel gerathen könnte. Im Gegen- 
theil will es mir scheinen, als wäre Amm. nodidosocostatus eine recht gut 
festzuhaltende Form aus der Aongruppe. Ich habe die Art noch einmal 
abbilden lassen, weil die klip st einWien Figuren ihre Charaktere nicht 
recht vollkommen wiedergeben. Der Querschnitt der Windungen stellt un- 
gefähr eine in der Längenachse halbirte Ellipse dar. Die mässig gewölbten 
Seiten schliessen sich daher mit vollkommener Rundung der flach gefurchten 
Bauchseite an, während sie an dem Nabel, wo sie den grössten Querdurch- 
messer haben, steil, rechtwinklig und tief abfallen, daher der Nabel treppen- 
förmig vertieft erscheint. Die Involubilität des Annn. nodidosocostatus reicht 
bis zur halben Höhe der Seiten hinab (bei Credneri stets weiter, bis */»)• 
Der Nabel bleibt daher weit offen. Der Durchmesser der Windungen nimmt 
rasch zu, jedoch noch rascher in Höhe als in Breite. Die Grenzen der 
vorkommenden Variationen von Höhen und Breiten Verhältnissen werden 
weiter unten angegeben werden. Die Ornamente der Schale bestehen aus 
Kippen und auf denselben stehenden spiral geordneten kurzen Dornen. 
Erstere sind flach gerundet, längs gestreift, sie laufen über den Bauch in 
schwach vorwärts gekrümmten Bogen und dichotomiren nur schwach. Gegen 
den Nabel verschwimmen sie zuweilen so sehr in einander, dass man nicht 
weiss, ob man ihre fernere Zertheilung als Spaltung oder als blosses Aus- 
einanderrücken ansehen solL Vom Bauche aus findet nur eine sparsaruo 



') Neue Cephalopoden aus den Marmorschichten ton Hallstedt und Aussee in Haidin- 
gers Natw. Abhdlg. 1849, Bd. 3, p. 9. 

') Neue Cephalopoden aus dem rothen Marmor ron Aussee in Haidingers Natw. Abhdlg. 
1847, Bd. 1, p. 275, T. 9, F. 11—13. 



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370 



(<;i) 



Einschaltung statt, so zwar, dass je nach der 3. bis 5. Hauptrippe eine 
Secundärrippe sich einschiebt. Die Zahl der Knotenspirale nimmt mit dem 
Alter zu. Sehen wir von den, zu beiden Seiten der Bauchfurche befind- 
lichen Doppelknotcn ab, so beträgt ihre Zahl z. B. beim Beginne der letzten 
Windung des abgebildeten Exemplares 9, weiterhin 10 und am Ende 11 
Spiralreihen. Die Stärke der Dornen ist je nach den verschiedenen Spiralen 
eine verschiedene (was leider auf der Figur nicht ganz vollkommen wieder- 
gegeben ist) und zwar ist die aus den schwächsten Dornen bestehondo 
Spirale stets die jüngste, letzteingeschobene. Hiebei stellt sich bei sorgfäl- 
tiger Beobachtung das interessante Oesetz heraus, dass die Einschaltung der 
(Augiliar-) Knotenspiralen zuerst am Bauch, weiterhin immer mehr dem 
Nabel genähert stattfindet. Die Folge davon ist. dass die Entfernung der 
dem Nabel am nächsten liegenden Spiralen von einander eine weit beträcht- 
lichere ist als die Distanzen zwischen den übrigen. Je Wucher das Exem- 
plar, desto rascher vermehren sich die Knotenreihen; ich konnte deren an 
manchen Stücken bis 17 zählen. 

Die Schale ist nicht sehr stark. In Figur 14 habe ich die letzte Lo- 
benlinie eines Exemplares von 0 m 117 Durchmesser abbilden lassen, welche« 
der Sammlung der Münchner Akademie gehört. (Siphonallobus unsicher 
ergänzt.) Dieselbe weicht nicht unerheblich von der Gestalt jüngerer Loben, 
sowie auch von der Klips tein'schen Zeichnung derselben ab. Der erste 
Latoralsattel ist auffallend lang gefingert, der zweite zeigt Neigung zu blatt- 
artiger Endung; drei Hülfasättcl nehmen reissend an Grösse ab, sie liegen 
schon innerhalb des Nabels. Die letzten Lobenlinien stehen an dienern Stück 
schon sehr gedrängt, es scheint demnach, als sei das Individuum ausge- 
wachsen. Die Länge der "Wohnkammer unbekannt. 

Dimensionen: Durchmesser des grössten Stückes 0"117. Ich gebe 
ferner die Maasse von 1 ziemlich extrem ausgebildeten Individuen. 







I 


II 


in 


IV 


Durchmesser 




0 m 072 


0 m 069 


0»040 


0 m 038 


für einen Durchmesser 




100 


100 


100 


100 


die Höhe des letzten Umganges 




47 


54 


50 


50 


„ Breite „ „ 




36 


35 


50 


39 


„ Höhe „ vorletzten „ 




18 


22 


20 


21 


„ Brcito „ „ „ 




19 


19 


30 


27 


der Durchmesser des Nabels 




26 


20 


25 


24 



Man ersieht daraus, dass nicht nur mit dem Alter das Vcrhältniss von 
Höhe zur Breite wächst, sondern dass es auch Stücke gibt, die schon in 
(5) 25 



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380 • 



der Jugond hochmündiger sind als andere. Diese« Verflachen ist allerdings 
ein Charakter, der einen 1 'ebergang zu Atnm. Crvdntri Kl. andeutet. Um 
jedoch das Verhaltniss vollkommen zu erläutern, in welchem beide Formen 
zu einander stehen, gebe ich auch die Maasse von 4 Extremen des Amm. 
Crcthieri (KU Hau. 

I II III IV 

Bei einem Durchmesser von 0-110 0"975 0 m 065 0"047 

ist, wenn wir denselben = 100 100 100 100 

setzen, die Höhe der letzten Windung = 55 41) 57 53 
„ Breite „ „ „ = 2G 29 32 29 

„ Höhe „ vorletzten „ = 20 17 21 15 
., Breite „ = 17 IG 17 12 

„ Weite des Nabels =18 21 14 17 

Nr. III gibt die Maasse der Abbildung bei Hauer. 
Es versteht sich, dass bei Vergleichung der Proportionen beider Arten 
stets Stücke von nahezu gleichem Durchmesser beizuziehen sind. In diesem 
Falle wird sich denn aber auch stets die grösstc Differenz herausstellen. 

Fundort: Teltschen (Köthelstein) bei Aussee (115 Exemplare). 
St. Cassian. 

Bemerkungen: Es wird nicht unnütz sein, noch auf einige weitere 
Merkmale zur Unterscheidung von Amm. Crcdneri aufmerksam zu machen. 
Amm. Ordnen ist im Allgemeinen gegen den Bauch vollkommen abgeflacht, 
daher scheinbar hochmündiger, der Bauch schmal, nie gewölbt, die schmale 
Bauchfurche von schiefgestellten gedrängten Knoten begrenzt, daher auch 
der Schein einer Communication der beiderseitigen Kippen aufgehoben. Die 
Kippen sind stets schärfer, rauh, gedrängt und stark dichotomirend. Der 
Nabel eng, nie so tief, wie bei Amm. nodtdosocostatus. Ich konnte zur 
Vergleichung 35 Exemplare von Anm. Ordnen benutzen. 

Animoiiites eriiiaceus Dittm. Tab. 17, Fig. 15-17. 

Das stark geblähte Gehäuse zeigt in der Jugend eine fast kreisförmige 
Mundöffnung, die sich jedoch im Alter zu einer Ellipse erhöht (das abge- 
bildete ist kein ausgewachsenes Exemplar). Die Wölbung der Seiten gegen 
Bauch und Nabel ist vollkommen und durch keine Kante unterbrochen. Die 
Involubilität reicht bis über die Hälfte der Seiten, daher und wegen dos 
raschen Wachsthums erscheint der Nabel eng und tief. Auf der Sckalen- 
oberflächo erheben sich 24 (auf jeder Seite 12) Spiralreihen kurzer scharfer 
gleichmässiger Dornen, die gegen aussen gedrängter stehen als am Nabel. 
Die Bauchfuichc zeichnet sich nicht durch grössere Breite aus. Die Zahl 



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381 



(63) 



der Spiralreihen ist bei allen von mir untersuchten Individuen constant, sie 
vermehrt sich auch im Fortwachsen nicht Eigentliche Rippen sind nicht 
vorhanden. Die Lobenünie ist einfach und kurz gczähnelt, sie besteht aus 
einem schmalen kurzen Ventralsattel und jederseits 3 (der vierte versteckt 
sich im Nabel) Lateralsätteln von nahezu rechteckiger (iestalt mit den ent- 
sprechenden Loben. Die Entfernung der Lobenlinien von einander ist auf- 
fallend gross. Die Länge der Wohnkammer konnto ich nicht constatiren. 
Die Schale ist sehr dünn. 

Dimensionen: Das grösste vorliegende Exemplar I. erreicht einen 
Durchmesser von 0"056, das abgebildete Stück II. 0 ra 031. Auf einen 
Durchmesser = 100 bezogen ist 

für I für II 

die Höhe der letzten "Windung 54 55 
,, Breite „ ,, „ 46 05 

Höhe „ vorletzten „ 2G 23 

„ Breite „ „ „ 26 32 

„ Weite des Nabels 22 16. 

Fundort: der vordere Sandling bei Ausseo, mit Amin. subbitUatus 
(20 Exemplare). 

Bemerkungen. Amm. erhiaceus steht in manchor Hinsicht dem Amm. 
retktdatus Hau. 1 ) nahe. Es ist jedoch nicht möglich, beide zu verwechseln 
1) wegen der constanten Zahl der Dornenspiralen und 2) wegen der Be- 
schaffenheit der Dornen. Die Knoten des Amin. reticuiaUts sind innig mit 
der Radial- und Längsfaltung verbunden, erscheinen daher in der Richtung 
bald dieser bald jener ausgezogen. Die Dornen von Amm. crinaccus zeigen' 
dagegen eine auffallende Selbstständigkeit. Sie stehen auf verlängert vier- 
eckiger Basis und ragen starr und schroff empor, man möchte sagen, wie 
die gesträubten Stacheln eines Igels. Am vordem Sandling kommen, eben- 
falls mit Amm. subbullatus Formen vor, die dem Amm. retktdatus ziemlich 
ähnlich sehen, die jedoch, wie es scheint, durch vollkommne Uebergänge 
mit Amm. inermis und Atnm. atterniplkatus verbunden sind. Ob das Citat 
von Amm. retktdatus bei Süss 1 ) sich auf diese oder auf Amm. crinaccus 
bezieht, wage ich nicht zu entscheiden. 



') r. Hauer: Ueber neue Cephalopoden aus den Marmorsohicliten yon Hallstadt und 
Auaiee in Haidinger 1 » naturw. Abhandl. J84ft, Bd. III, p. 16, Tab. 5, Fig. 1—3. 

*) t. Hauer: Nachtrage zur Kenntnis! der Cephalopodenfauna der Hallstadtor Schich- 
ten in 8it*.-Ber. der Wiener Akad. 1860, Bd. 41, p. 114. 

(5*) 25* 



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(04) 



382 



AmmoilitCS Ladoll Dittm. Tab. 18, Fig. 1, 2, 2 a. 

Gehäuse flach, Windungen nur zu ein viertel involut, langsam anwach- 
send, daher der Nabel flach und weit offen. Man sieht in ihm 5 Umgänge. 
Mund Öffnung höher als breit, im Allgemeinen rechteckig, mit parallelen 
Seiten und gegen Bauch und Naht abgerundeten Kanten. Am Hauch eine 
Furche , von 2 hohen schmalen Leisten begrenzt. Auf den Seiten erheben 
.sich flache, breite, gegen den Hauch zu stark nach vorn gekrümmte, un- 
geteilte, längsgestreifte Kippen. Die Schale ist dick. Die eingetragene 
Lobcnlinie, die schon zu den letzten zu gehören scheint, zeigt jederseits 2 
hohe schrotsägcznhnartige Sättel und geschlitzte Loben. In Fig. 2 a ist die 
stark abweichende Lobcnlinie eines jüngern Individuums (bei einem Durch- 
messer = 0 m 02) wiedergegeben. Der erste Lateralsattel und Lobus sind 
ganz Ceratitenarfig gebildet, der zweite Sattel spitz zungenförmig. 

Dimensionen: Durchmesser des abgebildeten Stückes = O m 043. 
Für den Durchmesser = 100 ist 

die Höho der letzten Windung = 33 
„ Breite „ „ „ = 23 

„ Höhe „ vorletzten „ =21 
„ Breite „ „ „ =14 

„ Weite des Nabels = 38. 

Fundort: Te Hachen (Röthelstein) bei Aussee (2 Exemplare). 

Ammonites Hylactor Dittm. Tab. 18, Fig. 3—5. 

Diese Art zeichnet sich vor allen ihren Verwandten aus der Gruppe 
des Aon durch die starken hohen Dornen aus, die, an der lnvolutionsspirale 
stehend, sich fest an die Nabelflächc des nächstfolgenden Umganges anlehnen. 
Stärkere wechseln mit weniger starken ab. Das abgebildete Stück zeigt 
die extremste Entwicklung der Dornen, die mir in dieser Species bekannt 
ist. Von jedem Dorn zum Nabel verläuft auf den äussern Umgängen eine 
verhältnissmässig schwache Rippe (bei den grössten Dornen 2—3 Rippen) 
mit kleinen Wärzchen von wechselnder Anzahl besetzt. Die 2 — 3 inneren 
Umgänge lassen keine deutliche Berippung erkennen. Gegen den Bauch 
zu entwickeln sich von jedem Dorn je nach seiner Stärke 1 —3 nach vorn 
gebogene Rippen, die an der etwas geschlängelten flachen Bauchfurche 
gewöhnlich nicht genau correspondiren. Jede Rippe endet hier mit einem 
Doppelknoten. Dio Zahl der Knoton, die sich sonst noch auf den Rippen 
vorfinden, wechselt nach den Individuen. Das Gehäuse ist durch seine 
niederen, breiten Ilmgänge ausgezeichnet, dio beim Fortwachsen nur eben 



383 



(65) 



den Hauch der vorhergehenden Windung bedecken. In der Jugend sind 
die Umgiingo breiter als hoch, ihre Seiten parallel oder nach innen con- 
vergirend. Weiterhin jedoch werden sie höher, runden sich gegen den 
Bauch zu mehr ab und erreichen die grosste Breite am Nabel, zu dem «ie 
steil abfallen. Der Nabel ist daher, obgleich weit offen, treppenförmig ver- 
tieft. Dies die typische- Entwicklung dor Art. Es liegon mir aber auch 
Exemplare vor, die durch grössere Feinheit der Dornen und Rippen, sowie 
durch weniger rasche Zunahrao dor Breite der Umgänge abweichen, den- 
noch aber mit den vorherbeschriebenen Formen durch Uebergängo verbun- 
den sind. Man möchto hiebei gern an eine Verschiedenheit der Geschlechter 
denken, denn die wesentlichen Charaktere sind noch dieselben: die geringere 
Involubilität, der starko Abfall der Seiten zum Nabel uud die hier ange- 
lehnten, wenn auch schwächeren und gleichmäßigeren Dornen. 

Die Lobenlinie ist kaum mehr typisch Aonartig, da die Sättol nicht 
zugespitzt, auch nicht in der Richtung der Spirale gebogen erscheinen. 
Wir zählen jedorseits 3 kleinblättrige Sattel und die entsprechenden Loben. 

Dirne nsionon: Das grösste vorliegende Exemplar hat einen Durchmesser 
von 0*095. Vergleichen wir die Dimensionen der abgebildeten Varietät 
mit denen der flacheren, erstere an einem Stücko von 0"038, letztere an einem 
von 0 m 049 Durchmesser, so finden wir, diesen Durchmesser = 100 gesetzt, 

1 II 

die Höhe des letzten Umganges = 39 37 
„ Breite „ „ „ = 58 37 

„ Höhe „ vorletzten „ =19 21 

„ Breite „ „ „ = 37 27 

„ Weite des Nabel« = 37 37 

Fundort: Toltschcn (Rörhelstcin) bei Aussoo (15 Exemplare). 
Bemerkungen. Als nächsten Verwandten der vorliegenden Art haben 
wir wahrscheinlich Ammonites infundiOiliforrnis Klipst. (Beitr. Tab. 8, Fig. 1) 
von St. Gass i an zu betrachten, mit dem wir ihn wohl nicht leicht ver- 
wechseln können. Von ausseralpinen Vorkommnissen Hesse sich manche 
Art aus der Gruppo der Coronaten vergleichen z. B. Amm. corona Qu. 
Eine nähere Verwandtschaft liegt aber wohl auch hier nicht vor. 

Ammouitcs Harpalos Dittm. Tab. 18 Fig. G, 7. 

Das Gehäuse zeigt bis zu einem Durchmesser etwa von 2 Mm. niedre, 
breite Umgänge mit Hachgewölbtem, gegen die parallelen Seiten eckig ab- 
fallendem Bauche. Die Seiten sind mit einfachen, geraden, gerundeten, 
entferntstehenden Rippen bedeckt, die sich an der Kante gegen den Bauch 



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(ö«) 384 

zu nicht sehr hohen Dornen erheben und von lüer aus in der Regel in zwei 
sohr stark nach vorn gebogene feinere Aeste gespalten zu den die Bauch- 
furche begrenzenden hohen, glatten Leisten ziehen. Die Involubilität ist 
gering, sie reicht nur bis an die seitlich am Bauche stehenden Dornen. Im 
Fortwachsen gewinnen die Windungen mehr an Höhe, die Baucbsoite ver- 
schmälert sich und geht gerundet, ohne Kante in die Seitenflächen über. 
Die Dornen werden immer schwächer und verschwinden endlich bei 2'/* Mm. 
Durchmesser, doch bleibt die Spaltung der Hippen wie bisher; die Involu- 
bilität dagegen vermehrt sich durch die Hebung und Verschmälerung der 
Bauchseite, so dass sie sich am Ende des abgebildeten Exemplares wahr- 
scheinlich schon bis auf die Hälfte der "Windung erstrecken würde. Der 
Nabel ist weit und nicht sehr tief. Die Gestalt der Lobenlinie konnte leider 
nicht ermittelt werden. 

Dimensionen: Durchmesser des abgebildeten Stückes = (T025. 
Für einen Durchmesser = 100 ist 

die Höhe des letzten Umgangs = 38 
„ Breite „ „ „ = 4ü 

„ Höhe „ vorletzten „ =21 
„ Breite „ „ „* =29 

„ Weite des Nabels = 38. 

Fundort: Teltschcn (1 Exemplar). 

Bemerkungen. Die vorliegende Art zeigt manche Achnlichkeit mit 
Amm. psctidoarics Hau. Gegen eine Idcntificirung spricht 1) das Vorhan- 
densein dor im Nabel sichtbar bleibenden Knoten der jungem Umgänge, 
2) die Gabelung der Rippen, und 3) die bei gleichem Durchmesser ungleich 
grössere Mundöffnung, die eine geringere Anzahl von Umgängen bedingt. 

Amiuuiiites Üribasus Dittm. Tab. 18, Fig. 8-10. 

Die Windungen sind halbumhüllend, von erhöht viereckigem Durch- 
schnitt, wobei jedoch sowohl Bauch- als Nabolkanten abgerundet erscheinen. 
Dor wenig vertiefte offene Nabel lässt (Fig. 9) 7 Windungen erkennen. 
Die Figur 10 zeigt unrichtig nach aussen convergirende 6tatt parareller Sei- 
ten. Die mit Dornen und Knötchen gezierten Umgänge werden weiterhin 
glatter; dieser Uebergang ist in Fig. 8 und 9 vergegenwärtigt. Während 
sich auf den innern Umgängen starke Rippen an der Naht der folgenden 
Windungen zu hohen Dornen erheben, verschwinden diese Dornen späterhin 
und auch die Rippen worden flacher, sio zeigen nun am Nabel die stärkste 
Anschwellung. Die Rippen vermehren sich stark durch Spaltung und Ein- 
schiebung, und zwar im Verhältnis» etwa von 4:1; eine jedo erhebt sich 



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385 



(07) 



am Bauohe zu 2 kleine Knötchen, die Mittellinie des Bauches selbst bleibt 
glatt, ohuo merklich vertieft zu sein. Beim Fortwachsen (Fig. 8) verschwin- 
den nun aber auch diese Knötchen und die Kippen laufen mit beträchtlicher 
Beugung nach vorn, gewöhnlich aber nicht genau corrospondirend, über den 
Jiauch hinüber. Die Lobenlinie konnte nur undeutlich erkannt werden. Sie 
besteht jederseits aus 3 flach gerundeten, kaum gekerbten Sätteln und ent- 
sprechenden Loben. 

Dimensionen: Die Grösse des abgebildeten Stückes ist die gewöhn- 
lichere, doch liogt auch ein Exemplar von O"022 Durchmesser vor. Für 
den Durchmesser 100 ergibt sich 

die llöhe der letzten Windung = 47 
„ Breite „ „ „ = 33 

„ Höhe „ vorletzten „ = 20 

„ Breite „ „ „ = 20 

„ Weite des Kabels = 33. 

Fundort: vord. San düng, mit Amin, sttbbuilatus (25 Exemplare). 
Bemerkungen. Amm. Oribasus, der in der Jugend durch die glatte, 
von Knötcheu begrenzte Bauchliuie den Aones ähnlich sieht, nähert sich 
im Fortwachsen auffallend den Formen des Ceratites Modestus Buch, und 
Amm. Hörnest Hau., bildet also ein Uobergangsglied zwischen beiden Grup- 
pen. Ich glaube jedoch nicht, dass Atmn. Oriöasus nar ein junges Indivi- 
duum von Ceratites modestus ist, dem er sonst am ähnlichsten wird. Die 
Grösse ist denn doch wohl eine zu constant verschiedene. 

Aiiimonites Thons Dittm. Tab. 18, Fig. 11—13. 

Die Umgange, schmäler als hoch, zeigen gerade, nur wenig gegen aussen 
convergirende Seiten, die mit steilem Abfall gegen den flachen weiten Nabel, 
allmähliger gerundet gegen den Bauch zu abfallen. Die Windungen wachsen 
rascher in die Höhe als in die Breite, sie sind zur Hälfte involut. Die 
Schale ist mit groben runden Kippen bedeckt, die in der Kegel einfach und 
ziemlich glatt sind, und in ihrem Verlauf mit den Anwachslinicn überein- 
stimmen. Sie sind am Bauche nur schwach vorgebogen und endigen hier 
jede in einem groben gerundeten Knoten an der glatt bleibenden nicht ver- 
tieften Mittellinie. Einen weiteren Knoten trägt jede Kippe an der Bauch- 
Seitenkante und, namentlich in der Jugend, an der Involutionsspirale. "Weitere 
Unebenheiten fehlen in der Kegel, oder sind doch stets nur schwach ange- 
deutet. Die Schale ist dick. Nach ihrer Entfernung stellt sich uns eine 
Lobenlinie dar, die im Allgemeinen mit der des Amm. inermis Hau. ver- 
glichen werden darf. Wir haben joderseits 3 Sättel, die eine Annäherung 



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(60) 



zu blattförmig gerundeter Zackung zeigen. Von den scharfgezahnten Loben 
ist der erste Lateral sehr breit, der zweite auffallend schmal. Die Länge 
der Wohnknmmcr konnte ich nicht sicher ermitteln, kuinonfalls beträgt sie 
jedoch mehr als einen halben Umgang. 

Dimensionen: Der Durchmesser des grösston vorliegenden Exemplar» 
betrügt Ü"0G. Setzen wir denselben =s 100, so ist 

die Höhe des lotzton Umgangs = 44 
„ Breite „ n „ = 30 

„ Höhe „ vorletzten „ = 24 

„ Breito „ „ . „ = 20 

„ Weite dos Nabels = 30. 

Fundort: Teltschen (Röthelstein) bei Aussce (15 Exemplaro). 
Bemerkungen. Unsere Art ist, abgesehen von Bauchfurche und 
Loben, dem Clydonites ycnicttlatus Hau. im Allgemeinen ähnlich, auch durch 
das stellenwcis bemerkbare engere Zusammenrücken der Rippen. 

Amnionitis Bönens Dittm. Tab. 18, Fig. 14— IG. 

Von dieser ausgezeichneten Art liegt zwar blos ein Exemplar vor, doch 
erlaubt dasselbe, alle charakteristischen Merkmale gut festzustellen. Die 
Windungen, zu */ 3 involut, nehmen rasch, namentlich an Hohe zu. Während 
an der vorletzten die Seittm allmäh lig gegen den immerhin noch breiten 
Bauch convergiren, erscheinen sie auf der letzten beinahe parallel und fallen 
steil gerundet gegen Nabel und Bauch zu ab. Neben einer glatten Bauch- 
furchc stehen 2 hohe schmale, fast glatte Leisten, an denen man jedoch 
bei einiger Aufmerksamkeit leicht die vorgebogeno Anwaclisstreifung bemer- 
ken kann, welche mit den am Bauche gleichfalls bedeutend vorwärts ge- 
bogenen Rippen im Zusammenhange steht. Auf den Seiten verlaufen die 
Rippen fast ganz gerade in radialer Richtung. Sie erscheinen hier als hohe, 
gerundete, gedrängt stehende Leisten, die sich gegen den Bauch zu nur in 
soweit durch Einschiebung vermehren, als zur Erhaltung eines gleichen 
Abstände« zwischen ihnen nöthig ist. 

Nach Entfernung der ziemlich starken Schale zeigt sich eine ringsum 
gezahnte Lobenlinie, die eine Uebercinstitnmung mit der des Aon nicht 
verkennen laust. Wir haben am Beginne dos letzten Umganges jederseits 
3 Sättel, die beiden inneren kurz und aneinanderged rängt, und durch die 
entsprechenden Loben getrennt. Die Längo der Wohnkammer konnte nicht 
t onstatirt worden. 

Dimensionen: Der Durehmosser des einzigen vorliegenden Stückes 
mag 0 ,n 113 betragen Imbun. 



387 



(69) 



Für oincn Durchmesser von 100 haben wir ungefähr 
die Höhe des letzten Umgangs = 38 
„ Breite „ „ „ = 26 

„ Höhe „ vorletzten „ =15 
„ Breite „ „ „ =13 
„ Weite des Nabels =41. 
Fundort: Telf sehen bei Aussco (1 Exemplar). 
Bemerkungen. Als Verwandte der vorliegenden Art könnten dem 
äussorn Verhalten nach Cer. Hcrnösi Hau., Cer. Iiüppeüi (Klipst.) Hau. und 
Anttn. Ladon n. sp. betrachtet werden. Mit keinem ist jedoch eine Ver- 
wechslung denkbar. Amm.Flurli Gümb. (geogn. Besch r. von Bayern Bd. 1, 
p. 859 Anm. 2) von Bommstein bei Berchtesgaden steht noch näher, unter- 
scheidet sich jedoch durch engerstehende, mehr sichelförmig geschweifte 
zierlichere Rippen. Die Beschreibung der Art bei Gümbel 1. c. p. 257 
lässt, wahrscheinlich durch einen Druckfehler (es ist nur ein Kiel angege- 
ben), den Irrthum zu, als hätte man es mit einer dem Amm. Sandlingensis 
Hau. verwandten Art zu thun. 

Plenrotoraaria Rancis Dittm. Tab. 19, Fig. 3. 

Gehäuse breit, niedrig, Gowindowinkel 100°, Umgängo bauchig, rund. 
Das deutliche quorgestreifte Band liegt fast unmittelbar über 'der Naht; 
gegen die Spitze zu folgen dann 5— G feine Spiralstreifen, während wir deren 
am letzten Umgang auf der Basalwölbung etwa 25 zählen. Die Spiral- 
Btreifen werden von gleich starkon ziemlich dichton Anwachastreifen gekreuzt, 
die gegen das Band zu sich doutlich uach hinten ziehen. Nabel offen. 
4 Umgänge. 

Bemerkungen: Von den St. Cassianer Pleurotomarien ist die PL 
cancellata Kl. unserer Art am nächsten verwandt, sie unterscheidet sich 
jedoch ebensowohl durch die äussero Form als durch die abweichende Lage 
des Bandes. 

Fundort: Teltschen bei Aussec (1 Exemplar). 
Dimensionen. Höbe 0"020, Breite 0 B, 022, Höhe des letzton Um- 
ganges im Verhältniss zur Höhe der ganzen Schalo te / l00 . 

Plenrot omaria Dapline Dittm. Tab. 19, Fig. 4, 5. 

Die 3 — 4 Umgänge dieser hübschen Form umhüllen sich stark. Ausser 
dem obeu abgeflachten Theil bleibt nur ein schmaler Saum der sich an- 
schliessenden untern bauchigen Wölbung sichtbar. Der abgeflachte Theil 
ist an der Naht mit engste he nden Längswülsten gesekmückt. Dieso spalten 



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(70) 



388 



sich an einer Spiralfurche, die etwa auf halber Höhe verläuft, je in 3 bis 4 
feinere nach rückwärts laufende Fältchen. An der scharf ausgeprägten Kante 
gegen den gewölbten Theil der Schale folgt nun das schmale, glatte Plou- 
rotomarienband. Die Kante selbst ist glatt, oder bei einer Varietät mit 
Knötchen versehen. Der gewölbte Theil beginnt mit einem oder ein Paar 
scharfer Spiralstreifen, dann folgt ein breiter glatter Saum, über den man 
blos die äusserst feinen Anwachsstreifen in starkem vorwärtsgekrümmten 
Bogen verlaufen sieht und endlich wieder eine scharfabgesetzte Zone von 
Spiralstreifon, die gegen den offenen Nabol zu immer mehr an Stärke ver- 
lieren, wo sie dann von einer feinen aber scharfen Längskerbung durch- 
kreuzt werden. Gewindewinkel 120". Bei dem grössten der untersuchten 
Exemplare verlässt der letzte Umgang die regelmässige Spiralrichtung. 
Der 8piralwinkel wird grösser und es treten daher die frühern Umgänge 
weiter heraus. 

Fundort: vorderer Sandling im rothen Marmor (3 Exemplare). 
Dimensionen: Länge des abgebildeten Stückes 0 m 012, Breite O-OH, 
Höhe des letzten Umganges zur Höhe der ganzen Schale 76 / IO o- 

Tnrhe gutta Dittm. Tab. 19, Fig. 8—9. 

Dos kleine zierliche Gehäuse besteht aus 5, sich nur wenig umfassenden 
Umgängen von gedrückt sechseckigem Durchschnitte, die einen deutlichen 
Nabel offen lassen. Die vorstehende Kante des Sechseckes ist mit zierlichen 
gespaltenen Knötchen geschmückt, auf den 2 anstossenden Seiten verlaufen 
je 4 Spiralleistchen. Die Basalfläche um den Nabel ist mit feinern Spiral- 
streifen verschen. Die feinen Anwachsstreifen biegen sich in der Mitte der 
"Windung nach vorn. Gewindewinkel 90°. 

Dimensionen: Höhe 0"004, Breite 0™004, Verhältniss der Höhe des 
letzten Umgangs zur Höhe der ganzen Schale *"/,(,,,. 

Fundort: Teltschen (Köthelstein) 1 Exemplar. 

Bemerkungen. Plcurotomtuia subsiulariformis Hörn, sieht unserer 
Art sehr ähnlich ( nur trügt sie gerade da das Schlitzband, wo Turbo gutta 
diademartig mit Knötchen versehen ist. Fast zum Verwechseln stimmt da- 
gegen Turbo (Mphinuloidcs (Arch.) Orb. aus dem Grossoolith, nur seine 
radialen Wülsto unterscheiden ihn. 

Murihlsouia tricariiiata Klipst. sp. Tab. 19, Fig. 1, 2. 

Klipstoin: Beiträge p. 171, Tab. II, Fig. 31. 

Geliäusc thurmförmig, mit einein Gewiudcwinkel von 40*', so weit es 
erhalten, zählt man 11 Umgänge von trapezförmigem Durchschnitt. Nabel 



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(71) 



weit offen, wahrscheinlich bis in dio Spitze reichend. Die grösste Breite der 
eckigen Windungen Hegt in der Mitte ihrer Höhe. Auf dieser Kanto ver- 
läuft eine zierliche Ornamentik, die das Band der Murchiaonio zu repräsen- 
tiren scheint, obgleich die Schale hier am dicksten ist. Sie besteht aus 
feinen, rückwärts gekrümmten Wülstchen mit entsprechenden Kerben da- 
zwischen, über deren Mitte ein feiner Kiel verläuft. Von hior rfus laufen 
die äusserst feinen Anwachsstreifen beiderseits mit starker Krümmung nach 
vorn auseinander. Die Baaalseite der Windungen lässt 4 gleichmässig ver- 
theilte starke Spiralstreifen sehen, die Apicalscite dagegen scheint glatt bis 
auf einen oder 2 Spiralstreifen, die unmittelbar an der Naht liegen. 

Dimensionen: Ganze Höhe 0"021, Breite 0"013, Höhe des letzten 
Umganges zur Höhe der ganzen Schale ""'/„jo- Durchmesser des Nabels 0 m 004. 

Fundort: vorderer Sandling im rothen Marmor (1 Exemplar). 
St. Cassian. 

Bemerkungen. Ucber die Richtigkoit der Idcntificirung des vorlie- 
genden Stückes habe ich keinen Zweifel. Ich wähle jedoch den Genus- 
Namen Murchisonia, weil derselbe eben für die thurm förmigen Plcurotoma- 
rien angenommen ist. 

Turbo indnlns Dittm. Tab. 10, Fig. ü. 7. 

Gehäuse niedrig kreiseiförmig, aus drei bauchigen glatten Umgängen 
bestehend, die nur an der Apicalseite eine stumpfe Kante zeigen. Unmit- 
telbar an der obern Naht verläuft eine Spiralleiste. Mundöffnung unbekannt. 
Gewindewinkol 80°. 

Dimensionen: Höhe Q m Q0b, Breite 0 ra 005, Höhe dos letzten Umganges 
im Verhältniss zur Höhe der ganzen Schale tu / int . 

Fundort: Teltschcn bei Aussee (l Exemplar). 

Tnrhonilla snhulata Dittm. Tab. 19, Fig. 10. 11. 

Das zierliche spitze Gehäuse lässt 13 Umgiinge erkenuen, die in stets 
gleichbleibenden Abständen mit verhältnismässig groben, nach unten an- 
schwellenden Qucrwulstcn vorsehen sind. Die 4 ersten Umgänge scheinen 
glatt zu bleiben, die nächsten tragen 5, (>, dann 7 und 8, der letzte endlich 
10 Wülste. Eine lineare Uebereinandcrstellung der Wülsto findet daher 
nicht statt. Die Anwachsstreifen biegen sich an der Bnsalseite stark nach 
vorn. Ausser ihnen macht sich auch eine feine Spiralstreifung auf dem 
obern Theil der Umgänge geltend. Mundöffnung gerundet. Gewindr- 
winkel I.V. 



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(72) 



Bemerkungen: In Caasinner Schichten finden sich sehr nahe Ver- 
wandte unserer Art, nämlich Turritella Hauen KL, tornutu, Kl., Goldfusi Kl., 
Cerithiutn Brandis Kl., C. Albirti Kl. ; sie unterscheiden sich jedoch sämmt- 
lich, abgesehen von anderen Charakteren, durch grössere Menge und ge- 
drängtere Stellung der Knötchen. 

Dimensionen: RöheO-Oll, Breite O m 003, Höhe des letzten Umganges 
zur ganzen Höhe l0 / l00 . 

Fundort: vord. San düng im rothen Marmor (l Exemplar). 

Platystoma Höinesi Dittm. Tab. 19, Fig. 12—14. 

Windungen in cinor Ebene aufgerollt, sehr langsam wachsend, gar nicht 
umhüllend, jede nachfolgende bedeckt nur den Hucken der vorhergehenden. 
Das Gehäuse ist daher flach und symmetrisch, ammonitenartig. Der Durch- 
schnitt der Windungen ist trapezförmig, nähert sich jedoch sehr dem Qua- 
drat. Der Kücken, anfangs sehr wenig gewölbt, rundet sich auf dem letzten 
Umgange und erhebt sich sogar zuletzt zu einem stumpfen Kiel. Mündung 
nicht erhalten. 'Die Seiten der Windungen sind mit zahlreichen flachen 
Qucrfalten (25 auf einem Umgang) von nicht ganz gleicher Stärke versehen, 
über welche eine feine Avellige Längsstreifung verläuft. Die beiden Kücken- 
kanten sind durch je eine dichte Reihe feiner Körnchen bezeichnet, welche 
auf der letzten Windung mit den Querfalten zugleich orst da verschwinden, 
wo dieselbe sich kiolartig erhebt. Ueber den Kücken laufen ausser den 
welligen Längsstreifen nur noch einfache gerado Anwachslinien. Von einem 
Schlitzbande ist keine Spur. 

Bemerkungen. Obgleich das einzige vorliegende Exemplar die charak- 
teristische Mimdöffnung nicht erhalten zeigt, auch wohl wegen der verän- 
derten Form der letzten Windung nicht ganz mit der von Humes gegebenen 
Diagnose der Platystoma übereinstimmt, so glaubte ich doch dasselbe zu 
Platystoma stellen zu sollen wegen der vollkoramonou Symmetrie des Ge- 
häuses sowohl, als wegen Mangels eines Schlitzbandcs. Diese Charaktere 
Hessen die Einreibung unter die nächstverwandten Gattungen Straparollus 
und Porcellia nicht zu. Ich erlaubte mir die Art nach dem Begründer der 
Gattung Platystoma zu benennen. 

Dimensionen: Durchmesser der Scheibe (P Ol 9, Höhe des letzten Um- 
ganges (grössto Höhe der Scheibe) (TUOO, Breite des letzten Umganges IT 004. 

Fundort: Teltschonalp (l Exemplar). 



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39 1 



(73) 



<!yprina simplex Dittm. Tab. 19, Fig. 1»— 17. 

Der Umriss der vollkommen glcichklnppigen Schale ist vorn und unten 
gerundet, hinten dagegen fast gerade abgestutzt, so dass das hintern Ende 
des Unterrandes ziemlich einen rechten Winkel bildet. Der Schlossrand 
stösst beiderseits ntumpfwinklieh an die Seiten. Der breite aufgeblähte 
Schnabel ist nach vorn gekrümmt und endet im vordem Viertel der Schale. 
Von hier verläuft eine gerundete Kante zum hintern Eck der Schale. Vom 
Schlosstheile konnte bloss jederseits ein bogiger langer Kreis blossgolegt 
werden, der vom Schnabel an die Seitenränder zieht. Zahl und Stellung 
der mittlem Schlosszähne war nicht zu ermitteln, daher die Bestimmung 
des Genus unsicher bleiben musste. Die Schale ist solid, mit deutlichen 
Anwachsstreifen verseben. Auf den Steinkernen erkennt man zahlreiche 
vom Wirbel bis zum Mantelrand strahlende scharfe Radialstreifen. Der 
Aussenrand bleibt glatt. Der Mantelrand zeigt keinerlei Ausbuchtung, 
schwache Muskeleindrücke liegen beiderseits in nächster Nähe des Schnabels. 

Dimensionen: Länge O m 023, Breite 0 ra 0i. 

Fundort: Tclt sehen bei Aussee (6 Exemplare). 

Opis slobata Dittm. Tab. 19 Fig. 18-20. 

Da die Charaktere des Schlossbaues dieser Art leider nicht ermittelt 
worden konnten, so habe ich sie, von der allgemeinen äusseren Form ge- 
leitet einstweilen zu Opis gestellt, ohne doch für die Tüchtigkeit dieser Be- 
stimmung einstehen zu wollen. Die geblähte Schale ist nicht sehr dick, 
concentrisch gestreift. Von dem dicken vorwärts gekrümmten Sehnabel 
zieht eine schmale, scharfe, bogige Leiste an den Vorderrand. Dieselbe 
macht sich auf der Innnenseite als Furche geltend. Sic begrenzt so einen 
Schalentheil, den man vielleicht als Mondchen (lunula) deuten könnte, 
obgleich er sonst nicht eingesenkt erscheint. Die hintere Seite des Schna- 
bels verläuft in regelmässiger hoher Wölbung in die angrenzenden Schalen- 
theile. 

Dimensionen: Länge 0"'013, Breite 0 m 011. 

Fundort: vorderer Sandling im rothen Marmor (1 Exemplar). 

Bemerkungen. Da ich unter den bekannten Conchiforen-Oeschlech- 
tem keines finde, welches die vordere Leiste zeigt, so glaube ich fast, dass 
wir hier den Repräsentanten eines neuen -Genus haben, dessen Schloss- 
charaktere übrigens noch nachzuweisen bleiben. 



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(74) 



392 



Avioula quadrata Dittm. Tab. 19, Fig. 21—23. 

Der Umriss der Schale ist nur wenig schief nach hinten gezogen, ihre 
Länge und Breite ziemlich gleich. Vor dem gewölbten, nach vorn geboge- 
nen Schnabel macht sich ein deutliches Ohr bemerklich, in welches die 
scharfen engegestellten Anwachsstreifen zusammenlaufen. Der hintere Flügel 
ist nur wenig verlängert, der Schlossrand schwach gekrümmt, hinten mit 
einer deutlichen Längsleiste versehen. 

Dimensionen: Länge CT 020, Breite 0 ro 018. 

Fundort: Teltschenalp (1 Exemplar). 

Gervillia amoena Dittm. Tab. 19, Fig. 24. 

Schale nur mit concentrischen Anwachsstreifen versehen, kräftig, eiförmig 
gerundet, nach hinten verlängert. Der kleine hohe Schnabel liegt weit 
nach vorn. Der Rücken ist deutlich aber schwach gedreht Der Steinkern 
zeigt hinten einen grossen starken Muskeleindruck und einen ganzrandigen 
Mantelsaum. Eine radiale Fältelung der nächst anliegenden Schalentheilc 
ist zwar vorhanden, doch lange nicht so stark ausgeprägt, als die Abbildung 
sie darstellt. Der Bau der Schlosstheile war nicht nachzuweisen. 

Dimensionen: Länge 0 m 0ü3, Breite 0"057. 

Fundort die Teltschenalp (1 Exemplar). 

Mytilns Miilisteri Klipstein Tab. 19, Fig. 25—26. 
Klipätein: Beitrüge p. T. 17, F. 12. 

t 

Diese kleine Art scheint in Umriss, Faltung und Grösse so wenig von 
der KlipsteLn'schen Art verschiedenes zu bieten, dass ich nicht anstehe, sie 
damit zu vereinigen. 

Dimensionen: Länge 0™005, Breite O'üülö. 

Fundort: Am vorderen Sandling, in dem dunkelrothen Marmor 
mit Gasteropoden (1 Exemplar). St. Cassian, 

Poromnus iiov. gen. 

Obgleich es bei Crinoideen immer gewagt ist, ohne Kenntnis» der Krone 
eine Bestimmung des Genus vorzunehmen, so zeigen doch die schon am 
Stiel zu beobachtenden Charaktere einer kleinen Reihe von Arten so viele, 
von allem bekannten verschiedene Eigentümlichkeiten, dass die Aufstellung 
eines neuen Genus wohl zu rechtfertigen ist. Die vorliegenden Formen 
zeichnen sich sämmtlich dadurch aus, dass statt eines einzigen centralen 
Nahruiigskaiiale« sehr viele feine runde Kanäle vorhanden sind (Fig. 1 7, 1.2), 



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393 



(75) 



Kig. 17. 




1 


B 




E 







1 und 2. Schliffe durch die OclenkflRche, ;;. Läng^chliff, 1. Ein zwischen iwci längsten 
Radien liegendes System der Oclenkflficlienkanftle */,. 

deren Anzahl von der Grösse des Durchmessers des Stieles abhängt. Sio 
durchziehen den Stamm in scinor ganzen Länge' und nehmen zwischen je 
zwei Stielgliedern, wo sie sich spitz nach aussen biegen, feine Seitenkanäle 
auf, so dass also in jeden Längskanal ebensoviel Seitenkanäle munden, als 
der Stiel Glieder hat (Fig. 1 7, 3). Der centrale Kanal zeigt allein keine seit- 
liche Abzweigungen, er ist desshalb auch ganz gerade. Wegen der grosson 
Zahl der Längskanälo ist natürlich auch die Zahl der auf den Gelenkflächen 
der Stielglieder sichtbaren, von den Seitenkanälen hervorgebrachten radialen 
Furchen bedeutend. Man bekommt aber die natürlichen Gelenkflächen nur 
selten zu sehen, da die Glieder sehr fest an einander haften. In Tab. 20, 
Fig. 2 ist eino solche dargestellt und man bemerkt auf ihr zahlreiche bündel- 
förmige Radialfurchen, über welche eine unrcgelmässig welligo concentrischo 
Runzelung verläuft. Es ist einleuchtend, dass die Radialsculpturen benach- 
barter Gelcnkflächen mit einander correspondiren und nicht alternirond 
ineinandergreifen, weil sonst für die seitlichen Kanäle kein Raum überbliebe. 
Verschafft man sich nun einen Schliff, der genau zwischen 2 Gelenkflächen 
durchgeht, so erhält man wegen der in concctitrischen Systemen wechselnden 
Länge der radialen Kanäle ganz das Bild einer Korallenzelle, mit dem 
Unterschiede, dass natürlich die Grundzahl 5 nicht 6 ist. Aber auch dio 



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Gcsctzo dor Einschaltung scheinen verschieden zu sein. Da ich über die- 
selbe trotz mehrfacher Versuche nicht in's Klare kommen konnte, so habt» 
ich in Fig. 17, 4 die genau bemessenen Längcnvcrhültnissel Vergrößerung = */■) 
eines zwischen 2 längsten Radien liegenden Systems ('/* Kreis) von Poto- 
crinus caudex n. sp. abgebildet. Auch die Figg. 17, 1 u. 2 sind mit grösster 
Genauigkeit in natürlicher Grösse nach Originalen ausgeführt, nicht schematisirt. 

Unter dem Mikroskop erweist sich die Hauptmasse des Cönenchjms als 
sehr engmaschig, — nur die nächste Umgebung der Kanäle zeigt weitere 
Zellen. Zwischen je zwei Kanälen sieht man ferner parabolische Cöncnchym- 
freie Linien, deren Scheitol dem Centrum zugewendet ist, — möglicherweise 
Verbindungskanäle (?). 

Bemerkungen. In welcher Beziehung die als Kanäle aufgefassten 
Bänder von Porocrinus zu den von Joh. Müller als Sehnen gedeuteten Or- 
ganen stehen, wage ich nicht zu entscheiden. Die übereinstimmende Stärke 
sowie die Gleichartigkeit der Infiltration des centralen evidenten Nahrungs- 
kanalcs und der seitlichen oben beschriebenen Organe führte mich zu dem 
Schluss der Gleichartigkeit ihrer Functionen. Etwas sicheres liisst sich 
darüber wohl nicht eher aussprechen, als bis wir eine grössero Zahl von 
Beobachtungen über den inuern Bau der Crinoidecn werden vergleichen 
können. Einstweilen verweise ich auf die von ausgezeichneten Abbildungen 
begleitete interessante Notiz von Herrn Stelzner in den neuen Jahrbüchern 
p. 5ü5 ff. • 

Als nächstverwandte Geschlechter haben wir zu betrachten Cyathoainus 
[ruyosus Mill.), Rhodocrinus (quinquepartitus Gdf.) und Cuprcssocnnus (tes- 
scrat na Gdf.), sämratlich paläozoische Formen. Die creteren beiden haben 
radiale Seitenkanäle, die jedoch in den Stielgliedern, nicht zwischen ihnen 
liegen, dabei einen einfachen Nahrungskanal. Ciqyressocrinus dagegen zeigt 
eine Annäherung durch seine 5 Nahrungskanäle. Noch näher steht vielleicht 
Klipsteins Fldbcllocrinus, doch niuss die Identität noch ungewias bleiben, 
solange man die inneren Merkmale dieses Genus nicht kennt 

Porocrinus caudex Dittm. Tab. 20, Fig. 1, 2. 

Dicker 'Stamm mit sehr niederen, gleich hohen, oft ein wenig unregol- 
mässig wellig gebogenen Gliedern. Von den Mündungen der Seitenkanäle be- 
merkt man an der Aussenfläche nicht viel, sie treten jedoch deutlich an Schliffen 
und Bruchstellen hervor. Die Zahl der Seitenkanüle ist wegen des bedeu- 
tenden Durchmessers dieser Art sehr gross. Sie beträgt an der Peripherie 
am untern Ende des abgebildeten Stückes ca. 140, oben etwa 100. 

Fundort: Teltschonalp bei Aussee (3 Stücke). 



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Foroerinns rctienlatiis Dittm. Tab. 20, Fig. 3— 

Dieso Art unterscheidet sich von der vorigen durch geringeren Durch- 
messer des Stiele» und durch höhere Glieder. Unter sich sind die Glieder 
alle gleich hoch. Die Oberfläche erscheint ausserdem gitterartig sculpirt, 
da die Mündung der Seitenkanäle regelmässig vertieft ist. Je dünner die 
vorliegenden Stücko, desto weniger erhaben tritt diese Sculptur hervor. Ob 
das in Fig. f> abgebildete Wurzelstück einem jüngeren Individuum unserer 
Art angehört, lässt sich nicht sicher entscheiden. Wie am Wurzclende 
gewöhnlich, sind die Glieder hier noch sehr unrogelmässig gebaut. 

Fundort: Teltschen bei Ausseo (7 Stücke). 

Poroerinas ornatns Dittm. Tab. 20, Fig. <»— 8. 

Der vorliegende Stiel zeichnet sieh durch seine verschieden hohen 
Glieder aus, von denen die höheren auch weiter in die Breite ausgedehnt 
und gewölbt erscheinen. Auch hier findet sich eine gitterartige Sculptur, 
die jedoch deutlich durch eine Längsfurchung hervorgebracht wird, von 
welcher nur die breitesten (und höchsten) Glieder nicht getroffen werden. 
Ich glaube, dass das in Fig. 7 abgebildete, in Fig. G von oben gesehene, 
dem Kelche bereits offenbar sehr nahe liegende Sticlstück derselben Art 
angehört. Die Analogie der vorigen Art würde die geringere Ausprägung 
der Sculpturen erklären, die immerhin in der Zeichnung (Fig. 7) viel zu 
glatt gcrathen sind. Dieses Stück zeigt einen öeckigen centralen Nahrungs- 
Canal, der durch das Verschmelzen der 5 innersten Kanäle entstanden ist. 

Fundort: Teltschen bei Ausseo (2 Stücke). 

Cidaris lamellaris Dittm. Tab. 20, Fig. 9, 10. 

Ein gegen oben zusammengedrückter Stachel, dessen Rander scharf 
gezahnt sind. 

Fundort: vorderer Sandling im Gasteropodenmarmor (2 Stücke). 

Cidaris transversa Meyer. 

H. t. Meyer: Paläontographica 18T.1, Bd. 1, p. 27t',, T. 32, F. 28-30. 

Im rothen Marmor des vorderon Sandling fanden sich 2 Exemplare 
von einer Form , die kaum von der citirten zu unterscheiden sein wird, ob- 
gleich diese aus dem obersten Muschelkalkc stammt. Es sind dünne runde 
Stacheln mit kurzen unregelmäßigen wirtalständigen Abzweigungen. 
(6) 26 



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I 

39G 



Rliizocorallium Tab. 20, Fig. 14, 15. 

Vom untersten Muschelkalk bis in den obersten Keuper ausserhalb der 
Alpen hat man ähnliche schlcifenformigc Formen von ungewisser Bedeutung 
angegeben. Auch aus den Hallstädter Kalken, wo man sie bisher noch 
nicht gefunden hatte, liegt mir ein sehr gut erhaltenes Exemplar vor, das 
sehr vollständig mit den regelmässigeren Gestalten des lihie. Jenense Zenk. 
übereinstimmt. Bei diesem so wie bei fränkischen Exemplaren suchte ich 
vergebens nach etwaiger innerer Structur in dünnen, für die Beobachtung 
mit dem Microscop präparirten Schliffen. 

Fundort: Teltschenalp bei Aussce (1 Exemplar). 

Koralle. Tab. 20, Fig. 11-13. 

Einzelzelle von Ungewisser Stellung. Mit starker, nach unten verdickter 
Wand, die äusserlich längs gerippt erscheint und an ihrer Ba*»is eine deut- 
lich umgrenzte, kuglige Zelle einschliesst. Der Längsschliff Fig. 1 3 schneidet 
die Form ein wenig schief, er entfernt sich gegen oben am weitesten von 
der Achse. Der Querschliff Fig. 12 zeigt dennoch augenscheinlich eine zu 
grosso Zahl von unregelmässig gegabelten Sternlamelkn — man sieht es 
dem Bilde leider an, wie wenig der Zeichner auf diesem Felde geübt war. 
Ein centrales Säulchen ist nicht vorhanden. Ob zwischen den Sternlamellen 
Querbiilkchen liegen ist nicht bestimmt zu entscheiden. Auf dem Quer- 
schliff 12 fehlen sie entschieden, während der Längsschliff 13 ein Confluiren 
einzelner Lamellen paare bemerken lässt. Böden sind nicht vorhanden. Ob 
der Oberrand der Sternlamellen gezähnt war, konnte an dem einzigen vor- 
liegenden Stücke nicht nachgewiesen werden. 

Bemerkungen. Da ich den vorliegenden Fossilrest als neu erkannte, 
hatte ich ihn abbilden lassen, war jedoch nachher nicht im Stande ihm seine 
Stelle in dem bisher aufgestellten zoologischen System anzuweisen. Herr 
Trofessor Rcuss in Wien hatte die ausnehmende Güte mir auf meine Bitte 
einige werthvolle Belehrungen über das fragliche Objekt (nach den über- 
sandton Abbildungen) zukommen zu lassen. Obgleich wegen der ungenü- 
genden Erhaltung eine sichere Einreihung nicht möglich, so scheint das 
Stück am nächsten mit Montlivaltia verwandt Es müsste, um das Erscheinen 
fiusserlicher Rippen zu erklären, nur nachgewiesen werden, dass die Epithek 
verloren gegangen sei, was auch mitunter vorkommen soll. Die kugelförmige 
Zelle an der Basis der Form sei wahrscheinlich etwas bloss zufälliges, viel- 
leicht eine mit Steinmasso ausgefüllte Bohrhöhle (?) — jedenfalls finde sich 
was ähnliches weder bei einer lebenden noch bei einer fossilen Koralle. 

Fundort: Gastoropodenraarmor am vordem Sandling (1 Exemplar). 



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Cristellaria sp. 

Ein für microscopische Untersuchung gefertigter Gesteinsschliff von 
Teltschener Marmor zeigte in überraschender Schönheit einen prächtigen 
Längsdurchschnitt durch die ßpiralebene einer Cristellaria, die am nächsten 
mit Cr. Tergucini Orb. (aus Lias von Metz) und mit Plantilaria elongata 
Ehrbg. (aus Schreibkreide des Mississippigebietes) verwandt ist. Von der 
letztern unterscheidet sie sich nur durch die schmälere Form und durch 
weniger centripctale Kammerschcidewändc. Das Stück fand sich leider erst 
nach Beendigung der übrigen lithographischen Abbildungen. 

Fundort: Teltsctienalp (1 Exemplar.) 



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Druckfehler. 

Png. 3f>4 (36) Zeile 1 tob oben: Tab. 13 statt Tab. 12. 

3:>G (38) „ 9 „ unten: Tab. H statt Tal». 3. 

3G0 (42) „ • 19 . obon : Tab. 13 statt Tab. 12. 



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ÜBER DIE BBACHIOPODEN 



l»EK 

NORDDEUTSCHEN 



CENOMAN- BILDUNGEN. 



VON 

D R URBAN SCHLOENBACH. 



■ 



MÜNCHEN, 1807. 

R. OLDENBOURO. 



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Die Arbeit, welche ich dem wissenschaftlichen Publicum mit der Bitte 
um eino gleich nachsichtige und wohlwollende Aufnahme, wie sie meinen 
bisherigen Publicationen zu Theil geworden ist, hiermit vorlege, gründet 
sich theils auf das in meiner eigenen Sammlung befindliche, ziemlich um- 
fangreiche Material, welches von meinem Vater, und bezw. von mir, in den 
letzten zehn Jahren zusammengebracht worden ist, theils auf mehre grössere 
und kleinere Suiten von Cenoman-Brachiopoden aus öffentlichen und Privat- 
sammlungen, die ich zu untersuchen Gelegenheit gehabt habe. Für die 
ausserordentliche Liberalität, mit welcher mir die unumschränkte Benutzung 
dieser letzteren gostattet wurdo, bin ich den Herren 

Professor Beyrich in Berlin 

Dr. Ewald in Berlin 

Dr. von Koenen in Berlin 

Professor Dunker in Marburg 

Professor Hosius in Münster 

Cammerrath von Strombeek in Braunschweig 

Bergrath A. Roemer in Clausthal 

Senator H. Roemer in Hildesheim 

Forstmeister von Unger in Seesen (Brschw.) 

Dr. Griepenkerl in Königslutter (Brschw.) 

Dr. A. Fritsch in Prag 

Director Hörnes in Wien, 
ganz besonders aber Herrn 

Professor Gcinitz in Dresden, 
der mich auch sonst vielfach mit Rath und Belehrung unterstützt hat, zu 
grösstem Danke verpflichtet. — Ueberall, wo sich die Angaben im Text 
auf Exemplare aus jenen Sammlungen gründen, habe ich den betreffenden 
Namen stets ausdrücklich angeführt; wo dies nicht geschehon ist, beziehen 
sich dio Angaben auf Exemplare meiner eigenen Sammlung. 

■ 



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(4) 



40 t 



Das literarische Material, welches bei der Ausarbeitung der Schrift 
benutzt wurde, ist im Wesentlichen dasselbe, wie bei meinen im vorigen 
Jahre erschienenen „kritischen Studien über Kreide-Brachiopoden" '); auch 
die gebrauchten Abkürzungen sind dieselben, die ich dort angewendet habe, 
und ich darf deshalb einfach auf die einleitenden Bemerkungen zu jener 
Schrift mich beziehen. 



') Beiträge zur Paläontologie der Jura- und Kreidefonnation Im nordwestlichen Deutsch- 
land; 2. 8tück (Palaeontographica XIII, 6). 

* 

Salzgitter (Hannover), 17. März 1867. 



Dr. Urban Schloenbach. 



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Einleitung 



Der Schichtenooniplex, au« dem die auf den nachstellenden Blättern 
beschriebenen, bezw. einer kritischen Prüfung unterworfenen Brnchiopoden- 
Arten stammen, ist in Norddeutschland in verschiedener Weise entwickelt; 
in Folge dessen sind dio einzelnen Schichten von den Autoren, welche sich 
damit beschäftigt haben, nicht nur mit verschiedenen Namen belegt worden, 
sondern zum Theil auch in verschiedener Weise zu einander und zu den 
analogen Bildungen fremder Kreidegebiete in Parallele gebracht. — Es 
dürfte daher, bevor ich zur Beschreibung der Arten übergehe, erforderlich 
sein, zum leichteren Verständnisse der gebrauchten Schichtcn-Bezoichnuiigen 
einige Bemerkungen über die stratographischen Verhältnisse vorauszuschicken. 

Unter dem Namen „Ccnoman -Bildungen' 4 oder „unterer, cenomaner 
Pläner' 4 begreife ich alle jene Schichten, welche über den obersten Ab- 
lagerungen des Gault (Flammen-Mergel, Thon mit Bekinnites minimus List.) 
und unter den ältesten durch Inoceramus labiatus Schloth. sp., Bronyniarti 
Sow., Tercbratula semiylobosa Sow., Bhynchoneüa Cuvieri Orb. charakteri- 
sirten Ablagerungen des sogenannten „oberen Plänen" (etage turonien, craic 
marneuse, Lower Chalk, etc.) liegen. Dieser untero oder cenomane Pläner 
tritt in Norddeutschland hauptsächlich in zweierlei Entwicklungsforraen auf, 
von denen die erste in dem westphälischen Kreidebusen zwischen Rhein 
und Weser und im Gebiete zwischen Elbe und Weser im Norden des Harzes 
ausgebildet ist, während als Typus der zweiten dio Kreide Sachsens be- 
trachtet werden kann. Diese beiden Kreide-Meere scheinen nur gering mir 
einander communicirt zu haben. 

I* Das westphüliHch-subherc^yni&clie Oebiet- 

Dic genauesten und ausgedehntesten Untersuchungen über die Cenoman- 
Bildungen Westphalens vordanken wir Prof. Ferd. lloemcr ') und Caminer- 

') Zeitschr. geol. Ge*. 1851, VI, p. l>'.l ff. 



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406 



rath von Strom bock 1 ). Dem Letzteren gelang es zuerst, im westlichen 
Theile — in der Ruhr-Gegend eine Gliederung dieser Schichten nachzu- 
weisen, welche mit der von ihm für das Gebiet zwischen Elbe und Weser 
aufgestellten*) sich in Einklang bringen Hess. In neuester Zeit war es 
Schlüter 3 ) vorbehalten, auch für don südöstlichen Theil — namentlich 
in den jüngeren Cenoman- Schichten — die Uebereinstimmung mit dem 
östlich von der Weser liegenden Gebiete darzuthun. Nach ihm und Strom- 
beck gliedert sich in Westphalcn der untere Pläner in folgender Weise 
(von oben nach unten): 

c) Schichten mit Ammonites Rotoiuagensis. Im Südosten mergelige 
Schichten und feste weiaso Kalke; im Westen (an der Ruhr) fehlt dies 
Glied. Zu den wichtigsten Petrcfacten-Fundorten gehören: Lichtenau und 
an der Chaussee zwischen Buke und Altenbeken; die bezeichnendsten 
Petrefacten sind: 

Ammonites Rotomtgensis Dcfr. 
Ammonites varians Sow. 
Ammonites navicularis Mnnt. 
Scaphitcs obliquus Sow. 
Turrilites costatus Lam. 
Turrilites Scheuchzeranus Bosc. 
Nautilus clegans Sow. 
lnoceramus striatus Mant. 
Pecten Beaveri Sow. 
Plicalida inflata Sow. 
Ttrebratula bi plicata Sow. 
RhyncJionclla Mantellana Sow. sp. 
Disco'idea cylindrica Lam. sp. 
Holaster sidjglobosus Leske sp. 

b) Schichten mit Ammonites varians, Mantel Ii nnd Pecten Beaveri. 

Im Osten: bläulicher fester Kalk in dicken Bänken; an der Ruhr: Grünsand 
ohne Thoneisensteinskörner. Die Hauptfundorto sind Altenbeken, Rheine, 
Bochum, nördlicher Steinbruch des Forstorts „Uebingson u bei Fröh- 
mern, Steinbruch der „Hohen Weide 11 bei Drei hausen, sowie zwischen 
Wilhelmshöhe und Billmerich. Wichtigste Petrefacten: 



M Zeitschr. geol. Oes. lHfiO, XI, p. 27 ff. 

') Ebenda, 1857, IX. p. 415 ff. and Neue« Jahrb. 18.17, p. 78',. 
*,» Ebenda. 1806, XVIII, p. ffi ff. 



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407 



(7) 



Ammonites varia>is Sow. 

Amnionitis MantclU Sow. 

Ammonites Rotomagensis Defr. (nach Schlüter) 

Turrüitcs tuberculatus Bosc. 

Turrilites Scheuchzeranus Boge. 

Inoceramus striaius Mant. 

Pctrfen Beaveri Sow. 

Plkatula inflata Sow. 

Terebratula biplicata Sow. 

RhynchoneUa ManteUana Sow. sp. 

Epiaster distinetus Ag. sp. (nach Schlüter) 

Holaster subglobosus Leske sp. var. 

Holaster nodtdosus Goldf. sp. 

a) Schichten mit Pcctcn asper, Ostrea diluviana, RhynchoneUa dimi- 
diata, Tercbratella Beanmonti. Im Osten gehört hierher wahrscheinlich 
Schlüter'* versteinerungsarmer Plänermergel , im Westen Strorabeck's 
unterer Grünsand mit Thoneisensteinskörnern (Orünsand von Essen, Tour- 
tia, A. Roemer's Hilsconglomerat von Essen). Hauptfundorte: Stein- 
brüche und Kohlenschächte der Umgebungen von Essen a. d. Ruhr, Spell- 
dorf unw. Mühlheim a. d. Ruhr, Fröhmern, Billmerich, wahrschein- 
lich auch der Steinbruch an der Waterlappe östlich vom Dorfe Bremen 
bei Werl. Die wichtigsten Petrefacten sind: 

Ammonites Mantelli Sow. 
Ammonites varians Sow. 
Turrüites tuberetdatus Bosc. 
Nautilus elegans 8ow. 
Glawotomark* texta Münst. 
Isoaren obesa Orb. 

Mytilus Cottai Roem. (= M. linmfus Auct.) 

Pecten asper Lam. 

Pect eil comans Roem. 

Janira quinquecostata Sow. sp. 

Janira notabilis Münst. sp. 

Spondylus striatus Goldf. 

Ostrea conka Sow. sp. 

Ostrea lateralis Nilss. 

Ostrea heüiotidkka Sow. sp. 

Ostrea earinata Lam. 



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(8) 



Ostrm diltmana Goldf. (Linne?) 

Tervbratida Tornacensis Arch. 

Terebratula depressa Lam. 

Terebratulina chrysalis Schloth. sp. 

Terebratella Metiardi Lam. sp. 

Terebratella (?) Beaumonti Arch. sp. 

Megerlda Htna Defr. sp. 

Thecidium digiiatum Sow. 

Bhynchonelfa dimidiata Sow. sp. 

Bhynchonelfa Alantelfana Sow. sp. 

Hofaster nodtdosus Ooldf. sp. 

Catopygns carinatus Ag. 

Codiopsis dotna Desm sp. (nach Roemer) 

Cidaris vesicidosa Ooldf. 

Cidaris velifera Bronn 

CAdaris Sorigneti Desor 

Micrabacia coronula Gf. sp. 
nebst zahlreichen Bryozoen- und 8pongitarien - Arten , welche letzteren von 
A. Roemer kurzlich neu bearbeitet wurden. Diese Spongitarien waren es 
besonders gewesen, welche die irrthümliche, durch Geinitz beseitigte An- 
sicht hervorgerufen hatten, dass die Essener Grünsand-Schichten dem eben- 
falls an solchen sehr reichen Hilsconglomerat der Gegend von Schöppen- 
stedt etc. in Braunschweig entsprächen. 

Durch die unermüdliche Thätigkeit Strom beck's wurden auch zwischen 
Elbe und Weser im Norden des Harzes die Cenoman-Schichten zuerst 
genauor bekannt und in Unterabteilungen getheilt. Das kurz zusammen- 
gefasste Resultat dieser Untersuchungen ist niedergelegt in dem Aufsätze: 
„Die Gliederung des Pläners im nordwestlichen Deutschland nächst dem 
Harze" '). Danach besteht in diesem Gebiete der untere Pläner aus fol- 
genden "Abtheilungen von oben nach unten: 

4. Arme Rotoniafceusis - Schichten. Schmutzig -weisse, feste, massige 
Kalke; organische Reste wie in der folgenden Schicht, jedoch viel seltener. 

3. Rotomageiigis • Schichten. Graue Kalke oder Kalkmcrgel mit 
Mergellagen abwechselnd; selten weisser, kreidiger Mergelkalk. Hauptfund- 
orte: Zeltberg bei Lüneburg (Hannover), Rethen bei Sarstedt (Han- 
nover), Broitzen bei Braunschweig, Umgebungen von Salzgitter 



M Zeitsclir geol. Oos. 1*.%7 IX, p. lir. ff und Nour« J.thrb. 18'.7. p 78\ 



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109 



(9) 



(Hannover), Neuwallmodon (Braunschw.), Langelsheim am Harz 
(Braunschw.). — Wichtigste Petrefacten: 

Ammonites Rotomagensis Defr. 

Ammonites varians Sow. 

Lima elongata 8ow. 

Inoceramus striatus Mant. 

Plicatula inflata Sow. 

Terebratula biplicata Sow. 

Rhynchonella Mantellana Sow. sp. 

Holaster subglobosus Leske sp. 

Discoidea cylindrica Lam. sp. 

Salenia petalifera Desm. sp. 

Pdtastes clathratus Ag. sp. 
Unter dieser Schicht zeichnet sich an gewissen Localitäten, z. B. na- 
mentlich bei Broitzen 1 ) eine Schicht aus, welche offenbar ein Uebergangs- 
glied zur folgenden bildet und viele Petrefacten, besonders Amtnonites va- 
rians, Inoceramus striatus, Plicattda inflata und namentlich Turrilites costatits 
enthält, an der Basis auch Turrilites tuber culutus. 

2. Varians -Schichten. Gesteinsbesehaffenheit wie bei der vorher- 
gehenden Schicht, von der sie überhaupt schwer trennbar ist. Die Fundorte 
sind sehr zahlreich; als die hauptsächlichsten sind zu nennen: Wrisberg- 
holzen bei Alfeld (Hannover), Sarstedt (Hannover), Broitznn (Braun- 
schw.), Burgdorf unw. Schladen (Hannover), Umgebungen von Salz- 
gitter (Hannover), Neuwallmoden (Braunschw.), Langelsheim 
(Braunschw.), u. 8. w. — Die wichtigsten Versteinerungen sind: 

Ammonites varians 8ow. 

Ammonites Mantelli Sow. 

Ammonites falcatus Mant. (sehr selten) 

Scaphites aequalis Sow. 

Baculites baculoides Mant. 

Turrilites tuberculatus Bosc. 

Inoceramus striatus Mant. 

Pecten Beaveri Sow. 

Plicatula inflata Sow. 

Terebratula biplicata Sow. 

Terebratulina rigida 8ow. 8p. 

Megerleia Uma Defr. sp. 



l \ ßtrorabeck, über PtlUute* clathratun, in Zeitächr. geol. Oo?. XV, p. «43. 



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(10) 



RhifHchonella Manteüana Sow. sp. 
Rhynchonella Grasana Orb. 
Rhynchonella Martini Mant. sp. 
Hemiaster bufo Brongn. sp. 
Hemiaster Griepenkerli Stromb. 
Holaster subglobosus Leske sp. 
Holaster nodtdosus Goldf. sp. 
Salenia petalifera Desm. sp. 

I. Tourtia, (irünsand. Die Basis dos unteren Pinners übor dem 
Flammenmergel bilden meistens chloritische Mergel oder Mergelthone; be- 
sonders deutlich sind oder waren früher dieselben zu beobachten im Gold- 
bachsthal unweit Halberstadt (Prov. Sachsen), am Langenberge und 
bei der Steinholzmühl o (Poder Helmstein), sowie am Sülzebrunnen 
bei Quedlinburg (Prov. Sachsen), bei Langelsheim am Harz (Braun- 
schw.), im Chaussee-Einschnitt am Flöteberge bei Liebenburg (Han- 
nover), bei Wolfenbüttel ( Braunsen w.). Petrefacten finden sich darin 
im Allgemeinen sparsam, doch haben die Umgebungen von Quedlinburg 
eine ziemlich grosse Anzahl von theilweise neuen Arten (namentlich Gastro- 
poden und Brachiopoden) geliefert, von denen die letzteren unten beschrieben 
sind, wahrend eine Beschreibung der übrigen organischen Einschlüsse dieser 
Ablagerung durch die kundige Feder des Herrn Dr. Ewald zu erwarten 
steht. Die wichtigsten und verbreitetsten Arten sind: 

Belenmites ultimus Orb. 
Ammonites varians Sow. 
Ammonites Mantelli Sow. 
Turrüites tuberculutus Boso. 
Atncula gryphaeo'ides Sow. 
Janira quinquecostata Sow. sp. 
Ostrea carinata Lam. 
Terebrutula biplicata Sow. 
Terebratula Tornacensis Arch. 
Terebratidina chrysalis Schloth sp. 
Terebratulina rigida 8ow. sp. 
TerebrakUa (?) Beaumonti Arch. sp. 
JÜegerleia lima Defr. sp. 
Hemiaster bufo Brongn. sp. 

Die Parallelisirung dieser Schichten mit den obon beschriebenen west- 
phälischen ergiebt sich fast von selbst. Die paläontologisch nicht zu tren- 



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411 (11) 



nenden Schichten 3. und 4. entsprechen zusammen der Schicht c) in West- 
pbalen, 2. der 8chicht b), 1. der Schicht a). 

Nahe Beziehungen zu diesen Bildungen zeigen die östlich der Elbe in 
Meklenburg vorkommenden Cenoman -Schichten, deren Petrefacten Boll 1 ) 
beschrieben hat. Das genauere Niveau derselben dürfte sich jedoch danach 
noch nicht mit Sicherheit feststellen lassen. 

II. 1 >a.s sächsische Iir*eide-Grel>iet. 

Die cenomnnen Bildungen dieses Gebietes zeigen ziemlich bedeutende 
Abweichungen von dem eben beschriebenen Typus und sind dagegen in 
ganz ähnlicher Weise entwickelt, wie in Böhmen und Schlesien; auch die 
Kreide von Regens bürg ist offenbar aus demselben Meere abgelagert*); 
alle diese letzteren mit Ausnahme der sächsischen liegen jedoch ausserhalb 
des Bereichs dieser Arbeit, und sind nur hie und da die darin vorkommenden 
Brachiopodcn-Arten zur Vergleichung herbeigezogen. 

Die genauesten Nachrichten über die sächsischen Ereidebildungen finden 
sich in den Arbeiten von Geinitz und sind namentlich übersichtlich in 
dessen bekanntem Werke : „Das Quadersandsteingebirge oder Kreidegebirge 
in Deutschland" (1849—50) zusammengestellt. Danach ist die Reihenfolge 
der auf krystallinischen Gesteinen ruhenden sächsischen Cenoman-Bildungen 
von oben nach unten eine sehr einfache: Unter dem „Plänerkalk" (von 
Strehlen, Weinböhla, etc.) folgt zunächst der „mittlere Pläner" mit 
IiwccratuHS labiaUts Schloth. sp., den Geinitz jetzt 3 ) als obere Schichten 
des unteren Pläners bezeichnet, der aber nicht mehr zum cenomanen 
Pläner in dem oben von mir bezeichneten Sinne zu rechnen ist. Unter 
diesem liegt 

2) der eigentliche „untere Pläner", welcher in verschiedener, je 
nach den localen Verhältnissen sehr wechselnder Gesteinsbeschaffenheit auf- 
tritt. Bald sind es dünnplattige Kalke, welche den Namen für den ganzen 
Schichten-Complex (Pläner) geliefert haben; bald mergelige Conglomerate, 
welche letztoren meist sehr petrefactenreich sind und besonders die Spalten 
des krystallinischen Gesteins, t. B. des Syenits im Plauen 'sehen Grunde 

*) Archiv des Verein» der Freunde der Xaturgesch in Mecklenb. 1853, VII, p. 71, 
und 1856, X, p. 31. 

') Ich kann mich nur vollständig dieser in neuester Zeit von O Grabe I ausgesprochenen 
Ansicht (ßitzungsber. d. kSn. Akad. d. Win. in München, J8»>6, II, p. 179) anschliesien, 
wahrend Zittel (Bivalven d. Oosaugeb. p. 88) annahm, dass die Regensburger Kreide der 
Gösau-Provinz des alpinen Kreide-Reiches angehörte. 

1 1 Quaderiandsteingebirge etc., p. 19. 



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(12) 412^ 

bei Dresden ausfüllen; bald ist es ein grünsandartiger, dunkelgrüulicher 
Mergel, wie im Tunnel von Oberau nordwestlich von Meissen und im 
Eibstollen zwischen Zaukerode und Priessnitz, der dann stets da« 
tiefste Niveau unmittelbar über dem unteren Quadersandsteine einnimmt, 
während über ihm noch andere Gesteine des unteren Planere folgen. 
Hauptfundorte befinden sich im Plauen'schen Grunde bei Dresden, na- 
mentlich oberhalb Plauen, bei Roschütz und bei Teltschen, ferner 
bei Kauscha, Goppeln, Rippien, Welschhufa, bei Gross-Sedlitz, 
Cunnersdorf südlich von Dresden; auch der sogenannte „Serpula-Sand" 
von Banne witz bei Dresden ist nach Geinitz ein Aequivalent des 
unteren Pläners, da er unmittelbar dem unteren Quader aufgelagert ist. 
Die bezeichnendsten und häufigsten Petrefacten sind: 
*Serpula septemsukata Reich. 1 ) 
* Nautilus elegans Sow. 
Ammonites ManteU* Sow. 
TurrittUa granulata Sow. 
Nerinea Gdnitei Gf. 
Avellana cassis Orb. 
Natica canaliculata Mant. sp.P 
Nerita nodosa Gein. sp. 
*Nerita dichotoma Gein. sp. 
Nerita costulata Roem. 
* *Pleurotomaria texta Münst. 
Cerithium Bircki Gein. 
Gastrochaena Ostreae Gein. 
Protocardia Hillana Sow. sp. 
Opis bicornis Gein. 
Crassatella subgibbosula Arch. 
*Trigonia Buch* Gein. *) 
Pectunculus obsoletus Gf. 
*Arca tricarinata Gein. 
Area Gaüiennei Orb. 
Mytüus Galliennei Orb. 
**Mytüus Cottai Roem. (= peregrinus Orb., linea- 

tus Auct.) 

Mytihss Neptun* Gf. sp. 

') Die Arten, vor denen ein * steht, kommen in 8achsen im Grttniunde, nicht aber 
im eigentlichen „unteren PlÄner" ror; die mit ** versehenen in beiden Schichten. 
») Ist vielleicht nicht verschieden von Trig eulcatoria 



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413 



(13) 



Aviculu anomala Sow. 

Perna hnceolata Gein. 
**Jnoceramtts striatus Mant. 
**Pecten orbicularis Sow. 
*Pecteti comans Roem. 

Pecten acttminatus Gein. 

Pecten Brongniarti Arch. 
** Pecten elongatus Lam. 
*Pectcn asper Lam. 

7amrr< tuqwostnta Lam. sp. 
**Janira notabilis Milnst. 8p. 

Zw»»<» /w/a Goldf. 

* *Lima licichenbachi Gein. 

Lwta elongata Sow. sp. 
**IAma omata Orb. 
**Spondylus striatus Sow. sp. 
**Ostrea carinata Lam. 

* *6Wrea (Wwrtana Goldf. (PLinn.) 

Ös/ra» lateralis Nilss. 
**Ostrea conica Sow. sp. 

Ostrea haliotididea Sow. sp. 

*Jladiolites agariciformis Delam. sp. 
**Terebratula biplicata Sow. 
**Terebratula phaseolina Lam. 

*Terebrutttla capillata Arch. 

Tcrebratulina clurysalis Schloth. sp. 

*TercbrateUa Mcnardi Lam. sp. 

Thecidium digitatum Sow. 

Thecidittm vermiculare Schloth sp. 
**Rhynchonella dimidiata Sow. sp. 
**(/idans vestcwZosa Gf. 

Cidaris Sorigncti Desor. 

Codiopsis Dorna Desm. sp. 

Holaster suborbicularis Defr. sp. 

Pyrina Desmoulinsi Arch. 

Micrabacia coronula Gf. sp. 

Zahlreiche Spongitarien. 
Den Uebergang von dieser Schicht zur folgenden bildet da, wo kein 
Grünsand auftritt, häufig ein sehr grobes anscheinend versteinerungsleeres 



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414 



Congloiuerat ; namentlich läset sich dies gut am Gehänge des Plauen'schen 
Grundes unterhalb Roschütz beobachten, wo in demselben Blöcke des die 
Unterlage der dortigen Kreideschichten bildenden Syenits bis zu Kopfgrösse 
enthalten sind. 

1) Der untere Quadersandstein, dessen obere Lagen oft grün* 
sandartig werden, ist meist von weisser Farbe und von verschiedenem, in der 
Regel ziemlich feinem Korn. Häufig wechsellagert er an der Basis mit Schiefer- 
thonen, die Pflanzenreste enthalten, wie namentlich bei Niederschöna 
unw. Tharandt. Auch der berühmte „Muschelfelsen*' von Roschütz am 
Südabhange des Plauen'schen Grundes ist nur eine ganz locale Facies 
des unteren Quaders, anscheinend der Rest einer Spalten -Ausfüllung im 
Syenit. Einige der wichtigsten Aufschlusspunkte des unteren Quaders sind: 
Lückendorf unw. Zittau, Weissig, Bila'er Grund, Kotta, Banne- 
witz, Rippien, Pirna, Rabenau, Dippoldiswalda, Cunnersdorf, 
Wendisch-Carsdorf, Tharandt, u. s. w. Die bezeichnendsten Petre- 
facten des sächsischen unteren Quaders sind: 

Nautiius ekgans Sow. 

Ammonites MarUfMi Sow. 1 ) 

Baculites baculöides Mant. sp. 

TnrriteUa granuiata Sow. 

Nerinea Geinitzi Gold f. 

Natka canalictdata Mant. sp. 

Gastrochaena Ostreae Gein. 

Pholas Sclerotites Gein. 

Protocardia HiUana Sow. sp. 

Trigonia stdcataria Lam. 

Pectunculus obsolettts Gf. 

Area Ligeriensis Orb. 

Pinna Cottai Gein. 

Pinna düuviana Schloth. sp. 

Mytilus Galliennei Orb. 

MytUtts Cottai Roem. 

Mytihis Neptuni Gf. sp. 



') Auch Ammonites Botomagetuüt Defr. wird au« deni unteren Quader Sachsens und 
Schlesiens angefahrt; doch möchten die so bezeichneten, gewöhnlich sehr grossen und roh 
erhaltenen Exemplare um so mehr einer genaueren Prüfung noch bedürfen, als nach den 
neueren Untersuchungen Pictet's, Renevier's und 8harpe's eine ganze Reihe ähnlicher 
Arten aus dieser Gruppe unterschieden werden mUssen, welche fflr rerschiedene Schichten 
bezeichnend sind. 



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415 



(15) 



Avicula anomaUi Sow. 
Inocerumus striatus Mant 
Pecten cotnans Koem. 
Pecten acttminatm Gein. 

Pecten asper Lam. (nach Geinitz sehr vereinzelt» 

Janira aequicostuta Lam. sp. 

/antra quinquecostata Sow. sp. 

«/antra notaUlia Münst. sp. 

Ltma fccfa Of. 

£iwa pseudocardium lieuss. 

Lümu multicosUtta Gein. 

Spondylon striatus Sow. sp. 

Ostrea carinata Lam, 

Ostrea dduvuinu Goldf. (Linn.?) 

Üirtrca laterulis Nils«. 

Osfra* colutnbu Lam. sp. 

0*<ra* kulioUndea Sow, sp. 

Terebrattdu phuseolina Lam. 

likt/HcJumcIla dhnidiata Sow. sp. 

Catopyyus carinattts Gf. sp. 

Uuhister subwbictdaris Dofr. sp. 

Asterüts Schuhet Cotta & Reich. 
Man sieht aus diesem Verzeichnisse, dass in Bezug auf die organischen 
Einschlüsse der untere Pläner und der untere Quader Sachsens nicht sehr 
wesentlich von einander abweichen; nur ist ereterer sowohl an Arten- als 
an Individuen-Zahl in der Regel weit reicher. 

Dass die Schicht 2) der westphälischen Schicht a) und somit auch der 
Schicht 1. im Norden des Harzes entspricht, geht aus der Gemeinsamkeit 
zahlreicher charakteristischer Arten hervor; dio Schicht 1) dürfte dann als 
eine locale tiefere Entwickelung desselben paläontologischen Horizontes zu 
betrachten sein, deren Aequivalent in den übrigen norddeutschen Kreide- 
gebieten noch nicht nachgewiesen werden konnte, die aber ganz entsprechend 
in Niedersehlcsien vorhanden ist. Kuntb 1 ) meint, dass sich vielleicht je 
nach dem Vorhandensein oder Fehlen des Pecten asper in der Tourtia zwei 
Horizonte unterscheiden lassen könnten; von diesen würde dann derjenige 
mit Pecten asper der tiefere sein, da der „untere Pläner" von Plauen etc., 
in welchem diese Art fehlt, über dem „unteren Quader" und dem Grün- 



'I Zeitschr. g. Üe*. lw.3, XV, p. 730. 

12) 21 



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(16) 



416 



sande des Elbstollens liegt, in welchem sie vorkommt; diesem tieferen 
Horizonte wurde auch der „Grünsand von Essen" (Sch. a)) angehören, 
während die Tourtia des nördlichen Harzrandes dem oberen Horizonte, dem 
Plfiner von Plauen entspräche. Indessen sprechen doch auch manche 
Gründe, für deren Erörterung hier nicht der Ort ist, gegen eine solche 
Trennung, die jedenfalls für jetzt noch nicht allgemeiner durchführbar 
»cheint. Andererseits scheinen in Sachsen die oberen Cenoman- Schichten 
zu fehlen; wenigstens ist es noch nicht gelungen, ihre Aeqaivalente nach- 
zuweisen. Dasselbe gilt von Böhmen ; denn die dort zunächst auf die Acqui- 
valente der Tourtia folgenden Schichten (Plänersandstein), Exogyrensandstein 
und Grünsandstein) gehören meiner Ansicht nach nicht mehr zu den Ceno- 
man - Bildungen , sondern sind ein Acquivalent der unteren (Brongniarti-) 
Schichten des Strombeck'schen „oberen Pläners*' und der französischen 
Turon -Bildungen '). 

Zur Vergleichung mit den obigen kurz charakterisirten Cenoman-Bildungen 
Norddeutschlands werden vorzugsweise die übrigen nördlich von der Linie 
der Alpen gelegenen, und zwar namentlich diejenigen Belgiens, des nörd- 
lichen und westlichen Frankreichs und Englands in Betracht zu ziehen sein. 

Die belgischen Cenoman-Bildungen 

mit ihrem grossen Reichthum an wohlcrlmltenen Petrofacton in den unteren 
Schichten sind öfter Gegenstand geognostischer sowohl als paläontologischer 
Arbeiten gewesen 8 ). Die geologischen Verhältnisse, die Gliederung diese» 
Schichtencomplexes sind besonders in der 8chrift von Horion ausführlich 

M Die in den obigen, vor 14 Tagen niedergeschriebenen Zeilen dargelegte Ansicht 
über die unteren Schichten der böhmischen Krude, hatte ich bei meinen Exemtionen in 
der Gegend zwischen Teplitz. Latin und Postelherg in den Sommern 18<>4 und 18i>". 
mir gebildet und brieflich und mündlich bereits wiederholt — namentlich auch gegen 
•Herrn Dr. A. F ritsch und Herrn Prof. Geinitz — ausgesprochen. Vor wenigen Tagen 
habe ich nun durch die Gefälligkeit des nerrn Dr. Fritsoh bei meiner Durchreise durch 
Prag Gelegenheit gehabt, die durch diesen in Gemeinschaft mit Herrn Prof. Krejci 
aufgesammelten reichen Petrefakten-VoirStbe aus der böhmischen Kreide zu sehen und 
dabei meine obige Ansicht durchaus bestätigt gefunden: mich ist es mir gelungen, die 
Herren Prof. Krejci und Dr. Fritsch für die gleiche Anschauung zu gewinnen. — 
Wien, am 2*». Milrz 18t>7. U. 8chl. 

*) Unter den wichtigsten sind zu nennen: 

Vic. d'Arrhioc. Rapport «ur lea Fossile* du Tourtia, in Mfa. geol. Fr.. - , II, 
p. 291; 1818. 

P. de Ryckliolt, Melanges paleontologique? II, lt».">4 ; III, 18»i<>~ (!2. 

<Jh. Horion, Nottee sur le torrnin erfaer de Hclgique, in Bull. geol. Fr. 2, XVI, 

p. «n;.; 1859. > 



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417 



dargelegt, der folgende Schichten von oben nach unten unterscheidet. 
Unter dem „Systeme senonien" Dumont's (mit Bhynchonella vespertilio, 
SpoHtlylus spinosus etc., also wahrscheinlich etwa der craie de Villcdieu des 
westlichen Frankreichs und dem norddeutschen „Scaphiten-Pläner" oder der 
Zone des Scaphites Geinitzi entsprechend) folgt Dumont's „Systeme ner- 
vien'S welches nach Horion Orbigny's etage turonien und cenomanien 
umfasst. Die oberen Schichten des „Systeme turonien" bei Horion werden 
durch Inoceramus labiatus und Cidaris clavigcra charnkterisirt, während die 
unteren, welche unter dem Localnaraen „dieves" als grünlichblaue oder 
grüne Mergel bei Möns und Tournay bekannt sind, RhynchoticUa com- 
pressa Lam. sp., Tcrebratula biplicata (Sow.?) Defr. und Ostrea lateralis 
führen. Letztere dürften daher vielleicht schon als oberste Schicht des 
Cenomans in unserem Sinne zu betrachten sein. Horion 8 „Systeme ceno- 
manien ou Tourtia", welches nun folgt, umfasst die beiden von Duraont 
als „Tourtia nervien" (obere) und „Tourtia hervien" unterschiedenen 
Schichtencomplexe , deren Oleichalterigkeit Horion für erwiesen hält; Un- 
terabtheilungen werden darin nicht weiter unterschieden. Hauptfundorte 
sind: Tournay, Montignies-sur-Roc, Baudour, Luuviere, Mai- 
ziere und Möns; letztere Localität repräsentirt Dumont's „Tourtia ner- 
vien", während die übrigen der „Tourtia hervien" angehören. Taläonto- 
logisch sollen beide nicht unterscheidbar sein. Einige der bezeichnendsten 
Petrefacten, von denen sich vollständigere Listen in dem Werke von Archiac 
und in Omalius d'Halloy's „Geologio de Belgique" finden 1 ), sind. 

Ammonites varians Sow. 

Ammonitts Manteüi Sow. 

Turrilites costatus Bosc. [PJ 

Scaphites aequalis Sow. 

Cerithium belgicum Münst. 

TurriteUa Nejrtum Münst. 

Aveüana Prevosti Arch. 

Pleurotomaria texta Ooldf. 

Pleurotomaria perspectiva Orb. 

Turbo Lcblanci Aroh. 

Trochus Leymcriei Arch. 

Trochus Buneli Arch. 

Delphtnula Bonmrdi Aroh. 

M Zahlreiche neue, z. Th. sehr interessante Arten finden sich lutmeutlich in dem 
3. Theile von Ryckholt's Melanies paleontologique*. wozu leider der Text noch nicht 
erschienen ist. 

(2*) 27* 



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41« 



Pileolus (?) subcentralis Arch. sp. 

Panopoea substriata Orb. 

Pholadomya gigas Orb. 

Astarie striata Sow. 

Crassatella sultgibbosula Arch. 

Trigonia sulcataria Lam. 

Isoarca obesa Orb. 

Mytilus Cottai Roem. 

Mytilus Gattiennci Orb. 

Myocomha cretacea Orb. 

Lima lleiclunbachi Gein. 

Pecten acuminatus Oein. 

Pecten cretosus Defr. 

Sinmdyltts duplicatus Ooldf. 

Osfrea can>Mi<a Lam. 

Otfmi cWurtana Goldf. 

Terebraiula depressa Lam. 

Tercbratula Tornacensis Arch. 

Terebraiula phaseolina Lam. 

Terebrattda biplicata Sow. 

Terebraiula Hobertoni Arch. 

Terebraiula capillata Arch. 

Terebrattdina chrysalis Schloth. »p. 

Tercbratelh (?) Beamwnti Arch. 

Megerle't'a lima Defr. ap. 

Thecidium digitatum Sow. 

Hhynchonella dimidiata Sow. sp. 

Bhynchonella Mantellana 8ow. sp. 

Hhynchonella Grasana Orb. sp. 

Holaster nodtdostts Of. sp. 

Catopygus eoltmbarius Lam. dp. 

Codiopsis doma Dcsm. sp. 
Unter der Tourtia folgt das sogenannte „Systeme oacbenien" Dum., 
dessen Altersbestimmung noch streitig zu sein scheint; die obersten Schichteu 
desselben werden durch die sogenannte „meule" der belgischen Steinbruchs- 
arbeiter gebildet, welche ausser Protocardia (Cardium) Hillana nur Gault- 
Arten onthalten soll. An den meisten Legalitäten ruht jedoch die Tourtia 
direct auf paläozoischen Schichten. 

Uebrigens darf ich nicht unterlassen zu bemerken, das* manche Ueo- 



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419 



(19) 



logen die Schichtenfolge der belgischen Cenoman-Bildungen anders auffassen 
und an den zweierlei Tourtia-Horizonten von verschiedenem Alter festhalten. 
Mehrere Aufsätze, die für diese Fragen von Interesse sind, finden sich im 
16. Bande der 2. Serie des Bulletin de la Societe geologique de France. 
Es würde zu weit führen, wenn ich hier näher darauf eingehen wollte. 

Ueber die 

französischen Genoman-Bildungen 

besitzt die Literatur eine ziemlich grosse Anzahl specioller Aufsätze, von 
denen die älteren in dem betreffenden Bande von Archiac's Histoire des 
Progres de la Geologie mit vielen eigenen Beobachtungen sorgfältig ver- 
arbeitet sind. Aus neuerer Zeit sind namentlich viele in den Bänden des 
Bulletin de la Societe geologique de France enthalten. Zu den wichtigsten 
darunter müssen, ausser den Arbeiten von Orbig ny und den Erläuterungen 
zu der geologischen Karte von Frankreich (von Dufrenoy und Elie de 
Beaumont), wohl diejenigen von Hebert, Triger und Goquand ge- 
zählt werden, welche es sich zur Aufgabe gemacht haben, die oberen 
Kreidebildungen des nördlichen und mittleren, des westlichen und südlichen 
Frankreichs in möglichst genaue und naturgemässe Abtheilungen und Unter- 
abtheilungen einzutheilen und deren Beziehungen zu einander und zu denen 
anderer Gebiete darzulegen. 

Im nordöstlichen Frankreich schliesst sich die Entwickclung der 
Cenoman-Schichtcn nach Meugy und Gossel et') noch eng an den bel- 
gischen Typus an. Anders ist dies schon im nordwestlichen Theilc des 
Pariser Beckens, auf welchen sich besonders Hebert's Untersuchungen 
beziehen. Ein kurzes Resume seiner Beobachtungen gibt derselbe *) in fol- 
gender Gliederung der Genoman - Schichten (craio glaueonieuse) des nord- 
westlichen Seine -Beckens: Unter der durch eine scharfe Domarcationslinie 
abgegrenzten tiefsten Schicht der „craie marnouso" mit Inoceramus labiatus 
Schloth. sp. folgen 

H. Graue, harte und oben conglomerirte Kreide. 

G. Graue homogene Kreide, arm an Petrefacton. 

F. Graue homogone Kreide mit Feuersteinen und Holaster subylobosm. 

E. Graue Kreidebank mit kleinen braunen Knauern, charakterisirt durch 
zahlreiche Scaphites acqualis. 

D. Sehr knollige, gewöhnlich in wahren Sandstein übergehende Kreide 
mit zahlreichen Holaster (carinatus) nodtdostis u. Terebrattda biplkatu. 

') Bulletin ghol Fr. 2, XVI, p. 201 ff.; 1859. 

*) Comptes rendus bebdomadaires etc., 7 mar» I8«4. 



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(20) 420 



C. Grünsand, in die graue Kreide übergehend und mit schwarzen 
Feuerstein-Schichten wechselnd, versteinerungsarm. 

K. Dunkler Grünsand mit schwarzen, gerollten, oft sehr grossen und 
von Bohrmuscheln durchbohrten Kieseln erfüllt ; reich an Petrefacten. 

A. Schwarzer, blauer oder grüner, oft sehr glimmeriger, glaueonitischer 
Sand mit Feuerstein-Schichten, welche in kieselige Kalke oder glau- 
conitischen Sandstein übergehen. Lager des Holaster suborbicularis 
Brongn. sp. 

Die Vertheilung der zahlreichen namentlich an den Fundorten der 
Hegend von Rouen, Hävre, Fecamp, Rougefort, ßtretat vorkom- 
menden Versteinerungen in diesen einzelnen Schichten ist noch nicht allge- 
mein genauer festgestellt; nur von einzelnen Localitäten, wie z. B. von 
Rouen (Colline Sainte - Catherine) sind vollständigere Petrefacten -Listen 
bekannt geworden. 

Für das westliche Frankreich, besonders für das Sarthe-Departe- 
ment hat Triger eine Gliederung der dortigen Cenoman - Schichten ausge- 
führt, wie wohl noch keine minutiösere bekannt gemacht ist; dieselbe ist 
auf einer Tabelle dargestellt, welche seine eben so sorgfältig ausgeführte 
geologische Karte jenes Departements begleitet 1 ). Dieser ausserordentlich 
scharf beobachtende Geologe unterscheidet hier unter der zum Turon (craie 
marneuse) gehörenden Gruppe des Inocerumus labiatus (problemaiicus Orb.) 
zwei zum Cenoman gehörige Hauptgruppen mit 6* Zonen und 34 „assises"', 
welche siimmtlieh sowohl petrographisch wie palaontographisch gut charakte- 
risirt sind, wie ich mich selbst bei den unter seiner Führung unternommenen 
Excursionen an Ort und Stelle überzeugen konnte. Es kann hier natürlich 
nicht der Ort sein, diese ganze Gliederung in extenso zu reproduciren und 
beschränke ich mich nur darauf, dieselbe in flüchtigen Umrissen zu skizziren, 
soweit sie für die Vergleichung mit unseren äquivalenten Bildungen von 
Interesse ist. 

II. Die Gruppe des Amtn. naricularis, die oberste der Cenoman-Schichten, 
besteht aus der Zone der Ostrea biauricidata und der der Rhynchonella cotn- 
pressa. In letzterer befindet sich auch das Hauptlager der TcrebraieUa 
Menardi, welche jedoch schon in tieferen Schichten anfangt. 

L Einen weit grösseren und mannigfaltiger gegliederten, auch petre- 
factenreicheren Schichtencomplex umfasst die Gruppe des Perlen asper. Die 
Unterabtheilungen derselben sind 



M Division* senr'-nilos ,\o In Cnrt* cfiolo^iqn«* U Stirtlio. 



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421 



1.20 



d. die Zone des Turrilites costatus Lara., welche ihrerseits wieder zer- 
fällt in folgende sieben Lager (assises): 

7) Lager des Thecidium rugosüm Orb. 

6) „ der Trigonia spinosa Park. 

5) „ der Archiacia sandalina Arch. sp. 

1) „ des Ammonitcs Rotomagensis Defr. 
3) „ des Scaphites aequalis Sow. 

2) „ der Trigonia dacdaUa Park. 

1) „ des Nautilus Largilliertanus Orb. 

Von diesen sind von besonderem Interesse die Lager des Amin. Roto- 
magensis und des Scaphites aequalis^ von denen ersteres in jeder Beziehung 
dem Hauptniveau des Amin. Rotomagensis im Norden des Harzes, letzteres, 
welches ausser dem Scaphiten besonders Ammonites varians Sow., Tunilites 
costatus Lam., Baculites baculoides Mant., AvcUana cassis Orb. und Holaster 
subglobosus Leske sp. führt, dem zunächst darunter liegenden von Strom- 
beck besonders bei Broitzen nachgewiesenen Hauptlager der Turriliten 
und des Scaphites aequalis entspricht Zugleich schliesse ich mich Triger's 
und Strombeck's Ansicht an, dass diese Schicht das wahre Aequivalent 
der petrefactenreichen Schicht von Rouen ist (Schicht E. der Eintheilung 
Hebert's, s. o. — eine Ansicht, die von Hebert nicht getheilt wird, 
welcher die ganze Reihenfolge der Cenoman- Schichten des Sarthe-Departe- 
ments für jünger hält als die chloritische Kreide des nordlichen Frankreichs. 
Für die übrigen Lager durften die Aequivalente nicht mit gleicher Scharfe 
nachzuweisen sein. 

c. Zone des Pygurus lampas Dclabeche sp. Diese dürfte in ihrer Ge- 
sammtheit der Tourtia von Essen entsprechen, in der es bis jetzt noch 
nicht gelungen ist, weitere Unterabtheilungen nach der Vertheilung der 
Petrefacten in verticaler Richtung nachzuweisen; Triger unterscheidet da- 
gegen im Sartho-Departement sieben Lager, welcho er nach den fast sämmt- 
lieh auch in der norddeutschen Tourtia vorkommenden Arten benennt: 

7) Lager des Turrilites undulatus und Catopygus columbarius 
(wahrscheinlich nicht speeifisch verschieden von Cat. cariwitus). 
t>) Lager der Trigonia sulcatariu Lam. 
5) „ des Pecten etongatns Lam. 
4) „ der Zamien und Terebratula nvata Sow. 
3) , der Perna lanceolata Oein. 
2) „ der Lima ReicJtenbachi Gein. 
1) , des Ammonites falcatus Mant. 



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(22) 



422 



Aussnrdem gehören zu den bezeichnendsten Arten dieser Zone: 
Pleurotomaria Mailleana Orb. 
Turritella Cenomanensis Orb. 
Varigera Guerangeri Orb. 
Pterodonta inflata Orb. 
Pitonellus Archiacanus Orb. 
Mytilus Cottai Roem. (peregrinus Orb.) 
Janira aequieostata Lam. sp. 
Lima subconsobrina Orb. 
Linux tecta Gf. 
Lima rapa Orb. 
Ostrea columba Desh. 
Ostrea lateralis Xilss. 
Terebratula phaseolina Lam. 
Terebratclla Mcnardi Lam. sp. 
Rhynchonella Lamarcki Orb. 
(Maris vesiculosa Goldf. 

i 

Qodiopsis doma Desm. sp. 

Anorthopygus orbictdaris Deaor. sp. 

Holaster suborbicularis Ag. 

Spongytarien und Bryozoen. 
b. Die Zone des Turrilitcs tuberculatus Bosc. durfte mit der vorigen 
Zone noch zu demselben Schichtencomplexe gehören, der in Norddeutsch- 
land durch die Tourtia repräsentirt wird. Hier ist das Hauptlager von 

Nautilus elegans Sow. 

Ammonites ManttUi 8ow. 

Ammonites Beaumonti Orb. 

Turrilites tuber ctdatus Bobc. 

Pleurotomaria Mailleana Orb. 

Panopaea mandibula Sow. sp. 

Protocardia (Cardium) Hillana Sow. sp. 

Mytilus Ligeriensis Orb. 

Janira quinquecostata Sow. sp. 

Jantra longicauda Orb. 

Pecten asper Lam. 

Osfrea carinata Lam. 

Osfrea lateralis Nilss. 

Ostrea haliotoHdea 8ow. sp. 

Holaster nodulosus Goldf. sp. 



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423 (23) 



Epiaster distinctus Ag. 

Hemiaster bufo Brongo. 8p. 

Orbitolina concava Lam. 
Auch in dieser Zone unterscheidet Triger sechs verschiedene Lager, 
von denen das des Hemiaster bufo das tiefste ist. 

a. Triger's unterste Zone ist die der Ostrea vesiouiosa Lam., welche 
aus zwei verschiedenen Grünsandschichten besteht, von denen die obere nur 
Ostrea veskuksa Lam. fahrt, die andere versteinerungsleer ist; dieselben 
könnten nach Triger's Ansicht vielleicht schon die jüngsten Schichten des 
Gault darstellen. Es sind die ersten marinen Niederschläge, die sich im 
Sarthe-Departement nach der Bildung der Aatartensohicbten des oberen Jura 
abgelagert haben. 

Ganz ähnlich wie im Sarthe-Departement sind die Verhältnisse der 
Kreideschichten in dem nahen Departement Loir-et-Cher, denen eine Arbeit 
von Bourgeois 1 ) gewidmet ist. So werden wir allmählich hinübergeführt 
zu den Departements Charente, Gharente-in ferieure und Dordogne, 
die sich dann zunächst an die alpine Kreide *) anschliessen. Ueber die drei 
letztgenannten Departements handelt eine grössere Abhandlung vonCoquand 3 ). 
Derselbe unterscheidet dort in der Kreideformation folgende Etagen: 

Dordonien 

Campanien 

Santonien 

Coniacien 

Provencieti 

Augoumien 

Carentonien 

Gardonien 

Rotomagicn 

') Distribution des espeees dans leg terrains eretaces de Loir-et-Cher, in Mem. geol. 
Fr.. 2, XIX, p. 652; 1862. 

») Ueber die alpinen Kreidebildongen des südlichen und südöstlichen Frankreichs, 
welche ich hier nicht mit in Betracht gesogen habe, giebt die im Jahre 1861 erschienene 
Arbeit des Dr. Heynes: „Etndes sur le synchronisme et la delimitation des terrains ere- 
taces dn sud-est de la France; Paris 1861* übersichtliche Auskunft; Tgl. auch desselben 
Verfassers 8chrift: „De l'etage dans la formation cretacee; Marseille 1864*. 

*) Synopsis des animaux et des Teg6taux fossiles obserrees dans la formation cretacee 
da sud-oaest de la France, in Bull, geol. Fr. 2, XVI, p. 945 ff., 1859; auch mit etwas 
erweitertem Inhalt separat erschienen unter dem Titel: Synopsis des Animaux et des Ve- 
getaux fossiles des departements de la Charente, de la Charente-inferieure et de la Dor- 
dogne, 1860. 



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» 



(24) 424 



Die letztgenannte Etage kommt indessen in jener Gegend nicht vor 
und von den übrigen kommen nur das Carentonien und das Gardomen in 
iietracht, da die anderen nicht mehr der cenomanen Kreide angehören. 

b) Das Carentonien Coquand's umschliesst nach Triger's Ansieht seine 
beiden untersten Zonon der Ornppe des Inoceramus labiatus, sowie von der 
Gruppe des Ammonites naincularis die Zone der Ostrea Mawictdata nebst 
der obersten 8chicht (Lager der Globiconcha rottmdata) der folgenden Zone. 
Die bezeichnendsten der von Coquand angeführten Arten, ineist von den 
Fundorten: Angouleme, St. Trojan, Bagnolet, Martrou, Ile d'Aix, 
Chateauneuf, sind folgende: 

Nautilus triangularis Montf. 

Ammonites naincularis Sow. 

Ammonites Woollgarei Mant. 

Globiconcha rotundata Orb. 

Actaeonella laevis Orb. 

Nerinea mcnUifera Orb. 

Nerinea Bauga Orb. 

Vatigera carentonetisis Orb. 

Pterodonta inflata Orb. 

Trigonia sinuata Park. 

Panopaea substriata Orb. 

Arcopagia discrepans Orb. 

Jüyoconcha cretacea Orb. 

Mytilus Liyeriensis Orb. 

Inoceramus labiatus Schloth. sp.i* 

Lima intermedia Orb. 

Pecten dongatus Lam. 

Janira laevis Coq. 

Ostrea columba Desh. 

Ostrea diluviana Goldf. 

Ostrea haliotoidea Sow. sp. 

Ostrea flabeUa Orb. 

Ostrea carinata Lam. 

Ostrea lateralis Nilss. 

Ostrea biauriculata Lam. 

Sphaerulites foliaceus Lam. 

Sphaerulites polyconüites Orb. sp. 

Caprina adver sa Orb. 

Caprina costata Orb. 



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(25) 



Terebratulu phaseolina Lam. (biplkata Orb.) 
TerebrateUa Menardi Lam. sp. 
Terebrateüa carentonensis Orb. 
TerebrateUa pectita Sow. sp. 
Rhynchoneüa compressa Lam. sp. 
Rhynchoneüa Lamarcki Orb. 
Goniopygus Menardi Ag. 
Caratomus rostratus Ag. 
Catopygus columbarius Lam. sp. 
Pyyurus lampas Delabeche sp. 
Archiacia sandalina Arch. sp. 
Holaster nodulosus Ooldf. sp. 

a) Das Gurdonien, welches Triger als Aequivalent des mittleren Theils 
seiner Zone der Rhynchoneüa compressa betrachtet, enthält fast nur Pflanzen - 
reste an der Localität Ile d'Aix. Das Rotomagien, welches die darunter 
folgenden Schichten des Sarthe-Departements reprasentirt, fehlt, wie oben 
gesagt, in dem Gebiete, über welches diese Coquand'sche Schrift handelt. 

Die englischen Cenuman -Bildungen 

»chliessen sich in ihrem ganzen Verhalten eng an die nordfranzösischen des 
Pariser Beekens an. Sie sind zuerst von Fitton und von Phillips 
genauer studirt. Die gebräuchlichste und in fast allen paläontologischen 
Arbeiten der Engländer zu Grunde gelegte Eintheilung ist jene, auch in 
Davidson's Brachtopoden- Werke adoptirte, nach welcher unter dem eigent- 
lichen Chalk (Senon, obere Kreide) 

Lotcer Chalk und Chalk Marl 

Chloritic Marl 

Upper Green Sand 

und dann die Schichten des Gatüt folgen; doch scheinen diese Abtheilungen 
nicht immer mit gleicher Schärfe begrenzt zu werden und ersetzen sich 
wohl auch gegenseitig theilweise an verschiedenen Loealitäten. Einen inter- 
essanten Versuch, alle Abtheilungen der Kreide in England von Osten 
nach Westen in ihrem ganzen Verlaufe im Zusammenhange zu verfolgen, 
hat kürzlich Mr. C. J. A. Meyer veröffentlicht 1 ). Für die Cenoman-Bil- 
dungen sind dabei namentlich die Umgebungen von Folkstone, Maidstone, 
Sevenoaks, Nutfield, Farnham, Insel Wight, Warminster und 
Blackdown berücksichtigt. Genauere und zuverlässige Angaben über die 

— _ 

•> TW Oeolopica! Magazine, III, No. XIX, Jan. 18»>R. 



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(26) 



■426 



verticale Verbreitung der Petrefacten in diene r Bchichtenfolge liegen mir 
besonders bezüglich der Cephalopoden (nach Sharpe's leider durch den 
Tod des Verfassers abgebrochener Monographie) und der Brachiopoden vor 
(nach David son's Monographie der britischen Kreide-Brachiopoden). 

4. Der Lower Chalk gehört nach den daraus angeführten Petrefacten 
seinem grösseren Theile nach wohl nicht mehr den Genoman -Bildungen, 
sondern schon der nächst jüngeren Etage an; indessen werden doch auch 
charakteristische Cenoman -Arten, wie 

Nautüus Largüliertanm Orb. 

Ammonites Rotomagensis Defr. 

Ammonites varians Sow. 

Turrilites costatus Lam. 

Terebratula biplicata Sow. 

Terebratula so 

RhynchoneUa Mantdlana Sow. sp. 
daraus angeführt, welche es in hohem Grade wahrscheinlich machen, das» 
auch Schichten cenomanen Alters in den Lower Chalk mit eingerechnet 
werden; auch wird er von den englischen Geologen immer als eng zusam- 
menhängend in seinen Verhältnissen mit dem folgenden Chalk Marl dar- 
gestellt. 

3. Der Chalk Marl und Grey Chalk gehören schon entschieden dem 
Cenoman an. Wiest 1 ) hat diese Schicht besonders bei Chard und 
Ohardstock genauer studirt; er bezeichnet dieselbe dort als „Discoidean 
Stratum" und nennt als besonders bezeichnende Petrefacten 

Ammonites Mantelli Sow. 

Disco'idea cylindrica Lam. sp. 

Holaster subglobosus Leske sp. 

Davidson führt folgende Brachiopoden - Arten an, die er von dort 
daraus untersucht hat: 

Terebrattda semiglobosa Sow. 

Terebratula squamosa Mant. 

Terebratula arcuata A. Roem. (rugulosu Morr.) 

TerebrateUa incerta Dav. (Trigonosemus) 

Mynchonella laiissima und compressa Dav. 

RhynchoneUa Cuvieri Dav. 



') Bei Davidson, Cret Brach., p. 114, 1855; — and Quenst , Epochen d. Natur, 

p. 629. 



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427 (27) 



Ausserdem werden aua dem Chatk Marl besondere folgende Arten 
angegeben: 

Turrilites costatus Lam. 
Pecten Beaten 8ow. 
Uolaster subglobosus Leske sp. 
Hemiastcr Morris* Forb. 
Galerites castanea Brongn. sp. 

2. Der CMoritic Marl und Chalk with Süiceous yrains, welche nach 
der gewöhnlichen Annahme einander ersetzen, scheinen einen deutlichen 
Uebergang von der vorigen Schicht zur folgenden zu bilden, in paläonto- 
logischer Beziehung Bich aber enger an den Chalk marl anzuBchliessen. 
Hierher wird Wiest's „Scaphites Bed" zu stellen sein, in welchem 

Nautilus triangularis Montf. 

Nautilus Fleuriauanus Orb. 

Nautilus laevigatus Sow. 

Ammonites varians 8ow. 

Ammonites obtectus Sharpe 

Scaphites aequalis Sow. 

Terebratula squamosa Mant. 

Terebratula arcuata Roem. (rwjulosa Morr.) 

Terebratella Memrdi Lam. 

BhynchoneUa dimidiata 8ow. sp. 
ihr Lager haben. — Unter den übrigen aus dem CMoritic Marl anderer 
Localitäten citirten Petrefacten sind die wichtigsten: 

Ammonites Bamsayanus Sharpe 

Ammonites Salteri Sharpe 

Ammonites curvatus Mant. 

Ammonites hippocastanum Sow. 

Ammonites Botomagensis Defr. 

Ammonites Coupei Brongn. 

Inoceramus striatus Mant. 

Janira quinepiecostata Sow. sp. 

1. Der Upper Green Sand ist die fossilreichste Abtheilung des eng* 
lischen Cenomans; zu ihm scheinen die drei untersten Schichten Wiest's 
von Chardstock gerechnet werden zu müssen, nämlich: 

c. Green Bed, welches sich deutlich von dem Scaphites Bed abtrennt 
und zahlreiche charakteristische Arten des Upper Green Sand enthält. Unter 
den Brachiopoden sind besondere zu nennen: 



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(28) 428 



Terebrututa ovata Sow. 
Megerlcia litna Defr. sp. 
Terebratella pectita Sow. 8p. 
Lyra Meadi Comb. 
Rhynchonella dimidiata 8ow. »p. 
Rhynchonella depressa Sow. sp.(P) 
Rhynchonella Grasana Orb. 
b. Crustaceati Stratum mit zahlreichen Crustaceenresten , mehren Arten 
von Pecten und 

Terebratella pectitu Sow. sp. 

Lyra Meadi Cumb. 

RhynchoneUa Grasana Orb. 
a. Nautilus laevigatus Layer, eine petrefactenarme Sandschicht mit dem 
genannten Nautilus. 

Nach Meyer würden die „Firestone-beds" von Godstone und Reigate, 
der „Malmrock" des westlichen Sussex und die „Chert-beds" der Insel 
Wight, sowie der „yellowish - brown sandstone with Chert -searas" von 
Lyme- Regia ebenfalls dem Upper Green Sand angehören. 

Zu den charakteristischsten und häufigsten Arten des U